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<title type="main">Jenaer Systementwürfe I (1803/04)</title>
<title type="short">Jenaer Systementwürfe I (1803/04)</title>
<author><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118547739">Hegel, Georg Wilhelm Friedrich</persName></author>
<respStmt><resp>Transkription und Kodierung</resp><persName>Giuliano Infantino</persName></respStmt>
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<publisher>Digitale Hegel Edition</publisher>
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<idno type="siglum">GW 6</idno>
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<licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
<p n="database">CC BY 4.0</p>
<p n="text">public domain (Hegel, gest. 1831)</p>
<p n="attribution">Giuliano Infantino, Digitale Hegel-Edition, hegeledition.com</p>
<p n="excludes">Der historisch-kritische Apparat der Herausgeber der Gesammelten Werke ist nicht enthalten.</p>
<p n="warranty">Ohne Gewaehr. Keine Haftung fuer Richtigkeit oder Eignung.</p>
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<title type="source">Jenaer Systementwürfe I (1803/04)</title>
<title type="series">GW</title>
<biblScope unit="volume" n="6">6</biblScope>
<publisher>Felix Meiner Verlag</publisher>
<idno type="source_pdf">GW/GW 06 Jenear Schriften I.pdf</idno>
<idno type="pdf_filename">GW 06 Jenear Schriften I.pdf</idno>
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<projectDesc><p>Quellfassung der Digitalen Hegel-Edition: der vollständige Bestand des Bandes einschließlich
Titel-, Verzeichnis-, Leer- und Anhangseiten, aus dem sich die Leserdaten (work-*.js) exakt zurückgewinnen lassen.
Der historisch-kritische Apparat der Herausgeber der Gesammelten Werke ist nicht erfasst.</p></projectDesc>
<editorialDecl>
<p>Der Text steht einmal, in der Zeilenfolge des Drucks (lb/@n = gedruckte Zeilenzahl). Daraus ergeben sich zwei Fassungen:
die Druckzeilen und die Lesefassung. lb ergibt in der Lesefassung ein Leerzeichen, lb[@break="no"] nichts,
lb[@type="zeile"] einen Zeilenwechsel, lb[@type="absatz"] einen Absatzwechsel; das erste lb einer Einheit ergibt nichts.
Text vor dem ersten lb einer Einheit gehört nur der Lesefassung an.</p>
<p>Nur in den Druckzeilen stehen: pc[@force="weak"] (Trennstrich am Zeilenende), seg[@type="balken"] (Blattwechselbalken
der GW mit seinen Leerzeichen), seg[@type="marke"] (gedruckte Notenmarke am Notenanfang), seg[@type="verweis"]
(Verweisziffer auf den nicht erfassten Apparat), seg[@type="fuehrungspunkte"] und seg[@type="leerraum"] (Führungspunkte und Leerraum, die nur der Druck hat) und choice/orig. seg[@rend="g-umgekehrt"] steht in beiden Fassungen, in den Druckzeilen mit umgekehrtem Sperrzustand. Nur in der Lesefassung steht choice/reg.
ref[@type="anker"] gibt in den Druckzeilen die gedruckte Marke wieder, in der Lesefassung den Notenanker;
ptr[@type="anker"] steht in beiden Fassungen als Anker.</p>
<p>hi[@rendition="#g"] ist Sperrsatz; ein leeres hi steht für zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Grenzen.
lb[@rend="g-umgekehrt"]: an diesem Zeilenwechsel gilt in den Druckzeilen der umgekehrte Sperrzustand
(der Lauf ist dort zeilenweise geschlossen und neu geöffnet, in der Lesefassung läuft er durch, oder umgekehrt).</p>
<p>pb/@n ist die Buchseite der GW, pb/@facs die Seite im PDF-Scan, pb/@type die Seitenart des Bestands
(nur "body" erscheint im Leser), pb[@subtype="apparat"]: die Seite trägt im Druck Herausgeberapparat.
milestone[@unit="vorlage"]/@n: Seiten- oder Blattangabe der Vorlage (Originaldruck, Handschrift).
fw[@type="header"]: Kolumnentitel.</p>
<p>Hegels Noten: note/@xml:id ist die Notenkennung des Bestands (weitere Teile mit .t2, .t3 …, verkettet über
@prev/@next), @n die Marke, @type die Lage in der Handschrift (rand, ueber, kopf …), @place die Stellung im Druck
(margin, supralinear), @target die Zeile, an der eine Randnote steht. Überschriften öffnen ein neues div;
eine Hierarchie wird nicht behauptet.</p>
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<rendition xml:id="g" scheme="free">Sperrsatz</rendition>
<rendition xml:id="anmerkung" scheme="free">Anmerkung zum Paragraphen (im Druck kleiner)</rendition>
<rendition xml:id="grad2" scheme="free">zweiter Schriftgrad der GW</rendition>
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<classDecl><taxonomy xml:id="j"><desc>Formfragen der JSON-Fassung, die keinen Textbefund tragen; sie stehen nur, damit sich die JSON-Fassung exakt zurückgewinnen lässt.</desc>
<category xml:id="j.leer-text"><catDesc>Spacer mit leerem Feld `text`.</catDesc></category>
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<profileDesc><langUsage><language ident="de">Deutsch</language></langUsage></profileDesc>
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<div type="inhalt" subtype="toc_printed"><list>
<item n="1"><ref n="1">DAS SYSTEM DER SPECULATIVEN PHILOSOPHIE</ref></item>
<item n="2"><ref n="3">ZUM ANFANG DES IRDISCHEN SYSTEMS DER NATURPHILOSOPHIE UND ZUR MECHANIK</ref></item>
<item n="3"><ref n="3">1. auf diesem Gesetze …</ref></item>
<item n="4"><ref n="4">Übergang zum irrdischen Systeme.</ref></item>
<item n="3"><ref n="6">2. Nemlich die himmlische Bewegung …</ref></item>
<item n="3"><ref n="10">3. Aus dem himmlischen Systeme …</ref></item>
<item n="3"><ref n="19">4. bezieht sich auf ein gestaltloses Bewegen …</ref></item>
<item n="4"><ref n="19">I. MECHANICK.</ref></item>
<item n="2"><ref n="31">ZUM ENDE DER MECHANIK, ZUM CHEMISMUS, ZUR PHYSIK UND ZUM ANFANG DES ORGANISCHEN</ref></item>
<item n="3"><ref n="31">5. c) Dieser starren Gestalt der Erde …</ref></item>
<item n="3"><ref n="34">6. b) die Erde hat auf diese Weise …</ref></item>
<item n="4"><ref n="42">II. CHEMISMUS.</ref></item>
<item n="3"><ref n="58">7. δ) endlich muß noch bemerkt werden …</ref></item>
<item n="4"><ref n="78">A) die Erde als das allgemeine Element, oder das Seyn die Substantialität der Elemente</ref></item>
<item n="3"><ref n="84">8. von dem andern …</ref></item>
<item n="3"><ref n="108">9. allgemeine Infection …</ref></item>
<item n="3"><ref n="110">10. Wir sind mit dieser Idee der Erde …</ref></item>
<item n="4"><ref n="111">A) die physische Idee des Körpers</ref></item>
<item n="4"><ref n="208">A. Proceß der organischen Gestaltung, oder des sich zur Totalität ausbildenden Individuums</ref></item>
<item n="2"><ref n="210">ZUM ORGANISCHEN UND ZUR PHILOSOPHIE DES GEISTES</ref></item>
<item n="3"><ref n="210">11. β) so allgemein abgesondert von der Erde …</ref></item>
<item n="3"><ref n="219">12. ϑ. Das Gestalten des animalischen …</ref></item>
<item n="3"><ref n="223">13. ι. Diese Organisation die wir erkannt haben …</ref></item>
<item n="3"><ref n="241">14. der ideale Proceß oder der Proceß der Empfindung …</ref></item>
<item n="3"><ref n="245">15. τ. der Organismus hat sich also …</ref></item>
<item n="4"><ref n="265">III. Philosophie des Geistes.</ref></item>
<item n="3"><ref n="268">16. III. Philosophie des Geistes.</ref></item>
<item n="3"><ref n="269">17. Die einfache wesentliche Vielheit …</ref></item>
<item n="3"><ref n="273">18. Das Wesen des Bewußtseyns …</ref></item>
<item n="3"><ref n="280">19. Die erste Form der Existenz des Geistes …</ref></item>
<item n="3"><ref n="282">20. I. Potenz.</ref></item>
<item n="4"><ref n="282">I. POTENZ.</ref></item>
<item n="4"><ref n="297">II. POTENZ DES WERKZEUGS.</ref></item>
<item n="3"><ref n="301">21. [III. Potenz des Besitzes, und der Familie.]</ref></item>
<item n="4"><ref n="301">[III. POTENZ DES BESITZES, UND DER FAMILIE.]</ref></item>
<item n="3"><ref n="307">22. es ist absolut nothwendig …</ref></item>
<item n="1"><ref n="327">BEILAGEN</ref></item>
<item n="2"><ref n="329">Gliederungsnotiz</ref></item>
<item n="2"><ref n="330">Fragment zum Ende des Systems</ref></item>
</list></div>
<div type="inhalt" subtype="toc_headings"><list>
<item><ref n="3">ZUM ANFANG DES IRDISCHEN SYSTEMS DER NATURPHILOSOPHIE UND ZUR MECHANIK</ref></item>
<item><ref n="3">1. AUF DIESEM GESETZE …</ref></item>
<item><ref n="4">ÜBERGANG ZUM IRRDISCHEN SYSTEME.</ref></item>
<item><ref n="6">2. NEMLICH DIE HIMMLISCHE BEWEGUNG …</ref></item>
<item><ref n="10">3. AUS DEM HIMMLISCHEN SYSTEME …</ref></item>
<item><ref n="19">4. BEZIEHT SICH AUF EIN GESTALTLOSES BEWEGEN …</ref></item>
<item><ref n="19">I. MECHANICK.</ref></item>
<item><ref n="31">ZUM ENDE DER MECHANIK, ZUM CHEMISMUS, ZUR PHYSIK UND ZUM ANFANG DES ORGANISCHEN</ref></item>
<item><ref n="31">5. c) DIESER STARREN GESTALT DER ERDE …</ref></item>
<item><ref n="34">6. b) DIE ERDE HAT AUF DIESE WEISE …</ref></item>
<item><ref n="42">II. CHEMISMUS.</ref></item>
<item><ref n="58">7. δ) ENDLICH MUSS NOCH BEMERKT WERDEN …</ref></item>
<item><ref n="78">A) DIE ERDE ALS DAS ALLGEMEINE ELEMENT, ODER DAS SEYN DIE SUBSTANTIALITÄT DER ELEMENTE</ref></item>
<item><ref n="84">8. VON DEM ANDERN …</ref></item>
<item><ref n="108">9. ALLGEMEINE INFECTION …</ref></item>
<item><ref n="110">10. WIR SIND MIT DIESER IDEE DER ERDE …</ref></item>
<item><ref n="111">A) DIE PHYSISCHE IDEE DES KÖRPERS</ref></item>
<item><ref n="173">DAS ORGANISCHE</ref></item>
<item><ref n="208">A. PROCESS DER ORGANISCHEN GESTALTUNG, ODER DES SICH ZUR TOTALITÄT AUSBILDENDEN INDIVIDUUMS</ref></item>
<item><ref n="210">ZUM ORGANISCHEN UND ZUR PHILOSOPHIE DES GEISTES</ref></item>
<item><ref n="210">11. β) SO ALLGEMEIN ABGESONDERT VON DER ERDE …</ref></item>
<item><ref n="219">12. ϑ. DAS GESTALTEN DES ANIMALISCHEN …</ref></item>
<item><ref n="223">13. ι. DIESE ORGANISATION DIE WIR ERKANNT HABEN …</ref></item>
<item><ref n="241">14. DER IDEALE PROCESS ODER DER PROCESS DER EMPFINDUNG …</ref></item>
<item><ref n="245">15. τ. DER ORGANISMUS HAT SICH ALSO …</ref></item>
<item><ref n="265">III. PHILOSOPHIE DES GEISTES.</ref></item>
<item><ref n="268">16. III. PHILOSOPHIE DES GEISTES.</ref></item>
<item><ref n="269">17. DIE EINFACHE WESENTLICHE VIELHEIT …</ref></item>
<item><ref n="273">18. DAS WESEN DES BEWUSSTSEYNS …</ref></item>
<item><ref n="280">19. DIE ERSTE FORM DER EXISTENZ DES GEISTES …</ref></item>
<item><ref n="282">20. I. Potenz.</ref></item>
<item><ref n="282">I. POTENZ.</ref></item>
<item><ref n="283">POTENZ DER SPRACHE</ref></item>
<item><ref n="297">II. POTENZ DES WERKZEUGS.</ref></item>
<item><ref n="301">21. [III. Potenz des Besitzes, und der Familie.]</ref></item>
<item><ref n="301">[III. POTENZ DES BESITZES, UND DER FAMILIE.]</ref></item>
<item><ref n="307">22. ES IST ABSOLUT NOTHWENDIG …</ref></item>
<item><ref n="315">DAS VOLK</ref></item>
<item><ref n="329">GLIEDERUNGSNOTIZ</ref></item>
<item><ref n="329">I. INTELLIGENZ.</ref></item>
<item><ref n="329">I. Intelligenz.</ref></item>
<item><ref n="330">FRAGMENT ZUM ENDE DES SYSTEMS</ref></item>
<item><ref n="330">IST NUR DIE FORM …</ref></item>
<item><ref n="331">KUNST</ref></item>
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<pb n="1" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=4" type="body"/>
<head><lb n="1"/>DAS SYSTEM<lb n="2"/>DER SPECULATIVEN PHILOSOPHIE<lb n="3"/>FRAGMENTE AUS VORLESUNGSMANUSKRIPTEN<lb n="4"/>ZUR PHILOSOPHIE DER NATUR UND DES GEISTES<lb n="5"/>(1803/04)</head>
<pb n="3" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=6" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERGANG ZUM IRDISCHEN SYSTEM</fw>
<head><lb n="1"/>ZUM ANFANG DES IRDISCHEN<lb n="2"/>SYSTEMS DER NATURPHILOSOPHIE<lb n="3"/>UND ZUR MECHANIK</head>
<head><lb n="4"/>1.</head>
<head><lb n="5"/>AUF DIESEM GESETZE …</head>
<p><lb n="6"/>auf diesem Gesetze, dem er widersprechen wollte; die Astronomen nennen es selbst<lb n="7"/>eine willkührliche Voraussetzung und kennen das eingeschränkte seiner Wahrheit,<lb n="8"/>daß es nemlich nur bey Erde, Jupiter und Saturn, nicht bey Uranus sich zeigt;<lb n="9"/>aber eben darum kann Schelling die Werthe der Masse nicht für sich gebrauchen,<lb n="10"/>da sie allein aus dieser <hi rendition="#g">einstweiligen</hi> Bestimmung fliessen.</p>
<p><lb n="11"/>c) diese körperliche Seite der Bestimmtheit der Planeten, ist vors Erste selbst<lb n="12"/>zu erkennen; wie der BewegungsProceß sich realisirt, und eine Erde gebildet wird;<lb n="13"/>es ist vorerst <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Idee</hi> einer ERDE zu construiren, ehe diese Idee selbst wieder<lb n="14"/>unter ihrer eigenen <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> sich darstellen kann;</p>
<pb n="4" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=7" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
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<div>
<head><lb n="1"/>ÜBERGANG ZUM IRRDISCHEN SYSTEME.</head>
<p><lb n="2"/>Das Sonnensystem ist die absolute Totalität und Identität der construirten<lb n="3"/>4 Bewegungen; das Licht ist das erscheinende Wesen, die absolute Allgemeinheit,<lb n="4"/>die positive Einheit; seine Unendlichkeit sein absolutes Denken, ist die Absolute<lb n="5"/>KraisBewegung welche sich in ihren Momenten so realisirt, daß jeder selbst dieser<lb n="6"/>absolute Proceß ist, und sich selbstgleiches in seiner Bewegung oder als Materie<lb n="7"/>selbst diese Natur seines Moments ausdrückt. In dieser Bewegung ist die Unend<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>lichkeit, sie ist absolutes Denken, nicht in sich selbst reflectirt, sie existirt nicht, nur<lb n="9"/>als Einheit, als Abstraction als unsichtbares, nicht als Eins; das Licht ist nicht dieses<lb n="10"/>negative Eins der Totalität, als Sonne ist es selbst Eins als ein Moment, nicht das<lb n="11"/>Eins dieses Eins und seiner Entgegensetzung nur Anschauen nicht Reflexion;<lb n="12"/>die Bewegung muß zur absoluten Ruhe werden, und sich ihrer Ruhe, dem Eins<lb n="13"/>gegenüber stellen. Es ist in ihr gesetzt die Ruhe als Gleichheit; aber auch als Mittel<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>punkt, aber innerhalb ihrer selbst, noch nicht als entgegengesetzt heraustretend;<lb n="15"/>jenes ist selbst Abstraction nicht Identität.</p>
<p><lb n="16"/>Dieses Eins der Unendlichkeit ist wesentlich Eins der in ihrer Realität sich ent<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>gegensetzenden Bewegungen der sich auf sich selbst beziehenden und der auf<lb n="18"/>ein anderes; die Erde und der Komet sind beydes diese Synthese, aber dieser ist</p>
<pb n="5" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=8" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERGANG ZUM IRDISCHEN SYSTEM</fw>
<p><lb n="1"/>es selbst nur im Gegensatze; oder in formaler Allgemeinheit nur die aufgelöste,<lb n="2"/>im rein negativen Punkte zusammengehaltene Unendlichkeit nicht die quantitative<lb n="3"/>Einheit ebenso [nicht] die absolute Indifferenz. Diß ist die Erde;<ref type="anker" target="#fn-8-1">¹</ref></p>
<note xml:id="fn-8-1" type="rand" n="¹"><lb n="4"/><seg type="marke">¹ </seg>Die Natur ist im Raume; die ganze ver<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gangene Geschichte bleibt gegenwärtig; der Geist ist Zeit, er hat die Vergangenheit, seine<lb n="6"/>Erziehung vernichtet.</note>
<pb n="6" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=9" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>2.</head>
<head><lb n="2"/>NEMLICH DIE HIMMLISCHE BEWEGUNG …</head>
<p><lb n="3"/>Nemlich die himmlische Bewegung hatte an ihr selbst diß Bild der Totalität a) in<lb n="4"/>ihrem Gegensatze; oder Begriffe daß das Eins der Zeit in den Raum das absolut<lb n="5"/>entgegengesetzte und incommensurable ausgebreitet und diser in den Punkt der<lb n="6"/>Bewegung zurückgenommen ist; b) in der Ausbreitung dieses Punkts als des Mittel<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>punkts der Bewegung in die Linie der Axe, und die Fläche der Bahn; worin der<lb n="8"/>ursprüngliche Punkt sich aus der absoluten Entgegensetzung der Linie und der<lb n="9"/>Kraisbahn in einen idealen Mittelpunkt zusammen nimmt, und jenem ersten gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>über einen idealen Mittelpunkt bildet. c) diß ganze Bild ist selbst in demjenigen<lb n="11"/>Processe der Bewegung gesetzt, welchen wir als die Erde oder den Planeten über<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>haupt erkannt haben; jeder dieser beyden Punkte ist in ihr selbst der Mittelpunkt<lb n="13"/>einer Bewegung. Die Sonne ist sich nur Mittelpunkt <hi rendition="#g">realer</hi> <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi> ohne<lb n="14"/>idealen – der Mond hat nur einen <hi rendition="#g">idealen</hi> <hi rendition="#g">Mittelpunkt,</hi> der Komet macht</p>
<pb n="7" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=10" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERGANG ZUM IRDISCHEN SYSTEM</fw>
<p><lb n="1"/>sich den [realen] Mittelpunkt gleichsam zu seinem idealen Mittelpunkt vermischt<lb n="2"/>beyde Bewegungen, und in seine Bewegung um einen andern Mittelpunkt legt er<lb n="3"/>unmittelbar sein <hi rendition="#g">Für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi> als eine höchst eccentrische Ausschweifung in<lb n="4"/>seiner Bahn. Die Erde aber hält beyde Bewegungen in sich getrennt, und in ihrer<lb n="5"/>Trennung vereinigt.</p>
<p><lb n="6"/>Sie ist die wahre Rükkehr des Lichts aus der Unendlichkeit seiner Bewegungen<lb n="7"/>in sich selbst, in ihr schlägt das absolute Verhältniß aus dem Anschauen in die<lb n="8"/><hi rendition="#g">Reflexion</hi> um; das Licht setzte sich als das thätige als Sonne, und spannte sich<lb n="9"/>in den Gegensatz des Monds und Komets, aus, schaute sich in ihnen an als ein<lb n="10"/>anderes, d. h. als das unmittelbar entgegengesetzte seiner selbst, als das entzweyte;<lb n="11"/>die Erde die passive Mitte ist in der Energie dieses Gegensatzes, das passive; in<lb n="12"/>ihrer Thätigkeit berührt die Sonne den Gegensatz; es ist ihre Einheit gesetzt mit<lb n="13"/>Mond und Komet, oder sie wird absolut allgemeine – als die Macht von sich selbst<lb n="14"/>und dem Gegensatze, und ihre Thätigkeit erlischt; diese Einheit aber diese vereinte<lb n="15"/>Macht der Sonne und ihres Gegensatzes des Monds und des Komets ist unmittelbar<lb n="16"/>die lebendige Erde. Die absolute positive Einheit das sich selbstgleiche wird un<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>endlich in der Bewegung; es ist in dieser seiner Unendlichkeit anschaulich einfach,<lb n="18"/>die positive Einheit die absolute Substanz, unmittelbar eins mit ihrer Unendlich-</p>
<pb n="8" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=11" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>keit, sie treten nicht auseinander, und es tritt nichts zwischen sie. Aber das Licht,<lb n="2"/>oder die primitive anschauende Einheit unterscheidet sich von seiner Bewegung<lb n="3"/>und [wird] sich in derselben ein anderes; es schaut sich als das unendliche anders<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>werden an; aber diese Bewegung ist eben so absolut das anders werden ihrer selbst,<lb n="5"/>und sie wird zum Gegentheil ihrer selbst, als Einheit, und das Licht schaut sich in<lb n="6"/>diesem, daß die Bewegung das entgegengesetzte ihrer selbst wird, als sich selbst<lb n="7"/>[an]; es reflectirt sich aus der Bewegung, und diese Einheit der Reflexion der ideale<lb n="8"/>IndifferenzPunkt ist Eins mit dem ersten primitiven und diese Ruhe diß Einsseyn,<lb n="9"/>ist das Aufgehobenseyn der Bewegung. Darum <hi rendition="#g">erscheint</hi> <hi rendition="#g">zunächst</hi> [die Erde]<lb n="10"/>als das gerade Gegentheil dieser Lebendigkeit; nemlich als todte, in welchem die<lb n="11"/>Ruhe und die Bewegung auseinanderfällt; und ihre Lebendigkeit ist gerade eine<lb n="12"/>solche welche sich aus diesem Gegensatze erhebt; diese Berührung des Gegensatzes<lb n="13"/>durch die Sonne, ist die Erde, oder es ist die Berührung der [sich] auf sich selbst<lb n="14"/>beziehenden Bewegung und der sich auf einen andern Mittelpunkt beziehenden.<lb n="15"/>Aber in dieser Berührung ist das erste Moment, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">dessen</hi>, als was<lb n="16"/>sie vor der Berührung gesetzt sind; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Ersterben</hi> <hi rendition="#g">beyder</hi> <hi rendition="#g">Bewegungen</hi> <hi rendition="#g">in</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>, und diese ihre Einheit beyder; als das todte derselben, tritt <hi rendition="#g">der</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> gegenüber, und beyde fallen Auseinander; das erste Moment<lb n="19"/>des <hi rendition="#g">irrdischen</hi> <hi rendition="#g">Systems</hi>, worauf wir es aufnehmen ist der <hi rendition="#g">Mechanismus</hi><lb n="20"/>a) das leere Eins der Bewegung auf einer Seite; und der Ruhe oder eine <hi rendition="#g">aüsser</hi>-</p>
<pb n="9" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=12" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERGANG ZUM IRDISCHEN SYSTEM</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">liche</hi> Beziehung derselben; und indem die Erde dieses ist, ist jenes der Mond<lb n="2"/>gleichsam die mechanische Sonne der Erde; hie kehrt für ihn das Verhältniß sich<lb n="3"/>um</p>
<pb n="10" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=13" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>3.</head>
<head><lb n="2"/>AUS DEM HIMMLISCHEN SYSTEME …</head>
<p><lb n="3"/>Aus<ref type="anker" target="#fn-13-1">¹</ref> dem himmlischen Systeme ist uns die Erde gekommen, als das, in <hi rendition="#g">wel<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">chem</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">beyden</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">reale</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">ideale</hi> <hi rendition="#g">Indifferenzpunkt</hi> der Bewegung<lb n="5"/>gesetzt; der reale schaut sich in der Bewegung selbst, als Einheit an, und [ist] diß<lb n="6"/>sein reflectirendes Anschauen.<ref type="anker" target="#fn-13-2">²</ref> In diesem ist nun unmittelbar die Bewegung er<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>loschen zur absoluten Ruhe gebracht; das dem realen entgegengesetzte ist selbst die<lb n="8"/>Ruhe, das Eins; und die Bewegung tritt <hi rendition="#g">ausser</hi> derselben, sie ist ein fremdes für<lb n="9"/>sie. Das Licht, das primitive anschauende sich selbst gleiche Eins ist unendlich als<lb n="10"/>absolute Bewegung; es schaut sich in seiner Bewegung als Eins an; die Einheit<lb n="11"/>dieser beyden Eins, des positiven und negativen tritt auf eine Seite, als ein all<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gemeines, denn die Unendlichkeit die Bewegung tritt ihnen gegenüber; indem sie</p>
<note xml:id="fn-13-1" type="ueber" n="¹"><lb n="13"/><seg type="marke">¹ </seg>siehe Construction der Erde.</note>
<note xml:id="fn-13-2" type="rand" n="²"><lb n="14"/><seg type="marke">² </seg>Die absolute Substantialität des Sonnensystems; das absolut sich selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>gleiche hat in sich a) die sich selbstgleiche todte Einheit des positiven und negativen Eins;<lb n="16"/>b) die Bewegung</note>
<pb n="11" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=14" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERGANG ZUM IRDISCHEN SYSTEM</fw>
<p><lb n="1"/>wieder vereinigt werden, tritt jene primitive Einheit wieder hervor, als das Eins,<lb n="2"/>der Einheit jener beyden Einheiten, und der Unendlichkeit. In dem als Eins gesetzt<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>seyn beyder Bewegungen hören sie unmittelbar auf zu seyn; ihr Aufhören ihr<lb n="4"/>Einsseyn, tritt ihnen gegenüber.</p>
<p><lb n="5"/>Als die positive allgemeine Einheit jener beyden Einheiten ist die absolute<lb n="6"/>Materie, in welcher dieser Unterschied, so wie das ausser ihr fallen der Bewegung<lb n="7"/>nicht, <hi rendition="#g">todte</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi> geworden, welche gleichgültig gegen Ruhe und Bewegung,<lb n="8"/><hi rendition="#g">äusserlich</hi> bewegt und beruhigt wird. Diß erste Auseinandertreten ist in einer<lb n="9"/><hi rendition="#g">noch</hi> <hi rendition="#g">unsichtbaren</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> vereinigt, in der Erde ist beydes auf eine noch<lb n="10"/>unbegreiffliche Weise zusammen; es muß sich erst herausgebähren, d. h. diese<lb n="11"/>Einheit wird wesentlich eine solche seyn, welche sich aus diesem Gegensatze der<lb n="12"/>todten Masse und der Bewegung erhebt.</p>
<p><lb n="13"/>Diß Moment, in welchem das Einsseyn beyder, ein allgemeines positives Eins<lb n="14"/>ist, in welchem der <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi> und <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Spiel</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">hat</hi>; jedes der beyden für sich ist, und das absolute für sich seyn, nur <hi rendition="#g">an</hi> beyden<lb n="16"/>als ein gedoppeltes Seyn erscheint, ist die erste einfache Potenz der Erde; oder der<lb n="17"/><hi rendition="#g">Mechanismus</hi>. Wir construiren ihn, und in seiner Construction wird er in sein<lb n="18"/>entgegengesetztes übergehen, nemlich aus seiner indifferenten Einheit, und dem<lb n="19"/>Bestehen des Gegensatzes in die differente diesen Gegensatz aufhebende Einheit,<lb n="20"/><hi rendition="#g">Chemismus</hi>; in die todte Masse wird sich die Bewegung versenken, aber itzt</p>
<pb n="12" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=15" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>in diese Masse, welche die Indifferenz zweyer Indifferenzen ist, als ein reales, nicht<lb n="2"/>mehr ideales dessen ideale Momente Zeit und Raum sind, dessen reale selbstständige<lb n="3"/>Körper sind, hervorgehen.</p>
<p><lb n="4"/>a) die Masse ist sich selbstgleiche absolute Einheit, in welche das negative Eins<lb n="5"/>gesetzt, das ausschliessende der absolute Punkt; in jene sich selbstgleiche Einheit<lb n="6"/>gesetzt, ist er in seinem negativ seyn selbst sich gleich, α) Bestimmtheit des nega<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>tiven Eins durch das positive unendlich vieler Atomen; es ist auf das quantitative<lb n="8"/>bezogen; oder er ist eine absolute Vielheit von Punkten; die Masse ist absolut in<lb n="9"/>untheilbare Atomen getheilt; und sie ist unendlich getheilt, denn es ist der absolute<lb n="10"/>Widerspruch des negativen Eins und des positiven gesetzt. β) Bestimmtheit des<lb n="11"/>positiven Eins durch den negativen Mittelpunkt. Die sich selbstgleichheit, ihrer<lb n="12"/>absoluten Theilung entgegengesetzt hat das negative Eins ebenso an sich, wie<lb n="13"/>dort subsumirt unter es, so es subsumirend unter sie; sie das wesentliche, das sich<lb n="14"/>selbstgleiche ist das seyende, thätige. Das sich selbstgleiche hat Einen Punkt, ihren<lb n="15"/>Mittelpunkt, gegen das absolut ungleiche, die absolute Unterbrechung der Con<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>tinuität, oder die unendlich vielen Punkte. In der Beziehung beyder aufeinander<lb n="17"/>ist die positive Einheit das allgemeine differente Eins sich auf ein anderes beziehend;<lb n="18"/>die Atomen sind das träge sich auf sich selbst beziehend; diese Beziehung als das<lb n="19"/>thätige ist die <hi rendition="#g">Schwere</hi>. Die Sichselbstgleichheit die Substantialität ist somit eine<lb n="20"/>Beziehung der positiven Einheit auf die negative; sie tritt heraus [aus] dem Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>satze, mit dem sie in der Unendlichkeit der Bewegung eins ist, das sich selbstgleiche</p>
<pb n="13" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=16" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>den Atomen gegenüber, und die Substantialität ist hiemit ein ideales, selbst eine<lb n="2"/>Bestimmtheit; und diese drücken an ihnen, die Allgemeinheit des sichselbstgleichen,<lb n="3"/>als eine Eigenschafft, als ein ideales aus; sie hören auf absolute Materie [zu seyn],<lb n="4"/>das absolut selbstständige sichselbstgleiche der absoluten Materie ist ideell gesetzt;<lb n="5"/>d. h. sie existirt nur als <hi rendition="#g">Schwere</hi>.</p>
<p><lb n="6"/>Das Wesen der himmlischen Bewegung hat sich in dieser seiner Reflexion völlig<lb n="7"/>umgekehrt, und ist sein Gegentheil geworden. Der ideale Indifferenzpunkt, das<lb n="8"/>negative Eins, das in sich zurükgenommene ist itzt das reale Eins; das Wesen die<lb n="9"/>Anschauung ist ideell als aufgehoben gesetzt, und der reale Mittelpunkt des sich<lb n="10"/>selbstgleichen ist idealer Mittelpunkt. Die Selbstständigkeit der entgegengesetzten<lb n="11"/>das für sich seyn der Atome ist, das in der Schwere Aufheben; und diese Schwere<lb n="12"/>selbst ist die Selbstständigkeit aber als aufgehobne Selbstständigkeit negativ. Die<lb n="13"/>Metallität der absoluten Selbstständigkeit löst sich in Erde auf, und ist nur <hi rendition="#g">Schwere</hi>.<lb n="14"/>Die Schwere ist die <hi rendition="#g">differente</hi> Sichselbstgleichheit und Selbstständigkeit, eine<lb n="15"/>nach aussen gekehrte, gegen das negative Eins die unendliche Atomistik, welche<lb n="16"/>sich ihr entrissen hat.</p>
<p><lb n="17"/>b. Der Begriff dieser negativen Selbstständigkeit oder der Schwere ist im Falle<lb n="18"/>als seyend gesetzt, oder ausgedrükt. Der Atom, hat nur eine aufgehobene Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>ständigkeit, d. h. sein Selbstständigseyn, daß er sich der positiven Sichselbstgleich<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>heit entreißt ist ein aüsseres für ihn ein zufälliges und eben darum auf sie bezogen;</p>
<pb n="14" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=17" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der Atom entfernt sich nicht durch sich selbst, er ist gleichgültig gegen sein Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ferntseyn das sein Wesen ist; und ist nicht in seinem Entreissen selbstständig; diß<lb n="3"/>für sich seyn ist ein zufällig gesetztes; und das Aufheben dieses Entreissens ist das<lb n="4"/>nothwendige, die Bewegung ist eine aüsserliche geworden; denn ihr Wesen diß<lb n="5"/>unendliche nichtanfangen sondern daß das gesetzte selbst ein aufgehobnes ist; sie<lb n="6"/>ist dadurch ein halbaufgehobnes, das einen absoluten ihr fremden Anfang hat,<lb n="7"/>worin ihre differenz gegen die Ruhe ist, und so ist ihre Aüsserung eine Abstraction<lb n="8"/>nur ein Fall, eine gerade Linie, die in Ruhe aufhört; <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">fällt</hi> nach dem allgemeinen<lb n="9"/>schweren, und indem der Atom selbst schwer, auf das sichselbstgleiche bezogen ist,<lb n="10"/>ist er ein Quantum Masse, und der Unterschied wird ein aüsserlicher, ein Grössen<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>unterschied.</p>
<p><lb n="12"/>Der <hi rendition="#g">Fall</hi> ist das Aufheben der dargestellten Entreissung des in der Form des<lb n="13"/>numerischen Eins gesetzten, und in ihm nach vorausgesetztem Entreissen, ist die<lb n="14"/>Krafft der Unendlichkeit, sie aüssert darin zum erstenmal ihre negative Natur,<lb n="15"/>gegen selbstständiges. Die Masse ist das positive, in dem Entreissen des Atoms dem<lb n="16"/>Setzen zweyer Eins ist die Bewegung nicht mehr die sich auf sie selbst beziehende<lb n="17"/>Bewegung beyder, sondern Eine Bewegung, oder sie ist als Begriff gesetzt, und<lb n="18"/>als Negation der Selbstständigkeit differenter, und der scheinbare Tod der Masse<lb n="19"/>ist unmittelbar eine höhere Lebendigkeit.<ref type="anker" target="#fn-17-1">¹</ref></p>
<note xml:id="fn-17-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/>als himmlische Bewegung war das selbstständige das sie<lb n="21"/>aufhob, das ideale des Raumes; hier ein bewegtes selbst ein ruhiges negatives Eins.</note>
<pb n="15" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=18" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERGANG ZUM IRDISCHEN SYSTEM</fw>
<p><lb n="1"/>d) Aber der fallende Atom ist in seinem Entreissen der allgemeinen Masse, nicht<lb n="2"/>die Abstraction des numerischen Eins, des reinen Punkts; er ist selbst als für sich<lb n="3"/>seyend, auf sie bezogen, selbst Masse; und in seiner Trennung gegen das sich selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gleiche ist diß selbst ein negatives Eins, ein Mittelpunkt; jedes ist Allheit, Grösse,<lb n="5"/>und der Unterschied nur ein Unterschied der Grösse; beyde sind darum auch schwer,<lb n="6"/>in beyden diese differente Beziehung diß Aufheben der Selbstständigkeit, und es<lb n="7"/>fallen in Wahrheit beyde gegeneinander, und das Eins derselben oder die Ruhe ist<lb n="8"/>nur die Gestalt des Grössern, sie sind selbst eins das als ruhend erscheinende auch als<lb n="9"/>thätiges, das Bewegte, das passive; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">wahre</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">also</hi> <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">beyden</hi><lb n="10"/>deren Selbstständigkeit aufgehoben worden ist; es ist im Falle unmittelbar eine<lb n="11"/>Bewegung gesetzt, welche vorbeygeht an dem absoluten Mittelpunkte; denn in<lb n="12"/>der Trennung im losreissen tritt dieser eben ausser beyden. Diese vorübergehende<lb n="13"/>Bewegung hat wieder den Schein der Gestalt des negativen Punktes der Thätigkeit<lb n="14"/>in der grössern Masse, sie steht unter der Herrschaft des sichselbstgleichen, und wird<lb n="15"/><hi rendition="#g">Wurfbewegung</hi>; die vorübergehende Bewegung bleibt innerhalb des Begriffs<lb n="16"/>der Bewegung, oder sie <hi rendition="#g">geht</hi> selbst auf das <hi rendition="#g">Aufheben</hi> der <hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi><lb n="17"/>beyder, und geht in die Ruhe des Falles über</p>
<p><lb n="18"/>e. Aber wie im Falle die grössere Masse in Wahrheit nicht das absolut allgemeine<lb n="19"/>und thätige ist, sondern nur die Gestalt desselben hat, so ist sie es auch nicht in der<lb n="20"/>Wurfbewegung, sondern sie ist nur das thätige, und das Eins beyder ist ausser</p>
<pb n="16" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=19" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>beyden Massen; in der Wurfbewegung behauptet die Bewegung ihre Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ständigkeit gegen die im Fall als das absolut erscheinende, aber hört doch in ihm<lb n="3"/>auf. Indem aber das Eins der Wurfbewegung und der Masse ausser beyden ist, so<lb n="4"/>erscheint sie zugleich a) in einem andern ihren Mittelpunkt habend; und der Fall<lb n="5"/>aufgehoben b) doch stehend unter der Schwere, als <hi rendition="#g">Pendelbewegung</hi>.<ref type="anker" target="#fn-19-1">¹</ref> Der<lb n="6"/>fixe Punkt, so wie der schwingende Körper treten nicht aus der Selbstgleichheit<lb n="7"/>der Schwere, die ihr Wesen bleibt; aber die Bewegung des schwingenden Körpers,<lb n="8"/>ist nicht mehr auf die Masse bezogen, sondern auf den reinen Punkt; innerhalb der<lb n="9"/>Schwere selbst hat sich die Bewegung abgesondert; aber sie steht unter der Schwere<lb n="10"/>a) die Krafft des abgesonderten Punktes, so wie des schwingenden Körpers; (und<lb n="11"/>die Bewegung beschreibt nur einen Krais, und hört in der geraden Linie auf; doch<lb n="12"/>ist diß gleichgültig; ein von einem lebendigen im Kraise geschwungener Körper,<lb n="13"/>und die Fortsetzung ist ebenso setzbar) doch ist eigentlich nur der erste Anfang das<lb n="14"/>postulirte.</p>
<p><lb n="15"/>f. In der Pendelbewegung ist unmittelbar ein reiner Punkt in Beziehung auf eine<lb n="16"/>Masse gesetzt; jener erhoben über die allgemeine Masse; der [die] Abscheidung<lb n="17"/>eines Körpers vollendet, der in sich Schwerpunkt ist, und die Vielheit seiner Masse</p>
<note xml:id="fn-19-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Im Pendel ist S (schwingender Körper)<lb n="19"/>= α/z² Länge des Pendels die Falllinie fixirte Linie der Entfernung; die Geschwindigkeit der<lb n="20"/>Begriff, ist Körper, Masse</note>
<pb n="17" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=20" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERGANG ZUM IRDISCHEN SYSTEM</fw>
<p><lb n="1"/>von diesem unterscheidet; insofern er unmittelbar aus der Bewegung herkommt,<lb n="2"/>und in ihr der Punkt als Linie gewesen ist, ist er <hi rendition="#g">Hebel</hi>; die Abstraction der Dar<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>stellung der Differenz der Masse in der negativen und positiven Indifferenz; diese<lb n="4"/>Schwere, jene Hypomochlium, die sich über das schwere erhebt, und das schwere<lb n="5"/>als Vielfaches der Masse, über sich selbst erhebt.</p>
<p><lb n="6"/>Durch diese Abtrennung der Masse in einem negativen indifferenten Punkt, ist<lb n="7"/>erst der einzelne Körper als solcher, und ist gegen andere einzelne, und der Anfang<lb n="8"/>der Bewegung der vorhin ein negatives ein freylassen war, wird ein positives ein<lb n="9"/><hi rendition="#g">Stoß</hi>, und da sie darin gleich sind, daß jedem die Bewegung ein aüsserliches,<lb n="10"/>zufälliges ist, keines für sich die Gestalt des allgemeinen hat, so tritt die Bewegung<lb n="11"/>ganz ausser ihnen; es bewege sich einer gegen den andern, oder beyde gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>einander, die Ruhe in welche die Bewegung übergeht, ist ein Gleichgewicht der<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>selben, die an den einzelnen Körpern selbst gesetzte Indifferenz. Die Massengrösse<lb n="14"/>verschieden bringt Verschiedenheit in der erscheinenden Bewegung hervor; aber<lb n="15"/>die Vertheilung der Grösse der Bewegung bleibt sich gleich. Diese Gleichheit der<lb n="16"/>Vertheilung selbst, die ihr Wesen ist, oder die Schwere, die sichselbstgleichheit über<lb n="17"/>die Schwere erhoben, ist das Gleichgewicht der <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>; in welche die Starr<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>heit des Hebels übergegangen ist. Auf der andern Seite ist die Bewegung ver<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>schiedener einzelner Körper eine sich auf sie selbstbeziehende Bewegung eine<lb n="20"/>Axendrehung, ihr Mittelpunkt ist in ihnen selbst, und eine sich auf andere [bezie<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>hende]. Beydes ist als absolute negative Einheit der Flüssigkeit entgegengesetzt.</p>
<pb n="18" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=21" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Die Axendrehung des Körpers ist eigentlich eine Bewegung seines Schwerpunkts<lb n="2"/>in der er ruhig bleibt, ein Zittern in ihm selbst; er hat seinen Einheitspunkt in ihm<lb n="3"/>selber, er schwingt sich um sich selbst, setzt seinen Schwerpunkt zugleich ausser<lb n="4"/>sich; seine Bewegung durch ein anderes ist <hi rendition="#g">seine</hi> Bewegung, und sein Schwerpunkt<lb n="5"/>wird sich zum ideellen Punkt, und diß Einsseyn des insichselbstseyns, und sich in</p>
<pb n="19" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=22" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>4.</head>
<head><lb n="2"/><hi rendition="#g">BEZIEHT</hi> SICH AUF EIN GESTALTLOSES <hi rendition="#g">BEWEGEN</hi> …</head>
<p><lb n="3"/><hi rendition="#g">bezieht</hi> sich auf ein gestaltloses <hi rendition="#g">Bewegen</hi> derselben Totalität, diß ist der 2te<lb n="4"/>Theil der <hi rendition="#g">Chemismus</hi>; die <hi rendition="#g">Beziehung</hi> von beydem aufeinander hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>tretend ist die <hi rendition="#g">organische</hi> Physik.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="6"/>I. MECHANICK.</head>
<p><lb n="7"/>fängt unmittelbar mit dem an, was den Übergang aus dem himmlischen Systeme<lb n="8"/>in das irrdische machte, nemlich der Reduction der Bewegung zur Ruhe, und<lb n="9"/>dem Aussereinanderfallen beyder.</p>
<p><lb n="10"/>In diesem Aussereinanderfallen sind beyde aber schlechthin <hi rendition="#g">aufeinander</hi></p>
<pb n="20" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=23" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">bezogen</hi>; diß auseinanderfallen kommt aus ihrem Einsseyn her; die Bewegung<lb n="2"/>geht in Ruhe <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">entgegengesetztes</hi> über, heißt nichts anderes; die Bewegung<lb n="3"/>ist das <hi rendition="#g">werden</hi> ihres entgegengesetzten. In diesem Übergange sind beyde auf<lb n="4"/>gleiche Weise, und sind beyde nicht; Ruhe ist sowohl als Bewegung, denn diese<lb n="5"/>selbst wird <hi rendition="#g">nothwendig</hi> zu jener, die Ruhe wird erst durch Bewegung so wie die<lb n="6"/>Bewegung zur Ruhe, d. h. sie sind jedes das Gegentheil seiner selbst; sie sind beyde<lb n="7"/>nicht, oder sie sind schlechthin nur in Beziehung aufeinander.</p>
<p><lb n="8"/>Indem wir diß ihr Verhältniß so betrachten; beyde als seyend, und beyde als<lb n="9"/>aufeinander bezogen so ist ihr auseinandertreten zugleich als Eins gesetzt; aber diß<lb n="10"/><hi rendition="#g">Einsseyn</hi> derselben, ist das noch <hi rendition="#g">unsichtbare</hi> <hi rendition="#g">leere</hi>; die Erde überhaupt ist<lb n="11"/>diß Einsseyn, aber die Erde ist selbst noch nicht anderes als <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">ganz</hi> <hi rendition="#g">unbestimmte</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">Eins</hi>. Was in der Mechanick geschieht, ist das herausgebähren dieser Einheit das<lb n="13"/>hervortreten dieses innern – oder die Erfüllung dieser leeren Einheit durch ihre<lb xml:id="GW06-s23-z14" n="14"/>Extreme die Construction dessen was die Einheit <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">todten</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; diesem Eins werden, wird aber ebenso unmittelbar dasselbe Eins<lb n="16"/>werden, in der entgegengesetzten Bestimmtheit gegenüber. Oder das <hi rendition="#g">einfache</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">Einswerden</hi> in der Mechanick als Einheit überhaupt ist das Allgemeine der<lb n="18"/>ganzen Sphäre des irrdischen Systems; <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">zugleich</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi> zunächst<lb n="19"/>als seine erste Potenz die Einheit, selbst als Bestimmtheit (wie die Sonne) sich <hi rendition="#g">dar-</hi></p>
<note xml:id="fn-23-1" type="rand" place="margin" n="" target="#GW06-s23-z14">Fall, Wurf Pendelbewegung</note>
<pb n="21" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=24" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">stellen</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">2ten</hi> <hi rendition="#g">übergehen</hi>. Daß diese verschiedenen Formen<lb n="2"/>Bewegungen in der Beziehung der Bewegung auf die todte Masse, als <hi rendition="#g">besondere</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">Arten</hi>, d. h. jede als für sich seyend als indifferent gegeneinander erscheinen, hat<lb n="4"/>seinen Grund weil sie in der Indifferenz [der] Massen gesetzt sind, aber es ist die<lb n="5"/>Sache der Construction sie in ihrer Nothwendigkeit d. h. in dem nothwendigen<lb n="6"/>Übergange der einen in die andere aufzuzeigen</p>
<p><lb n="7"/>I. Vors erste muß die BEWEGUNG <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">einfach</hi> <hi rendition="#g">in</hi> der todten <hi rendition="#g">Masse</hi> setzen<lb n="8"/>als <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">einfachen</hi> <hi rendition="#g">Ausdruck</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi> als über die todte Masse herr<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>schend, sich in ihr, ihr entreissend; und diesem Ausdrucke <hi rendition="#g">gegenüber</hi> sie als<lb n="10"/><hi rendition="#g">subsumirt</hi> unter <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> todten <hi rendition="#g">Massen</hi>, sie als dieser Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>druck beruhigt; <hi rendition="#g">Pendel</hi>, und <hi rendition="#g">Hebel</hi><ref type="anker" target="#fn-24-1">¹</ref>. II. Indem hier überhaupt der Körper als<lb n="12"/><hi rendition="#g">einzelner</hi> geworden ist, <hi rendition="#g">verhält</hi> <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> andere <hi rendition="#g">einzelne</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">die</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">Bewegung</hi> wird eine Bewegung <hi rendition="#g">mehrerer</hi> <hi rendition="#g">einzelner</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi>; als diese<lb n="14"/>gemeinschafftliche ist sie die Einheit derselben, sie reducirt sich a) <hi rendition="#g">einerseits</hi> <hi rendition="#g">in</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">Ruhe</hi> als gemeinschafftliche positive Einheit in <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>; b) andererseits in<lb n="16"/>die negative qualitative absolute Einheit in den TON in welchem sie, in so fern<lb n="17"/>sie Bewegung ist, ihr absolutes Insichgehen, ihre höchste Potenzirung erreicht hat,<lb n="18"/>und nicht wieder als Bewegung auftritt.</p>
<p><lb n="19"/>III. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Abstractionen</hi> des einzelnen Körpers als eines starren, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Flüssig-</hi></p>
<note xml:id="fn-24-1" type="ueber" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>das starre</note>
<pb n="22" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=25" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">keit</hi> und des <hi rendition="#g">Tons</hi>, aus ihrem Auseinanderfallen zusammengenommen, werden<lb n="2"/>der <hi rendition="#g">gestaltete</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Einsseyn</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Flüssigen</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Starren</hi> <hi rendition="#g">durch</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Ton</hi>, welches Einsseyn nach der Seite der Abstraction des Bestimmtseyns<lb n="4"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Flüssigen</hi> durch <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Ton</hi>; oder der Ton unter der Form der sichselbst<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gleichheit quantitativ gesetzt, <hi rendition="#g">specifische</hi> Schwere, das Bestimmtseyn des star<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>ren durch denselben Ton, <hi rendition="#g">Magnetismus</hi> oder <hi rendition="#g">Cohäsion</hi>, beydes zusammen<lb n="7"/>ideale Seiten, abstracte Momente <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>; diesem <hi rendition="#g">Gebundenseyn</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi> muß sie sich ebenso absolut entreissen, und als freyer<lb n="9"/>Proceß ihr <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Chemie</hi> gegenübertreten; und dann als <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Beziehung</hi><lb n="10"/>der in der Gestalt gebundenen Elemente auf die Befreyung der Elemente ihrer<lb n="11"/>Sinne, ist die Erde wahrhaffte Erde lebendiges geworden; in dem Tode der Mecha<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>nick hat sie sich innerlich für sich, gleichsam in ihrem Mittelpunkte gestaltet, und<lb n="13"/>die Herrschafft über die Elemente und lebendiges Verhältniß zu ihnen erworben;<lb n="14"/>indem sie absoluter Körper geworden ist; diese freyen Elemente sind im Verhält<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>nisse dieses Processes sowohl FÜR SICH, als himmlische Körper; als bezogen auf<lb n="16"/>sie, an ihr seyende Elemente, und jene haben für sie den Sinn Bedeutung eines<lb n="17"/>realen Verhältnisses erhalten, und der Proceß der himmlischen Körper gegen die<lb n="18"/>Erde erhält eine andere Bedeutung.</p>
<pb n="23" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=26" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>I.</head>
<p><lb n="2"/>Das Einsseyn der todten Masse und der Bewegung ist zuerst<lb n="3"/>ihre eigne erste Potenz als Mechanick, und die Mechanick ist <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">zuerst</hi> <hi rendition="#g">ihre</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">eigne</hi> erste Potenz <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Beziehung</hi> <hi rendition="#g">beyder</hi>, als der Begriff der<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>selben</p>
<p><lb n="6"/>Das selbstständige sich selbstgleiche der himmlischen Körper, der Bewegung<lb n="7"/>gegen übertretend ist die <hi rendition="#g">todte</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi>, und die Beziehung der Bewegung auf sie,<lb n="8"/>ist ihr differentiiren, ihr Beleben. Aber <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">todte</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi> <hi rendition="#g">bringt</hi> <hi rendition="#g">unmittelbar</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">ihrem</hi> <hi rendition="#g">Gewordenseyn</hi>, als <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Ersterben</hi> der Bewegung <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">Ruhe</hi> die Beziehung auf die Bewegung mit sich; und hat ihren <hi rendition="#g">Ursprung</hi> <hi rendition="#g">an</hi><lb n="11"/>ihr selbst ausgedrückt; sie ist nicht das reine todte <hi rendition="#g">unbestimmte</hi> absolute <hi rendition="#g">An<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="12" break="no"/><hi rendition="#g">schauen</hi> das absolute <hi rendition="#g">sichselbstgleiche</hi> sondern das sichselbstgleiche in welchem<lb n="13"/>die Bewegung erstorben, in sich <hi rendition="#g">zurükgekehrt</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, als die sich selbstgleiche<lb n="14"/>Einheit in welcher das <hi rendition="#g">Eins</hi> der Reflexion gesetzt ist, und sie ist das <hi rendition="#g">Eins</hi> dieser<lb n="15"/>beyden; das Licht, das sich in der Bewegung <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">als</hi> Eins anschaut, <hi rendition="#g">die</hi> Re<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>flexion <hi rendition="#g">desselben</hi>, das <hi rendition="#g">ineinander</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">beyden</hi> <hi rendition="#g">Einheiten</hi> der <hi rendition="#g">positiven</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">negativen</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>.</p>
<pb n="24" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=27" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>a) die <hi rendition="#g">Masse</hi> ist sich <hi rendition="#g">selbstgleiche</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> Einheit in welcher die negative<lb n="2"/>Einheit gesetzt ist, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Punkt</hi>.</p>
<p><lb n="3"/>α) DISS NEGATIVE als <hi rendition="#g">solches</hi> wesentlich <hi rendition="#g">bleibend</hi> <hi rendition="#g">was</hi> es ist, und sein<lb n="4"/>entgegengesetztes an ihm gesetzt, bestimmt durch das <hi rendition="#g">positive</hi> ist es in seinem<lb n="5"/><hi rendition="#g">negativseyn</hi> sich <hi rendition="#g">selbstgleiches</hi>;<ref type="anker" target="#fn-27-1">¹</ref> oder es ist eine <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Vielheit</hi> von<lb n="6"/><hi rendition="#g">Punkten</hi>, und die Masse ist absolut <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">untheilbare</hi>, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Atomen</hi> getheilt;<ref type="anker" target="#fn-27-2">²</ref><lb n="7"/>und sie ist <hi rendition="#g">unendlich</hi> getheilt, denn das widersprechende ist sich UNMITTELBAR<lb n="8"/>gleichgesetzt, so daß es in seinem gleichseyn jedes bleibt was es ist.</p>
<p><lb n="9"/>β) die sichselbstgleichheit ist ebenso als das wesentliche bestimmt <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">die</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>, es erhält sich ebenso absolut in seiner <hi rendition="#g">Ungetheiltheit</hi><lb n="11"/>gegen die absolute <hi rendition="#g">Unterbrechung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Continuität</hi> <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Atome</hi>,<ref type="anker" target="#fn-27-3">³</ref><lb n="12"/>und ist nicht unterbrochen; sondern bezieht sich, als die negative Einheit an ihm<lb n="13"/>habend, <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">negativ</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">Einen</hi> <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi>. Indem<lb n="14"/>so die negative Einheit <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi> der positiven ungetheilten Einheit ist,<lb n="15"/>so ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Atom</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Wahrheit</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi>, er <hi rendition="#g">tritt</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi><lb n="16"/>aus der <hi rendition="#g">Ungetheiltheit</hi> <hi rendition="#g">heraus</hi>; und <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">negiren</hi> der <hi rendition="#g">Allgemeinen</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi>,<lb n="17"/><seg rend="g-umgekehrt">ist</seg> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Setzen</hi> <hi rendition="#g">eines</hi> <hi rendition="#g">Quantums</hi> <hi rendition="#g">derselben</hi>, das einen Mittelpunkt hat;<ref type="anker" target="#fn-27-4">⁴</ref></p>
<note xml:id="fn-27-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>absolute <hi rendition="#g">Gräntze</hi></note>
<note xml:id="fn-27-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Attractivkrafft</hi> gleichbedeutend mit <hi rendition="#g">Atom</hi></note>
<note xml:id="fn-27-3" type="rand" n="³"><lb n="20"/><seg type="marke">³ </seg>Expansivkrafft</note>
<note xml:id="fn-27-4" type="rand" n="⁴"><lb n="21"/><seg type="marke">⁴ </seg><hi rendition="#g">Quantum</hi></note>
<pb n="25" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=28" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>und absolut unterschieden, ist nur das Setzen einer unendlichen <hi rendition="#g">Menge</hi> von<lb n="2"/><hi rendition="#g">Quantis</hi>.</p>
<p><lb n="3"/>γ) die Verschiedenheit der <hi rendition="#g">Quantorum</hi> ist nur <hi rendition="#g">ein</hi> Unterschied als solcher;<lb n="4"/>ein <hi rendition="#g">Unterschied</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Grösse</hi>, ein ganz als AÜSSERLICH zufällig gesetzter;<lb n="5"/>denn ihr Wesen ist dasselbe; sie sind in ihrer Vielheit selbstständig. Aber eben der<lb n="6"/>Unterschied ist zufällig, heißt er ist als Unterschied der Grösse; und dieser zu<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>fällige äusserliche Unterschied ist absolut nothwendig, sie sollen unterschieden<lb n="8"/>seyn; es wäre sonst nichts gesetzt, als absolute Gleichheit nicht die Entgegensetzung<lb n="9"/>der positiven und negativen Einheit; er tritt als ein äusserliches auf, aber dieser<lb n="10"/>äusserliche Unterschied ist absolut nothwendig. Das grössere Quantum so wie das<lb n="11"/>kleinere hat seinen Mittelpunkt; indem wir das grössere als das reale, allgemeine<lb n="12"/>setzen werden, wird auch sein Mittelpunkt der reale, und der des kleineren der<lb n="13"/>ideale reflectirte im Verhältnisse gegen jenen; aber eben es wird in der Beziehung<lb n="14"/>diser Unterschied, und beyde aufgehoben.</p>
<p><lb n="15"/>δ) In diesem <hi rendition="#g">Unterschiede</hi> sind sie AUFEINANDER BEZOGEN, sie sind sich<lb n="16"/>innerlich gleich, ihrem Wesen nach, eins ist Quantum wie das andre; sie müssen<lb n="17"/>sich als diese Gleichheit setzen. Als Quanta sind sie sich selbst <hi rendition="#g">gleich</hi>, indifferent<lb n="18"/>und träge, aber <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Trägheit</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> gegen ihren Unterschied gekehrt, und ihre<lb n="19"/><hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi> ihr Für sich seyn, hebt sich in demselben auf. Die Trägheit</p>
<pb n="26" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=29" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>als diß negative als das <hi rendition="#g">Aufheben</hi> der <hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi> ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>;<lb n="2"/>die <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi> die <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Substantialität</hi>.</p>
<p><lb n="3"/><hi rendition="#g">Als</hi> <hi rendition="#g">jene</hi> <hi rendition="#g">indifferente</hi> sichselbstgleiche Trägheit, war die Substantialität das<lb n="4"/>Wesentliche der himmlischen Körper. Sie ist ihr Gegentheil <hi rendition="#g">geworden</hi>, nemlich<lb n="5"/><hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi> als <hi rendition="#g">Aufheben</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi>. Die Schwere ist<lb n="6"/>nicht eine <hi rendition="#g">indifferente</hi> Sichselbstgleichheit sondern eine nach aussen gekehrte,<lb n="7"/>negative differente gegen das unterschiedene sich als selbstständig setzende; und das<lb n="8"/>Quantum die bestimmte Masse hat nur eine solche, eine aufgehobene reflectirte<lb n="9"/>Selbstständigkeit, d. h. es ist schwer; die Substantialität, die Materie Selbstständigkeit<lb n="10"/>ist auf diese Weise selbst ein ideelles geworden.<ref type="anker" target="#fn-29-1">¹</ref></p>
<p><lb n="11"/>ε) Von den entgegengesetzten in dieser Beziehung das grössere, und das kleinere<lb n="12"/>schwere, ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">grössere</hi>, als <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> gegen das kleinere als das<lb n="13"/>besondere gesetzt, und jenes erscheint als <hi rendition="#g">thätiges</hi>, als <hi rendition="#g">dasjenige</hi> welches die<lb n="14"/>Verschiedenheit aufhebende <hi rendition="#g">Schwere</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; das <hi rendition="#g">kleinere</hi> dagegen als <hi rendition="#g">das</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">besondere</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">passive</hi>; als dasjenige welches der sichselbstgleichheit <hi rendition="#g">ent</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">rissen</hi> <hi rendition="#g">worden</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, und in sie zurükkehrt; aber <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi>, die in Differenz<lb n="17"/>gesetzt, getrennt ist, hat sich nicht durch sich selbst getrennt, sein Wesen <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">als</hi></p>
<note xml:id="fn-29-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Selbstständigkeit Schwere. <hi rendition="#g">Masse</hi> als differente<lb n="19"/><hi rendition="#g">Schwere</hi>. <hi rendition="#g">Bewegung</hi> differentes Anfangen und enden in Ruhe <hi rendition="#g">Begriff</hi> der Be<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>wegung einfache Bewegung.</note>
<pb n="27" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=30" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>Masse gleichgültig gegen sein Getrenntseyn, <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> in seinem <hi rendition="#g">Ent<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">fernen</hi> <hi rendition="#g">selbstständig</hi>; <hi rendition="#g">nicht</hi> im Setzen der Differenz, denn, indem das sich<lb n="3"/>selbstgleiche als todte Masse auf die eine Seite gegen die Bewegung getretten ist,<lb n="4"/>so ist sie nicht durch sich selbst different und unendlich, sondern dieses different<lb n="5"/>werden, ist <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">aüsseres</hi> für sie; <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> ein <hi rendition="#g">zufälliges</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sie</hi>.</p>
<p><lb n="7"/>ε. Die <hi rendition="#g">Bewegung</hi> als das auf die Ruhe bezogene, hat <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">Gegentheil</hi> ihrer<lb n="8"/>selbst <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Voraussetzung</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Bedingung</hi>, <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> in dieselbe <hi rendition="#g">über<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">geht</hi>; oder sie hat einen absoluten <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">völlig</hi> <hi rendition="#g">fremden</hi> Anfang, einen Anfang<lb n="10"/><hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Ruhe</hi>.<ref type="anker" target="#fn-30-1">¹</ref> <hi rendition="#g">Sie</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> hiedurch <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Realität</hi> in IHREN Begriff zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gegangen; sie ist nicht <hi rendition="#g">mehr</hi> <hi rendition="#g">reale</hi> in sich vollendete Kraisbewegung sondern<lb n="12"/><hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Abstraction</hi> ein FALL, der einen Anfang hat, und in Ruhe aufhört.</p>
<p><lb n="13"/>Das grössere Quantum erschien als die thätige Ruhe, als das, wovon die Bewegung<lb n="14"/>anfängt; das kleinere als das passive, als das nur auf sich selbst bezogene oder es hat<lb n="15"/>die <hi rendition="#g">Gestalt</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi>; von den beyden Mitten der beyden unterschiedenen<lb n="16"/>Quantorum ist die eine Mitte, die nach aussen differente in sich selbst gleiche<lb n="17"/><hi rendition="#g">Sichselbstgleichheit</hi>, die <hi rendition="#g">Schwere</hi>, die <hi rendition="#g">Gestalt</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">grössern</hi>; die <hi rendition="#g">des</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">kleinern</hi> die andere <hi rendition="#g">Mitte</hi>, die nach aussen <hi rendition="#g">indifferente</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi>, aber in sich<lb n="19"/><hi rendition="#g">different</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi>.</p>
<note xml:id="fn-30-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>2ter Theil <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi> 2. Bewegung hat Bedingung<lb n="21"/>und Ende <hi rendition="#g">Begriff</hi></note>
<pb n="28" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=31" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Der Fall des Körpers ist die Darstellung <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">differenten</hi> <hi rendition="#g">Substantialität</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>, oder <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi>; jene <hi rendition="#g">Sub<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">stantialität</hi> war in der himmlischen Bewegung das indifferente <hi rendition="#g">Selbstständige</hi><lb n="4"/>das <hi rendition="#g">Licht</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> seine Unendlichkeit eben so <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">indifferente</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">durch</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Gegentheil</hi> <hi rendition="#g">bedingte</hi>, in seinem Gegentheile <hi rendition="#g">anfangende</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">darin</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">aufhebende</hi>, sondern <hi rendition="#g">Kraisbewegung</hi>, nicht anfangende und nicht auf<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>hörende, hier ist die Unendlichkeit <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">bedingte</hi>, ideale – <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">geradlinige</hi><lb n="8"/>Bewegung; so wie <hi rendition="#g">entgegengesetzt</hi> die Substantialität Schwere, das Aufheben<lb n="9"/>der negativen Substantialität ist. Aber dafür war das was jene absolute Bewegung,<lb n="10"/>oder die Unendlichkeit vernichtete selbst <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">ideales</hi>, Raum und Zeit; itzt ist<lb n="11"/>das in dieser Bewegung aufgehobene, ein selbstständiges eine Masse, die Einheit<lb xml:id="GW06-s31-z12" n="12"/>negativer und positiver Einheit; es ist itzt erst ein <hi rendition="#g">bewegtes</hi> gesetzt; im himmlischen<lb n="13"/><hi rendition="#g">Systeme</hi> gab es keine bewegten. Die himmlischen Körper sind keine <hi rendition="#g">bewegte</hi>;<lb n="14"/>sie sind absolut selbstständige, Bewegungen UNMITTELBAR Eines mit der Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>ständigkeit; nur das ruhige kann <hi rendition="#g">bewegt</hi> <hi rendition="#g">werden</hi>, und ein ruhiges d. h. der<lb n="16"/>Bewegung entgegengesetztes, und damit in seiner Beziehung auf Bewegung ist<lb n="17"/>hier erst <hi rendition="#g">bewegtes</hi>.</p>
<note xml:id="fn-31-1" type="rand" place="margin" n="" target="#GW06-s31-z12"><hi rendition="#g">Bewegtes</hi></note>
<pb n="29" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=32" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>B</head>
<p><lb n="2"/>Die als ruhig, thätige Masse, und die als bewegt unthätige Masse, sind verknüpft<lb n="3"/>durch die Mitte, die in ihren beyden Seiten oder Gestalten Schwere und Bewegung<lb n="4"/>ist; und der Proceß ist die einfache Beziehung die einfache Aufhebung der Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ständigkeit jener <hi rendition="#g">Körper</hi>, die Linie des Falles. Es erscheint nur der eine thätig,<lb n="6"/>als den fallenden an sich ziehend, als die absolute Schwere in sich habend; und der<lb n="7"/>andre nur als fallend.<ref type="anker" target="#fn-32-1">¹</ref> Aber es sind in Wahrheit <hi rendition="#g">beyde</hi> <hi rendition="#g">schwer</hi>, und hiemit<lb n="8"/>beyde thätig, und beyde fallend, beyde passiv;<ref type="anker" target="#fn-32-2">²</ref> die Einheit der Schwere und der<lb n="9"/>Fallbewegung ist ihre absolute Mitte in der beyde sich gleich sind. Hievon ist die<lb n="10"/>Darstellung daß diese absolute Mitte in der Berührung heraustritt. Eben in der<lb n="11"/>Berührung des passiven durch das thätige ist die Selbstständigkeit und die <hi rendition="#g">Be<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="12" break="no"/><hi rendition="#g">stimmtheit</hi> beyder aufgehoben, es ist <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi> gesetzt, welches ausser beyder<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>seitigen getheilten schweren je ist, und ein Eins, welches diesem ihrem Verhältnisse<lb n="14"/>als <hi rendition="#g">Fallbewegung</hi> entgegengesetzt ist; d. h. es ist im Falle unmittelbar in der</p>
<note xml:id="fn-32-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>Schein der Thätigkeit und der Passivität</note>
<note xml:id="fn-32-2" type="rand" n="²"><lb n="16"/><seg type="marke">² </seg>beyde schwer und fallend</note>
<pb n="30" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=33" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Fallbewegung eine Bewegung gesetzt, die ausser diesem Mittelpunkte ist,<ref type="anker" target="#fn-33-1">¹</ref> eine<lb n="2"/><hi rendition="#g">vorbeygehende</hi> Bewegung eine FallBewegung für die ein Eins ist, das ausser<lb n="3"/>ihr liegt.</p>
<p><lb n="4"/>In dieser <hi rendition="#g">vorbeygehenden</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> ist von dem Gegensatze der Fall<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>bewegung und des Eins, das ausser ihr ist, wieder die <hi rendition="#g">Mitte</hi> die differente Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>stantialität,<ref type="anker" target="#fn-33-2">²</ref> oder die Schwere, und die Unendlichkeit als Bewegung. Die Gestalt<lb n="7"/>des ruhigen der thätigen Schwere hat wieder die grössere Masse; die kleinere die<lb n="8"/>der vorübergehenden Bewegung; dieser aber ist für sich schon <hi rendition="#g">geradelinige</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">Bewegung</hi>, seine Gestalt in diesem Verhältnisse ist auch Bewegung; er ist<lb n="10"/>Bewegung der 2ten Potenz eine durch <hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">bestimmte</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi><lb n="11"/>oder eine an ihr selbst sich bewegende Bewegung eine <hi rendition="#g">krummlinige</hi>, welche<lb n="12"/>aber überhaupt so wie sie einen Anfang so ein Ende hat, nicht in sich zurükkehrt,</p>
<note xml:id="fn-33-1" type="rand" n="¹"><lb n="13"/><seg type="marke">¹ </seg>die Bewegung ausser dem Mittelpunkte</note>
<note xml:id="fn-33-2" type="rand" n="²"><lb n="14"/><seg type="marke">² </seg>Mitte</note>
<pb n="31" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=34" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>ZUM ENDE DER MECHANIK,<lb n="2"/>ZUM CHEMISMUS, ZUR PHYSIK UND<lb n="3"/>ZUM ANFANG DES ORGANISCHEN</head>
<head><lb n="4"/>5.</head>
<head><lb n="5"/>c) DIESER STARREN GESTALT DER ERDE …</head>
<p><lb n="6"/>c) Dieser starren Gestalt der Erde, die sich nach der Achse bestimmt, oder ihrer<lb n="7"/>reinen Beziehung auf sich, und dem ideal oder gebunden in sich bleiben der Dif<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>ferenz unter der Herrschafft des Magnetismus steht ihre Bewegung die nicht ihren<lb n="9"/>Mittelpunkt in sich selbst hat gegenüber; und diese ist in der Gestalt als die Seite des<lb n="10"/>Flüssigen, das die Differenz absolut mittheilt, und die specifische Schwere, in der<lb n="11"/>Form eines allgemeinen ununterschiedenen Tones erhält, bestimmt worden.</p>
<p><lb n="12"/>α) <hi rendition="#g">bezieht</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Richtung</hi> der Achse auf diese entgegengesetzte Natur,<lb n="13"/>und insofern sie sich als Abstraction Linie darstellt, erscheint ihr jene entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gesetzte als die entgegengesetzte Linie, mit der sie einen rechten Winkel macht;<lb n="15"/>und jene Abstraction als fixirte Abstraction hat das <hi rendition="#g">Bestreben</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Ent<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">gegensetzung</hi> aufzuheben und sich mit der entgegengesetzten als Eins zu setzen;<lb n="17"/>die magnetische Achse <hi rendition="#g">declinirt</hi> nach <hi rendition="#g">Osten</hi> und Westen, und wechselt zwischen<lb n="18"/>beyden Declinationen ab, so wie sie in dieser Declination selbst nicht einen formal<lb n="19"/>gleichförmigen Gang hat, sondern eine krumme Linie der Geschwindigkeit<ref type="anker" target="#fn-34-1">¹</ref><lb n="20"/>beschreibt;</p>
<note xml:id="fn-34-1" type="darunter" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>Grösse</note>
<pb n="32" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=35" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>β) <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> aber ist diese Flüssigkeit oder die Ost und WestSeite das<lb n="2"/>unstäte und wandelbare, das absolut bewegliche, welche ebenso absolut die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>wegung aufhebt, und sich in <hi rendition="#g">absolutes</hi> <hi rendition="#g">Gleichgewicht</hi> <hi rendition="#g">setzt</hi>, aber es ist ewig<lb n="4"/>nur diß sich ins Gleichgewicht setzen, und ewig das aufgehoben werden desselben;<lb n="5"/>und die Differenz welche in dasselbe gesetzt wird, ist zunächst eben so eine Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>änderung der specifischen Schwere, und hier ein ebenso ideales Seyn derselben,<lb n="7"/>als vorhin. Diese Veränderung der specifischen Schwere der Seite der Flüssigkeit<lb n="8"/>die sich absolut im Gleichgewichte der Verschiedenen mittheilt, und sie wieder<lb n="9"/>aufhebt, <hi rendition="#g">ist</hi> die <hi rendition="#g">Veränderung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">specifischen</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Atmo</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">sphäre</hi> und <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Meeres</hi>; und ihre Bewegung die negative das Aufheben dieser<lb n="11"/>Veränderung; welche Veränderung so wie die Wiederherstellung des Gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gewichts als Ebbe und Fluth der Atmosphäre und des Meeres – 2 Formen der<lb n="13"/>Flüssigkeit die wir überhaupt noch nicht kennen, <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">innerhalb</hi> <hi rendition="#g">grösserer</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">das</hi> ganze System <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">beziehender</hi> Veränderungen des allgemeinen Tones<lb n="15"/>der Erde, wieder bis ins einzelnste der Bewegung der Achsendrehung der Erde,<lb n="16"/>und des verschiedenen Verhältnisses dieser zur Bewegung in der Bahn, der jähr<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>lichen und täglichen Bewegung und der Inclination und Declination derselben<lb n="18"/>besondern; periodische Veränderungen die IN IHREM Elemente wieder die ganze<lb n="19"/>himmlische Bewegung ausdrücken werden; und selbst nichts als die gleichzeitige<lb n="20"/>Darstellung derselben sind. Indem diese Processe der Ebbe und Fluth des Meeres,<lb n="21"/>und der Atmosphäre, Ausdrücke der himmlischen Bewegung an der Erde, und<lb n="22"/>bestimmt, an einer Seite ihrer Gestalt sind, so müssen für sie nicht das ihnen unter<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>geordnete, als Ursachen angegeben, oder ihr realer Ausdruck nicht als ihr Wesen<lb n="24"/>und sie regierend angesehen werden; die BarometerVeränderungen z. B. vom<lb n="25"/>Druck der Lufft; aber was zu erkennen ist, ist eben der Grund des verschiedenen</p>
<pb n="33" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=36" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>Drucks der Lufft, Ebbe und Fluth werden auf den Lauff des Monds bezogen, aber<lb n="2"/>dieser hat keine selbstständige Natur in seiner Bewegung sondern bezieht sich<lb n="3"/>schlechthin auf ein anderes als seinen Mittelpunkt, und seine Bewegung ist darum<lb n="4"/>schlechthin aus einem andern zu erkennen.</p>
<pb n="34" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=37" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>6.</head>
<head><lb n="2"/>b) DIE ERDE HAT AUF DIESE WEISE …</head>
<p><lb n="3"/>b) die Erde hat auf diese Weise beyde Bewegungen, die um die Sonne, und die<lb n="4"/>achsendrehende IN SICH aufgenommen; als Einsseyn der Flüssigkeit des absoluten<lb n="5"/>ausser sichseyn und des Tons, als absoluten insichseyn des Mittelpunkts, als ihre an<lb n="6"/>ihr seyende ideelle Momente die innern Differenzen ihrer Selbstständigkeit. Das<lb n="7"/>aufgenommenseyn beyder in einander in der Gestalt und das ruhige Einsseyn der<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>selben; die Gestalt bezieht sich nur auf sich selbst ist unthätig.</p>
<p><lb n="9"/>Aber ihre beyden Bewegungen oder die beyden Seiten ihres Tons, als specifischer<lb n="10"/>Schwere und ihrer Cohäsion sind nicht reducirt an ihr in der <hi rendition="#g">reinen</hi> Gestalt, in<lb n="11"/>der Vereinigung in eins fallend, sondern selbst in <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Beziehung</hi> <hi rendition="#g">entgegen<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="12" break="no"/><hi rendition="#g">gesetzt</hi>. Die in der Flüssigkeit der Ost- und West-polarität sich im Gleichgewicht</p>
<pb n="35" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=38" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>erhaltende specifische Schwere und die in der Süd- und Nordpolarität in der Starr<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>heit selbst nur ideell sich vertheilende specifische Schwere, wird selbst gegen ein<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>ander gespannt und kämpfen miteinander; die starre Achse der Nord und SüdPo<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>larität declinirt gegen die Potentialität des Ostens und Westens, und diese Flüssig<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>keit des Ostens und Westens ist es selbst in welcher die Differenz der Cohäsion<lb n="6"/>erscheint, in ihrem Aufgehobenwerden durch die Flüssigkeit. Beydes sind gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>sam nur Andeutungen des Kampfes ihrer absoluten Entgegensetzung.</p>
<p><lb n="8"/>In der todten Gestalt ruhen nemlich jene beyden Seiten in einander, oder sie<lb n="9"/>ist ihre ALLGEMEINE positive Einheit, noch nicht als ihre negative Einheit gesetzt;<lb n="10"/>die beyden Seiten, des gebundenseyns des Gegensatzes in der Cohäsion; und die<lb n="11"/>Natur der Flüssigkeit nicht als ein ruhiges Ergossenseyn des Tones in sie, sondern<lb n="12"/>eben als dieses gekehrt gegen ihre Differenz die er zugleich in sie setzt; <hi rendition="#g">subsumiren</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Ganze</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>, und setzen sie gedoppelt, und hiemit ihren<lb n="14"/>lebendigen Proceß mit sich selbst. Die <hi rendition="#g">Subsumtion</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">ganzen</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">unter</hi> die Flüssigkeit löst dieselbe [in] einen sich selbstgleichen Ton auf. Die Sub-</p>
<pb n="36" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=39" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>sumtion derselben, unter den <hi rendition="#g">Ton</hi>, als die negative Einheit reconstruirt diese ihre<lb n="2"/>Auflösung und macht sie zur <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">lebendigen</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>.</p>
<p><lb n="3"/>Wir betrachten zuerst jene erste Subsumtion im Allgemeinen.</p>
<p><lb n="4"/>a) in der Auflösung des ideellen in der Cohäsion gebundenen Gegensatzes ist<lb n="5"/>die Erde das leere Eins derselben; sie sind durch sie in ihrer absoluten Entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>setzung <hi rendition="#g">zusammen</hi> <hi rendition="#g">gehalten</hi>, aber eben darum aus dieser Spannung absolut<lb n="7"/>im Begriffe in sich zu zerfallen, oder die Erde ist hiemit gesetzt, als die <hi rendition="#g">kometari<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="8" break="no"/><hi rendition="#g">sche</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi> ansich habend, der Gegensatz, im Gegensatze. In der himm<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>lischen Bewegung war der Gegensatz, von selbstständigen, absolut aüsserlichen für<lb n="10"/>einander; im Mechanismus der Natur des Mondes an der Erde, das absolut einfache<lb n="11"/>und passive <hi rendition="#g">weder</hi> nach <hi rendition="#g">aussen</hi> <hi rendition="#g">noch</hi> <hi rendition="#g">innerlich</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> entgegengesetzt;<lb n="12"/>itzt [ist] der dritte, der innre, kometarische absolut lebendige Gegensatz, in der<lb n="13"/>Erde selbst. <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> sich auf diesen kometarischen Gegensatz beziehende<lb n="14"/>ist das einfache innerhalb des Gegensatzes oder der Mond, und er ist dasjenige was<lb n="15"/>die nun aufgeregte todte Gestalt der Erde in diesem ihrem Gegensatze zusammen<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>hält, und regiert; er ist die feste Gestalt der Erde gegen sie in dieser Auflösung</p>
<p><lb n="17"/>Die Sonne als <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">thätige</hi> im himmlischen Systeme hat eben in <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Be-</hi></p>
<pb n="37" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=40" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">rührung</hi> des Gegensatzes das Erlöschen der <hi rendition="#g">ideellen</hi> Beziehung ihrer Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ständigkeit auf die Selbstständigkeit des Gegensatzes gesetzt, und <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi> ist<lb n="3"/>diß Erlöschen der verschiedenen Selbstständigkeiten und der Bewegung als der<lb n="4"/>ideellen Beziehung derselben; oder sie hat die sich auf sich selbstbeziehende passive<lb n="5"/>unaufgeschlossene Seite des Gegensatzes gesetzt, die Gestalt, als die Bestimmtheit<lb n="6"/>der Selbstständigkeit des sichselbstgleichseyns beyder Seiten; aber eben so absolut<lb n="7"/>ist in dieser Berührung die andere Seite der Mitte die absolute Unruhe der Unend<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>lichkeit, und das selbstständige allgemeine das Licht hat sich aus der unendlichen<lb n="9"/>Differenz gegen sich als selbstständige Materie in den Ton zurükgenommen befestigt<lb n="10"/>sich ihrer <hi rendition="#g">indifferentiirenden</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> entgegen und treibt sie absolut<lb n="11"/>auseinander. Das Licht als diß innre zum Tone gewordene, ist nicht nur das absolut<lb n="12"/>sich auf sich selbst beziehende Eins, (Eins, das sich als Eins anschaut, und als Eins<lb n="13"/>in das Eins aufnimmt), sondern ebendarin die <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi> d. h. das Quanti<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>tative in die absolute Differenz aus einandertreibend. Wie es in der Gestalt die<lb n="15"/>Erde zur todten Gestalt, zu dem was uns im himmlischen Systeme der Mond war,<lb n="16"/>machte, so macht es sie nunmehr ebenso im Gegentheil zum Kometen und in<lb n="17"/>dieser Abstraction treten ihre todte Gestalt, oder daß sie Mond ist, und daß sie<lb n="18"/>Komet ist, und sie ist itzt nur als dieses gesetzt, aussereinander; <hi rendition="#g">denn</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">vor<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="19" break="no"/><hi rendition="#g">herige</hi> <hi rendition="#g">Potenz</hi>, <hi rendition="#g">wie</hi> diese, die kometarische oder chemische sind beydes selbst</p>
<pb n="38" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=41" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ideelle Potenzen, und die absolut lebendige Natur der Erde ist erst das absolute<lb n="2"/>Einsseyn beyder; die Erde als diese absolut kometarische Natur, oder das subsumirt<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>werden ihrer Gestalt selbst unter ihre ideelle Potenz die <ref type="anker" target="#fn-41-1">¹</ref>eben in dieser Potenz,<lb n="4"/>oder Seite ihrer Natur nichts als dieses [ist], und das gedigene Einsseyn dieses Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>satzes, das ihn als eine einfache ruhige Bewegung darstellende, ist der Mond; die<lb n="6"/><hi rendition="#g">Gestalt</hi>, sie im Gegensatze gegen den chemischen Proceß, als der realen Bewegung<lb n="7"/>und ideale reine Bewegung<ref type="anker" target="#fn-41-2">²</ref> tritt auf [gegen] ihn, und er ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">mechanische</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Moment</hi> [in der] Darstellung des chemischen Processes der Erde; oder der Kampf<lb n="9"/>der Elemente der Erde, ihre kometarische Bewegung der ein Proceß von Materien<lb n="10"/>von verschiedener specifischer Schwere ist, die Auflösung der Cohäsion ist <hi rendition="#g">als</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> als Krais in sich zurükkehrende Bewegung an dem Monde;<lb n="12"/>dieselbe, welche an der Erde, als die Geschichte der Barometerveränderungen, die<lb n="13"/>Geschichte der Inclination und Declination als eine in eine Linie ausgedehnte Folge,</p>
<note xml:id="fn-41-1" type="rand" place="margin" n="¹"><lb n="14"/><seg type="marke">¹ </seg>ist nur</note>
<note xml:id="fn-41-2" type="ueber" place="supralinear" n="²"><lb n="15"/><seg type="marke">² </seg>einfaches Einsseyn beyder Bewegungen</note>
<pb n="39" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=42" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>als ein Schwanken zwischen einem Anfang und Ende, Minimum und Maximum<lb n="2"/>ist dort als eine Kraisbewegung die alle diese Momente als eine unendlich künst<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>liche noch nicht dargestellte krumme Linie ausdrückt.</p>
<p><lb n="4"/>b) Mit dieser kometarischen Natur der Erde treten wir in DIE ZWEYTE POTENZ<lb n="5"/>des <hi rendition="#g">chemischen</hi> ein; die von der Gestalt losgebundene, und <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> different<lb n="6"/>gesetzte Flüssigkeit; oder vielmehr die ganz sich entzweyende und losbindende<lb n="7"/>Cohäsion, sie war die Differentiirung der Masse, und die Beziehung dieser Dif<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>ferenz auf die Einheit und so daß diese Differenz ebenso als sie sich auf das negative<lb n="9"/>Eins, als einen Punkt bezog, unmittelbar <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">quantitativen</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> ruhte;<lb n="10"/>oder jenes negative Eins war ebensowohl ein Punkt, der indifferente des Magnetis<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>mus als die Krafft aller Differenzen, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">gleiches</hi> <hi rendition="#g">allenthalben</hi>, oder die<lb n="12"/>Besonderung der specifischen Schwere eine blosse ideelle Differentiirung, zugleich<lb n="13"/>in <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Aufhebens</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Unterschiede</hi> <hi rendition="#g">gesetzt</hi>.<lb n="14"/>Aber itzt ist das sichselbstgleiche das flüssige selbst, als an ihm ein verschiedenes des<lb n="15"/><hi rendition="#g">Tons</hi> gesetzt; er drückt seine Differentiirung in der Flüssigkeit als eine Menge von<lb n="16"/>specifischen Schweren aus, verschiedene Flüssigkeiten von verschiedener specifischer<lb n="17"/>Schwere. Hiemit die <hi rendition="#g">ideellen</hi> <hi rendition="#g">Pole</hi> der <hi rendition="#g">Cohäsion</hi> <hi rendition="#g">real</hi>, für sich seyend; aber</p>
<pb n="40" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=43" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>eben damit ist die Kohäsion als der sich gleichbleibende Ton aufgehoben in Dif<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ferentiirung; aber wesentlich <hi rendition="#g">different</hi> und ebendarum sich selbst an einander<lb n="3"/><hi rendition="#g">idealisirend</hi>, sich gegenseitig aufhebend, und indem sie sich in dem Eins der<lb n="4"/>Idealität vernichten, das Gegentheil ihrer selbst werden, sich ebenso absolut erzeugen,<lb n="5"/>als sie sich vernichten.</p>
<p><lb n="6"/>In <hi rendition="#g">diesen</hi> <hi rendition="#g">Übergang</hi> von der idealen verschiedenen specifischen Schwere zur<lb n="7"/>realen fällt die ELECTRICITÄT; die <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Cohäsion</hi> <hi rendition="#g">idealgesetzte</hi> Dif<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>ferenz, drückt sich als eine in dem quantitativen selbstgesetzte Differenz aus, und<lb n="9"/>diese in ihrer absoluten Differenz ihres Wesens, als <hi rendition="#g">gespannt</hi> gegeneinander. Ein<lb n="10"/>vorübergehendes Moment, das sich eben so absolut aufhebt, als es selbst sich eben<lb n="11"/>so absolut erzeugt, das gesetztseyn <hi rendition="#g">derselben</hi> als für sichseyender, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">diesem</hi><lb n="12"/>für sich seyn <hi rendition="#g">sich</hi> doch aufhebend. Dieses Moment der <hi rendition="#g">Spannung</hi> ist überhaupt<lb n="13"/><hi rendition="#g">Electricität</hi>; das ideale oder das formale der differenten specifischen Schweren.<lb n="14"/>Das allgemeine das Licht, war das absolut allgemeine, <hi rendition="#g">quantitative</hi> Einheit,<lb n="15"/>die positive Mitte des himmlischen Systems; diese Selbstständigkeit oder das Licht,<lb n="16"/>auseinandertretend, gegen die Bewegung war differente Selbstständigkeit, Schwere<lb n="17"/>die ihm geworden; mit der Bewegung als eins gesetzt, ist es durch die Unendlich-</p>
<pb n="41" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=44" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>keit die absolute Differenz selbst hindurchgegangen; und hat selbst negative Natur<lb n="2"/>angenommen; es resumirte sich aus dieser absoluten Differenz als negative Einheit,<lb n="3"/>als <hi rendition="#g">Ton</hi>; als das Gegentheil seiner selbst, als Bewegung die sich rein auf sich selbst<lb n="4"/>bezieht, und ihre Beziehung auf ein anderes negirt; diesen Ton sich als ideal, der<lb n="5"/>Schwere different, haben wir als ideale specifische Schwere begriffen; wie sie als<lb n="6"/>Accidenz existirt, als eine in der Masse erscheinende Eigenschafft, sie für sich; frey<lb n="7"/>von der Masse; ist sie die Entgegensetzung des Lichts in sich selbst, die sich sub<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>stantiirende ideale specifische Schwere der Electricität. Der Ton der wieder aus<lb n="9"/>seiner absoluten Contraction zum Lichte wird, indem er in sich sich differentiirend<lb n="10"/>wieder in die Form des positiven eintritt, aber zunächst auch nur diß differente<lb n="11"/>seiner selbst ist, oder die Darstellung seiner Spannung wie es in dem Übergange<lb n="12"/>zu seiner Darstellung als reale qualitative Einheit ist. Die electrische Differenz ist<lb n="13"/>nicht <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">verschieden</hi> <hi rendition="#g">specifisch</hi> schwere selbst, oder die Besonderung der<lb n="14"/>Schwere als solcher, welche sich zum Wesen einer Masse macht, sondern die ideelle<lb n="15"/>Darstellung, als erscheinend; obzwar insofern es [als erscheinendes] selbst materiell<lb n="16"/>ist, auch gleichsam die Spur einer chemischen Realität<ref type="anker" target="#fn-44-1">¹</ref> und des Gegensatzes der<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>selben als besonderer Geruch, u.s.f.<ref type="anker" target="#fn-44-2">²</ref> in ihr als solcher anzutreffen ist; oberflächlich</p>
<note xml:id="fn-44-1" type="zwischen" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>der chemische Proceß an ihr sich darzustellen fähig<lb n="19"/>als Moment nicht unabhängiger Proceß, an<lb n="20"/>sich [im] lebendigen Processe hervorgebracht, die BegriffKunst isolirt ihn.</note>
<note xml:id="fn-44-2" type="zwischen" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>chemische Wirkungen bedeutender, als die Polarität des Magnetismus</note>
<pb n="42" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=45" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>[betrachtet, ist] das Hervorbringen der Differenz, darum ein <hi rendition="#g">Reiben</hi>, so wie das<lb n="2"/>Hervorbrechen der Flamme ohne Product körperlos. Und eigentlich chemisch ist<lb n="3"/>das hervor treten der rein idealen specifischen Schwere in ihrem versenktseyn in<lb n="4"/>der Materie.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="5"/>II. CHEMISMUS.</head>
<p><lb n="6"/><hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">Princip</hi> <hi rendition="#g">desselben</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, daß die Gestalt als solche die Differenz in sich<lb n="7"/>bindend, idealsetzend, sie nicht aus der Bestimmtheit der sichselbstgleichheit der<lb n="8"/>Flüssigkeit treten läßt, nun in der entgegengesetzten Bestimmtheit des Freyseyns<lb n="9"/>der Differenz und des differenten der Flüssigkeit selbst setzt, hiemit diese auflöst,<lb n="10"/>und zu verschiedenen Flüssigkeiten macht.</p>
<p><lb n="11"/>Diese differenten sind a) Flüssigkeiten, <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">gestaltloses</hi>, das unter Einer<lb n="12"/>Bestimmtheit gesetzt, eben damit ein sich selbstgleiches ist, das als nicht absolut<lb n="13"/>besonderes, als nicht starres, die Totalität der Differenzen nicht in ihm hat, und</p>
<pb n="43" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=46" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>eben damit nicht das Eins der Reflexion sondern sich in der Sichselbstgleichheit<lb n="2"/>seine Bestimmtheit erhaltend, jenes ausschließt, so wie es das Suchen dieses negativen<lb n="3"/>Einheitspunkts ist.</p>
<p><lb n="4"/>b. <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">specifisch</hi> <hi rendition="#g">schwer</hi>, den Ton in sich als einen in ihnen bestimmten<lb n="5"/>Ton habend, und in dieser Bestimmtheit sich selbstgleich die <hi rendition="#g">entgegengesetzte</hi><lb n="6"/>Bestimmtheit, eine andre specifische Schwere, aber <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">reinen</hi> <hi rendition="#g">Ton</hi> aus<lb n="7"/>sich ausschliessend; der Ton ist in der Gestalt als solcher nur als in die Flüssigkeit<lb n="8"/>ergossen dargestellt; in der Darstellung der Cohäsion aber darin, daß ebenso die<lb n="9"/>vollkommne Differentiirung aber aussereinander gesetzt ist; es ist nur <hi rendition="#g">formal</hi><lb n="10"/>aufgehobene, aufgelöste <hi rendition="#g">Cohäsion</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> absolut aufgehobene; <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">als</hi> der Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>druck der <hi rendition="#g">ganzen</hi> Differentiirung ist im Ganzen dieser verschiedenen Flüssigkeiten,<lb n="12"/>und als einfaches Ganzes, als <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi> und negatives Eins erscheint sie in<lb n="13"/>ihrem Processe, <hi rendition="#g">itzt</hi> ist die Einheit ihre formale Indifferenz aus der sie sich gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>seitig aufheben und in einander übergehen.</p>
<p><lb n="15"/>c. sie sind also als <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Tons</hi> und der Flüssigkeit <hi rendition="#g">vollkommne</hi><lb n="16"/><hi rendition="#g">Materie</hi>, und <hi rendition="#g">gestaltete</hi>, aber <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">gestaltete</hi>, <hi rendition="#g">beyde</hi> sind ununterscheid<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>bar eins unmittelbar in einander aufgenommen, oder es ist an der Flüssigkeit in<lb n="18"/>Beziehung auf sie selbst nichts unterschieden. Ihre specifische Schwere, ihre Besonder<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>heit ist es nur in Beziehung auf ein anderes; sie ist <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">materielle</hi> <hi rendition="#g">Qualität</hi>,</p>
<pb n="44" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=47" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>und <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">specifische</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi> hat erst in dieser Besonderheit eine Bedeutung<lb n="2"/>und Seyn. Es hindert nichts diese materiellen Qualitäten hier <hi rendition="#g">Stoffe</hi> zu nennen;<lb n="3"/>es sind qualitative Materien; Stoffe auf dieser Stuffe, oder in dieser Potenz, ihres<lb n="4"/>indifferentseyn, wir werden aber diese Form wieder aufzuheben wissen; um solche<lb n="5"/>Weisheit [braucht man] sich nicht zu bemühen, die sie dynamisch als Intensität<lb n="6"/>begreiffen will; [diß ist] nichts [als] eine Bestimmtheit statt der andern, und hier<lb n="7"/>nicht die rechte, die allein [die der] Stoffe ist. Aber als qualitative als Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>heiten sind sie eben so ideell oder sich aufhebend, und damit auch ihre Form der<lb n="9"/>formalen Indifferenz was sie <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">Stoffen</hi>, Materien macht, und daß sie Stoffe sind,<lb n="10"/>ist ihre Form, und sie sind es darum nur in dieser Potenz.</p>
<p><lb n="11"/>Diese von einander unterschiedenen, Flüssigkeiten von verschiedener specifischer<lb n="12"/>Schwere, oder diese Stoffe sind die <hi rendition="#g">chemischen</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi>; sie sind <hi rendition="#g">einfach</hi>,<lb n="13"/>als ein unmittelbares <hi rendition="#g">Einsseyn</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">besonderen</hi> <hi rendition="#g">specifischen</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>,<lb n="14"/><hi rendition="#g">ihres</hi> <hi rendition="#g">eigentlichen</hi> <hi rendition="#g">Tons</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">formalen</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi>. Diese Einfach<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>heit ist aber gerade <hi rendition="#g">dieses</hi>, <hi rendition="#g">daß</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> diese Abstraction oder nur formale Indifferenz<lb n="16"/>sind; sie sind als diese abstracten Bestimmtheiten nicht <hi rendition="#g">aufzulösen</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">in</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">theilen</hi> nach der Bestimmtheit die ihr Innhalt ausmacht; aber sie sind<lb n="18"/>zu theilen, als Einheit der Bestimmtheit und der Indifferenz und getrennt von<lb n="19"/>dieser, fallen sie in einander und heben sich auf. Sie sind Elemente heißt nicht,<lb n="20"/>in ihrem Einsseyn miteinander bleiben sie was <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">sind</hi>, <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi> <hi rendition="#g">mehrerer</hi><lb n="21"/>ist eine Zusammensetzung aus ihnen als <hi rendition="#g">unveränderten</hi> sondern im Gegentheil:</p>
<pb n="45" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=48" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>diese Elemente müssen eins, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi> werden,<lb n="2"/>mehrere solcher indifferenten als Eine Indifferenz; und sie als vereinigte sind [es]<lb n="3"/>eben darum, die die reinen Bestimmtheiten, Idealitäten aufheben; das Zusammen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>setzen aus ihnen ist ihr Aufheben; sie sind allerdings auch der Zusammensetzung<lb n="5"/>fähig; aber die Zusammensetzung ist nicht die einzige und nicht die höchste Art<lb n="6"/>ihrer Einheit sondern diß ist die worin sie sich als für sich seyende aufheben; sie<lb n="7"/>sind als Stoffe, als getrennte die absolut getrennten, es ist ein absoluter Widerspruch<lb n="8"/>in ihnen, daß sie Bestimmtheiten, und Indifferenz sind, und dieser Widerspruch<lb n="9"/>ist es, der sie aufhebt; das Erscheinen dieses Widerspruches ist denn ihr Proceß.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="10"/>I.</head>
<p><lb n="11"/>Vors erste betrachten wir sie in dem absoluten Verhältnisse ihrer Entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>setzung oder Bestimmtheit, und da wir dise Bestimmtheiten für sich jede betrachten;<lb n="13"/>so sind sie in dieser Betrachtung unmittelbar formal indifferente oder Stoffe.</p>
<p><lb n="14"/><hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">erste</hi> <hi rendition="#g">Stoff</hi>, ist der Begriff der differenten <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>, <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Stoffes</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">selbst</hi>, oder seine Bestimmtheit, auf sich bezogen, nicht different gegen ein anderes</p>
<pb n="46" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=49" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>völlig <hi rendition="#g">unthätig</hi> zu seyn; Flüssigkeit die als ein rein quantitatives <hi rendition="#g">Stickstoff</hi>;<lb n="2"/>die <hi rendition="#g">formale</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> welche selbst Flüssigkeit ist; hier ist Form und Innhalt<lb n="3"/>eigentlich dasselbe; der Innhalt ist selbst eben diese formale Indifferenz, absolute<lb n="4"/>Flüssigkeit, aber die Form ist das gemeinschafftliche aller; hier hingegen ist eben<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>diese Form, indem sie Innhalt ist, als das nicht gemeinschafftliche sondern als ein<lb n="6"/>anderes, als die andern sind, gesetzt, hiemit als Bestimmtheit.</p>
<p><lb n="7"/>Diese absolute Passivität oder sich nur auf sich selbstbeziehen des Stickstoffes<lb n="8"/>löst sich auf in den Gegensatz oder die Realität, welche sich ebenso wieder im<lb n="9"/>Gegensatze als sich auf sich selbstbeziehen und Gegensatz verhält, jenes Stickstoff<lb n="10"/>im Gegensatze, ist <hi rendition="#g">Wasserstoff</hi>; dieses der Gegensatz im Gegensatze, das formale<lb n="11"/>kometarische Moment, der <hi rendition="#g">Sauerstoff</hi>; jenes der Stickstoff, als Base, diß das<lb n="12"/>differente derselben.</p>
<p><lb n="13"/>Der Stickstoff sich hier entgegengesetzt nimmt diesen Gegensatz in sich zurük,<lb n="14"/>setzt sich als synthetische Einheit seiner selbst, und des Gegensatzes im <hi rendition="#g">Kohlen<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">stoffe</hi>; das eigentlich erdigte Princip, das ins unendliche gestaltete, oder als Atom<lb n="16"/>gesetzte, und in dieser Gleichheit aller nur flüssige, die Cohäsion als ein formales,<lb n="17"/>selbst cohäsionsloses, das absolut spröde, und eben darum ohne innre Differenz.</p>
<p><lb n="18"/>α) ich bemerke zuerst, daß wir <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> dieser Stoffe, und ihre<lb n="19"/>allgemeine Form, die formale Indifferenz ihrer Flüssigkeit unterschieden haben; die<lb n="20"/>Chemie thut dasselbe, indem sie jene <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">wägbare</hi> <hi rendition="#g">Base</hi>, von dieser als einer</p>
<pb n="47" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=50" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">unwägbaren</hi> <hi rendition="#g">Base</hi> unterscheidet; und die letztere als <hi rendition="#g">Wärmestoff</hi> begreifft;<ref type="anker" target="#fn-50-1">¹</ref><lb n="2"/>α) verliert aber hiemit der <hi rendition="#g">Stoff</hi> alle Bedeutung, denn ein imponderabler Stoff<lb n="3"/>hört auf, schwer und Materie zu seyn, was der Stoff ausdrückt; β) die Wärme, als<lb n="4"/>diß immaterielle, etwas formales oder eine Abstraction daß sie eine <hi rendition="#g">bestimmte</hi><lb n="5"/>Abstraction, oder ein Accidenz eines Körpers sey, muß sie sich als eine Accidenz<lb n="6"/>darstellen, <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">empfindbar</hi> seyn; denn bloß empfindbar nennen wir, im Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>satze gegen das Anschaubare dasjenige was nicht als ein Ding, Substanz, d. i. als<lb n="8"/><hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> <hi rendition="#g">mit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">numerischen</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi>, oder<lb n="9"/>des Punktes der Reflexion, welches immer in der Materie überhaupt als solcher selbst<lb n="10"/>in der Flüssigkeit insofern sie zuerst Materie ist, gesetzt ist, nicht sich unterscheidend<lb n="11"/>von dem quantitativen und andern sondern mit der formalen Indifferenz, der rein<lb n="12"/>quantitativen positiven, gesetzt ist, oder überhaupt das mittheilbare, nicht als<lb n="13"/>Flüssigkeit Materie sondern als Abstraction derselben; die Wirklichkeit zwar nicht<lb n="14"/>als Substanz, aber als Accidenz, entgegengesetzt dem möglichen; aber diese Stoffe<lb n="15"/>als Flüssigkeiten als Gasarten dargestellt, als solche sollen wesentlich solche seyn,<lb n="16"/>die für sich in der Kälte ebenso als in der Wärme Gasarten Flüssigkeiten bleiben,<lb n="17"/>und für sich unabhängig von aller Temperatur sind; also der Wärmestoff nicht als</p>
<note xml:id="fn-50-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>die unwägbare Base</note>
<pb n="48" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=51" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">wirkliches</hi> Accidenz, sondern mit der Kälte, seiner entgegengesetzten Möglich<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>keit eins; diß drückt die Chemie so aus, der Wärmestoff ist <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi> <hi rendition="#g">figirt</hi>,<lb n="3"/>gebunden, latent; diß heißt aber nichts anderes, als er ist weder als Materie, pon<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>derable Base, noch als Accidenz gesetzt, er ist gar nicht vorhanden, oder die Form<lb n="5"/>der Flüssigkeit als formale Indifferenz ist eigentlich ganz unbestimmt, sie sind nichts<lb n="6"/>als diese Form der Indifferenz oder der allgemeinen Abstraction selbst. Mit der<lb n="7"/><hi rendition="#g">Latescenz</hi>, worauf die Chemie, wie beym Wärmestoff, so auch beym Wasser<lb n="8"/>und andern Dingen gekommen ist; steht sie an der Gräntze der Realität, und Ideali<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>tät; es fehlt das Einsseyn beyder, nemlich <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Begriff</hi> daß die Realität<lb n="10"/>als eine Bestimmtheit an sich ideell ist, und in ihrem seyn in ihr entgegengesetztes<lb n="11"/>übergeht; die <hi rendition="#g">Negation</hi>, das <hi rendition="#g">Verschwinden</hi> der Bestimmtheit eines Stoffes<lb n="12"/>ist in der Latescenz, oder dem Figirtseyn ausgedrückt, aber hier bleibt die Chemie<lb n="13"/>stehen, und statt den Stoff wirklich in seinem Gegentheil aufzuheben, setzt sie den<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>selben noch in demselben, aber als <hi rendition="#g">verborgen</hi>, als nicht erscheinend, d. h. er ist<lb n="15"/>hiemit wie er soll schlechthin nur <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> gesetzt; aber es liegt in der<lb n="16"/>Latescenz noch der falsche Gedanke, daß er nicht als das Gegentheil seiner selbst,<lb n="17"/>als rein mögliches sondern noch als ein <hi rendition="#g">wirkliches</hi> vorhanden sey; aber das<lb n="18"/>wirkliche ist ein solches, welches nicht verborgen nicht ein inneres ist, als eins mit<lb n="19"/>seiner Möglichkeit selbst ist.</p>
<pb n="49" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=52" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Es bleibt also von dem Wärmestoffe, als der Form der Flüssigkeit nicht die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>stimmtheit der Wärme [sondern] die blosse Unbestimmtheit der Accidenzen oder<lb n="3"/>die allgemeine <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">quantitativen</hi> die <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">Potenz</hi> übrig, in der wir die chemischen Stoffe in dieser Potenz setzen; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Form</hi><lb n="5"/>der <hi rendition="#g">Lufft</hi>; <hi rendition="#g">das</hi> Flüssige als Form, [werden wir] hernach kennen lernen</p>
<p><lb n="6"/>β) <hi rendition="#g">was</hi> <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Dignität</hi> als chemische Elemente betrifft, so müssen sie als diese<lb n="7"/>wahrhafftig angesehen werden; <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Einfachheit</hi> besteht darin, daß <hi rendition="#g">jedes</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">schlechthin</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> diese Bestimmtheit ist, und obzwar etwas materielles doch<lb n="9"/>nichts <hi rendition="#g">irrdisches</hi>; zu dem der <hi rendition="#g">Kohlenstoff</hi>, das <hi rendition="#g">irrdische</hi> Element unter<lb n="10"/>ihnen den Übergang macht; sie sind rein diese Bestimmtheiten der ersten Potenz,<lb n="11"/>und was ihnen fehlt, <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi>, dessen selbst wieder abstracte reine<lb n="12"/>Darstellung der Kohlenstoff ist, indem er als die Identität des Stikstoffs und des<lb n="13"/>Wasser und Sauerstoffs ist selbst wieder abstract einfach ist, und keine Beziehung<lb n="14"/>auf sie hat, aber selbst <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">weiter</hi> <hi rendition="#g">unbestimmtes</hi> <hi rendition="#g">flüssiges</hi>; sie sind <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Co<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">häsionslosigkeit</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>. Die Cohäsion als eine Besonderung der<lb n="16"/>specifischen Schwere, ist nur in ihnen allen zusammen, aber eben diese Totalität<lb n="17"/>so wie das Eins derselben ist es, was ihnen fehlt, <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">deßwegen</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">in</hi><lb n="18"/>eine Liste mit dem, was für die analysirende Chemie ebenfalls einfach ist, aber in<lb n="19"/>eine andre Potenz gehört, indem es ein irrdisches, reales ist, zu setzen, mit den</p>
<pb n="50" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=53" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>unzerlegten Erden, Schwefel, PhosphorSaüren Metallen; sie sind in einem andern<lb n="2"/>ganz andern Sinne einfach, unzerlegbar; einfach als Momente des irrdischen oder<lb n="3"/>des Kohlenstoffs; diese aber wieder Bestimmtheiten des irrdischen, und cohärent<lb n="4"/>in sich getrennt.</p>
<p><lb n="5"/>γ) Was ihren Innhalt und <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Verhältniß</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">einander</hi> betrifft, so ist er<lb n="6"/>schon bestimmt worden; <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Stickstoff</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">passive</hi>, einfache, gegen den<lb n="7"/>Gegensatz, der Wasser und Sauerstoff ist, in diesem ist <hi rendition="#g">wieder</hi> <hi rendition="#g">Wasserstoff</hi>,<lb n="8"/>das einfache <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Stickstoff</hi> innerhalb des <hi rendition="#g">Gegensatzes</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Sauer<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">stoff</hi>; der Stickstoff insofern er Base ist, und <hi rendition="#g">beydes</hi> <hi rendition="#g">zusammen</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Stick<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">stoff</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> der Gegensatz des Sauer und Wasserstoffs, ist wieder der Gegensatz,<lb n="11"/>die Auflösung des Kohlenstoffs, der ihre Cohäsion, aber als Element die Abstrac<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>tion der negativen Einheit ist, die in sich selbst nicht different nur das Element die<lb n="13"/>formale Kohäsion die absolute Sprödigkeit ist. Der Sauerstoff als der Gegensatz<lb n="14"/>im Gegensatze erscheint darum zugleich als das Aufheben des Gegensatzes, oder<lb n="15"/>als die vermittelnde Unendlichkeit, oder als das rein thätige,</p>
<p><lb n="16"/>αα) diß ihr absolutes Verhältniß das absolut durch die Idee selbst gesetzt ist,<lb n="17"/><hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">empirische</hi> <hi rendition="#g">Darstellung</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> <hi rendition="#g">gebunden</hi>,<lb n="18"/>das was itzt Stikstoff u.s.f. genannt wird, könnte sich vielleicht erweisen, selbst als<lb n="19"/>zusammengesetzt, und die empirische Darstellung dieser Elemente eine andere wer<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>den; woran aber zu zweifeln ist, denn diese stellen bestimmt diese Bestimmtheiten<lb n="21"/>der Idee dar; wenn auch die empirische Darstellung sich ändern sollte, so müssen</p>
<pb n="51" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=54" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>die nunmehr als einfach gefundenen selbst schlechthin das angezeigte Verhältniß<lb n="2"/>ausdrücken.</p>
<p><lb xml:id="GW06-s54-z3" n="3"/>ββ. Aus der Natur derselben, erhellt <hi rendition="#g">alsdenn</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi> <hi rendition="#g">ihres</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">Überganges</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">einander</hi>, <hi rendition="#g">oder</hi> daß Kohlenstoff in Stickstoff und Wasser und<lb n="5"/>Sauerstoff müsse können aufgelöst werden, ebenso, der Gegensatz des Wasser und<lb n="6"/>Sauerstoffs, in den Gegensatz des Stickstoffs und des Gegensatzes des Wasser und<lb n="7"/>Sauerstoffs; also was im Gegensatze Wasserstoff ist, zu Stickstoff und der Sauerstoff,<lb n="8"/>selbst in den Gegensatz des Wasser und Sauerstoffs. <hi rendition="#g">Diese</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi><lb n="9"/>aber ist es, worin sie ihre <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> verlieren, aufhören Stoffe und<lb n="10"/>Materien zu seyn, und schlechthin nur als Accidenzen gesetzt sind, die zum Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>theil ihrer selbst werden.</p>
<p><lb n="12"/><hi rendition="#g">Indem</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Chemie</hi> <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">als</hi> Stoffe festhält, und selbst in ihrem Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>schwinden sie noch existiren läßt mit der Ausrede ihrer <hi rendition="#g">Verborgenheit</hi>, so ist<lb n="14"/>es gerade diese ihre wichtigste Seite, <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi> die am wenigsten <hi rendition="#g">noch</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">dargestellt</hi> <hi rendition="#g">worden</hi> ist, sondern ihr wirklichwerden in einem chemischen<lb n="16"/>Processe wird nur als ein Erscheinen begriffen, so daß sie vor ihrem Erscheinen<lb n="17"/>schon <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">wirkliche</hi> und da wo sie erscheinen, der Körper aus ihnen zu<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>sammengesetzt gewesen sey. Aber auch hier zwingt die Natur die Chemie dieses<lb n="19"/>Fixirtseyn der Wirklichkeit zu verlassen, und zu sagen, daß das Erscheinen dieser<lb n="20"/>Elemente <hi rendition="#g">haüffig</hi>, erst ihr wirklich<hi rendition="#g">werden</hi> sey, besonders und hauptsächlich ist</p>
<note xml:id="fn-54-1" type="rand" place="margin" n="" target="#GW06-s54-z3">Ihr Verhalten im Processe überhaupt</note>
<pb n="52" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=55" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>diß der Fall, bey der Zerstörung organischer Körper, und die erscheinenden;<lb n="2"/><hi rendition="#g">Phosphor</hi> Ammoniak die Menge der Saüren, werden anerkannt, als <hi rendition="#g">ge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">bildet</hi>, als nicht als solche vorhanden gewesen zu seyn, worunter z. B. doch<lb n="4"/>der Phosphor ist, den die Chemie für etwas einfaches ansieht, und hiemit das Wer<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>den eines einfachen selbst behauptet, ob sie zwar diß Einfache nur als ein bisher<lb n="6"/>unzerlegtes, nicht an sich einfaches [betrachtet]; also doch in Wahrheit die eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>liche Entstehung <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">einfachen</hi> d. h. entweder das aufgelöstwerden <hi rendition="#g">eines</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">einfachen</hi>, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> nemlich den Übergang eines einfachen in seine entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gesetzte Form der Vielfachen noch den Übergang eines einfachen in ein andres<lb n="10"/>einfaches sein Gegentheil<ref type="anker" target="#fn-55-1">¹</ref> nicht erkennt.</p>
<p><lb n="11"/>ββ) <hi rendition="#g">was</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Sache</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">betrifft</hi>, <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Übergang</hi> <hi rendition="#g">einer</hi> dieser Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>heiten in die entgegengesetzte <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Vermittlung</hi>, <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">worin</hi> <hi rendition="#g">sie</hi><lb n="13"/>übergehen nichts anders, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">0</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>; und wo er sich<lb n="14"/>darstellen soll, so muß <hi rendition="#g">diese</hi> gesetzt seyn, <hi rendition="#g">existiren</hi>; diß ihr absolutes negatives<lb n="15"/>Eins, ist aber nicht in ihnen, als diesen Stoffen gesetzt, sie sind todte, in ihrer In<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>differenz ihre Idealität und Negation einhüllend, das Eintreten in den Proceß er<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>scheint deßwegen schlechthin für sie als ein aüsseres; und sie für sich als diese ab<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>stracten Elemente vermögen ebensowenig den Proceß unabhängig darzustellen, als</p>
<note xml:id="fn-55-1" type="ueber" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>des Kohlenstoffs in</note>
<pb n="53" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=56" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>die magnetische Differenz oder als die electrische Spannung. Sie bedürfen wie<lb n="2"/>diese der dritten Potenz, des physischen; und wie das mechanische Moment, in<lb n="3"/>seiner Totalität die Gestalt, das elektrische Moment, selbst als Totalität als Proceß –<lb n="4"/>als Ton der sich als Spannung theilt, und aus dieser wieder zusammennimmt selbst<lb n="5"/>Bilder des ganzen Processes sind, so ist auch der formale Proceß dieser Abstractionen<lb n="6"/>nur eine Seite des ganzen chemischen Processes; und ihr Eintreten in den Proceß<lb n="7"/>und Verwandeln und Übergehen in demselben etwas aüsserliches für sie; um von<lb n="8"/>ihrem Übergehen im Processe zu sprechen müssen wir dieses <hi rendition="#g">physikalische</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">Eins,</hi> Realität körperliche Besonderung voraussetzen; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Zusammensetzung,</hi><lb n="10"/>ist eine ganz formale Vereinigung ohne diese absolute negative Einheit und wo nur<lb n="11"/>zusammengesetztes ist, ist kein Aufheben der Bestimmtheit, und keine Verwand<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>lung in ihr Gegentheil; jenes Eins ist aber wesentlich <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">organischen;</hi><lb n="13"/>das mineralische hat als selbst organisches ebenfalls diese Einheit aber mehr als eine<lb n="14"/>nicht zugleich aufgeschlossene, als eine unthätige, wodurch es selbst, als formales<lb n="15"/>einfaches gesetzt ist, und <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Zusammensetzung</hi> <hi rendition="#g">fähig</hi> <hi rendition="#g">ist;</hi> und es vermischt<lb n="16"/>sich hier <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Zusammensetzen,</hi> und das organische absolute inEins setzen; in<lb n="17"/>diesem formalen organischen also [kann] <hi rendition="#g">theils</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">so</hi> rein sich <hi rendition="#g">jene</hi> <hi rendition="#g">Um<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">wandlung</hi> <hi rendition="#g">darstellen,</hi> <hi rendition="#g">theils</hi> [ist es] das Zusammensetzen. Aber α) stellt es<lb n="19"/>selbst hinreichend diese Umwandlung dar, und ungeachtet die Chemie immer nur<lb n="20"/>den Begriff <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Zusammensetzens</hi> hat, und nur diesem nachgeht, und nur das<lb n="21"/>zu bemerken pflegt, was dahin geht, weil [sie] diß allein für das erklärte und begrif<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>fene hält, so ergeben sich doch auch hierin die Erscheinungen dieses Umwandelns<lb n="23"/>in Menge, nur einiges weniges anzuführen α) <hi rendition="#g">fixe</hi> <hi rendition="#g">Lufft,</hi> kohlensaures Gas</p>
<pb n="54" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=57" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>(denn der Kohlenstoff als das individuelle Element in formaler Indifferenz als Gas<lb n="2"/>dargestellt erscheint different, als Saüre) in das reinste destillirte Wasser getrieben,<lb n="3"/>hinterläßt einen Rückstand, der nicht vom Wasser verschlukt ist, und der fast<lb n="4"/>atmosphärische Lufft ist, die Sprache der Chemie [zu] sprechen, mit mehr Stick<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>stoff, in der Auflösung als die gemeine atmosphärische; die verschluckte fixe Luft,<lb n="6"/>wieder aus dem Wasser ausgetrieben, gibt ebenso wieder disen Rückstand, u.s.f.<lb n="7"/>so daß sich die Kohlensaüre in das entgegengesetzte <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Stikstoffs</hi>, der atmo<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>sphärischen [Lufft] umwandelt β) umgekehrt entsteht aus der Vermischung des<lb n="9"/><hi rendition="#g">reinen</hi> <hi rendition="#g">Sauerstoffgases</hi> mit salpetersaurer Lufft, welche ein andresmal nur Stick<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>stoff<ref type="anker" target="#fn-57-1">¹</ref> und Sauerstoff [bilden,] <hi rendition="#g">fixe</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi>; γ) <hi rendition="#g">phlogistisirte</hi> Lufft (oder der zu<lb n="11"/>viel <hi rendition="#g">Stickstoff</hi> zugeschrieben wird) <hi rendition="#g">vermindert</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> eher etwas mit reinem<lb n="12"/>destillirtem <hi rendition="#g">Wasser</hi> geschüttelt, aber wird dadurch verbessert; die Chemie kann<lb n="13"/>diß nicht erklären, denn unter andern Bedingungen nimmt das Wasser keinen<lb n="14"/>Stikstoff in sich, [um] so haüffiger wird aus dem <hi rendition="#g">Stickstoffe</hi> etwas anderes;<lb n="15"/>δ) überhaupt die Erscheinung <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">fixen</hi> <hi rendition="#g">Luft</hi>, ist freylich leicht erklärt, daß<lb n="16"/>ätzendes Kali und so weiter sie aus der atmosphärischen Lufft einsauge, allein [es<lb n="17"/>ist] blosse Hypothese daß fixe Lufft schon dagewesen sey, da sie <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">andere</hi><lb n="18"/>REAGENTIEN für fixe Luft nicht darin entdeckt wird, und vorhin reine dephlo-</p>
<note xml:id="fn-57-1" type="ueber" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>analytisch</note>
<pb n="55" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=58" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>gistisirte und salpetersaure sie gaben; ε) ebenso wo ein Erfolg dem Begriff der<lb n="2"/>Zusammensetzung nicht gemäß ist <hi rendition="#g">Einsaugung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Feuchtigkeit</hi> aus <hi rendition="#g">der</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">Lufft</hi>, ist <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">einer</hi> <hi rendition="#g">feuchten</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi> wohl der Fall, aber eben so offt erscheint<lb n="4"/>Feuchtigkeit wo die Lufft schlechthin für trocken anerkannt wird; in der grösten<lb n="5"/>Erscheinung ist <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Erzeugung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Regens</hi>, wo die kurz vorher ganz<lb n="6"/>trockne Lufft also Stickstoff und Sauerstoff unmittelbar ihr Verhältniß ganz um<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>kehrt, und [zu] Gegensatz als solchem <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">Wasserstoff</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Sauerstoff</hi> wird.<lb n="8"/>( ζ) bey den berühmten Versuchen der Oxidation der Metalle, die als eine Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>bindung des Metalls mit Oxygen erwiesen werden soll, z. B. Mercurius mit Oxygen<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>gas, behandelt, oxidirt wird, und eben so durch Hitze desoxidirt wird, und Oxygen<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gas gibt; – (wobey doch manches in Ansehung der Rückstände zu bemerken<lb n="12"/>wäre) aber rothes Bleioxid<ref type="anker" target="#fn-58-1">¹</ref> z. B. gibt rein erhitzt, fixe Lufft, und Wasser d. h. es<lb n="13"/>wird hier die atmosphärische Lufft nicht zu Stickstoff, und Sauerstoffgas potenzirt,<lb n="14"/>sondern setzt den Gegensatz auf eine ganz andere Weise in demselben.)</p>
<p><lb n="15"/>β) <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">viel</hi> <hi rendition="#g">reinere</hi> <hi rendition="#g">Weise</hi> <hi rendition="#g">aber</hi> stellt sich dieser Übergang an den<lb n="16"/>chemischen Processen dar, worin eine <hi rendition="#g">vegetabilische</hi> oder <hi rendition="#g">animalische</hi> Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>stanz mit ins <hi rendition="#g">Spiel</hi> kommt, die das Princip der negativen Einheit <hi rendition="#g">wesentlich</hi><lb n="18"/>in sich hat; und dessen Indifferenz selbst der Differenz fähig, und in ihr unzerstört</p>
<note xml:id="fn-58-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Mennige Priestley I. S 187. Siehe Trommsdorff §. 2817</note>
<pb n="56" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=59" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>bleibt, und das als ein differentes gesetzte, in seiner Einheit vernichtet, und unter<lb n="2"/>seiner entgegengesetzten Bestimmtheit hervortreten läßt. Alle Anwendung der<lb n="3"/>Chemie auf thierische Funktionen<ref type="anker" target="#fn-59-1">¹</ref> gibt eine Menge <hi rendition="#g">Beispiele</hi> hievon. <hi rendition="#g">Ebenso</hi><lb n="4"/>der chemische <hi rendition="#g">Lebenslauff</hi> <hi rendition="#g">des</hi> todten; der Durchgang des todten animalischen<lb n="5"/>des vegetabilischen durch die verschiedenen Arten der Gährung, ist nichts anders<lb n="6"/>als diser Übergang <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">einer</hi> <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> andere. Z. B.<lb n="7"/>auf der Stuffe der Essiggährung angekommen, so zeigt reine Essigsaüre, nichts als<lb n="8"/>Kohlen- und Wasserstoff; ebendieselbe Substanz aber in die Faulende Gährung hin<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>übergetrieben, Ammoniak, Stickstoff; der Essig selbst, der das einemal nur Kohlen<lb n="10"/>und Wasserstoff darstellt, [verbindet sich] nicht nur mit Potasche oder Kali, das<lb n="11"/>selbst aus dem Vegetabilischen durch die Verbrennung des Holzes abstammt son<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>dern auch mit KALK, STICKSTOFF. Was das Kali Potasche als eine vegetabilische<lb n="13"/>Substanz betrifft, so ist es diese, aus welcher Winterl seine <hi rendition="#g">Andronia</hi> die zunächst<lb n="14"/>Stickstoff zu seyn scheint gewinnt, welche <hi rendition="#g">ebensowohl</hi> zum <hi rendition="#g">Substrat</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">fixen</hi><lb n="15"/>Lufft, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">salpetersauren</hi> <hi rendition="#g">beyträgt,</hi> und mit welcher sich wenn erst ihr<lb n="16"/>Gewinnen bestimmter <hi rendition="#g">bekannt</hi> <hi rendition="#g">ist,</hi> <hi rendition="#g">jene</hi> <hi rendition="#g">Umwandlung</hi> einfacher chemischer<lb n="17"/>Stoffe <hi rendition="#g">regelmässiger</hi> wird darstellen lassen. Der chemische Proceß der sich auf<lb n="18"/>den Proceß dieser Elemente bezieht, kann keinen andren Gegenstand haben, als</p>
<note xml:id="fn-59-1" type="ueber" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Athmen</note>
<pb n="57" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=60" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>die Darstellung des Verwandelns und des Überganges dieser Stoffe in einander,<lb n="2"/>so daß, um es bestimmter Auszudrücken die indifferente Bestimmtheit, der Stick<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>stoff, als übergehend in die indifferente Bestimmtheit wie sie im Gegensatze als<lb n="4"/>differente Indifferenz; als Wasserstoff, als Base erscheint, und der Sauerstoff als der<lb n="5"/>Gegensatz im Gegensatze, oder das unendliche ebensowohl für sich ist, als das<lb n="6"/>Princip das den Stickstoff zur differenten Base macht, oder als Princip der Kaustici<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>tät; so wie wieder der reine Kohlenstoff als nichts anders, denn als das getödtet<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>seyn des Sauerstoffes, oder der Differenz der Subsumtion unter den Stickstoff die<lb n="9"/>Synthese beyder wie im Wasserstoff, der Stickstoff, unter den Sauerstoff subsumirt<lb n="10"/>ist.</p>
<pb n="58" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=61" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>7.</head>
<head><lb n="2"/>δ) <hi rendition="#g">ENDLICH</hi> <hi rendition="#g">MUSS</hi> <hi rendition="#g">NOCH</hi> BEMERKT WERDEN …</head>
<p><lb n="3"/><ref type="anker" target="#fn-61-1">¹</ref>δ) <hi rendition="#g">endlich</hi> <hi rendition="#g">muß</hi> <hi rendition="#g">noch</hi> bemerkt werden, daß <hi rendition="#g">diese</hi> Elemente schlechthin<lb n="4"/>indem <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> <hi rendition="#g">sind</hi>, <hi rendition="#g">formale</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi>, formale einfache<lb n="5"/>sind, daß sie das Gegentheil des organischen Princips, das <hi rendition="#g">todte</hi> <hi rendition="#g">representiren</hi><lb n="6"/>nicht in sich unendliche absolut differente die in ihrer Differenz ebenso die absolute<lb n="7"/>Idealität und Einheit an ihnen selbst sind α) indem die Chemie nach diesen todten<lb n="8"/>Stoffen das organische erkennen will, so tödtet sie dasselbe vielmehr unmittelbar;<lb n="9"/>sie erkennt es als das Gegentheil vielmehr dessen was es ist, als ein zusammengesetztes<lb n="10"/>statt daß es ein absolut einfaches ist. Es ist unnütz hierüber weitlaüffig zu seyn, daß<lb n="11"/>indem die Chemie das organische aus diesen Elementen bestehen läßt, wobey sie<lb n="12"/>in noch so verschiedenen organischen Gebilden, gewöhnlich alle 4 Stoffe, Sauer-</p>
<note xml:id="fn-61-1" type="kopf" n="¹"><lb n="14"/>a)</note>
<pb n="59" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=62" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>stoff, Stickstoff Wasserstoff und Kohlenstoff darstellt, und sich um einen Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>schied auszusagen, auf die Verschiedenheit des Mischungsverhältnisses berufft, das<lb n="3"/>sie auch nicht kennt, und es würde nichts zur Sache thun, wenn sie dasselbe auch<lb n="4"/>kennen lernte, – so betrachtet sie es als ein todtes nicht als ein organisches; das<lb n="5"/>organische kan eben so gut auf die Potenz der Mechanick heruntergebracht werden,<lb n="6"/>und auch [auf] dieser betrachtet werden; aber ebenso wenig das Wesen derselben;<lb n="7"/>[sondern] eine untergeordnete Seite, ein Proceß gegen den das organische gekehrt<lb n="8"/>ist, den es vernichtet. Wenn es todt ist, bemächtigt sich erst der chemische Proceß<lb n="9"/>der Herrschafft über das organische, und diß beginnt auf diese Weise einen neuen<lb n="10"/>Lebenslauf, den Lebenslauf des Todes, den Weg des Chemismus. Aber in diesem<lb n="11"/>selbst behauptet es seinen eigenthümlichen absolut einfachen Charakter, und wie<lb n="12"/>das mineralische widersteht es der Darstellung und Auflösung in die chemischen<lb n="13"/>einfachen Elemente. Aschenkrug eines todten Freundes; β) <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Chemie</hi> indem<lb n="14"/><hi rendition="#g">sie</hi> das organische zusammengesetzt, <hi rendition="#g">besondre</hi> Mischung seyn läßt, so hebt sie<lb n="15"/>doch darinn den todten Begriff ihrer reinen Einfachheit auf, und <hi rendition="#g">deutet</hi> doch<lb n="16"/>wenigstens auf eine Einheit hin, die der Einfachheit entgegengesetzt ist. Aber diß<lb n="17"/>ist nicht einmal der Fall, diese Hindeutung treffen wir dann nicht an wenn Stick<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>stoff u.s.w. <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">absoluten</hi> <hi rendition="#g">Principien</hi> und <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">organischen</hi><lb n="19"/><hi rendition="#g">gemacht</hi> wird, und z. B. das vegetabilische als Herrschafft des Kohlenstoffs, das<lb n="20"/>animalische als Herrschafft <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Stickstoffs</hi> genommen wird, was, wie aus dem<lb n="21"/>vorhin angeführten erhellt, auch ganz empirisch genommen aus den Producten</p>
<pb n="60" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=63" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>keine Wahrheit hat; <hi rendition="#g">Andronia</hi> <hi rendition="#g">Stickstoff</hi><ref type="anker" target="#fn-63-1">¹</ref> ebenso im vegetabilischen als im<lb n="2"/>organischen, so hat diß einen ganz rohen Sinn; <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">ob</hi> <hi rendition="#g">solche</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> <hi rendition="#g">etwas</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">substantielles</hi> <hi rendition="#g">etwas</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">wären</hi>, sie werden in eine viel höhere Dignität<lb n="4"/>der Substantialität erhoben als die Chemie ihre Stoffe erhebt. Die Rohheit, mit<lb n="5"/>welcher die organische Natur <hi rendition="#g">darnach</hi> <hi rendition="#g">ausgetheilt</hi> <hi rendition="#g">wird</hi>, ist ebenso groß, <hi rendition="#g">als</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Rohheit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Vorstellung selbst; so das Wesen des vegetabilischen Kohlen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>stoffs, des animalischen Stickstoffs – der Grund, ist, weil <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">chemischen</hi><lb n="8"/>Analyse in <hi rendition="#g">jenem</hi> sich vorzüglich Kohlenstoff in disem Stickstoff zeige, was vors<lb n="9"/>erste empirisch gar nicht wahr ist, und dann beruht diese Vertheilung ganz auf der<lb n="10"/>gemeinsten chemischen Betrachtung des organischen, und es ist gar nicht zu be<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>greiffen, wie auf der andern Seite diese Ansicht des organischen sich doch als erhoben<lb n="12"/>über die gemeinste chemische oder jede andre rohe Ansicht des organischen erhoben<lb n="13"/>geltend machen will. – Alsdenn wenn so aus der gemeinsten chemischen Ansicht des<lb n="14"/>organischen im organischen selbst z. B. der Stickstoff zum <hi rendition="#g">Representanten</hi> <hi rendition="#g">des</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">Nervensystems</hi> gemacht worden ist, so wird <hi rendition="#g">gefolgert</hi>, daß in dem was man<lb n="16"/><hi rendition="#g">Nervenkrankheiten</hi> nennt, der Stickstoff zusehr im Organismus hervortrete,<lb n="17"/>diß Übel durch Zusatz <hi rendition="#g">von</hi> dem was für sein Gegentheil [gilt] <hi rendition="#g">Kohlenstoff</hi><lb n="18"/>verbessert werden müsse um den Stikstoff herunterzubringen; nun findet sich daß</p>
<note xml:id="fn-63-1" type="ueber" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Essig</note>
<pb n="61" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=64" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>in solchen Krankheiten gewisse Mittel helffen; hieraus folgt denn unmittelbar daß<lb n="2"/>dise also <hi rendition="#g">Kohlenstoff</hi> seyn; oder umgekehrt man nimmt von Mitteln aus der<lb n="3"/>Chemie an, daß sie kohlenstoffhaltig seyen, und sie helffen in einer Krankheit so<lb n="4"/>war diese also <hi rendition="#g">stikstoffhaltiger</hi> Natur; eine Schlußart, welche alles andre<lb n="5"/>Schliessen des reflectirenden Wissens, an Mangel der Philosophie übertrifft. Kurz<lb n="6"/>es ist dieselbe Ansicht nicht zu verkennen, die wo sie verdorbene Säffte annahm,<lb n="7"/>dieselbe abführte und bessere hineingoß, oder bey zuviel Säfften, etwa ebensogut<lb n="8"/>absorbirende Erden geben konnte; an die Stelle der verdorbenen Säffte ist zuviel<lb n="9"/>Stik oder Kohlenstoff, und an die Stelle des Abführens das Neutralisiren jenes Zu<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>viel getreten. Das ganze ist dasselbe; der Organismus und die Einwirkung auf [ihn]<lb n="11"/>wird, wenn schon von der Einwirkung gesagt wird, daß sie weder eine mechanische<lb n="12"/>noch eine chemische sondern eine organische dynamische eine Erregung sey, – der<lb n="13"/>Nahme thut nichts zur Sache, in Wahrheit wie der untergeordnetste chemische<lb n="14"/>Proceß genommen, nicht einmal [diß] sondern als ein ganz aüsserliches Ab und<lb n="15"/>Zugiessen, eines Zuviel und eines Zuwenig.</p>
<p><lb n="16"/>Die Sache <hi rendition="#g">verbessert</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> endlich um nichts, wenn gesagt wird,<ref type="anker" target="#fn-64-1">¹</ref> das organische<lb n="17"/>Nervensystem z. B. sey nicht eigentlicher Stickstoff das Muskelsystem nicht eigent-</p>
<note xml:id="fn-64-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Steffens   Kohlenpulver bei Hoff Feuerschlagen</note>
<pb n="62" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=65" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>licher Kohlenstoff, oder das vegetabilische nicht eigentlicher Kohlenstoff so das<lb n="2"/>animalische sondern vegetabilisches Muskelsystem oder auch die Kieselformen<lb n="3"/><hi rendition="#g">fallen</hi> nur nach der Kohlenstoffseite hin, – diese Stoffe seyen nur <hi rendition="#g">Represen<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">tanten</hi> dieser Systeme diese Systeme und Formen seyn <hi rendition="#g">potenzirter</hi> Stick und<lb n="5"/>Kohlenstoff – α) diß hinfallen [ist] eine ganz oberflächliche <hi rendition="#g">Gemeinschafftlich<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">keit</hi> einer ganz allgemeinen formalen Bestimmtheit; so [gibt es] unendliche<lb n="7"/>andere Gemeinschafftlichkeiten aus andern Potenzen;<ref type="anker" target="#fn-65-1">¹</ref> das Wesen ist die Idee der<lb n="8"/>Potenz selbst; ihr untergeordnet die Bestimmtheiten derselben; und nur diß ganz<lb n="9"/>allgemeine einer andern Potenz, liegt im potenzirten, Representantseyn; das wesent<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>liche Erkennen wird gerade umgangen; in einer andern Potenz verliert Kohlenstoff<lb n="11"/>Stickstoff u.s.w. alle Bedeutung; denn die andere Potenz hier die organische ist<lb n="12"/>eben diß Aufgehobenseyn jener Bestimmtheiten; die absolute existirende Form das<lb n="13"/>wesentliche ist eben das Nichtseyn jener Stoffe; es bleibt ihnen nichts als die all<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gemeine Bestimmtheit das Verhältniß des Gegensatzes das in allen Potenzen das<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>selbe ist; die Potenz selbst aber der Organismus und das existirende organische<lb n="16"/>wieder wie es sich in diesen Bestimmtheiten organisirt ist das nicht erkannte. Zu<lb n="17"/>ihrer <hi rendition="#g">Idealität</hi> oder einer höhern Substantialität in der die Materialität Stoffheit<lb n="18"/>dieser Stoffe ganz seine Bedeutung verliert; <hi rendition="#g">physische</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi></p>
<note xml:id="fn-65-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Magnetismus Electricität</note>
<pb n="63" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=66" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
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<div>
<head><lb n="1"/>II.</head>
<p><lb n="2"/><hi rendition="#g">Diese</hi> <hi rendition="#g">chemischen</hi> Elemente sind <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Abstractionen</hi>, ihr Wesen<lb n="3"/>ist <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi>; <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Idee</hi> <hi rendition="#g">ihres</hi> <hi rendition="#g">Processes</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">eines</hi> <hi rendition="#g">solchen</hi> EXISTIRT<lb n="4"/><hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi> <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>; ihr Proceß ist als das Aufheben<lb n="5"/>derselben betrachtet, aber diß ihr Aufheben ist ihr Wesen, <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">wahrhaffte</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">Substantialität</hi>; <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> eines <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi>, sondern<lb n="7"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">fünfte</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi> <hi rendition="#g">gegenübertretende</hi>; der <hi rendition="#g">Kohlenstoff</hi> ist zwar ihre <hi rendition="#g">ein<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="8" break="no"/><hi rendition="#g">fache</hi> <hi rendition="#g">synthetische</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> aber selbst, obzwar das indifferente reelle unter<lb n="9"/>ihnen, als Kohlenstoff als die Einheit ihrer Potenz die <hi rendition="#g">Abstraction</hi> <hi rendition="#g">ihres</hi> <hi rendition="#g">Auf<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">gehobenseyns</hi>; <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi>, <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi> <hi rendition="#g">liegende</hi> <hi rendition="#g">todte</hi> <hi rendition="#g">Pro<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">duct</hi>. Diese ihre <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi> aber, in welcher sie ihre differente Bezie<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>hung ausdrücken, sie sich vernichten, <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">hiemit</hi> <hi rendition="#g">das</hi> ihnen <hi rendition="#g">zugleich</hi> <hi rendition="#g">gegen<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">übertretende</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> zugleich in ihnen seyende; ein Vernichten das zugleich ihr<lb n="14"/>Bestehen ist; dieser ihr <hi rendition="#g">existirender</hi> absoluter Begriff oder ihre Unendlichkeit<lb n="15"/>ist das <hi rendition="#g">Feuer</hi>; das Licht das schlechthin positiv sich im Tone verunendlichend aus<lb n="16"/>dieser einfachen Verunendlichung [zurückkehrend] als Electricität die Erscheinung<lb n="17"/>seiner Spannung in differente specifische Schweren, darstellte, und nun aus den-</p>
<pb n="64" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=67" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>selben durch Vernichtung seiner Differenz sich in seine Einheit zurücknimmt; und<lb n="2"/>als der Geist der chemischen Natur sich darstellt; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">wahre</hi> <hi rendition="#g">chemische</hi> <hi rendition="#g">Sub<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">stanz</hi> der chemischen Einfachheiten, in welchem sie ihre formale Indifferenz ihr<lb n="4"/>Bestehen verlieren, und gesetzt sind als das was sie sind, als IDEELLE als Accidenzen<lb n="5"/>als aufgehoben oder es ist ihr Proceß. Das Feuer ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> derselben als das<lb n="6"/>was sie sind, und WIE es ist, als diese Totalität dieser chemischen Elemente oder in<lb n="7"/>welchem Verhältnisse sie an ihm sind, erhellt aus der Bestimmtheit ihrer Natur.<lb n="8"/>A. Die <hi rendition="#g">beyden</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> den <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> ausmachen sind der Sauer<lb n="9"/>und Wasserstoff, sind die unmittelbar <hi rendition="#g">differenten</hi> des Feuers, da es die negative<lb n="10"/>Einheit ist, so erscheinen die negativen als <hi rendition="#g">die</hi> Momente, welche Momente des<lb n="11"/>Gegensatzes sind, und seine Existenz [ist] diß ihr sich in einander aufheben und<lb n="12"/>erzeugen; der Wasserstoff als wieder das indifferente des Gegensatzes <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">seine</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">Base</hi>, sein Phlogiston, sein brennendes, sein auf sich bezogenseyn; der Sauerstoff,<lb n="14"/>seine Differenz nach aussen, sein Bezogenseyn auf ein anderes; die Gestalt seiner<lb n="15"/>Thätigkeit. Das Feuer ist <hi rendition="#g">nicht</hi> ihre Einheit in der sie INDIFFERENT gegen ein<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>ander sind, das eine als auf sich selbst bezogenes das andre als das Bezogenseyn<lb n="17"/>nach aussen; sondern <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">qualitative</hi>. Ihre Beziehung ist nicht [als] verschiedene<lb n="18"/>Seiten eines und eben desselben gesetzt, indem sie gleichgültig in einander, als</p>
<pb n="65" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=68" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>einem ruhigen Allgemeinen wären, sondern sie ist – eine entgegengesetzte; in dieser<lb n="2"/>sind sie verschieden <hi rendition="#g">zugleich</hi> aufeinander [bezogen], und das Feuer DISS SEYN<lb n="3"/>ihres gegenseitigen Vernichtens, ihr Vergehen gegen einander als absolut ent<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gegengesetzter also eben so in ihrem Entgegengesetztseyn sich erzeugender ist ihre<lb n="5"/>negative Substantialität B <hi rendition="#g">Diß</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">differente</hi> Seyn des Feuers aber [ist]<lb n="6"/>ebenso ein indifferentsetzen dieser seiner Seiten. <hi rendition="#g">Ausser</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi><lb n="7"/>gegen einander haben sie auch die Seite <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> des Bestehens; die<lb n="8"/>Seite seiner BASE, des Wasserstoffes als Indifferenz darstellend, wird es zum<lb n="9"/><hi rendition="#g">Stickstoffe</hi> die Seite seiner Differenz, selbst <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">indifferente</hi>, zum Kohlen<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>stoffe, denn der Kohlenstoff ist das indifferente Element der Differenz als ABSTRAC<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>TION der Kohäsion d. h. in der ganz indifferenten Form darstellend, oder der die<lb n="12"/>Saürung unter <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">subsumirende</hi> <hi rendition="#g">Stickstoff</hi>, wie er als solcher sich ihr<lb n="13"/>absolut entgegenstellt; im Feuer aber unter sie subsumirt ist.</p>
<p><lb n="14"/>Das Feuer ist die absolute Einheit dieser Momente ohne ein Verhältniß der<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>selben gegen einander, oder es zu denselben; es ist in dieser <hi rendition="#g">Idee</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Feuers</hi><lb n="16"/>nicht bey diesen Momenten an ein Verhältniß des PRODUCTS zu denken, als ob<lb n="17"/>Kohlen und Stickstoff vom Feuer – vor ihnen – producirt würden; oder umgekehrt<lb n="18"/>es von ihnen, indem der Kohlenstoff different gegen den Stickstoff würde; als so<lb n="19"/><hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> Stickstoff selbst, und insofern [es] itzt sich different verhält,<lb n="20"/>Wasserstoff Base, und seine subsumirte Differenz zum Sauerstoffe. – <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">Ganze</hi></p>
<pb n="66" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=69" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">ist</hi> EINE <hi rendition="#g">Totalität</hi> deren jedes einzelne Moment in dieser Totalität unmittelbar<lb n="2"/>gesetzt ist, und in diesem Einsseyn alles <hi rendition="#g">Verhältniß</hi> für sich seyender, <hi rendition="#g">Ursachen</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Producte</hi> ausschließt. Dieser Gang von Auflösung des Feuers in Kohlen<lb n="4"/>und Stickstoff oder umgekehrt des differenten zu einem dieser zum Wasser und<lb n="5"/>Sauerstoff des Feuers ist nur eine Ansicht, die indem sie so die Momente nach ihrem<lb n="6"/>Verhältnisse unterscheidet, sie als alle sich bedingend, d. h. in einer Totalität seyend,<lb n="7"/>erkennt. Diese negative Totalität der ideellen Elemente das Feuer ist als ihre negative<lb n="8"/>Einheit unmittelbar ihr Verschwinden in ihrem Seyn, und ihr Seyn in ihrem Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>schwinden, oder ihr <hi rendition="#g">Proceß</hi> aber auch nur die <hi rendition="#g">Idee</hi> <hi rendition="#g">desselben</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="10"/>reale chemische <hi rendition="#g">Proceß</hi> selbst; das Feuer ist an sich die Idee desselben; aber das<lb n="11"/>reale Feuer unterscheidet <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">noch</hi> nicht <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> selbst als einem thätigen<lb n="12"/>von sich selbst als einem passiven; es setzt sich keines dieser Momente gegenüber,<lb n="13"/>denn es kan nur sich selbst als Totalität sich gegenüber setzen; der reale chemische<lb n="14"/>Proceß ist, daß der Proceß selbst seinen Proceß durchlaüfft, und jedes Moment<lb n="15"/>desselben, nicht die Abstraction eines Moments sondern die Totalität derselben<lb n="16"/>selbst ist. Das Feuer als diese Idee des Processes ist ebendarum gleichgültig dagegen,<lb n="17"/>unter welcher seiner entgegengesetzten Bestimmungen es im realen Processe gesetzt<lb n="18"/>[ist]; seine Differenz drükt sich als Sauerstoff und Wasserstoff aus negativ und</p>
<pb n="67" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=70" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>positiv; es kann im realen Processe als negatives das positiv gesetzte oder das negative<lb n="2"/>erscheinen, als die Seite seiner Basicität herauskehrend, als desoxidirend oder re<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>ducirend oder als die Seite seiner Differenz, als oxidirend, erscheinen; es ist die<lb n="4"/>Einheit von beydem; und im bestimmten empirischen Processe kann entweder das<lb n="5"/>eine oder das andere und zwar wieder in unendlichen Modificationen geschehen;<lb n="6"/>je nachdem das Brennende, oder das reale Feuer selbst mehr die eine Seite der<lb n="7"/>Totalität ausdrückt; hier ist jede dieser ideellen Potenzen auf gleiche Weise gesetzt.<ref type="anker" target="#fn-70-1">¹</ref></p>
<p><lb n="8"/>B. Als <hi rendition="#g">dise</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Idee</hi> <hi rendition="#g">des</hi> chemischen Processes ist [das Feuer] selbst <hi rendition="#g">die</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">erste</hi> <hi rendition="#g">Potenz</hi> <hi rendition="#g">desselben</hi>; der Proceß als dieses negative Wesen des Feuers, muß<lb n="10"/>sich <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Realität</hi> setzen, oder das Feuer als absolut thätiges – Stikstoff und Kohlen<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>stoff sind selbst in seine Differenz eingeschlossen, nicht seine Producte – muß sich<lb n="12"/>selbst in der <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Passivität</hi> gegenüberstehen, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">positive</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi>,<lb n="13"/>wie es die absolut negative Substanz [ist]. Dieses daß das Feuer nur <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Idee</hi> des<lb n="14"/><hi rendition="#g">Processes</hi> ist, <hi rendition="#g">erscheint</hi> nothwendig, als nicht unendlich nicht sein <hi rendition="#g">Kraislauff</hi><lb n="15"/>so, daß es zu einer andern Substanz hinzutritt, so wie es um zu seyn, derselben<lb n="16"/>nöthig hat, und in seinem Entstehen selbst als Product als erzeugtes erscheint. Aber<lb n="17"/>diese <hi rendition="#g">Zufälligkeit</hi> seines Entstehens, Seyns, und Erlöschens ist es, was in der<lb n="18"/>Totalität des Processes wegfällt; im <hi rendition="#g">Kraise</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Totalität</hi>, des in sich zurück-</p>
<note xml:id="fn-70-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Alles als Allgemeines Mittelbegriff und Einzelnes.</note>
<pb n="68" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=71" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gehenden Processes muß es eben so absolut immer entstanden <hi rendition="#g">seyn</hi>, als <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">immer</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">ist</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> immer vergeht; und es entsteht uns <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi> als DIE MOMENTE<lb n="3"/>des absoluten Processes; oder die Momente deren jedes selbst der ganze Proceß ist.</p>
<p><lb n="4"/>Das <hi rendition="#g">thätige</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi> sich als indifferent passiv, gegenüberstellend <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">zu</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Realität</hi>, es wird zu dem sich auf sich selbst beziehenden, in seinen beyden<lb n="6"/>Gliedern <hi rendition="#g">indifferent</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">einanderseyenden</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi>, einer Verdopplung<lb n="7"/>desselben, in welcher es sich in die Passivität verliert.</p>
<p><lb n="8"/><hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Eine</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Reduction</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Feuers</hi>, <hi rendition="#g">oder</hi> seines Erlöschens,<lb n="9"/>ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">in</hi> eins seyn, das indifferente in einander <hi rendition="#g">aufgenommenseyn</hi><lb n="10"/>der Momente der Totalität des Feuers; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Wasser</hi>, das an sich flüssige, als das<lb n="11"/>aufgehobenseyn der Differenz, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">mögliche</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi> gesetzt<lb n="12"/>zu werden, in dem aber die Entgegensetzung der Differenz des Feuers nicht ist,<lb n="13"/>dasselbe subsumirt unter die allgemeine quantitative positive Einheit. <hi rendition="#g">Indem</hi> <hi rendition="#g">es</hi><lb n="14"/>so das absolut decomponibel ist, das durch jeden Reitz in die Differenz übergeht,<lb n="15"/>so ist diese <hi rendition="#g">Erscheinung</hi> der Differenz an ihm sein <hi rendition="#g">hervortreten</hi>, in die che<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>mischen MOMENTE des ideellen Gegensatzes; er erscheint unmittelbar nicht als die<lb n="17"/>Indifferenz der chemischen Momente der Totalität sondern als der Momente des<lb n="18"/>Gegensatzes derselben, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Sauer</hi> <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">Wasserstoff</hi>; gleichgültig in der Form<lb n="19"/>des einen oder des andern aufgelöst, d. h. aus seiner Indifferenz gerissen zu werden.</p>
<pb n="69" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=72" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Es ist als diese Möglichkeit derselben nicht aus ihnen zusammengesetzt, denn diese<lb n="2"/>Momente sind hier <hi rendition="#g">keine</hi> <hi rendition="#g">wirkliche</hi> mehr, d. h. sie sind nicht unverändert im<lb n="3"/>Wasser, sondern ihr Einsseyn in ihm ist ihr aufgehobenseyn als das was sie als<lb n="4"/>getrennte sind; und das Wasser ist die Indifferenz die Möglichkeit beyder. Es geht<lb n="5"/>hieraus die Entscheidung hervor, daß das Wasser nicht zerlegt wird, indem es als<lb n="6"/>Wasser und Sauerstoff dargestellt wird. <hi rendition="#g">Insofern</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Eine</hi> <hi rendition="#g">hervortritt</hi> <hi rendition="#g">in</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">einem</hi> <hi rendition="#g">Processe</hi> <hi rendition="#g">muß</hi> <hi rendition="#g">es</hi> auch <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">andere</hi> <hi rendition="#g">Seite,</hi> aber diese Verwirklichung<lb n="8"/>seiner Möglichkeit heißt es erst als <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">zwey</hi> entgegengesetzten <hi rendition="#g">Wirklich<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">keiten</hi> setzen, die als Wirklichkeiten nicht in ihm waren; so daß dieselbe Quan<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>tität Wassers als die blosse Möglichkeit beyder, ebensogut das eine als andere werden<lb n="11"/>kann; und indem dise beyden Wirklichkeiten hervortreten, so treten sie an 2 Quantis<lb n="12"/>Wasser hervor; die aber ebendarum weil das Wasser in Quanta von verschiedener<lb n="13"/>Spannung getheilt wird, nicht mehr Wasser sind; es ist nur Wasser als diese In<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>differenz der beyden ideellen chemischen Momente; so wie diese Indifferenz in</p>
<pb n="70" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=73" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ihm aufgehoben wird, so wird es insofern eine Theilung in dasselbe gesezt wird,<lb n="2"/>zur allgemeinen flüssigen Materie und diese wird in verschiedener Spannung dar<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gestellt. Man kann eigentlich nicht sagen, Wasser unter der Form der Basicität<lb n="4"/>gesetzt, ist Wasserstoff, unter der Form der Acidität ist Sauerstoff; denn mit diesen<lb n="5"/>Differenzen hört es auf Wasser zu seyn; es ist nur die allgemeine sich selbstgleiche<lb n="6"/>Quantität des unbestimmt flüssigen, und die Theilung dieser Flüssigkeit ist nicht<lb n="7"/>eine Zerlegung, sondern das an ihr hervortretende als specifische Schwere ideelle,<lb n="8"/>verschiedene. Die Frage kann so gestellt werden: ist das Wasser wesentlich eine<lb n="9"/>Menge von absolut selbstständigen <hi rendition="#g">Atomen</hi>, Punkten der Reflexion; denn so<lb n="10"/>wird es in der Zerlegung betrachtet, indem es nicht als ein sichselbstgleiches Quan<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>tum nur in mehrere Quanta vertheilt werden soll, sondern bestimmt als bestimmter<lb n="12"/>Begriff, in der Realität als Atom, oder in seinen ideellen Factoren; es ist aber nicht<lb n="13"/>als sein Begriff in der Realität nicht als Punkt der Reflexion gesetzt; es soll nicht sein<lb n="14"/>Begriff getheilt werden; dieser wird freylich in Sauerstoff und Wasserstoff <hi rendition="#g">zer<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">legt</hi>; analytisch [ist] seine Theilung eine rein qualitative ideelle – sondern die<lb n="16"/>Realität des Wassers [ist] dasselbe als sich selbstgleiches Quantum; als Materie; der<lb n="17"/>Punkt das Atom soll sich in flüssige Quanta auflösen; aber so ist er selbst schon<lb n="18"/>wesentlich diese Flüssigkeit. Dieser Übergang ins entgegengesetzte, aus dem Punkt<lb n="19"/>in die Flüssigkeit aus der Bestimmtheit des Begriffs in die Realität ist der absolut<lb n="20"/>leere, unzulässige Übergang; der Übergang in das Gegentheil ist nur der Übergang<lb n="21"/>einer Bestimmtheit in ihre entgegengesetzte die aber beyde, wesentlich in dem<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>selben Elemente, oder dasselbe Element sind; <hi rendition="#g">Wasserstoff</hi> in <hi rendition="#g">Stikstoff</hi>, eine<lb n="23"/>Bestimmtheit in die entgegengesetzte in der absoluten Flüssigkeit; es ist rein das<lb n="24"/>qualitative ideelle das sich aufhebt, die beyde in demselben Allgemeinen sind.</p>
<pb n="71" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=74" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Wasser aber und Luftform sind eben nur darin dasselbe, daß sie die allgemeine<lb n="2"/>Flüssigkeit sind. Wird Wasser als diß Flüssige überhaupt begriffen; in dem die<lb n="3"/>differenten Sauer und Wasserstoff in der Form der Indifferenz aufgehoben als<lb n="4"/>wirkliche Sauer und Wasserstoff aber in der Form der Differenz der in verschiedene<lb n="5"/>specifische Schweren gesetzten Flüssigkeit sind, so ist der Gegensatz wieder ein<lb n="6"/>ideeller das Wasser selbst nur eine Bestimmtheit, und der Übergang nicht ein Zer<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>legen dieser Bestimmtheit sondern ein Aufheben derselben in ihrer entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gesetzten. Es ist nicht die Realität die sich theilt, sondern der Ton der Flüssigkeit<lb n="9"/>überhaupt, oder rein das ideelle, das unendliche derselben, das sich einmal als In<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>differenz Wasser, und dann als differentes der verschieden specifisch schweren<lb n="11"/>Flüssigkeit setzt.</p>
<p><lb n="12"/>Es ist noch zu erinnern: Die <hi rendition="#g">Potenzen</hi> des <hi rendition="#g">Wassers</hi> <hi rendition="#g">erscheinen</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">als</hi><lb n="13"/>Stik und Kohlenstoff, weil sie eben unmittelbar aus dem Einsseyn herkommen,<lb n="14"/>und different gegeneinander [sind], als sich beziehend auf einander, als Base und<lb n="15"/>als Saürung, Wasser und Sauerstoff.</p>
<p><lb n="16"/>Feuer und Wasser sind ihrem Wesen nach eins, aber das eine das absolut thätige<lb n="17"/>die absolute Differenz an sich selbst, als sich unendlich vernichtend setzend, das<lb n="18"/>Wasser als absolute Indifferenz blosse Möglichkeit der Differenz; die Mitte zwischen<lb n="19"/>beyden ist die 0 der Unendlichkeit. Die <hi rendition="#g">erscheinende</hi> Mitte, d. h. die ihnen<lb n="20"/>entgegengesetzte für sich itzt noch eben so indifferent gesetzte, als der Proceß als<lb n="21"/>Moment die leere Mitte beyder ist ihre Gemeinschafftlichkeit, insofern sie in ihre<lb n="22"/>Elemente als Flüssigkeiten von verschiedener specifischer Schwere sich auflösen, <hi rendition="#g">ein</hi></p>
<pb n="72" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=75" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">indifferentes</hi> <hi rendition="#g">kraftloses</hi> das leere Aufnehmen ihrer Auflösungen oder die reine<lb n="2"/>Flüssigkeit selbst. Diß zunächst unthätige allgemeine<seg type="leerraum"> </seg><ref type="anker" target="#fn-75-1">¹</ref>, die Form der Indifferenz<lb n="3"/>ist das Element der <hi rendition="#g">Lufft</hi> überhaupt; sie hat hier zunächst keine andere als <hi rendition="#g">diese</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">passive</hi> <hi rendition="#g">Bedeutung,</hi> und ist der <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Gegensatze</hi> des Feuers und<lb n="5"/>des Wassers; oder als der thätigen Einheit entgegengesetzt ist sie selbst passiv wie<lb n="6"/>das Wasser, aber diß unter der dem Wasser entgegengesetzten Form, wie diß die<lb n="7"/>absolute Möglichkeit der Differenz; aber die <hi rendition="#g">entgegengesetzte</hi> <hi rendition="#g">Möglichkeit;</hi><lb n="8"/>das Wasser ist das <hi rendition="#g">indifferente</hi> <hi rendition="#g">Aufgehobenseyn</hi> derselben, diß die indif<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>ferente <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> <hi rendition="#g">derselben,</hi> die Form der Freyheit der Elemente, oder<lb n="10"/><hi rendition="#g">Idealität</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Feuers</hi> <hi rendition="#g">und</hi> Wassers.<ref type="anker" target="#fn-75-2">²</ref><choice><orig> Weil die Lufft die Form der absoluten</orig><reg/></choice></p>
<p>Weil die Lufft die Form der absoluten <lb n="11"/>Flüssigkeit ist, so erscheint sie als rein und ruhig für sich selbst vorzüglich in der<lb n="12"/>Bestimmtheit der unbestimmten indifferenten Flüssigkeit des Stickstoffs, aber mit<lb n="13"/>Beziehung derselben auf die Differenz, als Subsumtion des Sauerstoffs unter den<lb n="14"/>Stickstoff; denn der Wasserstoff ist <hi rendition="#g">wesentlich</hi> <hi rendition="#g">Base,</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Unbestimmtheit</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">different;</hi> die Base in die Lufft erhoben verliert sie diese Beziehung nach</p>
<note xml:id="fn-75-1" type="kopf" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹</seg><lb n="17" break="no"/>b)</note>
<note xml:id="fn-75-2" type="rand" n="²"><lb n="18"/><seg type="marke">²</seg><lb n="19" break="no"/>deßwegen Stick und Kohlenstoff in ihr</note>
<pb n="73" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=76" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>aussen, und ist unter der Form des indifferenten Stickstoffs, der aber da die Lufft<lb n="2"/>die Mitte, oder der Gegensatz im Gegensatze ist, selbst nicht die Abstraction des<lb n="3"/>Stickstoffes, sondern die <hi rendition="#g">abstracte</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi>, den Sauerstoff, in sich subsumirt,<lb n="4"/>und wesentlich Totalität ist; als dieser den Sauerstoff subsumirende Stickstoff er<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>scheint sie zunächst; insofern wir den Proceß hier selbst unter seine Momente sub<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>sumirt betrachten; und in dieser Bestimmtheit aber jedes für sich seyend; in der<lb n="7"/>Realität diser Form betrachten [wir die] Lufft eben so als den erzeugenden Proceß;<lb n="8"/>im Processe selbst erscheint sie als Sauerstoff thätig.</p>
<p><lb n="9"/>Die Idee des Processes als Feuer, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> den Gegen<pc force="weak">-</pc><lb xml:id="GW06-s76-z10" n="10" break="no"/>satz der chemischen Elemente in sich aufhebend, hebt sich selbst [auf]; das <hi rendition="#g">Wasser</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Proceß,</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Reduction</hi> desselben; das Feuer ist bedingt durch<lb n="12"/>das Seyn, die quantitative Einheit des Wassers, denn es ist für sich nicht das Seyn;<lb n="13"/>das Wasser als die absolute Möglichkeit sich aufzuheben, und differentiiren; diß<lb n="14"/>aufgehobene als Wirklichkeit, dieses Seyn differenter Flüssigkeiten als Lufft; die<lb n="15"/>formale Indifferenz <hi rendition="#g">die</hi> blosse <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi> ersten <hi rendition="#g">Potenz</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">freyen</hi> <hi rendition="#g">abstracten</hi><lb n="16"/><hi rendition="#g">Flüssigkeiten;</hi> aber indem sie ihr abstractes allgemeines oder gemeinschafftliches<lb n="17"/>ist, ist diß nicht mehr, selbst <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">vielfaches</hi> Quantum, <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Vielheit</hi> <hi rendition="#g">solcher</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">formalen</hi> <hi rendition="#g">Indifferenten</hi> also nur an die differenten Bestimmtheiten gebunden.<lb n="19"/>Aber die Lufft ist <hi rendition="#g">wesentlich</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">einfache,</hi> ungetheilte, und untheil-</p>
<note xml:id="fn-76-1" type="rand" place="margin" n="" target="#GW06-s76-z10">Verhältniß <hi rendition="#g">also</hi> dieser <hi rendition="#g">Elemente</hi> dieses</note>
<pb n="74" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=77" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>bare Quantität, blosse Form nur für die Abstraction aber als <hi rendition="#g">Lufft</hi>, <hi rendition="#g">physisches</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">Element</hi>, sie <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">eins</hi> <hi rendition="#g">setzende</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi>; das Feuer das Aufheben der<lb n="3"/>chemischen Elemente Wasser das flüssige Aufgehobenseyn; die Lufft das <hi rendition="#g">Auf<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">heben</hi> in der <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Aufgehobenseyns</hi>; tritt sie als <hi rendition="#g">Aufheben</hi> hervor,<lb n="5"/>so ist sie Feuer, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Aufgehobenseyn</hi> Wasser. Doch [sie] ist nicht das GLEICHE<lb n="6"/>Einsseyn des Aufhebens und Aufgehobenseyns, sondern diese Einheit unter der<lb n="7"/>Bestimmtheit des letztern; die Einheit welche sie bindet, wie das Wasser, aber so,<lb n="8"/>daß sie nicht <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> derselben, als unterschiedener<lb n="9"/>ist, sondern ihre Möglichkeit als der ideell in <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">gesetzten</hi>, als die ALLGEMEINE<lb n="10"/><hi rendition="#g">Substantialität</hi> <hi rendition="#g">derselben</hi>, <hi rendition="#g">sie</hi> umschliessend; wie der <hi rendition="#g">Gedanke</hi> derselben,<lb n="11"/>indem sie unterschieden, und doch nicht wirkliche, sondern als aufgehoben<lb n="12"/>gesetzte, ideelle sind. Wir können sagen, daß so wie das Feuer <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="13"/>chemischen Elemente, so die Lufft das indifferente <hi rendition="#g">Vorstellen</hi> derselben, das<lb n="14"/>Wasser aber das Empfinden das ungeschiedene Einsseyn derselben ist; was im<lb n="15"/>Wasser UNunterschieden ist, wird gleichsam im Raume der Lufft <hi rendition="#g">indifferent</hi>,<lb n="16"/>ideell <hi rendition="#g">unterschieden</hi>, nicht <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Nebeneinander</hi> der <hi rendition="#g">Farben</hi> z. B., so<lb n="17"/>wie derselbe Körper als <hi rendition="#g">farbig</hi>, als <hi rendition="#g">durchsichtig</hi>, hart, <hi rendition="#g">gestaltet</hi> u.s.f. ist,<lb n="18"/><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">eben</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">ruhigen</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi> sind die chemischen Elemente IN DER<lb n="19"/>LUFFT in einander; sie werden besondere Materien Stoffe, erst in ihrer Abstraction<lb n="20"/>und dann die Lufft zu ihrer Form.</p>
<p><lb n="21"/>Diese Elemente des Feuers Lufft und des Wassers sind wahre PHYSISCHE</p>
<pb n="75" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=78" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>ELEMENTE; sie sind, selbst jedes der ganze Proceß aber als diese Elemente sind sie<lb n="2"/>nur DER PROCESS <hi rendition="#g">unter</hi> SEINE MOMENTE indifferent gesetzt, und nicht in<lb n="3"/>negativer Einheit oder diese Processe nicht selbst im Processe gegeneinander be<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>griffen, und nicht die Identität dieser drey Processe selbst. Diese Einheit derselben,<lb n="5"/>ist da sie zusammen das Auseinanderfallen der Formen des Processes sind, a) selbst<lb n="6"/>ebenso wohl IHRE ABSOLUTE NEGATIVE EINHEIT in der sie als unterschiedene<lb n="7"/><hi rendition="#g">sind</hi>, und sich <hi rendition="#g">aufheben</hi>, und erzeugen, ihr Proceß, als auch die <hi rendition="#g">indifferente</hi>,<lb n="8"/>dieselben in sich vollkommen [in] eins <hi rendition="#g">setzende</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>; sie zusammen sind<lb n="9"/>für reale Einheit selbst, diselbe sowohl als Allgemeinheit positive Einheit als als<lb n="10"/>negative Einheit Idealität, die ideellen Momente, so wie die Einheit selbst, die im<lb n="11"/>Processe für sich ihrem Gegensatze entgegengesetzt wäre, selbst nur ein Element<lb n="12"/>ist. Diese Einheit ist ihr viertes, das absolute Individuum die <hi rendition="#g">Erde</hi>, die ebensowohl<lb n="13"/>ein für sich seyendes Element gegen sie; als ihr absoluter Proceß, als ihre absolute<lb n="14"/>Allgemeinheit gegeneinander in der sie ungetrennt als eins gesetzt sind.</p>
<p><lb n="15"/>Die Erde als diese Einheit der physischen Elemente ist nun auf gleiche Weise ihr<lb n="16"/><hi rendition="#g">Subsumirtseyn</hi> <hi rendition="#g">unter</hi> <hi rendition="#g">die</hi> ALLGEMEINE <hi rendition="#g">Einheit</hi>, als ihre negative <hi rendition="#g">Einheit</hi>,<lb n="17"/>das worin sie bestehen und sich aufheben.</p>
<pb n="76" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=79" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>I. Das Einsseyn der physischen Elemente in der Erde macht die Erde zu ihrer<lb n="2"/>wahren <hi rendition="#g">Substanz</hi>, und Materie derselben, sie an der nur der Wechsel der Acciden<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>zen <hi rendition="#g">zur</hi> organischen <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> oder allgemeinen Wesen in der sie wie im<lb n="4"/>Äther selbst erst ihre Realität haben, eins ist. Die Einheit als das Wesen der Erde,<lb n="5"/>ist die Einheit indem die Elemente in ihr sich <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> selbst reflectiren, sie in das<lb n="6"/>allgemeine Medium, Element; sie so in sich zurükgehen; und in dieser Reflexion<lb n="7"/>als ihrer eigenen Unendlichkeit zugleich absolut unendlich werden, d. h. zugleich<lb n="8"/>in ein anderes übergehen, oder wie das absolute Wesen ihres [Processes] die Erde<lb n="9"/>ihr durchsichtiges Medium ist so ist sie auch absolute Unendlichkeit als Proceß,<lb n="10"/>dem sie als FORMALER ALLGEMEINHEIT in jedem Medium als <hi rendition="#g">unorganische</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">Natur</hi> gegenüber stehen und [sich] zugleich aufheben. Die Erde ist hiemit die<lb n="12"/>sich aus ihrer <hi rendition="#g">Auflösung</hi> in <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">physischen</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> resumirende <hi rendition="#g">Gestalt</hi>,<lb n="13"/>das absolute realisiren der Gestalt, die sich Totalität wird, sich als realisirend, die<lb n="14"/>Gegensätze der Cohäsion als absoluten Proceß der Totalität in sich setzend und<lb n="15"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> besondernd; a) sie selbst als Flüssigkeit ihr Element, die formale</p>
<pb n="77" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=80" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Allgemeinheit derselben, in der die Elemente für sich sind und [sich] in ihrem für sich<lb n="2"/>seyn realisiren, in sich selbst als Totalität zurükgehen; b ihr Proceß auf die ideelle<lb n="3"/>Weise, daß die Differenzen ihre ideellen Momente <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">physischen</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi><lb n="4"/>sind, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> im Processe mit ihnen, ihre absolute ihnen gegenüberstehende Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>heit ist, aufgelöst in die verschiedenen Formen des Processes; ihre ihr gegenüber<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>stehende unorganische Natur, sie selbst das 4te Element, erregt von ihr, sie aufhebend,<lb n="7"/>in ihrer Indifferenz und eben so sie differentiirend; in ihrem für sich seyn sie absolut<lb n="8"/>in einander <hi rendition="#g">vermengend</hi>, so daß alle ihre Unterschiede verschwinden, und sie<lb n="9"/>ihre <hi rendition="#g">Vermengung</hi> ist, welche sie als Cohäsion differentiirt, aber so daß jedes der<lb n="10"/>differenten diese ganze Vermengung, <hi rendition="#g">vollkommene</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi> <hi rendition="#g">ist;</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">System</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Erden</hi> <hi rendition="#g">als</hi> solcher, der Ton die Spannung nicht eine Flüssigkeit, ein all<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gemeines von verschiedener specifischer Schwere, ist, sondern Erde von verschiedener<lb n="13"/>specifischer Schwere; jedes kohärent ins unendliche jedes ein individuelles organisches.<lb n="14"/>Durch diese absolut Indifferentes Verhältniß <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Elementen</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi></p>
<p><lb n="16"/>Ehe wir diß Individuum selbst betrachten, die Allgemeinheit seiner Indifferenz<lb n="17"/>und Einheit<ref type="anker" target="#fn-80-1">¹</ref> wendet sich die Betrachtung zuerst [der] Bestimmung der Elemente<lb n="18"/>selbst [zu]</p>
<note xml:id="fn-80-1" type="zwischen" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Potenz</note>
<pb n="78" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=81" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>A) DIE ERDE ALS DAS ALLGEMEINE ELEMENT, ODER DAS SEYN<lb n="2"/>DIE SUBSTANTIALITÄT DER ELEMENTE</head>
<p><lb n="3"/>a) <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">physischen</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi>, bisher als Processe als <hi rendition="#g">Identitäten</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">chemischen</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> begriffen, oder selbst als Flüssige das indifferente differen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>tiirend, sind in der Allgemeinheit der Erde gesetzt,<ref type="anker" target="#fn-81-1">¹</ref> selbst <hi rendition="#g">indifferente</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi><lb n="6"/>nicht die negative Einheit verschiedener differenter Flüssigkeiten; oder nach der<lb n="7"/>Einheit ihrer ideellen Momente betrachtet, <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> individuelle oder<lb n="8"/>positive Einheit ein gleich verbreiteter Ton, und IN DIESER quantitativen Einheit<lb n="9"/>sich different als cohärent setzend; d. h. als die selbstgleiche Einheit in welcher die<lb n="10"/><hi rendition="#g">Idealität</hi> <hi rendition="#g">der</hi> chemischen Elemente das Wesen, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> ist, sich<lb n="11"/>so in sich trennend, daß diese Trennung eine Spannung <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">sichselbstgleichen</hi><lb n="12"/>Einheit ist. Jene erste Einheit ist ihr <hi rendition="#g">ideelles</hi> <hi rendition="#g">Entstehen</hi>, <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Realität</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">einer</hi> <hi rendition="#g">vorherigen</hi> <hi rendition="#g">Potenz</hi>, das Aufheben der in ihr gesetzten Momente; worin<lb n="14"/>der Begriff das allgemeine der vorherigen Potenz in sein Gegentheil übergegangen<lb n="15"/>ist; das Aufheben der verschiedenheit von Flüssigkeiten; und sie sind jener Begriff</p>
<note xml:id="fn-81-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>dise Ansicht gehört zur Methode. Wendung der negativen Totalität<lb n="17"/>in die positive Totalität</note>
<pb n="79" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=82" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>als seine negative Einheit. Aber so geworden, sind sie nunmehr selbst <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">all<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">gemeine</hi> selbst die Potenz, und als solche sich realisirend sind sie, in ihren Momen<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>ten <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, nicht die Auflösung ihrer sondern ihr <hi rendition="#g">Einsbleiben</hi>; Erde; und<lb n="4"/>jedes dieser ihrer <hi rendition="#g">realen</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi> ist sie <hi rendition="#g">selbst</hi>, ihr <hi rendition="#g">allgemeines</hi>; es ist die<lb n="5"/>quantitative <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">differenter</hi> derselben, wie vorhin ihre qualitative negative;<lb n="6"/>oder sie theilen sie <hi rendition="#g">ein</hi>, wie [sie] vorhin getheilt [war]; ihre <hi rendition="#g">Differenzen</hi> in ihrer<lb n="7"/><hi rendition="#g">Realität</hi> wie vorhin in ihrer Idealität. Wie in allen Potenzen [hier] a) Einheit<lb n="8"/>ideell herkommend b) die Einheit unauflöslich als Begriff der sich realisirt in allen<lb n="9"/>seinen Differenzen schlechthin dasselbe bleibt. Die Erde ist für sie zunächst diese<lb n="10"/>allgemeine sich selbstgleiche unauflösbare ungetheilte Einheit; <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">zu<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">nächst</hi>, <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">irrdische</hi>, individuelle <hi rendition="#g">Natur</hi>, ihre Realität, der Wendungs<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>punkt, an dem sie in die Existenz treten, positive Totalität werden; in die Einheit<lb n="13"/>der Erde aufgenommen; das Feuer ist ein Feuer der Erde, u.s.f.<ref type="anker" target="#fn-82-1">¹</ref></p>
<p><lb n="14"/>a) <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi> war das absolut allgemeine und positive sich selbstgleiche das<lb n="15"/><hi rendition="#g">Licht</hi>, das sich in der Mechanick in die Unendlichkeit versenkt, und als die absolute<lb n="16"/>negative Einheit derselben zum Ton wurde, aus diesem in die ideelle Spannung<lb n="17"/>der Electricität heraustrat, und in ihr diesen idealen Proceß als elektrischen Funken</p>
<note xml:id="fn-82-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Feuer, in diese Positivität aufgenommen setzt sich in derselben different<lb n="19"/>als <hi rendition="#g">Farbe</hi> und <hi rendition="#g">Wärme</hi>.</note>
<pb n="80" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=83" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>endigend; in die 2 verschiedenen Seiten seines Elements, einer Erde als sich selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>gleicher Flüssigkeit und als Flüssigkeiten von verschiedener specifischer Schwere<lb n="3"/><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> verklang; ein idealer körperloser Proceß itzt in die Allgemeinheit der<lb n="4"/>Erde versenkt, oder was dasselbe ist, ein unauflößlicher Begriff; in der irrdischen<lb n="5"/>Materie realisirt es sich als Feuer, es wird sich darin ein gedoppeltes, und aus dieser<lb n="6"/>seiner Realisirung sich zurüknehmend ist es erst physisches wahrhafftes <hi rendition="#g">Feuer</hi>.</p>
<p><lb n="7"/>Das Feuer BRICHT sich in dieser seiner quantitativen Natur <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">gedoppelte</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Weise</hi>, des idealen Seyns, des idealen <hi rendition="#g">Ausdrucks</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Totalität und des <hi rendition="#g">realen</hi>;<lb n="9"/>oder dort ist es <hi rendition="#g">Licht</hi> in der Erde, hier als Wärme; in beydem Seyn bleibt sein<lb n="10"/>Begriff dasselbe, und eben diese seine Unzertrenntheit seines Begriffs ist die Erde<lb n="11"/>selbst, als der Boden, allgemeine Flüssigkeit an der es so seine gedoppelte Totalität<lb n="12"/>setzt, nichts als seine quantitative Substanz.</p>
<p><lb n="13"/>α) das erste Einsseyn diß <hi rendition="#g">einfache</hi>, <hi rendition="#g">kraftlose</hi>, <hi rendition="#g">unentgegengesetzte</hi> un<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>widerstreitende in Einsseyn, worin das Feuer als ganz positives einfaches als <hi rendition="#g">Licht</hi><lb n="15"/>mit der Erde vermischt, [ist] <hi rendition="#g">Farbe</hi>. Der todte Ton, ein Schein der Cohäsion,</p>
<pb n="81" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=84" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">ohne</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>, eben weil er nicht gegen die Gestalt der Erde und also überhaupt<lb n="2"/>nicht gegen die Schwere geht. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Farbe</hi> ist das einfache Einsseyn des <hi rendition="#g">Lichts</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Gestalt der Erde, welche hier gegen das Licht eben so nicht einmal Materie<lb n="4"/>ist, sondern ein leeres immaterielles, ununterschiedenes widerstandloses Gegentheil;<lb n="5"/>und das Einsseyn beyder die Farbe als eines absoluten Gegensatzes <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Finsterniß</hi><lb n="6"/>aber ein <hi rendition="#g">unvermitteltes</hi> <hi rendition="#g">positives</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi>; Licht und Finsterniß sind selbst die<lb n="7"/>ideellen Momente der FARBE, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Begriff</hi> <hi rendition="#g">derselben</hi>, das Licht das <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">die</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Gestalt</hi> übergegangen ist; aber in dieselbe <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Abstraction</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">All<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">gemeinen</hi>, das nur als solches dem <hi rendition="#g">Licht</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">entgegengesetzt</hi> absolut<lb n="10"/>reine Finsterniß ist, aber beyde reine allgemeine und so eins sind. Die Cohäsion<lb n="11"/>dieser Einfachheit oder die Theilung der Farbe, dieses einfache <hi rendition="#g">individualisiren</hi><lb n="12"/>ist in seinem Theilen selbst absolut <hi rendition="#g">Farbe</hi>, und diese Einheit hebt <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">schlecht<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">hin</hi> nicht auf, wird nicht ideell gesezt, sondern bleibt das <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbstgleiche</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">Wesen</hi>; und die Differenz <hi rendition="#g">trübt</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Sichselbstgleichheit</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi>.</p>
<p><lb n="15"/>Die Farbe als solche <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">existirende</hi> <hi rendition="#g">Farbe</hi> ist das <hi rendition="#g">Gelb</hi>; das auf<lb n="16"/>gleiche Weise <hi rendition="#g">Einsseyn</hi> beyder, des Lichts und der Finsterniß; in der Finsterniß</p>
<pb n="82" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=85" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>selbst ist das Licht das allgemeine die ursprüngliche Einheit das allgemeine, der<lb n="2"/>Individualität selbst, in der Farbe <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">darum</hi> <hi rendition="#g">vielmehr</hi> eine Erhöhung, eine<lb n="3"/>höhere Intensität desselben. Das stärkere Hervortreten der Finsterniß an ihm, in<lb n="4"/>dem es gleichsam <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Grund</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, die <hi rendition="#g">Finsterniß</hi> <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">über</hi> <hi rendition="#g">ihn</hi> <hi rendition="#g">her<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">gezogene</hi>; jenes das wesentliche diß das an ihm gesetzte, diese Individualität ist<lb n="6"/>die des <hi rendition="#g">rothen</hi>; das aber zum wesentlichen die Finsterniß zum an ihm gesetzten<lb n="7"/>das Licht hat <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Blau</hi>; die Reconstruction des Gelb, der Farbe, aus diesem seinem<lb n="8"/>Subsumirtwerden, unter die Finsterniß ist das <hi rendition="#g">Grün</hi>; welches nicht das Eins des<lb n="9"/>rothen und Blauen ist, [der] beyden Seiten des Gegensatzes als solchen; sondern<lb n="10"/>den Gegensatz im Ganzen macht die Farbe in ihrer ersten Potenz, als Gelb, gegen<lb n="11"/>den Gegensatz, der das Roth und Blau zusammen ist, aus, und in diesem Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>satz ist wieder das Gelb der Grund, das Wesen des Rothen; die Synthese ist darum<lb n="13"/>wesentlich zwischen Gelb, und der Seite im Gegensatze, welche selbst der Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>satz ist, dem Blau. <hi rendition="#g">Zwischen</hi> <hi rendition="#g">diesen</hi> Grundfarben oder die das qualitative Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>hältniß der Momente der Totalität <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">Kohäsion</hi> als solche ausdrücken, geht<lb n="16"/>die Natur in ihrem quantitativen Übergehen fort; löscht ihren qualitativen Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>schied in reine quantitative Unendlichkeit des qualitativen Unterschiedes aus, indem<lb n="18"/>sie in absoluter Theilbarkeit, das eine Extrem in das andre übertreten läßt. <hi rendition="#g">Die</hi></p>
<pb n="83" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=86" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Farben</hi> sind wesentlich diese Individualitäten Einheiten entgegengesetzter ideeller,<lb n="2"/>und können ganz empirisch durch das Aufeinanderfallen lassen der entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gesetzten Licht und Finsterniß einer hellern und einer dunklern Farbe dargestellt<lb n="4"/>werden; das Licht bleibt in allen dasselbe und ungetheilt, sein Element in das es<lb n="5"/>versenkt erscheint, ist die Erde für dasselbe Finsterniß aber mit dieser in eins gesetzt<lb n="6"/>sich individualisirend ist es <hi rendition="#g">Farbe</hi>; die Theilung ist nicht eine Theilung des Lichts<lb n="7"/>in Farben als seine ideellen Momente sondern der Farbe in Licht und Finsterniß.<lb n="8"/>Die Farben selbst aber sind die verschiedenen Weisen, und Verhältnisse des Eins<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>seyns beyder; und eine Auflösung des Lichts, die <hi rendition="#g">Newton</hi> auch bey den Farben,<lb n="10"/>die ideellen reflectirten Theilungen, einführte, hat Göthe in diese quantitative ver<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>wandelt bey welcher das Wesen immer das allgemeine das Licht selbst ist, und in<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>dem es zugleich der Finsterniß entgegengesetzt ist, diese synthetische Einheit beyder<lb n="13"/>wieder als Einfachheit selbst erkennt.</p>
<pb n="84" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=87" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>8.</head>
<head><lb n="2"/>VON DEM ANDERN …</head>
<p><lb n="3"/><ref type="anker" target="#fn-87-1">¹</ref>von dem andern; nur für einzelne Körper, als solche, ist die Wärme, wie das Feuer,<lb n="4"/>ebendarum zufällig für sie, und es kan darum entweder die Form der negativen<lb n="5"/>Einheit das Feuer das erste seyn, was die Indifferenz des Körpers sein Einzelnseyn<lb n="6"/>herausreißt, so wie umgekehrt die Differenz der Körper, was das absolute auf<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gehobenwerden ihrer Differenz oder das <hi rendition="#g">Feuer</hi> setzt. Hier ist aber noch nicht von<lb n="8"/>der Besonderung und Vereinzelung der Gestalt die Rede, und ebenso wenig also,<lb n="9"/>was die Wärme in Beziehung auf sie ist, weder bestimmte Leitungsfähigkeit, noch<lb n="10"/>Wärmecapacität sondern die Erde ist das allgemeine [des] einsseyns überhaupt der<lb n="11"/>Flüssigkeit als eines allgemeinen und derselben als einer zugleich in sich besonderten,<lb n="12"/>von verschiedener specifischer Schwere; auf diese allgemeine Verschiedenheit be<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>zieht sich hier die Wärme als selbst flüssiges aufheben der verschiedenen specifisch<lb n="14"/>[schweren] Flüssigkeiten. Dieser ihr Begriff, ihr absolutes Wesen der Wärme selbst,<lb n="15"/>ihr Quell ihr Ursprung; ihr Begriff als ein gewordenes, das mittheilende Auf-</p>
<note xml:id="fn-87-1" type="kopf" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>d)</note>
<pb n="85" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=88" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>heben, erscheint dann als ein mittheilendes seyn, als rein quantitativer Ton, der<lb n="2"/>unendlich verschieden seyn kann, und unangemessen dem Tone der die Stimmung<lb n="3"/>des Körpers [ist], und welcher hiemit nicht flüssig wird; in Beziehung auf den<lb n="4"/>Körper selbst, als seine Kohäsion ist diese Änderung des Tones ebenso verschieden;<lb n="5"/>die Kohäsion des einzelnen Körpers ist da er wesentlich ein sich selbstgleiches Quan<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>tum ist, die Einheit des Gegensatzes der Flüssigkeit und der Sprödigkeit, beydes<lb n="7"/>selbst Formen der Gestalt, nicht der Attractiv und Repulsivkrafft oder verschiedener<lb n="8"/>specifischer Schweren. Die Veränderung des Tones im Körper in Beziehung auf ihn<lb n="9"/>selbst, ist, da sie im quantitativen ist, selbst ein Lebenslauff im qualitativen so daß<lb n="10"/>sie indem sie so reale Wärme, an einem Körper ist, die qualitativen Momente des<lb n="11"/>Processes durchlaüfft, aber ebenso in gerader als in umgekehrter Ordnung; daß<lb n="12"/>niedrigere Temperatur Erhärtung, Setzen, grösserer Sprödigkeit, Erhöhung der<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>selben Differentiirung bis zu gänzlicher Entzweyung in verschiedene Flüssig<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>keiten, umgekehrt erhöhte, die grössere Erstarrung, begleitet. Die Menge der<lb n="15"/>Wärme verliert als ein Verhältniß der Menge, durch das qualitative.<ref type="anker" target="#fn-88-1">¹</ref></p>
<p><lb n="16"/>Der Begriff des Feuers als absoluter Quantität oder im Medium der Erde ist Farbe,<lb n="17"/>das ideelle Werden des Lichts zum Feuer das reale Seyn; Farbe als irrdisches Licht;<lb n="18"/>einfaches Einsseyn differenter als Wärme, Aufheben der specifischen Schwere, sich<lb n="19"/>herausnehmen aus dieser Beziehung Flamme, frey werden, vom irrdischen. Aber<lb n="20"/>seine Realität und diß heraustreten aus seinem Elemente ist überhaupt bedingt durch</p>
<note xml:id="fn-88-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>Eis erhält das Wasser in seiner Temperatur = 0</note>
<pb n="86" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=89" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>dieses Element, es ist ein Seyn in demselben; ein irrdisches Seyn; und diese Reali<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>sirung des Feuers in dem Elemente geschieht in diesem selbst; ist ein Werden einer<lb n="3"/>Bestimmtheit dieses Elements selbst, oder die Flamme fällt ebenso in die Erde selbst,<lb n="4"/>als sie aus ihr heraustritt. Was sie ist in der Erde, davon nachher.</p>
<p><lb n="5"/>b. das <hi rendition="#g">Wasser</hi> als die reale Flüssigkeit ebenso in die Erde gesetzt, oder als sich<lb n="6"/>selbstgleiche quantitative Einheit bricht sich ebenso in derselben in dieser doppelten<lb n="7"/>Bestimmtheit, nach seiner Natur; α) als sich selbstgleiches sich auf die Einfachheit<lb n="8"/>der Erde beziehendes ist es wie Farbe, irrdisches Licht sein Begriff jene unmittelbare<lb n="9"/>Möglichkeit des Sauer und Wasserstoffs; <hi rendition="#g">süsses</hi> Wasser, eine Abstraction der un<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>mittelbar einfache Begriff welche sich im Processe der Elemente und der Erde<lb n="11"/>immer aus ihrer <hi rendition="#g">realen</hi> <hi rendition="#g">Existenz</hi> erhebt, um immer dahin zurückzufliessen; es<lb n="12"/>ist eine Absonderung, wie die der Farbe und der Wärme, indem das Licht in der<lb n="13"/>Erde, und Feuer geworden ist; so erhebt sich das an die Erde, als kometarische<lb n="14"/>Differenz, gebundene Wasser aus dieser Vermischung mit ihr, es stößt sich aus,<lb n="15"/>erhebt sich in die Lufft, so wie es aus allen Punkten der Erde hervorquillt; in zwey<lb n="16"/>entgegengesetzten Processen; und seine Verwandlung [ist] die gedoppelte, einmal<lb n="17"/>aus der <hi rendition="#g">Starrheit</hi> kommend, welche sich gegen die allgemeine Flüssigkeit der<lb n="18"/>Erde, in ihrer <hi rendition="#g">Besonderung</hi> erhält, und <hi rendition="#g">Wasser</hi> erzeugt, die Flüssigkeit aus<lb n="19"/>sich ausschließt; das andremal aus der <hi rendition="#g">inkohärenten</hi> <hi rendition="#g">reinen</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> der</p>
<pb n="87" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=90" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Lufft,<ref type="anker" target="#fn-90-1">¹</ref> welche aus dem Gleichgültig ineinanderseyn der chemischen Elemente zur<lb n="2"/>Flüssigkeit, wie sie sich auf die Gestalt bezieht, zum süssen Wasser, übergeht.</p>
<p><lb n="3"/>Das <hi rendition="#g">Meer</hi> ist die absolute Realität des Wassers wie Flamme des Feuers; es ist<lb n="4"/>nicht eine Vermengung des Salzes von aussen her mit dem süssen Wasser; sondern<lb n="5"/>ist absolutes Element; wie die ganze Gestaltung der Erde in der Flamme der Natur<lb n="6"/>in den allgemeinen Farben und [der] <hi rendition="#g">Wärme</hi> existirt als eine unendlich ver<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>schiedene Vertheilung der thätigen Wärme und Farbenverhältnisse besondert, so<lb n="8"/>existirt die ganze Erde eine Auflösung im Meer erzeugend als <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">vielerlei</hi><lb n="9"/>besonderten <hi rendition="#g">Salze</hi>, die aus dem Meerwasser ausgeschieden werden können und<lb n="10"/>aus welchen ebenso wie das basische des Kalches und die Saüre; ebenso das einfache</p>
<note xml:id="fn-90-1" type="rand" n="¹"><lb n="11"/><seg type="marke">¹ </seg>Erzeugung des Thaus von Prevost</note>
<pb n="88" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=91" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>des Kiesels und Thons sich zusammennimmt. Das <hi rendition="#g">Meer</hi> besondert sich in dieser<lb n="2"/>seiner Salzigkeit ebenso wie die Erde ihre irrdische Vermengung auseinandertheilt,<lb n="3"/>in verschiedene Meere, die salzigter und weniger es, und anderer Natur es sind,<lb n="4"/>mehr Kiesel, Sand hervorbringen, als andere. Es lebt in sich, als eine organische<lb n="5"/>Totalität als das Thier des [Meeres]; wie das Feuer der Erde; es ist zunächst die all<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>gemeine Flüssigkeit die Auflösung, aber es kommt ebenso in sich zum Punkte der<lb n="7"/>Individualität zur negativen Einheit; es nimmt sich aus seiner absoluten Mittheilung<lb n="8"/>des Tones, in den Punkt des Tons zusammen und erzeugt das Licht in ihm selbst,<lb n="9"/>ein Meerthier, wie ein Feuerthier; sein Phosphoresciren den faulenden Fischen zu<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>schreiben ist ebenso als den Regen einer Gegend, dem Bache, der darin fließt. Es<lb n="11"/>leuchtet, wie <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi> in sich <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi> kommt, indem sich ihre <hi rendition="#g">Spannung</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">aufhebt</hi>; es kommt nicht zum Feuer um seiner Flüssigkeit willen; in der sich<lb n="13"/>keine Differenz irrdische Verschiedenheit als specifische Schwere erhält in der allein<lb n="14"/>die Flamme seyn kann, aber es gelangt zur Phosphorescenz zum gelben Lichte,<lb n="15"/>indem seine flüssigen specifischen Schweren die in eins confundirt sich gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>einander spannen, und indem es aus dieser Spannung seine Rükkehr in seine Sich<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>selbstgleichheit, als diese Rükkehr bezeichnet, als ein Gegensetzen seiner Einheit</p>
<pb n="89" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=92" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>gegen die in ihm beginnende Differentiirung; indem es so seine Flüssigkeiten zum<lb n="2"/>Lichte werden [läßt], wird es zu einer unendlichen Menge von organischem, lebenden<lb n="3"/>Punkten, die ebenso schnell wieder in allgemeine Flüssigkeit zurükgehen, in das<lb n="4"/>grünlichte Licht der Vermischung; ein Moment der organischen Individualisation<lb n="5"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi> die es nicht in sich erhalten kann in seiner <hi rendition="#g">absoluten</hi> <hi rendition="#g">Sich<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">selbstgleichheit</hi> welcher in der Erde <hi rendition="#g">perennirend</hi> wird.</p>
<p><lb n="7"/>c. die Lufft selbst [ist] endlich so α) auf die Erde bezogen, und wird irrdisch<lb n="8"/>und das Element der Allgemeinheit bezieht sich und bricht sich in ihre einfache<lb n="9"/>Allgemeinheit, und [ist] β) das ruhige Aufnehmen der irrdischen Individualitäten<lb n="10"/>in sich. Als jene erste Allgemeinheit ist sie die ruhige Umgebung aller irrdischen<lb n="11"/>Form und Verschiedenheit. Wie für den Begriff des Feuers das irrdische Element</p>
<pb n="90" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=93" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Finsterniß ist, so ist es für die Lufft überhaupt das erfüllte, der Widerstand; diese<lb n="2"/>aber vielmehr selbst, das Medium, das Allgemeine für das irrdische; seine einfache<lb n="3"/>Beziehung auf das irrdische Element nichts als diß ruhige Umgeben desselben. –<lb n="4"/>Für die Besonderung des irrdischen Elements aber ist [die Lufft] ebenso different<lb n="5"/>gegen dasselbe als eine feste Gestalt, und <ref type="anker" target="#fn-93-1">¹</ref>nimmt sie in die Form der Allgemeinheit<lb n="6"/>auf; sie läßt alle irrdische Individualisirung als solche; setzt sie aber in Lufftform,<lb n="7"/>als eine expansive Flüssigkeit; sie hat alle Dinge der Erde, wie die Flamme der<lb n="8"/>Natur als verschiedene aufgehobene specifische Schweren, das Meer, als aufgelöste<lb n="9"/>Neutralitäten, so sie als aufgelöste Individualitäten als verschiedene <hi rendition="#g">Gerüche</hi>,<lb n="10"/>Auflösungen, worin die ganze Bestimmtheit des irrdischen Individualisirens bleibt.</p>
<p><lb n="11"/>γ Als <hi rendition="#g">Totalität</hi> aber ist die Lufft die Auflösung der Individualitäten der ganzen<lb n="12"/>Erde in ihre Allgemeinheit. Sie ist als dieses selbst der Boden in welchem der all<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gemeine Proceß der Erde, der Erde gegenüber gesetzt ist; die Allgemeinheit in<lb n="14"/>welcher die Erde sich selbst als Auflösung ihrer Gestalt gegenübertritt. Diese Realität<lb n="15"/>der Lufft, ist deßwegen eine vorübergehende Totalität oder sie ist nichts anders als<lb n="16"/>der Moment, des absoluten Processes in welchem die Erde ihrer chemischen Tren<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>nung in die Selbstständigkeit ihrer unorganischen gestaltlosen Natur zugeht, welche<lb n="18"/>versuchte Selbstständigkeit sie aber ebenso absolut wieder aufhebt; eine Momentane<lb n="19"/>Individualität der Lufft in ihr selbst, die, wenn sie zu Stande käme, die Erde als einen<lb n="20"/>Mond zurüklassen während die Lufft, als eine Atmosphäre in welcher sich die Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>heit der Individualität erhielte, ihr gegenüber zum Kometen würde.</p>
<p><lb n="22"/><hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> <hi rendition="#g">sind</hi> nun <hi rendition="#g">betrachtet</hi> <hi rendition="#g">worden</hi> wie sie sich realisiren oder<lb n="23"/>in dem durchsichtigen Elemente der Erde, welches für sie ohne Widerstand durch<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>gangbar, ihr positives Element ist, in welchem sie sich in sich selbst reflectiren und</p>
<note xml:id="fn-93-1" type="kopf" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>e)</note>
<pb n="91" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=94" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>für sich jedes eine Totalität ein organisches wird. – <hi rendition="#g">das</hi> Feuer ein System der Farben<lb n="2"/>und Wärmen; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Wasser</hi> als Meer, ein organisches Ganzes des aufgelösten irr<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>dischen mit der Möglichkeit der Trennung; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi>, die Auflösung der ganzen<lb n="4"/>Individualität des irrdischen und durch Aufnahme in ihre <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> wird<lb n="5"/>diese Auflösung, unzertrennbar, einfach selbstständig werden. <hi rendition="#g">Oder</hi> die Erde war<lb n="6"/>bisher nichts als das allgemeine durchsichtige Medium dieser Elemente <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">positive</hi><lb n="7"/>Einheit, die <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Mitte, in der sie fürsich sind, sich als Totalitäten für sich<lb n="8"/>setzen. Aber diese ihre positive Einheit ist ebenso absolut negative Einheit ihre<lb n="9"/><hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi>; <hi rendition="#g">das</hi> worin sie sich aufheben; oder ihre Einheit ist eben so ihr<lb n="10"/>absoluter Proceß. Jedes dieser Elemente ist erkannt worden, als die Idee des Processes,<lb n="11"/>jedes als eine Bestimmtheit desselben, und in dieser eine Differenz; es ist diß an<lb n="12"/>ihm selbst; wesentlich die an sich selbst seyende Differenz, aber [es] ist nichts als<lb n="13"/>das Aufheben seiner selbst, oder die absolute Unendlichkeit. In seiner Bestimmtheit<lb n="14"/>ist unmittelbar sein Werden zu einem Andern, oder sein Bewegtwerden, sein sich<lb n="15"/>selbstaufheben, seine negative Einheit; es ist absoluter Proceß ihre eigne Idealität;<lb n="16"/>und wir betrachten zuerst einfaches in einsseyn der Elemente und der Gestalt der<lb n="17"/>Erde</p>
<p><lb n="18"/><ref type="anker" target="#fn-94-1">¹</ref>Die Erde ist nunmehr diese ihre Idealität, oder der Proceß der physischen Ele<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>mente ihre Substantialität, nicht als gleichgültiges Medium derselben gegenein<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>ander, <hi rendition="#g">sondern</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">differente</hi> Beziehung worin sie in einander übergehen,<lb n="21"/>und in einem Kraislauff sich aufheben und erzeugen. Der Krais selbst die bleibende<lb n="22"/>Substanz in diesem ihrem Wechsel ist die Einheit derselben; die Beziehung ihrer als</p>
<note xml:id="fn-94-1" type="kopf" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>f)</note>
<pb n="92" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=95" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>differenter was sie wesentlich sind; das worin sie das was sie sind, ihre Idealität<lb n="2"/>durch Entstehen und Untergang Kommen und Verschwinden darstellen; und<lb n="3"/>ideell <hi rendition="#g">werden</hi>. Diß ihr ideellwerden ist ihre 2te Potenz so wie das <hi rendition="#g">ideellseyn</hi>;<lb n="4"/>das subsumirt<hi rendition="#g">seyn</hi> unter die Allgemeinheit, die hier im Kampfe mit ihr ist, das<lb n="5"/>3te, die reale Erde. Diese ihre <hi rendition="#g">Realität</hi>, ihre <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> Erde als <hi rendition="#g">Unend<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">liches</hi>, deren ideelle Momente oder Potenzen sie werden, ist im Processe mit ihnen,<lb n="7"/>daß es selbst das einemal sich als erste Potenz, als Gestalt ihnen <hi rendition="#g">gegenübersetzt</hi>,<lb n="8"/>und sich also als Individualität gegenübersteht der Auflösung seiner Gestalt; und<lb n="9"/>der absolute Einheitspunkt <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi><lb n="10"/>zwischen beyden, der Erde und den Elementen gleichsam, und das sich selbstgleiche<lb n="11"/>Allgemeine in der Form dieser zwey Seiten ist; das andremal, daß diese <hi rendition="#g">absolute</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">Einheit</hi> als Punkt sich zur positiven heraushebt, und die beyden Gegensätze zu<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>sammenschlägt, und aus ihrem Zusammenschlagen ebenso absolut entfaltet; <hi rendition="#g">die</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">Realität</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Mechanick</hi> ist <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">chemische</hi> <hi rendition="#g">Potenz</hi>,<lb n="15"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">drey</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> das allgemeine absolute werden der Gestalt ist die Recon<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>struction, das Subsumiren der Elemente unter sich.</p>
<p><lb n="17"/>Dieser Proceß oder Meteorologie der Erde hat die Erde zum absolut All<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>gemeinen der absoluten positiven Einheit und negativen Einheit; <hi rendition="#g">in</hi> der Abstrac<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>tion jener ist sie selbst ein Element, eine Seite des Processes, <hi rendition="#g">als</hi> jene aber ist sie die</p>
<pb n="93" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=96" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>negative Einheit beyder, ihrer selbst, und der Elemente. Die Allgemeinheit Unend<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>lichkeit setzt die Erde als Feuer als thätiges gegen Wasser, und die Lufft erscheint<lb n="3"/>als eine Seite der Mitte, die Erde als andere und die Thätigkeit des Feuers nur im<lb n="4"/>Wasser gesetzt; aber die Berührung des Wassers durch das Feuer ist die Erde selbst,<lb n="5"/>und ihr Einsseyn mit der Lufft und das Zusammenfallen der ganzen Bewegung,<lb n="6"/>aber diese Berührung beyder ist ebenso absolut ein Auseinanderfallen in die Thätig<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>keit des Feuers das sich in Wasser setzt, und auf der andern Seite in die Indifferenz,<lb n="8"/>der Lufft und Erde.</p>
<p><lb n="9"/>a) <ref type="anker" target="#fn-96-1">¹</ref><hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Sonne</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Licht</hi> wird in der Erde zu Feuer – bisher dargestellt; es ist<lb n="10"/>der Ton in die flüssige Erde verbreitet, als sich selbst gleiches, aber differentiirt sich<lb n="11"/>eben so absolut; in eine Differenz specifischer Schwere. Diese Spannung aber in<lb n="12"/>differente specifische Schweren widerspricht der Sichselbstgleichheit des Tons, der<lb n="13"/>Erde, als Allgemeinheit, und dieser Widerspruch ist es, der in dem Processe auftritt;<lb n="14"/>der Erde einmal als Gestalt die ihre Differenz in ihrer sichselbstgleichheit unter<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>drückt; ohne dieselbe, so daß die Differenz die Gleichheit unterdrükt, und ihr so<lb n="16"/>gegenübersteht diß Freywerden der Differenz.</p>
<p><lb n="17"/>Die negative Einheit der Ton als Princip der Kohäsion der Gestalt, tritt gegen die<lb n="18"/>Flüssigkeit; in dieser seiner Existenz ist er das Element des Feuers, so wie das flüssige</p>
<note xml:id="fn-96-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Der Proceß näher betrachtet,</note>
<pb n="94" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=97" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>das Element des Wassers; jenes als das thätige diß als das passive. In diesem Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>hältnisse der Entgegensetzung dieser beyden wird von ihrem absoluten Einsseyn in<lb n="3"/>der Erde abstrahirt; und diß Einsseyn ist ihre abstracte Mitte ,und darum selbst<lb n="4"/>eine gedoppelte, die positiv allgemeine das Element der Lufft; und die synthetische<lb n="5"/>die Erde auf der andern Seite. Und dieser Theil des Processes ist eben das Hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>bringen dieser gedoppelten Abstraction oder des Für sich seyns der Lufft und<lb n="7"/>Erde; darin, daß die Erde aufgelöst, sich als allgemeine zu Lufft wird. Das Wasser,<lb n="8"/>das <hi rendition="#g">an</hi> ihr der Erde flüssige verschwindet tritt ihr gegenüber, ihre Indifferenz der<lb n="9"/>Flüssigkeit wird zur Differenz gegen sie und zum Allgemeinen zur Lufft. Die Erde<lb n="10"/>auf diese Weise von ihrer Flüssigkeit verlassen, die ihr gegenübertritt; die Erde<lb n="11"/>wird absoluter Krystall starr sich <hi rendition="#g">isolirende</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> und das flüssige<lb n="12"/>wird zur Lufft; die Totalität der Gestalt hatte das flüssige als sein Krystallisations<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>wasser gebunden, sie wird durch den Verlust desselben zum starren; die Form der<lb n="14"/>Gestaltung geht selbst in diesem Gegensatz verloren; der die differenten zusammen<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>schlagende Punkt tritt zwischen sie und ihre Auflösung; sie wird eine unendliche<lb n="16"/>Menge von Atomen.</p>
<pb n="95" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=98" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Das Wesen dieser Spannung ist ganz allein das Feuer, es verwandelt das Wasser<lb n="2"/>in Lufft, aber <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi>, in disem ihrem Entstehen ist eben darin bezogen auf<lb n="3"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi> <hi rendition="#g">gespannt</hi> gegen sie, sie ist die Einheit Eine electrische Seite, gegen<lb n="4"/>die andere als Erde. Das thätige das Feuer ist gegen die Erde als die Einheit des<lb n="5"/>Flüssigen und starren gekehrt, und seine Spannung derselben ist, die Trennung<lb n="6"/>beyder, gleichsam das Niederschlagen der Erde aus der Flüssigkeit die als Lufft<lb n="7"/>entweicht, aber in dieser Trennung ebenso absolut entgegengesetzte differente<lb n="8"/>gegeneinander bleiben; was also als das passive, worauf die Wirkung geschieht,<lb n="9"/>erscheint, ist das Wasser der Erde, das zu Lufft gespannter, sich auf ihre Differenz<lb n="10"/>beziehender verflüchtigt wird. Die Lufft als solche war vorher <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Raum</hi> <hi rendition="#g">dieses</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">Kampfs</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Elemente. Sie ist wesentlich als das empfangende; als das <hi rendition="#g">unthätige</hi>,<lb n="12"/>die <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Seite der Mitte zwischen Feuer und Wasser zu erkennen. Sie ist<lb n="13"/>es nicht welche als Lufft das Wasser auflöst noch <hi rendition="#g">enthält</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">aufgelöst</hi>,<lb n="14"/>wie z. B. ein Metall in einer Saüre aufgelöst ist; sie löst es nicht auf, denn sie ist<lb n="15"/>unter den Elementen die Seite der Allgemeinheit überhaupt, der positive Moment<lb n="16"/>welcher kein thätiger ist; noch enthält sie es aufgelöst, oder das Wasser hat in der<lb n="17"/>Lufft <hi rendition="#g">gar</hi> <hi rendition="#g">keine</hi> <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> mehr, wie das Metall in der Saüre aufgelöst</p>
<pb n="96" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=99" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Wirklichkeit hat; aber das <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi> <hi rendition="#g">gewordene</hi> <hi rendition="#g">Wasser</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">different</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">gespannt</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi>. <hi rendition="#g">Blos</hi> in der Lufft aufgelöstes Wasser, d. h. als Wasser<lb n="3"/>wirklichkeit habendes ist <hi rendition="#g">feuchte</hi> Lufft; die durch Veränderung der Temperatur<lb n="4"/>als Wasser dargestellt werden kann; aber jene Spannung ist kein materielles Wasser<lb n="5"/>sondern eine ideelle Infection der Lufft, <hi rendition="#g">Veränderung</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">specifischen</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">Schwere</hi>, <hi rendition="#g">überhaupt</hi> und zwar im Verhältnisse zur Erde. Was das Wasser auf<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>löst, d. h. es zur gespannten Lufft macht, ist das differentiirende Princip ist allein<lb n="8"/>das Feuer als Ton, der sich zur Elektricität macht; indem der Ton different aber in<lb n="9"/>Flüssigkeit das absolute Gleichgewicht fällt, so geht sie zu Grunde; diß daß die<lb n="10"/>Lufft a) weder das Wasser auflöst, noch es aufgelöst enthält ist, was sich <hi rendition="#g">de</hi> <hi rendition="#g">Lüc</hi><lb n="11"/>und <hi rendition="#g">Lichtenberg</hi> so viele Mühe gegeben haben empirisch zu erweisen und wo<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>durch sie in der Wirklichkeit sich über die <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> der einen Seite erheben.<lb n="13"/>Aber zugleich muß gesagt werden daß die Lufft, als das allgemeine indifferente als<lb n="14"/>die Mitte zwischen Feuer und Wasser erscheint aber als die Form des Feuers; ihm<lb n="15"/>entgegengesetzt ohne dasselbe ist es das unthätige, aber das Feuer ist selbst erst das<lb n="16"/>thätige in diesem seinem Einsseyn mit der Lufft; das Feuer zehrt sich als solche<lb n="17"/>selbst unmittelbar auf, seine Nahrung, das Seyn und sich Erzeugen dessen, was es<lb n="18"/>in sich aufzehrt, ist die Lufft; sie ist aber hier ebendarum nicht formale Indifferenz</p>
<pb n="97" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=100" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>sondern das positive Seyn des Feuers selbst gegen das Wasser, der es die Unendlich<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>keit; denn das Feuer ist für sich überhaupt nichts; seine <hi rendition="#g">Realität</hi> <hi rendition="#g">des</hi> Tons ist<lb n="3"/>hier die <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> das allgemeine Medium überhaupt, hier gegen die Seite der<lb n="4"/>Erde, nach welcher sie flüssig, Wasser ist, ist seine Gestalt, sein Medium sein Eins<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>seyn mit dem Wasser wodurch es darauf wirken kann; das allgemeine Medium<lb n="6"/>der Lufft, so berührt es das Wasser und macht es zu realer materieller Lufft, d. h.<lb n="7"/>aber <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">gespannter</hi> gegen die Erde. Diese Mitte erweißt sich hiedurch in allen<lb n="8"/>Formen der Mitte a) das einemal [als] die allgemeine Mitte, <hi rendition="#g">indifferente</hi> Lufft<lb n="9"/>überhaupt; <hi rendition="#g">dann</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Tons</hi> der einen Seite subsumirt, dann <hi rendition="#g">gespannte</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">subsumirende</hi> Lufft. <ref type="anker" target="#fn-100-1">¹</ref>Wie <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi> sich durch die Lufft auf das Wasser be<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>zieht, so bezieht es sich auch auf dasselbe, durch die andere Seite <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Mitte,</hi> <hi rendition="#g">die</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">Erde</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">synthetische</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> und so erst ist die Kette geschlossen. Diese<lb n="13"/>Beziehung ist eine die der vorigen entgegengesetzt; wie dort das Wasser negativ<lb n="14"/>zu einer Spannung der Lufft wird, so ist dagegen die Erde als das synthetische die</p>
<note xml:id="fn-100-1" type="blatt" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>zu f</note>
<pb n="98" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=101" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Gestalt, nicht die Form der Allgemeinheit sondern die der Besonderheit. Das Wasser<lb n="2"/>wird in die zwey Seiten der Allgemeinheit und Besonderheit zerrissen; in der Erde<lb n="3"/>wird es absolut besondert, oder die Erde wird gespannt, auf die entgegengesetzte<lb n="4"/>Weise, zu einem absolut starren; das Wasser das in Lufft verwandelt wird, wird in<lb n="5"/>ihr ein eben so ideelles, Elektrische Seite der Spannung, als es in der Erde wird;<lb n="6"/>die entgegengesetzte Spannung, wie dort die Spannung des Allgemeinen so hier die<lb n="7"/>Spannung des besondern. Das Verhältniß der Thätigkeit des Feuers durch die Lufft<lb n="8"/>auf Wasser geht hiedurch in das Verhältniß über, daß die Differenz des Tons zu<lb n="9"/>gespannter Lufft und erstarrter Erde, das Feuer selbst zum leeren Indifferenten der<lb n="10"/>sich zum Punkte zusammenziehenden Gestalt wird; <ref type="anker" target="#fn-101-1">¹</ref>das Wasser vergeht, und das<lb n="11"/>Feuer <hi rendition="#g">verliert</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> so in seine beyden Seiten; es erstarrt selbst, die Erde geht<lb n="12"/>dem Werden zum Monde zu; die Lufft aber zur Selbstständigkeit eines Kometen.<lb n="13"/>In diesem Auseinandergerissen werden der Erde oder in der Berührung des Wassers<lb n="14"/>durch die absolute Differenz welche das Feuer ist entsteht eine andere Form der<lb n="15"/>synthetischen Einheit, <hi rendition="#g">Wasser</hi> <hi rendition="#g">war</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Erde eins mit der Gestalt;</p>
<note xml:id="fn-101-1" type="kopf" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>g)</note>
<pb n="99" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=102" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>das Feuer eins mit der Lufft; die <hi rendition="#g">Lufft</hi> die Weise seiner Existenz <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Ton</hi> als<lb n="2"/>Licht in die Lufft aufgelöst, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Wasser</hi> im Krystall der Erde eingeschlossen.<lb n="3"/>Der Proceß der Spannung hat die Verbindungen verändert, andere synthetische<lb n="4"/>Einheiten gesetzt oder andere selbstständige Wesen. Die Lufft ist gespanntes Wasser;<lb n="5"/>oder das Wasser, vorhin in der Gestalt, der synthetischen Einheit gebunden, ist itzt<lb n="6"/>in der <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>, die Erde wird im <hi rendition="#g">Übergehen</hi> in die <hi rendition="#g">Starrheit</hi><lb n="7"/>auf eine andre Weise ein sich selbst gleiches, flüssiges, flüssiges Gas; hier Aufheben<lb n="8"/>der Cohäsion in <hi rendition="#g">Starrheit</hi> dort <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>.</p>
<p><lb n="9"/>Diese Bildungen sind aber als Abstractionen <hi rendition="#g">schlechthin</hi> <hi rendition="#g">bezogen</hi> <hi rendition="#g">aufein<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">ander</hi>, <hi rendition="#g">sie</hi> sind gespannt gegeneinander elektrische Differenz; sie können <hi rendition="#g">als</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">solche</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> selbstständig werden; <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">höhere</hi> Selbstständigkeit, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">gehen</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">auf</hi> das Extrem macht sie zu absolut bezogener Entgegensetzung und diese ist die<lb n="13"/>absolute Idealität in welcher sie sich aufheben. Und ihr Selbstständig werden ist<lb n="14"/>unmittelbar die Verwandlung in den umgekehrten Proceß.</p>
<p><lb n="15"/>A) Beyde Lufft und Erde sind absolut entgegengesetzt different selbstständig<lb n="16"/>gesetzt. <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">Selbstständigwerden</hi> der gespannten Lufft ist unmittelbar ihr<lb n="17"/><hi rendition="#g">Übergang</hi> aus ihrer Allgemeinheit, da sie eins ist mit der <hi rendition="#g">Differenz</hi>, dem<lb n="18"/>negativen, in die Körperlichkeit, sie hat in <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> selbst die<lb n="19"/><hi rendition="#g">Spannung</hi> empfangen, und der Ton [ist] als eine Einheit entgegengesetzter in</p>
<pb n="100" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=103" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ihr selbst; <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Kohäsion</hi> beginnt in ihr; die in dem allgemeinen gesetzte Dif<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ferentiirung, Unendlichkeit; es wird eine Individualität und ein Aufheben der<lb n="3"/>Spannung gegen die Erde; aber da <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi> <hi rendition="#g">wesentlich</hi> innerhalb<lb n="4"/>der absoluten Allgemeinheit und dem an sich Flüssigen ist; so ist die Individualität<lb n="5"/>nur eine im Momente ihres Entstehens zerfliessende Individualität; das gebildete<lb n="6"/>nur ein im Gegensatze seyendes, die Differenz selbst als ein allgemeines oder <hi rendition="#g">eine</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Differentiirung</hi>; die <hi rendition="#g">Wolkenbildung</hi> ist die<lb n="8"/>beginnende Selbstständigkeit der Lufft, in deren flüssiger Natur, [sich] diß flüssige<lb n="9"/>zu einem <hi rendition="#g">irrdischen</hi> aber irrdisch flüssigen, einer synthetischen Einheit macht.<lb n="10"/>Das Individuelle bildet sich als eine unendliche Menge einzelner Punkte in ihr; denn<lb n="11"/>in dem Allgemeinen das wesentlich solches ist, kommt der Punkt des Tons oder des<lb n="12"/>Individuellen nur [als] eine solche unendliche Menge [vor]; diß reine Punkt werden<lb n="13"/>selbst aber ist die freye Individualität des Feuers, das in seiner Realisirung seinem</p>
<pb n="101" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=104" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Hervorbrechen als Flamme sich auf entgegengesetzte Weise verhalten kann, daß es<lb n="2"/>entweder die Spannung, die Differenz aus deren Aufheben es hervorbricht, in eine<lb n="3"/>formale Einheit in eine blosse Möglichkeit der Differenz auflöst, und es sich un<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>mittelbar darin als Blitz verzehrt, und in dieser materiellen Vernichtung, die nur im<lb n="5"/>Gegensatze der Spannung ist, und der unmittelbaren absoluten Differenz, zugleich<lb n="6"/>als diese Unendlichkeit sich absolut einfach darstellt, als der Ton des Donners,<lb n="7"/>der indem das Feuer, das sich zurüknehmen des [Feuers] aus dem irrdischen, schlecht<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>hin darauf bezogen ist, diese Unendlichkeit als ein Zurükgenommen<hi rendition="#g">seyn</hi>, als ein<lb n="9"/>momentanes Seyn Unendlichkeit oder ein sich selbsterkennen ausdrükt. Oder aber die<lb n="10"/>Flamme der Individualität fällt in das Wasser selbst, und indem es die Spannung auf<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>hebt, und zu <hi rendition="#g">Einer</hi> Flüssigkeit macht; vermag es in dieser sichselbstgleichen, absolut<lb n="12"/>Eins gewordenen Flüssigkeit, zugleich sich als different zu erhalten, und in sie selbst<lb n="13"/>als in ihre Sichselbstgleichheit gespannt zu setzen, oder es hat <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>, <hi rendition="#g">eine</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">Erde</hi> sich erzeugt. Das Feuer ist auf diese Weise nicht die absolut Momentane<lb n="15"/>Individualität des Blitzes, dessen Flamme in der zusammenfallenden Flüssigkeit in<lb n="16"/>der alle Differenz verschwindet, im Wasser keine Nahrung mehr hat, sondern<lb n="17"/>indem es diese Flüssigkeit selbst in ihrer sichselbstgleichheit zu differentiiren in ihr<lb n="18"/>selbst die Individualität zu befestigen, und hiemit zu einer Differenz specifischer<lb n="19"/>Schwere, zu einer Starrheit zu machen vermag, so dauert sie in demselben, und<lb n="20"/>brennt als feurige Erscheinung. Die Meteore sind nicht einzelne Erscheinungen<lb n="21"/>Gewitter Entladungen, die im Betracht des ganzen Processes der Erde gleichsam<lb n="22"/>um ihrer geringen Menge [willen] verschwinden, sondern sie sind grosse feurige<lb n="23"/>Erscheinung als Meteor, deren in einer Nacht zu einer bestimmten Periode an die</p>
<pb n="102" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=105" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>1000e sichtbar werden. Wenn dise Individualität selbstständiger, organischer wird,<lb n="2"/>so erlischt das Feuer in ein Atmosphäril in eine wahrhaffte Erde in der die Flamme<lb n="3"/>in sich selbst in die Indifferenz zurükgeht. Das Atmosphäril entspringt selbst in der<lb n="4"/>Lufft; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">wesentliche</hi> desselben ist den <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi> der Individualität <hi rendition="#g">zu</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">haben</hi>, zu dem es wird; nicht seine Materien; dieser formale Mittelpunkt ist ebenso<lb n="6"/>in dem Hagel Graupen und Schnee; die Kälte als solche macht diese Erscheinungen<lb n="7"/>nicht begreifflicher; was wesentlich an ihnen ist, ist daß sie einen Kern, einen<lb n="8"/>krystallisirenden Mittelpunkt haben, die absolute Form, welche in der Lufft als<lb n="9"/>solcher, die eine absolute Flüssigkeit Vernichtung aller Form ist; nicht ist; aber<lb n="10"/>die Spannung der Lufft, als absolute Spannung ist der Punkt der Form der<lb n="11"/>Kern, und die Krystallisationsform, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi> in der Spannung, die als<lb n="12"/>Differenz sich nicht nur nach aussen bezieht, sondern [als] <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi><lb n="13"/>absoluter Begriff sich eben so auf sich selbst bezieht, und hierin <hi rendition="#g">Totalität</hi> <hi rendition="#g">Punkt</hi>,<lb n="14"/><hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">KrystallisationsForm</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>. Die Kälte kann die Lufft nicht zu Wasser<lb n="15"/>sondern nur das gebildete Wasser starr machen; aber die Bildung des Wassers<lb n="16"/>selbst, ist selbst als Wasser die Veränderung der allgemeinen indifferenten Form in<lb n="17"/>Gestalt, aber eine formale Gestalt als ein negatives der Gestalt, das Product, das</p>
<pb n="103" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=106" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>von seinem bildenden Princip, der absoluten Differenz dem absoluten Begriffe ver<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>lassen ist, und deßwegen eben so unmittelbar in seinem hervortreten in die Existenz<lb n="3"/>als Blitz verlischt. Aber daß dieser absolute Begriff als Flamme, dieses Wesen der<lb n="4"/>Individualität in der Lufft ist, diß ist es, was in der Spannung des Processes ist, eine<lb n="5"/>vollständige Erde und was das Wesen der Bildung ebenso des Regens als des Atmo<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>sphärils ist. Die heraustretende Differenz ist aber die höchste Individualisirung des<lb n="7"/>als Wasser Wolke und Regen beginnenden Kometen. Die blosse Erscheinung dieser<lb n="8"/>Momente seiner Bildung ist die Flamme, und das ausser ihr fallende Wasser die<lb n="9"/>Trennung des absoluten Begriffs der Unendlichkeit und der sichselbstgleichheit der<lb n="10"/>Differenz.</p>
<p><lb n="11"/>Diß <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Auflösung der Spannung des Processes.</p>
<p><lb n="12"/><hi rendition="#g">Auf</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> Seite geräth die Erde in ihrer Spannung zur Starrheit übergehend<lb n="13"/>ebenso, wie die Lufft in den Widerspruch <hi rendition="#g">ihrer</hi> wesentlichen <hi rendition="#g">flüssigen</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi><lb n="14"/>mit <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">gesetzten</hi> absoluten Starrheit, in den Widerspruch ihrer Gestalt,<lb n="15"/>an welcher die Flüssigkeit negirt wird. Für sich in ihrer Spannung sich auf sich<lb n="16"/>selbst beziehend da sie Totalität ist, preßt sie ihr Krystallisationswasser in den</p>
<pb n="104" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=107" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Flüssen immer aus sich aus, erhält sich immer in ihrer Gestalt; hat diesen Proceß<lb n="2"/>der Wolkenbildung, gegen die sie umgebende Lufft im Thau, und in sich selbst.<lb n="3"/>Aber dieser Proceß insofern er an ihr selbst, ist nicht ihre Spannung gegen den<lb n="4"/>sich als Wolke bildenden <hi rendition="#g">Kometen</hi>.</p>
<p><lb n="5"/><hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Spannung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi> selbst ist die der Lufft entgegengesetzte; die Spannung<lb n="6"/>der Lufft zerfällt in sich, indem in ihr die Individualität <hi rendition="#g">beginnen</hi> will; die Spannung<lb n="7"/>der Erde im Gegentheil indem sie der höchsten Individualität der absoluten Sprödig<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>keit in dem Aufheben ihres Flüssigseyns zugeht. Dieser Übergang ist wie in der<lb n="9"/>Lufft eine Spannung ihrer Allgemeinheit in Differenz, so an der Erde umgekehrt<lb n="10"/>ein Aufheben der in ihrer Gestalt gesetzten, und allein in dem Einsseyn der Flüssig<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>keit mit dem Spröden, möglichen verschiedenen specifischen Schweren. Mit der<lb n="12"/>Flüssigkeit hebt sich diese Differenz auf, und indem alles einer Sprödigkeit zugeht,<lb n="13"/>so ist diß thätige spannende Aufheben der specifischen Schweren ein Erhitzen, das<lb n="14"/>Werden zur Flamme selbst. In dieser negativen Flüssigkeit geht die Erde der Natur<lb n="15"/>des Glases oder Laven und Schwefels [zu], und eine Auflösung der verschiedenen<lb n="16"/>Schweren gleichsam in eine Wolke von absolut sprödem. Diese flüssige gestaltlose<lb n="17"/>Krystallisation der Sprödigkeit ist als diß flüssigwerden, Aufheben der specifischen</p>
<pb n="105" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=108" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Schwere eine absolute Erhitzung, und das Werden zur Flamme; wie die Lufft zum<lb n="2"/>Kometen würde; <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">die</hi> Erde zum Monde ausbrennen; <hi rendition="#g">der</hi> KERN einer solchen<lb n="3"/>Erhitzung die <hi rendition="#g">gewordene</hi> <hi rendition="#g">Flamme</hi>, bricht sich in den Explosionen der Vulkane<lb n="4"/>eine freye aüsserliche Bahn, so wie in den Erdbeben diese verschiedene Spannung<lb n="5"/>eines solchen Flammenkerns gegen anderes als Gestalt sich festerhaltendes [sich] auf<lb n="6"/>eine ideelle Weise <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">einem</hi> <hi rendition="#g">elektrischen</hi> <hi rendition="#g">Schlage</hi> <hi rendition="#g">aufhebt</hi>.</p>
<p><lb n="7"/><ref type="anker" target="#fn-108-1">¹</ref><hi rendition="#g">Beyde</hi> <hi rendition="#g">Flammen</hi>, die momentan entstehende der Lufft, und die <hi rendition="#g">langsam</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">bildende</hi> der Erde der Verbrennung brechen zusammen, stürzen in ein<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>ander, und in diesem Einswerden brechen die beyden Spannungen, des werdenden<lb n="10"/>Kometen, und des Erdbrandes in einander, und die Erde ist diß in einanderfallen<lb n="11"/>der Elemente, sie ist das Einsseyn ihrer Gestalt, mit diesem sich aufhebenden Processe.<lb n="12"/>Wie jener Kraislauff sich erneuert, und fortdauert, ebenso dauert diß Einsseyn fort,<lb n="13"/>und diß Einsseyn derselben ist als das Resultat in das sich der Proceß auflöst, ebenso<lb n="14"/>ihre absolute Bedingung, und ihr absolutes Wesen.</p>
<p><lb n="15"/>Die Erde ist dieser sich reducirende Proceß, oder derselbe [ist] absolute Allgemein<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>heit und Einheit als Materie, in welcher er ganz und keines seiner Momente unter-</p>
<note xml:id="fn-108-1" type="blatt" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>zu g)</note>
<pb n="106" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=109" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>schieden ist, alle Vermengt, und zwar <ref type="anker" target="#fn-109-1">¹</ref>in einer absoluten Durchdringung, der<lb n="2"/>Äther derselben; aber so daß die Elemente an ihr herausgebohren, nicht für sich<lb n="3"/>seyende<ref type="anker" target="#fn-109-2">²</ref>, sondern an ihr als ideelle, aber so gesetzte wirkliche, ihre Accidenzen<lb n="4"/>[sind], sie ihre absolute Substantialität ist; [die Elemente] in ihrer <hi rendition="#g">Indifferenz</hi><lb n="5"/>unterschiedene sind, oder zu wahren <hi rendition="#g">Sinnen</hi> derselben werden. (Die Realisirung<lb n="6"/>der Elemente in ihr, worin sie ihr Element ist, das Feuer zur Flamme, Wasser zum<lb n="7"/>Meere, die Lufft zum kometarischen Processe, zur Bildung einer der Erde ent<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gegengesetzten Erde wird, ist zugleich in der Befreyung von der Erde, das voll<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>kommene hineinfallen in sie, im absoluten meteorologischen Processe, so nemlich,<lb n="10"/>daß jedes einzelne zu seinem Seyn als Totalität, Flamme, sein Seyn in der Erde als<lb n="11"/>seine Bedingung erkennt; wie es sich befreyt, eben so die Erde sich in sich ebenso<lb n="12"/>von ihm befreyt, und sich ebenso zusammennimmt, die Finsterniß, das Aufgehoben<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>werden der specifischen Schweren in sich verbirgt u.s.f. – und im meteorologischen<lb n="14"/>Processe, der die Darstellung hievon derselben als Einer Totalität, die Erde das<lb n="15"/>Eins dieser Subsumtionen ist.)</p>
<p><lb n="16"/>Die Erde ist befruchtet im Processe, sie ist das allgemeine und die absolute Un<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>endlichkeit das Eins der Elemente in untrennbarer Durchdringung; der Proceß</p>
<note xml:id="fn-109-1" type="kopf" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>h)</note>
<note xml:id="fn-109-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>hier absolut selbstständige, als Elemente im Chemismus für sich<lb n="20"/>seyende aber sich auf die Erde beziehend</note>
<pb n="107" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=110" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>setzt sie ideell an ihr. Die Befruchtung der Erde ist absolut diß Werden derselben,<lb n="2"/>als einer Totalität, nichts anders, als daß in dem Zusammenstürzen der Spannung,<lb n="3"/>alle Elemente in Eins zusammenfallen, ein Punkt werden, der in ungetrennter Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>heit alle zusammenhält, wodurch die Elemente in eine andere Potenz übergehen,<lb n="5"/>nemlich wie vorher gegeneinander gekehrte Substanzen, so itzt Accidenzen der<lb n="6"/>Einen Substanz welche Substanz als unendliche sich auf eine ganz andre Weise<lb n="7"/>zur Totalität macht, nemlich so daß sie fernerhin aufgelöst, in dem Momente der<lb n="8"/>Totalität <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">dieselbe</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">aller</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> <hi rendition="#g">bleibt</hi>.</p>
<pb n="108" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=111" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>9.</head>
<head><lb n="2"/>ALLGEMEINE INFECTION …</head>
<p><lb n="3"/>allgemeine Infection verlieren kann, in seinem Verbrennen einen Kern hat, und als<lb n="4"/>Meteor in längerer Flamme brennt, und als irrdisches Feuer, brennende Flamme, in<lb n="5"/>seinem Erlöschen als Atmosphäril herabfällt, sonst aber nur in Wasser erlischt.<lb n="6"/>Diese Reduction des Komets ist aber unmittelbar sein auseinanderfallen, in eine<lb n="7"/>leere Lufft, und eine Erde, die den Kometen an sich gerissen sich unterworfen hat,<lb n="8"/>und das erloschene Feuer ist der gleich verbreitete Ton, der aber als solcher nicht<lb n="9"/>bleiben kann, sondern sein eingeschlossenseyn in die Erde, das zerflossenseyn in die<lb n="10"/>allgemeine Flüssigkeit aufhebt, die Lufft aus ihrer Indifferenz reißt, und die Erde<lb xml:id="GW06-s111-z11" n="11"/>dagegen spannt, und somit beyde gegeneinander.</p>
<note xml:id="fn-111-1" type="rand" place="margin" n="" target="#GW06-s111-z11">Erdbeben</note>
<p><lb n="12"/>Jeder Moment dieses Processes ist physisch keiner ein leerer mechanischer der<lb n="13"/>Verdampfung durch Wärme, oder der Erkältung, noch ein rein chemischer sondern<lb n="14"/>absolut chemischer. Die Spannung der Erde gegen Feuer ist ein zu Lufftwerden des<lb n="15"/>Wassers, nicht eine Verdunstung, noch eine chemische Auflösung in einander,<lb n="16"/>sondern der Durchgang des Wassers durch die absolute organische Einheit der Erde<lb n="17"/>zu Lufft, und der Grund dieser Verwandlung ist der in der Erde indifferent gesetzte<lb n="18"/>Ton, der sich differentiiren oder Wirklichkeit haben muß; oder seine Differenz<lb n="19"/>fällt in die Flüssigkeit der Erde, und in dieser sich spannend bricht das Aufheben<lb n="20"/>derselben als Erdbeben aus. Aber diese innre Spannung wird eine aüssere fällt in<lb n="21"/>das Wasser, und <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi>; die <hi rendition="#g">Erde</hi> <hi rendition="#g">thut</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">von</hi> selbst auf und<lb n="22"/><hi rendition="#g">indem</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Ton</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Flüssige</hi> <hi rendition="#g">fällt</hi>, so geht diese zu Grunde. Die Wolken<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>bildung aus dieser Spannung ist die beginnende Selbstständigkeit der Lufft, die um<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>gekehrte Verwandlung der Lufft in Wasser, oder als Wolke vielmehr eine irrdisch<lb n="25"/>werdende Lufft, eine Vermengung, die wesentlich von Nebel unterschieden [wer-</p>
<pb n="109" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=112" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>den] kann; ein Seyn des Wassers wie es als Lufft seyn kann, eine erhöhte specifische<lb n="2"/>Schwere der Lufft, die in dieser nicht getragen wird, sondern welche als die andre<lb n="3"/>Seite der Kohäsion lebendig hinausgehalten wird; die Lufft wird entfernt von der<lb n="4"/>Erde specifisch leichter; und nicht in der absoluten Veränderung der specifischen<lb n="5"/>Schwere der Lufft, sondern in der relativen besteht der Übergang; wird die Lufft<lb n="6"/>in der Höhe, in welcher sie diese specifische Schwere hat, gespannter, es sey höhere<lb n="7"/>oder niedrigere (Erdbeben), so tritt sie für diese die ihrem Orte angehört zu Wasser<lb n="8"/>heraus; der Barometer gehorcht nur der specifischen Schwere, und sein Fallen ist<lb n="9"/>die Verwandlung der specifischen Schwere der Lufft, in absolute Schwere, in Materie<lb n="10"/>in Wasser. Das erscheinende Aufheben als Einsseyn der getrennten sich aufeinander<lb n="11"/>beziehenden Spannungen ist das Feuer. Die befruchtete Erde geht in sich zurück;<lb n="12"/>oder der absolute Punkt fällt in sie hin, der zwischen ihr und der Lufft stand, und<lb n="13"/>in diesem Einsseyn wird sie organisch gebähren; und als diese ist es daß von Wasser<lb n="14"/>und Feuer [die Erde gebohren wird]. Die Erde zunächst als sie selbst neu gebohren<lb n="15"/>ist die befruchtete, die sich so sistirt.</p>
<pb n="110" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=113" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>10.</head>
<head><lb n="2"/>WIR SIND MIT DIESER IDEE DER ERDE …</head>
<p><lb n="3"/>Wir sind mit dieser Idee der Erde in die <hi rendition="#g">Physik</hi> eingetreten; die Gestalt, das<lb n="4"/>Resultat der Mechanick ist das einfache Bilden der Erde in sich selbst, worin sie zur<lb n="5"/>Gestalt wird; als ein einfaches indifferentes ineinandersetzen des Tons in der Flüssig<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>keit. Im <hi rendition="#g">Chemismus</hi> tritt diß Einfache in einanderseyn, <hi rendition="#g">aus</hi> einander; die Gestalt,<lb n="7"/>ihrer Auflösung gegenüber, oder ihrer Totalität insofern die Momente derselben,<lb n="8"/>als selbstständige, physische Elemente sind; sie ist als die einfache Einheit die Wesent<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>liche Einheit derselben und im absoluten chemischen Processe stellt sie sich als solche<lb n="10"/>dar, im Kampfe mit den Elementen in Gewalt derselben, und in ihrem Erbeben,<lb n="11"/>hebt sie den Gegensatz auf, und wird das Eins ihrer Gestalt, und ihrer Elemente.<lb n="12"/>Als solches ist sie die reale physische Erde, für welche diese Elemente nicht Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>stantialitäten, sondern Accidenzen Eigenschafften ideelle Momente sind. a) wir<lb n="14"/>betrachten diese Idee des physischen Körpers, wie an ihm die Elemente ideelle<lb n="15"/>Momente Eigenschafften sind b) wie die Idee des physischen Körpers überhaupt<lb n="16"/>sich in diesen Accidenzen besondert, oder wie sich diese Elemente in der Erde<lb n="17"/>individualisiren c) und wie die ganze Erde das System dieser physischen Beson<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>derung ist. d wie dieser physische Körper als einzelner sich im Processe verhält,<lb n="19"/>der chemische Proceß der besonderen Körper; der chemische Proceß der physischen<lb n="20"/>Erde aber kann nur der seyn, worin sie innerhalb ihrer absoluten Einheit, sich ent-</p>
<pb n="111" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=114" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>zweyt, und ihren Producten in der Entfaltung, die untrennbare Einheit ihres Wesens<lb n="2"/>mitgibt, oder worin sie eigentlich organisches Pflanze und Thier ist.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="3"/>A) DIE PHYSISCHE IDEE DES KÖRPERS</head>
<p><lb n="4"/>I. Wir betrachten die Elemente einzeln, und nehmen sie in ihrem Realisiren<lb n="5"/>wieder auf, worin sie ein anderes werden; das Feuer zur Flamme das Wasser zum<lb n="6"/>Meere, die Lufft als das allgemeine selbst zu einer Seite des Processes gegen die<lb n="7"/>Erde, sie als sich in sich selbst, als zum Punkte ihrer Totalität; diese fällt unmittelbar<lb n="8"/>in die Erde,</p>
<p><lb n="9"/>A. das Feuer war zu Farbe Wärme, und Flamme geworden, in der Erde als<lb n="10"/>seinem Medium; aber ebenso wie es sich als Flamme von diesem Medium befreyt;<lb n="11"/>so erlischt es, es ist schlechthin nur in ihm, oder dieses sein Seyn in diesem All<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gemeinen ist sein wahres Wesen; der Proceß stellte das Feuer als solches dar; das<lb n="13"/>Feuer <hi rendition="#g">war</hi>, <hi rendition="#g">existirte</hi> nur UNENDLICH, indem es in dieser Totalität war indem<lb n="14"/>es sich in Lufft und Erde spannte, und im Aufheben ihrer Spannung als Flamme<lb n="15"/>hervortrat; d. h. es ist im Allgemeinen Elemente. Diß sein Seyn in der Erde ist<lb n="16"/>α) Spannung, d. h. verschiedene sich aufeinander beziehende specifische Schweren;<lb n="17"/>die hier erst körperlich werden die aber vereinzelt das Wesen, das einfache Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>hältniß jeden Körpers ausmachen, gleichsam die absolute <hi rendition="#g">Farbe</hi>, der absolute Ton</p>
<pb n="112" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=115" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>des Körpers β) es als Wärme ist ebenso ein Aufheben dieser Spannung, die Wärme<lb n="2"/>ist selbst <hi rendition="#g">negative</hi> Flüssigkeit überhaupt αα) als flüssige haben die Körper über<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>haupt <hi rendition="#g">Wärmeleitungsfähigkeit</hi> ββ. aber wie die specifische Schwere ver<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>schieden ist, so haben sie auch verschiedenes Verhältniß zum Aufgehobenwerden<lb n="5"/>derselben, oder verschiedene <hi rendition="#g">Wärmekapacität</hi>. Von dem gleichen Quantum<lb n="6"/>Wärme werden die realen Körper sehr verschieden erwärmt. Das Feuer ist hiemit<lb n="7"/>ideell oder eine Eigenschafft Verschiedenheit der specifischen Schwere, diese ist im<lb n="8"/>Körper sich selbst gleich und das Aufheben ist Wärmeleitungsfähigkeit, aber sie ist<lb n="9"/>absolut besondert, verschiedene <hi rendition="#g">Wärmekapacität</hi>, gleichsam der ganze Proceß<lb n="10"/>aber der einfache in sich selbst zurükgehende, worin der Körper nicht aus sich<lb n="11"/>heraustritt</p>
<p><lb n="12"/>B. das Meer ist die <hi rendition="#g">Salzigkeit</hi> des Körpers, d. h. seine Möglichkeit getrennt<lb n="13"/>zu werden, in zwey Körper, von verschiedener specifischer Schwere <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">ver<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">schiedener</hi> Wärmeleitungsfähigkeit und <hi rendition="#g">Wärmekapacität</hi>. Diese Salzigkeit<lb n="15"/>ist dem ersten, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Metallität</hi> absolut entgegengesetzt; jene ist gediegene Einheit<lb n="16"/>der positiven und negativen specifischen Schwere, eine sichselbstgleichheit; diese die<lb n="17"/>Möglichkeit, absolut ungleich zu werden, im Processe der ein auseinander fallen<lb n="18"/>ist; die Salzigkeit ist die Neutralität, die formale Einheit wie die Metallität absolute<lb n="19"/>Einheit.</p>
<p><lb n="20"/>C. <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi> [ist] in dem Körper ebenso wie die Salzigkeit, der Gegensatz,</p>
<pb n="113" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=116" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>die Möglichkeit des auseinanderfallens; aber auf eine andere Weise, nach der Natur<lb n="2"/>der Lufft, der Mitte, des allgemeinen, absoluter Gegensatz. Die Neutralität des<lb n="3"/>Salzes ist als Lufft, als allgemeines ein Aufheben der Salzigkeit in Einheit Allgemein<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>heit; das Neutralseyn ist einfach oder gerade <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> selbst ist die absolute<lb n="5"/>Möglichkeit des Auseinanderfallens. Wie in der Salzigkeit sie als eine gedoppelte<lb n="6"/>Möglichkeit, so ist hier jene Möglichkeit als ein einfaches und die Änderung nicht<lb n="7"/>das Zerfallen in 2, sondern an ihm selbst das absolute Gegentheil <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">werden</hi>. <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Neutralität</hi> ruhig in einanderfallend, unendliche<lb n="9"/>Trennbarkeit, Möglichkeit <hi rendition="#g">absoluter</hi> <hi rendition="#g">Differentiirung</hi>, entgegengesetzt als<lb n="10"/>Einheit. Aber das sich Zurüknehmen, aus der Trennung, oder dieselbe als Einheit<lb n="11"/>ist nichts anders, als das Verhältniß selbst zum Feuer, oder die <hi rendition="#g">Brennbarkeit</hi>,<lb n="12"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Unfähigkeit</hi>, <hi rendition="#g">in</hi> die verschiedenen specifischen Schweren <hi rendition="#g">auseinander<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">zufallen</hi>; und die Form der Neutralität auf die ideelle <hi rendition="#g">Weise</hi>, der <hi rendition="#g">Verän<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">derung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">specifischen</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>, <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">haben</hi>; in Salzigkeit wird der Körper<lb n="15"/>2 verschiedene specifische Schweren, hier ebenso aber nacheinander.</p>
<p><lb n="16"/>D. Die Erdigkeit <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Reduction</hi> dieser ideellen Elemente; das absolute in<lb n="17"/>eins setzen derselben, die absolute <hi rendition="#g">Starrheit</hi> des Punktes, so daß sie ununterscheid<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>bar, und ebendarum untrennbar, oder als hervortretend aufgehoben sind; weder<lb n="19"/>metallisch, als sich auf sich selbst beziehender Proceß, und die andern Formen als</p>
<pb n="114" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=117" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ein Aüsseres habend, noch eine dieser Formen selbst, Einheit, als Neutralität, die<lb n="2"/>zerfällt, noch die Brennbarkeit, als absolute Änderung, absolutes Gegentheil seiner<lb n="3"/>selbst werden, an ihm selbst, sondern unzerstörbares und unveränderliche Einheit.</p>
<p><lb n="4"/>Wir verstehen demnach was es ist, daß <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">ältern</hi> gesagt haben, der Körper<lb n="5"/>bestehe aus Mercurius, Salz, Schwefel und Erde.</p>
<p><lb n="6"/>Der absolute Mercurius ist die Metallität, die Gediegenheit, die Sichselbstgleichheit<lb n="7"/>des bestimmten Tons, der specifischen Schwere, positive und negative specifische<lb n="8"/>Schwere als solche, und Wärmekapacität;</p>
<p><lb n="9"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Salz</hi> ist die Neutralität seine Möglichkeit in zwey Körper von verschiedener<lb n="10"/>specifischer Schwere auseinanderzufallen.</p>
<p><lb n="11"/>Der Schwefel die Verbrennlichkeit, Möglichkeit zwey verschiedene specifische<lb n="12"/>[Schweren,] ideell nacheinander, in sich dasselbe [zu] bleiben, oder an ihm selbst<lb n="13"/>das Gegentheil seiner selbst zu werden.</p>
<p><lb n="14"/>Die Erde endlich die Einheit derselben, d. h. die absolute Weise wie sie in einander<lb n="15"/>eins sind, und keine sich von einander, [als] die entgegengesetzten unterscheiden;<lb n="16"/>es ist von jenen ältern diese Erde die jungfraüliche Erde genannt worden, um die<lb n="17"/>sie sich viel Mühe gegeben haben. Die Neuern welche diese Idee roh empirisch<lb n="18"/>genommen haben, haben in den Körpern, diese Erde, sowie den Schwefel, Salz<lb n="19"/>und Mercurius als den empirischen Schwefel u.s.f. gesucht, und diese freylich<lb n="20"/>nicht darin gefunden; und sie haben sie deßwegen nicht darin gefunden, weil jene<lb n="21"/>Einheit der Erde, des Schwefels, Salzes, und Mercurius die absolute Idee des ein-</p>
<pb n="115" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=118" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>zelnen Körpers ist, die als absolute Idee nicht in der unorganischen Natur vorhanden<lb n="2"/>ist, sondern [in] diese auseinander fällt; die Momente nur vereinzelt ausdrüken kann.<lb n="3"/>Wir sehen daß das System dieser <hi rendition="#g">Eigenschafften</hi> Metamorphosen des Feuers<lb n="4"/>oder des absoluten Begriffs [sind.] α) Metallität als Ton, Klang, bestimmte speci<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>fische Schwere und das negative sich Zurücknehmen; die Idee des Processes bleibend<lb n="6"/>in einer Einheit. β) Salz, Feuer, aus einanderfallend, die Möglichkeit der Spannung<lb n="7"/>darstellend, sie verwirklichend; zu Lufft und Erde werden, zu einem Starren und<lb n="8"/>absolut Flüssigen. γ) dasselbe Feuer wie es als Einheit als Flamme ist, sich verzehrt,<lb n="9"/>zu einer andern specifischen Schwere wird. δ) das Erlöschen der Flamme, die voll<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>kommene Unfähigkeit der Veränderung, oder die aufgehobene Möglichkeit dieser<lb n="11"/>drey Veränderungen.</p>
<p><lb n="12"/>Diese Idee des Körpers drükt also die ganze Totalität des Processes aus; als Metalli<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>tät die Idee desselben, die specifische Schwere, der sichselbstgleiche Ton, der zu<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gleich sich aufhebt, diß Aufheben selbst zu einem sichselbstgleichen in der Wärme<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>leitung macht, aber eben so zu einem besonderten, einer bestimmten Kapacität;<lb n="16"/>in dieser besonderten Aufhebung realisirt sich aber unmittelbar der Proceß, und<lb n="17"/>wird zum Werden verschiedener specifischer Schweren, in der Salzigkeit; setzt<lb n="18"/>aber sie ideell, im absoluten Schwefel, d. h. macht daraus, nur verschiedene speci<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>fische Schwere an demselben Körper; die er aber als absolut einzelner nur nach<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>einander zu haben vermag. Und die Erdigkeit ist derselbe ganze Proceß, als <hi rendition="#g">Eine</hi></p>
<pb n="116" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=119" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Einheit; alle diese Momente absolut reducirt zur Ununterscheidbarkeit. <hi rendition="#g">Ich</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">bemerke</hi> <hi rendition="#g">hierüber</hi> a) daß diese Elemente wie sie so als Eigenschafften am Körper<lb n="3"/>in Einer Einheit sind, sie die wahre Reflexion dieser Elemente in sich selbst; die<lb n="4"/>Idealität Indifferenz derselben, als ihr bezogenseyn nach aussen, oder daß sie nur im<lb n="5"/>Processe sind; sie sind die <hi rendition="#g">Sinne</hi> des Körpers. Er ist unmittelbar darin <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Be<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">ziehung</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">andere</hi>, und indifferent in ihm selbst; das seyn derselben im Körper.<lb n="7"/>Aber die Indifferenz dieser Sinne ist eine formale oder es ist die Indifferenz der<lb n="8"/>ersten Potenz. Die Erde unmittelbar als das Einsseyn der Elemente, oder das an ihr<lb n="9"/>ideellseyn ist absolute Einzelnheit, absolute Erdigkeit, absoluter Punkt der Reflexion,<lb n="10"/>und jeder einzelne irrdische Körper ist so nach dieser Einheit gesetzt; die Idee des<lb n="11"/>Körpers, ist die Einheit der sich unterscheidenden entgegengesetzten und in ihrer<lb n="12"/>entgegensetzung aufhebenden Totalität; aber die Existenz dieser Einzelnheit, des ein<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>fachen Punktes vermag eben darum nicht zumal an ihm selbst die Totalität des<lb n="14"/>Processes in einer Einheit darzustellen, und der existirende einzelne Körper, um<lb n="15"/>seiner Einfachheit, seiner Erdigkeit willen drükt nur immer Ein Moment [aus],<lb n="16"/>und die andern Momente liegen ausser ihm, sowohl ruhend, als andre Körper,<lb n="17"/>als auch als Momente des Processes. Der Körper hat nur Einen Ton, Eine specifische<lb n="18"/>Schwere, hat nur Bedeutung in Beziehung auf andere specifische Schweren, andere<lb n="19"/>Körper, oder selbst im absoluten sich verändern ist ein fremdes Feuer das ihn be-</p>
<pb n="117" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=120" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>wegt der Proceß; die Salzigkeit ist nur die Möglichkeit der Spannung hat das<lb n="2"/>indifferente woran es sich spannt ausser sich; ausser jener Einheit der specifischen<lb n="3"/>Schweren und insofern sie wirklich wird, ist sie Zerlegung eine Zerstörung des<lb n="4"/>Körpers; diese ist nicht zugleich mit ihrer Möglichkeit, oder Neutralität gesetzt;<lb n="5"/>dise nicht die Brennbarkeit, welche nicht die Möglichkeit ist in zwey zu zerfallen,<lb n="6"/>sondern an ihr selbst die verschiedenen specifischen Schweren zu haben; aber diese<lb n="7"/>ist zugleich [in der] Einheit der Erdigkeit nicht ineins der verschiedenen Schweren.<lb n="8"/>Und die Erdigkeit in ihrer Einheit ist ebenso wenig ohne innere Möglichkeit sich<lb n="9"/>zu differentiiren; sie ist auch nicht metallisch nicht fähig, die Idee des Processes in<lb n="10"/>sich darzustellen. Es fallen in der ersten Potenz als der absoluten Einfachheit diese<lb n="11"/>Momente sowohl existirend als im Processe auseinander; die Erdigkeit, als die Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>heit derselben ist, formale, eine Einheit in welcher sie nur aufgehoben sind, oder<lb n="13"/>es fehlt diesen Körpern die Einheit <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>; oder die absolute Unendlich<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>keit; er ist wohl unendlich, geformt, oder es ist an ihm schlechthin nur <hi rendition="#g">Eine</hi> Seite<lb n="15"/>nur Ein Moment der Form wirklich, die andern Momente liegen als andre Körper,<lb n="16"/>oder als seine vorhergehenden oder nachfolgenden Zustände ausser ihm. Oder es<lb n="17"/>fehlt ihm der fünfte Sinn, der seine Einheit die auf seinen Proceß bezogen ist, in</p>
<pb n="118" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=121" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>absolut einfache Einheit in sich zurücknimmt, und sie als eine einzelne bezogene<lb n="2"/>auf den Gegensatz aufhebt und sich als die zurükkehrende Einheit setzt, oder er<lb n="3"/>ist nicht <hi rendition="#g">Stimme</hi>; Ton wohl und ebenso Klang, eine von aussen erregte Stimme.</p>
<p><lb n="4"/>c Es steht in der Idee des Körpers diese seinem <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>, unter welcher der<lb n="5"/>Formen der Momente es seye seinem Einzelnseyn; seinem Seyn als Totalität der<lb n="6"/>Momente seiner Schwere seinem gehen in den Proceß, und seiner Veränderung<lb n="7"/>entgegen, und in der Idee ist beydes gesetzt als Eins; aber der einzelne Körper kann<lb n="8"/>dise Metallität und Brennbarkeit nicht in seinem für sich seyn setzen; er ist nur<lb n="9"/>unter einer Form diser Momente der Kohäsion oder [des] Magnetismus aber ist<lb n="10"/>diß absolute Seyn der Differenz, aller Momente; der einzelne Körper hat also keine<lb n="11"/>wahrhaffte <hi rendition="#g">Kohäsion</hi>, ein Wort, das oft gebraucht wird, ohne verstanden zu wer<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>den; die wahrhaffte Kohäsion haben wir in der formalen Gestalt erkannt als Magne<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>tismus d. h. als ein Seyn verschiedener specifischer Schweren in Einer Einheit in<lb n="14"/>der Gestalt als Totalität; hier fassen wir sie näher auf, als die Verschiedenheit der<lb n="15"/>Sinne, und des Processes gegen die Erdigkeit, und die absolute Einheit das Einsseyn<lb n="16"/>der Erdigkeit und der verschiedenen Sinne. Der Körper hat <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">Einsseyn</hi> nur<lb n="17"/>als ein auseinander in der Differenz der Momente des Processes, denn er ist Erde,</p>
<pb n="119" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=122" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>er drükt die Idee der Totalität aus aber ist ein formales Einsseyn, er drükt sie nicht<lb n="2"/>auf einmal aus, <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Erscheinen</hi>, seine differenten Zustände und seine Indifferenz<lb n="3"/>sind nicht absolut dasselbe; die absolute Kohäsion ist diese Unendlichkeit als eins; an<lb n="4"/>ihm selbst zu verschiedenen Zeiten, zu gleicher Zeit <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">seyende</hi> <hi rendition="#g">Totalität</hi> ver<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>schiedener Körper zusammen; und ebenso ist die Krafft des Processes dieses Werden<lb n="6"/>der Momente der Totalität in ihrem Nacheinander oder insofern sie zugleich sind<lb n="7"/>und indifferent gegeneinander ihr different werden, das Feuer nicht an ihm selbst</p>
<p><lb n="8"/>Die Erde als die Totalität der Vereinzelung der Körper, drükt an ihnen diß ver<pc force="weak">-</pc><lb xml:id="GW06-s122-z9" n="9" break="no"/>schiedene Verhältniß der Momente des Processes aus, oder setzt sich als Erde <hi rendition="#g">in</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">verschiedenen</hi> <hi rendition="#g">Momenten</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Idee</hi>; die Erde als solche [hat] allein<lb n="11"/>absolute Kohäsion, sie ist die Einheit in der Differenz aller Momente; aber sie <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="12"/>es selbst auch nur in dieser Potenz; sie ist es nicht für sich selbst; die Momente als<lb n="13"/>zur Erde geworden liegen selbst ruhig in ihr; im Proceß der Elemente ist sie, als<lb n="14"/>diß Einsseyn entstanden; nur im organischen wird sie selbst an sich diß Eins für<lb n="15"/>sich selbst.</p>
<note xml:id="fn-122-1" type="rand" place="margin" n="" target="#GW06-s122-z9">Eintheilung der irrdischen Körper</note>
<p><lb n="16"/>Wir betrachten diese Momente kurz als diese in der Erde seyenden, oder als<lb n="17"/>irrdische Körper; hiemit α) als die Idee des Processes, die Metallität als Metall<lb n="18"/>β) den Gegensatz der Salzigkeit, und Verbrennlichkeit als Salz, und brennende<lb n="19"/>Körper γ) als eigentliche Erde.</p>
<pb n="120" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=123" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>a) Das <hi rendition="#g">Metall</hi> ist die irrdische Darstellung der Idee des Processes, der Proceß<lb n="2"/><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, der Körper der aus der specifischen Schwere in die Wärmeleitung<lb n="3"/>und Veränderung der specifischen Schwere in ihm übergeht, diesen Proceß aber<lb n="4"/>nur ideell als Übergang von gestaltloser, starrer Flüssigkeit, zur fliessenden flüssigkeit<lb n="5"/>werden läst; und in sein erstes seyn zurükfällt; diesen Proceß so ideell erhält, ohne<lb n="6"/>zu Oxid, nach dem Processe, bleibender Veränderung der specifischen Schwere<lb n="7"/>zu werden; kein andres Moment in seinem Processe an sich setzt der Erdigkeit<lb n="8"/>überhaupt entgegengesetzt; es ist wesentlich sich selbstgleicher Ton, Flüssigkeit,<lb n="9"/>und in seinem starrseyn ebenso eine sich selbstgleiche Flüssigkeit, als durchaus edel<lb n="10"/>eigentlich ohne Bruch gestaltet so wie ohne Krystallisation. Aber das edelste Metall<lb n="11"/>bleibt ein irrdisches; in seiner Veränderung der specifischen Schwere liegt unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>bar die Möglichkeit ein anderes Moment des Processes bleibend an ihm zu setzen,<lb n="13"/>und die edeln Metalle bleiben zwar für sich unverändert im Feuer; aber das irrdische<lb n="14"/>Feuer oxidirt selbst das Gold, sie schmelzen mit andern zusammen; und sie haben<lb n="15"/>vor andern Körpern das ideelle<ref type="anker" target="#fn-123-1">¹</ref> Durchlauffen [der] Momente des Processes als<lb n="16"/>Schmelzens und Glühens. Aber sie sind unedlere Metalle nur Metalle überhaupt</p>
<note xml:id="fn-123-1" type="darunter" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Unverbrennlichkeit</note>
<pb n="121" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=124" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>durchlauffen auch die Momente des Processes indem sie in der differentiirung der<lb n="2"/>specifischen Schwere an ihnen selbst; jeder Moment des Processes, den sie durch<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>lauffen, bleibender an ihnen wird. Das Metall das sichselbstgleiches in seinem Pro<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>cesse ist, und vielleicht zugleich ein solches, welches wohl den Proceß am voll<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ständigsten an sich ausdrückt, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Eisen</hi> ist fähig, selbst den Schein einer Dif<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>ferentiirung specifischer Schweren <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> darzustellen, wie Nickel Kobald<lb n="7"/>und andre als Magnet; eine absolut oberflächliche Erscheinung des in eins bleiben<lb n="8"/>in der Differentiirung; die Inclination setzt selbst die Erscheinung einer verschie<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>denen specifischen Schwere an ihm; aber es kann nicht einmal des höher hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>tretenden Scheins der Differentiirung der Electricität fähig werden.</p>
<p><lb n="11"/>Das EDLE Metall drükt rein den Begriff der ersten Potenz des in der [Metallität]<lb n="12"/>seyenden Elements aus; es hat eine hohe specifische Schwere, und der Proceß der<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>selben ist der ideale, daß es die Aufhebung derselben <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> setzt; als<lb n="14"/>Flüssigkeit, Wärme leitet, mittheilt, und in diesem Übergang in eine andre speci<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>fische Schwere, im Glühen und Schmelzen, worin seine specifische Schwere grösser<lb n="16"/>zu werden pflegt, in sich selbst bleibt,<ref type="anker" target="#fn-124-1">¹</ref> kein anderes Moment des Processes an sich</p>
<note xml:id="fn-124-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Höhere Flüssigkeit</note>
<pb n="122" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=125" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>setzt, weder das der Salzigkeit, noch das der Brennbarkeit, und den Proceß nur auf<lb n="2"/>jene ideelle Weise an ihm ausdrückt. Aber um seiner Einfachheit willen hat das<lb n="3"/>edle Metall wie ein irrdischer Körper überhaupt die differenten Momente des<lb n="4"/>Processes als ein ausser ihm seyendes, und ist fähig auch den realen Proceß an ihm<lb n="5"/>zu haben; sein ideeller selbst aber hat das Princip seiner Bewegung nicht in ihm<lb n="6"/>selbst.</p>
<p><lb n="7"/>Die weniger edeln Metalle aber sind nicht fähig in jenem einfachen Processe sich<lb n="8"/>in sich selbst zu erhalten, sondern er wird unmittelbar in ihnen reell, es werden an<lb n="9"/>ihnen die Formen der andern Momente des Processes gesezt.</p>
<p><lb n="10"/>Es ist viel von <hi rendition="#g">einer</hi> <hi rendition="#g">Reihe</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Metalle</hi> <hi rendition="#g">die</hi> Rede gewesen; eine Ordnung<lb n="11"/>derselben, kann nichts heissen, als ihre Darstellung im Übergange aus dem Extrem<lb n="12"/>der ihnen wesentlichen Form des Seyns in <ref type="anker" target="#fn-125-1">¹</ref>das ihm entgegengesetzte. Man hat<lb n="13"/>geglaubt jene Eigenschafften in der specifischen Schwere und der Kohäsion anderer<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>seits zu finden. Was die <hi rendition="#g">specifische</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi> betrifft, so ist sie nicht nur ein sehr<lb n="15"/>bestimmter Begriff sondern das wesentliche in sich seyn des Metalls das Sichselbst<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>gleichheit ist. Die andere Seite <hi rendition="#g">dieses</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyns</hi> desselben ist unmittelbar die<lb n="17"/>Möglichkeit in den Proceß einzugehen, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Differentiirung</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> dar<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>zustellen; diese Möglichkeit ist aber etwas so allgemeines, und faßt so viel in sich,</p>
<note xml:id="fn-125-1" type="kopf" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>i</note>
<pb n="123" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=126" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>daß sie ein ganz unbestimmtes ist; entweder nur das Moment, den ideellen Proceß<lb n="2"/>an ihm selbst zu haben, zu glühen und Schmelzen;<ref type="anker" target="#fn-126-1">¹</ref> oder Salzigkeit, aufgelöst<lb n="3"/>werden durch Saüren und Salze mit ihnen zu bilden, oder an ihm selbst verschiedene<lb n="4"/>Grade der specifischen Schwere darzustellen, die verschiedener Oxidabilität, oder<lb n="5"/>die Form der Erdigkeit, an sich auszudrücken, die Sprödigkeit, – oder endlich <hi rendition="#g">die</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">Art</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Eingehens</hi> in den <hi rendition="#g">mechanischen</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">mit</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> Körpern,<lb n="7"/>Härte, Dehnbarkeit in die Breite, Streckbarkeit in die Länge u.s.f., Verhältniß zum<lb n="8"/>Gewichte überhaupt, – und endlich wieder <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Verhältniß</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> Metallen<lb n="9"/>selbst, den Proceß der Synsomatie; Verhältniß des Zusammenschmelzens, und der<lb n="10"/>Veränderung der specifischen Schwere dieses Gemisches, so wie die Bildung einer<lb n="11"/>chemischen Differenz mit denselben, in der galvanischen Action. Eine <hi rendition="#g">Ordnung</hi><lb n="12"/>nach jeder einzelnen dieser Eigenschafften d. i. einer besondern Form der Differenz<lb n="13"/>weicht durchaus von der andern ab, und es ist da gar kein miteinandergehen, oder<lb n="14"/>entgegengehen zweyer Eigenschafften zu finden, wie nothwendig; denn keine diser<lb n="15"/>Eigenschafften ist isolirt, ein rein andern schlechthin entgegengesetztes; sie greiffen<lb n="16"/>alle ineinander, keine ist die herrschende, bezieht sich nicht auf eine einzelne andre<lb n="17"/>als ihre entgegengesetzte sondern immer auf <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Verhältniß</hi> aller zusammen;<lb n="18"/><hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">was</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">specifischen</hi> Schwere entgegengesetzt werden kann, ist nur das</p>
<note xml:id="fn-126-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Wärmeleitungsfähigkeit</note>
<pb n="124" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=127" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Verhältniß</hi> <hi rendition="#g">aller</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> Eigenschafften zusammen ihre Totalität als verschiedener<lb n="2"/>Formen, wie das Seyn im Processe und diesen seinen verschiedenen Momenten und<lb n="3"/>Formen sich ausdrükt. Ehe also eine Ordnung unter den Metallen aufzusuchen war,<lb n="4"/>mußte vielmehr die absolute <hi rendition="#g">Ordnung</hi> dieser Eigenschafften, das absolute Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>hältniß derselben d. h. die Totalität der Idee des Körpers überhaupt und <hi rendition="#g">dann</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Metalle</hi> ins besondre <hi rendition="#g">erkannt</hi> <hi rendition="#g">werden</hi>. Steffens hat die Kohärenz der<lb n="7"/>specifischen Schwere entgegengesetzt, aber a) aus seinem Versuch geht hervor, daß<lb n="8"/>er bey dem was er Kohärenz nennt kein klares Bewußtseyn gehabt hat; es geht aus<lb n="9"/>seiner Schrifft keine Idee derselben hervor; indem sie allgemeiner Begriff ist, hat<lb n="10"/>[er] überhaupt das formale Seyn derselben als Magnetismus und den ganz formalen<lb n="11"/>Begriff der Differenz überhaupt in der Einheit gehabt; aber <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi><lb n="12"/>um was es zu thun war dann in ihrem Seyn als Totalität der Formen des Processes<lb n="13"/>ist ihm nicht viel weiter geworden, als rein die <hi rendition="#g">mechanische</hi> <hi rendition="#g">Kohärenz</hi>, nach<lb n="14"/>welcher ein Drath eines Metalls, mehr oder weniger ehe er zerreißt tragen kann,<lb n="15"/>das ganz aüsserliche das Verhältniß zum Gewichte; das einzige, was wahrhafft innre<lb n="16"/>Form des Processes andeutet hat <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">Ritter</hi> an die Hand gegeben, nemlich das<lb n="17"/>Verhältniß des Metalls <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Glühen</hi> und <hi rendition="#g">Schmelzen</hi>; welches das Moment</p>
<pb n="125" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=128" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>des ideellen Processes ist; diß Moment drükt das ideellseyn des Processes für das<lb n="2"/>Metall aus; es ist eigentlich die Idee dessen was das Metall im Processe ist, Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>änderung seiner specifischen Schwere; aber diß Moment bleibt eigentlich nur an<lb n="4"/>dem absolut edlen Metalle in seiner Reinheit; einem blossen Erglühen und Schmel<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>zen; in Beziehung auf seine Bestimmung als Grösse ist [das Metall] aber schon<lb n="6"/>selbst nicht ein einfaches in seiner Existenz, <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Verhältniß</hi> in <hi rendition="#g">sich</hi> des Glühens<lb n="7"/>zum Schmelzen, ein Verhältniß der Distanz beyder, oder des früher und später<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>seyns des einen oder des andern; und dann eben damit unmittelbar erscheinen diese<lb n="9"/>Formen selbst nur [indem] es theils die andern Formen des Processes setzt; und nicht<lb n="10"/>beyde als solche darstellen [kann], sondern vom Glühen nicht zum reinen Schmelzen<lb n="11"/>vom reinen Glühen nicht zum Glühen, sondern zur Oxidation fortgeht – nicht er<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>glühendes mehr oder schmelzendes, Verglasung – also ein Verhältniß nicht des<lb n="13"/>Schmelzens zum Glühen, sondern zur Oxidation u.s.w. worin sich eben jenes ein<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>fache Verhältniß selbst verändert und seine Menge des Oxygens quantitative<lb n="15"/>Materie, eine andre Bestimmung [wird]. Weder [die] Idee, welche dem Steffens<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>schen Versuch zum Grunde liegt, kann gründlich genannt werden; und ebenso<lb n="17"/>oberflächlich ist das empirische – die Angabe der Grösse der Eigenschafften der<lb n="18"/>Metalle von denen er spricht – behandelt. Was endlich die Anknüpfung der Metall<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>reihe an die Erden betrifft, und den Übergang aus ihnen in die organische Natur,</p>
<pb n="126" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=129" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>so ist von den Formen des Kohlenstoffs und Stickstoffs worein dann die Formen<lb n="2"/>der specifischen Schwere und Kohärenz übergehen welche chemischen Elemente<lb n="3"/><hi rendition="#g">Abstractionen</hi> noch im physischen gebraucht werden, wo sie gar keine Bedeu<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>tung mehr haben, schon die Rede gewesen; und das absolut wesentliche, das orga<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>nische selbst, die Form vielmehr schlechthin <hi rendition="#g">getödtet</hi>; die <hi rendition="#g">Idee</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Reihen</hi>,<lb n="6"/>das Reduciren der Verhältnißgrössen organischer Momente der Erde auf blosse<lb n="7"/>quantitative Unterschiede ist ein Mißverständniß der Philosophie welche <hi rendition="#g">das</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">reale</hi> allerdings als eine und dieselbe absolute Quantität d. h. Sichselbstgleichheit<lb n="9"/>erkennt; aber indem sie <hi rendition="#g">Unterschiede</hi> setzt, eben damit das <hi rendition="#g">qualitative</hi> hat.<lb n="10"/>Aber die Unterschiede selbst bloß quantitativ als Verschiedenheiten der Grösse zu<lb n="11"/>nehmen, macht entweder <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Erkennens</hi> überhaupt ein Ende,<lb n="12"/>für welches der Unterschied <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Entgegensetzung</hi> und <hi rendition="#g">nur</hi> darum<lb n="13"/>Aufhebung der Entgegensetzung ist; die Erkenntniß der Natur, das Erheben der<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>selben zum Geiste ist gerade die Gewalt, die <hi rendition="#g">ihrem</hi> <hi rendition="#g">quantitativen</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi><lb n="15"/>angethan wird, indem sie die Unendlichkeit nur als eine unendliche empirische<lb n="16"/>Vermittlung zwischen den Extremen darstellen kan, die Vernunft aber wahrhaffte<lb n="17"/>Unendlichkeit ist, und dieses Vermitteln aufhebt, und die Extreme festhält, als<lb n="18"/>Momente der Idee.</p>
<p><lb n="19"/>b. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gegensatzes</hi> <hi rendition="#g">aber</hi> der Salzigkeit und Brennbarkeit, die</p>
<pb n="127" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=130" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>Salze, <hi rendition="#g">alsdenn</hi> <hi rendition="#g">Schwefel</hi> Naphten u.s.w. erscheinen, weil als reine Körper des<lb n="2"/>Gegensatzes, auch als unmittelbar aus dem Processe, dem Meere, und dem Erd<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>brande herkommend; indem sie ihn ausdrücken, sind sie für sich nur in <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Form</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi>, nicht ihre absolute Einheit und zerfliessen in Wasser, und das Salz zer<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>fällt, in Saüre und Kali, Base; dessen Abstraction erst in diesem Zerfallen die erdigte<lb n="6"/>Natur darstellt, aber schlechthin different ist, und seine Neutralität unmittelbar aus<lb n="7"/>der Lufft herstellt; die Saüre auf ihrer Seite ebenso. <hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">Schwefel</hi>, das brennbare<lb n="8"/>auf seiner Seite; ist als der ABSOLUTE Gegensatz das in irrdische Form gesetzte Feuer<lb n="9"/>der Gegensatz in seiner absoluten Differenz gegen sich selbst nicht in Form der<lb n="10"/>Neutralität sondern in der Form der absoluten Einheit die als sich bewegender<lb n="11"/>Gegensatz, oder im Processe eben darum <hi rendition="#g">brennt</hi>; der Schwefel ist eben <hi rendition="#g">darum</hi> der<lb n="12"/>Saüre selbst so nahe, oder dem Zustande, in welchem seine feurige Natur different<lb n="13"/>wird; und zwar so, daß er eben um seiner Einheit willen, auf die gedoppelte Art zur<lb n="14"/>Saüre wird; durch das Princip <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Acidität</hi> <hi rendition="#g">andrer</hi> <hi rendition="#g">Saüren</hi>; Schwefelsaüre;<lb n="15"/>aber ebenso durch die differente <hi rendition="#g">Basicität</hi>, welche der eigentlichen Saüre entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>gesetzt ist, und nur die differenten bezogen seyn überhaupt an sich hat, durch das<lb n="17"/>Princip der Kalität, durch Hydrogen zur hepatischen, oder Hydrothionsaüre wird;<lb n="18"/>die in ihrer Auflösung Wasserstoffgas, und Schwefel wird.</p>
<p><lb n="19"/>c. Die Erden selbst als solche sind das eigentlich concrete, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">spröde</hi><lb n="20"/>die vernichtete innre Differenz der Brennbarkeit und der Neutralität so wie der</p>
<pb n="128" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=131" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Flüssigkeit der quantitativen aüssern. Zusammenschmelzen mit andern. In disem<lb n="2"/>Princip ihrer Sprödigkeit wieder die andern Formen darstellend; Kiesel nimmt diese<lb n="3"/>Sprödigkeit in Continuität zusammen, in die Form der Flüssigkeit; <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">reinen</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">Thone</hi>, diese verlierend, und wird zur reinen Sprödigkeit, aber ebendarin oder<lb n="5"/>indem er dise absolute Beziehung nach <hi rendition="#g">aussen</hi> die Flüssigkeit ganz aufhebt, wird<lb n="6"/>er Beziehung in sich selbst, zerfällt innerlich und, als Gegensatz in seiner absoluten<lb n="7"/>Differenz, geht in das Brennbare des Basalts Erden u.s.w. über; auf der andern Seite<lb n="8"/>aber in <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Neutralität</hi> der Kalche. Das Wesen die Bestimmtheit [der] Materie<lb n="9"/>eines jeden kann wieder die Extreme der Flüssigkeit oder Kontinuität und der Sprö<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>digkeit oder der absoluten Unterbrechung der Kontinuität darstellen; und ebenso<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>wohl dem durchsichtigen Krystalle als der erdigten Zerbröklung sich nähern, und<lb n="12"/>der Edelstein, als die absolute Aufnahme des absolut spröden in die absolute Konti<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>nuität kann eben so gut im Kiesel als im Thone und vorzüglich der Vermischung<lb n="14"/>beyder sich darstellen; der edle [Stein] der Diamant nähert sich in seiner Abstraction<lb n="15"/>Ausschliessung aller Differenz der chemischen Abstraction des erdigten Elements</p>
<pb n="129" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=132" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>und zeigt sich in seiner Verflüchtigung als reiner Kohlenstoff nicht daß er an und für<lb n="2"/>sich reiner Kohlenstoff wäre, sondern seine absolute Erdigkeit, die absolut conti<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>nuirlich ist geht in ihrer Verflüchtigung unmittelbar in diese Abstraction über. Die<lb n="4"/>Kalche aber sind um ihrer neutralen Natur willen in geringerem Grade fähig nur<lb n="5"/>zur hellen Durchsichtigkeit zu gelangen; durch ein höheres Aufheben ihrer Möglich<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>keit zu zerfallen würden sie aufhören Kalche zu seyn, und Kiesel werden; die Form<lb n="7"/>der Differenz ist es allein was die Erden unterscheidet, so wie dise Körper überhaupt</p>
<p><lb n="8"/>Diese <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi> können uns leiten, die Ausgangspunkte der<lb n="9"/>Extreme zu bezeichnen, und die absoluten Principien der Ordnung zu erkennen,<lb n="10"/>zwischen ihnen aber die Übergänge der Natur in einander; und diese Übergänge<lb n="11"/>und Vermengungen sind selbst das concrete derselben</p>
<p><lb n="12"/>Denn eben diese Abstractionen, wie der <hi rendition="#g">Begriff</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi> sie auseinanderlegt,<lb n="13"/>sind nicht die Erde selbst; die Erde ist wesentlich die Einheit derselben, als diese<lb n="14"/>Erde, als ihre erste Potenz kann sie aber nicht sie als <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi>, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">absoluter</hi><lb n="15"/>Einheit d. h. nicht <hi rendition="#g">organisch</hi> nicht in dieser Einheit auseinandergehalten, oder<lb n="16"/>nicht die auseinandergehaltenen in diser Einheit darstellen, sondern jedes Moment<lb n="17"/>wird ihr zu einem solchen für sich seyenden. Aber ob sie zwar nicht die organische<lb n="18"/>Einheit derselben darstellt, so stellt sie wesentlich die organische Vermengung der-</p>
<pb n="130" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=133" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>selben [dar], aus der ihre Abstractionen erst da und dort hervortreten; und sich als<lb n="2"/>das System derselben, sie fängt in ihrer <hi rendition="#g">Einheit</hi> an, und ihre grosse Organisation<lb n="3"/>ist durchaus in ihren Gliedern eine nur verschiedene Vermengung dieser Momente;<lb n="4"/>die Einheit selbst reflectirt sich hier noch nicht aus dem Systeme, sondern ist verbor<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gen, die Einheit ist als eine organische Nothwendigkeit der jedes Moment zu einem<lb n="6"/>seyenden wird, und geordnet nach dieser Einheit; aber noch nicht als <hi rendition="#g">freye</hi> Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>heit welche zugleich als die Totalität und als Einheit existirt. Die absolute Einheit<lb n="8"/>existirt nur als Erdigkeit als Aufgehoben seyn der Momente und diese sind wieder<lb n="9"/>ohne ihr Aufgehobenseyn: fallen auseinander.</p>
<p><lb n="10"/>Die Erde <hi rendition="#g">als</hi> diß Ganze hat allein <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">wahrhaffte</hi> <hi rendition="#g">Kohäsion</hi>, ein System<lb n="11"/>differenter specifischer Schweren ausbreitend, und sie in ihrer Einheit zusammen<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>haltend; der einzelne [Körper] ist nur Ein bestimmter Ton; das Ganze die kohärente<lb n="13"/>Einheit aller Töne, aber die nicht als solche existirt, entgegengesetzt ihrem Ausein<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>ander der Momente. Nach dieser Bestimmung der Potenz der Art wie sich die<lb n="15"/>Erde organisirt betrachten wir [die Befruchtung der Erde.]</p>
<p><lb n="16"/><hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Befruchtung</hi> der Erde ist, daß sie die absolute Einheit des Processes ist;<lb n="17"/>das befruchtende thätige Princip ist das Feuer wozu das Licht in der Erde wird. In</p>
<pb n="131" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=134" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>der reinen Wärme als solcher <hi rendition="#g">confundirt</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">überhaupt</hi> alle Differenz der<lb n="2"/>specifischen Schwere; das Feuer ist in der Gestalt nicht nur Wärme, die Flüssigkeit<lb n="3"/>Sichselbstgleichheit erhaltend sondern Licht, als differentiirender Ton, der ihr ent<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gegengesetzt die Verschiedenheit der specifischen Schwere setzt, und erhält, und die<lb n="5"/>Wärme, das flüssige Aufheben derselben <hi rendition="#g">einschränkt</hi>. Die in sich finstere Erde,<lb n="6"/>von dem Feuer durchdrungen ist nur erwärmt, eine unförmliche Masse das Zu<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>sammenfliessen ihrer selbst; die Gebilde der organisirenden Natur können nur da<lb n="8"/>seyn, wo <hi rendition="#g">Licht</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Wärme</hi> zum Gleichgewichte kommen. Das INNRE DER<lb n="9"/>Erde ist darum wüst und leer, ungebildet, weder ein metallischer noch ein Granit<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>kern, nichts was der Bildung angehört; die Rinde <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">das</hi> wahrhafft<lb n="11"/>befruchtete; und in dieser als der gestaltenden <hi rendition="#g">Durchdringung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Lichts</hi> <hi rendition="#g">und</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Wärme</hi> fällt die <hi rendition="#g">unorganische</hi> Natur mehr der Finsterniß und dem innern<lb n="13"/>zu; <hi rendition="#g">weil</hi> die Ausdehnung, des individualisirenden Princips der Erde, ihre Starrheit<lb n="14"/>die sich organisirt sich in ihrem Ausdehnen gleichbleibt, und wesentlich in der<lb n="15"/>Form dieser <hi rendition="#g">wesentlich</hi> sichgleichen Flüssigkeit ist, ihre Gebilde für sich <hi rendition="#g">nur</hi><lb n="16"/><hi rendition="#g">Eines</hi> <hi rendition="#g">Tones</hi>, nur <hi rendition="#g">Einer</hi> <hi rendition="#g">specifischen</hi> Schwere fähig sind, also <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Flüssige</hi><lb n="17"/>die Oberhand <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi> hat. Die Bildung und das Krystallisiren geschieht darum<lb n="18"/>am Tage schwächer, ist langsamer und kleiner, als in der Nacht, und in den finstern<lb n="19"/>Höhlen der Erde gebähren sich die schönen Krystalle, wo das Flüssige vom Lichte</p>
<pb n="132" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=135" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>belebt, zugleich nicht so eingeschränkt von ihm wird, daß die Individualisirung in<lb n="2"/>ihm die Oberhand gewönne, <hi rendition="#g">daß</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">innere</hi> Differentiirung mächtiger würde,<lb n="3"/><hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Bildung</hi> erweckte.</p>
<p><lb n="4"/>Die Wurzel dieser Bildungen der Erde ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Granit</hi>; diese Wurzel ist nicht<lb n="5"/>ein einfaches, denn das einfache ist in der unorganischen Natur eine Abstraction<lb n="6"/>weil es die <hi rendition="#g">ganze</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi> nicht in sich sondern ausser sich haben müßte und<lb n="7"/>nur ein Moment derselben ausdrückte. <hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Grund</hi> der Erde hat<lb n="8"/>darum die Differenz an sich aber sie darstellend aussereinander als seine Theile in<lb n="9"/>sich; der Grund ist nicht als ein entstandenes Gemenge zu betrachten, ein zufälliger<lb n="10"/>Niederschlag, sondern als die absolute Existenz der organischen Einheit der organi<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>schen Erde. Der Granit hat den einfachen in sich unauflösbaren Kern des <hi rendition="#g">Kiesels</hi><lb n="12"/>an sich, dann den <hi rendition="#g">Glimmer</hi>, der in die Fläche geht, und zum Gegensatze im Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>satze wird; endlich den <hi rendition="#g">Feldspath</hi>, als die noch <hi rendition="#g">unentwickelte</hi> <hi rendition="#g">Neutralität</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Kalches</hi>. Beyde die Formation des brennbaren und die des Kalches sind als<lb n="15"/>Glimmer und Feldspath oder sie sind als im Granit in ihrer Wurzel eingeschlossen,<lb n="16"/>selbst innerhalb der kieseligen Gediegenheit; jeder selbst eine Concretion die sich<lb n="17"/>schon dem thonigten, dem Zerfallen des Kiesels, nähert, und mehr erst den Keim<lb n="18"/>so wie der Metallität, so auch des brennbaren und des kalchigten (der Feldspath,</p>
<pb n="133" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=136" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>als Kali, Baryth) in sich enthält, als daß sie diß schon selbst ausgebildet wäre. Die<lb n="2"/>Entfaltung geht gleichsam vom Glimmer aus von dem, was der Gegensatz in diser<lb n="3"/>Dreyheit ist. Aber dise Entfaltung, ist ebenso unmittelbar ein einfach werden des<lb n="4"/>Granits; denn das Entfalten ist das <hi rendition="#g">Setzen</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Totalität</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Moment</hi>; ein<lb n="5"/>INNRES <hi rendition="#g">einfach</hi> werden dieser Wurzel; in diesem einfach werden fallen die Diffe<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>renzen nach aussen. Diese Dreyheit des Granits nimmt sich zusammen, und indem<lb n="7"/>er die an ihm gesetzte Verschiedenheit aufhebt, geht er in die aüsserliche über; er<lb n="8"/>verfeinert sich zum <hi rendition="#g">erdigten</hi>, wird einfach und geht in <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Thon</hi> <hi rendition="#g">über</hi>, der<lb n="9"/>Thonschiefer aber beginnt dann auf mannichfaltige Weise zum innerlich werden<lb n="10"/>des Gegensatzes zur schwefelsauren Verbindung zu werden, so wie er im Schiefer<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>thon, mit Schwefel getränkt in Steinkohlenflötze, die ganz brennbare Flächen sind,<lb n="12"/>und auf der andern Seite, in erdigtere Form habende Trappformation zum Basalt<lb n="13"/>übergeht, und so zur <hi rendition="#g">erdigten</hi> <hi rendition="#g">Schweflichkeit</hi> wird. Auf der andern Seite<lb n="14"/>erhält die Neutralität eben so ihre Ausbildung; der <hi rendition="#g">Glimmer</hi>, das wandelbarste,<lb n="15"/>scheint sich durch die <hi rendition="#g">Talkerde</hi> mit dem Kalch zu verbinden, die gleichsam das<lb n="16"/>reinerdige Salz, auszumachen scheint; die wie der Thonschiefer zwischen ihm und<lb n="17"/>der ausgebildeten Brennbarkeit zu stehen scheint, so die Talkerden zwischen ihm<lb n="18"/>und der ausgebildeten Neutralität der Kalkgebirge, welche als die unsprödere</p>
<pb n="134" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=137" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Neutralität einen trägern Fluß haben und sich so an die sprödern und kristallinischern<lb n="2"/>Gebirge der andern Arten gestaltlos sich niederlegen; bis [das reinerdige Salz] end<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>lich im <hi rendition="#g">gemeinen</hi> <hi rendition="#g">Flößgebilde</hi> oder <hi rendition="#g">aufgeschwemmten</hi> <hi rendition="#g">Lande</hi> <hi rendition="#g">ungebil<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">det</hi> sich <hi rendition="#g">vermischt</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">trennt</hi> und im KieselSand, Thon und Kalch eine<lb n="5"/>innerlich und aüsserlich formlose Masse darstellen. In den <hi rendition="#g">Thonschiefern</hi> und<lb n="6"/>Kalklagern haben die Formen der organischen Bildungen ihren Sitz. Vieles dieser<lb n="7"/>Bildungen ist als geschichtlich zu erkennen; aber das meiste ist als ein Ansatz organi<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>scher Bildung selbst zu erkennen; in den Thon und KalchLagern ist das unorganische<lb n="9"/>so weit aufgeschlossen, und sich innerlich differentiirend, und zugleich noch so sich<lb n="10"/>zusammen in der <hi rendition="#g">Einheit</hi> haltend, daß das <hi rendition="#g">schiefrige</hi> wie es sich zum schwef<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>lichten Princip herausbildet, hier auf einer Stuffe des Werden zur innern Differenz<lb n="12"/>aus dem einfachen steht, daß es als schwankend zwischen organischem und unorga<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>nischem angesehen werden muß und die todte organische Form der Pflanze wenig<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>stens darstellen kann, ehe es seine Abstraction der innern Differentiirung vollendet,<lb n="15"/>ehe es wieder in unorganische Brennbarkeit, seine Brennbarkeit selbst zur Erde<lb n="16"/>zurüksinkt, so bedarf im Kalche die Natur seiner Neutralität nur des Aufhaltens auf</p>
<pb n="135" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=138" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>diesem Sprunge aus der Einfachheit zur todten indifferenten Neutralität; um<ref type="anker" target="#fn-138-1">¹</ref> sein<lb n="2"/>Werden zur Neutralität auseinanderzuhalten, <hi rendition="#g">um</hi> animalische <hi rendition="#g">Bildungen</hi> <hi rendition="#g">aus<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">zudrüken</hi>. Edelgesteine so wie die schönern durchsichtigen Krystalle selbst des<lb n="4"/>Kalches sind feinere Durchdringungen, Extreme des in einander aufhebens aller<lb n="5"/>Differenzen. Die Metalle aber sind die Abstractionen der Erde, worin sie die Diffe<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>renzen der Erde, und an dieser selbst die Sprödigkeit, des Glases ihr absolutes Punkt<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>seyn vertilgt, und eine reine Continuität bildet; und die Form ihrer Durchsichtigkeit,<lb n="8"/>das einfachmachen des spröden selbst zum Wesen erhebt. Die Metalle die als solche<lb n="9"/>der Differentiirung am bedürftigsten sind, sind deßwegen mit der irdischen Flamme<lb n="10"/>dem Schwefel am liebsten verbunden; und die Metallität ist als ideeller Ton, ideelle<lb n="11"/>sichselbstgleichheit, wenn der Ton auch nicht zur specifischen Schwere wird, wenig<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>stens als Farbe allenthalben verbreitet.<ref type="anker" target="#fn-138-2">²</ref></p>
<p><lb n="13"/><ref type="anker" target="#fn-138-3">³</ref>Der Übergang aus der <hi rendition="#g">erdigten</hi> Einfachheit zum Zerfallen in den innern<lb n="14"/>Gegensatz, und in die Neutralität ist durch die Form organischer Bildungen be<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>zeichnet; <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">ebenso</hi> gebiert <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>, die sichselbst<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>gleichheit, die für die Sprödigkeit des erdigen nur Form ist, <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">wesentlichen</hi></p>
<note xml:id="fn-138-1" type="ueber" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Mitte</note>
<note xml:id="fn-138-2" type="rand" n="²"><lb n="18"/><seg type="marke">² </seg>Thonlagerung Quarzgänge</note>
<note xml:id="fn-138-3" type="kopf" n="³"><lb n="19"/><seg type="marke">³</seg><lb n="20" break="no"/>zu i</note>
<pb n="136" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=139" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> heraus; und <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">metallische</hi> <hi rendition="#g">Gediegenheit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">sichselbst<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">gleiche</hi> <hi rendition="#g">Ton</hi>, die in den rein erdigten Continuitäten, blosse Form, Durchsich<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>tigkeit ist, wird ausdrücklicher, sich absondernd, als Farbe, bis es selbst als seine<lb n="4"/>Abstraction die Erden trennbaren durchdringt; besonders in den Thon, und Schie<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ferbildungen, als die andere abgeschiedene Seite ihrer Sprödigkeit, mit ihnen auf<lb n="6"/>eine trennbare Weise vereinigt ist. Die edlen Metalle scheinen da aufzublühen, wo<lb n="7"/>auf der andern Seite, das erdigte ebenso die materielle Kontinuität des Metalls aus<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>schliessend, und auf seiner Seite zur Kieselbildung, zur formellen Kontinuität fort<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>geht. Die Quarzadern sind ihre ergiebigsten Gänge. Die andern Metalle erschienen<lb n="10"/>wenig in dieser Abstraction der Gediegenheit, und bilden als Erze eine vollständige<lb n="11"/>irrdische Totalität; [im] besondern ist die metallische Gedigenheit gern mit seinem<lb n="12"/>Gegensatze, dem Gegensatze in ihm selbst, dem brennbaren oder dem Schwefel<lb n="13"/>vereinigt, und solche Erze machen das vollständigste irrdische Ganze, der metalli<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>schen Flüssigkeit, Formlosigkeit quantitativen Einheit, und des feurigen, der absolu<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>ten qualitativen Einheit absoluten Form aus.</p>
<p><lb n="16"/><ref type="anker" target="#fn-139-1">¹</ref>Dieß ist kurz das allgemeine organische Schema der sich organisirenden Erde;</p>
<note xml:id="fn-139-1" type="kopf" n="¹"><lb n="18"/>k)</note>
<pb n="137" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=140" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>es ist selbst der zur Erde gewordene absolute chemische Proceß der Elemente; dieser<lb n="2"/>chemische Proceß ist der Gestalt entgegengesetzt und selbst ein Kampf der Gestalt<lb n="3"/>gegen ihn; der chemische Proceß der unter der Gewalt der Gestalt zur Ruhe gekom<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>men und die organische Natur der Erde ausmacht, existirt hiemit unter dieser<lb n="5"/>Beziehung auf den Mechanismus der Erde</p>
<p><lb n="6"/>Die starre Achse der Erde, ihre Achsendrehende Bewegung, das Verhältniß<lb n="7"/>dieser Bewegung zur Sonne sind Momente, mit denen die sich organisirende Erde<lb n="8"/>zu kämpfen hat, und die Spuren der Revolutionen der Erde; bezeichnen hinlänglich<lb n="9"/>diesen Kampf; die Thiergerippe südlicher Länder, die in den nördlichen gefunden<lb n="10"/>werden; die mächtigen Salzlager mitten im festen Lande; die Trennung von<lb n="11"/>Ländern durch Meere, die zusammengehangen zu haben scheinen, die andern<lb n="12"/>Zeichen gewaltsamer Zerstörungen deuten auf ein anderes Verhältniß der Erde zur<lb n="13"/>Sonne und hiemit ein anderes Verhältniß der organischen Bildungen zum Mechanis<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>mus derselben.</p>
<p><lb n="15"/>Doch müssen diese Zeichen nicht zu weit ausgedehnt werden. Jedes Steinkohlen<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>Flötz, das vegetabilische Formen, jeder Kalch, der organische Krümmungen in sich<lb n="17"/>trägt, jedes Lager von Versteinertem Holz jedes brennbare Mineral, wie Basalt,<lb n="18"/>jedes schweflichte wie die SchieferThonflötze, so wie überhaupt alle schichtenweise<lb n="19"/>Lagerung besonders der Schiefergebirge sind einem mechanischen Ursprung aus<lb n="20"/>Feuer oder Wasser zugeschrieben worden, und wo die Natur organisch ordnet, ist<lb n="21"/>allenthalben nur mechanische zufällige Ordnung erblikt worden. Aber schon der<lb n="22"/>blosse Anblick des Baus der Erde lehrt daß jenes organische Schema der Bildung der<lb n="23"/>Erde constant sich erhält, und in einer mechanischen Niederschlagung aus einem<lb n="24"/>flüssigen Brey nicht in so bestimmten Zügen sich ausgedrükt hätte; oder daß jenes<lb n="25"/>Niederschlagen als Ein organisches Krystallisiren muß gedacht werden, dessen</p>
<pb n="138" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=141" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>mannichfaltige Schichtungen aufeinander [folgen] aber nicht jede wieder eines eige<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>nen Aufschwellens und Gährens der Masse, bedarf, so daß jede ein eigner Nieder<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>schlag wäre, nicht einer neuen Revolution zu jedem Übergang einer Gebirgs<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>bildung in eine andere; so hat die Natur hier nur im Groben, in ganz allgemeinen<lb n="5"/>Zügen ein Bild der Idee darstellen können; das in der Geschichte der Erde zugleich<lb n="6"/>jedesmal nur als ein Zustand muß angesehen werden. So sieht man wohl, daß die<lb n="7"/>alte Welt wie der dreyfache Granit, die vollkommnere Ausbildung gegen die neue<lb n="8"/>westliche Welt ist, die nur die Spannung von Norden und Süden hat und der<lb n="9"/>Festigkeit der Mitte entbehrt, und in aller Formbildung, Entfaltung des organischen<lb n="10"/>schwächer ist; aus Asien als dem absolut festen Mittelpunkt ist das Vollkommene<lb n="11"/>gebohren worden; Amerika entbehrt eines solchen Kerns. Fast Alle Thiere der<lb n="12"/>alten Welt finden sich in der neuen, aber unendliches der Thierbildung ist schwächer<lb n="13"/>und die starke Vegetation ist eigentlich das überwiegende; und auch diese entfaltet<lb n="14"/>sich nicht sowohl so <hi rendition="#g">reich</hi> als die der alten Welt, sondern geht in die Härte der</p>
<pb n="139" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=142" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>Hölzer; die Menschen sind eine absolut schwächere Natur; sie entbehrten, was<lb n="2"/><hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Menschen</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Beherrschung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">stärkt</hi>, das Eisen<lb n="3"/>und das Lastvieh; ein rein kindisches Volk.<choice><orig> Von Norden nach Süden <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">im</hi></orig><reg/></choice></p>
<p>Von Norden nach Süden <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <lb n="4"/><hi rendition="#g">Norden</hi>, die Masse der Erde ausgebreitet, gegen Süden das Wasser herrschend,<lb n="5"/>und die Länder strecken ihre Spitzen da hinaus, wie sie im Norden ihre <hi rendition="#g">Stirne</hi><lb n="6"/>entfalten;</p>
<p><lb n="7"/>Die organischen Wesen sind empfindlicher gegen diesen mechanischen Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>schied der Erde, sehen zur Sonne auf das ihr Verhältniß gegen die Sonne ist; sie<lb n="9"/>selbst als Erde ist gerade dises, daß sie den von der Sonne angefachten unendlichen<lb n="10"/>Proceß mit ihren Elementen besiegt, und in sich zusammengenommen hat, und<lb n="11"/>insofern nur im Allgemeinen von ihm, von disem Mechanismus bestimmt ihm<lb n="12"/>gehorcht.</p>
<p><lb n="13"/><hi rendition="#g">Diese</hi> <hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Vereinzelung</hi>, deren Schema im allgemeinen dargestellt<lb n="14"/>worden ist, ist das Wesen der Erde; in jeder Entfaltung ihrer Momente ein selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>ständiges zu werden, und ein indifferentes gegen anderes. Jeder ist wesentlich diese<lb n="16"/><hi rendition="#g">starre</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi> aber in dieser <hi rendition="#g">starren</hi> Individualität zugleich ein be<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>stimmter, besondrer. Seine Besonderheit aber ist ebendarum nicht lebendige Diffe<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>renz gegen andre, sondern sie ist ruhend, selbstständig; und sowohl das differente<lb n="19"/>andere; als die thätige Beziehung beyder ist ein aüsseres für den einzelnen Körper.</p>
<pb n="140" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=143" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Die <hi rendition="#g">einzelnen</hi> physischen Erdkörper sind die einfachen Einheiten der Elemente<lb n="2"/><hi rendition="#g">ohne</hi> <hi rendition="#g">Entfaltung</hi>, ohne den Gegensatz <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Form</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi>,<lb n="3"/><hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Gediegenheit</hi> und Starrheit in ihnen selbst zu haben; <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi><lb n="4"/>ist also etwas aüsseres für sie; die ihrer Bestimmtheit in ihrer <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>überliegende ist ein anderer Körper, und ebenso die Beziehung beyder aufeinander,<lb n="6"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi>. Ihr Leben <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Processe</hi> ist ein <hi rendition="#g">vergängliches</hi> <hi rendition="#g">Leben</hi>, das <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">fortsetzt</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Zusammenhang</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">beyden</hi> <hi rendition="#g">Seiten</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Processes</hi>, ist ein <hi rendition="#g">zufälliger</hi> <hi rendition="#g">für</hi> [es]; es ist in ihm <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">Wendungspunkt</hi>, durch welchen die <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">gegeneinander</hi> <hi rendition="#g">spannenden</hi>,<lb n="10"/>indem sie diese Differenz nach aussen in <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">reflectiren</hi>, unendlich <hi rendition="#g">werden</hi>,<lb n="11"/>und in dieser <hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> zerstören würden, und darum<lb n="12"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Gebilde</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Spannung</hi> aufheben, und bleiben, was sie ursprünglich sind;<lb n="13"/>sondern dise Gebilde der Spannung, <hi rendition="#g">werden</hi> <hi rendition="#g">selbstständig</hi> <hi rendition="#g">und</hi> fallen <hi rendition="#g">aus<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">einander</hi>.</p>
<space ana="#j.leer-text"/>
<p><lb n="15"/><hi rendition="#g">Dieser</hi> <hi rendition="#g">chemische</hi> Proceß der einzelnen Körper <hi rendition="#g">ist</hi> an sich <hi rendition="#g">absolut</hi> derselbe,<lb n="16"/>welcher der allgemeine ist, dieser das <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Vorbild</hi>, jener eine Nachahmung;<lb n="17"/>in welchem alle Belebung absolutes einsseyn allgemeine Idee, zufällig aüsserlich ist;<lb n="18"/>oder er drükt sich nur formal aus, wie wir sehen werden</p>
<p><lb n="19"/>Im absoluten Processe war der absolute Begriff oder die Idee des Processes als existi-</p>
<pb n="141" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=144" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>rende absolut existirende Differenz, d. h. sich in sich vernichtende, und entstehende,<lb n="2"/>das thätige, das Feuer.</p>
<p><lb n="3"/>Ebendiselbe Idee als passiv; mit aufgehobner Differenz als blosser Möglichkeit, das<lb n="4"/>Wasser</p>
<p><lb n="5"/>Die beyden Mitten zwischen beyden Lufft und Erde, jene als die allgemeine Mitte,<lb n="6"/>diese als die synthetische.</p>
<p><lb n="7"/>Beyde als Mitten ebendarum das Beziehen des Feuers auf das Wasser; der eine<lb n="8"/>Arm des Feuers die Lufft, der andre die Erde; die in ihm als solchem, als Abstraction<lb n="9"/>sich zerstörendem Differenz auf diese Weise seyend, sich erhaltend, als indifferent<lb n="10"/>diese wieder als Lufft indifferent abstract allgemein gegen die Form der Erde als<lb n="11"/>Allgemeinheit die die synthetische Einheit des Gegensatzes ist.</p>
<p><lb n="12"/>Ebenso das Wasser existirt als die Möglichkeit nach diesen beyden Seiten gesetzt<lb n="13"/>zu werden; als mögliche Spannung der Lufft, und mögliche Spannung der Erde</p>
<p><lb n="14"/>Diese Spannung in beyden ist ihre werdende Individualität oder Selbstständigkeit<lb n="15"/>der sie als <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Elemente nicht fähig sind; die sich also aufhebt;<lb n="16"/>zusammenstürtzt, und in das erste Verhältniß zurükkehrt.</p>
<p><lb n="17"/><hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">chemische</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">einzelnen</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">dasselbe</hi>; aber in<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>dem er <hi rendition="#g">niedriger</hi> steht, daß er nicht absolut in sich zurükkehrt, steht er auch höher,<lb n="19"/>eben weil die entgegengesetzten fähig sind, die in sie gesetzte Differenz zu tragen,<lb n="20"/>und in ihr sich zu individualisiren, sich darauf zu erhalten.</p>
<p><lb n="21"/>Im chemischen Processe der einzelnen Körper müssen eben diese Elemente existiren,<lb n="22"/>aber da sie hier nicht als allgemeine sind, sondern als besondere, die Vereinzelte<lb n="23"/>Erde in den Proceß tritt, so ist nur die absolute Form jener Elemente selbst noth<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>wendig, und die irrdischen Körper können in fast unendlichen Kombinationen des<lb n="25"/>mehr und weniger vollkommenen Processes gegen einander die Seiten jenes allge<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>meinen Verhältnisses vertreten; um den einzelnen Proceß zu begreiffen müssen<lb n="27"/>aber schlechthin diese Momente in ihm aufgesucht, und [gezeigt werden] welcher<lb n="28"/>Körper entweder das Feuer seye, als das absolut thätige, oder das Wasser als das</p>
<pb n="142" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=145" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>flüssige, das die Möglichkeit der Differenz hat, und in sie übergehen soll, oder Lufft<lb n="2"/>und Erde als die indifferenten in welchen [die] Differenz des Feuers und Wassers<lb n="3"/>existirt, und an welchen diese Differenz gesetzt wird. An dem empirischen Processe<lb n="4"/>können dise Elemente sowohl körperlich als auch als blosse Formen vorhanden seyn;<lb n="5"/>so z. B. im Zusammenschmelzen von Metallen ist die continuirliche flüssige Natur<lb n="6"/>des Metalls, der Representant des Wassers im absoluten Processe. Wie im absoluten<lb n="7"/>Processe Lufft und Erde die indifferenten sind, die in Beziehung aufeinander ge<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>spannt werden, so sind es hier 2 Metalle; die Mannichfaltigkeit des chemischen<lb n="9"/>Processes hat bald das eine Moment als wirkliches, bald als blosse Form,</p>
<p><lb n="10"/>Wir haben es hier mit der Idee zu thun, und es kann nur wenig Rüksicht, auf die<lb n="11"/>empirische Form der Existenz des Processes genommen werden; das wesentliche ist,<lb n="12"/>das Gesetz seines Verlauffs zu erkennen, und am interessantesten <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">Existenz</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Feuers</hi> als des thätigen, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">eigentlichen</hi> <hi rendition="#g">Seele</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Proces<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">ses</hi> und aus dessen Erkenntniß sich dann die Art der Existenz der übrigen Momente<lb n="15"/>von selbst ergibt; das selbst als <hi rendition="#g">Idealer</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi>, sein Wesen, gesetzt seyn muß,<lb n="16"/>und die absolute Form ist.</p>
<p><lb n="17"/>A) Das <hi rendition="#g">erste</hi> <hi rendition="#g">Moment</hi> ist, daß der für sich seyende Körper in absolute Differenz<lb n="18"/><hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">einen</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> gesetzt, b) daß diese Spannung realisirt, das von jedem in<lb n="19"/>den andern gesetzte ideell eins mit ihm werde; sich darin individualisire, entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>gesetzte synthetische Producte entstehen; und wieder zur ersten Indifferenz zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>kehren; hier fallen die Producte auseinander aber dise Rükkehr ist nur eine for-</p>
<pb n="143" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=146" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>male; diese aus dem Processe kommenden entstandenen sind andere, als die zuerst<lb n="2"/>gesetzt, die Rükkehr zur ursprünglichen Selbstständigkeit ist die Wiederhohlung<lb n="3"/>desselben formalen Processes, aber so daß er einen andern Innhalt hat, daß nemlich<lb n="4"/>eben diese synthetischen Producte so gespannt [werden], und wieder entgegenge<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>setzte synthetische Producte entstehen, welche die ersten waren; es sind nur die<lb n="6"/>Materialien so zu sagen unterschieden.</p>
<p><lb n="7"/>a) das erste ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Spannung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> indifferenten Körpers; α) einen indifferenten<lb n="8"/>Körper wollen wir entweder ein Metall, oder ein Salz, einen neutralen, oder von<lb n="9"/>den Erden selbst eine neutrale nennen, nicht den Schwefel das absolut brennbare,<lb n="10"/>oder ein Kali, (reinen Kiesel, reine Thonerde), diß sind selbst Abstractionen differente;<lb n="11"/>oder wie reiner Kiesel reiner Thon, formale indifferente (doch im Zusammen<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>schmelzen ist es dasselbe) a) Das spannende ist das <hi rendition="#g">Feuer</hi>, die Einheit in absoluter<lb n="13"/>Differenz, die sich der indifferenten Körper bemächtigt, in ihnen <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi><lb n="14"/>verwirklicht und [in] ihnen seine Differenz als real, sie als Dinge hat. Diß Feuer,<lb n="15"/>diese Einheit der Differenz existirt auf 4erley Weisen, <hi rendition="#g">entweder</hi> als <hi rendition="#g">existirendes</hi><lb n="16"/>einfaches Wesen hier als freyes Element als Flamme oder als existirendes irrdisches<lb n="17"/>Wesen als Saüre <hi rendition="#g">oder</hi> als nicht als solches existirendes sondern eine in den Körpern<lb n="18"/>selbst seyende Differenz, die in ihrer Flüssigkeit entweder unmittelbar wirksam ist,<lb n="19"/>die Form differenter Metalle; oder wenn sie nicht flüssig, sondern in ihrem Wesen</p>
<pb n="144" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=147" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>starr sind, erst zur Form [der] Flüssigkeit gemacht [werden müssen], und so erst sich<lb n="2"/>auf eine andre beziehen, die als gewöhnliche Electricität in Glas u.s.w. erregte<lb n="3"/>Thätigkeit. [Es existirt] αα) als <hi rendition="#g">freyes</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi>, Flamme, als solches existirendes<lb n="4"/>Feuer tritt es zufällig aüsserlich zu den Körpern hinzu; und sein ideales, thätiges<lb n="5"/>Seyn in ihnen ist unmittelbar der ideale Proceß, <hi rendition="#g">Veränderung</hi> der specifischen<lb n="6"/>Schwere in ihnen selbst; diß elementarische Feuer scheint die Lufft als solche zu der<lb n="7"/>absoluten Bedingung seiner Existenz zu haben, aber die Form der Lufft ist selbst<lb n="8"/>fähig, den Gegensatz des irrdischen und der Lufft an sich zu haben, als inflammable<lb n="9"/>Lufft, und Oxygen oder auch atmosphärisches Gas, und die indifferenten Körper zu<lb n="10"/>bilden, in die es sich als different setzt, und sie in ihrer Spannung aufhebt, indifferen<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>tiirt das Product des Wassers bildet, aber diesem entgegengesetzt eben so eine andre<lb n="12"/>Lufft, 2 synthetische Producte entstehen; denn bey disen Verbrennungen findet<lb n="13"/>[sich] immer ein Rest von Lufft, und die Seite des Wassers ist der Form der beyden<lb n="14"/>Flüssigkeiten selbst verborgen. ββ) es existirt als Saüre; [als] nichts anders als irrdi<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>sches Feuer absolut differentes; das Feuer als solches ist die synthetische Einheit der<lb n="16"/>Acidität und Basicität, aber wie sie sich absolut vernichtend, in einander vernichten,<lb n="17"/>existirt keins von beyden, in der Saüre ist nur die Acidität; aber sie existirt, und sie<lb n="18"/>ist im Gegensatze der Acidität und Basicität <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> selbst; sie ist Feuer<lb n="19"/>darin als der Widerspruch der blossen, abstracten Saüre; das Feuer hat nöthig beydes<lb n="20"/>seine existirende Acidität und Basicität; die Saüre hat absolut nöthig die Base, wenn</p>
<pb n="145" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=148" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>aber schon nur eine Seite in ihr ist, so existirt sie dagegen, und ist die absolute Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>gegensetzung die absolute Nothwendigkeit <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">andres</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">werden</hi>, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>,<lb n="3"/>ihre Existenz aufzuheben, wie das Feuer seine Nichtexistenz aufzuheben; der Wider<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>spruch zu existiren, als für sich seyendes, und ebenso absolut eines andern nöthig zu<lb n="5"/>haben, ist der innre Widerspruch des Wesens, der es zum irrdischen Feuer macht.<lb n="6"/>Das entgegengesetzte die Kausticität ist derselbe Widerspruch. Die Saüre hat darum<lb n="7"/>auch des Wassers und der Lufft als solcher, worin sie mit der Base zusammenhängt,<lb n="8"/>nöthig, die reine Saüre ohne Wasser pflegt auf die Metalle keine Wirkung zu haben,<lb n="9"/>muß durch Wasser verdünnt werden, eben so wenig ohne Lufft.</p>
<p><lb n="10"/>γγ) das Feuer existirt als die beyden Differenzen gegeneinander, nicht der Saüre<lb n="11"/>und der Base, als solcher, denn diese als solche sind selbst die differenz des Feuers<lb n="12"/>sondern als Körper, die für sich in der Form der <hi rendition="#g">Indifferenz</hi>, der sichselbst<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gleichheit sind, absolut flüssig, in ihrer Bestimmtheit gegeneinander, nicht Schwefel,<lb n="14"/>Salz, Erden, denn diese sind <hi rendition="#g">neutral</hi>, <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">different</hi>, sie sind spröde<lb n="15"/>und zerfallen als spröde in sich selbst, nicht absolute einfache Bestimmtheit. Die<lb n="16"/>Metalle allein haben die gefoderte Differenz in ihnen, die weder kalisch, noch sauer<lb n="17"/>ist, sondern indifferent; auch nicht die Einheit entgegengesetzter Bestimmtheiten,<lb n="18"/>sondern ein einfaches; in ihrer Flüssigkeit oder absoluten Gediegenheit, bezieht sie</p>
<pb n="146" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=149" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>in der Berührung ihr verschiedener Ton <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> aufeinander und diese<lb n="2"/>unmittelbare Beziehung entgegengesetzter als solcher ist das Feuer. Diese Metalle in<lb n="3"/>der Berührung, sind unmittelbar das spannende Feuer, und fangen den Proceß an.<lb n="4"/>Der galvanische Proceß ist durchaus ein absolut chemischer; es ist nur daß das<lb n="5"/>Wesen des Feuers in einer andern Form gesetzt ist, und das <hi rendition="#g">erscheinende</hi> Feuer<lb n="6"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Flamme</hi>, erscheint als <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">erzeugtes</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Folge</hi>. Das Wasser ist als<lb n="7"/>solches in ihm und die beyden Metalle sind selbst als Erde und Lufft besonderes und<lb n="8"/>allgemeines gegeneinander δδ) aber <hi rendition="#g">zwey</hi> Körper, die zwar in ihrer Natur ver<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>schieden sind, aber nicht <hi rendition="#g">flüssig</hi>, wie das <hi rendition="#g">Metall</hi>, sondern <hi rendition="#g">neutral</hi>, oder <hi rendition="#g">brenn<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">bar</hi>, oder <hi rendition="#g">erdigt</hi>, setzen durch die blosse Berührung nicht die Beziehung ihrer<lb n="11"/>Differenz, weil sie nicht flüssig sind, sich nicht mittheilen, sie müssen zur Mittheilung<lb n="12"/>aüsserlich gezwungen werden; eine Mittheilung Flüssiges in sie gesetzt werden.<lb n="13"/>Die <hi rendition="#g">Reibung</hi> ist ein erzwungenes Flüssigmachen derselben, indem es die Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>brechung, die Sprödigkeit aufhebt, und alle <hi rendition="#g">Theile</hi> <hi rendition="#g">bezieht</hi>, sie <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">eines</hi><lb n="15"/>setzt, und auf diese Weise, die innere <hi rendition="#g">Unterbrechung</hi> <hi rendition="#g">jedes</hi> <hi rendition="#g">einzelnen</hi> die<lb n="16"/>Sprödigkeit aufhebt, und beyde Differenzen gegeneinander auftreten läßt.</p>
<p><lb n="17"/><hi rendition="#g">Auf</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Vier</hi> <hi rendition="#g">Weisen</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> das Feuer gesetzt, und indem das Feuer auf diese<lb n="18"/>Weise existirt real, ist in den differenten Körpern, durch die es gesetzt wird, so ist in<lb n="19"/>seiner Existenz unmittelbar die Spannung der Körper gegeneinander gesetzt; <hi rendition="#g">diese</hi></p>
<pb n="147" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=150" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Spannung</hi> selbst kann sich darstellen, dieses Moment befestigt werden; sie ver<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>zehrt sich als Feuer, aber dieses Verzehren kann aufgehalten werden; selbst im eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>lichen Verbrennen tritt die erscheinende Spannung, an dem erhitzten Körper her<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>vor –, sie erscheint z. B. in der Verdampfung des kochenden Wassers, oder wenn<lb n="5"/>[es] auf glühendes Metall, oder glühende Kohlen gesprützt verdampft; ebenso<lb n="6"/>wenn <hi rendition="#g">Kohlen</hi>, ohne Flamme langsam verbrannt werden; ob sie zwar als die<lb n="7"/>entladende Flamme das Aufheben der Elektricität und der Spannung ist, so ist die<lb n="8"/>Flamme selbst als Flüssigkeit auf der andern Seite ein ausserordentlich guter Leiter;<lb n="9"/>so wie auch erhitztes Glas; indem es durch die Erhitzung seine Sprödigkeit verliert,<lb n="10"/>und als erhitztes flüssig – ohne wirklich zu Fluß zu kommen zu brauchen, Mittheiler<lb n="11"/>Leiter der Electricität ist; aber sie ist Leiter nicht in Beziehung auf die Spannung<lb n="12"/>welche sie aufhebt, sondern auf eine allgemeine sich erhaltende Spannung Luft<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>electricität. In Beziehung auf die Spannung auf die [sie] sich bezieht, so verschwindet<lb n="14"/>diese, z. B. an den Kohlen, die langsam ohne Flamme brennen, wenn die Flamme</p>
<pb n="148" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=151" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ausbricht; Volta erklärt [diß] für eine Zerstreuung der Elektricität, aber es ist ein<lb n="2"/>wahres Aufheben derselben; denn für die Spannung auf die sie keine Wirkung hat<lb n="3"/>wirkt sie nicht zerstreuend sondern <hi rendition="#g">leitend</hi></p>
<p><lb n="4"/><hi rendition="#g">Im</hi> <hi rendition="#g">unmittelbaren</hi> chemischen Processe, wo die Spannung unmittelbar ins<lb n="5"/>Product übergeht, kann keine Electricität statt finden, so <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">geschlossene</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">galvanische</hi> <hi rendition="#g">Kette</hi>, unmittelbar keine Spannung hat; aber ungeschlossen, drükt<lb n="7"/>sie nur <hi rendition="#g">diese</hi> Spannung aus; es ist Feuer, das nur in der Spannung ist. γγ. das<lb n="8"/><hi rendition="#g">Reiben</hi> solcher Körper hingegen, deren einer absolut spröde, nicht flüssig, nicht<lb n="9"/>metallisch ist und bey dem eine Spannung und ein Druk, hält sie am <hi rendition="#g">bestimmte<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">sten</hi> <hi rendition="#g">fest</hi>. Solche Körper vorzüglich sind, wie Glas Harz, das <hi rendition="#g">brennbare</hi>,<lb n="11"/>als solches, das die Differenz in sich hat, Nichtleiter, wie die Spannung in ihnen<lb n="12"/>gesetzt werde, das Erwecken der Elektricität in ihnen ist oben erklärt worden; das<lb n="13"/>Reiben ist ein aüsserliches Flüssigmachen ein Beziehen der isolirten Punkte ihrer<lb n="14"/>Sprödigkeit aufeinander; soweit die Reibung geht, geht auch die Mittheilung, und<lb n="15"/>sie erhalten die so in sie gesetzte Spannung, um ihrer nichtflüssigkeit willen; das<lb n="16"/>Wasser ist ein Leiter, weil es als die absolute Möglichkeit der Differenz wieder<lb n="17"/><hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">fliessend</hi> ist. Aus der Natur der Sprödigkeit dieser Körper und des Fest<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>haltens ihrer Körper geht hervor, wie sie sich so gespannt auf andre beziehen;<lb n="19"/>sie beziehen [sich] in der Berührung in Wahrheit auf andre; die 2 Oberflächen einer</p>
<pb n="149" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=152" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>Glasscheibe sind schon selbst eine solche Beziehung entgegengesetzter. Indem sie<lb n="2"/>sich beziehen auf andre und zwar in ihrer Spannung sind sie in Wahrheit eigentlich<lb n="3"/>keine Isolatoren, sondern indem sie ihre Spannung in sich behalten, und in diesem<lb n="4"/>für sich seyn sich auf andre beziehen, so sind sie auf die andern als entgegengesetzte<lb n="5"/>bezogen, und setzen die entgegengesetzte Electricität in sie. Der Nichtleiter, der sich<lb n="6"/>unflüssig erhält, wie Glas Schwefel, <hi rendition="#g">wirkt</hi> differentiirend vertheilend, setzt die ent<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gegengesetzte Elektricität; eine Glasplatte vertheilt schon an ihren Oberflächen,<lb n="8"/><hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">einer</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> <hi rendition="#g">geriebene</hi> <hi rendition="#g">Glasplatte,</hi> ist auf einer Seite positiv auf<lb n="9"/>der andern negativ elektrisch und auf derselben Seite scheint derselbe Gegensaz zu<lb n="10"/>seyn; dem Reibzeuge nahe wenn positiv auf der übrigen Fläche negativ die andre<lb n="11"/>Seite umgekehrt. Der Doppelspath ein neutraler Körper durch die blosse organische<lb n="12"/>Berührung setzt Electricität in sich, und wird wie es scheint polarisch, wie der Tur<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>malin durch Erwärmung.</p>
<p><lb n="14"/>b. Diß Moment der Spannung realisirt sich in den in Spannung gesetzten Kör<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>pern, sie werden <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> different. Die Natur ihrer Einzelnheit, diese negative<lb n="16"/>Indifferenz macht sie fähig daß es als die ausgelöschte Differenz beyder ist, die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>ziehung auf das entgegengesetzte wird an ihnen selbst gesetzt, und es entstehen zwey<lb n="18"/>entgegengesetzte und auf irgend eine Weise synthetische Producte. Indem <hi rendition="#g">die</hi><lb n="19"/><hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> entgegengesetzten die beyde ideellgesetzt in sich hat <hi rendition="#g">in</hi> der Spannung<lb n="20"/>selbst ideell war, sich so <hi rendition="#g">verdoppelt</hi> <hi rendition="#g">realisirt</hi> <hi rendition="#g">hat,</hi> ist das Feuer in jeden ein<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>gekehrt; und der Proceß hört auf, die Producte fallen auseinander. Diß hervorgehen</p>
<pb n="150" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=153" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der Producte aus der Trennung ist näher zu betrachten; der lebendige Grund der<lb n="2"/>Theilung aus der Einheit, und in Beziehung auf die zuerst als zwey indifferente<lb n="3"/>Körper</p>
<p><lb n="4"/>Zur Entstehung des Products wird nun gewöhnlich die <hi rendition="#g">Verwandschafft</hi> der<lb n="5"/>Körper angegeben; als Grund ein leeres Wort, die <hi rendition="#g">Beziehung</hi> in ihrer Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>heit ist die Natur dieser Körper selbst. Die lebendige Verwandschafft ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi><lb n="7"/>daß die Körper sich als seine beyden Seiten verhalten. Das zu begreiffende ist die<lb n="8"/>Vertheilung im Producte, das im existirenden Feuer als in eins gesetzte, als <hi rendition="#g">Wahl</hi>ver<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>wandschafft; d. h. ein Körper [ist] mit einem Theile des andern stärker verwandt, und<lb n="10"/>bemächtigt sich desselben, und läßt den andern liegen; nicht so daß die Producte<lb n="11"/>eigentlich synthetische Producte sondern nur Eines, das andere rein abgeschieden<lb n="12"/>werde, das lebendige Moment des Processes wird in disem Begriffe ganz übersehen;<lb n="13"/>es soll von den in die Einheit des Processes gesetzten Körpern nur der Eine Theil des<lb n="14"/>Einen Körpers sich auf einen Theil des Andern Körpers beziehen, und der Andere<lb n="15"/>Theil dieses Andern Körpers sich gar nicht auf jenen thätigen Theil des Körpers<lb n="16"/>beziehen und seine eigne vorhergehende Beziehung gegen den [Theil] mit dem er<lb n="17"/>eins war soll ganz aufhören, und er rein ausgeschieden werden. Aber <hi rendition="#g">dieses</hi> <hi rendition="#g">Mo-</hi></p>
<pb n="151" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=154" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">ment</hi> des Einsseyn der beyden Körper ist nicht, nur eine Einwirkung des als thätig<lb n="2"/>erscheinenden Theils auf einen Theil der als passiv erscheinend, sondern es ist eine<lb n="3"/><hi rendition="#g">Vermengung</hi> aller; die miteinander kämpfenden als thätig erscheinenden Seiten<lb n="4"/>sind schlechthin nicht isolirt, unbezogen gegeneinander, sondern sie sind α) als ent<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gegengesetzte, auf einander bezogen und β) beyde gemeinschafftlich auf ein drittes<lb n="6"/>bezogen, und sind ob sie schon entgegengesetzt sind, confundirt miteinander; aus<lb n="7"/>dieser Vermengung <hi rendition="#g">verwirklichen</hi> sie ihr Verhältniß, im Producte auf das<lb n="8"/>passive bezogen und einander entgegengesetzt zu seyn, und bilden beyde <hi rendition="#g">synthe<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">tische</hi> <hi rendition="#g">entgegengesetzte</hi> Producte; der als ausgeschieden erscheinende [Theil]<lb n="10"/>drükt in seinem ausgeschiedenseyn, auch seine Beziehung auf den aus aus dem er als<lb n="11"/>ausgeschieden erscheint, er ist selbst ein synthetisches Product und es wird überhaupt<lb n="12"/>kein reines Product, wenigstens kein rein basisches Product geben.</p>
<p><lb n="13"/><hi rendition="#g">Berthollet</hi> ist derjenige welcher <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">Bergmann</hi> <hi rendition="#g">aufgestellten</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">Begriff</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">Wahlverwandschafft</hi>, der in der Chemie allgemein herrschend<lb n="15"/>ist, angegriffen, und an die Stelle der blossen Thätigkeit des einen, und des völlig<lb n="16"/>unthätig werden des andern, die Thätigkeit beyder in dem dritten behauptet,<lb n="17"/>und hiemit eine <hi rendition="#g">Vermischung</hi> beyder in den beyden Producten behauptet hat<lb n="18"/>eine synthetische Theilung, in der die Beziehung beyder auf das passive ausgedrükt</p>
<pb n="152" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=155" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>wäre; <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">muß</hi> aber nicht bloß der Ausdruck in den Producten, der Beziehung<lb n="2"/>beyder in einem dritten, sondern auch der gewaltsamen <hi rendition="#g">Diremtion</hi>, des thätigen<lb n="3"/>Setzens eines entgegengesetzten behauptet werden; nicht behauptet werden weil die<lb n="4"/>beyden vorher entgegengesetzt waren,<ref type="anker" target="#fn-155-1">¹</ref></p>
<p><lb n="5"/><ref type="anker" target="#fn-155-2">²</ref>Die beyden indifferenten Körper die durch das Feuer gegeneinander gespannt<lb n="6"/>werden, a) setzen ihre Spannung als ideell als Electricität b) aber <hi rendition="#g">ebenso</hi> <hi rendition="#g">fixirt</hi><lb n="7"/>als veränderte specifische Schwere des andern; c) und sie setzen diese von jedem<lb n="8"/>in den andern gesetzte Spannung selbst körperlich materiell; und die Existenz dieser<lb n="9"/>Differenz gibt das Wasser oder was sein Representant im Processe ist; in dem die<lb n="10"/>indifferenten Körper ihre Differenz verwirklichen; oder sie haben selbst an ihnen<lb n="11"/>diese trennbare Seite; so daß ein Theil für sich bleibt, der andre aber die in den andern<lb n="12"/>zu setzende Differenz ist. Die indifferenten Körper <hi rendition="#g">erscheinen</hi> als <hi rendition="#g">synthetische</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">im</hi> Processe wenn sie es schon an sich nicht sind; sie haben eine gedoppelte Beziehung<lb n="14"/>die ihrer Bestimmtheit in sie aufgenommen, selbstständig; alsdenn ihre Beziehung<lb n="15"/>auf ein andres, und dise ihre Beziehung auf ein andres ist unendlich verschieden,<lb n="16"/>gegen jeden anders. Sind sie neutral, so ist an ihnen selbst <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi><lb n="17"/>sich als synthetisch darzustellen; und die Möglichkeit der Differenz <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">selbst</hi>. Aber Metall z. B. stellt dise seine Beziehung auf andres nur ideell dar; die<lb n="19"/>Existenz setzt es im Wasser. Metall wird mit einer Saüre behandelt; die indifferen<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>ten sind Metall und Lufft; welche durch die Saüre gespannt werden; das indifferente</p>
<note xml:id="fn-155-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>und es bleibt eine unkrystallisirte Flüssigkeit die Oxid<lb n="22"/>vom höchsten Grad enthält</note>
<note xml:id="fn-155-2" type="kopf" n="²"><lb n="24"/>zu k) am Ende</note>
<pb n="153" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=156" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>worin sie sich spannen, ist das Wasser. Die Existenz der Differenz des Metall nimmt<lb n="2"/>es sich im Wasser und setzt sie als Hydrogen, und setzt diß in die Lufft; die ideelle<lb n="3"/>Differenz des Metalls ist Phlogiston genannt worden; aber das gibt selbst disem<lb n="4"/>Hydrogengas, oder der dampfförmig entwichenen Saüre einen Theil seiner Metalli<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>tät aufgelöst mit, und vertheilt sich so selbst. Die Lufft [nimmt] ebenso das Oxygen<lb n="6"/>aus dem Wasser und setzt es in das Metall; Lufft ist als Oxygen different Metall als<lb n="7"/>Hydrogen. – Auch kann wie die indifferenten ihre Differenz im Wasser realisiren,<lb n="8"/>zugleich auch in der Saüre [diß geschehen]; und das Metall erhält einen Theil der<lb n="9"/>Saüre; die Lufft den andern Theil als Dämpfe und die Saüre als irrdisches Feuer<lb n="10"/>ist selbst die in die Producte gesetzte Differenz Wasser. Oder wird die Saüre wie<lb n="11"/>Salpetersaüre nicht bloß so formell quantitativ getheilt, so daß die entgegengesetzten<lb n="12"/>Theile nur die Form der Entgegensetzung Dampf- und Erdform haben, so geht sie<lb n="13"/>als diese bestimmte Saüre ganz zum Grunde, wie die Salpetersaüre haüffig.</p>
<p><lb n="14"/>So wie die indifferenten Körper in dem angeführten Sinne synthetische sind,<lb n="15"/><hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Producte,</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">angezeigte</hi> <hi rendition="#g">Weise.</hi> In dem lebendigen Momente<lb n="16"/>des Processes selbst ist alles confundirt; diser lebendige Moment des existirenden<lb n="17"/>[Processes] ist ebensowohl <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Beziehen</hi> der beyden indifferenten aufeinander,<lb n="18"/>d. h. das Setzen, im vorigen Beispiel, der indifferenten Mitte des Wassers mit dem<lb n="19"/>die Saüre zusammenfällt, in beyden; als <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Trennung</hi> dieser bezogenen; den<lb n="20"/>auseinanderfallenden Producten ist wesentlich beydes aufgedrükt, das an ihnen<lb n="21"/>selbstständig bleibende, alsdenn wenigstens die Differenz, wie sie an der Mitte durch<lb n="22"/>den andern Körper bestimmt worden ist. <hi rendition="#g">Es</hi> <hi rendition="#g">geschieht</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Vertheilung</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Mitte,</hi> das was von ihr in jedem gesetzt wird, ist durch den andern Körper<lb n="24"/>bestimmt, es ist die Differenz des andern Körpers selbst gegen jenen; im angeführten</p>
<pb n="154" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=157" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Falle setzt das Metall aus dem Wasser, Hydrogen in Lufft; die Lufftoxidation in das<lb n="2"/>Metall, und ist das Wasser der Mitte zugleich Saüre; so wird sie ebenso vertheilt,<lb n="3"/>und das Metall gibt selbst Metallität, Metallische Theile der durch dasselbe bestimm<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>ten verwirklichten Differenz mit.</p>
<p><lb n="5"/><hi rendition="#g">Dieß</hi> ist die <hi rendition="#g">wahre</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">chemischen</hi> <hi rendition="#g">Processes</hi> <hi rendition="#g">daß</hi> darin das<lb n="6"/>Feuer die beyden indifferenten Körper spannt, sie in der Mitte ihre Differenz ver<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>wirklichen und jedes seine Differenz sie sey nun blosses ideelles Bestimmen der<lb n="8"/>Mitte, oder reales Trennen in ihm selbst, in das andre setzt. (Das Feuer und die Mitte<lb n="9"/>Saüre insofern sie irrdisch ist, mit Wasser ist auf beyde bezogen, und [in] den ge<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>trennten Producten ist beydes.)</p>
<p><lb n="11"/>Diese Natur des chemischen Processes wird durch den Begriff der <hi rendition="#g">Verwand<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="12" break="no"/><hi rendition="#g">schafft</hi>, und der <hi rendition="#g">Wahlverwandschafft</hi> zum theil oberflächlich und formal<lb n="13"/>gemacht zum theil verfälscht.</p>
<p><lb n="14"/>Die <hi rendition="#g">Verwandschafft</hi> drükt nichts aus; als die Art wie sich im Processe ein<lb n="15"/>Körper nach der Seite seiner Differenz auf den andern bezieht z. B. Lufft als <hi rendition="#g">oxidi<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">rend</hi> das Metall, diß wird ausgedrükt daß das Metall Verwandschafft zum Oxygen<lb n="17"/>der Luft oder das Oxygen zum Metall habe. Aber diese Beziehung ist nur theils<lb n="18"/>Ein Moment, Eine Abstraction des Processes, und ein solches Verhältniß der Lufft<lb n="19"/>zum Metall ist schlechthin erst durch das Feuer des Processes selbst, oder die Lufft<lb n="20"/>ist erst durch das Feuer oxidirend. Im Processe lauffen soviele Stoffe durcheinander,<lb n="21"/>und das Metall z. B. bezieht sich im Beispiele nicht [primär] auf das darin erschei<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>nende Wasserstoffgas, oder Dämpfe der Saüre; so entsteht eine <hi rendition="#g">Vergleichung</hi><lb n="23"/>der differenten Beziehung mit den Beziehungen auf diese andre; und jene differente</p>
<pb n="155" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=158" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>Beziehung Vergleichungsweise gegen andre, die nicht als diese differente Beziehung<lb n="2"/>im Producte erscheinen, ist darum <hi rendition="#g">Wahlverwandschafft</hi> genannt worden;<lb n="3"/>und es wird z. B. gesagt, das Oxygengas habe eine grössere Verwandschafft zum<lb n="4"/>Metall, als zum Hydrogengas und <hi rendition="#g">wenn</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Saüre</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Verbindung</hi> <hi rendition="#g">eines</hi><lb n="5"/>Kali und Metalls trennt, und das Metall niederschlagen, und mit dem Kali sich ver<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>binden soll, so wird gesagt, daß sie eine Wahlverwandschafft mit dem Kali habe.<lb n="7"/>Das Leben des Processes ist es was <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">diser</hi> <hi rendition="#g">formalen</hi> Betrachtung ganz zu<lb n="8"/>Grunde geht;<ref type="anker" target="#fn-158-1">¹</ref> es ist im Processe alles in Beziehung aufeinander; die beyden Seiten<lb n="9"/>der Mitte, sind durch die Differenz der gleichgültigen Körper selbst bestimmt, und<lb n="10"/>daß die gegen einander indifferenten Körper diese Krafft haben die Mitte so gegen<lb n="11"/>einander zu bestimmen, mit andern Worten, daß das was eine Verwandschafft heißt,<lb n="12"/>vorhanden ist, ist erst selbst nur Krafft des Feuers. Nur von der Saüre, die an ihr<lb n="13"/>selbst als absolut different gesetzt, kann gesagt werden; daß sie eine Verwandschafft<lb n="14"/>zum Kali habe, aber diese Beziehung ist keine Absolute, sie drükt nichts aus, als die<lb n="15"/>Möglichkeit, erst unter bestimmten Umständen in einem bestimmten Processe<lb n="16"/>nicht überhaupt unter jedem Umstande, in jedem Processe sich abstract darauf zu<lb n="17"/>beziehen; dieser Begriff der Verwandschafft ist also unbestimmt, oder wenn er<lb n="18"/>bestimmt seyn soll so ist er falsch. Noch mehr der Begriff der Wahlverwandschafft.<lb n="19"/>In der Wahlverwandschafft soll sich z. B. die Saüre die sich auf einen neutralen</p>
<note xml:id="fn-158-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>falsch.</note>
<pb n="156" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=159" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Körper bezieht, <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Base</hi>, das Kali beziehen, und die andre Seite seiner<lb n="2"/>Neutralität, die nachher als Saüre sich darstellt seine Saüre an ihm hatte <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Proces<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">se</hi> <hi rendition="#g">einestheils</hi> <hi rendition="#g">ganz</hi> <hi rendition="#g">aufhören</hi> sich auf die Base zu beziehen, anderntheils diese<lb n="4"/>thätige Saüre auf dasjenige was im neutralen Körper nachher als Saüre sich darstellt<lb n="5"/>sich gar nicht beziehen. Ebenso wenn eine Saüre sich <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">zwey</hi> <hi rendition="#g">basische</hi> <hi rendition="#g">Kör<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">per</hi>, 2 Kalien, oder ein Kali und ein Metall [bezieht], als ob sie durch die Wahl<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>verwandschafft sich <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">eines</hi> beziehe, und auf das andre gar nicht, und als<lb n="8"/>ob diese beyden Basen <hi rendition="#g">ebenso</hi> sich <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">aufeinander</hi> <hi rendition="#g">bezögen</hi>. Sondern<lb n="9"/>es ist wesentlich zu behaupten daß welcher Körper die Mitte verträte, es [nicht allein]<lb n="10"/>sey daß er von den indifferenten verschieden sey, daß sie selbst in ihrer Differenz<lb n="11"/><ref type="anker" target="#fn-159-1">¹</ref>nun im Processe isolirt, indifferent gegeneinander bleiben, und darum auch so<lb n="12"/>wieder auseinanderfallen, sondern auch daß sie vermengt sich gewaltsam ausein<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>anderreissen, und weil das Feuer ebenso absolut entgegensetzend als beziehend ist,<lb n="14"/>und aus dem momentanen Leben des chemischen Processes ebenso indem es abstirbt,<lb n="15"/>seine Natur als <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">entgegensetzende</hi> darstellen muß, daß nicht allein darum<lb n="16"/>weil vorher eine Entgegensetzung wirklich war, auch die Producte entgegengesetzt<lb n="17"/>sind; sondern daß auch die lebendige ebenso dirimirende Krafft des Feuers als eines<lb n="18"/>in Eins seyns, ohne bestimmt zu seyn, durch eine vorherige Wirklichkeit der Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>gegensetzung frey aus sich selbst diesen Gegensatz der Producte hervorbringe.</p>
<note xml:id="fn-159-1" type="kopf" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>l)</note>
<pb n="157" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=160" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>Was vors erste das Seyn der Mitte, diese habe eine Form welche sie wolle, das<lb n="2"/>irrdische der Saüre, oder der Base α) was <hi rendition="#g">nun</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">erste</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> betrifft, so hat<lb n="3"/>Berthollet für die Chemie, die Vertheilung dessen was er Unterlage, z. B. <hi rendition="#g">der</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">Saüre</hi>, oder auch Grundlage, der Base [nennt] zwischen den beyden Producten<lb n="5"/>in seinem grössern Werke, Statique de Chimie, <hi rendition="#g">unwidersprechlich</hi> <hi rendition="#g">erwie<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">sen</hi>; eine Saüre die mit einem Salze in Verbindung gebracht wird, jagt die andre<lb n="7"/>nicht so aus, daß nun sie allein <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">reines</hi> <hi rendition="#g">Salz</hi> mit <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Base</hi> bildete, sondern sie<lb n="8"/>bildet ein Salz, aber es bleibt eben so noch von der Base mit der andern Saüre ver<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>bunden; oder eine Base wird aus einem Salze, vermittelst einer andern Base nieder<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>geschlagen, so vertheilt sich die Saüre an beyde; (das Verhältniß der Theilung gibt<lb n="11"/>Berthollet an, daß beyde <hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">chemischen</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi> wirken, d. h. als Product<lb n="12"/>der absoluten Quantität, der empirischen Menge, mit der Verwandschafft, der<lb n="13"/>Natur ihres <hi rendition="#g">Verhältnisses</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">dritte</hi>.) Ein Metall wird aus einer Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lösung durch ein anderes Metall niedergeschlagen, aber entweder vertheilt sich die<lb n="15"/>Saüre an beyde Metalle, oder auch das niederschlagende Metall so, daß es zum<lb n="16"/>theil in der Saüre aufgelöst ist, zum theil mit dem niedergeschlagenen Metall sich<lb n="17"/>vermengt, und so daß auch von diesem ein Theil in der Auflösung bleibt; so sehr,<lb n="18"/>daß indem die eine Saüre Luftform annimmt, kohlensaures Gas, Salpetersaüregas,</p>
<pb n="158" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=161" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>also sich ganz zu trennen scheint, auch Wasserstoffgas, theils ein theil von ihr in der<lb n="2"/>andern tropfbarflüssigen Verbindung bleibt, theils daß selbst ein Theil des Metalls,<lb n="3"/>Kali mit dem Gas entweicht.</p>
<p><lb n="4"/>β) Ausser diesem Vertheiltwerden der Mitte an die Extreme, ist es das <hi rendition="#g">wesent<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">lichste</hi> zu erkennen wodurch diese Extreme als solche bestimmt werden; in denen<lb n="6"/>sich die vertheilende Mitte setzt. Zunächst sind sie <hi rendition="#g">einestheils</hi> durch die vor der<lb n="7"/>Vermengung im Processe gesetzten <hi rendition="#g">indifferenten</hi> bedingt; die synthetischen<lb n="8"/>Producte sind sich entgegengesetzt weil das was in den Proceß tratt, vorher absolut<lb n="9"/>in seinem Fürsichseyn wirklich [war], und diese Wirklichkeit der vorherigen<lb n="10"/>Entgegensetzung bestimmt die Wirklichkeit der Entgegensetzung der aus dem<lb n="11"/>Processe heraustretenden Producte. Nicht so [darf diß] verstanden werden: Jenes<lb n="12"/>ausser der Einheit im Processe ganz unabhängig von dem Feuer gesetzte wirkliche<lb n="13"/>verschiedene Verhältniß verschiedener Saüren z. B. gegen eine Base, <hi rendition="#g">wäre</hi> ein<lb n="14"/>absolutes <hi rendition="#g">Verhältniß</hi> und das Feuer der Proceß bloß eine formale Beziehung<lb n="15"/>derselben aufeinander, in welcher formalen Beziehung nur das natürliche Verhältniß<lb n="16"/>der Substanzen das bestimmte wäre. In dieser trägen Verwandschafft wäre die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>ziehung einer bestimmten Saüre auf eine Base, eine absolute, aber es ist bald be<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>merkt worden, daß Verschiedenheit der Umstände z. B. Temperatur die crystal<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>linische Form eine verschiedene Beziehung setze, mit andern Worten, es ist erkannt</p>
<pb n="159" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=162" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>worden, daß hier das existirende Feuer erst die Differenz ihre bestimmte Beziehung<lb n="2"/>gegeneinander setzt, und der Grad des Feuers eine verschiedene Spannung verschie<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>dener Substanzen, eine niedrige Temperatur die Spannung des einen in ihrer höch<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>sten Differenz läßt, die des andern aber hier unbelebt bleibt, und bey verschiedener<lb n="5"/>Temperatur die Spannung des erstern vermindert, die des andern verstärkt wird.</p>
<p><lb n="6"/>α) Diese wesentliche differentiirende Krafft des Moments der Vermengung<lb n="7"/>stellt ihre Krafft zuerst [so] dar daß es die Vermengung in <hi rendition="#g">entgegengesetzte</hi><lb n="8"/>GESTALTEN <hi rendition="#g">auseinandertreibt</hi>, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Krystallinische</hi> und in flüssige,<lb n="9"/>tropfbarflüssige, oder in grösserer Differenz in luftförmige; die Niederschläge sind<lb n="10"/>ganz allein bestimmt durch das differentiirende Princip, allen Verwandschaffts<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gesetzen zuwider, es schlägt sich ein Salz nieder mit einem Überschusse von Oxid,<lb n="12"/>oder von Base, während die Auflösung einen Überschuß von Saüre enthält, so daß<lb n="13"/>sich ebenso Salze mit einem Überschusse von Saüre aus derselben Flüssigkeit<lb n="14"/>bilden.<ref type="anker" target="#fn-162-1">¹</ref> Es ist der Natur nichts schwerer, als in der Flüssigkeit den Punkt der Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>vidualität der Gestalt zu finden, und zu erzeugen, und doch ist diß so nothwendig<lb n="16"/>daß sie in dieser Differenz der Gestalt alle Gleichförmigkeit der Vermischung unter<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>bricht. Diese erste Nothwendigkeit sich in Gestalt gegen die Form des tropfbar oder</p>
<note xml:id="fn-162-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>auswaschen</note>
<pb n="160" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=163" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>lufftförmig flüssigen zu entzweyen ist die erste Nothwendigkeit.</p>
<p><lb n="2"/>β. diese Nothwendigkeit ist ebenso eine Differentiirung in Ansehung des Inn<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>halts, als der aüssern Gestalt. αα) daß sich z. B. zwey Saüren, aus [dem] Momente der<lb n="4"/>Vermengung miteinander und der Base, sich mit Vertheilung der Base oder auch<lb n="5"/>der einen Saüre auseinanderreissen, in das minimum der einen und Maximum der<lb n="6"/>andern in den synthetischen Verbindungen. א die Chemie hat darum sich so grosse<lb n="7"/>Mühe gegeben, <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Reagentien</hi> zu finden, d. h. chemisch einfache, die aller<lb n="8"/>Neutralität entrissen wären, aber sie kann es immer nothwendig nur zu einem<lb n="9"/>maximum des Befreytseyns von dem andern Bestandtheile des Salzes bringen,<lb n="10"/>z. B. reines Kali, durch die stärkste Calcination nicht rein sich darstellen lassen<lb n="11"/>sondern [ist] immer noch mit Kohlensaüre verbunden, derselbe Fall mit reinen Metal<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>len; sie sagt, es sey wohl ganz rein im Glühen, aber es reisse sogleich wieder Kohlen<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>saüre aus der Lufft an [sich]; ב) bey einer solchen Vertheilung kann von der gewöhn<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lichen Vorstellung der vorhergehenden Verschiedenheit der Saüren oder Basen<lb n="15"/>behauptet werden, daß sie bey dieser Trennung deßwegen sich trennen, weil sie<lb n="16"/><hi rendition="#g">vorher</hi> <hi rendition="#g">getrennt</hi> gewesen seyen; allein diese <hi rendition="#g">Vorstellung</hi> <hi rendition="#g">fällt</hi> <hi rendition="#g">dann</hi> <hi rendition="#g">ganz</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">weg</hi>, wenn in einer und derselben Auflösung, Salze von verschiedener Vertheilung<lb n="18"/>der sog. Bestandtheile sich bilden. Wenn zwey verschiedene Saüren an einer Base,</p>
<pb n="161" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=164" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>sich nicht rein absondern sondern theils entgegengesetzte synthetische Producte<lb n="2"/>mit dem minimum und maximum der Base; oder wo die Saüre das mittlere ist,<lb n="3"/>mit jenem maximum von Saüre und minimum theils mittlere [Producte] geben;<lb n="4"/>so kann diß immer noch auf die Rechnung der vorher entgegengesetzten Saüren<lb n="5"/>oder Basen geschoben werden, und die vermischten Producte, drücken die ge<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>meinschafftliche Wirkung beyder Saüren aus; bis hieher geht Berthollet; er bleibt<lb n="7"/>bey dieser Vertheilung der Mitte stehen, daß die gegeneinander getrennten Saüren<lb n="8"/>hier ihre in einem dritten vereinigte Wirkung ausdrücken, aber daß ihre entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gesetzte Wirkung bestimmt sey, durch ihre vorher entgegengesetzte Natur, durch<lb n="10"/>die vorherige Wirklichkeit ihrer Differenz. In der That ist offt das inEinssetzen<lb n="11"/>derselben in dem lebendigen Momente des Processes <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">formales</hi> in einssetzen;<lb n="12"/>es finden sich in den Producten dieselben Verschiedenen, die vorher waren; jenes<lb n="13"/>ineins setzen treibt sich auseinander, aber es enthält nur den formalen Quell dieses<lb n="14"/>Auseinandergehens; es macht die Producte nur verschieden in Ansehung des Quan<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>tums der Vermischung, und dieses Quantum kann als die vorhergehende Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>heit der Natur der Saüren, und ihrer Quantität, die in den Proceß gesetzt wurde,<lb n="17"/>angesehen werden. γγ. <hi rendition="#g">Aber</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">muß</hi> <hi rendition="#g">weiter</hi> <hi rendition="#g">gegangen</hi> <hi rendition="#g">werden</hi>, daß diese</p>
<pb n="162" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=165" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Differentiirung eine lebendige ist, und eine homogene Auflösung, die Auflösung<lb n="2"/><hi rendition="#g">Eines</hi> <hi rendition="#g">Metalls</hi> in Einer Saüre zu verschiedenen Producten – in Beziehung auf dieses<lb n="3"/>Metall selbst und die ihm sich zutheilende Saüre nicht bloß der Gegensatz zwischen<lb n="4"/>diser Verbindung und dem andern Producte der Lufft – auseinander treibt; hier<lb n="5"/>kann nicht die chemische Masse der Saüre gegen eine andere als Princip der Theilung<lb n="6"/>gesetzt werden, denn es ist nur Eine Saüre. Z. B. eine schwefelsaure EisenAuflösung<lb n="7"/>krystallisirt in sehr verschiedene Verhältnisse des Innhalts eines jeden Krystalls der<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>selben Auflösung; die ersten Krystalle dieses EisenVitriols die sich bilden, sind fast<lb n="9"/>farblos, die andern werden immer grünere und es bleibt zuletzt eine nichtkrystallisi<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>rende Flüssigkeit; es hilfft hier nichts zur Form überzuspringen, und zu sagen, daß<lb n="11"/>das leicht crystallisirbare sich zuerst crystallisire, denn die Sache ist gerade, daß sich<lb n="12"/>in der homogenen Flüssigkeit ein solcher Unterschied eines leichter kristallisirbaren<lb n="13"/>Verhältnisses gegen schwerer krystallisirbare Verhältnisse und gegen ein Verhältniß<lb n="14"/>das sich gar nicht krystallisirt bildet. Noch auffallender sind in einer Metallauflösung<lb n="15"/>die Erscheinungen daß sich hier unmittelbar eine solche Differenz bildet,<ref type="anker" target="#fn-165-1">¹</ref> z. B. bey<lb n="16"/>Kupfer ein Theil aufgelöst wird, der andre aber in unauflösbares Oxid sich verwan<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>delt; (und eben so bey allen Metallen verschiedene Grade der Oxidation in der</p>
<note xml:id="fn-165-1" type="ueber" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>ebenso in Beziehung auf die Eine Seite</note>
<pb n="163" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=166" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>Auflösung sich bilden.) Am auffallendsten und stärksten ist dise Differentiirung<lb n="2"/>wenn die Metallauflösung auf einer Seite in den höchsten Grad der Oxidation auf<lb n="3"/>der andern Seite zur Reduction übergeht. Ich behandelte vor einigen Monaten<lb n="4"/>rothes Bleioxid mit concentrirter Salpetersaüre, wo es bekannt ist, daß ein Theil<lb n="5"/>oxid sich auflöst, der andre aber in den höchsten Grad der Oxidation in ein dunkles<lb n="6"/>Oxid und in Unauflösbarkeit durch Salpetersaüre übergeht; [also] diselbe Diffe<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>rentiirung vorhanden ist; aber verwundert wurde ich, als ich dem ganzen etwas<lb n="8"/>Wasser zugoß, um den einen Theil des hellern Oxid, das in der Saüre auflösbar ist,<lb n="9"/>und als Salz liegen bleibt, wenn nicht genug Flüssigkeit zur Auflösung vorhanden<lb n="10"/>ist, vollends aufzulösen, zugleich reducirtes Blei vollkommenes Metall erhielt;<lb n="11"/>so daß in derselben Saüre, Bleioxid sich auflöste anderes auf ein Extrem der höchsten<lb n="12"/>Oxidation, das andre auf das Extrem der Reduction sich stellte. Und ich finde vor<lb n="13"/>einigen Tagen eben eine solche Erfahrung von Chenevix, der Kupferoxid das er<lb n="14"/>auf 11 per centum Oxygen berechnet mit Phosphorsaüre behandelte, einen Theil<lb n="15"/>darin auflöste, während ein anderer Theil sich ganz reducirte. In diesen Vertheilun<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>gen ist durchaus keine vorherige Differenz zu erkennen die die Differenz der Pro<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>ducte bestimmte; es ist ein und eben dasselbe gleichförmige Metall, oder Oxid das<lb n="18"/>sich zu einer eben so sich gleichen Saüre verhält.</p>
<pb n="164" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=167" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Es ist dasselbe, wenn in der galvanischen Action, eine Metallauflösung auf der<lb n="2"/>einen Seite ein höheres Oxid, als die Solution selbst enthält auf der [andern] Seite<lb n="3"/>aber reducirt wird, das reine Wasser aber zu Oxygen und Hydrogen wird. Die<lb n="4"/>Erscheinung dieses Differentwerdens ist hier nicht so auffallend, weil das Feuer<lb n="5"/>in der galvanischen Form des Processes seine Differenz als eine fixirte Spannung in<lb n="6"/>verschiedenen Metallen hat, und sie an der Saüre also selbst als Electricität hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>tritt, da hingegen in der Saüre, die auf Ein Metall wirkt, das Feuer die unsichtbare<lb n="8"/>Differenz der Saüre ist, die an ihr als solcher noch nicht als etwas wirkliches gesetzt<lb n="9"/>ist.</p>
<p><lb n="10"/>[Es] vermögen die stärksten Saüren nicht als einfache Gold Platin aufzulösen;<lb n="11"/>sie müssen um darauf zu wirken, auf <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">offnere</hi> an ihnen schon verwirklichte<lb n="12"/>Weise ihre Differenz haben, und die Vermischung der Salz und Salpetersaüre,<lb n="13"/>Königswasser, oder oxigene Salzsaüre lösen eines erst auf; indem sie auf dise Weise<lb n="14"/>schon existirende Differenz haben, wie Flamme, die ebenso die Differenz in ihr<lb n="15"/>verborgen hat, jene Metalle nicht oxidirt. Aber der electrische Funken, in dem dieses<lb n="16"/>Feuer, ein als different existirendes ist, da hingegen unendlich weniger flüssige<lb n="17"/>Metalle, d. h. weniger sichselbstgleiche, also schon der Differenz offnere von ein<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>fachen Saüren aufgelöst werden. Die oxigene Saüre oder Königswasser ist hier<lb n="19"/>ganz dasselbe, was die galvanische Verbindung zweyer Metalle ist; oder die interes-</p>
<pb n="165" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=168" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>sante Verbindung einer Saüre mit Wasser, die Ritter zeigt, die so auf einander<lb n="2"/>gebracht sind, daß sie sich nicht vermischen, in welchem Falle sie stark z. B. auf<lb n="3"/>Zink wirken, hingegen vermischt, diese existirende Differenz aufgehoben, unwirk<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>sam sind, wo dieselbe Quantität beyder vorhanden ist.</p>
<p><lb n="5"/>Die <hi rendition="#g">Erscheinung</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Differentiirung</hi> ebenso in der Aufeinanderfolge<lb n="6"/><hi rendition="#g">einer</hi> <hi rendition="#g">Destillation,</hi> in der Entwicklung der Gasarten und Flüssigkeiten, welche<lb n="7"/>übergehen. Vorzüglich aber an <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Oxidation</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Metalle;</hi> Mercurius,<lb n="8"/>Blei an der Lufft erhitzt, oxidiren sich in ein graues Oxid, von da gehen sie ihre<lb n="9"/>höhern Grade der Oxidation durch, bis sie auf die höchste Stuffe, <hi rendition="#g">rothes</hi> <hi rendition="#g">Oxid</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">geworden</hi> zu seyn gekommen sind; bey fortgesetztem Feuer gehen sie in das<lb n="11"/>Gegentheil über, <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">oxidiren</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> stärker, sondern <hi rendition="#g">desoxidiren</hi> sich<lb n="12"/>wieder, Mercurius stellt sich ganz regulinisch wieder her; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Blei</hi> <hi rendition="#g">geht</hi> wenig<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>stens in den Zustand des gelben Bleioxids und dann den noch schwächern des halb<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>verglasten oxids zurük. <hi rendition="#g">Zinn</hi> <hi rendition="#g">stellt</hi> <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">verschiedenen</hi> Grade der Oxidation<lb n="15"/>auf einmal dar, in ein schnelles heftiges Feuer gebracht bedekt es sich oben mit einer<lb n="16"/>weissen, aus glänzenden Nadeln bestehenden Vegetation des Oxids; unter ihm<lb n="17"/>befindet sich ein anderes, röthliches Oxid alsdenn ein durchsichtiges hyacinthnes<lb n="18"/>Glas, und zu unterst liegt unverändertes Zinn. <hi rendition="#g">Ich</hi> <hi rendition="#g">weiß</hi> <hi rendition="#g">wohl,</hi> daß das oberste</p>
<pb n="166" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=169" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>am meisten oxidirt ist, wegen des Zutritts der Lufft; aber die Abnahme nach unten<lb n="2"/>ist nicht eine gradweise, sondern vertheilt sich in bestimmte Stuffen. Berthollet<lb n="3"/>behauptet zwar, daß die Oxidation eine rein quantitative Stuffenfolge sey, und ein<lb n="4"/>Metall auf allen Zwischengraden sich aufhalten könne; allein so sehr die Natur<lb n="5"/>an diesen vermittelnden Gang gebunden ist, so ist die Natur des Begriffs doch das<lb n="6"/>mächtigere, und in dem quantitativen Fortgange treten Stuffen hervor, in die sie<lb n="7"/>überspringt, auf denen sie sich hartnäckiger hält, und das qualitative auch durch die<lb n="8"/>Erscheinung des qualitativen die Farbe bezeichnet. Der Übergang der Oxidation<lb n="9"/>des Mercurius z. B. geschieht nicht aus der ersten Stuffe, worauf es grau<ref type="anker" target="#fn-169-1">¹</ref> ist, in ein<lb n="10"/>immer grösseres hellwerden, sondern es geht in eine ganz andere qualitative Farbe,<lb n="11"/>die rothe über und wird halbverglastes Oxid; das graue Bleioxid eben nicht in eine<lb n="12"/>bloß hellere sondern in die gelbe, alsdenn in die hellrothe, wo es verglast ist, dann<lb n="13"/>in ganz verglastes honiggelbes Oxid.</p>
<p><lb n="14"/>Das Metall geht in diesem seinem Proceß aus seiner Form der sichselbstgleichheit,<lb n="15"/>der absoluten Kontinuität und Flüssigkeit in Erdigkeit, absolute Sprödigkeit und aus<lb n="16"/>dieser wieder in die formale Kontinuität des spröden, in die Glasform über.</p>
<space/>
<p><lb n="17"/><hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Hauptmomente</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">chemischen</hi> <hi rendition="#g">Processes</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">einer</hi> lebendigen<lb n="18"/>Thätigkeit sind die Vertheilung der Mitte an die Seiten, durch die in ihr sich realisiren-</p>
<note xml:id="fn-169-1" type="ueber" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>schwarz</note>
<pb n="167" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=170" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>de Differenz der Extreme und das gewaltsame Zerreissen des Einsseyns aller Momente<lb n="2"/>in entgegengesetzte Producte.</p>
<p><lb n="3"/>a) Die <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Producte</hi> ist näher zu bestimmen; sie haben das Gepräge<lb n="4"/>des lebendigen Momentes des Processes an ihnen; jeder ist für sich und [hat] die<lb n="5"/>durch <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">entgegengesetzten</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi> in der <hi rendition="#g">Mitte</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">realisirende</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">Differenz</hi> an ihnen; oder es sind <hi rendition="#g">neutrale</hi> <hi rendition="#g">Producte</hi>. α) die Neutralität <hi rendition="#g">des</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">Products</hi> ist überhaupt eine Einheit gesetzt mit <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Tren<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="8" break="no"/><hi rendition="#g">nung</hi>; das trennbare ist die Aufnahme eines differenten bestimmten in das Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>meine. a) Diß Allgemeine hat die gröste Weite der Existenz, es <hi rendition="#g">kann</hi> <hi rendition="#g">blosse</hi> <hi rendition="#g">Form</hi>,<lb n="10"/><hi rendition="#g">Lufftform</hi> [seyn]; und <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">chemischen</hi> <hi rendition="#g">Abstractionen</hi> oder <hi rendition="#g">Elemente</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">solche</hi>, die darum auch mehr oder weniger rein, nicht neutral dargestellt<lb n="12"/>werden können; aber so, daß z. B. von wahrhafft reinem Sauerstoffgas u.s.f. nicht<lb n="13"/>gesprochen werden kann. β) unter den reellen irrdischen Körpern sind, das absolute<lb n="14"/>Metall, das absolut brennbare und unter den Erden einige, ebenso im irrdischen<lb n="15"/>die Abstractionen der Momente; aber es ist nur von wenigen zu erkennen, daß sie<lb n="16"/>als der Begriff dieser Momente existiren, und aus dem Processe rein als diese Extreme<lb n="17"/>hervorgehen. Den gewöhnlich für einfach erkannten Schwefel erkennt Winterl<lb n="18"/>nicht für solchen, nur einen flüssigen, d. i. einen solchen, der in der Natur seiner<lb n="19"/>absoluten Sprödigkeit selbst wieder seine Bestimmtheit in eine Indifferenz aufge<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>nommen hat, die zwar formal ideell, nicht körperlich aber aüsserlich für ihn, durch<lb n="21"/>ein anderes gesetzt ist. Von den Metallen sind die wenigsten als einfach zu erkennen,<lb n="22"/>die meisten stellen im Processe ihre Differenz zu einem andern als eine körperliche<lb n="23"/>dar; als irgend ein schwarzes Pulver, aus welchem schon mancherlei gemacht wor-</p>
<pb n="168" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=171" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>den ist; und selbst von den edlen Metallen Gold und Silber ist es schwer zu behaupten,<lb n="2"/>ob sie ganz rein, nicht mit andern vermischt darzustellen sind. b. In <hi rendition="#g">eigentlich</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">neutralen</hi> <hi rendition="#g">Producten</hi> in denen das Moment der Vermischung das überwiegende<lb n="4"/>ist, muß dasjenige, was sich als getrennt darstellen läßt, nicht als so wie es in der<lb n="5"/>Trennung ist, vorhanden gedacht werden. Die Saüre und die Base haben ihre<lb n="6"/>Differenz gegen einander verlohren, oder wenn die Base ein Metall ist, so ist es<lb n="7"/>nicht metallisch sondern oxidirt, in dem Salze. Die Base ist wie die Saüre abge<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>stumpft; und die Einheit beyder hat ganz verschiedene Eigenschafften gegen die<lb n="9"/>welche die getrennten haben, auch ist der Charakter der Eigenschafften der Neutra<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>len Verbindung nicht eine Zusammensetzung aus den Eigenschafften der zusam<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>mentretenden; z. B. Härte, specifische Schwere, Auflöslichkeit in Wasser, Crystall<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>form, sondern es ist durchaus eine eigne Individualität.</p>
<p><lb n="13"/>c) Die Saüren und Basen so <hi rendition="#g">abgestumpft</hi> wie sie in der Neutralität vorhanden<lb n="14"/>sind, auch getrennt darzustellen, hat Winterl gezeigt; eine so getrennte fade Saüre<lb n="15"/>und Base in Verbindung miteinander gebracht, geben wieder dieselbe neutrale<lb n="16"/>Verbindung welche eine frische Saüre und frische Base miteinander geben. Aber<lb n="17"/>auf eine frische Base hat die stumpfe Saüre keine Einwirkung. Tritt eine solche<lb n="18"/>neutrale Verbindung in den Proceß ein, so kann die fadgewordne Saüre und Base,<lb n="19"/>nur wieder erfrischt, als different gesetzt [werden], durch den Hinzutritt des Feuer<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>princips; dessen differentiirende Krafft, es sey als Feuer selbst, oder als Saüre; sich<lb n="21"/>von neuem an ihnen setzen muß; und es ist die Krafft des differentiirenden Princips<lb n="22"/>des Processes das sie in dise Form auseinander reißt. d) überhaupt ist das sauerseyn<lb n="23"/>der Saüre, das kaustischseyn der Base <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Beziehung</hi> auf ein andres,<lb n="24"/><hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Materie</hi>; denn die <hi rendition="#g">Materie</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> das was für sich ist; die Beziehung</p>
<pb n="169" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=172" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>auf ein anderes aber ist das nicht für sich seyn, das ideelle; die Saüre als solche ist<lb n="2"/>sowenig eine Materie als z. B. die Härte. Daß ein Körper in Beziehung mit dem, was<lb n="3"/>in der Trennung von ihm als <hi rendition="#g">Oxygengas</hi> dargestellt werden kann, als Saüre er<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>scheinen [kann]; heißt nichts, als daß sie in dieser Verbindung ihr für sich seyn ver<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>lohren und different sind; es sind eigentlich wenige Körper die unter dieser Bedin<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>gung als Saüre erscheinen, unendlich mehr, die in dieser Verbindung indifferent<lb n="7"/>sind. Von vielen Saüren z. B. der Salzsaüre ist ihre Saüre nicht zu trennen; es ist<lb n="8"/>durchaus unerwiesen daß ihr Substrat ihr für sich seyn durch Verbindung mit dem<lb n="9"/>Oxygen Saüre werde; von andern Saüren hingegen ist es bestimmt erwiesen, daß<lb n="10"/>sie nicht als Verbindungen von irgend einem indifferenten Stoffe mit Oxygen<lb n="11"/>Saüre sind; z. B. die Blausaüre stellt sich getrennt nur als Wasserstoff, Stikstoff und<lb n="12"/>Kohlenstoff dar. Das Oxygengas selbst ist für sich nicht Saüre, sondern indifferent<lb n="13"/>gegen einige Substanzen, nur different gegen einige. Die Hydrothionsaüre, er<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>scheint als Wasserstoffgas und Schwefel in der Trennung, und ist bestimmt eine<lb n="15"/>Saüre.</p>
<p><lb n="16"/>Überhaupt ist anzumerken, daß bey dem Gegensatze der Saüre und der Base,<lb n="17"/>diß in Ansehung der bestimmten Körper im Ganzen etwas sehr relatives; es gibt<lb n="18"/>Körper die sich diesen Extremen nähern, aber die mittlern sind es relativ, und für<lb n="19"/>einen andern Körper Base für einen andern Saüre. So z. B. die Metalloxide, sind<lb n="20"/>gegen die Saüren, wahrhaffte <hi rendition="#g">Kalche</hi>, Basen; und das Oxygen, dessen Verbindung<lb n="21"/>mit den Metallen dargestellt werden kann, macht sie zu differenten <hi rendition="#g">Basen</hi>, <hi rendition="#g">zu</hi><lb n="22"/><hi rendition="#g">Kalien</hi> nicht zu Saüren; an den Kalien selbst dagegen kan ihre Basicität oder</p>
<pb n="170" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=173" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>selbst Kausticität nicht als Oxygen dargestellt werden; ebenso sind die Metallkalche<lb n="2"/>auf der andern Seite Saüren, ausser [bey] denen die metallische Saüren genannt<lb n="3"/>werden, durch höhere Oxidation entstehen, Chrom, Molybdänsaüre u.s.w. <ref type="anker" target="#fn-173-1">¹</ref>haben<lb n="4"/>andre von Zinn, Eisenoxid als reiner Zinnsaüre, Eisensaüre gesprochen; jedes Oxid<lb n="5"/>ist diß aber überhaupt sowohl gegen andre Oxide überhaupt als auch gegen Kalien,<lb n="6"/>in denen es sich besonders im Ammoniak ebenso auflöst, als in den Saüren. So ver<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>halten sich auch die stärksten Saüren gegen Gold und Platin nicht als Saüren.</p>
<p><lb n="8"/>Um alles zusammenzufassen; so ist im chemischen Processe durch das Feuer die<lb n="9"/>Einheit absolut Differenter der absolute Begriff, als indifferent gegen einander ge<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>setzte Körper, in absolute Beziehung gesetzt, aus welcher absoluten Beziehung,<lb n="11"/>welche alle ihre Selbstständigkeit vermischt, sie ebenso absolut getrennt werden<lb n="12"/>und in Producte zerfallen, und wenn eins der Producte selbst als eine Saüre als ein<lb n="13"/>differentes erscheint, so ist nicht vorher in der neutralen Verbindung, in der sie in<lb n="14"/>den Proceß tratt, diß differente gewesen, sondern sie erhält durch den Proceß selbst<lb n="15"/>diese Belebung oder Idealität.</p>
<p><lb n="16"/>Die Producte sind als hervorgehend aus dem Processe in Beziehung auf die vor<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>herige Existenz der in den Proceß gerissenen Körper <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">bestimmt</hi>, daß jedes<lb n="18"/>seine Differenz gegen das andre in dem andern verwirklicht hat; sie sind auf diese<lb n="19"/>Weise andere, als vor dem Processe waren; und es ergibt sich hieraus das Verhält<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>niß dises chemischen Processes einzelner Körper zum absoluten Processe.</p>
<note xml:id="fn-173-1" type="kopf" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>m)</note>
<pb n="171" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=174" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHYSIK</fw>
<p><lb n="1"/>Er ist nemlich <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">formale</hi> <hi rendition="#g">Totalität</hi>, <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">kehrt</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> zurück;<lb n="2"/>zu derselben Indifferenz die anfangs gesetzt war; aber <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Form</hi> nach, nicht<lb n="3"/>dem Innhalt nach; er beginnt mit der absoluten Einzelnheit der Körper, ihrer<lb n="4"/>Indifferenz gegeneinander, zu der das Feuer tritt, sein Wendepunkt ist die Confusion<lb n="5"/>dieser Körper, aus welcher Einheit wieder die Theilung hervorgeht, wieder die<lb n="6"/>Indifferenz der ersten; aber die Producte sind andre, das Seyn der ersten ist aufge<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>löst, und eine Vertauschung ihrer Momente geschehen;<ref type="anker" target="#fn-174-1">¹</ref> die Unendlichkeit stellt<lb n="8"/>beyde als aus dem Processe herkommende als eines dar, aber nur theilweise; jedes<lb n="9"/>wird nur in einem seiner <hi rendition="#g">Theile</hi>, eins mit einem Theile des andern. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Wieder<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">herstellung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> ersten Verhältnisses in seinen Körpern, ist ein neuer Proceß, der<lb n="11"/>ebenso sich verlaüfft, nur in Ansehung des Innhalts mit umgekehrter Bestimmung.<lb n="12"/>Das Salz welches sich krystallisirt hat gegen die Form der Allgemeinheit des Gases,<lb n="13"/>oder flüssiger Saüre, die vorher krystallisirt war, kann <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">immer</hi> durch die<lb n="14"/>Belebung des Feuers itzt das thätige gegen jenes werden. Mehrere Metalle, auch<lb n="15"/>mehrere Salze treten durch Veränderung der Temperatur in ein entgegengesetztes<lb n="16"/>Verhältniß und werden das allgemeine thätige, gegen das andre das zuerst das</p>
<note xml:id="fn-174-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>AB CD<lb n="18" type="zeile"/>AC BD</note>
<pb n="172" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=175" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>thätige war. Mercurius, Blei durch Feuer gegen Luft gespannt, oxidiren sich, die<lb n="2"/>Lufft ist die differente Saüre, und sie wird zum passiven, sichselbstgleichen Stick<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>stoff; durch Erhöhung der Temperatur wird das oxid, das thätige, reducirt sich,<lb n="4"/>und oxidirt die Lufft. Aber es ist darum entweder diese ideelle Veränderung der<lb n="5"/>Temperatur, oder eine <hi rendition="#g">körperliche</hi> Veränderung eines andern Körpers zu dieser<lb n="6"/>Umkehrung nothwendig.<ref type="anker" target="#fn-175-1">¹</ref> Das vorhin thätige hat sich neutralisirt, indifferentiirt<lb n="7"/>in der Synthese, aber darum ist das andere gegen diese Synthese nicht das thätige<lb n="8"/>geworden; denn es ist selbst aus der Vertheilung als ein unthätiges in Beziehung<lb n="9"/>auf das vorhergehende hervorgegangen; jedes aber wieder als ein thätiges different<lb n="10"/>gegen ein anderes. Die Producte gehen also als indifferent gegen einander und nur<lb n="11"/>different gegen anderes aus dem Processe hervor; im lebendigen Momente des<lb n="12"/>Processes waren sie absolut different gegen einander absolut auf einander bezogen;<lb n="13"/>es fällt das Moment ihrer Differenz<ref type="anker" target="#fn-175-2">²</ref> und das Moment ihrer Indifferenz auseinander.</p>
<note xml:id="fn-175-1" type="rand" n="¹"><lb n="14"/><seg type="marke">¹ </seg>Wiederauflösung eines Niederschlags.</note>
<note xml:id="fn-175-2" type="ueber" n="²"><lb n="15"/><seg type="marke">² </seg>Einsseyn</note>
<pb n="173" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=176" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Aber diese ihre Indifferenz gegen einander, das was sie im Producte sind, <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">sie</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Processe</hi> <hi rendition="#g">herkommen</hi>, ist wesentlich gesetzt nur durch die absolute<lb n="3"/>Beziehung die sie im Processe haben. Diese Reflexion die die Natur auf sich, wie sie<lb n="4"/>im chemischen Processe ist, selbst macht, ist das <hi rendition="#g">organische</hi>; und wir treten hie<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mit in das organische über.</p>
<space/>
<p><lb n="6"/>In dem a) <hi rendition="#g">unmittelbaren</hi> <hi rendition="#g">irrdischen</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi> ist das Princip der Individuali<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>tät gesetzt als absolute Einzelnheit, numerisches Eins, eigentlich nur als Princip der<lb n="8"/>Individualität; diß Eins ist absolutes Eins der Momente, der Totalität der Elemente<lb n="9"/>die <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Accidenzen</hi> ideell sind, er die absolute Negation ihrer <hi rendition="#g">Selbststän<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">digkeit</hi>, aber sie sind an ihm wirklich aber als Accidenzen. b) <hi rendition="#g">Jene</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>,<lb n="11"/>und <hi rendition="#g">diese</hi> ihre <hi rendition="#g">Totalität</hi> sind einfach ineinander, <hi rendition="#g">indifferent</hi> einander nicht<lb n="12"/><hi rendition="#g">entgegengesetzt</hi>; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> und <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Totalität</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi><lb n="13"/>tretten <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> in die <hi rendition="#g">differente</hi> Beziehung. c) Aber die Erde ist nicht<lb n="14"/>absolute Einzelnheit, sondern sie ist auch Allgemeinheit, und die Elemente die in</p>
<pb n="174" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=177" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ihr ideell sind, sind auch zugleich Allgemeinheit und jedes eine Totalität wie wir sie<lb n="2"/>erkannt haben, ihre Idealität in der Erde ist zugleich das positive Allgemeine, daß sie<lb n="3"/>sich in dem allgemeinen Elemente in sich reflectiren und als eine Totalität von<lb n="4"/>Momenten setzen. Aber der einzelne Körper ist der Allgemeinheit der Erde ent<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gegengesetzt und indem sie im einzelnen Körper ideelle sind, ist diese ihre Idealität<lb n="6"/>nicht ihre Reflexion in sich selbst als Totalität; sie sind nur als Momente dieser ihrer<lb n="7"/>innern Totalität nur <hi rendition="#g">ideelle</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>, nur allgemeine <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Abstrac<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="8" break="no"/><hi rendition="#g">tionen</hi>. Der <hi rendition="#g">Sinn</hi> der Farbe <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">einzelnen</hi> <hi rendition="#g">Körpers</hi> ist darum nur ein <hi rendition="#g">abstrac<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">ter</hi>; als <hi rendition="#g">Farbe</hi> an ihm nicht existirend – wahrhafft wäre es die Totalität aller<lb n="10"/>Farben – sondern als <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">bestimmte</hi> Farbe; ebenso <hi rendition="#g">sein</hi> allgemeines <hi rendition="#g">Seyn</hi><lb n="11"/>als Materie die allgemeine Materie und ihm entgegengesetztseyn, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>,<lb n="12"/>ist nicht selbst als allgemeine Schwere, und <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> im besondern<lb n="13"/>nur als System der einzelnen Schweren seyn könnte, nur als <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">einzelne</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">besonderte</hi> <hi rendition="#g">specifische</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>. Die andern Momente der innern Totalität<lb n="15"/>der Elemente fallen ausser [dem Körper.] b Der Proceß oder seine lebendigen<lb n="16"/>Momente ist das <hi rendition="#g">Hinausgehen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> einzelnen Körpers über diese seine Einzeln<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>heit; a) das Element <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">hier</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> als allgemeines als Indifferenz seiner Momente;</p>
<pb n="175" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=178" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>es ist aber in diesem lebendigen Momente nur die aufgelöste Einzelnheit; die ver<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>nichtende Beziehung der Bestimmtheiten aufeinander, und dieses Moment hat<lb n="3"/>ausser sich das Bestehen die Indifferenz der Einzelnheit. Aber diß Moment ist wesent<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>lich bezogen auf diese Indifferenz seiner selbst, auf das Bestehen des Products; und<lb n="5"/>das Seyn der Einzelnheit des Elements kommt aus dem Seyn der entgegengesetzten<lb n="6"/>her, und geht in sie über, so wie sie wesentlich auf es bezogen sind; und die Einzeln<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>heit des Elements ist ebenso wesentlich auf ihr aufgehobenseyn bezogen, darauf daß<lb n="8"/>das Element als ein bestimmtes zum allgemeinen wird; das absolut wesentliche ist,<lb n="9"/>daß die <hi rendition="#g">sichselbstgleiche</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> <hi rendition="#g">Eines</hi> <hi rendition="#g">Tons</hi> Einer specifischen Schwere,<lb n="10"/>einer Farbe <hi rendition="#g">eines</hi> <hi rendition="#g">Moments</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Neutralität</hi>, zugleich des lebendigen<lb n="11"/>Moments, ein <hi rendition="#g">Aufheben</hi> <hi rendition="#g">dieses</hi> <hi rendition="#g">Einen</hi> sey, und zugleich ein Seyn der Vielheit<lb n="12"/>des Elements oder daß <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Element</hi> als <hi rendition="#g">allgemeines</hi> zugleich in <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">absoluten</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> sey. Daß die Selbstständigkeit der Elemente zugleich in der Form der<lb n="14"/>Besonderheit der Idealität der nicht selbstständigkeit sey; und in dieser seiner Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>einzelung unmittelbar selbst, allgemein werde.</p>
<pb n="176" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=179" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>a) am einzelnen [Körper] ist nur ein Moment des Elements gesetzt; dise Einzeln<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>heit confundirt sich mit dem entgegengesetzten Momente; das Element ist auf diese<lb n="3"/>Weise als allgemeines insofern die Einheit seiner Momente gesetzt ist b) ebenso<lb n="4"/>ist im lebendigen Momente des Processes der Kraislauff der in einandergreiffenden<lb n="5"/>Elemente. Aber α) jede Allgemeinheit des Elements ist nur eine negative, der<lb n="6"/>lebendige Moment des chemischen Processes ist nur das Aufheben der Existenz<lb n="7"/>seiner Momente, ebenso ist der Kraislauff der Elemente im chemischen nur das<lb n="8"/>Aufgehobenseyn ihrer Selbstständigkeit hat unmittelbar in sich den Trieb aus<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>einanderzugehen; oder dieser Moment ist wesentlich bezogen auf die gedoppelte<lb n="10"/>Indifferenz der Elemente αα) als selbstständiger in ihrem Processe gegen einander<lb n="11"/>und ββ als in sich einer Totalität ihrer Momente. Aber beydes ist wesentlich auf<lb n="12"/>einander bezogen; diese Beziehung diß Einsseyn [ist] das an sich des chemischen<lb n="13"/>Processes und diß das organische.</p>
<p><lb n="14"/>Das numerische Eins des irrdischen Körpers hat α) alle [Elemente] als <hi rendition="#g">ideelle</hi></p>
<pb n="177" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=180" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">wirkliche</hi>, <hi rendition="#g">indifferente</hi> <hi rendition="#g">gegeneinander</hi>, die sich nicht wider<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>streiten, ihr Proceß gegeneinander ist völlig beruhigt; damit aber ihr Widerstreit,<lb n="3"/>ihr Kampf und der Kraislauff ihres sich gegenseitigen Aufhebens ausser diesem ein<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>zelnen irrdischen Körper. β) Die Elemente haben zugleich in der Erde ihre Reflexion<lb n="5"/>in sich selbst, und sind als allgemeine selbst jedes in sich eine Totalität des Seyns;<lb n="6"/>am absolut einzelnen Körper aber ist nicht diese Erde als allgemeine worin sie als<lb n="7"/>Totalität sind, sondern er ist ein besonderter und die Elemente sind nicht in ihrer<lb n="8"/>Totalität an ihm gesetzt, es ist nur Ein Moment, eine Farbe an ihnen. Aber α) jenes<lb n="9"/>indifferente Seyn der Elemente gegeneinander ist absolut eine Differenz gegenein<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>ander; so wie jene einzelne innre Bestimmtheit der Elemente wesentlich ebenso nur<lb n="11"/>in seiner Allgemeinheit ist worin es existirt – und die Elemente sind wesentlich<lb n="12"/>A) diese Totalität derselben nach aussen in der sie [in] dem Kraislauffe [des] abso<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>luten Processes sind A) und zugleich dise ihre allgemeine ruhige ideelle Totalität<lb n="14"/>in sich, und sind beydes wesentlich, sie sind wesentlich das Einsseyn von beyden.<lb n="15"/>Dieses <hi rendition="#g">wesentliche</hi> ist es zu dem die Erde fortgehen muß, um zu seyn, was sie</p>
<pb n="178" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=181" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ist; daß <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">einzelne</hi> eine Totalität der Elemente, differenter gegeneinander;<lb n="2"/>und zugleich daß sie seyen eine Vereinzelung ihrer inneren Existenz die unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>bar eine Allgemeinheit wäre; der chemische Proceß hat beydes nur als getrennte<lb n="4"/>Momente, im lebendigen Momente ist jenes Einsseyn aller Elemente und das Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mischtseyn ihrer Existenz; in den Producten ihre Totalität. Das Einsseyn von<lb n="6"/>beydem aber ist das organische. Es geht hieraus die Natur des organischen hervor;</p>
<p><lb n="7"/>a) <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">organische</hi> ist <hi rendition="#g">vors</hi> <hi rendition="#g">erste</hi> die <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> der Erde,<lb n="8"/>das numerische Eins, und <hi rendition="#g">ideellgesetztseyn</hi> derselben an ihm; es ist aber zu<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gleich <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">ruhige</hi> <hi rendition="#g">ideellseyn</hi> <hi rendition="#g">derselben</hi> in ihm; in diesem <hi rendition="#g">ruhigen</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">Einsseyn</hi> ist nur <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Vereinzelung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi>, selbst in den Momenten<lb n="11"/>ihrer Realität; es existirt als Proceß als aufgehobenseyn dieser Vereinzelung dersel<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>ben; oder daß sie als allgemeine, sind, b) als solche treten sie <hi rendition="#g">ihrer</hi> Existenz als<lb n="13"/>vereinzelter gegenüber; und ihr Seyn als allgemeiner nicht formell ideeller ist das<lb n="14"/><hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi>, und es, ist diese Allgemeinheit derselben die absolut eins mit<lb n="15"/>der negativen Einheit; sie sind hier als ideell allgemeine; aber diese ihre Idealität ist</p>
<pb n="179" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=182" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>bedingt durch ihre Realität, und ihrem Kraislauffe in der negativen Einheit des<lb n="2"/>organischen steht ihr absoluter Kraislauff als selbstständiger gegeneinander differen<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>ter gegenüber. Als diese selbstständige reflectiren sie sich in der organischen Einheit,<lb n="4"/>sie werden ideelle und einzelne aber ebenso absolut allgemeine und zwar ideell<lb n="5"/>allgemeine und reell allgemeine. So geht ihr absoluter Kraislauff in den Kraislauff<lb n="6"/>der organischen Einheit über, und zurük in jene, und das organische ist der Krais<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>lauff dieser beyden Kraislaüffe.</p>
<p><lb n="8"/>a) die Elemente stehen dem organischen in der Bewegung entgegen; in ihrer<lb n="9"/>absoluten Selbstständigkeit als System der Sonne in dem sie nur durch den ganz<lb n="10"/>ideellen absoluten Begriff der Zeit gegen einander different sind; und dieselbe als<lb n="11"/>durch das Feuer den freyen realen absoluten Begriff; es ist als der absolute Begriff<lb n="12"/>indem sie jede Form der Selbstständigkeit verlieren wesentlich das Aufheben der<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>selben, in seinem Negiren derselben ist ihre wirkliche rein als differente Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>ständigkeit für das organische nothwendig.</p>
<p><lb n="15"/>b) In dieser positiven Beziehung der organischen Einheit auf die selbständigen<lb n="16"/>Elemente vollenden [sie] den Kraislauff ihres idealen Processes in der Bewegung<lb n="17"/>und des realen im absoluten chemischen Processe in sich, und das organische ist<lb n="18"/>schwer ein in dieser Allgemeinheit gesetztes gehört selbst diesem Processe an; der<lb n="19"/>in ihm wiederklingt, mit dem und allen dessen Perioden es auf und niedergeht.</p>
<pb n="180" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=183" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>c) Seine Einzelnheit tritt aber zugleich aus diesem Raume in dem es schwimmt<lb n="2"/>heraus; sein Seyn in diesem Proceß ist das allgemeine Element seiner Existenz, in<lb n="3"/>welchem er aber sich in sich zurükzieht. So wie es die Peripherie dieses kraisenden<lb n="4"/>Processes durchlaüfft, so ist es der ruhige Mittelpunkt desselben, und bezieht sich<lb n="5"/>durch <hi rendition="#g">seine</hi> Radien, als Punkt auf sie, sie werden durch seine Vereinzelung <hi rendition="#g">aus</hi><lb n="6"/>ihrer Selbstständigkeit und <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Continuität</hi> ihres Zusammenhangs gerissen<lb n="7"/>aus ihrem sichselbstgleichen für sich seyn, und sind nur eine unendliche Menge von<lb n="8"/>Punkten, von Einzelnheiten.</p>
<p><lb n="9"/>c) diß ist das erste Moment des organischen Individuums gegen die Elemente,<lb n="10"/>daß das Für sich seyn der Elemente als himmlischer Körper und die <hi rendition="#g">Continuität</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">ihres</hi> <hi rendition="#g">Kraislauffs</hi>, das ineinandergreiffen ihrer Nothwendigkeit in ihm sich<lb n="12"/>reducirt und die Elemente in ihnen selbst vereinzelt werden. Diese Vereinzelung<lb n="13"/>ist die Reflexion der Elemente ausser ihrer sichselbstgleichen Flüssigkeit und ihrer<lb n="14"/>Differenz gegen einander, in sich selbst; eine Vereinzelung worin sie sich in sich<lb n="15"/>selbst brechen, und zu ihrer Totalität in sich gelangen; sie existiren als diese Totalität<lb n="16"/>nur in dem Ganzen der Erde. Sie existiren an dem einzelnen Körper nur in der Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>einzelung eines Moments, eines ihrer Töne, einer ihrer Farben, es muß ebenso</p>
<pb n="181" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=184" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>nothwendig ihre Vereinzelung als das ruhige bestehen der Schwere in ihrer Totalität<lb n="2"/>aufgehoben werden, sie müssen als ideell allgemeine, als das negativ allgemeine,<lb n="3"/>d. h. gesetzt werden als Ganze, aber als aufgehobene und als diese aufgehobene Ganze<lb n="4"/>gesetzt werden; das ist sie müssen zu <hi rendition="#g">Gedanken</hi> werden.</p>
<p><lb n="5"/>d. Die Existenz dieses Systems der Elemente als in einer Einheit in der sie diese<lb n="6"/>ideellen sind ist das organische so, daß sie darin wie sie ihrem Wesen nach sind,<lb n="7"/>selbst different gegeneinander sind; ihr ideales bestehen als Accidenzen ist zugleich<lb n="8"/>als lebendiger Proceß derselben gegeneinander. Aber die Einheit derselben ist Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>heit organischer ist der Proceß selbst ist als Eine Einheit, und das organische ist für sich<lb n="10"/>ist ihr absolut in eins gemengter Kraislauff; die bewegten in dem organischen sind<lb n="11"/>nicht diese Elemente selbst, sie sind ideelle; sondern was sich bewegt ist das organi<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>sche Eins selbst, diß Eins ist das existirende organische Eins; die Momente seiner<lb n="13"/>Bewegung sind selbst jedes das organische Eins, nur in der Form des ideellen Ele<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>ments gesetzt; es differentiirt sich in Momente deren jedes selbst die organische<lb n="15"/>Natur des organischen Eins ist; die Elemente die durch dieses Eins durchgegangen</p>
<pb n="182" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=185" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>sind, sind untrennbar vermischt worden; und die Trennung die wieder herausgeht,<lb n="2"/>ist ein System von organischen Gliedern, das Element selbst ein organisches Moment;<lb n="3"/>das organische ist in seinen Momenten es selbst, die Form seiner Differenz gegen<lb n="4"/>einander seiner Momente ist das Element.</p>
<p><lb n="5"/>Das organische also ist diese einfache Einheit der Elemente, oder die absolute<lb n="6"/>Substanz; an den freyen Elementen ist diese <hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi> Form, sie erschei<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>nen als mehrere Selbstständigkeiten mehrerer Substanzen, umgekehrt am organi<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>schen ist die Substantialität das Wesen, und ihr <hi rendition="#g">Wesen</hi> ihre Bestimmtheit ist blosse<lb n="9"/>Form bloß differente Beziehung welche differente Beziehung, differentes Einsseyn<lb n="10"/>zugleich absolutes Eins ist, mit jener positiven Allgemeinheit Substantialität.</p>
<p><lb n="11"/>Diese Substanz, an der die Elemente nur Form der Differenz sind, steht α) dem<lb n="12"/>System der Elemente gegenüber in welchem sie theils eine selbstständigkeit als<lb n="13"/>Weltkörper, theils differente Selbstständige im Processe der Elemente, die in ihrem<lb n="14"/>langsame Kraislauff auseinandergehalten, es ist beydes dasselbe Bild der Totalität;<lb n="15"/>auf der Seite der Elemente als solcher ist gleichsam diser Kraislauff das Rad der<lb n="16"/>Peripherie; die Seite der Idee des organischen als die absolut schnelle Bewegung</p>
<pb n="183" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=186" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>dieser Peripherie, durch welche sie ruhend und als Ein <hi rendition="#g">allgemeiner</hi> Ton erschei<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>nen, und keins zu unterscheiden ist. Das absolut allgemeine Eins beyder, was als die<lb n="3"/>Mitte zwischen beyden erscheint insofern sie [als] auseinander betrachtet werden ist<lb n="4"/>eben diß daß <hi rendition="#g">sie</hi> beyde Formen der Bewegung dieselbe Totalität sind; ihrem Inn<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>halte nach, ihrem Wesen nach sind; aber in Ansehung der Form sind sie aber auch<lb n="6"/>entgegengesetzte, und diese Seite ihres Einsseyn oder ihrer Mitte ist die <hi rendition="#g">absolute</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">Form</hi>, die Unendlichkeit die eben so <hi rendition="#g">diese</hi> absolute <hi rendition="#g">Entgegensetzung</hi> als<lb n="8"/>unmittelbar die Idealität das absolute Aufheben dieser Entgegensetzung ist. Die<lb n="9"/>beyden Seiten der Mitte sind selbst an die beyden Seiten als die Form ihres Erschei<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>nens vertheilt; die Elemente erscheinen als das allgemeine <hi rendition="#g">seyende</hi>, selbstständige,<lb n="11"/>ewige gegen die Einzelnheit des organischen Individuums das sie überdauern<ref type="anker" target="#fn-186-1">¹</ref> im<lb n="12"/>Seyn sie die in ihrem <hi rendition="#g">Zerstörtwerden</hi> unvergänglich sind gegen dasselbe. Aber<lb n="13"/>die andere Seite der <hi rendition="#g">Mitte</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi> ist auf der Seite des organischen<lb n="14"/>Individuums; sie ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, dasjenige was jenes Verhältniß<lb n="15"/>des Seyns der Elemente umkehrt, die Allgemeinheit der Elemente absolut besondert,<lb n="16"/>die Reflexion derselben, sie zu einzelnen Punkten macht, und sich hiemit zum abso-</p>
<note xml:id="fn-186-1" type="kopf" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>n) n</note>
<pb n="184" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=187" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>lut allgemeinen erhebt; indem jenes Allgemeine der Elemente nur die <hi rendition="#g">seyende</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">indifferente</hi> träge Allgemeinheit ist; die allgemeinheit des organischen Indivi<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>duums aber, die negative ideelle Allgemeinheit in welcher sie <hi rendition="#g">gleichfalls</hi> <hi rendition="#g">sind,</hi><lb n="4"/>indifferent bestehen, aber als aufgehobene als ideelle, als Momente der Form. Das<lb n="5"/>organische hat aus den Elementen die Seele für sich genommen, und es ist die Flamme<lb n="6"/>des Lebens und das Allgemeine der Unendlichkeit. Was bisher unsre Reflexion war,<lb n="7"/>daß die Momente der Totalität wesentlich eine Beziehung in der Unendlichkeit<lb n="8"/>Einsseyn, diß existirt in <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">organischen.</hi></p>
<p><lb n="9"/>e. Das organische ist auf diese Weise sich selbst der Kraislauff als absolutes Eins,<lb n="10"/>und sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> als absolutes Eins, ist, daß es sich dazu macht, daß es die Elemente<lb n="11"/>idealisirt, daß ihr System selbstständig gegen dasselbe ist, nur als negative Einheit<lb n="12"/>ist. Aber es ist auf diese Weise derselbe Widerspruch des Processes in ihm selbst ge<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>setzt, daß er als absolut Einzelnes, und Einfaches, und als Totalität der organischen<lb n="14"/>Momente ist. Die Idee des organischen ist die absolute Allgemeinheit Einsseyn<lb n="15"/>beyder des absolut einfachen Einsseyn des organischen und des organischen als<lb n="16"/>einer Totalität und zugleich zerfällt sie in sich selbst und die Idee existirt in der Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>dopplung der organischen Individualität. Die Idee, in welcher als einfacher zugleich<lb n="18"/>die Unendlichkeit der absolute Begriff ist, muß <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> unendlich werden,</p>
<pb n="185" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=188" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>sie muß sich selbst als Eins setzen, das ihr absolut entgegengesetzt ist, für sich selbst<lb n="2"/>diß aufheben des Gegensatzes, [sich] als ein <hi rendition="#g">anderes</hi> <hi rendition="#g">setzen</hi>, als sie ist, und so daß<lb n="3"/>diß andre sie selbst ist; und nur seyn, in dieser Entzweyung und im Aufheben der<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>selben. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Idee</hi> <hi rendition="#g">der</hi> organischen <hi rendition="#g">Individualität</hi> ist <hi rendition="#g">Gattung</hi>, Allgemeinheit;<lb n="5"/>sie ist sich unendlich ein anderes, und in disem andersseyn sie selbst <hi rendition="#g">existirt</hi> in<lb n="6"/>der Trennung der Geschlechter, deren jedes die ganze Idee ist, aber die sich auf sich<lb n="7"/>selbst als auf ein aüsseres beziehend, sich [im] Andersseyn als sich selbst anschaut,<lb n="8"/>und diesen Gegensatz aufhebend. Zwischen beyden steht <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihren</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">beyden</hi> <hi rendition="#g">Seiten</hi> der positiven und negativen Allgemeinheit; das <hi rendition="#g">weibliche</hi><lb n="10"/>erscheint als das positive Allgemeine das passive sich auf <hi rendition="#g">sichselbstbeziehende</hi>,<lb n="11"/>die Form <hi rendition="#g">empfangende</hi>; das <hi rendition="#g">männliche</hi> aber als die negative Seite der Mitte,<lb n="12"/>als das thätige der Form. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Idee</hi> selbst ist ihre absolute Einheit; die Idee existirt<lb n="13"/>nur als unendlich als sich selbst ein anderes seyend, als Individualität. Das Individuum<lb n="14"/>ist die Idee und es existirt nur als Idee, in dem Individuum ist daher der Widerspruch<lb n="15"/>diese Idee zu seyn; und zugleich nur ein anderes zu seyn als diese Idee, es ist absoluter<lb n="16"/>Trieb; es ist nur indem es das <hi rendition="#g">Aufheben</hi> dieser Bestimmtheit ist; dieses andersseyn<lb n="17"/>ist. In diesem Aufheben des Andersseyns und der <hi rendition="#g">Berührung</hi> beyder Geschlechter<lb n="18"/>nun <hi rendition="#g">existirt</hi> also nur die Idee; die <hi rendition="#g">Individuen</hi>, die nur sind als diß daß sie</p>
<pb n="186" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=189" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Triebe sind, Idee und sich auf sich selbst als ein anderes beziehend, hören auf zu seyn;<lb n="2"/>das <hi rendition="#g">erzeugte</hi> ist die <hi rendition="#g">existirende</hi> <hi rendition="#g">Idee</hi>, welche ebendarum denen ihr <hi rendition="#g">gegen<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">überstehenden</hi> ihr Wesen, Idee zu seyn genommen hat, und nur die Einzelnheit<lb n="4"/>und damit nur die Selbstständigkeit als Form, nicht als Wesen läßt, und sie zu Ele<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>menten macht, das <hi rendition="#g">Kind</hi> und diese zu Einzelnheiten, gewordenen, oder die selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>ständigen Elemente fallen <hi rendition="#g">indifferent</hi> auseinander. Aber die Idee ist wesentlich<lb n="7"/><hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi> in sich selbst als sich auf anderes beziehend, und in ihrer<lb n="8"/>Existenz ist sie unendliche Individualität; es fängt unmittelbar ihre Spannung gegen<lb n="9"/>die Elemente an, und der ganze Kraislauff ist absolut in sich zurükgekehrt; oder er<lb n="10"/>hat keinen Anfang und kein Ende, und ist derselbe ewige Kraislauff.</p>
<p><lb n="11"/>f. Wenn wir <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">diesen</hi> <hi rendition="#g">Kraislauff</hi> <hi rendition="#g">des</hi> organischen reflectiren so sehen wir,<lb n="12"/>daß das organische die Einheit <hi rendition="#g">zweyer</hi> <hi rendition="#g">Processe</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">einen</hi> <hi rendition="#g">Krais</hi> <hi rendition="#g">bilden</hi>;<lb n="13"/>der eine ist der Kraislauff, in welchem die selbstständigen Elemente zu idealen, und<lb n="14"/>aus diesen eben so absolut zu selbstständigen werden, indem ihre Idealität negative<lb n="15"/>Allgemeinheit unmittelbar auch positive Allgemeinheit ist, der Kraislauff der<lb n="16"/>Selbsterhaltung; des Gesetztseyns des elementaren Processes in dem organischen<lb n="17"/>der andere der Kraislauff der Gattung; die realisirte Idee. Das Organische das so<lb n="18"/>die Differenz nach aussen, gegen den Proceß der Elemente aufgehoben hat, indem</p>
<pb n="187" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=190" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>es ihn in sich setzt, setzt sie in sich selbst, zerfällt in sich in differente organische Indivi<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>duen wird zum Geschlechte; und hebt eben so dise Differenz auf, und kehrt zur<lb n="3"/>ersten zurück. Das organische schaut sein Andersseyn sich dort als die Totalität des<lb n="4"/>unorganischen Processes an, unbewußt, daß es diselbe Totalität ist; dieses Anders<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>seyn wird ihm dazu, daß diß andre es selbst wird, oder daß sein Andersseyn dasselbe<lb n="6"/>organische Wesen ist, und diese Differenz verkehrt sich wieder in die Erste.<choice><orig> Bey</orig><reg/></choice><pc force="weak">-</pc></p>
<p>Bey<lb n="7"/>de greiffen unmittelbar in einander. Das Aufgehobenwerden, der Differenz gegen<lb n="8"/>den unorganischen Proceß wird eine Differenz der Geschlechter und das aufgehoben<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>werden dieser jene erste Differenz.</p>
<p><lb n="10"/>Wir sehen hieraus, daß die organische Individualität ist hiemit die absolute Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>heit der gedoppelten Bewegung in sich selbst, und die sich auf ein anderes bezieht;<lb n="12"/>und das Wesen der Erde ist in ihm vollkommen realisirt; oder in ihm kommt die<lb n="13"/>Erde zu sich selbst, und gebiert sich zu dieser absoluten Einheit der gedoppelten<lb n="14"/>Bewegung heraus. Die beyden Bewegungen sind, wie gezeigt, ein absoluter ununter<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>scheidbarer Kraislauff, die Idee, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Gattung</hi>, ist die <hi rendition="#g">Sonne</hi> des Individuums,<lb n="16"/>um welche sich die selbsterhaltende Bewegung auf das Individuum beziehende</p>
<pb n="188" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=191" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Bewegung dreht; und diese <hi rendition="#g">Bewegung</hi> des Individuums um die Gattung indem<lb n="2"/>sie einerseits sich auf die Idee bezieht, bezieht sie sich andrerseits auf eine unorganische<lb n="3"/>Natur. Es ist die Mitte, die <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi> des aussersichseyn ist an sich nach 2<lb n="4"/>Seiten ausser sich; es ist die Erde die sich um die Sonne bewegt; ebenso einen Mond<lb n="5"/>um sich bewegt, und in ihrem Seyn, Sonne und Mond von sich aber so daß sie als<lb n="6"/>thätige die Krafft gegen den Mond nur von der Sonne hat abhält; so das organische<lb n="7"/>[das] sich gegen die Macht der Gattung, die es untergehen macht, sowie gegen die<lb n="8"/>der unorganischen Natur erhält, und sich um seine Achse für sich selbst bewegt,<lb n="9"/>in sich selbst ist sich erhält. Aber diese Bewegung des organischen Individuums in<lb n="10"/>sich selbst ist das Aufzehren der unorganischen Natur und daß es in ihm selbst die<lb n="11"/>Gattung habe, ihr gemäß sey; und so ist das Allgemeine die absolute Mitte, welche<lb n="12"/>sich in sich selbst bewegt, um welche sich die immer andres werdende, in der Peri<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>pherie seyende Individualität bewegt. Der Erhaltungsproceß des Individuums als<lb n="14"/>seine Bewegung um sich selbst aber hat allein die Krafft von der Gattung, der Idee,</p>
<pb n="189" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=192" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>und im Erhaltungsprocesse existirt die Gattung als lebendiges Organisches im<lb n="2"/>organischen Individuum; und <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Individuum</hi> als die <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi> und<lb n="3"/><hi rendition="#g">Einheit</hi> zwischen der Totalität als unorganischer Natur, und der organischen Idee<lb n="4"/>so daß diese seine Gestalt, seine Thätigkeit ist; aber ebenso absolut setzt sich die<lb n="5"/>Idee als thätig gegen das Individuum. Es ist die unorganische Natur die im Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>schlechte zur Gattung wird, und über das Individuum den Sieg davon trägt</p>
<space/>
<p><lb n="7"/>Die absolute Einheit, wie wir [sie] als das Wesen des organischen erkannt haben<lb n="8"/>ist die <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Lebenskrafft</hi>; ein absolut allgemeines was um seiner Einheit<lb n="9"/>und Einfachheit willen, <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">einem</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> begriffen werden [kann];<lb n="10"/>es ist <hi rendition="#g">unbegreifflich</hi> als dieses einfache, es ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Äther</hi>; als diß<lb n="11"/>sich selbstgleiche <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">alle</hi> <hi rendition="#g">Entgegensetzung</hi> in sich; und es ist ihm <hi rendition="#g">nichts</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">entgegengesetzt</hi>, d. h. es wird nicht aus einem andern begriffen; es ist allge<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>meines als der absolute Begriff selbst. Es ist ebendarum nicht die abstracte Einfach<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>heit, diese ist nur in Beziehung auf ein entgegengesetztes das Vielfache, und wird<lb n="15"/>aus ihm begriffen; aber jene absolute Einheit als nicht abstracte Einheit sondern<lb n="16"/>lebendige Einheit ist unmittelbar unendlich; sie ist die absolute Einheit entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>gesetzter der Idee und der Individualität der Totalität in der Form der Einheit und</p>
<pb n="190" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=193" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der Unendlichkeit. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Einfachheit</hi> des Lebens ist darum weder Resultat von<lb n="2"/>Factoren, noch von was es sey, ebenso wenig ist sie etwas geheimes, unerkennbares;<lb n="3"/><hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Einfachheit</hi> unendlich, sie ist die Idee jenes absoluten aufgenom<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>menseyn der Unendlichkeit in das einfache selbst; in welchem unmittelbar absolut<lb n="5"/><hi rendition="#g">besonderes</hi> gesetzt ist, das unmittelbar absolut allgemeines ist, und diß absolut<lb n="6"/>allgemeine ebenso unmittelbar absolut besonderes; es ist darum indem es unbe<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>greifflich d. h. nicht aus einem andern erkennbar ist, zugleich absolut erkennbar;<lb n="8"/>indem die aufgewiesene Einheit ist, ist es das existirende Erkennen selbst; das Erken<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>nen erkennt sich nicht durch etwas andres, sondern durch sich selbst, und wir erken<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>nen das organische eben indem wir erkennen daß es jene Einheit oder das existirende<lb n="11"/>Erkennen ist. Insofern jene absolute Einheit des organischen in Beziehung als ein<lb n="12"/>besonderes betrachtet wird, so geht es unmittelbar in das allgemeine über als allge<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>meines einem besondern entgegengesetzt, und umgekehrt, aber dieser Übergang<lb n="14"/>ist allein in der Betrachtungsweise; das organische ist an sich selbst, diß übergehende<lb n="15"/>Einsseyn, das [sich] ebenso absolut dirimirt, als es in seinem Dirimiren Eins bleibt.<lb n="16"/>Es ist formal dasselbe einfache inEinsseyn, wie das besondere im Raume; das<lb n="17"/>unmittelbar als diß einzelne eben so absolut ausser sich flüssig allgemein ist, in seiner<lb n="18"/>Einzelnheit unmittelbar Raum nur im allgemeinen, oder die Einfachheit des Gedan<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>ken, der als ein bestimmter eben so unmittelbar ideell allgemein ist; nur daß in der</p>
<pb n="191" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=194" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>trägen formalen Indifferenz des Raumes, der nicht zugleich absolute Zeit ist, das<lb n="2"/>besondere noch von seiner Allgemeinheit eines raümlichen abgesondert etwas ist,<lb n="3"/>so wie im formalen Denken das gedachte noch eine besondere Bestimmtheit ist;<lb n="4"/>im organischen als solchem hingegen die Besonderheit absolute Besonderheit oder<lb n="5"/>an ihr selbst als Besonderheit aufgehoben, unendliche Besonderheit ist.</p>
<p><lb n="6"/>Diß Moment des Verhältnisses des organischen zum besonderen Elemente ist es,<lb n="7"/>was die wahre Idee der Erregbarkeit ist;</p>
<p><lb n="8"/>Diese <hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> oder <hi rendition="#g">Einfachheit</hi> ist es, die alles begreiffen<lb n="9"/>organischer Functionen, nach ihrem wesentlichen, daß sie organische sind, <hi rendition="#g">aus</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">mechanischen</hi> oder <hi rendition="#g">chemischen</hi> <hi rendition="#g">Gründen</hi>, zu nichte macht; diß einzelne<lb n="11"/>Ding, das in die Atmosphäre der organischen Function gebracht wird, hört unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>bar auf diß einzelne zu seyn, es wird, wie das einzelne im Raume von der organischen<lb n="13"/>Einheit inficirt, zerstört, als diese Besonderheit. Die organischen Functionen können<lb n="14"/>nur innerhalb ihrer selbst, innerhalb ihrer Einheit begriffen werden, sie haben kein<lb n="15"/>aüsserliches Verhältniß, sie scheiden sich nur von einander; in sich sind sie in der<lb n="16"/><hi rendition="#g">organischen</hi> <hi rendition="#g">Einfachheit</hi> geschlossen; was mit unorganischem vorgeht, indem<lb n="17"/>es vom organischen in seinen Krais gerissen wird, ist nicht <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Theilen</hi> <hi rendition="#g">desselben</hi>,<lb n="18"/>so daß es sich einiges <hi rendition="#g">davon</hi> herausnähme, anderes abschiede; und das wie es im<lb n="19"/>organischen wird, schon <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">unorganischen</hi> selbst zu erkennen wäre; die Wir<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>kung des organischen ist eine absolute Infection. Es fallen alle die Vorstellungen<lb n="21"/>hinweg, daß die Pflanze z. B. die Kohlensaüre der Atmosphäre die ohnedem nicht</p>
<pb n="192" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=195" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>in ihr ist, zersetze, die Kohle für sich behalte, und das Oxygengas, am Lichte wieder<lb n="2"/>von sich gebe, – wobey selbst das reine Factum, daß die Pflanzen oxygengas geben<lb n="3"/>auf schlecht gemachten Versuchen beruht – oder daß ebenso im <hi rendition="#g">Athmen</hi> das<lb n="4"/>oxygengas zersetzt; und das venose Blut durch diese Oxidation in arterielles Blut<lb n="5"/>umgewandelt werde; ebenso das Begreiffen der Nutrition, daß sie im Vermischen<lb n="6"/>mit organischen Säfften, und ein Ausziehen des nährenden Stoffes sey; durch Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>lösen, Niederschlagen, gerinnen u.s.w. Alle diese Vorstellungen enthalten nur eine<lb n="8"/>aüsserliche, mechanische oder chemische Wirkung, in deren Producten nichts ande<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>res sey, was nicht schon vorher als solches in dem unorganischen das in [die] Atmo<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>sphäre des organischen kommt, vorhanden gewesen sey. Die organische Infection<lb n="11"/>ist für das unorganische eine dasselbe wesentlich ändernde Wirkung, die im Anima<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>lischen z. B. als thierische Wärme überhaupt, nicht als eine bestimmte chemische<lb n="13"/>Wirkung thätig ist. Die allgemeine Form dieser Infection ist auch aufs bestimmteste<lb n="14"/>empirisch dargestellt worden; es sind z. B. Speisen in den Magen der Thiere in<lb n="15"/>verschlossenen Röhren gebracht, sogar die Magenwände ausgeschnitten, und die<lb n="16"/>Speisen verdaut worden; ebenso hat man Stückchen Fleisch in kleine Beutel von<lb n="17"/>Leinwand eingeschlossen in die Bauchhöhle, oder auch unter die Haut auf das<lb n="18"/>blosse Muskelfleisch gebracht, und [sie sind] ebenso als im Magen verändert worden.</p>
<pb n="193" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=196" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Das wesentliche am Producte der organischen Function, das was ihr zugehört ist<lb n="2"/>nicht eine oberflächliche Thätigkeit des Zerreissens des unorganischen oder des<lb n="3"/>Vermischens dessen was auf ihrer Seite erscheint, mit dem ihr dargebotenen unorgani<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>schen, sondern diß wird wesentlich verändert, inficirt, in ihre Allgemeinheit erho<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ben.</p>
<p><lb n="6"/>Von dieser Allgemeinen Idee des organischen gehen wir zu der Existenz des<lb n="7"/>organischen über.</p>
<p><lb n="8"/>Die <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Existenz</hi> des organischen ist die <hi rendition="#g">Pflanze</hi>; die beyden Momente<lb n="9"/>des organischen es als Gattung, und es als Individualität, Idee, Gattung und Indivi<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>dualität treten nicht auseinander; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Individuum</hi> ist als Kraislauff seines Processes<lb n="11"/>in den Momenten desselben immer das Ganze, die Gattung; die Gegliederung an<lb n="12"/>ihr selbst, tritt nur in eine <hi rendition="#g">aüsserliche</hi> oberflächliche oder aufeinanderfolgende<lb n="13"/>Differenz, und der Proceß der Gattung, das Zerfallen der Idee ist ebenso formal.<lb n="14"/>Das Individuum ist gewissermassen unvergänglich zu nennen; indem es selbst immer<lb n="15"/>die Gattung, und seine <hi rendition="#g">Gegliederung</hi> zugleich die Erhaltung der Gattung ist,<lb n="16"/>oder es in dem Processe der Gattung nicht untergeht, sich nicht in entgegengesetzte<lb n="17"/>des Geschlechtes theilt, sondern der Proceß des Individuums in dem es sich als allge<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>meines setzt, sich in sich gliedert, und der umgekehrte in dem es unter die Idee sub<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>sumirt wird, fällt zusammen; sein sich gliedern ist unmittelbar sein Zerfallen in die<lb n="20"/>Individuen der Gattung, das Individuum als solches existirt als <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Vielheit</hi> <hi rendition="#g">von</hi></p>
<pb n="194" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=197" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Individuen; die Idee, die Gattung ist gleichsam zu schwach, als daß sie sich in ent<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>gegengesetzte Individuen zerfallen lassen, und sich der Geschlechtsdifferenz anver<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>trauen könnte.</p>
<p><lb n="4"/>Wir betrachten die Pflanze in ihrem einfachen Lebenslauffe. Die Pflanze als die<lb n="5"/>erste Potenz des organischen Processes ausdrückend, ist absolute organische Einheit<lb n="6"/>und indem sie sich gegen die unorganische Welt groß zieht, als gegen das, worin<lb n="7"/>sie sich, als ein anderes als sie selbst ist, groß zieht, sich zur Totalität des Processes<lb n="8"/>macht, und ihn als andres als sie selbst ist seyend aufhebt, kann sie die Totalität als<lb n="9"/>in ihren Momenten, indem sie immer eins bleibt, nur in einer Succession an sich<lb n="10"/>darstellen; nicht als differente gegeneinander, im unmittelbaren zugleich, sie hörte<lb n="11"/>damit auf das formale sich selbstgleiche des organischen an ihr selbst zu seyn; in<lb n="12"/>ihrer organischen Gegliederung bleibt sie dasselbe, und ist darinn eine formale Dif<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>ferenz eine Vervielfältigung ihrer selbst. Noch weniger kann sie, indem die Idee<lb n="14"/>unendlich wird, sich als solche theilt, in diese wahrhaffte Verschiedenheit der Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>viduen übergehen; (die Idee als solche, hört in dieser Vertheilung auf zu existiren;)<lb n="16"/>die Idee existirt in dem Processe der Gattung, aber nicht als ein numerisches Eins,<lb n="17"/>sondern in der Mehrheit solcher Eins, Mehrheit der Individualitäten und eine solche<lb n="18"/>ist die Pflanze; der Proceß der Gattung als solcher sich abtrennender, ist nur nach</p>
<pb n="195" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=198" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>der Seite seiner Differenz, als diese als Individualität selbst abstract, deren Differenz<lb n="2"/>nicht in Individuen wirklich wird bleibt unter der Bestimmtheit dieser Individuali<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>tät und tritt nicht als entgegengesetzte Individuen auf, oder [ist] selbst als ein Mo<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>ment der Totalität des Individuums, statt daß der Gattungsproceß in der Krafft<lb n="5"/>der Allgemeinheit das Individuum unter sich subsumirt.</p>
<p><lb n="6"/>Der organische Lebenslauff in der Form dieser Einfachheit oder als Pflanze ergibt<lb n="7"/>sich hiedurch auf folgende Weise</p>
<p><lb n="8"/><ref type="anker" target="#fn-198-1">¹</ref>Die selbst in der Einfachheit der Idee existirende <hi rendition="#g">Pflanze</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> der Saamen, die<lb n="9"/>ganze Pflanze in ihr selbst; er bezieht [sich] als organisches überhaupt auf sich selbst,<lb n="10"/>als ein anderes; er fällt in die befruchtete Erde. Der befruchtete Saamen d. h. der<lb n="11"/>sich so auf sich selbst als ein andres beziehende <hi rendition="#g">Saamen</hi> kehrt sich gegen die ele<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>mentarische Natur, um sie sich zu unterwerfen, sich zum Mittelpunkte ihres Krais<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>lauffes zu machen, und ihr Kraislauff in sich zu seyn; seine erste allgemeine <hi rendition="#g">Be<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">fruchtung</hi> oder die Beziehung auf das unorganische, auf sich selbst als ein andres,<lb n="15"/>überhaupt ist, daß diese unorganische Natur in ihn selbst als <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi><lb n="16"/>fällt, daß er itzt durch die unorganische Natur als allgemeines ist, er also sich in sich</p>
<note xml:id="fn-198-1" type="kopf" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>o)</note>
<pb n="196" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=199" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>entzweyt, <hi rendition="#g">sich</hi> in <hi rendition="#g">sich</hi> eine unorganische Natur entgegensetzt; und indem er zu<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>gleich das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> ist diese unorganische Natur umschließt, zugleich die Haut,<lb n="3"/>welche diesen Punkt der Individualität und das für ihn zur unorganischen Natur<lb n="4"/>werdende enthält, und in der Unendlichkeit seiner Natur sie aufzehrt; der Saamen<lb n="5"/>zehrt zuerst aus sich selbst; er hat ein Albumen verzehrt sein Albumen; als die Idee<lb n="6"/>der organischen Natur; ist er das Eins seines organischen Seyns, und der unorganischen<lb n="7"/>Natur. In diesem in sich eingeschlossenen Leben wird er sich, da das was er aufzehrt<lb n="8"/>zugleich er selbst ist, er macht erst als Ganzes sich zu einem andern als er selbst ist,<lb n="9"/>aber unmittelbar als DISS GANZE <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">aussen</hi> gerichtetes; diese Spannung<lb n="10"/>nach aussen geht ebenso in eine nach innen auseinander; als das organische Eins,<lb n="11"/>das lebendige Feuer der Pflanze entzweyt sich gegen Lufft und Erde, und zehrt die<lb n="12"/>Mitte das Wasser in sich auf; sie wurzelt in <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Boden</hi>, und strebt in <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi>.<lb n="13"/>In diesem Wasserprocesse zerfällt die Schwere in entgegengesetzte specifische<lb n="14"/>Schwere; die eine Seite dringt in die Erde, die andere in absoluter Leichtigkeit in die<lb n="15"/>Lufft; diese geradelinige, einfach entgegengesetzte Bewegung insofern sie sich allein<lb n="16"/>auf die Gestalt bezieht, das indifferente Einsseyn der Flüssigkeit und der Einheit in<lb n="17"/>der Differenz bezieht, entzweyt aber die Linie in mehrere Linien in die Breite, und<lb n="18"/>kommt zur Fläche des <hi rendition="#g">Blatts</hi> so wie die ganze Differentiirung die Bildung mehrerer<lb n="19"/>Äste die körperliche Form sich gibt;<ref type="anker" target="#fn-199-1">¹</ref> die Differenz in der Einheit die Kohäsion ist</p>
<note xml:id="fn-199-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>innrer Proceß der Gestaltung</note>
<pb n="197" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=200" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>so in die Flüssigkeit versenkt, sie ist nur als aüssere Gestalt, und <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Wasser</hi> <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="2"/>insofern <hi rendition="#g">fade</hi> und steigt bloß mechanisch, durch die Röhren der Fasern, als durch<lb n="3"/>ein Haargefäßsystem auf; das brennbare [ist] in das Wasser versenkt. Diese Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>wicklung ist Entwicklung der blossen flüssigen Gestalt, ist als solche, eine nicht<lb n="5"/>innerliche Entfaltung Spannung organische Gegliederung; die Pflanze die sich<lb n="6"/><hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Kraislauffs</hi> <hi rendition="#g">darin</hi> <hi rendition="#g">erhält</hi>, kann sich nur als dises organische<lb n="7"/>Eins <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Form</hi> des Saamen erhalten; und unterbricht die Linie die sie<lb n="8"/>zieht allenthalben mit solchen <hi rendition="#g">Resumtionen</hi> in die Einheit; oder Herstellungen<lb n="9"/>des <hi rendition="#g">Saamens</hi>; in der Wurzel so wie in der Linie des Stammes, verknotet sie sich;<lb n="10"/>jeder Knoten ist ein Saamen, und jede Entfaltung des Knotens, eine neue Pflanze;<lb n="11"/>jeder Knoten ist vollkommen in sich geschlossen, durch eine härtere Scheidewand<lb n="12"/>als das Holz, vom übrigen abgeschnitten, und entzweyt sich gegen den Stengel wie<lb n="13"/>vorhin gegen die Wurzel als Ganzes; jedes ein neues Individuum. Die Entfaltung ist<lb n="14"/>eine Wiederhohlung der Pflanze; das Blatt ist die ganze Pflanze, so wie der Ast,<lb n="15"/>und die <hi rendition="#g">Linie</hi> der Holzfaser, so wie das Holz umgekehrt <hi rendition="#g">die</hi> cylindrische <hi rendition="#g">Fläche</hi></p>
<pb n="198" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=201" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">der</hi> Rinde, und die reine Fläche des Blattes, sind Abstractionen die sich auf die blosse<lb n="2"/>Gestalt beziehen, sie sind Abstractionen in denen die Pflanze sich ganz nach innen<lb n="3"/>vereinfacht, und aüsserlich diß höchste Heraustreten zur Form hat.</p>
<p><lb n="4"/>Im <hi rendition="#g">Entfalten</hi> der Gestalt ist keine innre Differenz gesetzt; das darinn gewordene<lb n="5"/>ist also eine reine sich ausdehnende Krystallisation, und es ist in seinem geworden<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>seyn auch ein indifferentes ein absolut gewordenes ein erstorbenes; der mächtigste<lb n="7"/>Trieb in der Pflanze ist dieser einfache der Gestalt innerlich in sich zu ersterben; und<lb n="8"/>der lebendige Proceß ist gleichsam das oberflächliche, vorübergehende an ihr. Aber<lb n="9"/>so indifferent sie sich in ihrem Fortbilden erhält, so spannt sich in ihr zugleich der<lb n="10"/>Gegensatz der <hi rendition="#g">Wurzelung</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Verzweigung</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi>, dieses<lb n="11"/>Entfalten der Gestalt gegen <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> der Pflanze. <hi rendition="#g">Diese</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">Spannung</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Lebendigwerden</hi> des <hi rendition="#g">Feuerprincips</hi>; das dem fort<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gehenden Gestalten gegenüber tritt. Die Linie der Wurzel tritt in den Gegensatz<lb n="14"/>gegen die Breite des Blatt, und in dem Stamme ist der synthetische Gegensatz von<lb n="15"/>beydem; es ist in ihm nichts als die einfache Holzfaser, welche röhrige Zwischen<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>raüme zwischen sich hat, in denen das PflanzenWasser in die Höhe steigt; die<lb n="17"/>Horizontale der Blätter hält diesen Fortgang auf; und eben so hemmen in dem Stam-</p>
<pb n="199" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=202" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>me horizontale Blättchen das Aufsteigen des organischen Wassers. Diese Hemmung<lb n="2"/>ist die in dem Blatte gesetzte Thätigkeit der durch das Licht des Feuers belebte<lb n="3"/>Lufft, gegen die in der reinen Länge der Wurzel durch dasselbe Feuer thätige Erde;<lb n="4"/>und die das Wasser differentiirende Thätigkeit des Blatts kann wohl keine andre<lb n="5"/>seyn als der Versuch es zu neutralisiren, es innerhalb der organischen Einheit in<lb n="6"/>Salzigkeit zu versetzen; so wie dagegen die gegen es thätige Erde in der Wurzel es<lb n="7"/>dem brennbaren, spröden, dem staubigten kohäsionslosen näher zu bringen sucht.<lb n="8"/>Pflanzen die gleichsam innerhalb der Macht der Wurzel bleiben, representiren uns<lb n="9"/>diß mehligte, kohäsionslose in sich indifferente das nicht zur Saüre oder Salzigkeit<lb n="10"/>kommt. Die Physik der Pflanze selbst hat den reinen Gegensatz noch nicht bestimmt<lb n="11"/>darzustellen gewußt; das allgemeine ist das unter der Herrschafft der Lufft und Erde<lb n="12"/>gegen einander in Blatt und Wurzel gespannte Wasser in welcher Spannung die<lb n="13"/>Einheit des Feuerprincips als die Einheit dieser Spannung hervortritt; und wie vor<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>hin [das] formale fortgehen der Linie sich durch die Knoten unterbrach, die Gestal<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>tung der Pflanze, so unterbricht itzt die ideale Einheit das Feuerprincip jenen sich<lb n="16"/>gestaltenden Fortgang des Ganzen, und das werdende allgemeine, der Gattung<lb n="17"/>unterbricht das Leben, sie hört auf zu wachsen. Die synthetische Farbe des Grün<lb n="18"/>der Blätter, geht in die einfache Farbe des Gelb, des Lichts der Individualität die<lb n="19"/>bisher das allgemeine ihre unorganische Natur unter sich brachte, wie es unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>bar, Farbe ist, zurück; und das Feuerprincip geht in einen entwickelten <hi rendition="#g">Knoten</hi></p>
<pb n="200" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=203" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">zusammen</hi>, in welchem es seine innre absolute Entzweyung, gleichsam als ein<lb n="2"/>Sonnensystem realisirt; dieser Knoten umgibt sich mit <hi rendition="#g">Blättern</hi>, entzweyt sich<lb n="3"/>von innen heraus, als der schönsten Differentiirung der Gestalt, die am liebsten gelb,<lb n="4"/>und in höherer Reinigung weiß sind, und in denen alle <hi rendition="#g">holzige</hi> <hi rendition="#g">Linie</hi> und <hi rendition="#g">Ge<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">rippe</hi> in Eins vermengt ist; und keine Fasern wie im gewöhnlichen Blatte unter<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>scheidbar sind; der Knoten entzweyt <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">den</hi> differenten <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> <hi rendition="#g">des</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">männlichen</hi> und weiblichen, – einen Gegensatz, der nur formal ist, und nicht als<lb n="8"/>ganzes Pflanzenindividuum sich macht; es gibt darum keine männliche und weibliche<lb n="9"/>Pflanze, der Unterschied von männlich und weiblich ist nur ein Unterschied von<lb n="10"/>Theilen an derselben Pflanze nicht die Bildung [von] 2 Individuen; und die mono<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>öcisten und Diöcisten sind nur in diesen ihren Theilen unterschieden, und vielleicht<lb n="12"/>gibt es nicht einmal wahre Diöcisten indem nach Blumenbach in den meisten<lb n="13"/>Blüthen nicht allein die Anfänge des männlichen Geschlechts, sogar männliche<lb n="14"/>und weibliche Theile angetroffen werden; der Fruchtknoten mit dieser Entzweyung<lb n="15"/>schwimmt im <hi rendition="#g">brennbaren</hi>, <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Oele</hi>, und die Nectarien sind die geschlecht<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>losen Bildungen dieses Oeles. Die Entzweyung des Oeles in Geschlechter <hi rendition="#g">schlägt</hi><lb n="17"/>der <hi rendition="#g">Fruchtknoten</hi> ebenso wieder zusammen, in ihrer Berührung vorher die<lb n="18"/>unbefruchtete Mitte, kommt sie zu sich selbst; sie ist <hi rendition="#g">Saamen</hi>, eine Knospe, die</p>
<pb n="201" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=204" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>sich aus der ganzen Pflanze, und aus der Idealität, Knospe geworden ist; nicht eine<lb n="2"/>formale Wiederhohlung, sondern die sich in den Gegensatz entzweyt und aus ihm<lb n="3"/>sich gefunden hat.</p>
<p><lb n="4"/><hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">ausgebohrne</hi> <hi rendition="#g">Feuerprincip</hi> hatte den in Lufft und Erde entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gesetzten Wasserproceß der fortgehenden Gestalt zuerst nur gehemmt, <hi rendition="#g">dann</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">ausgebildet,</hi> und <hi rendition="#g">jenem</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">gegenübergesetzt;</hi> aber so daß<lb n="7"/>diese Entwiklung der Geschlechter innerhalb der Pflanze selbst stehen bleibt, die<lb n="8"/>selbst Gattung, diese Entzweyung nur als ein Moment des sich in seinen ideellen<lb n="9"/>Momenten darstellenden Feuerprincips an sich hat; dieses allgemeine bleibt aber<lb n="10"/>die ganze Individualität der Pflanze ist nun jener Gestalt gegenüber, nur als eine<lb n="11"/>allgemeine, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Lufftform,</hi> als <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Geruch</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Blume</hi> dargestellt. Aber die<lb n="12"/>so herausgebohrene Einheit der Pflanze kehrt <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">nun</hi> gegen den Wasserproceß,<lb n="13"/>realisirt den Geruch in ihm, und gibt ihm eine reale Differenz; sie macht aus der<lb n="14"/>idealen Spannung und Indifferenz des vegetabilischen Wassers ein <hi rendition="#g">neutrales,</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Salz;</hi> und die unreiffe Frucht die Weinsteinsalz ist, wird zu einem edlern<lb n="16"/>Salze dem Zucker; bis sie diese Neutralität endlich ganz in die organische Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>fachheit zurükgenommen, und <hi rendition="#g">unauflösbar</hi> <hi rendition="#g">wird,</hi> und als <hi rendition="#g">weinigtes</hi> aller<lb n="18"/>Früchte [ist], in dem Feuer und Wasser, absolut organisch sich vereinigt haben. Das</p>
<pb n="202" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=205" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Pflanzenindividuum selbst aber kann diesen Wein nicht selbst trinken, es reicht<lb n="2"/>ihn nur edlern Naturen als die für sie zubereitete unorganische Natur dar; die Pflanze<lb n="3"/>würde Thier werden, wenn diese absolute Einheit des Feuers und Wassers in der<lb n="4"/>Frucht, in sie selbst zurükginge, und seine Gestalt, die nur eine aüsserliche Gegliede<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>rung ist, in eine innre Gegliederung auseinandergehen; jene Früchte in die sie über<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>gegangen <hi rendition="#g">bleiben</hi> nur die Abstractionen dieser Einheit, in der das Feuer unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>bar im Wasser, in ihm eine feste Differenz setzt, die innre Gegliederung wird, die<lb n="8"/>darum ebenso in der flüssigen Allgemeinheit Einheit bleibt; sie fallen von der Gestalt<lb n="9"/>ab, die nicht fähig ist, sie aufzunehmen, und die Pflanze ist im Saamen, wieder in<lb n="10"/>ihre erste Stuffe, den Proceß der blossen Gestaltung zurückgesunken; wie sie in der<lb n="11"/>Frucht der Proceß in sich zurükgekehrt ist, so ist sie im Saamen als Gestalt; im Saamen<lb n="12"/>selbst erreicht sie eine innre Gegliederung; daß sie in sich selbst ihre unendliche Welt<lb n="13"/>ist; und in sich in den Gegensatz zerfällt; den [sie] sonst ausser sich hat; aber wie sie<lb n="14"/>diese Stuffe erreicht hat, so hört der Saamen auf, dem Pflanzenindividuum und sei<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>nem Processe anzugehören, und das beginnende Leben des Saamens ist dieses Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>heben seiner Innerlichkeit; seines entgegengesetztseyn in sich selbst, und eben so<lb n="17"/>ist er gegen das Element gerichtet; indem es ebensowenig ist für ihn im ununter<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>brochenen Strom, eine Entgegensetzung macht, gegen das es sich nur [durch]</p>
<pb n="203" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=206" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Vervielfältigung erhält. Nach der Weise wie sie ist, sind die Elemente an ihr; weil<lb n="2"/>sie sich nicht an ihr selbst zur Einheit ihrer selbst und der unorganischen Natur wird<lb n="3"/>sich nicht aus dem Processe der Gestalt absolut zurüknimmt; so hat sie auch nur<lb n="4"/>vier Sinne, den einfachen der Gestalt, des Feuers, insofern er in der Erde realisirt<lb n="5"/>ist; den des Geruchs, und des Geschmacks, es fehlt ihr der fünfte, der Sinn der Stim<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>me oder des Gehörs; diß absolute zurückgenommenseyn der Unendlichkeit in sich<lb n="7"/>selbst, das aufgehobenseyn der unorganischen Natur als einer aüssern; jene Sinne,<lb n="8"/>die sie hat treten darum nur im Kraislauffe auf; α) sind nicht absolut zugleich und<lb n="9"/>ebenso fehlt jedem als solchem die Natur der Stimme selbst, d. i. sie sind nur ihre<lb n="10"/>bestimmte Sinne, in jedem fehlt der Sinn als Sinn, als absolut allgemein in seiner<lb n="11"/>Bestimmtheit das, an sich unendlich das in der Besonderheit allgemein bleibt;<lb n="12"/>die Elemente sind nur in ihnen zu Sinnen geworden als sie in dem organischen<lb n="13"/>Kraislauffe, in die Gewalt der organischen Einheit kommen, und selbst nicht, wie<lb n="14"/>in einem Mineral, nur in Einer der Bestimmtheiten ihrer Existenz z. B. bestimmte<lb n="15"/>einzelne Farbe, oder in sofern sie als einfache selbst wieder bestimmte sind, so hat<lb n="16"/>sie eine freye herausgehobne Existenz der formalen Allgemeinheit; das Feuer als<lb n="17"/>Farbe existirt in dem Blatte als die synthetische grüne Farbe, die in das Gelb und<lb n="18"/>aus dem Blaugrünen in das reine Grün und dann in das Gelb <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Pflanze</hi><lb n="19"/>selbst übergeht, die Schwere ist ein Aufstreben zur Leichtigkeit, und eine Mannich-</p>
<pb n="204" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=207" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>faltigkeit specifischer Schweren, aber sie kommt [nicht] bis zur zufälligen Bewegung;<lb n="2"/>die Wärme ist nur eine zugleiche Vielheit der specifischen Schwere, nicht ein be<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>ständiges Aufheben derselben; der Geruch als in die formale Einheit der Lufft her<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>aus gehobene Individualität ist nur Einer, aber er existirt als solcher freyer als im<lb n="5"/>Mineral wo er durch Reiben oder Hauch gewöhnlich aufgeregt werden muß,<lb n="6"/>oder vorzüglich nur im Processe oder selbst ein Proceß – wie die rauchende Saü<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>ren – ist. Der neutrale Sinn des Geschmacks existirt nicht als Salz und die differenten<lb n="8"/>desselben, sondern als eine organisch überwundene Salzigkeit und hört auf neutral<lb n="9"/>zu seyn, und hat die Natur des brennbaren in sich</p>
<p><lb n="10"/>Wie die Elemente an der Pflanze nicht allgemein und in sich zugleich absolut<lb n="11"/>besondert sind, so ist auch ihre Gestalt ebenso nicht in sich besondert, sondern sie ist<lb n="12"/>in ihrer Gegliederung so sich selbst gleich, daß bekanntlich <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Knospen,</hi> <hi rendition="#g">Blätter</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">Baümen</hi> <hi rendition="#g">gezogen,</hi> daß die Pflanzen umgekehrt <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Wurzeln</hi> <hi rendition="#g">in</hi> die<lb n="14"/>Höhe, die Zweige in die Erde gesteckt werden können, und jene sogleich als Zweige,<lb n="15"/>diese als Wurzeln vegetiren, daß die Rinde selbst <hi rendition="#g">ohne</hi> <hi rendition="#g">Knospen</hi> sich einem andern<lb n="16"/>Baume einimpfen läßt, und im Knospentreiben die Pflanze von der sie genommen<lb n="17"/>ist, darstellt. Um dieser Einfachheit willen hat sie sich nicht besonders als Gattung<lb n="18"/>zu erhalten. Die <hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Gegliederung</hi> ist zugleich so kein <hi rendition="#g">Individuali-</hi></p>
<pb n="205" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=208" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">siren</hi> dieser Glieder; so wenig die Pflanze sich als einzelnes Individuum aufzuheben<lb n="2"/>hat, so wenig hat sie auch ihre <hi rendition="#g">Gegliederung</hi> als ein Auseinandertreten verschie<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>dener zu resumiren. Die <hi rendition="#g">Fortpflanzung</hi> durch <hi rendition="#g">Wurzeln</hi> ist fast allgemeiner<lb n="4"/>im Pflanzenreich, als die durch Saamen; (die <hi rendition="#g">Saamenfortpflanzung</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> ein<lb n="5"/>Luxus der Natur, worin sie nur ihre höhere Differentiirung in Geschlechter andeutet;)<lb n="6"/>bey <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">kryptogamischen</hi> <hi rendition="#g">Pflanzen</hi> überhaupt werden die Geschlechtstheile<lb n="7"/>unendlich klein angenommen, so wie die Saamen und bey einer Menge von Pflan<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>zen ist es der Fall; aber es ist von der Palme, die den Pisang trägt, gezeigt worden,<lb n="9"/>daß sie zwar Saamen aber keine <hi rendition="#g">Triebfähige</hi> <hi rendition="#g">Saamen</hi> hervorbringe</p>
<p><lb n="10"/>Die organische Gegliederung ist eine Succession der organisch gewordenen Ele<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>mente. Aber beydes die Gestalt, und dieser Proceß der Elemente bezieht sich schlecht<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>hin aufeinander; beydes muß in einander fallen; die Gegliederung der Gestalt muß<lb n="13"/>in sich eine organisch differentiirte Gegliederung seyn, und die Frucht der Pflanze,<lb n="14"/>das flüssige Einsseyn des Wasser und Feuerprocesses muß sich durch das erstorbene,<lb n="15"/>nur eine aüssere Differentiirung der Länge habende Holz ergiessen, und das Feste<lb n="16"/>flüssig, und das flüssige durch die Festigkeit, die ausgebohrne Differenz an ihm<lb n="17"/>haben.<ref type="anker" target="#fn-208-1">¹</ref></p>
<p><lb n="18"/>Diese organische Einheit und vollkommene Organisation ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Thier</hi>; seine</p>
<note xml:id="fn-208-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Die einfache Verlängerung der Pflanze ist eine Vermehrung der<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>selben</note>
<pb n="206" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=209" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Gestalt ist in sich absolut organisch gegliedert, und der Gegensatz des einfachen in<lb n="2"/>einsseyn der Gestalt und des organischen Processes und des differenten in einsseyn;<lb n="3"/>treten auf eine andre Weise auseinander als an der Pflanze; das einfache In Einsseyn<lb n="4"/>der Gestalt und des organischen Processes ist selbst ein absoluter organischer Proceß<lb n="5"/>der <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Individuums</hi>; und in dem differenten in einsseyn derselben,<lb n="6"/>sind die differenten selbst organische Individuen und das einfache in einsseyn, ist<lb n="7"/>ihre Idee, sie sind im Processe der Gattung. Als Individuen das allgemeine der Gattung,<lb n="8"/>die unorganische Natur unter sich subsumirend – als im Processe der Gattung um<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gekehrt im Allgemeinen vergehend.</p>
<p><lb n="10"/>Dadurch daß jedes Moment des organischen Processes in die Einfachheit der<lb n="11"/>Gestalt selbst aufgenommen ist, ist es ein allgemeines, und in diser Allgemeinheit<lb n="12"/>existirt es in seinem ganzen Getheiltseyn; die Beziehung auf die unorganische Natur<lb n="13"/>ist <hi rendition="#g">für</hi> die Pflanze nicht vorhanden; sie ist nicht für sich ihr entgegengesetztes.<lb n="14"/>Für die in sich selbst seyende Unendlichkeit des animalischen Individuums ist erst<lb n="15"/>diese Trennung vorhanden; daß in seiner Allgemeinheit die Theilung ist, und es<lb n="16"/>kommt ebenso in das Andersseyn des Organischen Individuums, in das aüssere,<lb n="17"/>worauf es sich bezieht, selbst ein Gegensatz; es ist ideale Allgemeinheit Abstraction;<lb n="18"/>es scheidet sich von ihm ab, es existirt als sich entgegengesetzt; das aüssere wird ein<lb n="19"/>reflectirtes, für sich bestehendes und mannichfaltiges und kommt als diß mannich<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>faltige an das Thier; da die Pflanze in ununterbrochenem Strome mit ihrer unorgani<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>schen Natur ist und diese ebenso ein in sich ununterbrochener Strom ist. Das Thier<lb n="22"/><hi rendition="#g">empfindet</hi>; das Erregtseyn ist <hi rendition="#g">ihm</hi> eine Einzelnheit; es unterscheidet, sich un<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>mittelbar als allgemeines von diesem Einzelnen; diß Einzelne wird unmittelbar zu</p>
<pb n="207" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=210" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>einem allgemeinen ideellen; die Empfindung ist eine einzelne, oder sie ist in ihrem<lb n="2"/>Seyn als ein aufgehobenseyn gesetzt.</p>
<p><lb n="3"/>Im Processe des Individuums hebt es die unorganische Natur unmittelbar auf, in<lb n="4"/>dem der Gattung wird es aufgehoben; durch die Umkehrung des Verhältnisses<lb n="5"/>stellt sich das Ganze dar; die Einheit beyder, die Reflexion ihres Einsseyns ist der<lb n="6"/><hi rendition="#g">theoretische,</hi> <hi rendition="#g">ideale</hi> <hi rendition="#g">Proceß.</hi> Ebenso tritt zwischen die Unmittelbarkeit des<lb n="7"/>Einsseyns des PflanzenIndividuums und der Gattung die Mitte der Empfindung;<lb n="8"/>das Gattungseyn des Thieres ist in ihm als Begierde und als eigentliche Empfindung;<lb n="9"/>es empfindet sich und das andre seines Geschlechtes oder ES <hi rendition="#g">besteht</hi> in seinem<lb n="10"/>Andersseyn so wie das andre; sein Aufgehobenseyn in der Gattung <hi rendition="#g">besteht</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi><lb n="11"/>als Begierde, als Nicht aufgehobenseyn; eben so als nicht aufgehobenseyn des andern,<lb n="12"/>als Anschauung.</p>
<p><lb n="13"/>In dieser Neutralität ist das Element zum eigentlichen Sinne geworden; es ist<lb n="14"/>allgemeines, ideales und darin besondert; das Blau ist hier Farbe; das empfundene<lb n="15"/>Blau, ist nicht allein diese Bestimmtheit des Blau, für die nichts anderes ist, sondern<lb n="16"/>sie ist gesetzt, als unterschiedenes, damit zugleich als aufgehobenes als Farbe über<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>haupt; die Empfindung ist in ihr selbst, ideelle Vernichtung des vereinzelten aüssern,</p>
<pb n="208" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=211" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>noch nicht vernichtetseyn desselben; <hi rendition="#g">Begierde</hi>; und eben darin bestehen desselben,<lb n="2"/>eigentliche Empfindung Anschauung.</p>
<p><lb n="3"/>Diese Idealität des unmittelbaren Aufgehobenseyns der Einzelnheit oder der ein<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>fachen Beziehung der entgegengesetzten aufeinander [ist] die Empfindung als<lb n="5"/>System der absolute Charakter des animalischen der sich für sich ausbildet,</p>
</div>
<div>
<head><lb n="6"/>A. PROCESS DER ORGANISCHEN GESTALTUNG,<lb n="7"/>ODER DES SICH ZUR TOTALITÄT AUSBILDENDEN INDIVIDUUMS</head>
<p><lb n="8"/>α) die <hi rendition="#g">Gestalt</hi> überhaupt ist in ihrem Princip zuerst die Einzelnheit überhaupt,<lb n="9"/>und Einzelnheit bezogen in dem allgemeinen Elemente der Einzelnheit auf die<lb n="10"/>Erde; durch den animalischen Charakter der Empfindung wird diese einfache<lb n="11"/>Allgemeinheit des Einzelnen auf die Erde [bezogen;] die <hi rendition="#g">Schwere</hi> wird unter<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>brochen, und das einzelne tritt dem Elemente der Einzelnheit zugleich gegenüber;</p>
<pb n="209" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=212" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>die Erde wird ein <hi rendition="#g">formales</hi> <hi rendition="#g">Allgemeines</hi> gegen die absolute Einfachheit des<lb n="2"/>einzelnen; es <hi rendition="#g">besondert</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> diese Erde, hebt das Anschauen worein der einzelne<lb n="3"/>Körper versenkt ist auf, und indem es so ein allgemeines einzelnes ist; der Erde die<lb n="4"/>Allgemeinheit des Seyns zukommt, in der das besondere besteht, es aber das negative<lb n="5"/>Allgemeine die Zeit gegen die Erde, so hat das Thier <hi rendition="#g">willkührliche</hi> Bewegung;<lb n="6"/>es erweißt sich als die lebendige Zeit gegen die indifferente bestehende Erde, und<lb n="7"/>geht an ihr die es sich besondert hat, vorüber.</p>
<pb n="210" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=213" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>ZUM ORGANISCHEN UND ZUR<lb n="2"/>PHILOSOPHIE DES GEISTES</head>
<head><lb n="3"/>11.</head>
<head><lb n="4"/>β) SO ALLGEMEIN ABGESONDERT VON DER ERDE …</head>
<p><lb n="5"/>β) so allgemein abgesondert von der Erde als organischer Einheit ist es die allge<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>meine Vermengung aller Elemente, das absolute in eins geflossenseyn, <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Gallerte</hi>,<lb n="7"/>in welcher nichts unterschieden ist; es ist der Keim des Lebens in ihr, sie ist vom<lb n="8"/>absoluten Begriffe durchdrungen; aber die absolute Einheit der Gallerte hält sich<lb n="9"/>gegen die Spannung absolut und untrennbar zusammen, die durch den absoluten<lb n="10"/>Begriff in seine Flüssigkeit gebracht wird; das Flüssige ist als das absolute Mittheilen<lb n="11"/>dasjenige, was selbst seiner Natur nach, als ein ausser sich seyn das positiv allgemeine<lb n="12"/>ist, in welchem der absolute Begriff sich realisirt und in seiner absoluten Entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>setzung seine Einfachheit existirend hat; der absolute Begriff als absolutes Eins mit<lb n="14"/>dieser Flüssigkeit, hat das organische die unorganische Natur eben so absolut in sich<lb n="15"/>als es sie ausser sich hat. Die Pflanze kann diese Flüssigkeit nicht in sich aushalten;</p>
<pb n="211" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=214" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>in dem Saamen ist sie ein solches einsseyn der innern und aüssern Welt, der Gestalt<lb n="2"/>und des flüssigen, des Allgemeinen und des absoluten Begriffs; sie zehrt zuerst aus<lb n="3"/>sich selbst, <hi rendition="#g">zehrt</hi> ihre Flüssigkeit <hi rendition="#g">auf</hi>, und benimmt sich damit die Möglichkeit<lb n="4"/>aller innern Organisation und das allgemeine flüssige ist ihr aüsserliches Element;<lb n="5"/>das flüssige Thier hingegen ist als absolut unendlich in diesem seinem absoluten<lb n="6"/>in sich seyn, in dieser seiner Flüssigkeit absolut ausser sich, es schwimmt in dem all<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gemeinen Elemente als seinem eigenen innerlichen Elemente der Animalität. Für die<lb n="8"/>Pflanze fällt die Flüssigkeit, das allgemeine Element ausser sie; die Gallerte des<lb n="9"/>Thiers [ist] diß allgemeine Element als im Thier selbst seyend; es ist wie die Pflanze,<lb n="10"/>die erwachsen ist, im allgemeinen Elemente, und seine Ernährung ein unbesonder<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>ter Strom, aber dieser unbesonderte Strom der Ernährung ist <hi rendition="#g">in</hi> ihm selbst. Niedri<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gere ThierNaturen, die nicht so dem besonderten Elemente, der Erde, sondern den<lb n="13"/>formalallgemeinen aüsserlichen Elementen der Lufft und dem Wasser [angehören],<lb n="14"/>nähern sich darin der Pflanze; sie werden darum wie die Pflanze in Eyern gebohren;<lb n="15"/>sie schwimmen als gestaltete im allgemeinen aüsserlichen Elemente des Wassers<lb n="16"/>und der Lufft, und darum können sie mehr nur im Eye zu dieser Natur einer in sich<lb n="17"/>geschlossenen Welt welche die allgemeine Flüssigkeit absolut in ihr selbst hat, auf-</p>
<pb n="212" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=215" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>steigen; welches das absolute Thier in seinem ausgebildetseyn selbst vollkommen<lb n="2"/>ist.</p>
<p><lb n="3"/>γ. diese <hi rendition="#g">Gallerte</hi> ist nach [einer] Seite zuerst selbst dieser allgemeine Zusammen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>hang des Thiers mit dem aüssern Elemente; und es besondert dasselbe nothwendig<lb n="5"/>darin, daß das Thier überhaupt diß allgemeine Einströmen des Elementes durch<lb n="6"/>seine Flüssigkeit hindurch zu allen Seiten seines Wesens unterbricht, indem es die<lb n="7"/>Gallerte als Haut läßt welche die Beziehung mit den allgemeinen Elementen der<lb n="8"/>Lufft und des Wassers bleibt, geht es zugleich auf die Production einer dieser ent<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gegengesetzten innern Flüssigkeit, und setzt sich durch den Mund in den <hi rendition="#g">beson<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">dernden</hi> Zusammenhang mit ihm dem Elemente, worin es dasselbe besondert<lb n="11"/>und stellt sich damit in die Beziehung einer Ernährung die jener Beziehung auf<lb n="12"/>Lufft und Wasser worin die Pflanze bleibt, entgegengesetzt ist, einer Ernährung,<lb n="13"/>die selbst organisch besondert die Natur des feurigen Princips in sich empfangen hat.<lb n="14"/>Die <hi rendition="#g">Haut</hi> ist das Residuum der niedrigern Stuffe aus der das Thier herkömmt,<lb n="15"/>seiner Angehörigkeit dem ganzen Elemente als einem aüssern, und eben diese<lb n="16"/>behält [sie] beständig, und nimmt an der Besonderung keinen Antheil, sie ist der<lb n="17"/>Sitz der Flüssigkeit, der Gestalt des Lufft- und Wasserprocesses; der absoluten Form<lb n="18"/>der Flüssigkeit, in welche das Thier seine Ernährung auflöst; der allgemeine Zusam<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>menhang, das Element der thierischen Organisation.</p>
<pb n="213" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=216" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>δ) Die Besonderung des Zusammenhanges mit dem Elemente oder die aüsserliche<lb n="2"/>Erzeugung dessen, daß das Thier mit der besonderten organischen Erde in Beziehung<lb n="3"/>steht gegen <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Element</hi> ist eben so eine absolute Besonderung innerhalb <hi rendition="#g">der</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">Gallerte</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, und der absolute Begriff des animalischen trennt sich in das<lb n="5"/>feste gegen die flüssige Haut, welches feste an ihm selbst den Gegensatz hat und sich<lb n="6"/>in sich scheidet in die absolute <hi rendition="#g">spröde</hi> Kontinuität, der Knochenbildung; die eine<lb n="7"/>Seite des Gegensatzes, (als ausstrahlende Kerne, die den Charakter des brennbaren,<lb n="8"/>des absolut spröden haben, dessen Wesen der Punkt ist, der aus sich ausgeht;) und<lb n="9"/>in die andre Seite des Gegensatzes, den <hi rendition="#g">neutralen</hi>, den aüsserlich zerfallenden, in<lb n="10"/>den Antagonismus des (Streck und Beuge)Muskels.</p>
<p><lb n="11"/>ε. Der <hi rendition="#g">Knochen</hi>, als die Seite der Sprödigkeit geht von <hi rendition="#g">Kernen</hi> aus, aus einer<lb n="12"/>gleichsam Vervielfältigung des Einheitspunctes in der Flüssigkeit; der Knochen<lb n="13"/>wird, indem er im organischen ist, selbst ein System, und representirt die Gestalt<lb n="14"/>der Totalität in der Bestimmtheit seiner Sprödigkeit; und kehrt aus so ursprüng<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>licher Bestimmtheit sich in dieser organischen Ausbildung nothwendig in die<lb n="16"/>entgegengesetzte um; der Punkt des Kerns strahlt aus sich heraus geht in die Bildung</p>
<pb n="214" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=217" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der körperlichen Linie über, und von da in die gänzliche Umkehrung zum Körper<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>lichen der cylinderform über zum kugligten Umschliessen. Der einzelne Knochen<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>kern, der zur Länge wird rundet sich nach aussen ab, und als ganze Länge besondert<lb n="4"/>gliedert er sich zu einer Menge solcher Knochenlinien; die Extremitäten sind als<lb n="5"/>solche unmittelbar auf das <hi rendition="#g">Besondern</hi> der elementarischen Erde gerichtet, und<lb n="6"/>selbst am meisten besondert, und am meisten die einzelnen der Kernform nahe.<lb n="7"/>Die Knochen haben sich aus Kernen umgekehrt, nach innen Länge, nach aussen<lb n="8"/>gerundet, kehren [sich] als Rückenwirbel um; zur <hi rendition="#g">aufgeschlossenen</hi> nach<lb n="9"/>aussen offenen Höhlung, aufgebrochene aber bleibende Kerne und zu der Mehrheit<lb n="10"/>bleibender Ausstrahlungen ;an der Brust schliessen sich die langen Knochen an,<lb n="11"/>und streben selbst eine körperliche Umwölbung darzustellen, in der Schädelbildung<lb n="12"/>aber erreichen sie diß auf eine vollkommenere Weise; sie fallen innerlich zusammen,<lb n="13"/>werden Flächen, und von der Concentration des ossis spenoidei gleichsam dem<lb n="14"/>Mittelpunkte des Schedels wölbt sich dise Fläche zum Schedel.</p>
<pb n="215" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=218" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>ζ. Wie innerhalb der organischen Gallerte, das Knochensystem als Seite der<lb n="2"/>Sprödigkeit sich ausbildet, so auf der andren <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Muskelsystem</hi>, als der Sitz<lb n="3"/>der aus einanderfallenden Trennung, der <hi rendition="#g">Neutralität</hi>, aber der aufgelösten, –<lb n="4"/>denn die Allgemeinheit des Thiers ist die absolute Wirklichkeit <hi rendition="#g">aller</hi> <hi rendition="#g">Möglich<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">keit</hi>; es hat in seiner Einheit, die wirkliche Trennung und [muß] das wirklich<lb n="6"/>getrennte in seiner Allgemeinheit als neutral zusammenhalten. Diese Entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>setzung hat der Muskel zuerst überhaupt an ihm selbst, in der Contractilität; indem<lb n="8"/>er von einem aüsseren gereitzt sich zusammenzieht und wieder ausdehnt; diese<lb n="9"/>Entgegensetzung die hier selbst nur Accidenz Zustand ist hat er aber als <hi rendition="#g">wirklich</hi><lb n="10"/>in der Verdopplung in <hi rendition="#g">ausstreckenden</hi> und zusammenziehenden Muskeln,<lb n="11"/>Streck und Beugemuskeln. Die Ganze Ausbildung des MuskelSystems wird auch<lb n="12"/>wieder das Zusammennehmen des Gegensatzes in eins darstellen [nimmt sich]<lb n="13"/>indem <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Breite</hi> geht, in den <hi rendition="#g">Bändern</hi> zusammen, und in den Schleim<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>beuteln der Gelenke erhält ihre Differenz sich die Flüssigkeit.</p>
<p><lb n="15"/>η. Diß innerlich ausgebildete, in sich zerfallende System der Gestalt überhaupt<lb n="16"/>gegen die Aüsserlichkeit, ist das <hi rendition="#g">System</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Irritabilität</hi>; die Knochenbildung</p>
<pb n="216" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=219" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ist die sensible Seite desselben, dasselbe insofern es sich auf sich selbst bezieht, und als<lb n="2"/>diese Festigkeit, oder sich auf sichselbstbeziehen das irritable System des irritablen,<lb n="3"/>die Muskelbildung zusammenhält; beydes innerhalb der abschliessenden Haut; es<lb n="4"/>selbst aber schwimmt in sich in der allgemeinen <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> der ebenso innerlich<lb n="5"/>gewordenen Verhäutung, des lymphatischen Systems,</p>
<p><lb n="6"/>ϑ. Dieses erste innre System der Gestaltung das sich in Muskel und Knochen<lb n="7"/>differentiirt und innre Haut, organische Vereinigung ist, ist das unmittelbare ein<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>fache System des Individuums, seine Gestaltung die organische Einheit, in der [es]<lb n="9"/>sich einer unorganische Natur entgegensetzt und sich in sich selbst gliedert, als eine<lb n="10"/>Totalität des Systems. Der Proceß dieses innern Gestaltens gegen die unorganische<lb n="11"/>Natur und das Gestalten selbst fallen zusammen; insofern es die unorganische Natur<lb n="12"/>aufzehrt, wächst es in seiner Gestalt; oder jenes Aufzehren ist seine Production.<lb n="13"/>Die bestimmte Form, wie es die unorganische Natur verzehrt, und sich an ihr<lb n="14"/>ernährt, ist, daß es durch sein animalisches Verhalten dieselbe besondert hat gegen<lb n="15"/>seine Allgemeinheit, sie so in sich aufhebt, daß es [sie] nicht in besondere animalische<lb n="16"/>Momente verwandelt sondern in animalische Flüssigkeit überhaupt. Das Nahrungs-</p>
<pb n="217" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=220" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>mittel wird die Lymphe, durch wie wir es hier überhaupt nennen können die<lb n="2"/>organische Infection in Lymphe verwandelt; (und wie bey Schaal und <hi rendition="#g">andern</hi> Thie<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>ren auch den Raupen den Insecten die auf dieser Stuffe der Gestaltung stehen bleiben<lb n="4"/>die Reproduction nichts animalisches ist) diese animalische Lymphe ist die <hi rendition="#g">all<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">gemeine</hi> Reproduction der animalischen Flüssigkeit; sie ebensosehr Product, des<lb n="6"/>animalischen überhaupt als sie das allgemeine des animalischen ist, die Flüssigkeit,<lb n="7"/>die Gallerte, von der wir angefangen haben und die hier itzt geworden ist; diß<lb n="8"/>gewordene ist die Flüssigkeit in der sich Knochen und Muskel differentiiren, was<lb n="9"/>sie eben so zusammenschließt; und das sie zu ihrer Erzeugung verwenden die un<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>organische Natur, die sie aufzehren als das in dem die absolute organische erwächst,<lb n="11"/>das sie vernichtet auseinander und zusammenhält; es ist somit ein innrer Kraislauff<lb n="12"/>gesetzt, der sich die animalische Flüssigkeit in die Differenz des Knochens und<lb n="13"/>Muskels verwandelt, von ihr in seinem auseinanderseyn zusammengehalten wird,<lb n="14"/>und die Flüssigkeit belebt von dieser Differenz verwandelt das aüssere in sie selbst.<lb n="15"/>Der in sich beschlossene Kraislauff des Belebtseyns greifft in die Natur ein, die<lb n="16"/>besondert in der Linie der Zeit vorübergeht, unterbricht die Nothwendigkeit ihres<lb n="17"/>Zusammenhanges und vernichtet im animalischen wieder die Besonderheit der<lb n="18"/>Natur, indem es sie [in] ihr Gegentheil in animalische Flüssigkeit umwandelt.<lb n="19"/>Diese Verwandlung in dem Schlauch, der empfängt, das <hi rendition="#g">Assimilationsgeschäfft</hi></p>
<pb n="218" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=221" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>kann in seiner Bestimmtheit keinen andern Gang nehmen, als daß das besonderte<lb n="2"/>unorganische zuerst in seiner aüsserlichen Gestalt aufgehoben, mechanisch verklei<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>nert wird, dann seine innre durch die animalische Wärme zernichtet und zur Flüs<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>sigkeit überhaupt wird die dann das animalisirte und von dem animalischen Feuer<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>princip belebt, und wodurch es endlich <hi rendition="#g">ganz</hi> in die animalische Identität tritt.<lb n="6"/>Der allgemeine Stoff der Ernährung muß das letzte der vorhergehenden Potenz<lb n="7"/>seyn, die bis an die Stuffe der folgenden sich emporgehoben und von dieser wirklich<lb n="8"/>in sie herüber gezogen wird.</p>
<pb n="219" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=222" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>12.</head>
<head><lb n="2"/>ϑ. DAS GESTALTEN DES ANIMALISCHEN …</head>
<p><lb n="3"/>ϑ. Das <hi rendition="#g">Gestalten</hi> <hi rendition="#g">des</hi> animalischen ist, wie es als ein Seyn betrachtet worden<lb n="4"/>ist, ebenso absolut <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi>, ein sich gegen die unorganische Natur <hi rendition="#g">bewegen<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Produciren</hi>; und ein <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>; es ist der Kraislauff, daß das<lb n="6"/>organische Eins sich gegen <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">unorganische</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">spannt</hi>, das thätige<lb n="7"/>gegen dieselbe ist, sie und damit seinen Gegensatz <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">als</hi> thätiges<lb n="8"/>aufhebt, und <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Einsseyn</hi> von beydem in die Natur seiner <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">versenkt</hi>, hierin <hi rendition="#g">innerlich</hi> <hi rendition="#g">wird</hi>, und gegen das Allgemeine als sein eignes<lb n="10"/><hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> thätig, diese ebenso differentiirt, so daß das differente<lb n="11"/>es selbst, wie es vorhin sie <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Ganzes</hi>, und <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">aüsseres</hi> <hi rendition="#g">diffe<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="12" break="no"/><hi rendition="#g">rentiirte</hi>; diß innre differentiiren ist eben das Werden zu Knochen und Muskel;<lb n="13"/>und die <hi rendition="#g">vollendete</hi> <hi rendition="#g">Differentiirung</hi>, das Aufgehobenseyn des allgemeinen ist<lb n="14"/>wieder das <hi rendition="#g">gewordenseyn</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Ganzen</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">einem</hi> <hi rendition="#g">thätigen</hi>, <hi rendition="#g">einzelnen</hi>,<lb n="15"/>gegen <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">allgemeines</hi>, das ein aüsseres ist, als unorganische Natur.</p>
<p><lb n="16"/>α) seine Beziehung auf die unorganische Natur ist die auf sie als ein allgemeines,<lb n="17"/>Lufft und Wasser, der Haut, Proceß, dem entgegengesetzt die Beziehung auf <hi rendition="#g">die</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">Besonderung</hi>, und die besonderte Natur ist; das Nahrungsmittel der letztern,<lb n="19"/>ist jenem entgegengesetzt und ist nothwendig das letzte der vorherigen Potenz,<lb n="20"/>ihre höchste Steigerung, in der sie sich bis an die Gräntze des animalischen erhoben<lb n="21"/>hat, die vollkommne Indifferenz des Lufft und Wasserprocesses; die weinartig,<lb n="22"/>geistig gewordene Frucht; diß letzte Product der Früchte fällt in den Pflanzen<lb n="23"/>ausserhalb des Gegensatzes des Lufft und Wasserprocesses selbst; der Proceß des</p>
<pb n="220" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=223" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>animalischen setzt sie in eins, und erzeugt sich <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">inneres</hi> <hi rendition="#g">Element</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">ani<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">malische</hi> <hi rendition="#g">Lymphe</hi>; die Gallerte, als das wovon wir ausgegangen sind, ist ein<lb n="3"/>durch das Thier selbst gewordenes. <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Übergangs</hi> <hi rendition="#g">des</hi> Nah<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>rungsmittels in die Animalität, ist die <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Infection</hi> desselben, <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">die</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">animalische</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>. Die Verzehrung mag in noch so viele successive Verän<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>derungen des Nahrungsmittels zur Animalität aufgelöst werden, so bleibt der abso<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>lute Übergang aus seiner Bestimmtheit in das animalische. Die Allmähligkeit der<lb n="8"/>Veränderung soll einen solchen Übergang gleichfalls begreifflicher machen, indem<lb n="9"/>zwischen die Extreme eine je grössere, desto bessere, Menge von Vermittelnden<lb n="10"/>Gliedern eingeschoben wird, <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">daß</hi> <hi rendition="#g">jedes</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Extreme</hi> zuerst in dem andern<lb n="11"/>auf eine <hi rendition="#g">unsichtbare</hi>, <hi rendition="#g">unendlich</hi> <hi rendition="#g">kleine</hi> <hi rendition="#g">Weise</hi> als vorhanden <hi rendition="#g">gesetzt</hi><lb n="12"/>wird, <hi rendition="#g">woraus</hi> <hi rendition="#g">es</hi> itzt nur hervortrete, nicht erst werde, sondern schon <hi rendition="#g">wirklich</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">latent</hi> darin gewesen sey. Aber ein Extrem mag in dem andern als <hi rendition="#g">noch</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">verdünnt</hi> angesehen werden, so bleibt es sein <hi rendition="#g">Extrem</hi>, und es bleibt immer<lb n="15"/>dieselbe Getrenntheit, und dieselbe Nothwendigkeit des Übergangs ins absolut ent<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>gegengesetzte, der im absoluten Begriffe in der Unendlichkeit ist. So wird das<lb n="17"/>Nahrungsmittel insofern es der lebendigen Animalität entgegengesetzt ist, allein<lb n="18"/>durch die Gewalt der Unendlichkeit in animalisches verwandelt; der <hi rendition="#g">Übergang</hi><lb n="19"/>ist einfach, unmittelbar. Die Thätigkeit des Animalischen Organismus ist nicht eine<lb n="20"/><hi rendition="#g">bloß</hi> <hi rendition="#g">formale</hi> der Veränderung des Mischungsverhältnisses u.s.w. sondern wesent<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>lich der Materie; denn das Nahrungsmittel <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Materie</hi>, ist selbst nichts als eine<lb n="22"/>organisirte Bestimmtheit; nicht die absolute Materie desselben, die der Äther ist,<lb n="23"/>sondern als diese Bestimmtheit wird es aufgehoben; oder als <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">ideelle</hi> was es<lb n="24"/>an sich ist, wird es gesetzt. Die <hi rendition="#g">verwandelnde</hi> <hi rendition="#g">Thätigkeit</hi> des Organismus ist<lb n="25"/><hi rendition="#g">freylich</hi> [mehr] oder <hi rendition="#g">weniger</hi> formal am formalsten wohl, wenn warmes Blut<lb n="26"/>getrunken, oder aus einem Menschen oder Thier in die Adern des andern trans<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>fundirt wird; aber es ist dadurch noch nicht verdaut, d. h. noch nicht innerlich<lb n="28"/>wieder in die Systeme des Organismus <hi rendition="#g">differentiirt</hi>. Die aüsserliche unmittelbare<lb n="29"/>Verwandlung des Nahrungsmittels setzt eine Annäherung desselben zur Organisa-</p>
<pb n="221" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=224" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>tion des animalischen voraus; oder daß es selbst ein <hi rendition="#g">organisch</hi> <hi rendition="#g">besondertes</hi><lb n="2"/>sey. Durch die Haut steht das Thier, wie die Pflanze mit dem allgemeinen unbeson<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>derten Organismus in Verbindung, und ist im Processe mit ihm; aber was überhaupt<lb n="4"/>auf den Organismus in lebendiger Beziehung stehen soll, muß an ihm selbst ein auf<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>geschlossenes seyn;<ref type="anker" target="#fn-224-1">¹</ref> und von dem Mineralreiche macht nur das salzigte, kalchigte<lb n="6"/>und schweflichte eine Wirkung auf den Organismus, das <hi rendition="#g">Metall</hi> bleibt gleichsam<lb n="7"/>in der <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Lymphe</hi> <hi rendition="#g">stehen,</hi> und verstärkt nur ihre Gewalt gegen<lb n="8"/>den ganzen Organismus. So unterscheiden sich wohl Arzneymittel von den Nah<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>rungsmitteln überhaupt, daß sie nur in das allgemeine das Flüssige fallen, in diesem<lb n="10"/>sich festhalten, und nicht in ihm aufgelöst werden können.</p>
<p><lb n="11"/>Die Thätigkeit des Organismus auf das Nahrungsmittel ist aüsserlich also über<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>haupt die animalische Infection desselben, und Verwandlung in animalische Flüssig<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>keit. Dieses einfache Wesen des Processes <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">zugleich</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">unterschieden</hi> IN MOMENTEN; wie erinnert nicht als ob diese Momente<lb n="15"/>nur Ausscheidungen u.s.f. des Nahrungsstoffes wären; sondern das allgemeine allen<lb n="16"/>gleiche ist die Verwandlung; dieses einfache der Verwandlung hat als solches ihre<lb n="17"/>Momente. <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">AssimilationsGeschäfft</hi> <hi rendition="#g">kann</hi> <hi rendition="#g">keinen</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> Gang neh<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>men, als daß das Nahrungsmittel zuerst in seiner aüsserlichen Gestalt aufgehoben<lb n="19"/>wird, eine mechanische Auflösung erfährt, dann durch die animalische Wärme in<lb n="20"/>seiner innern specifischen Natur aufgelöst, so in das animalische [ein] Moment des<lb n="21"/>Chemismus kommt,<ref type="anker" target="#fn-224-2">²</ref> in der animalischen Neutralität zerrissen, dann von dem ani<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>malischen Feuerprincip belebt, beydes seine Salzigkeit und seine feurige Natur in<lb n="23"/>eins absolut gesetzt, und so in die Identität der animalischen Flüssigkeit tritt.</p>
<p><lb n="24"/><hi rendition="#g">Diese</hi> <hi rendition="#g">Besonderung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> AssimilationsGeschäftes gehört aber nicht mehr der<lb n="25"/>Gestaltung, der Production als solcher an; es ist ein Eingreiffen des innern Organis<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>mus in den aüssern; und die angegebenen Momente sind erst in dem höhern Orga-</p>
<note xml:id="fn-224-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>aufgeschlossenere Differenz</note>
<note xml:id="fn-224-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>animalische Bedeutung</note>
<pb n="222" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=225" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>nismus real; der unmittelbare aüssere hat nicht diese <hi rendition="#g">innre</hi> <hi rendition="#g">Gegliederung</hi><lb n="2"/>der Flüssigkeit der Lymphe; ihre als Einheit innre Gegliederung ist eben die Reflexion<lb n="3"/>des Organismus in sich selbst des in <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zurükgehens</hi>; er geht nur in sich zurük,<lb n="4"/>indem er sich zur Gestalt macht; oder die animalisch gewordene Flüssigkeit in die<lb n="5"/>Gegliederung der Gestalt besondert, und das animalisch werden der Flüssigkeit<lb n="6"/>ist selbst unmittelbar dieser Übergang.</p>
<p><lb n="7"/>Seine als eines solchen Thätigkeit der Production ist das unmittelbare in eins<lb n="8"/>setzen der <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">animalischen</hi> Flüssigkeit wie sie als eine besonderte, dem<lb n="9"/>Feuerprocesse angehörige Nahrung, mit dem Lufft und Wasserprocesse in eins zu<lb n="10"/>setzen. Die Entgegensetzung dieser Processe ist die <hi rendition="#g">Besonderung</hi> seiner Thätig<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>keit und diese Besonderung hat so unmittelbar den Charakter einer aüssern; diß<lb n="12"/>Eins des Trinkens, des Lufft und Wasserprocesses und des Essens macht die produ<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>cirte animalische Flüssigkeit aus; durch deren Production seine Spannung gegen das<lb n="14"/>aüssere aufgehoben [ist], und es in sich als eins gesetzt hat. Diese Mitte zu der es<lb n="15"/>geworden ist, ist als solche eine einfache animalische Flüssigkeit, es als Ganzes <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="16"/><hi rendition="#g">dieses</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>; <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">innre</hi> <hi rendition="#g">Unendlichkeit</hi> ist <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">zusam<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">mengefallen</hi>, eins; das Thier ist in die Verdauung und in den Schlaff versunken;<lb n="18"/>eine vollendete Thätigkeit gegen das Nahrungsmittel, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">deren</hi> <hi rendition="#g">Vollendung</hi><lb n="19"/>aber <hi rendition="#g">eben</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">thätige</hi> [sich] <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">aufgezehrt</hi> <hi rendition="#g">hat</hi>. Diß belebte ineinander<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>fallen geht in eine innre Spannung, auseinander; die animalische Flüssigkeit wird<lb n="21"/>entzweyt, nicht analysirt in die Trennung; aus der sie herkam, sondern sie bleibt<lb n="22"/>untrennbar Eins, und wird zur Differenz deren jede Seite selbst dieses animalische<lb n="23"/>ist, sie wird <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Knochen</hi> und zum <hi rendition="#g">Muskel</hi>; <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Thiere</hi> wer<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>dende Entgegensetzung wird seine Thätigkeit oder diß, daß es das allgemeine<lb n="25"/>flüssige ausser sich hat, und <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Begierde</hi> in ihm wieder erwacht ist. Das unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>bare, womit das Thier das Nahrungsmittel berührt, ist selbst die Flüssigkeit die durch<lb n="27"/>die Differentiirung ihrer selbst, belebt, thätig geworden ist.</p>
<pb n="223" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=226" type="body" subtype="apparat"/>
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<head><lb n="1"/>13.</head>
<head><lb n="2"/>ι. DIESE ORGANISATION DIE WIR ERKANNT HABEN …</head>
<p><lb n="3"/>ι. Diese Organisation die wir erkannt haben, ist das Eins der Gestalt und ihrer<lb n="4"/>Ernährung, der Proceß ist in sich zurückgekehrt; indem das Eins der organischen<lb n="5"/>Flüssigkeit die organische Gallerte sich eine unorganische Natur besondert, diese<lb n="6"/>in sich aufhebt, und zu seiner Flüssigkeit macht, und aus dieser Flüssigkeit sich in<lb n="7"/>Muskel und Knochen differentiirt wodurch eben dise Flüssigkeit erst die belebte<lb n="8"/>organische Flüssigkeit ist die in sich Allgemeinheit und absoluter Begriff ist; als die<lb n="9"/>in der als flüssiger zugleich die Differenz des Gestaltens ist; und erst als solche die<lb n="10"/>Natur besondern, und aufheben kann.</p>
<p><lb n="11"/>Aber dieser Kraislauff ist ein reiner Kraislauff der Gestalt, das organische ist darin<lb n="12"/>nicht <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> selbst; das animalische ist nicht als die absolute Hemmung und<lb n="13"/>Unterbrechung seines Gestaltens; oder ist nicht als <hi rendition="#g">empfindender</hi> Organismus;<lb n="14"/>daß er dieses sey muß dieser Kraislauff des Producirens für das animalische selbst<lb n="15"/>ein <hi rendition="#g">aüsseres</hi> werden oder diesen Kraislauff als einzelnen anschauen. Die unorgani<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>sche Welt muß für dasselbe dieser aüssere Organismus selbst werden; es muß als<lb n="17"/>Gattung in sich zurükkehren. Dieser höhere Organism existirt also als in sich zurük-</p>
<pb n="224" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=227" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>gekehrter Organismus, als allgemeiner, und das organische Ganze wird als die Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>heit des aüssern und dieses innern sich nur auf das animalische selbst beziehenden<lb n="3"/>Organismus ein wahrhafft in sich beschlossenes; und indem seine unorganische Natur<lb n="4"/>in es selbst fällt. Indem das animalische seinen auf aüsseres bezogenen Organismus in<lb n="5"/>sich zurüknimmt, so ist es α) diß organische System, das sich auf seinen producirenden<lb n="6"/>gestaltenden Organismus bezieht als ein einfaches thätiges und hieher von demselben<lb n="7"/>herkömmt; aber es realisirt seine absolute Allgemeinheit nur so indem es β) sich<lb n="8"/>ebenso absolut zusammen nimmt, [es] isolirt sich völlig, wird absolut allgemeines<lb n="9"/>System, und als absolut allgemeines fällt es in Beziehung auf den Gegensatz aus<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>einander, in zwey allgemeine Systeme kommt es in den zwey Armen aus jenem<lb n="11"/>Mittelsystem; einmal α) wie das organische Individuum für sich selbst Gattung ist,<lb n="12"/><hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi> <hi rendition="#g">als</hi> allgemeine<ref type="anker" target="#fn-227-1">¹</ref> bleibt; dann β) wie es in der Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>meinheit seine Individualität aufhebt; jene als die Synthese des allgemeinen und<lb n="14"/>besondern als auseinanderfallende Beziehung; das System der animalischen Sinne</p>
<note xml:id="fn-227-1" type="ueber" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>Bestimmtheit</note>
<pb n="225" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=228" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>diese [als] die absolute Allgemeinheit die Existenz der <hi rendition="#g">Gattung</hi>, als Geschlecht,<lb n="2"/>worin also die Individualität zugrunde geht.</p>
<p><lb n="3"/>ϰ. Das unmittelbar aus dem <hi rendition="#g">aüssern</hi> <hi rendition="#g">kommende</hi> <hi rendition="#g">System</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">darauf</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">beziehende</hi>, oder <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Wiedergeburt</hi> des erstern wie es durch die sich selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gleiche Flüssigkeit durchgegangen, ist die <hi rendition="#g">Umwandlung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> spröden <hi rendition="#g">Knochens</hi><lb n="6"/>in die Flüssigkeit des Nervens; und <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">differenten</hi> Muskels in das Adersystem,<lb n="7"/>und α) das unmittelbare <hi rendition="#g">Einsseyn</hi> <hi rendition="#g">beyder</hi>; ihre absolute Berührung die unendliche<lb n="8"/>Mitte, in der sie unmittelbar Eins sind β) die sie trennende auseinanderhaltende posi<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>tive Mitte, in der sie sich realisiren, die Flüssigkeit in der sie ihre Differenz gegen<lb n="10"/>einander setzen und sich gegenseitig erzeugen.</p>
<p><lb n="11"/>Wir betrachten α) was die beyden Momente des aüssern sich gestaltenden Organis<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>mus in diser Reflexion in dem Elemente der Allgemeinheit selbst werden; gedoppelte<lb n="13"/>Beziehung auf den aüssern Organismus an ihm selbst; und das Andersseyn seiner<lb n="14"/>selbst, als seinen eignen Organismus anschauen, und so ein innrer seyn, d. h. der<lb n="15"/>reflectirte aüssere Organismus seyn; für den dieser erste Organismus des Gestaltens<lb n="16"/>die unorganische Natur ist</p>
<p><lb n="17"/>So ist er erst absolut animalischer Organismus der die unorganische Welt in ihm<lb n="18"/>selbst hat, nicht bloß als Flüssigkeit sondern als in sich selbst gegliederte Flüssigkeit<lb n="19"/>und als Theil seiner selbst.</p>
<p><lb n="20"/>λ. <hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">Knochen</hi> sich als flüssig in sich verschliessend, indem er nur der reinen<lb n="21"/>Gestalt angehört, entfaltet sich als Rükenwirbel und Schädel, und indem er als</p>
<pb n="226" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=229" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>diese starre Totalität wird sich in sich reflectirt, erhebt [er] sich in die Form der<lb n="2"/><hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi>, und es tritt seine allgemeine, <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">flüssige</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> <hi rendition="#g">heraus</hi>,<lb n="3"/>und sein Mark <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">Nerv</hi>; er wird als absolutes Einswerden des Spröden und der<lb n="4"/>Flüssigkeit absolute Allgemeinheit alles besondern, zu dem was absolut, das besondere<lb n="5"/>mittheilt oder das empfindende; so wie auf der andern Seite ebenso das <hi rendition="#g">thätige</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">allgemeine</hi> welches es besondert; durch [den] Nerv wird die unorganische Natur<lb n="7"/>erst besondert, und es sey daß das animalische sich als <hi rendition="#g">besondernd</hi>, thätig oder<lb n="8"/>leidend erkennt, so ist er die absolute Thätigkeit der Besonderung als solcher;<lb n="9"/><hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Thätigkeit</hi> Allgemeines das Besonderes setzt <hi rendition="#g">erscheint</hi> sie als Willkühr,<lb n="10"/>Zufälligkeit, der Nerv ist der Sitz der Willkührlichen Bewegungen, wie der Emp<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>findungen. Er bezieht sich in beyden Rüksichten auf den aüssern sich gestaltenden<lb n="12"/>Organismus. Als das allgemeine Flüssige, in welchem die vernichtende Thätigkeit<lb n="13"/>des aüssern Organismus gehemmt, ideell gesetzt wird; das durch ihn aufzuhebende,<lb n="14"/>das in dem allgemeinen flüssigen positiven Elemente besteht, in seinem aufgehoben<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>werden selbst gesetzt ist, ist er <hi rendition="#g">empfindend</hi>; ebenso reflectirt er den aüssern<lb n="16"/>Organismus nach aussen; er setzt das allgemeine Element das allgemeine der unor<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>ganischen Natur als ein besonderes; und die Thätigkeiten des aüssern Organismus<lb n="18"/>gegen die unorganische Natur erscheinen dadurch als willkührlich.</p>
<pb n="227" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=230" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Beydes das passive und thätige ist seine Beziehung auf den aüssern Organismus<lb n="2"/>insofern dieser sich auf ein aüsseres überhaupt bezieht; der Nerv bezieht sich daher<lb n="3"/>in ihm nicht auf den Knochen als solchen, sondern auf die Seite des Gegensatzes,<lb n="4"/>den Muskel als lebendige Einheit gegen die passive todte des Knochens, er realisirt<lb n="5"/>die innre Differenz seines Flüssigseyn in dem in sichselbst entgegengesetzten Muskel.<lb n="6"/>Der Nerv ist das <hi rendition="#g">absolut</hi> allgemeine, die <hi rendition="#g">indecomponible</hi> Flüssigkeit, in welcher<lb n="7"/>das besondere als solches gesetzt ist, und indem es absolut aufgehoben, vergessen<lb n="8"/>wird, verschwindet; er hat deßwegen nichts mit der Reproduction des Muskels zu<lb n="9"/>thun; er ist nicht zu <hi rendition="#g">differentiirende</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>.</p>
<p><lb n="10"/>Der Nerv bezieht sich auf die Reproduction, des aüssern Organismus. Wie seine<lb n="11"/>vorige Beziehung die lebendige, differentiirende empfindende und bewegende war,<lb n="12"/>eine Beziehung auf den differenten Muskel, so ist diese die Seite seiner Indifferenz<lb n="13"/>seiner Beziehung, und in dieser ist er nicht diese Einheit in der willkühr, sondern<lb n="14"/>selbst in sie versenkt, und er laüfft in sie darum nicht als eine Menge von Fäden,<lb n="15"/>wie er sich auf den Muskel bezieht, sondern ohne eine differente Form, eine Abstrac<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>tion auszudrücken <hi rendition="#g">indecomponible</hi> Flüssigkeit; in <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> ist er als</p>
<pb n="228" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=231" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>eine Menge von Knoten, eine unterbrochene Mittheilung; subsumirt unter die<lb n="2"/>Flüssigkeit statt sie zu subsumiren; seine absolute in sich differente Einheit wird<lb n="3"/>eine Menge von Kernen, die offt zu knorplichten oder knochigten Kernen werden;<lb n="4"/>der <hi rendition="#g">sympathische</hi> Nerven ist nicht [als] ein vom Gehirn ausgehender Nerven<lb n="5"/>anzusehen, sondern eine solche Menge von Knoten, die nur leicht mit den Gehirn<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>Nerven anastomosiren, und in dem das Rückenmark den Übergang zu dem System<lb n="7"/>der Reproductionsgehirne macht, welche plexus nicht ein blosses innigeres gedrung<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>neres Verbundenseyn von Nervenfasern sind sondern ganz einfach gewordene<lb n="9"/>Kerne.</p>
<p><lb n="10"/>μ. Das <hi rendition="#g">Muskelsystem</hi>, das durch die absolute Flüssigkeit in sich zurükkehrt,<lb n="11"/>die Form der Indifferenz erhält wird das Adersystem, und die aüsserliche Differenz<lb n="12"/>der Muskel, theils als Contractilität, theils als eine Gedoppeltheit der Strek und<lb n="13"/>Beugemuskel, wird in dem Bestehen der Entgegensetzung eine Einheit, eine durch<lb n="14"/>bestehende Entgegensetzung in sich zurükkehrende Einheit absoluter Kraislauff.<lb n="15"/><hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">Muskel</hi> kommt im <hi rendition="#g">Herzen</hi> zu seinem eigenen absoluten Leben des Zusam<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>menziehens und Ausdehnens, es ist absolut nervlos, ohne Empfindung, ohne positive<lb n="17"/>Allgemeinheit sondern absolute Unendlichkeit in sich selbst, absolute aus sich selbst<lb n="18"/>kommende entgegengesetzte Bewegung. Die im festen Herzmuskel nur abwech<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>selnde absolute Bewegung wird sich im Blute flüssig, und in dieser Flüssigkeit,</p>
<pb n="229" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=232" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>in dieser Allgemeinheit ein Zugleich der entgegengesetzten Bewegung oder abso<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>luter Kraislauff des Bluts.</p>
<p><lb n="3"/>ν. Wie der Nerv als absoluter Begriff in der Form der Allgemeinheit ist, die existi<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>rende Empfindung; die Besonderung unmittelbar mittheilend, sie unmittelbar ideell<lb n="5"/>setzend; die aufgeschlossene Sprödigkeit des Knochens, die aber im Princip ihrer Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>fachheit bleibt, so ist das Blutsystem der absolute Begriff in der Form der Differenz<lb n="7"/>die in Eins zusammengefaßte Differenz des Muskels, aber so daß er in eben dem Princip<lb n="8"/>der bestehenden Differenz bleibt. Der Nerv bezieht sich auf die Differenz des aüssern<lb n="9"/>Organismus auf den Muskel; das Blut umgekehrt auf die Seite seiner in ihm sich<lb n="10"/>reflektirenden Flüssigkeit, auf die producirte und producirende Flüssigkeit. Und das<lb n="11"/>Blut als die Seite der Differenz des innern Systems macht den absoluten Zusam<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>menhang (den Punkt der Unendlichkeit) des aüssern und [innern] Systems; es<lb n="13"/>existirt als die Belebung der aüssern Flüssigkeit; d. h. als die lebendige Thätigkeit<lb n="14"/>derselben nach den beyden Seiten, daß sie den Knochen und Muskel ernährt, indem<lb n="15"/>sich der absolute Gegensatz in seinen Seiten realisirt, als daß sie wieder in Flüssigkeit<lb n="16"/>zurückfallen;</p>
<p><lb n="17"/>Das Blut ist nur im Herzen für sich selbst; in seinem entgegengesetzten Krais<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>lauff, ist es schlechthin different nach aussen; als Flüssigkeit die sich im Processe<lb n="19"/>erzeugt, und als das allgemeine des Organismus sich darstellt, zehrt sie, wie die<lb n="20"/>differente unorganische Natur so die differente Seite des gestalteten Organismus auf,<lb n="21"/>er wird selbst zu dieser unorganischen Natur; sie zehrt den Muskel auf; und auf<lb n="22"/>der entgegengesetzten Seite differentiirt sie sich in denselben, und ernährt ihn; es</p>
<pb n="230" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=233" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>saugt alle Flüssigkeit der Theile selbst, und die unmittelbare NahrungsFlüssigkeit<lb n="2"/>in sich, und auf der andern Seite zehrt es sich selbst in ihnen eben so auf. Der Krais<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>lauff des Blutes ist ein allgemeiner realer, des Ganzen gestalteten Organismus; es<lb n="4"/>ist der thätige absolute Begriff der seine Lebendigkeit im Ganzen Organismus hat,<lb n="5"/>und auf die absolut entgegengesetzte Weise in ihm ist; die Lymphe der Production<lb n="6"/>ist die Mitte des Organismus in welcher die unorganische Natur zur animalischen<lb n="7"/>umschlägt, an welcher die innre Differenz des Organismus sich eben so setzt, als<lb n="8"/>in welcher sie sich aufhebt; an der Lymphe als solcher existirt diese innre gedoppelte<lb n="9"/>Bewegung nicht, sie ist nur das Moment der Mitte als der Indifferenz auf die sich<lb n="10"/>aller Kampf und Thätigkeit des Organismus bezieht; ihre Indifferenz zu überwinden,<lb n="11"/>und sie in Nerv und Blut, oder Knochen und Muskel zu potenziren, [oder] absolut<lb n="12"/>in sie aus seiner Differenz zurückzufallen; als sie gegen ihn thätig ist und dadurch<lb n="13"/>nach aussen thätig wird. Diese entgegengesetzte Bewegung der Lymphe, der Passi<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>vität, und der Activität der Lymphe, ist im Blute real; sie ist dieselbe, insofern sie<lb n="15"/>belebt und belebend ist, die Lymphe als solche bleibt die indifferente Flüssigkeit<lb n="16"/>in der das organische zwischen der organischen und unorganischen schwankt, das<lb n="17"/>unmittelbare Übergehen zum Product, und das Herkommen aus dem unorganischen<lb n="18"/>Producte.</p>
<pb n="231" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=234" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Das Blut wie es in seinem Gegensatze ebenso gibt, als verzehrt, die belebte Lymphe<lb n="2"/>ist, die zu organischen differenten Theilen wird, und die ebensowohl sie in die<lb n="3"/>Indifferenz der Lymphe zurükreißt, ist auf diese Weise in seinen beyden entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gesetzten Funktionen selbst flüssig, allgemein und allenthalben im Organismus<lb n="5"/>verbreitet, und seine entgegengesetzten Functionen begleiten sich unmittelbar, sie<lb n="6"/>treten nicht, als diese entgegengesetzten hervor; sie müssen aber auch als solche<lb n="7"/>existiren und in eignen entgegengesetzten Systemen, die das Blut sich bildet, her<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>vortreten. Diese gedoppelte entgegengesetzte Thätigkeit des Bluts tritt als eignes<lb n="9"/>System auf, in dem der Kraislauff wurzelt nach zwey Seiten in die Lufft, und in<lb n="10"/>die Erde; α) gegen das Element der Lufft athmet er aus und ein; was die Reproduc<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>tion; der Erde und dem Wasser abgewinnt für den Organismus, verzehrt das Blut<lb n="12"/>einerseits im Organismus überhaupt für die reine Differentiirung andererseits als in<lb n="13"/>einem Punkte der Einheit in der Lunge, der odem. Wie das Verzehren der Lymphe<lb n="14"/>im allgemeinen Organismus ein reales Differentiiren, so ist es in der Lunge das ent<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>gegengesetzte gleichsam auf eine ideelle Weise; das animalische aus den Theilen<lb n="16"/>vorzüglich gezehrte Venenblut, wird in der Lunge in arterielles, in differentes bele<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>bendes Blut umgewandelt; und das vorhin allgemein gesagte von dem different<lb n="18"/>werden der Lymphe durch das Blut, hat in der Lunge seine Realität worin es auf-</p>
<pb n="232" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=235" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gelöstes, aufgeschlossenes Blut wird, das unmittelbar zu differenten organischen<lb n="2"/>Theilen werden kann. Wie auf dieser Seite das kraisende Blut sich an der Lufft<lb n="3"/>zu differentem Blute wird, so wurzelt es auf der andern Seite in seine Erde, seine<lb n="4"/>innere Differenz wird in sich zusammengedrängter, und im Pfortadersystem erzeugt<lb n="5"/>sich Blut als die brennbare, im aüssern Organismus thätige Seite Lymphe der Galle;<lb n="6"/>und gibt so das kräftigste Moment der Verzehrung der Nahrungsmittel durch die<lb n="7"/>Lymphe, welche für sich selbst von der allgemeinen Belebung durchs Blut in den<lb n="8"/>Drüsen zu einem trägen innern Systeme gelangt; und in den ein und aushauchenden<lb n="9"/>Gefässen überhaupt als indifferente Flüssigkeit aller Theile sich erhält; besonders<lb n="10"/>aber in der Production gleichsam das innere [die] der Galle entgegengesetzte Seite<lb n="11"/>Moment der Verzehrung der Nahrungsmittel das von innen kommende und thäti<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>ge Moment der neutralen Seite ausmacht.</p>
<p><lb n="13"/>ο Das Blutsystem theilt auf diese Weise die Reproduction in allen Theilen, auf<lb n="14"/>einer Seite die Flüssigkeit in der Lunge differentiirend, um zu organischen Theilen<lb n="15"/>zu werden, auf der andern Seite sie in der Leber belebend zur Thätigkeit gegen das<lb n="16"/>Nahrungsmittel; im allgemeinen sie als indifferente animalische Lymphe erhaltend.</p>
<p><lb n="17"/>π. Dieser innre Organismus so bezogen auf den sich gestaltenden Organismus und</p>
<pb n="233" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=236" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>sein innres Leben realisirend, diß animalische Nerv und Muskelsystem <hi rendition="#g">befreyt</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">endlich</hi> von diesem Zusammenhange mit dem aüssern. Das Individuum ist<lb n="3"/>in dieser Wechselwirkung der beyden Organismen vollkommen, es muß sich allge<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>meines werden; und der innre Organismus der in seiner Beziehung auf den aüssern<lb n="5"/>nicht als allgemeiner existirt muß als freyer, an sich allgemeiner existiren. Der<lb n="6"/>innre Organismus indem er sich als Nerv auf den aüssern Organismus bezieht, ist a)<lb n="7"/><hi rendition="#g">überhaupt</hi> <hi rendition="#g">empfindend</hi>; nicht in sich reflectirt; nicht die in sich gegliederte<lb n="8"/>Empfindung. Insofern er sich ALS BLUT auf ihn bezieht, ist er die Bewegung der<lb n="9"/>sich aufhebenden und sich erzeugenden Individualität; diese <hi rendition="#g">Bewegung</hi> ist<lb n="10"/>ebenso wenig noch in sich reflectirt für sich <hi rendition="#g">selbst</hi>, das Aufheben der Individualität<lb n="11"/>als ein Ganzes, und das Wiedererzeugen <hi rendition="#g">derselben</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">eines</hi> Ganzen; jenes Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>heben und WiederErzeugen ist schlechthin <hi rendition="#g">vereinzelt</hi>, nicht eine in sich zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>genommene, für sich sich constituirende <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi>. Beyde Bezie<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>hungen des innern Organismus müssen allgemeine werden sich für sich constituiren;<lb n="15"/>die ideale Bewegung der Empfindung in der das <hi rendition="#g">einzelne</hi> sich unmittelbar ein<lb n="16"/>andres wird; und die reale der Individualität, in der die ganze Individualität sich<lb n="17"/>ein andres wird. In jener idealen Bewegung ist die Individualität die allgemeine<lb n="18"/>in welcher für das Individuum Einzelnheit ist, die aufgehoben und als eine aufge<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>hobene für das Individuum gesetzt wird; und dieses Setzen der Einzelnheit als einer</p>
<pb n="234" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=237" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>aufgehobenen; oder das Bestehen selbst des aufgehobenen ist als Totalität, als sich<lb n="2"/>in sich selbst organisirende Empfindung. In der andern Bewegung wird umgekehrt<lb n="3"/>die Individualität ein einzelnes, aufgehoben, und als aufgehobenes gesetzt, oder es<lb n="4"/>ist der Proceß der Gattung als solcher. Diese beyden entgegengesetzten Formen der<lb n="5"/>Allgemeinheit hängen unmittelbar zusammen; indem in der ersten das Individuum<lb n="6"/>das allgemeine ist, und das einzelne subsumirt unter dasselbe oder indem es Empfin<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>dung ist, ist es allgemein, und in dieser Allgemeinheit hebt es sich selbst als Indivi<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>duum auf, es wird zur Gattung. Von <hi rendition="#g">Seiten</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">aüssern</hi> erscheint ebenso dieser<lb n="9"/>absolute Übergang in das entgegengesetzte; das für die Empfindung einzelne wird<lb n="10"/>als ein ideelles aufgehobenes gesetzt; als diese Identität der Einzelnheit und Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>meinheit des Seyns in seinem Aufgehobenseyn wird es das organische selbst; und<lb n="12"/>für das empfindende animalische wird sein <hi rendition="#g">ganzes</hi> <hi rendition="#g">Empfinden</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">aüsseres</hi>;<lb n="13"/>das worauf es sich bezieht, ist es selbst als empfindendes oder die Idealität der Emp<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>findung, wandelt sich dem empfindenden unmittelbar in Geschlechtsdifferenz um.<lb n="15"/>Indem es als <hi rendition="#g">empfindend</hi> Gattung ist, ist beydes, die Unendlichkeit des SEYNS<lb n="16"/>des Individuums als Gattung, oder daß ES die Empfindung ist, und das aüssere ein<lb n="17"/>empfundnes einzelnes und umgekehrt ebenso, daß es das Einzelne und das allge<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>meine die Empfindung ein aüsseres für dasselbe ist.</p>
<p><lb n="19"/>ρ. In diesem Proceß der Empfindung oder dem <hi rendition="#g">theoretischen</hi> Proceß wird der</p>
<pb n="235" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=238" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Nerv das herrschende seyn, wie im innern Organismus, der different auf den aüssern<lb n="2"/>ist die Seite der Differenz das Blut, und der absolute Begriff seine vollkommene<lb n="3"/>Ausbildung erhielt, so itzt der Nerv als das allgemein mittheilende, den absoluten<lb n="4"/>Begriff unter sich subsumirende. Der Nerv nimmt seine Ausbreitung in das diffe<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>rente System im Gehirne zusammen und vereinigt darin seine Totalität als empfin<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>dende sowohl der Empfindung als solcher, als der willkührlichen Bewegung und<lb n="7"/>breitet [sich] für die sich in sich reflectirende gegliederte Empfindung in eignen<lb n="8"/>Sinnesnerven, gegen die allgemeinen BewegungsNerven aus.</p>
<p><lb n="9"/>Indem der Nerv das herrschende dieses Organismus wird; so hebt er die in<lb n="10"/>diesem gesetzte Besonderung des realen Processes in Muskel [und] Knochen auf<lb n="11"/>[nimmt sie] zur Einfachheit der <hi rendition="#g">Haut</hi> zusammen; und indem er das allgemeine<lb n="12"/>der Empfindung gliedert wird sie ZUM SINNE; sie ist א <hi rendition="#g">Empfinden</hi> überhaupt,<lb n="13"/>ideale <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> und bezieht sich als solche auf die <hi rendition="#g">Gestalt</hi> überhaupt; und<lb n="14"/>[diese] ist das empfundne Element der Erde.</p>
<p><lb n="15"/>Für die Erde aber oder für die Gestalt als solche fällt die Bewegung ihre Idealität<lb n="16"/>ausser ihr, und das Gefühl als allgemeines Empfinden bezieht sich auf das allgemeine<lb n="17"/>Für sich seyn des Gestalteten; die Momente sind die sichselbstgleichheit in der Be<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>sonderung die sich auf sie beziehen, Schwere, und <hi rendition="#g">Schwere</hi> der einzelnen Körper<lb n="19"/>gegeneinander, in der bestimmten Besonderung derselben, und das allgemeine</p>
<pb n="236" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=239" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>flüssige Aufheben derselben, <hi rendition="#g">Wärme</hi> und <hi rendition="#g">Kälte</hi>. Wie dieser Sinn allgemein für<lb n="2"/>die allgemeine Gestalt ist dieser allgemeine Sinn ebenso Sinn der Ganzen <hi rendition="#g">Gestalt</hi><lb n="3"/>des animalischen. Alsdenn ist er als allgemeiner Sinn zugleich Sinn in jedem beson<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>dern Sinne; die andern Sinne macht es zu Sinnen, daß sie dieser allgemeine Sinn in<lb n="5"/>ihrer Besonderung sind. Aber ihr allgemeines Empfinden ist auch auf die Besonder<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>heit ihres Empfindens bezogen, es ist different gegen dasselbe, und hebt es als beson<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>deres auf; ב. dem allgemeinen Gefühl das sich so auf die gestaltete Materie bezieht,<lb n="8"/>oder wie es der <hi rendition="#g">Ton</hi> in die Flüssigkeit nach allen Dimensionen verbreitet ist, steht<lb n="9"/>sein Gegentheil der Existenz des Tones gegenüber wie er als seine einfache, rein,<lb n="10"/>eine Abstraction bleibt; wie er ganz frey von diesem Versenktseyn ist; und ist das<lb n="11"/><hi rendition="#g">ganz</hi> <hi rendition="#g">ideelle</hi> der Gestalt, die Abstraction der Linie Fläche und des Punktes; und<lb n="12"/>dieselben als auf die Zeit bezogen, in der Bewegung, und ebenso auf das ganz raum<lb n="13"/>und zeitlose Einfachseyn des Tones. Das <hi rendition="#g">Gesicht</hi> hat es mit nichts körperlichem<lb n="14"/>als solchem, mit seiner reinen Idealität d. i. als <hi rendition="#g">aüsserer</hi> Gestalt, und mit dem abso<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>luten Begriffe in seiner Abstraction als Zeit, die sich auf Raum bezieht, der Bewe<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>gung und <hi rendition="#g">Farbe</hi> [zu thun]. Im Gesicht ist das Thier bis zur letzten ihm möglichen<lb n="17"/>Abstraction der Natur gedrungen. Es ist Licht und Raum, Linie und Fläche für das<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>selbe; und Bewegung; aber es bleibt die Zeit selbst als solche, indem ihm [sonst]</p>
<pb n="237" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=240" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>die Zeit ein äusserliches angeschautes würde, die Zeit ist die höhere Seite, es wäre die<lb n="2"/>Unendlichkeit als solche, die es anschaute, oder es würde vorstellend.</p>
<p><lb n="3"/>ג. Die auseinanderfallende reale und ideale Seite der Gestalt, die in ihren Momen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>ten dem Gefühle und Gesichte angehören, in eins zusammenfallend in ihrem Eins<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>seyn organisirt; und als dise Organisationen oder Individualitäten der Erde, auf die<lb n="6"/>Lufft bezogen und ihre Besonderheit in diesem allgemeinen Elemente der Lufft<lb n="7"/>selbst als ein ganz einfaches darstellend; wird zum Sinne des brennbaren, der verein<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>fachten Individualitäten; der <hi rendition="#g">Geruch</hi> verhält sich zu der besonderten Erde, als<lb n="9"/>einer in ihrer Organisation <hi rendition="#g">einfachen</hi>, die Farbe ist nur die Abstraction <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Ein<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">fachheit</hi>, als <hi rendition="#g">Ton</hi>, das <hi rendition="#g">Princip</hi> der Organisation nicht ihre Individualisation<lb n="11"/>als einfach, die ihre entwickelte <hi rendition="#g">Differenz</hi>, als Feuer in sich verzehrt, und ihre<lb n="12"/>Totalität als diese Einfachheit darstellt.</p>
<p><lb n="13"/>ד. <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Sinn</hi> für das neutrale, den sich in ihm selbst aufschliessenden Geruch<lb n="14"/>und [das] in seiner Neutralität auseinandertretende Element des Wassers, ist der<lb n="15"/><hi rendition="#g">Geschmack</hi>, der die Abstraction des kalischen und sauren in der Indifferenz des<lb n="16"/><hi rendition="#g">salzigten</hi> zusammennimmt, und ihm das süsse entgegensetzt, und als Synthese<lb n="17"/>von beydem das bittre; übrigens indem die Differenzen dieser Geschmäcke durch</p>
<pb n="238" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=241" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>das organische durchgegangen selbst mehr oder weniger indifferentiirt, mit dem<lb n="2"/>Geruche zusammenfallen, und nur formal, als Sinne unterschieden sind, so daß der<lb n="3"/>Geruch dasselbe als indifferent aufnimmt, der Geschmack aber es zerstört.</p>
<p><lb n="4"/>ה. Der allgemeine Sinn, das Gefühl, das allgemein an ihm selbst in die indiffe<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>renten Sinne Gefühl und Gesicht auseinanderfällt, und sich in [die] differenten Sinne<lb n="6"/>des Geruchs und Geschmacks entzweyt, das allgemeine im besondern, muß sich<lb n="7"/>als absolute negative Allgemeinheit als diese Besonderheit absolut aufhebend, und<lb n="8"/>sich als zurüknehmend daraus [als] ein allgemeines, rein einfaches setzen; jeder Sinn<lb n="9"/>als solcher ist dadurch Sinn, daß er Gefühl allgemeiner Sinn ist, seine Besonderheit<lb n="10"/>in dem allgemeinen des Empfindens aufhebt, diese negative Seite des Sinns muß als<lb n="11"/>solche selbst existiren; dem positiv allgemeinen Sinne des Gefühls gegenübertreten;<lb n="12"/>der <hi rendition="#g">Sinn</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Tones</hi> als eines solchen ist <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> Unendlichkeit in wel<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>cher das Thier diß, daß es allgemeiner Sinn ist, aller Besonderheit desselben entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>setzt, und in der Stimme seine Einzelnheit als solche in die Lufft erhebt, und unge<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>trübt, und ungebrochen, allgemein macht, absolut mittheilt; so wie es im Hören<lb n="16"/>eben diese Mittheilung empfängt. <hi rendition="#g">Der</hi> Ton <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Kontinuität</hi> des irrdischen<lb n="17"/>Körpers ist nur Geraüsch und Klang, <hi rendition="#g">Geraüsch</hi>, insofern er nur die unmittelbare<lb n="18"/>aüsserliche, erzwungene Continuität der Reibung ausdrückt, <hi rendition="#g">Klang</hi>, seine innere<lb n="19"/>Continuität wie vorzüglich das Metall; aber beyde, der Klang selbst sind nur aüs<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>serlich angeschlagen erregt, sie sind ein mechanisches Erhallen des Körpers in sich</p>
<pb n="239" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=242" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>selbst als eine einfache Einheit, sie sind nicht der Sinn, der das absolute fürsichseyn<lb n="2"/>der Bewegung, als eines absolut einfachen ausdrückt, und ebenso gegen die als<lb n="3"/>fürsichseyend und als einfach erscheinende Bewegung indifferent ist. Die Stimme als<lb n="4"/>das thätige Gehör, und das Gehör als die empfangende Stimme sind es, worin die<lb n="5"/>Empfindung des Individuums sich in sich zurücknimmt, und sich als absolut allge<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>meines constituirt.</p>
<p><lb n="7"/>σ. in diesem <hi rendition="#g">theoretischen</hi> <hi rendition="#g">Processe</hi> macht das Individuum seine Individuali<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>tät zum allgemeinen, es setzt <hi rendition="#g">sich</hi> als allgemeines, oder die Gattung ist in der Form<lb n="9"/>der Individualität, und das so sich als allgemeines setzende, ist die in sich gegliederte<lb n="10"/>Empfindung das System der Totalität der Empfindungen die als allgemeine Empfin<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>dung im Sehen, sie formal allgemein ideell macht; im Geschmacke und Geruche<lb n="12"/>zu den Seiten der Brennbarkeit und Neutralität der einfach gesetzten und der auf<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>geschlossenen Unendlichkeit macht, und in Gehör und Stimme sich [als] einfache<lb n="14"/>in sich selbst sich bewegende Unendlichkeit setzt.</p>
<p><lb n="15"/>Indem in der Stimme das Einzelne absolut in sich zurükgeht, das Individuum<lb n="16"/>sich als absolut allgemeines ausspricht so ist diß sein Zurückgehen seiner ganzen<lb n="17"/>Individualität, unmittelbar sein sich als diß Ganze anders werden; seine einfache<lb n="18"/>Stimme bricht sich, und das Individuum tritt in die Geschlechtsdifferenz. In der<lb n="19"/>Stimme fallen Gattung und Individuum, Allgemeinheit und Unendlichkeit in eins;</p>
<pb n="240" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=243" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>und in dieser absoluten reflectirten Einheit der Individualität, ist es sich als ganzes<lb n="2"/>Individuum ein aüsseres geworden; die Empfindung ist in sich selbst zurückgekehrt,<lb n="3"/>und ist ihr selbst Empfindung oder sie in sich zerfallen; und als diß Ganze was sie<lb n="4"/>ist hat [sie] sich verdoppelt, und ist in dieser Verdopplung different gegen sich. Die<lb n="5"/>letzte Vollendung des organischen ist daß es, wie es in der Pflanze ist, Individuum<lb n="6"/>und Gattung in eins fallen; aber die Vervielfältigung der Individuen ist nicht eine<lb n="7"/>gleichgültige Vielheit, sondern eine differente.</p>
<pb n="241" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=244" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>14.</head>
<head><lb n="2"/>DER IDEALE PROCESS ODER DER PROCESS DER EMPFINDUNG …</head>
<p><lb n="3"/>der ideale Proceß oder der Proceß der Empfindung bildet sich ebenso für sich aus,<lb n="4"/>als er <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">beyden</hi> <hi rendition="#g">Processen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> animalischen dem Processe des Individu<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ums und dem der Gattung ist, und sie ebenso auseinanderhält als sie bestimmt, in<lb n="6"/>ihnen ist, als er in Differenz, Gegensatz mit ihnen tritt,<ref type="anker" target="#fn-244-1">¹</ref> indem er <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Thier</hi> <hi rendition="#g">be<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="7" break="no"/><hi rendition="#g">herrscht</hi>, es ganz <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Empfindung</hi> werden läßt, Krankheit ist.<ref type="anker" target="#fn-244-2">²</ref></p>
<p><lb n="8"/>Überhaupt bestimmt er α) den Proceß der Individualität; die Ernährung; αα<lb n="9"/>zwischen die praktische Unmittelbarkeit des aufgehobenwerdens der unorganischen<lb n="10"/>Natur durch das organische tritt die Empfindung als Mitte, hemmt diß aufgehoben<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>werden;<ref type="anker" target="#fn-244-3">³</ref> und das organische wird als ein vernichtendes ideell gesetzt, so wie das<lb n="12"/>unorganische. Das organische das sich so aufhält in dem Vernichten, in seiner<lb n="13"/>Spannung besteht, und so daß es als diese Spannung zugleich organisch unorganisch,<lb n="14"/>oder daß das zu vernichtende aber als ein noch bestehendes in ihm ist; ist es <hi rendition="#g">Begier<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">de</hi>; sie ist Empfindung als allgemeines und das Thier ist diß allgemeine; es ist in ihr<lb n="16"/>selbst beydes, es als thätiges organisches und das unorganische als zu vernichtend;<lb n="17"/>nichts als ein aüsseres; sondern diese Trennung ist in <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Thiere</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>; <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="18"/>α) das <hi rendition="#g">vernichtende</hi>, und das <hi rendition="#g">Vernichtete</hi> selbst ein andres als es; β) aber diß<lb n="19"/>ganze Verhältniß <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">getrennte</hi> Beziehung fällt in dasselbe, es ist das allge-</p>
<note xml:id="fn-244-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>indifferentes System <hi rendition="#g">Blüthe</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Thiers</hi></note>
<note xml:id="fn-244-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>Krankheit macht den Übergang zur Vernunft</note>
<note xml:id="fn-244-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>ein Bestehen</note>
<pb n="242" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=245" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>meine, als Begierde selbst die Beziehung der Spannung. ββ. <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">entgegenge<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">setzte</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">unorganische</hi> wird ebenso durch die Empfindung bestimmt; in<lb n="3"/>der Unmittelbarkeit des vernichtetwerdens aufgehalten wird es dem Thiere als<lb n="4"/>dem allgemeinen ein entgegengesetztes, es ist ein besondertes. Für die Empfindung<lb n="5"/>des Thiers, ist α) das Element entgegengesetzt und ein in sich besondertes;<ref type="anker" target="#fn-245-1">¹</ref> das<lb n="6"/>Element erhält in ihm seine allgemeine Existenz; für das Thier ist der Lebensstrom<lb n="7"/>ein absolut gebrochener, es gliedert ihn, in ihm selbst, sein Vernichten des unorga<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>nischen ist eine Succession auf das vereinzeln [des] unorganischen.</p>
<p><lb n="9"/>γγ. <hi rendition="#g">am</hi> <hi rendition="#g">Thier</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">der</hi> andern Seite, ist diese seine Begierde, so wie die Stillung<lb n="10"/>derselben der Genuß, und die Succession darin, so wie das die Vernichtung hem<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>mende Anschauung, ebenso <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">einzelnes</hi>; Empfindungen und Genüsse, die in<lb n="12"/>ihm verschwinden, und die in ihrem Seyn selbst als einzelne sind, d. h. als allgemein<lb n="13"/>gesetzte; als gesetzte nur als aufgehobne. <hi rendition="#g">In</hi> <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Thiere</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> sich die absolute<lb n="14"/>Selbstständigkeit, die Schwere der Erde erst das absolut andre ihrer selbst geworden;<lb n="15"/>sich zur Abstraction der existirenden Zeit. Im organischen überhaupt, in der Pflanze<lb n="16"/>existirt das ineinander gefallenseyn der beyden Bewegungen der [die] sich auf sich<lb n="17"/>selbst und die sich auf andres bezieht; und in ihrer Indifferentiirung, indem sie eins<lb n="18"/>[werden], die Bewegung überhaupt; im Thiere fängt diese Bewegung an, sich<lb n="19"/>selbst ideell zu werden, und in die Momente ihres Begriffes sich zu zerlegen; sie<lb n="20"/>existirt im Thiere als Zeit;<ref type="anker" target="#fn-245-2">²</ref> es ist für das Thier ein besonderes, der Punkt der Refle<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>xion, der sich in seinem Seyn wieder aufhebt, und das Thier ist dieser aufhebende,<lb n="22"/>in sich als bestimmtes verfliessende und in seinem verfliessen sich selbst gleich blei<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>bende Punkt. Im Menschen wird die Zeit selbst, das besondre aufgehobene, und<lb n="24"/>er wird absolut existirender Raum.</p>
<p><lb n="25"/>β <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Empfindung</hi> <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Individualität bestimmt, ebenso</p>
<note xml:id="fn-245-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>ein andres, als zu vernichtendes</note>
<note xml:id="fn-245-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>wird nicht Herr der Zeit</note>
<pb n="243" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=246" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>bestimmt sie den Charakter des Processes der Gattung; sie selbst ist überhaupt diß,<lb n="2"/>daß das organische Individuum an ihm selbst Gattung ist; dadurch ist denn über<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>haupt der Proceß der Gattung ein Zerfallen an zwey Individuen. Aber für die<lb n="4"/>Empfindung als solche ist die Individualität selbst als allgemeine, und für das Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>viduum kommt ebenso sein Aufgehobenwerden in der Gattung, unter die Potenz<lb n="6"/>der Empfindung; sie wird eben so zwischen der Unmittelbarkeit seines Aufgehoben<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>werdens in der Gattung, <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi>; die in das Individuum selbst fällt; <hi rendition="#g">das</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Verhältniß</hi> <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">zuerst</hi> <hi rendition="#g">überhaupt</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Form der Begierde;<lb n="9"/>daß das Aufgehobenseyn des Individuums gehemmt<ref type="anker" target="#fn-246-1">¹</ref> und sein Seyn und sein Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>gehobenseyn in ihm zugleich und aus einandergehalten ist. Aber es als <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">befrie<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">digte</hi> <hi rendition="#g">Begierde</hi>, daß es zur Gattung geworden ist, sein Seyn <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Gattung</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">stellt</hi> sich ihm als ein andres als <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, dar; im erkennen des Kinds ist das<lb n="13"/>Thier sich gewordne Gattung, und sein Vernichtetseyn in ihr hemmt sich selbst<lb n="14"/>und setzt sich der gewordnen Gattung gegenüber. Diß, daß dem Thier die Gattung<lb n="15"/>im Kinde selbst ein aüsseres wird, daß es sich von ihr unterscheidet, diß aüsserlich<lb n="16"/>werden der Allgemeinheit ist die höchste Form der Vernünftigkeit deren das Thier<lb n="17"/>fähig ist; es ist darin auf die Gattung selbst als auf ein einzelnes bezogen. Indem [es]<lb n="18"/>sich auf die Gattung nicht als auf einzelnes sondern selbst als auf allgemeines und<lb n="19"/>in Beziehung auf die Einzelnheit [als] in sich getheiltes bezieht, indem es in Heerden<lb n="20"/>lebt, und gemeinschafftlich auf Futter ausgeht, so wie gemeinschafftlich wohnt;<lb n="21"/>hat es die Darstellung einer höhern Beziehung auf die Gattung, aber diß allgemeine<lb n="22"/>ist hier selbst nichts als eine Menge von Einzelnen; sie ist nicht ein allgemeines ein<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>faches als solches; mit diesem daß das allgemeine als solches existirt mit dem unmit<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>telbaren Verwandeltwerden der Einzelnheit in einfache Allgemeinheit tritt das<lb n="25"/>organische zur Vernunft über.</p>
<p><lb n="26"/>γ. Diese Mitte, welche das unmittelbare in einsfallen des Gegensatzes hemmt,<lb n="27"/>und beyde in ihm auseinander, zusammenhält, die <hi rendition="#g">Empfindung</hi> wie sie das All-</p>
<note xml:id="fn-246-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>Gibt ein <hi rendition="#g">Bestehen</hi></note>
<pb n="244" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=247" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gemeine des Processes der Gattung und der Individualität ist, so ist sie auch für [sich],<lb n="2"/>und bildet sich als eignes System aus, als System der Sinne, allgemeines System, dem<lb n="3"/>Momente des organischen Systems, das sich auf Geschlechtsverschiedenheit bezieht,<lb n="4"/>gegen über; es bleibt so am Thiere, ein System als Moment des Ganzen, das unter<lb n="5"/>der Herrschafft der Individualität der numerischen Einheit bleibt, oder als Zeit;<lb n="6"/>es fällt mit dem daß das Thier Gattung ist nicht zusammen und ist als für sich seyen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>des System ein gegen den animalischen Proceß indifferentes, nicht sie beherrschen<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>des, in sich selbst auflösendes; indem es das Thier innerhalb seiner selbst dazu erhebt,<lb n="9"/>daß sein Allgemeines sich gegen seine Differenz fixirt, fürsich ist, nicht mit ihr<lb n="10"/>zusammenfällt, so ist die <hi rendition="#g">Krankheit</hi> gesetzt, in welcher das Thier über sich hinaus<lb n="11"/>will; indem es das Allgemeine für sich organisiren kann, unbezogen auf den anima<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>lischen Proceß, oder als das nichtallgemeine des thierischen Lebens zu fixiren strebt;<lb n="13"/>geht es nur in seinen Tod über.</p>
<pb n="245" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=248" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>15.</head>
<head><lb n="2"/>τ. DER ORGANISMUS HAT SICH ALSO …</head>
<p><lb n="3"/>τ. der Organismus hat sich also auf diese Weise vollendet, daß er aus dem Gestal<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>tungsprocesse sich in den innern Organismus zurücknimmt; der selbst ein differen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ter auf den aüssern bezogener ist;</p>
<p><lb n="6"/>Für den aüssern Organismus ist die Individualität überhaupt ausser sich, und<lb n="7"/>seine unorganische Natur ihm entgegengesetzt ein anderes als er selbst. Der aüssre<lb n="8"/>Organismus wird sich ein innerer; er setzt seine unorganische Natur als sich selbst,<lb n="9"/>indem er seine allgemeine animalische Indifferenz die animalische Flüssigkeit er<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>zeugt. In diesem sich Einswerden, wird er sich ein inneres System; er reflectirt sich<lb n="11"/>als Organismus in sich selbst, und seine Reflexion in sich selbst ist die Gegliederung<lb n="12"/>des innern Systems. Diß mittlere System, befreyt sich von dieser Beziehung, macht<lb n="13"/>sich im Systeme der Sinne zum theoretischen allgemeinen Processe; die Empfindung<lb n="14"/>realisirt [sich] in der Vielheit der Sinne und kehrt in der Stimme in sich selbst zurück,<lb n="15"/>und das Individuum wird dises absolute Zurükkehren seiner als eines Ganzen das<lb n="16"/>empfindende, in ein anderes. Diß ganze, sein Object, seine unorganische Natur, auf die<lb n="17"/>es [sich] bezieht, die es verzehrt, ist die animalisirte unorganische Natur; die Lymphe</p>
<pb n="246" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=249" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der Reproduction, die Flüssigkeit in der es sich realisirt in der es sich gliedert, [sich]<lb n="2"/>in sich differentiirend. Mit dieser Flüssigkeit liegt das innerliche System im Streite,<lb n="3"/>und setzt die Kohäsion seiner Differentiirung, in allgemeine theoretische Ernährung,<lb n="4"/>Besonderung der Lymphe in allen Momenten des animalischen Systems. Indem die<lb n="5"/>Lymphe die Flüssigkeit jedes besondern Organs wird, ist sie, wie die Sinne, das<lb n="6"/>ideal allgemeine zum real allgemeinen in besondern [geworden]. Indem das Flüssige<lb n="7"/>im höhern Nervensystem sich von diesem realen Seyn im besondern befreyt, und<lb n="8"/>zum absolut allgemeinen wird, in dem das besondre nur als ein aufgehobenes ist,<lb n="9"/>ist es theoretisches System.</p>
<p><lb n="10"/>Der ganze Organismus der sich so gegliedert hat, und diese Dreyheit von Syste<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>men ist, ist ebenso absolut eins, und jeder seiner organischen Theile ist selbst diese<lb n="12"/>Dreyheit von Systemen, <hi rendition="#g">ungetrenntes</hi> <hi rendition="#g">Werden</hi>.</p>
<p><lb n="13"/>υ. Der theoretische Proceß, als System der Sinne ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">allgemein</hi> <hi rendition="#g">werden</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Individuums</hi> als eines solchen; es ist <hi rendition="#g">empfindend</hi>; die Empfindung ist gegen<lb n="15"/>die eigentliche Animalität <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Gestaltungsproceß</hi> <hi rendition="#g">und</hi> die Beziehung des<lb n="16"/>mittlern Systems auf ihn <hi rendition="#g">gleichgültig</hi>; gleichsam nur eine begleitende, gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>gültige Function allgemeines <hi rendition="#g">Einsseyn</hi>; die die Lebendigkeit des Processes ist<lb n="18"/>aber nicht als thätig gegen einen solchen eingreifft, sondern in ihm verschwindet<lb n="19"/>in ihm versenkt ist; der Nerv ist in ihm nur als die Nervengehirne des Unterleibs,</p>
<pb n="247" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=250" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>nicht als das empfindende mittheilende <hi rendition="#g">Gehirn</hi>.<choice><orig> Das theoretische System</orig><reg/></choice></p>
<p>Das theoretische System <lb n="2"/>als <hi rendition="#g">Geschlechtsverhältniß</hi> reflectirt sich ebensowenig in sich selbst; es ist nur<lb n="3"/>die Beziehung des Individuums auf ein andres; die Gattung ist die nicht hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>tretende Mitte, welche als solche sich auf das Individuum bezöge. Aber das absolute<lb n="5"/>Wesen des animalischen Individuums ist, Gattung Idee, allgemeines zu seyn; und<lb n="6"/>diese Seite nach welcher es allgemein mittheilender Nerv ist, ist seiner Individualität,<lb n="7"/>als solcher entgegengesetzt, es ist ein andres als sein animalischer Proceß; in welchem<lb n="8"/>das Allgemeine nur das nicht hervortretende, nur im einzelnen ist. Der Organismus<lb n="9"/>hat sein Leben wesentlich darin, diese Bewegung zu seyn; die aus der Indifferenz<lb n="10"/>der Flüssigkeit in die Differenz seiner Momente sich potenzirt; und in der Flüssig<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>keit seine differente Bewegung erhält. Diese Unmittelbarkeit des Übergangs, daß<lb n="12"/>diese Mitte nicht ihren Seiten entgegengesetzt ist, ist das Wesen des thierischen<lb n="13"/>Organismus. Indem die Indifferenz der Flüssigkeit sich abtrennt von dem absoluten<lb n="14"/>differentiirtwerden, und sich ihm entgegensetzt so ist in dem Organismus <hi rendition="#g">Krank<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi> gesetzt. Die Krankheit ist wesentlich dieses für sich werden des positiven<lb n="16"/>Allgemeinen des Organismus gegen seine Unendlichkeit gegen die negative All<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>gemeinheit; die Flüssigkeit hört auf die unmittelbare <hi rendition="#g">indifferente</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi> zu<lb n="18"/>seyn; das unmittelbare Gegentheil ihrer selbst zu seyn.<choice><orig> Indem <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Unter</hi></orig><reg/></choice><hi rendition="#g"><pc force="weak">-</pc></hi></p>
<p>Indem <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Unter</hi><lb n="19"/><hi rendition="#g">schied</hi> des aüssern und innern Organismus wie wir jenen als sich in Knochen und<lb n="20"/>Muskel diesen als sich in Nerv und Blut differentiirenden Organismus erkannt<lb n="21"/>haben, so ist diß nicht so zu verstehen; als ob Knochen und Muskel von Nerv und<lb n="22"/>Blut abgetrennt wären, sondern <hi rendition="#g">jeder</hi> <hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Theil</hi> ist das Ganze des</p>
<pb n="248" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=251" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Organismus selbst, und Knochen ist an ihm selbst auch Muskel und Nerv und Blut;<lb n="2"/>der Muskel Blut und Nerv und der Nerv ebenso; die <hi rendition="#g">unterschiedenen</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi><lb n="3"/>sind selbst wieder Momente an jedem einzelnen Theile; jeder Theil ist eben so selbst<lb n="4"/>unmittelbar innrer und aüssrer Organismus das flüssige das sich in ihm differentiirt<lb n="5"/>und ein Zurükfallen in dasselbe; in seiner Gegliederung ein Setzen seiner selbst auf<lb n="6"/>Kosten des Flüssigen und ein Aufheben seiner selbst, sein Werden zum Flüssigen<lb n="7"/>die belebende Differenz und die aufzuhebende Differenz; jeder verhält sich ebenso<lb n="8"/>nach den beyden Seiten der Flüssigkeit als der Mitte. Dieselben sind für die Flüssig<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>keit innerer Organismus;<ref type="anker" target="#fn-251-1">¹</ref> für den innern belebten Organismus ist sie das aufzu<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>hebende, das worin er seine Differenz als Nerv und Blut erhält; und es in seinem<lb n="11"/>Processe aufzehrt; es ist das <hi rendition="#g">zusammenschliessende</hi> der Kette, das immer auf<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gewendet wird, an die Glieder selbst; und in dem sie zugleich lebendig, als thätig<lb n="13"/>zusammenhängen. Wie die Flüssigkeit hier die passive Mitte ist, so sind dieselben<lb n="14"/>Glieder auch für sie aüsserer Organismus; sie ist das belebte die thätige [Mitte], ge-</p>
<note xml:id="fn-251-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>In diesem Gegensatze worin Flüssigkeit und Feuer<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>princip ein fixes Bestehen gegen einander erhalten</note>
<pb n="249" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=252" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>richtet gegen ihre unorganische Besonderung, und dieselbe in die Indifferenz der<lb n="2"/>animalischen Flüssigkeit aufwendend. Diese ihre Thätigkeit ist allein die Differenz<lb n="3"/>der Spannung, welche sie als sich auf den innern Organismus beziehend erhält; das<lb n="4"/>Feuer insofern es in ihr erscheint. Mit der Macht, welche die Flüssigkeit gegen den<lb n="5"/>innern Organismus erhält, d. h. ein indifferentes zu bleiben, nicht in seine Differenz<lb n="6"/>potenzirt zu werden; geht unmittelbar ihre Macht gegen ihn als aüssern in seiner Be<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>sonderung sich fixirenden Organismus verloren; denn jene Macht besteht darin, daß<lb n="8"/>sie nicht als indifferente Flüssigkeit als solche bleibt, sondern daß sein Feuer zu<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gleich in ihr die Differenz negativ mächtig ist; sie als positiv allgemeines und der<lb n="10"/>absolute Begriff der Lebendigkeit das unmittelbare Gegentheil seiner <hi rendition="#g">selbst</hi> zu seyn<lb n="11"/>fallen auseinander.</p>
<p><lb n="12"/>Indem nun die Flüssigkeit als allgemeine Mitte aufhört nach diesen beyden Seiten<lb n="13"/>different zu seyn das Gegentheil ihrer selbst zu werden; sich für sich constituirt,<lb n="14"/>oder indem die Empfindung in den animalischen Organismus fällt, und als seine<lb n="15"/>Flüssigkeit für sich ist, so ist <hi rendition="#g">Krankheit</hi> in ihm vorhanden. Diese fürsichwerdende<lb n="16"/>Flüssigkeit ist ebenso unfähig, ihre passive Function zu haben; in die Gegliederung<lb n="17"/>des innern Organismus potenzirt zu werden, als gegen ihn als besonderten thätig<lb n="18"/>zu seyn; und ihn als aüssern zum Producte werdenden Organismus zu indifferenti-</p>
<pb n="250" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=253" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>iren. Indem so die Flüssigkeit sich fixirt so ist sie ebenso unfähig, entweder die Leben<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>digkeit des Feuerprincips in sich zu empfangen, und zum thätigen zu werden, als<lb n="3"/>die fürsichwerdenden vereinzelten Systeme in ihrer vereinzelten Thätigkeit zu<lb n="4"/>mässigen und sie in die Allgemeinheit Indifferenz zurükzuführen. Das allgemeine<lb n="5"/>lebendige Princip aller Theile das nicht mehr mit der flüssigen Mitte zusammenfällt<lb n="6"/>irrt gleichsam umher, fällt in den Nerv oder in das Blut, und springt von einem zum<lb n="7"/>andern über, indem es itzt in dem einen seinen Sitz hat, es die [eine] Seite gleichsam<lb n="8"/>zum ganzen innern Systeme erhoben, die andre aber zur Flüssigkeit gemacht hat,<lb n="9"/>aber hierin eben den Wechsel zwischen beyden erhält; so daß dieses welches itzt das<lb n="10"/>flüssige war, eben durch seine Beziehung auf das andre, in die Thätigkeit übergeht,<lb n="11"/>und es itzt das thätige wird.</p>
<p><lb n="12"/>Der reine <hi rendition="#g">Verlauff</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Fiebers</hi> ist diese Erscheinung der in dem Organismus<lb n="13"/>sich setzenden Trennung des Lebensprincips, und der Flüssigkeit und der Wider<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>herstellung der Einheit derselben. Es stellt sich in ihm die absolut differentiirende<lb n="15"/>Thätigkeit des Organismus dar, wie sie ausserhalb der Flüssigkeit die nichtflüssige<lb n="16"/>Gegliederung sich zur Flüssigkeit macht, und indem diese so ihr Product ist, die<lb n="17"/><hi rendition="#g">Trägheit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Flüssigkeit überwunden setzt und ebendarum auch sie absolut passiv<lb n="18"/>macht, d. h. fähig sich in sich zu den besonderten Theilen zu gliedern. Das Fieber<lb n="19"/>was [als Feuerprincip] im gesunden Zustande als eines gesetzt ist, erscheint hier in</p>
<pb n="251" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=254" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>einer Succession. Dem Fieber geht eine allgemeine Erschlaffung aller Functionen<lb n="2"/>voraus; das ganze System des Organismus fällt in die Flüssigkeit, die sich für sich<lb n="3"/>fixirt, α) das [als] absolute Differenz belebende Princip fällt nicht in sie, sie ist un<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>thätig, unbelebt und <hi rendition="#g">jedes</hi> <hi rendition="#g">Belebende</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">ohne</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">positive</hi> <hi rendition="#g">indifferente</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">Einheit,</hi> es geräth in einen einzelnen Theil, β) [sie ist] ebenso ihrem different<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>werden widerstehend unbelebt für die Ernährung, absolut passiv. Die belebende<lb n="7"/>Thätigkeit, welche nicht in der allgemeinen Flüssigkeit des Organismus ist, nicht<lb n="8"/>indifferente Einheit, fällt in das Glied der Flüssigkeit das selbstflüssige, allgemein<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>mittheilende Moment des belebenden Gegensatzes; in den Nerv, der hiedurch<lb n="10"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Erscheinung</hi> des <hi rendition="#g">Blutes,</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Muskels</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">erhält,</hi> contrahirt,<lb n="11"/>und expandirt, in sich schaudert, und ebenso den Muskel nicht in der Einheit der<lb n="12"/>Empfindung hält, ihn für sich freyläßt ihn in einer abwechselnden Ausdehnung<lb n="13"/>und Zusammenziehung zittern macht; in der Haut als der Indifferenz des Nervens<lb n="14"/>und des Muskels erscheint itzt ebenso nur die isolirte <hi rendition="#g">Belebung</hi> [des] Nerven und<lb n="15"/>empfindet Kälte, indem das absolut flüssige mittheilende das Nervenprincip in sich<lb n="16"/>different im Triebe zur Gestaltung, zur Starrheit krank ist.</p>
<p><lb n="17"/><hi rendition="#g">Diese</hi> <hi rendition="#g">Sthenie</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Nervenprincips</hi> hat unmittelbar das Blutsystem, indem</p>
<pb n="252" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=255" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>jenes in sich selbst das ganze lebendige ist, zur indifferenten Flüssigkeit herunter<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>gesetzt; aber indem in das Nervensystem das differente Princip gefallen ist, ist es<lb n="3"/>selbst dasjenige geworden was eigentlich die Blutbewegung ist; indem so die<lb n="4"/>differentiirende Belebung in das Blut fällt hat [es] auf diese Weise nicht ein sich ent<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gegengesetztes Princip, und die Sthenie des Nervensystems geht in eine Sthenie<lb n="6"/>des Blutes über; denn es ist selbst diese differente bewegte Seite des Organismus<lb n="7"/>insofern anders thätig, als es itzt selbst auch die <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> seiner<lb n="8"/>Bewegung in sich hat, die ganze Seite des lebendigen Processes da im gesunden<lb n="9"/>Zustande die Eine Seite, der absolut indifferenten Flüssigkeit dem Nerv angehört;<lb n="10"/>und die animalische Lymphe die Indifferenz beyder ist das dritte. Der Organismus<lb n="11"/>der itzt bloß Blut ist, wird sich darin zur <hi rendition="#g">indifferenten</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>, oder das<lb n="12"/>Blut erscheint als das, als was es gesezt ist, und ein Schweiß, ein Hautausschlag, oder<lb n="13"/>ausbrechende Hautkrankheit, auch Ausleerungen aller Art, stellen die Flüssigkeit<lb n="14"/>dar, die in den lebendigen Momenten des Organismus erzeugt, nur eine Indifferenz<lb n="15"/>ist, als <hi rendition="#g">Indifferenz</hi> <hi rendition="#g">derselben</hi>; und zugleich <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Product</hi> ausgeschieden wird<lb n="16"/>nicht für sich seyend sondern aus ihnen herkommend; der Schlaff, der darauf folgt,<lb n="17"/>bekräfftigt zeugt gleichsam das in <hi rendition="#g">eins</hi> <hi rendition="#g">gewordenseyn</hi> der Functionen, oder er</p>
<pb n="253" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=256" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Gefühl</hi> <hi rendition="#g">desselben</hi>. Aber <hi rendition="#g">diese</hi> Flüssigkeit fällt nicht sogleich als Schweiß<lb n="2"/>u.s.f. als Product ganz ausser dem Organismus sondern in die Haut, als Ausschlag<lb n="3"/>u.s.f., so haben Nerv und Blut nur die Eine Seite des organischen Verhältnisses<lb n="4"/>hergestellt; nemlich <hi rendition="#g">ihre</hi> Entgegensetzung gegen die Flüssigkeit aufgehoben; und<lb n="5"/>sind flüssig geworden; aber die andre Seite, daß <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> ebenso wieder<lb n="6"/>aufgehoben, und in sie differentiirt werde, ist noch nicht gesetzt; und im entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gesetzten fieber macht sich der umgekehrte Proceß der Gegliederung [zur] sich auf<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>lösenden Lymphe. Sie hat nacheinander die beyden Seiten ihres Seyns dargestellt,<lb n="9"/>ihre Thätigkeit in der Nerv und Blut zur Flüssigkeit werden; und ihre Passivität;<lb n="10"/>daß sie wieder in diese Differenz der Gegliederung zurükkehrt.</p>
<p><lb n="11"/>Diß <hi rendition="#g">daß</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">innern</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi> des Organismus durch das Blut sich selbst<lb n="12"/>zur Flüssigkeit werden, das Zehren, der Organismus zehrt aus ihm selbst; in diesem<lb n="13"/>sich organisirenden Zehren hemmt sich jenes flüssigwerden, zwischen ihm und dem<lb n="14"/>daß diß nicht die allgemeine Flüssigkeit ist, oder daß es immer nur zum Producte<lb n="15"/>kommt; die Schweisse und Ausleerungen sind dann überhaupt schwächend; die<lb n="16"/>producirte Flüssigkeit muß mit der Thätigkeit selbst in die Flüssigkeit in die Haut</p>
<pb n="254" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=257" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>fallen; und so ebenso zur Indifferenz zum Gleichgewicht gegen die sich isolirende<lb n="2"/>Nerv- und Blutthätigkeit gelangen; sie muß die Indifferenz des Nerv und Bluts<lb n="3"/>seyn, oder diese absolut verbinden; sonst fällt ihre Belebung ausser der Belebung<lb n="4"/>der Nerv und Blutdifferenz, sie ist nicht zugleich das retardirende der letztern.</p>
<p><lb n="5"/>φ. Diß ist die wesentliche Theorie der Krankheit. Von diesem allgemeinen Pro<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>cesse der Krankheit, müssen alle ihre unendlich mannichfaltigen Formen derselben<lb n="7"/>begriffen werden; das Fieber ist gleichsam die Theorie derselben; und die bestimm<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>ten Formen der Krankheit sind darin gesezt daß jedes organische Moment, selbst der<lb n="9"/>ganze Organismus ist, und das lebendige princip in es fallen, und darin sich <hi rendition="#g">auf<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">halten</hi> <hi rendition="#g">kann</hi>; sich gegen das übrige als das nicht flüssige verhält; diß aber sein<lb n="11"/>Flüssiges wird, oder in Beziehung auf die Krankheit, so hat sie nicht ihren reinen<lb n="12"/>Verlauff, des Durchgehens durch alle Systeme, das sich mit der allgemeinen In<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>differentiirung endigt; und es bleibt ein Moment das <hi rendition="#g">fixe</hi>. So z. B. bleibt das<lb n="14"/>Moment des Schauderns das Moment, in welchem die absolute Bewegung in das<lb n="15"/>Nervenprincip fällt absolut so das fixe, daß keine Spur des Fiebers nach dem Über<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>gange der Thätigkeit, in die andern Systeme vorhanden ist, so ist die Krankheit,<lb n="17"/>Epilepsie, und was hieher gehört; bleibt diß Moment so das fixe, daß es nicht durch<lb n="18"/>die übrigen Systeme hindurchlaüfft nur ein formales Fieber darstellt, daß die abso<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>lute <hi rendition="#g">Sthenie</hi> des Nervensystems das herrschende ist, so ist es Nervenfieber. Hemmt</p>
<pb n="255" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=258" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>sich die Thätigkeit, so daß [das Blut] sich durch seine Thätigkeit zu seinem indifferenten<lb n="2"/>Flüssigwerden reducirt, überhaupt das innre System dabey daß sie nur immer zum<lb n="3"/>Product wird, ohne daß wieder dieses Indifferentwerden diese Flüssigkeit rükwarts<lb n="4"/>zum Potenzirtwerden aufgelöst wird, also die Besonderten nicht wieder product<lb n="5"/>werden so zehrt sich der Organismus in der Schwindsucht oder im Zehrfieber über<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>haupt auf. Fällt der aüssre und innre Organismus d. h. das Potenzirtwerden der Flüs<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>sigkeit zur Gegliederung und das Aufgehoben werden der Gegliederung in der allge<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>meinen Flüssigkeit [zusammen] so wird die Flüssigkeit ganz eine fixe indecomponible<lb n="9"/>Flüssigkeit, so wie eine nicht producirte Flüssigkeit. Sie wird zum Nerv, und zwar<lb n="10"/>zum Nerven als dem System der Gehirne der Reproduction, und hiemit das höhere<lb n="11"/>System kann sich in seine Idealität entzweyen, [nicht] zur freyen Function der Sinne<lb n="12"/>kommen, so ist <hi rendition="#g">Hypochondrie</hi> vorhanden; die wenn sie sich mehr in der Seite<lb n="13"/>des Blutsystems der Reproduction fixirt, Melancholie wird.</p>
<p><lb n="14"/>Wir sehen, daß die besondern Krankheiten gleichsam unreine Fieber sind Fieber</p>
<pb n="256" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=259" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>überhaupt die lebendiggewordne Krankheit ist; und im Nerv, Ohnmacht, Epilepsie,<lb n="2"/>im Blut, Braüne, Brand, indem der innre, ideale Organismus in den niedrigern der<lb n="3"/>Reproduction fällt Hypochondrie werden; der Übergang zur Gesundheit aber ist<lb n="4"/>nothwendig das Fieber, und man sieht, warum <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">ältern</hi> <hi rendition="#g">Ärtzte</hi> besonders es<lb n="5"/>als die absolut wohlthätige Bemühung der Natur zur Heilung angesehen haben.</p>
<p><lb n="6"/>χ. <hi rendition="#g">Es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">hier</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Ort</hi> nicht, diese Ansicht der Krankheit mit itzt und ehmals<lb n="7"/>im Schwange gegangenen Theorieen zu vergleichen, und entweder sie durch die<lb n="8"/>Übereinstimmung zu bekräfftigen, oder im Widerspruche mit ihnen sie zu ver<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>theidigen; ich merke nur so viel an; daß der Organismus so wie Krankheit und wie<lb n="10"/>alle Gegenstände der Erkenntniß überhaupt ebensowol <hi rendition="#g">ganz</hi> <hi rendition="#g">formal</hi> angesehen<lb n="11"/>werden kann, so wie <hi rendition="#g">ganz</hi> <hi rendition="#g">material</hi>. Zur ganz <hi rendition="#g">materialen</hi> todten Ansicht ist<lb n="12"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Humoralpathologie</hi> zuletzt herabgesunken, die sich auf den Organismus<lb n="13"/>überhaupt als auf ein in sich indifferentes vielfaches getheiltes, und <hi rendition="#g">specifisches</hi><lb n="14"/>bezog; jedes einzelne System als Krankseyn fürsichseyend betrachtete, und ebenso<lb n="15"/>auf ihn reagirte, als ob die einzelnen Systeme, so wie die sich als thätig darstellende,<lb n="16"/>gegen das als unthätig erscheinende der Flüssigkeit ganz auseinanderfielen, und nicht<lb n="17"/>wesentlich different gegeneinander wären, und das Flüssige wie es als das reine<lb n="18"/>Product der flüssigen Glieder erscheint, ebenso nur fortzuschaffen [sey], nicht durch</p>
<pb n="257" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=260" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>die Belebung des Ganzen sowohl selbst belebt [werden], als die differenten organischen<lb n="2"/>Theile des Ganzen ernähren müßte, für sich auf dasselbe <hi rendition="#g">agirte</hi> ohne auf die Le<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>bendigkeit des Organismus selbst,</p>
<p><lb n="4"/>Die formale Ansicht behandelt den Organismus und die Krankheit als <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Gan<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">zes</hi>, absolut Zusammenhängendes, dessen Theile schlechthin nur ihr seyn im Gan<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>zen haben; sie reagirt gegen ihn ebenso als ein Ganzes. Aber sie bleibt <hi rendition="#g">formal</hi>;<lb n="7"/>und <hi rendition="#g">statt</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> Ganzes von Systemen, und ein lebendiger Proceß derselben zu seyn,<lb n="8"/>ist es ein Ganzes überhaupt; dessen Bewegung nicht als eine Bewegung dieses<lb n="9"/>lebendigen Organismus erkannt wird, sondern eine formale bloß logische Con<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>struction bleibt. Das <hi rendition="#g">Wirkungsvermögen</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Erregbarkeit</hi>, <hi rendition="#g">Erregung</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Reitze</hi> sind formale bloß logische Beziehungen, deren Realität sie wie sie<lb n="12"/>[im] animalischen Organismus sind, nicht aufzeigt. Wo das concrete des animalischen<lb n="13"/>Organismus für diesen Formalismus etwas werden soll, da wird dasselbe, statt den<lb n="14"/>ehmaligen Abstractionen des Bestehens: die molécules, die feinen Theile, die<lb n="15"/>Elemente des Mikroskops; zu den chemischen Abstractionen den Elementen des<lb n="16"/>Tiegels und der Retorte, zu den bekannten <hi rendition="#g">Sauer-</hi> <hi rendition="#g">u.s.f.</hi> <hi rendition="#g">Stoffen</hi>. Der Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>satz zwischen flüssigem und Unendlichem der sich in der Krankheit fixirt, bleibt die<lb n="18"/>formelle innormale Stöhrung des Gleichgewichts der Reitze und des Wirkungsver-</p>
<pb n="258" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=261" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>mögens. Die formale Ansicht, die sich nicht auf die Gegliederung des Organismus<lb n="2"/>einläßt, kommt deßwegen sogleich in die Verlegenheit, wenn sie nun die Stöhrun<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gen in ihrer Mannichfaltigkeit und als ein System erkennen sollte. Sie kann nicht<lb n="4"/>weiter als zu dem oberflächlichen nichts erkennenden Unterschiede des Mehr oder<lb n="5"/>Weniger der Erregung kommen, die Krankheit als die Abstraction der Sthenie und<lb n="6"/>Asthenie begreiffen; und wenn sie diß Mehr oder Weniger selbst als ein verschiedenes<lb n="7"/>Verhältniß des Verhältnisses der Reitze und des Wirkungsvermögens erkennen<lb n="8"/>will, so kommt sie in den sonst gerügten Widerspruch, daß sie das eine steigen und<lb n="9"/>das andre fallen läßt, da beyde schlechthin nur Bedeutung für einander haben; keine<lb n="10"/>Reitze für das Wirkungsvermögen sind, als insofern diß thätig ist, und umgekehrt<lb n="11"/>beyde absolut im Gleichgewichte bleiben, und der Unterschied nur eine Vergrösse<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>rung oder Verminderung der beyden Gleichen zugleich seyn kann, was kein Erken<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>nen ist. Wesentlich ist durch diese dynamische Ansicht, der Organismus in den abso<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>luten Begriff erhoben zu einem Ganzen organisch in sich differenten geworden, das<lb n="15"/>blos indifferente materiale des <hi rendition="#g">Organismus</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">verschwunden</hi>, nach welchem<lb n="16"/>die physische Thätigkeit des Organismus mehr eine aüsserliche mechanische Thätig<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>keit als eine lebendige und der Sitz einer Krankheit in einer bestimmten Materie,</p>
<pb n="259" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=262" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>selbst ein Vorzüglich mechanisches und einzelnes Hinderniß ist, und eine aüsserliche<lb n="2"/>Reaction auf ihn möglich ist. Aber die dynamische Ansicht muß ebensowenig das<lb n="3"/>reine Gegentheil des Materiellen, gleichbedeutend mit Formalismus bleiben, son<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>dern den Organismus den sie einfach gemacht hat, ebenso in ihm wieder gliedern,<lb n="5"/>und die formal begriffenen Unterschiede des Organismus und seiner Krankheiten,<lb n="6"/>als Systeme des Organismus nicht als die Abstractionen der Nerv und Muskelfaser,<lb n="7"/>oder gar der Stik u.s.f. Stoffe, und als lebendige Bewegungen dieser Systeme gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>einander erkennen; sie muß ihre Begriffe wesentlich realisiren, ebenso die Krank<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>heit erkennen, darnach was im daseyenden Organismus Moment des Organismus<lb n="10"/>ist, sich fixirt, darauf geht, sich zum Ganzen zu erheben und sich in Thätigkeit<lb n="11"/>gegen den Ganzen übrigen Organismus setzt, und so indem sie auf den Ganzen<lb n="12"/>Organismus reagirt zugleich auf ihn, wie er itzt in einer Bestimmtheit gesetzt ist.</p>
<p><lb n="13"/>ψ. Mit der Krankheit überschreitet das Thier die Gräntze seiner Natur; aber die<lb n="14"/>Krankheit des Thiers ist das Werden des Geistes; <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Krankheit</hi>, hat sich<lb n="15"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi> isolirt; was, da sie schlechthin von dem un<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>endlichen Begriffe der Differenz des Systems belebt, und absolut nur als Eins nicht<lb n="17"/>ihre Allgemeinheit und Leben ist, nur mit dem Tode enden kann; indem in dem<lb n="18"/>Gegensatze ebenso wohl das Lebensprincip als sie sich aufzehrt. Der ganze<lb n="19"/>Organismus versucht zum theoretischen Processe zum für sichseyn des Allgemeinen</p>
<pb n="260" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=263" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>zu werden; aber der absolute Begriff existirt nur als die organische Gegliederung<lb n="2"/>des Thiers, und er selbst kann sich nicht hieraus in jene sich isolirende Allgemeinheit<lb n="3"/>erheben, und absolut eins mit ihr, selbst so einfach werden. Die Idee des organischen<lb n="4"/>ist daß das Allgemeine und die Totalität Eins sey, die Pflanze drükt diese Idee aus.<lb n="5"/>Aber insofern sie in ihrem Anderswerden sie selbst bleibt, hört sie auf Einzelnheit<lb n="6"/>zu seyn; das animalische ist das beginnende Einswerden der Unendlichkeit der abso<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>luten Einzelnheit und der Einfachheit, indem es Empfindung ist; oder daß es in seiner<lb n="8"/>Einzelnheit in seiner Einfachheit das andersseyn seiner selbst hat, sich selbst empfin<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>det. Aber diese Allgemeinheit ist nicht frey für sich, sie ist versenkt in die Einzeln<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>heit, nur die Einzelnheit gegenwärtig. <hi rendition="#g">In</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Empfindung</hi> ist das empfin<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>dende ein einzelnes ein andres als es selbst ist; aber es hat dieses andersseyn nicht an</p>
<pb n="261" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=264" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>ihm selbst, sondern ausser ihm; das Thier ist die Zeit, die daran vorbeygeht, und in<lb n="2"/>der seine Empfindungen selbst als einzelne vorübergehen; die Allgemeinheit ist<lb n="3"/>nur in <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi> die Unendlichkeit nur die Verborgene<lb n="4"/>Einheit ihrer Gegensätze. Das Einzelne der Empfindung ist für das Thier bezeichnet<lb n="5"/>als ein ideelles, negatives; es ist als ein aufgehobenes; aber es hat seine Idealität nicht<lb n="6"/>an ihm selbst, sondern seine Idealität ist nur als die andre Seite des Gegensatzes; das<lb n="7"/>Allgemeine nur ein Übergehen zu andern; diß Aufgehobenseyn des einzelnen durch<lb n="8"/>das entgegengesetzte durch das andre seiner selbst, sind entgegengesetzte sind zwey<lb n="9"/>Thätigkeiten zwey Empfindungen.</p>
<p><lb n="10"/><hi rendition="#g">Seine</hi> <hi rendition="#g">Empfindung</hi> als organisches Ganzes <hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Gegliederung</hi> ist<lb n="11"/>ebenso ein Übergehen, aus dem innern in den aüssern Organismus, und indem es<lb n="12"/>sein Empfinden, als diß ganze was es ist, anschaut; seine Totalität als das andre<lb n="13"/>Geschlecht, und als <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">erzeugtes</hi>; so ist diß ebenso schlechthin unter der Form<lb n="14"/>der Einzelnheit für es gesetzt, und es bezieht sich auf das andre Geschlecht nur durch<lb n="15"/>die Begierde, darauf die Einzelnheit aufzuheben; nicht in einem Anschauen in wel<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>chem die Einzelnheit unmittelbar an ihr selbst aufgehoben ist; und sein <hi rendition="#g">Werden</hi><lb n="17"/>zur als aufgehoben angeschauten Einzelnheit zum Kinde ist ebendarum selbst wieder<lb n="18"/>eine andre Einzelnheit; eine Vervielfältigung des Individuums, es ist nicht als Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>zelnheit sich gewordene Totalität sondern als dise gewordene eine andere. In der<lb n="20"/>Krankheit ist die beginnende Befreyung von der Einzelnheit, das was es von sich<lb n="21"/>unterscheidet, und das Setzen des Übergehens als eines existirenden einfachen. Aber<lb n="22"/>es ist nur als Einfachheit Allgemeinheit, wie es sich heraushebt die indifferente<lb n="23"/>Flüssigkeit, nicht zugleich der absolute Begriff der in diese Einfachheit übergeht,</p>
<pb n="262" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=265" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>sondern der nur im Gegensatze des innern und aüssern Organismus besteht, und an<lb n="2"/>ihm selbst, nur auf Einzelnes Beziehung hat.</p>
<p><lb n="3"/>Aber das absolute Wesen des animalischen ist das absolute Einsseyn des Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>meinen und Unendlichen daß der absolute Begriff in seinem Gegensatze wie das<lb n="5"/>Feuer absolut einfach ist, und das Seyn des Gegensatzes die positive Allgemeinheit<lb n="6"/>seine Nahrung absolut in ihm selbst hat; daß also für die Empfindung des organi<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>schen das einzelne empfundene unmittelbar an ihm selbst ein allgemeines das anders<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>seyn seiner Einzelnheit ist; dann erst empfindet es <hi rendition="#g">sich</hi> als organisches lebendiges.<lb n="9"/>Also überhaupt so, daß das andere als das organische selbst ist, das absolute Wesen<lb n="10"/>des organischen ausdrükt und ist, daß das <hi rendition="#g">empfundene</hi> Blau unmittelbar auf<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>hört, diß Blau zu seyn, und das Gegentheil seiner selbst die übrigen ihm entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gesetzten Farben, die Einheit alles übrigen ihm in seiner Potenz entgegengesetzten,<lb n="13"/>daß es unmittelbar <hi rendition="#g">Farbe</hi> wird, diß erhebt die Empfindung über sich selbst; sie<lb n="14"/>ist in <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> übergegangen, und das Thier wird vernünftig. Die Krankheit,<lb n="15"/>als das fürsichseyn des flüssigen gegen die Einzelnheit des Empfindens gegen die<lb n="16"/>Unendlichkeit des Gegensatzes, nimmt diese in sich selbst auf; sie wird ein einfaches<lb n="17"/>Bestehen der Einzelnheit in seinem die Einheit des allgemeinen und der Unendlich<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>keit Aufgehoben, Vernichtetseyn; die fixirte Allgemeinheit der Krankheit vernichtet<lb n="19"/>nur die Unendlichkeit des Gegensatzes; und geht in den Tod über, die Allgemein-</p>
<pb n="263" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=266" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>heit des Geistes macht ihn bestehen, indem sie ihn an ihm selbst aufgehoben, das<lb n="2"/>entgegengesetzte der absolute Begriff der als Empfindung hervortritt an ihm an<lb n="3"/>sich selbst allgemein ist; das absolute Wesen des animalischen hebt sich aus seinem<lb n="4"/>versenktseyn in dem bestehenden heraus; wird Gattung, an sich allgemein. Die<lb n="5"/><hi rendition="#g">Idealität</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Empfindung bestand darin, daß das einzelne in ihr gesetzte, als ein<lb n="6"/>mögliches gesetzt war, ausser dem aber das andre mögliche war, hier ist es möglich<lb n="7"/>an ihm selbst, die existirende Möglichkeit als solche. Die <hi rendition="#g">Idealität</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gattung</hi><lb n="8"/>bestand darin, daß das Individuum in einem andern als sich selbst sich anschaute, aber<lb n="9"/>in dem Aufheben dieses seines andersseyn verschwand; und ein andres Individuum<lb n="10"/>wird; wie die Empfindung in dem Seyn des andersseyn ihrer Einzelnheit verschwand<lb n="11"/>und eine andre Empfindung wird, hier ist das anderswerden des Individuums sein<lb n="12"/>Seyn; oder es ist das Allgemeine in dem das Aufgehobenseyn der Einzelnheit selbst<lb n="13"/>ist; und das Thier ist itzt die absolute Dreyheit von Organismen, des aüssern, des<lb n="14"/>innern sich auf jenen beziehenden, und des absolut innern <hi rendition="#g">freyen</hi>. Dieser als die<lb n="15"/>absolute Allgemeinheit jener bestimmt ebenso die Function der erstern, und drückt<lb n="16"/>ihnen seinen Charakter auf, als er für sich ist ihnen entgegengesetzt und die absolute<lb n="17"/>Resumtion derselben in sich selbst. Er ist als das absolut allgemeine das absolut flüssige,<lb n="18"/>mittheilende; die Mitte des aüssern und innern Organismus; aber ebenso das absolut<lb n="19"/>einschliessende, die positive Einheit als er das absolut innere, die wesentliche Einheit<lb n="20"/>derselben ist.</p>
<pb n="264" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=267" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · II. NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Der <hi rendition="#g">aüssere</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Individuum</hi> <hi rendition="#g">gestaltende</hi> und reproducirende Organis<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>mus erhebt sich durch ihn dazu, daß seine Einzelnheit unmittelbar absolute Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>meinheit wird, daß was das Individuum für sich thut, unmittelbar ein Thun für die<lb n="4"/>ganze Gattung wird; der innre Organismus die Empfindung wird an ihr selbst eine<lb n="5"/>Empfindung der ganzen Gattung, eine Thätigkeit derselben; und ebenso das Seyn<lb n="6"/>und Thun der ganzen Gattung wird zum Seyn und Thun des Individuums; der<lb n="7"/>animalische Eigennutz ist unmittelbar uneigennützig; und die Uneigennützigkeit<lb n="8"/>das Aufheben der Einzelnheit des Individuums unmittelbar Nutzen des Individuums<lb n="9"/>d. i. das Seyn des [Individuums] als eines solchen; das Für sich seyn des Individuums,<lb n="10"/>sein sich produciren und Gestalten wird zur <hi rendition="#g">leeren</hi> <hi rendition="#g">Taüschung</hi>; es ist, indem es<lb n="11"/>selbst sich zu produciren meynt, ein Product des Ganzen, und producirt das Ganze.<lb n="12"/>Diß heraustreten des Wesens des Thiers aus der Einzelnheit ist ebenso unmittelbar<lb n="13"/>die absolute Rükkehr der Natur in sich selbst, absolutes innerlich werden.<lb n="14"/>Das absolute [ist] ebenso in sich seyn des Äthers, der absolut einfachen Materie, als<lb n="15"/>aussersichseyn. Der Äther als absolut reine sich selbstgleiche Indifferenz hat als diese<lb n="16"/>Bestimmtheit die Unendlichkeit die Idealität ausser sich in der absoluten Selbststän<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>digkeit der Glieder des Gegensatzes, der himmlischen Körper; diese Indifferenz des<lb n="18"/>Äthers gegen die existirende Unendlichkeit ging in der Erde in Differenz derselben<lb n="19"/>gegen einander [über,] und die himmlischen Körper wurden Elemente für sich<lb n="20"/>seyende, aber in ihrem für sich seyn absolut different gegeneinander; ihr fürsichseyn<lb n="21"/>stürzte in der absoluten numerischen Einzelnheit der Erde zusammen; sie wurden</p>
<pb n="265" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=268" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>zu Idealitäten; zur Einheit der Allgemeinheit und der Unendlichkeit. Diese Einheit<lb n="2"/>ist nur, als eine als unendlich sich absolut in sich bewegende, und in ihrer Bewegung<lb n="3"/>absolut einfache, oder als die absolute Rükkehr des Äther durch den absoluten Be<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>griff der Unendlichkeit in sich selbst. <hi rendition="#g">Im</hi> <hi rendition="#g">Geiste</hi> <hi rendition="#g">existirt</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi>, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">das</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">was</hi> <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="6"/>III. PHILOSOPHIE DES GEISTES.</head>
<p><lb n="7"/>Im Geiste ist der absolut einfache Äther durch die Unendlichkeit der Erde hin<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>durch zu sich selbst zurückgekehrt; in der Erde überhaupt existirt dieses einsseyn<lb n="9"/>der absoluten Einfachheit des Äthers und der Unendlichkeit; verbreitet in die all<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>gemeine Flüssigkeit aber in seinem Verbreiten sich als Einzelnheiten fixirend;</p>
<pb n="266" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=269" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>und das numerische Eins der Einzelnheit, die für das Thier die wesentliche Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>heit ist wird selbst ein ideelles zu einem Momente. Der so bestimmte Begriff des<lb n="3"/>Geistes ist das <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi>, als der Begriff des Einsseyns des Einfachen und der<lb n="4"/>Unendlichkeit;<ref type="anker" target="#fn-269-1">¹</ref> aber im Geiste existirt sie <hi rendition="#g">für</hi> sich selbst; oder als wahrhaffte<lb n="5"/>Unendlichkeit; das <hi rendition="#g">entgegengesetzte</hi> in ihr in der Unendlichkeit ist diese<lb n="6"/><hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Einfachheit</hi> <hi rendition="#g">beyder</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>. Dieser Begriff des Geistes ist dasjenige<lb n="7"/>was <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> genannt wird; [für es] ist das ihm entgegengesetzte selbst ein<lb n="8"/>solches einfaches an sich unendliches, ein <hi rendition="#g">Begriff</hi>, jedes Moment ist an ihm selbst<lb n="9"/>vollkommen das einfache <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Gegentheil seiner selbst; ohne Wider<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>streit das Einzelne in die Allgemeinheit aufgenommen; ebenso aber das <hi rendition="#g">Bewußt<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">seyn</hi> selbst das unmittelbare einfache Gegentheil seiner selbst, einmal, das einem,</p>
<note xml:id="fn-269-1" type="darunter" n="¹"><lb n="13"/>Es ist α) einmal ein entgegengesetztes und das ihm entgegengesetzte<lb n="14"/>β) als Bewußtseyn das disem entgegengesetzte aber eben so das Gegentheil seiner<lb n="15"/>selbst und das Einsseyn beyder.<lb n="16"/>γ) insofern es in der Entgegensetzung gegen ein andres ist, ist das entgegengesetzte</note>
<pb n="267" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=270" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>dessen es sich bewußt ist, entgegengesetzte sich in thätiges und passives trennend<lb n="2"/>und das andremal das Gegentheil dieser Trennung, das absolute Einsseyn des Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>schiedes; das Einsseyn des seyenden und des aufgehobenen Unterschiedes.</p>
<pb n="268" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=271" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>16.</head>
<head><lb n="2"/>III. PHILOSOPHIE DES GEISTES.</head>
<p><lb n="3"/>III. Philosophie des Geistes. Der erste Theil der Philosophie construirte den Geist<lb n="4"/>als Idee; und gelangte zu der absoluten sichselbstgleichheit zur absoluten Substanz,<lb n="5"/>die im Werden durch die Thätigkeit gegen die Passivität in dem unendlichen Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>satze ebenso absolut <hi rendition="#g">ist</hi>, als sie <hi rendition="#g">wird</hi>. Diese Idee fiel in der Philosophie der Natur<lb n="7"/>absolut auseinander, das absolute Seyn, der Äther, trennte sich von seinem Werden<lb n="8"/>oder der Unendlichkeit, und das Einsseyn beyder war das innere das Verborgene,<lb n="9"/>das im organischen sich heraushebt, und in der Form der Einzelnheit existirt, nem<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>lich als ein numerisches Eins; in der Philosophie des Geistes existirt es als sich in die<lb n="11"/>absolute Allgemeinheit zurüknehmend, das als absolutes werden das absolute Eins<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>seyn real ist.</p>
<pb n="269" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=272" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>17.</head>
<head><lb n="2"/>DIE EINFACHE WESENTLICHE VIELHEIT …</head>
<p><lb n="3"/>Die einfache wesentliche Vielheit, ist der so eben bestimmte Begriff, das unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>bar in die positive Allgemeinheit aufgenommene Einzelne das einzelne als ein sich<lb n="5"/>selbst gleiches; oder sein Andersseyn seine Ungleichheit sich selbst gleichgemacht.<lb n="6"/>Das ihm entgegengesetzte ist die <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">ungleiche,</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">ausschliessende,</hi> das <hi rendition="#g">numerische</hi> <hi rendition="#g">Eins;</hi> sich wohl selbst gleich aber in seiner</p>
<pb n="270" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=273" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>sichselbstgleichheit das unmittelbar andre seiner selbst als absolut negirend, oder die<lb n="2"/>absolute Einzelnheit.</p>
<p><lb n="3"/>Indem so der Begriff des Geistes absolutes Einsseyn der absoluten <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>,<lb n="4"/>für die Vielheit als ein negirtes, und der absoluten Vielheit die positive oder selbst<lb n="5"/>an sich allgemeine einfache Vielheit ist, so muß dieser Begriff sich <hi rendition="#g">realisiren</hi>.</p>
<p><lb n="6"/>Das ganze Bewußtseyn dise Einheit der Einzelnheit, der negativen Einheit und<lb n="7"/>der gesetzten an sich allgemeinen Vielheit, des bestimmten Begriffs muß sich zur<lb n="8"/>absoluten Einzelnheit erheben, diese als solche zur Totalität erheben; und aus diesem<lb n="9"/>sichselbstgestalten des Individuums eben so in sein Gegentheil übergehen, und wie<lb n="10"/>dort der absolute Begriff des Bewußtseyns als absolute Einzelnheit existirt, [muß er]<lb n="11"/>hier als bestimmter Begriff, oder als in sich wesentlich ein vielfaches existiren aüsser<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>liches; und sich aus beydem zur absoluten Totalität resumiren so daß es ebenso ein<lb n="13"/>grosses allgemeines Individuum als der Geist eines Volkes existirt, das absolut als ein</p>
<pb n="271" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=274" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>in den Individuen seyendes, die seine Einzelnheiten Organe sind; als ebendarin auch<lb n="2"/>ihnen entgegengesetztes; es existirt als Gegenstand ihres einzelnen Bewußtseyns als<lb n="3"/>ein <hi rendition="#g">aüsseres</hi> in dem sie, wie sie in ihm absolut eins sind, ebenso sich abscheiden,<lb n="4"/>und für sich sind. Es ist die allgemeine Einheit und absolute Mitte derselben; und<lb n="5"/>worin sie ideell, als aufgehobene gesetzt sind, und diß ihr aufgehobenseyn ist zugleich<lb n="6"/>für sie selbst; in ihrem aufgehobenseyn <hi rendition="#g">ist</hi> nur der lebendige Geist des Volkes, ihr<lb n="7"/>aufgehobenseyn ist für sie selbst, er ist an sich das Bewußtseyn eines jeden, auch inso<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>fern er ein einzelner ist; und so erscheint; er existirt, zugleich als <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">verschiedenes</hi>, <hi rendition="#g">anschaubares</hi>; als ein andersseyn der Individuen, als sie sind;<lb n="10"/>aber so daß diß ihr andersseyn für sie selbst absolut allgemeines selbst ist.</p>
<p><lb n="11"/>Indem wir <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Organisation</hi> <hi rendition="#g">des</hi> Geistes erkennen, so erkennen wir das<lb n="12"/>Bewußtseyn nicht als das bloß innere der Individuen oder wie die <hi rendition="#g">Momente</hi> <hi rendition="#g">des</hi><lb n="13"/>Gegensatzes in den <hi rendition="#g">Individuen</hi> als solchen erscheinen, als verschiedene Vermögen<lb n="14"/>Neigungen und Leidenschafften u.s.w. die sich auf besondre Gegenstände als auf<lb n="15"/><hi rendition="#g">bestimmte</hi> <hi rendition="#g">Begriffe</hi> beziehen, sondern indem wir das Bewußtseyn überhaupt<lb n="16"/>seinem Begriffe nach als absolutes Einsseyn der Einzelnheit und des bestimmten<lb n="17"/>Begriffs erkennen,<ref type="anker" target="#fn-274-1">¹</ref> so erkennen wir eben seine organisirenden Momente wie sie</p>
<note xml:id="fn-274-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>(<hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>)</note>
<pb n="272" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=275" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>für sich als Momente des absoluten Bewußtseyns sind, nicht als etwas das bloß in<lb n="2"/>der Form des Individuums der einen Seite des absoluten Bewußtseyns als Leiden<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>schafft Trieb, Neigung u.s.f. wäre, sondern wie es absolut für sich ist, und sich<lb n="4"/>für sich organisirt und so allerdings in den <hi rendition="#g">Individuen</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, aber unmittelbar als<lb n="5"/>ihre andre Seite, das dem sie als Individuen sich entgegensetzen; das Bewußtseyn<lb n="6"/>aber ist das Wesen beyder.</p>
<pb n="273" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=276" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>18.</head>
<head><lb n="2"/>DAS WESEN DES BEWUSSTSEYNS …</head>
<p><lb n="3"/>Das <hi rendition="#g">Wesen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Bewußtseyns</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, daß unmittelbar in einer ätherischen<lb n="4"/>Identität absolute Einheit des Gegensatzes sey; es kann diß nur seyn, <hi rendition="#g">indem</hi> <hi rendition="#g">unmit<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">telbar</hi> <hi rendition="#g">insofern</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">entgegengesetzt</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, die beyden Glieder <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gegen<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">satzes</hi> es <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">sind</hi>, an <hi rendition="#g">ihnen</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Glieder</hi> des <hi rendition="#g">Gegensatzes</hi> <hi rendition="#g">unmittelbar</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Gegentheil</hi> ihrer <hi rendition="#g">selbst</hi>, die absolute Differenz sich selbst aufhebende und<lb n="8"/>aufgehobne Differenz sind, einfach sind. – In dieser Einheit des Gegensatzes ist das<lb n="9"/>sich bewußtseyende die eine Seite desselben, und das dessen es sich bewußt ist, die<lb n="10"/>andre. Beyde sind <hi rendition="#g">wesentlich</hi> <hi rendition="#g">dasselbe</hi>; beyde eine unmittelbare Einheit der<lb n="11"/>Einzelnheit und der Allgemeinheit. Aber diß <hi rendition="#g">bewußtseyende</hi>, und das dessen<lb n="12"/><hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">bewußt</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, ist nur für einen dritten diese Einheit des Bewußtseyns<lb n="13"/>nicht für sie selbst; denn im Gegensatze des bewußtseyenden und dessen es sich<lb n="14"/>bewußt ist, ist das Eine vielmehr nicht was [das] andre ist; das Bewußtseyn ist als<lb n="15"/>ein sich bewußtseyendes aus sich als Bewußtseyn als die thätige negirende Identität<lb n="16"/>welche aus ihrem sich eines andern als sie ist, bewußtwerden in sich zurükkehrt,<lb n="17"/>und diß andre aufhebt, dadurch daß es zu einem andern übergeht. Das <hi rendition="#g">Bewußt<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">seyn</hi> selbst seinem Wesen nach ebenso das Aufgehobenseyn beyder, erscheint nur<lb n="19"/>auf einer Seite, welche selbst bestimmt ist als <hi rendition="#g">thätiges</hi> und darum als aufhebendes;<lb n="20"/>es setzt nur sich als das Bewußtseyn nicht dasjenige dessen es sich bewußt ist; und<lb n="21"/>es ist darum nur einzelnes formales negatives nicht absolutes Bewußtseyn; denn</p>
<pb n="274" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=277" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>dasjenige dessen es sich bewußt ist, setzt es nicht <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">sichgleiches</hi>; diese <hi rendition="#g">sich<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">selbstgleichheit</hi> <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> auf die <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Weise</hi>, daß es diß dessen es<lb n="3"/>sich bewußt ist, aufhebt, als ein ihm ungleiches; aber es ist nur Bewußtseyn insofern<lb n="4"/>es sich als ein <hi rendition="#g">andres</hi> <hi rendition="#g">entgegensetzt</hi>; es muß also an die Stelle des andern<lb n="5"/>ein andres, ihm ungleiches treten lassen; es hebt <hi rendition="#g">jedes</hi> <hi rendition="#g">solches</hi> <hi rendition="#g">ungleiche</hi> auf;<lb n="6"/>aber es gelangt hiedurch nur zu dieser empirischen aüsserlichen Unendlichkeit,<lb n="7"/>welche das Anders ihrer selbst immer ausser sich hat. Dieses <hi rendition="#g">empirische</hi> <hi rendition="#g">Bewußt<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="8" break="no"/><hi rendition="#g">seyn</hi> muß aber absolutes Bewußtseyn seyn, oder unmittelbar das andre als es selbst<lb n="9"/>ist, muß sein Andersseyn, seine positive Gleichheit mit dem Bewußtseyn an ihm<lb n="10"/>selbst haben; es ist absolutes Bewußtseyn indem diß andre als es selbst ist, sein eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>liches vollkommenes Bewußtseyn ohne alles für sich selbst seyn, ohne alle wahrhaffte<lb n="12"/>Verschiedenheit nur verschieden von ihm durch die <hi rendition="#g">leere</hi> <hi rendition="#g">innhaltslose</hi> Form des<lb n="13"/>Andersseyn, so daß sie indem sie so innhaltslos ist als Form, allgemein an ihr selbst<lb n="14"/>auch ideell ist. – Diß ist das Ziel, die absolute Realität des Bewußtseyns in die wir<lb n="15"/>seinen Begriff zu erheben haben. Es ist die Totalität die es als der Geist eines Volkes<lb n="16"/>hat, der absolut das Bewußtseyn aller ist, den sie <hi rendition="#g">anschauen</hi>, und als Bewußtseyn<lb n="17"/>sich entgegensetzen aber eben so unmittelbar ihre Entgegensetzung ihre Einzelnheit<lb n="18"/>in ihm als aufgehoben erkennen, oder ihr Bewußtseyn als ein absolut allgemeines.</p>
<p><lb n="19"/><hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> <hi rendition="#g">als</hi> sein Begriff hat sich unmittelbar aus der <hi rendition="#g">thierischen</hi><lb n="20"/><hi rendition="#g">Organisation</hi> erhoben;<ref type="anker" target="#fn-277-1">¹</ref> wir haben es von derselben befreyt; indem wir den<lb n="21"/>Gegensatz, als ein Seyn, als ein Bestehen, nicht an sich idealen, wie er in der Natur<lb n="22"/>ist aufgehoben überhaupt erkannt [haben], daß alles differente entgegengesetzte in<lb n="23"/>seiner Differenz unmittelbar an sich in seinem Gegentheil ist, und darin nicht ist.<lb n="24"/>Das Bewußtseyn ist das Einfachseyn der Unendlichkeit, aber es muß, da es Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>seyn ist, für sich selbst, diß Aufheben des Gegensatzes seyn; es muß selbst erst aus</p>
<note xml:id="fn-277-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Diß Bewußtseyn geworden es muß für sich selbst werden.</note>
<pb n="275" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=278" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>seinem Begriffe sich reales Bewußtseyn werden. Bisher in der Natur, worin der<lb n="2"/>Geist nicht als solcher existirt sind wir in <hi rendition="#g">unserm</hi> <hi rendition="#g">Erkennen</hi> der existirende<lb n="3"/>Geist, der Natur gewesen der in ihr nicht als Geist existirt sondern in ihr als verbor<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gen, nur als ein andres seiner selbst ist. Was in der Sphäre des Geistes ist, ist seine<lb n="5"/>eigne absolute Thätigkeit; und unser Erkennen, daß er sich aus der Natur erhebt,<lb n="6"/>die in ihr bestehenden Gegensätze ideell, aufgehoben sind, muß als ein Erkennen<lb n="7"/>des Geistes selbst erkannt werden. Oder sein Werden d. h. seine bloß negative<lb n="8"/>Beziehung auf die Natur. Diese <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Beziehung</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> die Natur, ist negative<lb n="9"/>Seite des Geistes überhaupt, oder wie er <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> orga<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>nisirt; d. i. wie er Totalität des Bewußtseyns des <hi rendition="#g">einzelnen</hi> wird; denn das Be<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>wußtseyn sich als thätig, als negirend, als aufhebend, das Seyn seines Andersseyn ist<lb n="12"/>das Bewußtseyn als die eine Seite desselben, als subjectives Bewußtseyn oder Be<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>wußtseyn als absolute Einzelheit.</p>
<p><lb n="14"/>Das Bewußtseyn ist die Idealität der Allgemeinheit und Unendlichkeit des Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>fachen in Form der Entgegensetzung; es ist als allgemeines absolut ununterschiedne<lb n="16"/>Einheit beyder; aber als Unendlichkeit die Idealität in der seine Entgegensetzung<lb n="17"/><hi rendition="#g">ist</hi>; und die beyden im Bewußtseyn unterschiedenen sind aussereinander, sie scheiden<lb n="18"/>sich ab; ihre Einheit erscheint darum <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi> zwischen ihnen, als das<lb n="19"/><hi rendition="#g">Werk</hi> beyder, als das dritte, worauf sie sich beziehen, in dem sie eins sind, aber<lb n="20"/>[als] dasjenige woran sie sich ebenso unterscheiden; das <hi rendition="#g">bewußtseyende</hi> unter<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>scheidet diese Mitte ebenso von sich, als es sich von dem im Bewußtseyn unter<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>schiednen unterscheidet; mit dem Unterschiede, daß es auch auf diese Mitte beyde<lb n="23"/>bezieht; die absolute Allgemeinheit wird nur in dem Subjecte, in dem Isoliren des<lb n="24"/>Gegensatzes zur <hi rendition="#g">Mitte</hi>. Als diese Mitte ist es selbst ein entgegengesetztes oder es<lb n="25"/>hat darin die Form seiner Existenz; denn seine Existenz ist das worin es als ein ent-</p>
<pb n="276" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=279" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gegengesetztes ist. Indem <hi rendition="#g">wir</hi> <hi rendition="#g">also</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Gegliederung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> Bewußtseyns zu<lb n="2"/>seiner Totalität erkennen, so erkennen wir es wie es sich als Moment, in einer<lb n="3"/>Bestimmtheit ist, und es <hi rendition="#g">ist</hi> als eine Bestimmtheit, als eine in entgegengesetzten<lb n="4"/>indem es eine Mitte ist; und die Organisation desselben an der Realität seiner Mo<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mente <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Organisation</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Formen</hi> <hi rendition="#g">als</hi> Mitten. Es muß für sich als<lb n="6"/>absolut Allgemeines einfaches ebenso das Gegentheil seiner selbst werden, durch<lb n="7"/>den Gegensatz durchgehen; oder [im] Producte synthetisch entgegengesetztes seyn;<lb n="8"/>und es ist nur ein bestimmtes, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Moment</hi> seiner Totalität gesetzt, insofern es als<lb n="9"/>im Gegensatze ist; oder es existirt insofern es dasjenige ist, worin sich die beyden,<lb n="10"/>das sich bewußtseyende, und das dessen diß sich bewußt ist, in ihm als Eins setzen,<lb n="11"/>und sich auch ihm entgegensetzen d. h. das Bewußtseyn selbst ist auf diese Weise<lb n="12"/>ein mit einer Bestimmtheit behafftetes, existirendes.</p>
<p><lb n="13"/>Sein Seyn überhaupt ist zuerst, wie es in sich selbst die Reflexion setzt, die bisher<lb n="14"/>die unsrige war, daß es die <hi rendition="#g">Idealität</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> ist; oder ist zuerst in negativer<lb n="15"/>Beziehung auf die Natur, und in dieser negativen Beziehung existirt es als bezogen<lb n="16"/>auf die Natur selbst innerhalb derselben, und die Weise seiner Existenz ist nicht eine<lb n="17"/>Besonderheit eine Einzelnheit der Natur, sondern ein allgemeines der Natur ein<lb n="18"/><hi rendition="#g">Element</hi> der Natur; die Elemente in denen [es] als Mitte existirt sind nur die<lb n="19"/>Elemente der Lufft und der Erde, als die indifferenten sich selbst gleichen Elemente<lb n="20"/>nicht der Unruhe des Feuers und Wassers; denn es ist nur als absolut sich selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>gleiches, und als existirende Mitte ist es selbst gesetzt, als eine ruhige indifferente<lb n="22"/>Mitte.</p>
<p><lb n="23"/>Als sein <hi rendition="#g">Begriff</hi> ist diese <hi rendition="#g">Mitte</hi> in demjenigen Elemente welches unter den<lb n="24"/>Elementen das einfache sich selbstgleiche ist; sein aüsserliches Medium ist <hi rendition="#g">die</hi><lb n="25"/><hi rendition="#g">Lufft</hi>.</p>
<pb n="277" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=280" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Die drey ersten Momente der Existenz des Bewußtseyns sind also, daß es als<lb n="2"/>ideales, in <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi> existirt, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">festes</hi>, sondern<lb n="3"/>in seinem Erscheinen <hi rendition="#g">verschwindendes</hi>. Alsdenn, daß es sich von der Lufft in<lb n="4"/>die Erde selbst als einer Einzelnheit [einem] veränderlichen aüssern Elemente ver<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>senkt, sich hierin befestigt, und sich wird, indem es aus seinem Begriff, der Form<lb n="6"/>seiner Einfachheit, praktisch wird, eine Mitte, in welcher die entgegengesetzten des<lb n="7"/>Bewußtseyns als reelle [sich] beziehen; und diese Weise seiner Existenz als verein<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>zelte als <hi rendition="#g">gewordene</hi> oder bezwungene Erde hervortritt als eine Erde welche<lb n="9"/>gleichsam <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">3tes</hi> <hi rendition="#g">Element</hi> aus ihrer natürlichen Vereinzelung als eine allgemeine<lb n="10"/>gesetzt ist. Indem das Bewußtseyn aber absolut frey für sich ist, so entreißt es sich<lb n="11"/>dieser seiner Existenz in den bestimmten Elementen und sein Element ist nur das<lb n="12"/>absolute Element <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Äthers</hi>.</p>
<p><lb n="13"/>Jene erste gebundene Existenz des Bewußtseyns als Mitte ist sein Seyn als <hi rendition="#g">Sprache</hi>,<lb n="14"/>als <hi rendition="#g">Werkzeug</hi>, und das Gut. Oder als einfaches Einsseyn, <hi rendition="#g">Gedächtniß</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi>,<lb n="15"/>und <hi rendition="#g">Familie</hi>. Für den <hi rendition="#g">Standpunkt</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Bewußtseyns</hi> <hi rendition="#g">das</hi> nur auf den</p>
<pb n="278" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=281" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Gegensatz</hi> des Bewußtseyns <hi rendition="#g">sieht</hi>, erscheinen diese <hi rendition="#g">beyden</hi> [Seiten] <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Be<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">wußtseyns</hi> selbst, auf den <hi rendition="#g">beyden</hi> <hi rendition="#g">Seiten</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gegensatzes</hi>; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Gedächt<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">niß</hi> <hi rendition="#g">erscheint</hi> auf <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> <hi rendition="#g">dessen</hi> das <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">bewußt</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Sprache</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi>; <hi rendition="#g">so</hi> Arbeit auf jener Seite, Werkzeug auf dieser; eben so<lb n="5"/>Familie auf jener, Familiengut auf dieser. Aber in Wahrheit ist Sprache, Werkzeug,<lb n="6"/>Familiengut, nicht bloß die eine Seite des Gegensatzes, das dem sich als das bewußte<lb n="7"/>setzenden entgegengesetzte sondern ebenso auf ihn bezogen; und die Mitte das<lb n="8"/>worin er sich von seinem wahren Gegensatze abscheidet, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Sprache</hi>, von<lb n="9"/>andern zu denen er spricht; in dem Werkzeug, von dem gegen das er mit dem<lb n="10"/>Werkzeug thätig ist; durch das Familiengut, von den Mitgliedern seiner Familie.<lb n="11"/>Er ist als thätiges; diese Mitten sind nicht das wogegen er thätig, nicht <hi rendition="#g">gegen</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">Sprache</hi>, <hi rendition="#g">Werkzeug</hi> als solche, Familiengut als solches, sondern die Mitte,<lb n="13"/>oder wie es genannt wird, das Mittel, wodurch, <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">welches</hi> hindurch er<lb n="14"/>gegen ein anderes thätig ist.</p>
<p><lb n="15"/>Ebenso ist er nur <hi rendition="#g">durch</hi> die andre Seite der Mitte Gedächtniß Arbeit, und<lb n="16"/><hi rendition="#g">Familie</hi> thätig; die Thätigkeit des Individuums kann sich gegen beyde Seiten und<lb n="17"/>deren einzelne Momente richten; und sie selbst ideell setzen. Aber nicht wie es<lb n="18"/>einzelne Dinge ideell setzen vernichten kann, sondern sie sind absolut nothwendig<lb n="19"/><hi rendition="#g">allgemein</hi>; und eben so sehr, als sie <hi rendition="#g">an</hi> ihm als das seinige an ihm ideell gesetzte<lb n="20"/>erscheinen, so sind sie ebenso an sich absolut nothwendig, und das Individuum<lb n="21"/>steht als Einzelnes Vielmehr unter ihrer Herrschafft, als sie unter der seinigen. Aber<lb n="22"/>es ist hier überhaupt kein Verhältniß der Herrschafft des Individuums, oder gegen<lb n="23"/>das Individuum, sondern das Individuum ist nur eine formale Seite des Gegensatzes,<lb n="24"/>das Wesen aber ist die Einheit von beyden Seiten, und dise Einheit ist das Bewußt-</p>
<pb n="279" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=282" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>seyn das als solches sich selbst als allgemeines in den beyden Seiten seiner Allgemein<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>heit darstellt, welche beyde Seiten in ihrer Entgegensetzung die Einheit der beyden<lb n="3"/>Seiten jenes ideellen Gegensatzes des bewußten Individuums und des ihm entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gesetzten sind; die Einheit so wohl als allgemeine Gedächtniß Arbeit und Familie<lb n="5"/>als auch als existirende Einheit oder als Mitte sind das absolut allgemeine. Letzteres<lb n="6"/>diß allgemeine als existirend; und als absolut existirend; als <hi rendition="#g">dauernd</hi>, allgemeine<lb n="7"/>Existenz habend. Die beyden Seiten des Gegensatzes hingegen, das thätige Indivi<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>duum und das passive gegen dasselbe sind nur als Gegensatz überhaupt dauernd,<lb n="9"/>und dise ihre Allgemeinheit als Gegensatz ist eben die existirende Mitte; was sie<lb n="10"/>für sich sind, ist das wandelbare zufällige, das der <hi rendition="#g">empirischen</hi> <hi rendition="#g">Nothwendig<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">keit</hi> der Natur als solcher angehört. Was an ihnen wesentlich, allgemein ist diese<lb n="12"/>Mitte. Das Bewußtseyn als existirend existirt wohl in dem Gegensatze des thätigen<lb n="13"/>gegen ein passives; aber was an diesem Gegensatze selbst das Seyende ist, diß ist die<lb n="14"/>Mitte des existirenden Bewußtseyns. Jene ideellen Seiten des Gegensatzes des Be<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>wußtseyns sind gleichsam das immer wechselnde und untergehende Feuer und<lb n="16"/>Wasser; das Bewußtseyn aber als allgemeines und als Mitte Lufft und Erde. In dieser<lb n="17"/>Mitte, zu welcher das Bewußtseyn wird, erhält es Existenz; es kommt zu einem<lb n="18"/><hi rendition="#g">dauernden</hi> <hi rendition="#g">absoluten</hi> Producte, da hingegen die Natur zu keinem <hi rendition="#g">dauernden</hi><lb n="19"/><hi rendition="#g">Producte</hi> [kommen] konnte; zu keiner wahrhafften Existenz selbst immer gelangt;<lb n="20"/>sondern immer nur in der Differenz ist, und deßwegen auch nicht <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">fünften</hi><lb n="21"/><hi rendition="#g">Elemente</hi> gelangt; nur im Thiere zum Sinne der Stimme und des Gehörs, als zur<lb n="22"/>unmittelbar verschwindenden Andeutung des einfach gewordenen Processes, zur<lb n="23"/>ganz formalen Existenz des Innern.</p>
<pb n="280" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=283" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>19.</head>
<head><lb n="2"/>DIE ERSTE FORM DER EXISTENZ DES GEISTES …</head>
<p><lb n="3"/>Die erste Form der Existenz des Geistes, ist das Bewußtseyn überhaupt der Begriff<lb n="4"/>des Geistes wie er sich als dieser Begriff oder als Bewußtseyn zur Totalität macht,<lb n="5"/>seine rein theoretische Existenz, in diesem seinem Begriffe sind seine entgegenge<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>setzten Momente ebensolche Begriffe, allgemeine überhaupt; und darum nicht als<lb n="7"/>absolut entgegengesetzte sich aufeinander beziehende, sondern in dem einfachen<lb n="8"/>Elemente des Bewußtseyns formal sich aufeinander beziehende, in ihrem für sich<lb n="9"/>seyn unangegriffen, sondern sich nur in ihrer Form gegeneinander aufhebend, und<lb n="10"/>ausser dieser noch für sich bestehend. Indem aber so das Bewußtseyn ihnen ihre<lb n="11"/>Form nimmt, so bestimmt [es] den Gegensatz auf einer Seite, als absolut fürsich<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>seyende Form, absolute Reflexion in sich selbst, absolute Leerheit des Begriffs und<lb n="13"/>auf der andern Seite [als] absolute Materie. Das Bewußtseyn existirt zuerst als<lb n="14"/><hi rendition="#g">Gedächtniß</hi> und sein Product die <hi rendition="#g">Sprache</hi>, und wird durch den Verstand, als<lb n="15"/>das Seyn des bestimmten Begriffs zum einfachen absoluten Begriffe zur absoluten<lb n="16"/>Reflexion in sich selbst, zur Leerheit des formalen Vermögens der absoluten Abstrac<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>tion; und die Beziehung des Gegensatzes wird ein Aufheben von an sich gegenein<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>ander differenten; der theoretische Proceß geht in den <hi rendition="#g">praktischen</hi> Proceß über,<lb n="19"/>in welchem sich das Bewußtseyn ebenso zur Totalität macht, so hier eine der vorigen</p>
<pb n="281" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=284" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">ÜBERSICHTEN ZUR GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>idealen entgegengesetzte reale Existenz <hi rendition="#g">erhält</hi>; indem es in der <hi rendition="#g">Arbeit</hi> zur<lb n="2"/>Mitte des <hi rendition="#g">Werkzeugs</hi> wird; indem es in der ersten Potenz seine ideale hier seine<lb n="3"/>reale Herrschafft gegen die Natur sich erwiesen, und damit sich als für sich der<lb n="4"/>Natur entnommener Geist constituirt und sich für sich gestaltet; den Gegensatz<lb n="5"/>nach aussen aufgehoben hat, so zerfällt es in sich selbst, und realisirt [sich] in gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>einander differenten Momenten deren jeder selbst ein Bewußtseyn ist, in der Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>schlechtsdifferenz, in welcher es ebenso die einzelne Begierde der Natur aufhebt,<lb n="8"/>und zur <hi rendition="#g">bleibenden</hi> Neigung macht, in der Familie zur Totalität der Einzelnheit<lb n="9"/>geworden, und die unorganische Natur zu einem Familiengut erhebt, als der ebenso<lb n="10"/>dauernden aüsserlichen Mitte derselben; und von hier zu seiner absoluten Existenz<lb n="11"/>zur <hi rendition="#g">Sittlichkeit</hi> übergeht.</p>
<p><lb n="12"/>Diß beydes die ideale Constitution des Bewußtseyns als formaler <hi rendition="#g">Vernunft</hi><lb n="13"/>absoluter Abstraction absoluter Leerheit Einzelnheit, und desselben als realer Consti<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>tution als Familie, der absolute Reichthum der Einzelnen, sind selbst nur die idealen<lb n="15"/>Momente der Existenz des Geistes, oder wie er sich unmittelbar in seinem <hi rendition="#g">negativen</hi><lb n="16"/>Verhalten gegen die Natur organisirt. Frey für sich seyend, und seiner absolut<lb n="17"/>selbst geniessend tritt [er] als sittliches Wesen hervor, in der Organisation eines<lb n="18"/><hi rendition="#g">Volkes</hi> kommt die absolute Natur des Geistes zu ihrem Rechte.</p>
<pb n="282" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=285" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>20.</head>
<head><lb n="2"/>I. Potenz.</head>
<head><lb n="3"/>I. POTENZ.</head>
<p><lb n="4"/>Das erste ist wie der Geist, das Product der Vernunft, die Mitte als ihr Begriff,<lb n="5"/>als Bewußtseyn ist, und sich darin realisirt oder als <hi rendition="#g">Gedächtniß</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Sprache</hi>;<lb n="6"/>aus welcher Mitte er durch Verstand und <hi rendition="#g">formale</hi> Vernunft den praktischen<lb n="7"/>Gegensatz erzeugt, und ihn in der Arbeit aufhebt</p>
<pb n="283" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=286" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DER SPRACHE</fw>
<p><lb n="1"/>Das Bewußtseyn in seiner idealen Potenz, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Begriff</hi> hat sich unmittelbar aus<lb n="2"/>der <hi rendition="#g">Empfindung</hi> erhoben; die Empfindung ist als ideelle als aufgehoben gesetzte<lb n="3"/>eine Einzelnheit, für welche das andersseyn ein anderes ausser ihr,<ref type="anker" target="#fn-286-1">¹</ref> nicht sie <hi rendition="#g">unmit<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">telbar</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>. Die Idealität des Empfindens geht darauf, oder sein Werden<lb n="5"/>zum Bewußtseyn geht unmittelbar darauf, daß die Empfindung im Bewußtseyn<lb n="6"/>zu einem in sich entgegengesetzten das sein andersseyn an ihm selbst habe, werde,<lb n="7"/>und ebendarin das empfundne und das empfindende an ihm selbst ein allgemeines.<lb n="8"/>Die Empfindung als einzelne soll es unendlich werden. Die <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> <hi rendition="#g">als</hi><lb n="9"/>solche, die an ihr unendlich ist, so daß sie in dieser Einzelnheit <hi rendition="#g">sie</hi> ganz in ihrer<lb n="10"/>Bestimmtheit bleibt, oder die getrennte Unendlichkeit in der unmittelbaren Existenz<lb n="11"/>ihres Begriffes, ist Zeit und Raum, und das Bewußtseyn schaut unmittelbar <hi rendition="#g">in</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">Raum</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Zeit</hi> an, im Raume das Einzelne als ein bestehendes, und sein Anders<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>seyn ausser ihm, aber indem es zugleich in der Zeit gesetzt ist, so ist es als ein ver<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gängliches als ein an ihm selbst ideelles, nicht mehr seyendes, indem es ist; nicht<lb n="15"/>daß es nur in der Zeit vorübergeht, sondern daß es mit der Reflexion gesetzt ist,<lb n="16"/>als in der Zeit seyend. Es schaut nicht Raum und Zeit als solche an, sie für sich sind<lb n="17"/>allgemeine leere, an sich höhere Idealitäten Begriffe, sondern sie nur als insofern<lb n="18"/>allgemeine seyend, und nicht seyend; als es sie als einzelne besonderte setzt, <hi rendition="#g">er-</hi></p>
<note xml:id="fn-286-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>eine andre Empfindung als des empfindenden, oder ein andres empfin<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>den des Ding, was dasselbe ist</note>
<pb n="284" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=287" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">füllte</hi>; so zugleich daß es ebenso, wie Raum und Zeit sein positives allgemeines<lb n="2"/>sind, es sie ebenso unmittelbar formal zum Gegentheil ihrer selbst macht, und sie<lb n="3"/>besondert; jenes Seyn des Bewußtseyns ist ebenso theoretisch, passiv, als praktisch;<lb n="4"/>jene Seite ist, daß es in der Form der positiven Allgemeinheit, diß insofern es zu<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gleich in der negativen Allgemeinheit ist, und diese Allgemeinheit selbst besondert.<lb n="6"/>Diese Form des Bewußtseyns ist <hi rendition="#g">empirische</hi> <hi rendition="#g">Einbildungskrafft</hi>; als positive<lb n="7"/>Allgemeinheit ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Anschauung</hi> in der Continuität der Zeit und des Raumes<lb n="8"/>überhaupt; zugleich aber sie unterbrechend, und vereinzelnd, zu einzelnen bestimm<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>ten, d. i. erfüllten Stücken der Zeit und des Raumes machend.</p>
<p><lb n="10"/>b. Diese <hi rendition="#g">Vereinzelung</hi> bleibt aber unmittelbar in <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> <hi rendition="#g">Ele<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">mente</hi> <hi rendition="#g">des</hi> Bewußtseyns in demselben, in seinem allgemeinen Raume und seiner<lb n="12"/>allgemeinen Zeit; aber a) so daß dieser Raum und Zeit des Bewußtseyns unmittelbar<lb n="13"/>ebenso eine absolut <hi rendition="#g">leere</hi> Einfachheit als eine erfüllte ist; jene Einzelnheiten des<lb n="14"/>Anschauens sind in ihm ebenso verschwundene, und es ist ihre allgemeine Möglich<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>keit. Als in dieser leeren Möglichkeit sind sie von der Seite der Empfindung, welche<lb n="16"/>sie an sich hatten, befreyt worden, die Seite der Empfindung war ihre Einzelnheit<lb n="17"/>ein aüsserer Zusammenhang mit andern nach ihrer Nothwendigkeit, sie gehören itzt<lb n="18"/>nur der Allgemeinheit des Bewußtseyns an. Aber eben absolut diese seine leere<lb n="19"/>Zeit und seinen leeren Raum es sich wieder besondert, und rufft jene Stüke wieder</p>
<pb n="285" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=288" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DER SPRACHE</fw>
<p><lb n="1"/>in sich hervor. Diese Besonderung ist zunächst dem Innhalte nach jene ersten sinn<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>lichen Vorstellungen, aber <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">besondert</hi> wird, ist das <hi rendition="#g">all<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">gemeine</hi> <hi rendition="#g">Element</hi> des Bewußtseyns selbst seine leere Unendlichkeit als Zeit und<lb n="4"/>Raum; das Hervorruffen <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> selbst, der ehmals, oder an einem andern Orte<lb n="5"/>gehabten Anschauungen; es ist <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> die Bestimmtheit der Empfindung das<lb n="6"/><hi rendition="#g">dieses</hi>, der Zeit und des Raumes getilgt, und ihre Succession und Koordination<lb n="7"/>erscheint als eine freye, sie ist ganz gleichgültig für das allgemeine Element; und ein<lb n="8"/>thätiges reproduciren, indem es diß allgemeine Element ist, das besondert wird.</p>
<p><lb n="9"/>Dieses <hi rendition="#g">formale</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> des Bewußtseyns hat keine wahrhaffte <hi rendition="#g">Realität</hi>, <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">etwas</hi> <hi rendition="#g">subjectives</hi>, es existirt nicht aüsserlich; es ist nur als Form des abstracten<lb n="11"/>reinen <hi rendition="#g">Begriffs</hi> der Unendlichkeit unmittelbar als Zeit und Raum wie er als Be<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>wußtseyn ist; und das Bewußtseyn als diese empirische Einbildungskrafft ist <hi rendition="#g">ein</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">leeres</hi>, <hi rendition="#g">wahrheitsloses</hi>, wachendes, oder schlaffendes Traümen, oder eine<lb n="14"/>bleibende Verrüktheit, oder vorübergehender Zustand der Krankheit, indem das<lb n="15"/>Bewußtseyn in den animalischen Organismus zurükfällt, und nur als sein Begriff ist.</p>
<p><lb n="16"/>Dieses <hi rendition="#g">stumme</hi> <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> ist das <hi rendition="#g">formale</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> in seinem allgemeinen<lb n="17"/>Elemente der Unendlichkeit und nur die formale Besonderung dieses allgemeinen</p>
<pb n="286" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=289" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Elements; sie muß eine Existenz erhalten, aüsserlich werden, oder das so in der An<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>schauung auf die formale Weise unterschiedene als ein aüsserliches setzen, an der die<lb n="3"/>beyden entgegengesetzten das anschauende und angeschaute sich abscheiden und<lb n="4"/>das Bewußtseyn als eine existirende Mitte ist. Diese Existenz des Bewußtseyns wird<lb n="5"/>eine ebenso unvollkommene formale seyn, als es selbst als allgemeines ist. Es kann<lb n="6"/>nichts an sich ausdrücken, [als] daß das angeschaute überhaupt als ein anderes als es<lb n="7"/>ist gesetzt seyn soll aber daß das Bewußtseyn darin noch nicht wahrhafft für sich sey,<lb n="8"/>sondern nur als ein noch auf den Gegensatz auf eine Subjectivität sich beziehendes,<lb n="9"/>auf das Seyn des Subjects, so wie das dem Subject entgegengesetzte, ebendarum<lb n="10"/>aber dieses bleibt was es ist, es hat noch auch <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, und sein anders<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>seyn nur als ein andersseyn sollen gesetzt ist; das Bewußtseyn als sein Begriff in<lb n="12"/>Raum und Zeit zerfallend ist es so auszudrücken, gleichsam zu unmächtig, den<lb n="13"/>Gegensatz des Subjects und Objects vollkommen aufzuheben; und in seinem Aüsser<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lichwerden das wirkliche Einsseyn derselben, vorzustellen, mehr als ein Sollen. Das<lb n="15"/>Bewußtseyn als diese existirende Mitte seines Begriffs ist daher nur <hi rendition="#g">Zeichen</hi> über<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>haupt, worin ein angeschautes, als ein aus seinem Zusammenhange gerissenes, als<lb n="17"/>auf ein anderes bezogen gesetzt wird, aber ideell, daß es noch in Wahrheit in seinem<lb n="18"/>Zusammenhange besteht; die Bezeichnung ist seine ausser ihm seyende Idealität,<lb n="19"/>und dieses ist selbst ein bestehendes, <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Ding</hi>, unendlich darin, das aber eine</p>
<pb n="287" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=290" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DER SPRACHE</fw>
<p><lb n="1"/>andere Bedeutung hat, als es ist, gesetzt als ein anderes als es für sich ist; zufällig für<lb n="2"/>das dessen Zeichen es ist; für sich nicht mehr es selbst seyend. So wenig das aufge<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>hobenseyn des Angeschauten im Zeichen ist, ebenso wenig ist das Aufgehobenseyn<lb n="4"/>des Subjects in ihm gesetzt, die Bedeutung des Zeichens ist nur in Beziehung auf das<lb n="5"/>Subject; es hängt von seiner Willkühr ab, und ist nur durch das Subject selbst<lb n="6"/>begreifflich was dieses sich dabey denkt; es hat nicht seine absolute Bedeutung in<lb n="7"/>ihm selbst, d. h. das Subject ist in ihm nicht aufgehoben.</p>
<p><lb n="8"/>c. Diese <hi rendition="#g">stumme</hi> <hi rendition="#g">Bezeichnung</hi> muß die Indifferenz des Bestehens der idealen<lb n="9"/>Glieder absolut aufheben; die <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> <hi rendition="#g">muß</hi> für sich seyn; entgegengesetzt<lb n="10"/>dem, das bedeutet, und dem, für welches es die Bedeutung hat; und das Zeichen<lb n="11"/>als <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">wirkliches</hi> ebenso unmittelbar verschwinden. Die Idee dieser Existenz<lb n="12"/>des Bewußtseyns ist das <hi rendition="#g">Gedächtniß</hi>, und seine Existenz selbst, die <hi rendition="#g">Sprache</hi>.</p>
<p><lb n="13"/><hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">Gedächtniß</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Mnemosyne</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Alten</hi>, <hi rendition="#g">ist</hi> seiner wahren Bedeu<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>tung nach, nicht dieses, daß Anschauung oder was es sey, die Producte des Gedächt<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>nisses selbst in dem allgemeinen Elemente seyen, und aus ihm hervorgeruffen, es<lb n="16"/>auf eine formale Weise, die den Innhalt nichts angeht, besondert werde; sondern<lb n="17"/>daß es das <hi rendition="#g">was</hi> <hi rendition="#g">wir</hi> <hi rendition="#g">sinnliche</hi> <hi rendition="#g">Anschauung</hi> <hi rendition="#g">genannt</hi> <hi rendition="#g">haben</hi>, zur <hi rendition="#g">Gedächt<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">nißSache</hi>, zu einem gedachten macht; die Form des Raumes und der Zeit, worin<lb n="19"/>sie ihr anders ausser sich haben, in der Zeit eben so nur ideal aufhebt, und sie an sich<lb n="20"/>selbst als andre ihrer selbst setzt. Hierin erhält das Bewußtseyn erst eine Realität, daß<lb n="21"/>an dem nur in Raum und Zeit idealen d. h. das andersseyn ausser sich habenden diese</p>
<pb n="288" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=291" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Beziehung nach aussen vernichtet, und es für sich selbst ideell gesetzt werde, daß es<lb n="2"/>zu einem <hi rendition="#g">Nahmen</hi> werde; im <hi rendition="#g">Nahmen</hi> ist sein empirisches Seyn daß es ein<lb n="3"/>concretes in sich mannichfaltiges lebendes und seyendes ist aufgehoben, es zu einem<lb n="4"/>schlechthin in sich einfachen <hi rendition="#g">ideellen</hi> gemacht. Der erste Act, wodurch Adam<lb n="5"/>seine Herrschafft über die Thiere constituirt hat, ist, daß er ihnen Nahmen gab, d. h.<lb n="6"/>sie als seyende vernichtete, und sie zu für sich ideellen machte. Das Zeichen war<lb n="7"/>vorhin als Zeichen ein <hi rendition="#g">Nahmen</hi>, der für sich noch etwas anderes als <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Nahmen</hi><lb n="8"/>ist, selbst ein Ding, und das bezeichnete hatte sein Zeichen ausser ihm; es war nicht<lb n="9"/>gesetzt als ein aufgehobenes, ebenso hat das Zeichen nicht an ihm selbst seine Bedeu<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>tung, sondern nur in dem Subjecte, man mußte noch besonders wissen, was es<lb n="11"/>damit meyne; der Nahmen aber ist an sich, <hi rendition="#g">bleibend</hi>, ohne das Ding und das<lb n="12"/>Subject. Im Nahmen ist die <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> seyende Realität des Zeichens vernichtet.</p>
<p><lb n="13"/>Der Nahmen existirt als <hi rendition="#g">Sprache</hi>. Sie ist der existirende Begriff des Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>seyns die sich also nicht fixirt, ebenso unmittelbar aufhört, als sie ist; sie existirt im<lb n="15"/>Elemente der Lufft, als eine Aüsserlichkeit, der formlosen freyen Flüssigkeit, indem<lb n="16"/>sie so absolut ausser sich ist, als sie ist, die allgemein mittheilende Existenz hat; die<lb n="17"/>leere Stimme des Thiers erhält eine unendlich in sich bestimmte Bedeutung. Das<lb n="18"/>rein tönende der Stimme, das Vocale, unterscheidet selbst sich, indem das Organ<lb n="19"/>der Stimme seine Gegliederung als eine solche in ihrem Unterschiede zeigt; dieses</p>
<pb n="289" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=292" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DER SPRACHE</fw>
<p><lb n="1"/>rein tönende wird durch die stummen unterbrochen, das eigentlich hemmende des<lb n="2"/>blossen Tönens, wodurch vorzüglich jeder Ton für sich eine Bedeutung hat, da die<lb n="3"/>Unterschiede des blossen Tönens im Gesange nicht für sich bestimmte Unterschiede<lb n="4"/>sind, sondern sich erst durch den vorherigen und folgenden Ton bestimmen. Die<lb n="5"/>als tönend gegliederte Sprache ist Stimme des Bewußtseyns, darin daß jeder Ton<lb n="6"/>Bedeutung hat, d. h. daß in ihm ein Nahmen existirt, die Idealität eines existirenden<lb n="7"/>Dings; das unmittelbare nichtexistiren desselben.</p>
<p><lb n="8"/>So unendlich die Sprache in ihrer Einfachheit, unterbricht [sie] sich als Unend<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>lichkeit des Bewußtseyns in sich selbst, gliedert, articulirt sich; und wird eine Man<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>nichfaltigkeit von Nahmen. Eben so nimmt sie sich aus der absoluten Mannichfal<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>tigkeit zurück; der Nahmen als solcher ist nur der Nahmen des einzelnen Dinges;<lb n="12"/>sie ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Beziehung</hi> der Nahmen, oder wieder die <hi rendition="#g">Idealität</hi> ihrer Vielheit<lb n="13"/>selbst, und spricht eben so diese <hi rendition="#g">Beziehung</hi> <hi rendition="#g">aus</hi>, das gewordene Allgemeine, oder<lb n="14"/>sie wird zum <hi rendition="#g">Verstande</hi>; im allgemeinen Elemente der Sprache an sich ideell<lb n="15"/>[sind] die Nahmen nur der Form nach, sie drücken das concrete, bestimmte aus;<lb n="16"/>aber die Einheit des Elementes in welchem sie sind, setzt sie zugleich als diese be<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>stimmte, d. h. differente gegeneinander, ihre Beziehung, oder sie selbst als absolut<lb n="18"/>Besondere, das heißt ebenso in ihrer Bestimmtheit sich aufhebende. Das Blau, ist<lb n="19"/>vors erste aus der Continuität seines Seyns herausgerissen, abgetrennt von dem Viel<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>fachen, besonderten, in welchem es ist; aber es ist immer noch diese Bestimmtheit;<lb n="21"/>aber in dem Gedächtnisse ist es zugleich für sich, aber zugleich auch neben andern,</p>
<pb n="290" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=293" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>und durch <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gedächtnisses</hi> bezogen aufeinander;<lb n="2"/>es wird als dieses Bezogenseyn gesetzt, an sich ein allgemeines nach der Bestimmtheit<lb n="3"/>seines Innhalts ein anderes, als es ist; es ist <hi rendition="#g">Farbe</hi>, und Verstandesbegriff, bestimm<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>ter Begriff. Es ist das allgemeine verschiedener Farben; aber nicht gleichsam eine<lb n="5"/>Extraction derselben, sondern eine Abstraction, d. h. ihre Bestimmtheit ist unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>bar in ihrem Seyn eine aufgehobene. Das Blau ist für den Geist in dieser Potenz als<lb n="7"/>Farbe.<ref type="anker" target="#fn-293-1">¹</ref> Die Einzelnheit der Empfindung ist also durch diese Stuffen zum bestimm<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>ten Begriffe gesteigert worden, daß sie in der empirischen Anschauung überhaupt<lb n="9"/>als ein im Raume und der Zeit seyendes gesetzt, ganz formal als ein aufgehobenes<lb n="10"/>gesetzt wurde, so daß es darin vollkommen für sich blieb, nur die <hi rendition="#g">Foderung</hi><lb n="11"/>des aufgehoben werdens an ihm ausgedrückt wurde; in dem Nahmen realisirt sich<lb n="12"/>das ideellsetzen der empirischen Anschauung, der Nahmen ist aber selbst noch eine<lb n="13"/>einzelne Idealität; die negative Einheit des Bewußtseyns muß sie [ebenso] aufein<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>ander beziehen als sie in seinem allgemeinen Elemente ruhig neben und ausserein<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>ander sind; und in dieser Beziehung die Einzelnheit ihres Innhalts aufheben, und sie<lb n="16"/>als bezogene zu Verstandesbegriffen fixiren. Indem wir das Bewußtseyn als solches,<lb n="17"/>als Einheit des in ihm als thätig und des in ihm als passiv erscheinenden betrachten,<lb n="18"/>so hat die Betrachtung des Bewußtseyns wie es im Gegensatze erscheint, als subjec<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>tives und objectives keine Bedeutung für uns. Wir betrachten die Momente des<lb n="20"/>sich organisirenden Bewußtseyns weder auf der Seite des Subjects in der Form von<lb n="21"/>Vermögen, Neigungen, Leidenschafften Trieben u.s.w. noch auf der andern Seite<lb n="22"/>des Gegensatzes, als eine Bestimmtheit der Dinge, sondern wie es als Einheit und<lb n="23"/>Mitte von beydem, absolut für sich ist; es ist in ihm selbst die Bewegung eines</p>
<note xml:id="fn-293-1" type="ueber" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Bestimmtheit</note>
<pb n="291" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=294" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DER SPRACHE</fw>
<p><lb n="1"/>thätigen gegen ein passives; aber als die <hi rendition="#g">Bewegung</hi> selbst ist es das Eins in welchem<lb n="2"/>der Gegensatz nur ideell an sich ein aufgehobener ist, alle Momente desselben sind<lb n="3"/>als Vermögen, Neigungen im thätigen, so wie als Bestimmtheiten des andern; aber<lb n="4"/>das Wesen ist die <hi rendition="#g">Mitte</hi>; und die Mitte des Bewußtseyns, wie es als Moment<lb n="5"/>der Gegliederung seiner Totalität ist, gehört beyden an; oder sie beyde auf die<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>selbe [bezogen], nach ihrem Gegensatze bestimmt; in der empirischen Anschauung<lb n="7"/>ist das eine, empirisch anschauendes, das andre [das] empirisch angeschaute, Nahmen<lb n="8"/>gebende, dem ein Nahmen gegeben wird, so das begreiffende, begriffene. Es ist<lb n="9"/>überflüssig diß anzumerken; aber vollkommen falsch, in der empirischen Anschau<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>ung so wie im Gedächtnisse und im Begreiffen, diese Momente des Bewußtseyns zu<lb n="11"/>betrachten, als zusammengesetzt werdend, aus den beyden Seiten des Gegensatzes,<lb n="12"/>so daß jedes von ihnen einen Theil zu dem Eins beytrage; und zu fragen, was in<lb n="13"/>dieser Zusammensetzung das Thätige jeden Theils seye; es ist diß der Standpunkt<lb n="14"/>des gemeinen Bewußtseyns für welches das Bewußtseyn immer nur eine Seite des<lb n="15"/>Gegensatzes ist, und welches sich vorstellt, das Individuum in der Bestimmtheit als<lb n="16"/>thätiges sey das Wesen, daß aber diß so bestimmte Bewußtseyn ein zufälliges das<lb n="17"/>es haben und auch nicht haben könne über dessen Momente es mächtig sey und eine<lb n="18"/>Willkühr habe, eine Eigenschafft, da im Gegentheil das Bewußtseyn das Wesen ist,<lb n="19"/>der Geist die absolute Substanz, der in sich zu einer Seite des Gegensatzes seiner<lb n="20"/>Unendlichkeit die Thätigkeit hat, die aber absolut ideell nur als aufgehobene ist.<lb n="21"/>Es ist also ganz auf dem Standpunkte des Gegensatzes wo sich der sog. Realismus<lb n="22"/>und der sog. Idealismus bilden, und sich darüber [entzweyen] entweder ob nemlich<lb n="23"/>diß, daß etwas Farbe ist, im Object oder im <hi rendition="#g">Subject</hi> in der Seite der Thätigkeit</p>
<pb n="292" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=295" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>oder der Seite der Passivität des <hi rendition="#g">Bewußtseyns</hi> gegründet so daß diese beyden Sei<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ten absolut an und für sich bestehen, und nicht vielmehr im Bewußtseyn selbst nur<lb n="3"/>als aufgehobene seyen; der erste läßt dem Subject, nur die formale Thätigkeit der<lb n="4"/><hi rendition="#g">Vergleichung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">seyenden</hi> <hi rendition="#g">Ähnlichkeit</hi>; der Idealismus der die ideelle<lb n="5"/>Seite des Gegensatzes als das absolut reale, für sich seyende als absolute Substanz<lb n="6"/>betrachtet, dem Object gar nichts. Es ist über einen solchen unvernünftigen Streit<lb n="7"/>eigentlich nichts vernünftiges zu sagen; die <hi rendition="#g">Farbe</hi> ist in ihren drey Potenzen, in<lb n="8"/>der Empfindung als Bestimmtheit <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Blau</hi> z. B. und dann als Begriff formell<lb n="9"/>ideell als Nahmen als bezogen <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">andere</hi>, als ihnen entgegengesetzt und zugleich<lb n="10"/>ihnen gleich, darin, daß sie Farbe sind, und hierin einfach, allgemein als Farbe.<lb n="11"/>Diese wesentliche Totalität der drey Potenzen der Bestimmtheit trennt jener Realis<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>mus und Idealismus; der Realismus behauptet daß die <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">sey</hi>, ebenso das bezogenseyn insofern es zugleich entgegengesetzt oder die Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>meinheit der Farbe insofern sie versenkt ist in die Differenz der Farben, und über<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>läßt dem Bewußtseyn dem Subject, nur eine Seite der dritten Potenz, das in der<lb n="16"/>Differenz schon seyende Bezogenseyn, oder Allgemeine herauszunehmen, zu isoli<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>ren, zu abstrahiren. Der Idealismus vindicirt die zwey letzten Bestimmtheiten dem<lb n="18"/>Subjecte, und wohl auch die erste der Bestimmtheit des Blau. Der Streit geht eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>lich um die in sich selbst streitende Potenz der Mitte, worin nemlich zugleich die<lb n="20"/>Bestimmtheiten als solche, und das Bezogenseyn, beyde als Eins und als unterschie-</p>
<pb n="293" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=296" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DER SPRACHE</fw>
<p><lb n="1"/>den gesetzt sind. Es geht aus dem bisherigen hervor, daß <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi>,<lb n="2"/>als für sich seyende der Natur angehört, wie die Farbe sich zur Totalität wird; zu<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gleich ist die Bestimmtheit nur in Beziehung auf ihr aufgehobenseyn, oder auf den<lb n="4"/>Geist, sie ist als einzelne Empfindung; der Geist <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">empfindender</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">thierisch</hi> in die Natur versenkt; in der Erhebung zur Beziehung und Unterschei<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>dung der Farben, und dem hervortreten derselben als Farbe, als Begriff wird die<lb n="7"/>Natur der Farbe sich Geist; sie ist eben so wohl, als bestimmte Farbe als sie nicht als<lb n="8"/>bestimmte Farbe ist. Für das Subject selbst, wie der Realismus und Idealismus seine<lb n="9"/>Streitfrage auf die rohste Weise stellt, ob ausser ihm die bestimmten, unterschiedenen<lb n="10"/>und sich in ihren Unterschieden beziehenden Farben etwas seyen, ganz abgesehen,<lb n="11"/>von der Existenz des Subjects, so muß ebendarum behauptet werden, daß das Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>ject als solches [eben so wohl] nur <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, d. h. ein solches, ausser<lb n="13"/>welchem die Totalität der Bestimmtheiten, und eben so der Farben ist; als insofern<lb n="14"/>es nicht absolute Einzelnheit sondern Bewußtseyn [ist] sie in ihm sind; aber ebenso<lb n="15"/>insofern die Bestimmtheit der Farbe Blau nicht Einzelnheit ist, ist es ebenso Totalität<lb n="16"/>der Farbe, ausser welcher keine Farbe ist. Aber es ist ein vollkommen lächerlicher<lb n="17"/>Idealismus der das Subject, das thätige des Gegensatzes, als ein Glied des Gegensatzes<lb n="18"/>nimmt, und dasselbe als Bestimmtheit seyend, doch von der Bestimmtheit, von einer<lb n="19"/>Aüsserlichkeit für dasselbe befreyen will; insofern es davon befreyt ist, hört es selbst<lb n="20"/>auf Subject, diß Eine Glied des Gegensatzes zu seyn; und es ist nur das Einsseyn<lb n="21"/>beyder, der Geist das Bewußtseyn diß Absolute ist es was wir betrachten. Es muß<lb n="22"/>aber eigentlich weder von einem solchen Subjecte, noch Objecte die Rede [seyn],</p>
<pb n="294" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=297" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>sondern vom Geiste, und für diesen haben wir gesehen, wie er sich als Totalität<lb n="2"/>zur Natur wird, und wie er sich zum Geiste wird. Subject als solches, ist er sich nur<lb n="3"/>als Empfindung d. h. als Einzelnheit deren unmittelbares andersseyn ausser ihr ist;<lb n="4"/>und die Gegliederung des Bewußtseyns ist, wie es sich selbst zum Bewußtseyn wird,<lb n="5"/>wie der innre Begriff des Bewußtseyns sich als Bewußtseyn selbst setzt.</p>
<p><lb n="6"/>Die Empfindung wird Begriff des Bewußtseyns indem sie sich zum Gedächtnisse<lb n="7"/>und zur Sprache erhebt, aber auch nur zum Begriffe desselben; oder nur zu formalem<lb n="8"/>Bewußtseyn. Die Einzelnheit der Empfindung ist wohl gesetzt als eine ideelle;<lb n="9"/>aber diese Idealitäten sind selbst eine Menge Idealitäten, sie sind nicht als absolute<lb n="10"/>Einheit; ihre Menge muß different gegen einander werden, sich in die Beziehung<lb n="11"/>erheben, und diese ihre Beziehung, der Begriff, das gesetzte seyn.</p>
<p><lb n="12"/>Die Sprache, die sich zum Verstande erhebt, geht damit wieder in sich, sie hebt<lb n="13"/>den <hi rendition="#g">einzelnen</hi> gesprochenen Nahmen auf, – der Begriff wie alles fällt selbst in die<lb n="14"/>Sprache, und [ist] ein absolut mitzutheilender. Der aufgehobene Nahmen, oder er<lb n="15"/>als ein gesetzter nicht nach seinem Einzelnseyn, sondern nur seiner Beziehung nach,<lb n="16"/>d. h. als allgemeiner oder der Begriff, muß sich <hi rendition="#g">absolut</hi> in sich reflectiren; die<lb n="17"/>Sprache muß wie sie nach aussen verhallt; im Bewußtseyn selbst verhallen; der<lb n="18"/>Verstandesbegriff ist nur die aus dem Nahmen zurückkehrende Einheit des Bewußt-</p>
<pb n="295" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=298" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DER SPRACHE</fw>
<p><lb n="1"/>seyns, sich auf die Einzelnheit selbst beziehend und darum ein <hi rendition="#g">bestimmter</hi> Begriff<lb n="2"/>nicht die absolute Einheit des Bewußtseyns; er muß als ein absolut zurükgekehrter<lb n="3"/>seyn, d. i. nicht die Beziehung z. B. der Farben, sondern absolut unbestimmte,<lb n="4"/>vertilgte Bestimmtheit der Beziehung, reine Beziehung, die absolute <hi rendition="#g">Leerheit</hi><lb n="5"/>des Unendlichen, das formale der Vernünftigkeit, die einfache, absolute Abstraction<lb n="6"/>der Einheit; die Reflexion als Punkt. Als diese absolute Abstraction ist das Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>seyn in seiner negativen Beziehung absolut geworden; es vertilgt alle Bestimmtheit,<lb n="8"/>ist rein sich selbst gleich. Aber da dieses absolutseyn schlechthin nur negativ ist,<lb n="9"/>so ist es in sich leer, und unmittelbar das Gegentheil dessen, das es in sich zu stande<lb n="10"/>bringen wollte; es tritt diesem absolut leeren Eins, die Totalität des Seyn gegenüber;<lb n="11"/>das von ihm negirte <hi rendition="#g">ist</hi> ebensowohl als seine absolute Negation das Eins der formalen<lb n="12"/>Vernünftigkeit, das Bewußtseyn das die Einzelnheit vorhin als eine ideelle, als auf<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gehoben seyende in sich setzte, hat das formale, die Idealität nur für sich gesetzt, sie<lb n="14"/>von der Einzelnheit abgetrennt, und diese erhält absolute Realität. Jenes Eins indem<lb n="15"/>es sich von der Einzelnheit befreyte, hat es vielmehr den Gegensatz als Absolutes<lb n="16"/>gesetzt, ohne bestimmt zu seyn durcheinander, und die Glieder des Gegensatzes<lb n="17"/>stehen sich als absolut reale gegenüber. Das Bewußtseyn ist sich zum Eins der<lb n="18"/>Individualität geworden.</p>
<p><lb n="19"/>Das Eins der Individualität war <hi rendition="#g">uns</hi> im Elemente der Einzelnheit in der Erde<lb n="20"/>geworden, und jedes ihr angehörige hatte den <hi rendition="#g">Charakter</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Einzeln<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi>; aber dieser Punkt der Reflexion das absolute in sich selbst zurückgekehrtseyn,</p>
<pb n="296" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=299" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>war nur <hi rendition="#g">unser</hi> Begriff, er ist in der Erde nicht als solcher realisirt, er existirt nicht<lb n="2"/>in ihr; sondern er ist nur als Foderung gesetzt, nemlich als unendliche Theilbarkeit,<lb n="3"/>d. h. nur als unendliche Möglichkeit seines Seyns. Er existirt erst in dem Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>seyn als seiner absolut negativen Seite; er existirt erst, indem das Bewußtseyn sich<lb n="5"/>selbst zu diesem Punkte macht.</p>
<p><lb n="6"/><hi rendition="#g">Dieser</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Punkt</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Bewußtseyns</hi> ist das Absolutseyn<lb n="7"/>desselben; aber als eines Negativen, oder es ist das absolutseyn des Individuums als<lb n="8"/>eines solchen, als eines Einzelnen; es ist die Freyheit <hi rendition="#g">seines</hi> <hi rendition="#g">Eigensinns</hi>; der<lb n="9"/>Einzelne kann sich zu disem Punkte machen, er kann von allem absolut abstrahiren<lb n="10"/>alles aufgeben; er kann nicht abhängig gemacht, an nichts gehalten werden, jede<lb n="11"/>Bestimmtheit an der er gefaßt werden soll, kann er von sich abtrennen, und im<lb n="12"/>Tode seine absolute Unabhängigkeit und Freyheit sich als absolut negatives Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>seyn realisiren. Aber der Tod hat den Widerspruch gegen das <hi rendition="#g">Leben</hi> in sich; so<lb n="14"/>wie der Punkt der absoluten Reflexion die einfache leere Einzelnheit, statt die<lb n="15"/>Einzelnheit in Wahrheit aufzuheben selbst nur absolute Einzelnheit ist, welcher die<lb n="16"/>Totalität der Bestimmtheiten gegenüber steht, als eine eben so absolut für sich seyen<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>de, getrennt durch eine absolut leere beziehungslose Klufft, und der Gegensatz,<lb n="18"/>so wie seine Beziehung, seine Idealität hat die der vorhergehenden entgegengesetzte<lb n="19"/>Form. Das Bewußtseyn als Bewußtseyn des Einzelnen ist entgegengesetzt [dem]<lb n="20"/>anderer Einzelner, und es muß itzt die Einzelnheit als eine aufgehobene setzen, oder<lb n="21"/>es als existirendes Ding gegen existirende Dinge, praktisches Bewußtseyn.</p>
<pb n="297" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=300" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DES WERKZEUGS</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>II. POTENZ DES <hi rendition="#g">WERKZEUGS</hi>.</head>
<p><lb n="2"/>Mit dieser absoluten Entgegensetzung ist das Bewußtseyn als Sprache, aus der<lb n="3"/>Mitte getreten, es ist keine Mitte, in der sich die Glieder des Gegensatzes beziehen<lb n="4"/>und woran sie sich abscheiden; sie [ist] die unsichtbare Mitte der verborgene Geist<lb n="5"/>derselben. Dieser allgemeine indifferente Geist muß als unendlicher Geist sich erwei<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>sen, indem er die Einzelnheiten aufhebt, und sich eben zur existirenden Mitte heraus<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gebiert.</p>
<p><lb n="8"/>Das Bewußtseyn das sich in der Sprache zur Totalität des idealen organisirte,<lb n="9"/>ging aus dem Begriffe der Unendlichkeit aus, und die Organisation geschah in der<lb n="10"/>Bestimmtheit der ersten Potenz, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">indifferenten</hi> All<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gemeinheit so daß die entgegengesetzten in ihrem Einsseyn indifferent wie Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>meines und Besonderes, im Begriffe ineinander bestanden, ohne daß ihr Wider<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>spruch an ihnen selbst als solcher gegeneinander gesetzt war; oder von ihrem Ent-</p>
<pb n="298" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=301" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gegengesetztseyn war abstrahirt worden, [dieses] ihnen ein aüsserliches nicht an ihnen<lb n="2"/>gesetztes. Diese erste Potenz geht durch sich selbst in die entgegengesetzte über, in<lb n="3"/>das absolute Entgegengesetztseyn, und jenes indifferente Element der Allgemeinheit<lb n="4"/>in dem sie ruhig ineinander sind verschwindet, und sie sind sich, wie sie aus der vori<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gen Potenz herübertreten, absolut entgegengesetzt <hi rendition="#g">ohne</hi> <hi rendition="#g">Beziehung</hi>. Jene<lb n="6"/><hi rendition="#g">theoretische</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>, indem sie sich realisirte, wurde das absolute Gegentheil<lb n="7"/>ihrer selbst, zur absoluten Einzelnheit, und Entgegensetzung; und die itzt gesetzte<lb n="8"/>Beziehung wird eine <hi rendition="#g">praktische</hi>; die absolute Einzelnheit, muß sich erfüllen, die<lb n="9"/>absolute Entgegensetzung aufheben; aber indem sie sich so selbst praktisch zur<lb n="10"/>absoluten Totalität erhebt, wird sie wieder zum Gegentheil ihrer selbst. Denn beydes<lb n="11"/>diese praktische Potenz, wie die theoretische sind nur <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">beyden</hi> <hi rendition="#g">idealen</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">Potenzen</hi>, jede setzt das Bewußtseyn nur in der Abstraction der einen Form des<lb n="13"/>Gegensatzes, die theoretische in der Abstraction der indifferenten einfachen Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>meinheit, die praktische die wir itzt betrachten, in der Abstraction der absolut<lb n="15"/><hi rendition="#g">differenten</hi> absolut entgegengesetzten Beziehung.</p>
<p><lb n="16"/>Das absolute Eins der Reflexion ist selbst nur als negatives durch die Negation,<lb n="17"/>d. h. durch die Beziehung auf entgegengesetztes, es ist wesentlich darauf bezogen;<lb n="18"/>in seiner absoluten Reflexion hat es sich von der Beziehung auf ein andres befreyt,<lb n="19"/>sondern die absolute Reflexion ist selbst nur als diese Beziehung auf ein anderes; das<lb n="20"/>Bewußtseyn hat <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Reflexion</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Form</hi> der Entgegensetzung<lb n="21"/>und Beziehung geändert; es bezieht sich auf ein absolut Entgegengesetztes <hi rendition="#g">ein</hi><lb n="22"/><hi rendition="#g">todtes</hi> <hi rendition="#g">Ding</hi>, und es ist der Widerspruch einer Beziehung auf ein absolut nicht<lb n="23"/>bezogenes; die Beziehung muß sich realisiren, und das absolut einzelne Bewußtseyn</p>
<pb n="299" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=302" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DES WERKZEUGS</fw>
<p><lb n="1"/>ist gegen sich so wie seine eigne Vernichtung als dieses absolute Einzelnseyn gerich<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>tet und das Bewußtseyn ist als praktische Beziehung.</p>
<p><lb n="3"/>Die ANIMALISCHE <hi rendition="#g">Begierde</hi> ist ein thierisches Bewußtseyn in welchem sich<lb n="4"/>das Vernichten hemmt, und die Glieder des Gegensatzes nur <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">aufzuhebende</hi><lb n="5"/>gesetzt sind; die Begierde ist ein <hi rendition="#g">sollendes</hi> Vernichtetwerden; das begehrte ebenso<lb n="6"/>das wirkliche aufgehobenwerden selbst und seine <hi rendition="#g">Idealität</hi>, eine Hemmung<lb n="7"/>desselben, sind in der Zeit auseinander gerückt, aber das wirklich werden des Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>hebens, die Stillung der Begierde ist ein unmittelbares aufgehobenwerden ohne alle<lb n="9"/>Idealität, ohne Bewußtseyn; die menschliche Begierde muß <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Aufheben</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi><lb n="10"/>ideell, aufgehoben seyn, und der Gegenstand ebenso indem er aufgehoben wird,<lb n="11"/>bleiben, und die Mitte als das bleibende aufgehobenwerden beyder, beyden ent<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gegengesetzt existiren, die praktische Beziehung ist eine Beziehung des Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>seyns, d. h. die Einfachheit des Vernichten muß in ihrer Einfachheit selbst auseinander<lb n="14"/>gehen, ein in sich gehemmtes und entgegengesetztes seyn. Die Einfachheit des<lb n="15"/>Vernichtens muß die allgemeine Einheit das Aufgehobenseyn beyder Gegensätze<lb n="16"/>seyn, und zugleich die Mitte, in der sie eins sind, und in der sie als ihrem Eins, ihrem<lb n="17"/>aufgehobenseyn sich abscheiden. D. i. die eine Seite des Gegensatzes, die als thätig<lb n="18"/>erscheinende, das Eins der Individualität muß die andere als passiv erscheinende<lb n="19"/><hi rendition="#g">bearbeiten</hi>. In der Arbeit entreißt die Begierde <hi rendition="#g">den</hi> zu vernichtenden <hi rendition="#g">Gegen<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="20" break="no"/><hi rendition="#g">stand</hi> überhaupt seinem Zusammenhange, besondert ihn, und setzt ihn als auf ein</p>
<pb n="300" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=303" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>begehrendes bezogen; insofern die Begierde als solche ist, so [sind] beyde in dieser<lb n="2"/>Beziehung bestehend, beyde ruhend; nur ideell aufgehoben, sie muß als auf Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>nichtung gehend; den Gegenstand und sich selbst aufheben; aber in diesem Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>heben selbst Bewußtseyn eine Idealität des Aufhebens seyn. So ist es als <hi rendition="#g">arbeitend</hi><lb n="5"/>ist das Individuum thätig, und der Gegenstand wird aufgehoben, im Bestehen<lb n="6"/>beyder. Die Begierde kommt in ihrem Vernichten nicht zu ihrer Befriedigung,<lb n="7"/>und das Object indem es vernichtet wird, bleibt ebenso bestehen. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi> ist<lb n="8"/>diß praktische Bewußtseyn als Beziehung Allgemeines Einsseyn beyder; sie muß<lb n="9"/>ebenso als Mitte seyn, in der sie sich als entgegengesetzte beziehen, und woran sie<lb n="10"/>als diese getrennte bleibende sind; wodurch das Arbeiten als solches seine bleibende<lb n="11"/>Existenz hat, selbst ein Ding [ist]. Das <hi rendition="#g">Werkzeug</hi> ist die existirende vernünftige<lb n="12"/>Mitte existirende Allgemeinheit des praktischen Processes; es erscheint auf der Seite<lb n="13"/>des thätigen gegen das passive; ist selbst passiv nach der Seite des arbeitenden, und<lb n="14"/>thätig gegen das bearbeitete. Es ist das worin das Arbeiten sein Bleiben hat, was von<lb n="15"/>dem arbeitenden und bearbeiteten allein übrig bleibt, und worin ihre Zufälligkeit<lb n="16"/>sich verewigt; es pflanzt sich in Traditionen fort, indem sowohl das begehrende, als<lb n="17"/>das begehrte nur als Individuen bestehen, und untergehen.</p>
<pb n="301" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=304" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DES BESITZES</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>21.</head>
<head><lb n="2"/>[III. Potenz des Besitzes, und der Familie.]</head>
<head><lb n="3"/>[III. POTENZ DES BESITZES, UND DER FAMILIE.]</head>
<p><lb n="4"/>ist ein gehemmtes Vernichten durch Noth, oder ein absolut aüsseres. Die Freyheit<lb n="5"/>des Bewußtseyns hebt diese Noth auf, und hemmt das Vernichten im Genusse,<lb n="6"/>durch sich selbst, es macht die beyden Geschlechter zu Bewußtseyn füreinander;<lb n="7"/>zu für sich seyenden, bestehenden; oder so daß in dem für sich seyn des andern jedes<lb n="8"/>[es] selbst ist; daß jedes in dem <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> des andern d. h. in seiner Einzelnheit<lb n="9"/>in seinem für sich seyn, sich seiner bewußt für sich ist; und die Geschlechtsbeziehung<lb n="10"/>wird eine solche, in welcher in dem Seyn des Bewußtseyns eines jeden, jedes selbst</p>
<pb n="302" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=305" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>eins mit dem andern ist, oder eine ideale<choice><orig> Die Begierde, befreyt sich so von der</orig><reg/></choice></p>
<p>Die Begierde, befreyt sich so von der <lb n="2"/>Beziehung auf den Genuß, sie wird zu einem unmittelbaren Einsseyn beyder in dem<lb n="3"/>absoluten für sich seyn beyder oder sie wird <hi rendition="#g">Liebe</hi>; und der Genuß ist in diesem<lb n="4"/>Anschauen seiner selbst in dem Seyn des andern Bewußtseyns. Die Beziehung selbst,<lb n="5"/>wird auf dieselbe [Weise] das Seyn beyder, und eine so bleibende als das Seyn<lb n="6"/>beyder, oder sie wird zur <hi rendition="#g">Ehe</hi>.</p>
<p><lb n="7"/>Indem in ihr jedes gegenseitig in dem Bewußtseyn des andern ist, so ist jedes es<lb n="8"/>in dem andern gegenseitig, als seine <hi rendition="#g">ganze</hi> Einzelnheit; und die Gatten geben [sich]<lb n="9"/>eine ganz gemeinsame Existenz, in der sie nicht in der Verbindung mit irgend einer<lb n="10"/>Einzelnheit einem besondern Zwek sondern als Individuen nach der Totalität in der<lb n="11"/>sie der Natur angehören Eines sind. Diß Band als in dem die Totalität das Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>seyn eines jeden, ist eben darum heilig, und von dem Begriffe eines <hi rendition="#g">Contracts</hi><lb n="13"/>als welchen man die Ehe hat ansehen wollen gänzlich entfernt. In diesem lebendigen<lb n="14"/>Einsseyn beyder, in [dem] das Bewußtseyn eines jeden sich ausgetauscht hat, und es<lb n="15"/>ist als seines und das Bewußtseyn des andern, ist das Bewußtseyn ebenso nothwendig</p>
<pb n="303" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=306" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DES BESITZES</fw>
<p><lb n="1"/>die Mitte, an der sich beyde abscheiden und in der sie eins sind, ihre existirende<lb n="2"/>Einheit. <hi rendition="#g">Diese</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi>, <hi rendition="#g">worin</hi> sie sich für Eins als aufgehobene ihres Gegensatzes<lb n="3"/>erkennen, und [in] welchem sie sich ebendarum wieder entgegengesetzt sind, [ist]<lb n="4"/>als für sich seyende. Die Seite der Mitte, worin sie sich als eins, und als aufgehobene<lb n="5"/>Erkennen ist nothwendig ein Bewußtseyn, denn sie sind nur als Bewußtseyn Eins;<lb n="6"/>es ist das Kind, in welchem sie sich als in <hi rendition="#g">Einem</hi> Bewußtseyn als Eins erkennen, und<lb n="7"/>ebendarin als aufgehobene, und sie schauen in ihm diß ihr Aufgehobenwerden an.<lb n="8"/>Sie erkennen sich in ihm als Gattung, sich als ein anderes als sie selbst sind, nemlich<lb n="9"/>als gewordne Einheit. Aber diese gewordne Einheit ist selbst ein Bewußtseyn und<lb n="10"/>zwar ein Bewußtseyn worin das Aufgehoben werden der Eltern sich anschaut, oder<lb n="11"/>es ist ein Bewußtseyn in welchem das Bewußtseyn der Eltern wird; oder die<lb n="12"/>Eltern müssen es <hi rendition="#g">erziehen</hi>. Indem sie es erziehen setzen sie ihr gewordenes Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>seyn in ihm, und sie erzeugen ihren Tod indem sie es zum Bewußtseyn beleben<lb n="14"/>[und das Bewußtseyn der Eltern] seine Reflexion in sich selbst, die Leerheit der<lb n="15"/>absoluten Einzelnheit realisirt, und als gewordenes Bewußtseyn unorganische<lb n="16"/>Natur wird, zu deren Totalität sich der Mensch als Kind erhebt. Bisher <hi rendition="#g">war</hi> <hi rendition="#g">dem</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">andre</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Entgegensetzung</hi> ein<lb n="18"/><hi rendition="#g">rein</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi>; hier ist das Bewußtseyn sich selbst ein anderes geworden; den</p>
<pb n="304" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=307" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Eltern das Kind, die Eltern dem Kinde; und die Erziehung des Kindes ist daß das<lb n="2"/>ihm als ein andres als es selbst ist, gesetzte Bewußtseyn sein eignes werde, oder seine<lb n="3"/>unorganische Natur die es in sich zehrt, ist ein gewordenes Bewußtseyn; der Proceß<lb n="4"/>der Individualität ist ein Gestalten, und dasjenige was hier die werdende Gestalt in<lb n="5"/>sich zehrt, ist die gewordene Individualität. Wie vorhin im praktischen sichselbst<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>gestalten des Bewußtseyns das Bewußtseyn als ein reales seyendes gegen die Natur<lb n="7"/>erschien, so erscheint es hier als ein <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> werdendes. In der theoretischen<lb n="8"/>Potenz wurde das Bewußtseyn für sich selbst zu seinem Begriffe wozu es im Thiere<lb n="9"/>geworden war; in der theoretischen Potenz wurde es für <hi rendition="#g">uns</hi> zu einem absolut<lb n="10"/>Einzelnen in der formalen Vernünftigkeit; in der praktischen Potenz wurde für sich<lb n="11"/>diese absolute Einzelnheit; <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">uns</hi> zu einem das sein Bewußtseyn in einem andern<lb n="12"/>hat, hier wird es diß für sich selbst. Das Bewußtseyn wird zu einem solchen, welches<lb n="13"/>ein andres Bewußtseyn in sich setzt. In der Erziehung hebt sich die <hi rendition="#g">bewußtlose</hi> <hi rendition="#g">Ein<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi> des Kindes auf, sie gliedert sich in sich, sie wird zum gebildeten <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi>;<lb n="15"/>das Bewußtseyn der Eltern ist seine Materie, auf deren Kosten es sich bildet; sie sind<lb n="16"/>ihm ein unbekanntes dunkles Ahnden seiner selbst; sie heben sein einfaches gedrun<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>genes in sich seyn auf; was sie ihm geben, verlieren sie; sie ersterben in ihm; denn<lb n="18"/>was sie ihm geben, ist ihr eignes Bewußtseyn. Das Bewußtseyn ist hier das Werden<lb n="19"/>eines andern Bewußtseyns in ihm, und die Eltern schauen in seinem Werden ihr<lb n="20"/>Aufgehobenwerden an. Die Welt kommt nicht an diß Bewußtseyn als ein werden-</p>
<pb n="305" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=308" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">POTENZ DES BESITZES</fw>
<p><lb n="1"/>des, wie bisher in der absoluten Form <hi rendition="#g">eines</hi> <hi rendition="#g">aüssern</hi>, sondern durchgegangen<lb n="2"/>durch die Form des Bewußtseyns; seine unorganische Natur ist das <hi rendition="#g">Wissen</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">Eltern</hi>, die Welt ist schon eine zubereitete; und die Form der <hi rendition="#g">Idealität</hi> ist es,<lb n="4"/>was an das Kind kommt. Indem die Welt als diese ideelle Welt an das werdende<lb n="5"/>Bewußtseyn kommt, so ist die Aufgabe dieses Bewußtseyns die Bedeutung, die<lb n="6"/>Realität dieses ideellen zu finden, wie das ideelle existirt; es muß diese Idealität reali<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>siren. Es hat sich damit das bisherige Verhältniß des Bewußtseyns umgekehrt;<lb n="8"/>bisher war das AÜSSERE, für das thätige Bewußtseyn [als] die eine Seite des Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>satzes, die andre Seite das einzelne vielfach in sich bestimmte, eine nicht ideelle.<lb n="10"/>Hier ist es das Einzelne, und die andre Seite seines Gegensatzes ist das ideelle eine<lb n="11"/>Welt, wie sie im Bewußtseyn ist. So hebt sich für das bisher im Gegensatze seyende<lb n="12"/>thätige Bewußtseyn der Gegensatz selbst auf; indem die andere bisher als nicht be<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>wußte Seite gesetzte, selbst ein Bewußtseyn ist, und so ist hier der umgekehrte<lb n="14"/>Weg die ideale Welt zu realisiren. So erzeugt sich das Bewußtseyn für sich selbst<lb n="15"/>als Identität des innern und aüssern. Es ist für das Kind der Widerspruch der realen<lb n="16"/>Welt, und der idealen der Eltern vorhanden, ihm als werdendem Bewußtseyn hebt<lb n="17"/>sich dieser Widerspruch, indem es die reale ihm als nicht bewußte Seite ideell setzt,<lb n="18"/>und die bewußte Seite, die ideelle der Eltern realisirt. Die Thätigkeit des Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>seyns als eines Thätigen ist diese absolut entgegengesetzte Thätigkeit; es vereinigt<lb n="20"/>sich beydes, und es ist erst ein sich selbst gewordnes Bewußtseyn. Es hebt sich eben</p>
<pb n="306" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=309" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>so das aüssre auf, als es die Innerlichkeit Idealität aufhebt; beyde sind für es als ein<lb n="2"/>aüsseres vorhanden.</p>
<p><lb n="3"/>In der Familie ist hiemit die <hi rendition="#g">Totalität</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Bewußtseyns</hi> dasselbe als ein<lb n="4"/><hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> selbst werdendes; das Individuum schaut in dem andern sich selbst an;<lb n="5"/>das andre ist dasselbe Ganze des Bewußtseyns und es hat sein Bewußtseyn in dem<lb n="6"/>andern in dem erzeugten</p>
<pb n="307" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=310" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">KAMPF UM ANERKENNUNG</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>22.</head>
<head><lb n="2"/>ES IST ABSOLUT NOTHWENDIG …</head>
<p><lb n="3"/>es ist absolut nothwendig daß die Totalität zu der das Bewußtseyn in der Familie<lb n="4"/>gelangt ist, sich in einer andern solchen Totalität Bewußtseyn sich als sich selbst<lb n="5"/>erkennt; in diesem Erkennen ist jeder für den andern unmittelbar ein absolut ein<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>zelner. Jeder setzt sich im Bewußtseyn des andern, hebt die Einzelnheit des andern<lb n="7"/>auf, oder jeder [setzt] in seinem Bewußtseyn den andern, als eine absolute Einzelnheit<lb n="8"/>des Bewußtseyns. Diß ist das gegenseitige <hi rendition="#g">Anerkennen</hi> überhaupt, und wir sehen;<lb n="9"/>wie diß Anerkennen bloß als solches, als Setzen seiner als einer einzelnen Totalität<lb n="10"/>des Bewußtseyns in eine andere einzelne Totalität des Bewußtseyns existiren kann.<lb n="11"/>Der Einzelne ist nur ein Bewußtseyn, insofern jede Einzelnheit seines Besitzes, und<lb n="12"/>seines Seyns, an sein ganzes Wesen geknüpft erscheint, in seine Indifferenz aufge-</p>
<pb n="308" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=311" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>nommen ist; insofern er jedes Moment <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">setzt</hi>, denn diß ist das<lb n="2"/>Bewußtseyn das ideellseyn der Welt. Die Verletzung einer seiner Einzelnheiten ist<lb n="3"/>daher unendlich sie eine absolute Beleidigung, eine Beleidigung seiner als eines<lb n="4"/>Ganzen, eine Beleidigung seiner Ehre; und die Kollision um jedes einzelne ist ein<lb n="5"/>Kampf um das Ganze; das Ding, die Bestimmtheit, kommt als Werth, als ein Ding<lb n="6"/>gar nicht in Betracht; es ist vielmehr ganz vernichtet, ganz ideell; es ist nur dieses,<lb n="7"/>daß es auf mich bezogen ist, daß ich ein Bewußtseyn bin [es] seinen Gegensatz gegen<lb n="8"/>mich verlohren hat. Als diese Totalität treten beyde, die sich als diese Totalität der<lb n="9"/>Einzelnheiten gegen einander anerkennen, und anerkannt wissen wollen, gegenein<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>ander auf; und die Bedeutung die [sie] sich gegeneinander geben, ist daß jeder in dem<lb n="11"/>Bewußtseyn des andern erscheine, als ein solcher, welcher ihn aus der ganzen <hi rendition="#g">Exten<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="12" break="no"/><hi rendition="#g">sion</hi> seiner Einzelnheiten ausschliesse. β daß er in diesem seinem Ausschliessen<lb n="13"/>wirklich Totalität sey. Diß kann keiner dem andern, durch Worte, Versicherungen,<lb n="14"/>Drohungen oder Versprechen erweisen; denn die Sprache ist nur die ideelle Existenz<lb n="15"/>des Bewußtseyns, hier aber sind wirkliche, d. i. absolut entgegengesetzte absolut<lb n="16"/>für sich seyende gegeneinander; und ihre Beziehung ist schlechthin eine praktische,<lb n="17"/>selbst eine wirkliche, die Mitte ihres Anerkennens muß selbst eine wirkliche seyn.</p>
<pb n="309" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=312" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">KAMPF UM ANERKENNUNG</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Sie</hi> <hi rendition="#g">müssen</hi> <hi rendition="#g">daher</hi> <hi rendition="#g">einander</hi> <hi rendition="#g">verletzen</hi>; daß jeder in der Einzelnheit seiner<lb n="2"/>Existenz sich als ausschliessende Totalität setze, muß wirklich werden; die Beleidi<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gung ist nothwendig, nur indem ich den andern in seinem erscheinenden Seyn<lb n="4"/>störe, kann er sein Ausschliessen eines andern wirklich machen; er sich als Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>seyn darstellen, daß diß sein Seyn, die Einzelnheit indifferent, daß diß aüsserliche<lb n="6"/>in ihm selbst ist; in seinem Besitze muß jeder besonders nothwendig gestört werden,<lb n="7"/>denn im Besitze liegt der Widerspruch, daß ein aüsseres, ein Ding, ein allgemeines<lb n="8"/>der Erde, daß diß in der Macht <hi rendition="#g">eines</hi> <hi rendition="#g">einzelnen</hi> seyn soll, was wider die Natur<lb n="9"/>des Dings als eines allgemeinen aüssern ist, und <hi rendition="#g">es</hi> ist das allgemeine gegen die<lb n="10"/>unmittelbare <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> des Bewußtseyns. – Durch die nothwendige Verletzung,<lb n="11"/>die zum Anerkennen führen soll, sind beyde in dem Verhältnisse, sich gegen ein<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>ander als negative absolute Einzelnheit Totalität zu setzen, indem jeder den andern<lb n="13"/>thätlich ausschließt, den in der Verletzung sich genommenen Besitz aufhebt, verletzt<lb n="14"/>er zugleich den andern, er negirt etwas in dem andern, das dieser als das seinige<lb n="15"/>setzte; jeder muß das von dem andern negirte, als in <hi rendition="#g">seiner</hi> Totalität seyend als<lb n="16"/>nicht ein aüsseres behaupten; und es in dem andern aufheben; und indem in diesem<lb n="17"/>einzelnen schlechthin jeder seine Totalität als eines einzelnen behauptet, so kommt es</p>
<pb n="310" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=313" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>zur Erscheinung, <hi rendition="#g">daß</hi> <hi rendition="#g">jeder</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Totalität</hi> des <hi rendition="#g">andern</hi> negirt; das gegenseitige<lb n="2"/>Anerkennen der einzelnen Totalität eines jeden, indem diese eine einzelne negirte<lb n="3"/>ist, wie sie in Beziehung kommt, wird eine negative Beziehung der Totalität; jeder<lb n="4"/>[muß] sich so als Totalität in dem Bewußtseyn des andern setzen, daß er gegen den<lb n="5"/>andern, seine ganze erscheinende Totalität sein Leben an die Erhaltung irgend einer<lb n="6"/>Einzelnheit setzt und ebenso muß jeder auf den Tod des andern gehen; ich kann<lb n="7"/>[mich] nur als diese einzelne Totalität im Bewußtseyn des andern erkennen, inso<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>fern ich in seinem Bewußtseyn mich setze, als ein solcher, der [ich] in meinem Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>schliessen, eine Totalität des Ausschliessens bin, auf seinen Tod gehe; indem ich auf<lb n="10"/>seinen Tod gehe, setze ich mich selbst dem Tode aus, wage ich mein eignes Leben;<lb n="11"/>ich begehe den Widerspruch die Einzelnheit meines Seyns, und meines Besitzes be<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>haupten zu wollen; und diese Behauptung geht in ihr Gegentheil über, daß ich<lb n="13"/>diesen ganzen Besitz, und die Möglichkeit alles Besitzes und Genusses, das Leben<lb n="14"/>selbst aufopfere; indem ich mich als Totalität der Einzelnheit setze, hebe ich mich<lb n="15"/>selbst als Totalität der Einzelnheit auf; ich will anerkannt seyn in dieser Extension<lb n="16"/>meiner Existenz, in meinem Seyn und Besitze, aber ich verwandle diß darein, daß<lb n="17"/>ich diese Existenz aufhebe, und werde nur als vernünftig als Totalität in Wahrheit<lb n="18"/>anerkannt, indem ich so selbst, indem ich auf den Tod des andern gehe, mein eignes</p>
<pb n="311" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=314" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">KAMPF UM ANERKENNUNG</fw>
<p><lb n="1"/>Leben wage und dise Extension meiner Existenz selbst die Totalität meiner Einzeln<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>heit aufhebe.</p>
<p><lb n="3"/>Diß Anerkennen der <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> der Totalität <hi rendition="#g">führt</hi> <hi rendition="#g">also</hi> das Nichts des<lb n="4"/>Todes [herbei]. Jeder muß von dem andern erkennen ob er ein absolutes Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>seyn sey, α) jeder muß [sich] in eine solche Beziehung gegen den andern setzen,<lb n="6"/>wodurch diß an den Tag kommt, er muß ihn verletzen, und jeder kann nur von<lb n="7"/>dem andern wissen, ob er Totalität seye, als indem er ihn bis auf den Tod treibt;<lb n="8"/>und jeder erweist sich eben so nur als Totalität für sich indem er mit sich selbst bis<lb n="9"/>auf den Tod geht. Wenn er an sich selbst innerhalb des Todes stehen bleibt, sich<lb n="10"/>dem andern nur erweißt, als Verlust eines Theils oder des ganzen Besitzes daran<lb n="11"/>setzend, als Wunden, nicht das Leben selbst, so ist er für den andern unmittelbar<lb n="12"/>eine nicht Totalität, er ist nicht absolut für sich, er wird der Sklav des andern. Wenn<lb n="13"/>er an dem andern innerhalb des Todes stehen bleibt, und den Streit vor dem Tödten<lb n="14"/>aufhebt, so hat er weder sich als Totalität erwiesen, noch den andern als solchen<lb n="15"/>erkannt.</p>
<pb n="312" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=315" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Diß anerkennen der Einzelnen ist also absoluter Widerspruch in ihm selbst; das<lb n="2"/>anerkennen ist nur das Seyn des Bewußtseyns als einer Totalität in einem andern<lb n="3"/>Bewußtseyn, aber indem es wirklich wird, so hebt es das andre Bewußtseyn auf,<lb n="4"/>hiemit hebt sich das Anerkennen selbst auf; es realisirt sich nicht, sondern hört viel<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mehr auf zu seyn, indem es ist. Und doch ist zugleich das Bewußtseyn nur als<lb n="6"/>ein Anerkanntwerden von einem andern, und es ist zugleich nur Bewußtseyn als<lb n="7"/>absolutes numerisches Eins, und muß als solches anerkannt werden; d. h. aber es<lb n="8"/>muß auf den Tod des andern, und seinen eigenen gehen; und ist nur in der Wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>lichkeit des Todes.</p>
<p><lb n="10"/>Dieses was wir erkennen, daß das anerkannte Totalität Bewußtseyn nur ist, indem<lb n="11"/>es sich aufhebt, ist nun ein erkennen dieses Bewußtseyns selbst; es macht selbst diese<lb n="12"/>Reflexion seiner selbst in sich selbst daß die einzelne Totalität indem sie als solche<lb n="13"/>sich erhalten, seyn will, sich selbst absolut aufopfert, sich aufhebt; und damit das<lb n="14"/>Gegentheil dessen thut, worauf sie geht; sie kann selbst nur seyn, als eine aufgehobe<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>ne; sie kann sich nicht erhalten als eine seyende, sondern nur als eine als aufgehoben<lb n="16"/>gesetzte; und sie setzt hiemit sich selbst als eine aufgehobene, und kann nur als eine<lb n="17"/>solche anerkannt werden; diß unmittelbar Eins und dasselbe; sie ist eine sich selbst<lb n="18"/>aufhebende und sie ist eine anerkannte; die im andern Bewußtseyn als sie selbst ist;<lb n="19"/>sie ist hiemit absolut allgemeines Bewußtseyn. Diß Seyn des aufgehobenseyn der<lb n="20"/>einzelnen Totalität ist die Totalität als absolut allgemeine als absoluter <hi rendition="#g">Geist</hi>; es</p>
<pb n="313" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=316" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">KAMPF UM ANERKENNUNG</fw>
<p><lb n="1"/>ist der Geist, als absolut reales Bewußtseyn; die einzelne Totalität schaut sich an,<lb n="2"/>als eine ideelle, aufgehobene, und sie [ist] nicht mehr einzelne; sondern sie ist sich<lb n="3"/>selbst diß aufgehobenseyn ihrer selbst, und sie ist nur anerkannt, sie ist nur <hi rendition="#g">allge<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">mein</hi> als diese aufgehobene; die Totalität als eine Einzelnheit ist gesetzt an ihr selbst<lb n="5"/>als eine bloß mögliche nicht für sich seyende, in ihrem Bestehen nur eine solche die<lb n="6"/>immer zum Tode bereit ist, die auf sich Verzicht gethan hat, die wohl als einzelne<lb n="7"/>Totalität ist, als Familie und im Besitze und Genuß, aber so, daß diß Verhältniß<lb n="8"/>ihr selbst ein ideelles ist, und sich erweißt, als es selbst aufopfernd. Diß Seyn des<lb n="9"/>Bewußtseyns das als einzelne Totalität ist als eine die auf sich Verzicht gethan hat,<lb n="10"/>schaut eben darin [sich] in einem andern Bewußtseyn an, ist unmittelbar selbst für<lb n="11"/>sich als ein anderes Bewußtseyn, oder sie ist <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> Bewußtseynen nur als diß<lb n="12"/>andre Bewußtseyn ihrer selbst; d. h. als aufgehobene ihrer selbst; so ist sie anerkannt;<lb n="13"/>in jedem andern Bewußtseyn ist sie was sie unmittelbar für sich selbst ist, indem sie<lb n="14"/>in einem andern ist, eine aufgehobene, dadurch ist die Einzelnheit absolut gerettet;<lb n="15"/>ich bin absolute Totalität indem das Bewußtseyn der andern, als eine Totalität der<lb n="16"/>Einzelnheit in mir nur als aufgehobnes ist; aber eben so ist meine Totalität <hi rendition="#g">der</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">in</hi> andern aufgehobene; die Einzelnheit ist absolute Einzelnheit<lb n="18"/>UNENDLICHKEIT unmittelbares Gegentheil ihrer selbst; das Wesen des Geistes;<lb n="19"/>auf eine einfache Weise die Unendlichkeit in sich, zu haben, so daß der Gegensatz<lb n="20"/>sich unmittelbar aufhebe. Diese drey Formen, des Seyns, Aufhebens, und seyns als</p>
<pb n="314" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=317" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Aufgehobenseyns, sind absolut als Eines gesetzt. Die einzelne Totalität <hi rendition="#g">ist</hi>, denn die<lb n="2"/>andern einzelnen Totalitäten sind nur als aufgehobene gesetzt; es setzt sich so in<lb n="3"/>dem aufgehobenen Bewußtseyn der andern, es wird anerkannt; in diesen ist seine<lb n="4"/>Totalität ebenso eine aufgehobene, und indem es sich im Anerkennen realisirt, ist es<lb n="5"/>aufgehoben; und es ist <hi rendition="#g">darin</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> als ein <hi rendition="#g">aufgehobenes</hi>; es erkennt<lb n="6"/>sich selbst als ein aufgehobenes, denn eben <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> nur ALS ANERKANNT; als<lb n="7"/>nicht anerkanntes als nicht ein andres Bewußtseyn als es selbst ist, ist es gar nicht;<lb n="8"/>sein Anerkanntwerden ist seine Existenz, und es ist in dieser Existenz nur als ein auf<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gehobenes. Diß <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> ist also ein Aufgehobenseyn der Be<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>wußtseyne als einzelner; ein aufgehobenseyn, welches zugleich die ewige Bewegung<lb n="11"/>des zu sich selbst werden eines, in einem andern, und des sich anders werden in sich<lb n="12"/>selbst ist; es ist allgemeines, bestehendes Bewußtseyn; es ist nicht blosse Form der<lb n="13"/>einzelnen ohne <hi rendition="#g">Substanz</hi>, sondern die Einzelnen sind nicht mehr; es ist <hi rendition="#g">abso<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">lute</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi>, <hi rendition="#g">es</hi> ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi> <hi rendition="#g">eines</hi> Volks für den das Bewußtseyn als ein<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>zeln, nur sich Form ist, die sich unmittelbar ein andres wird, die Seite seiner Bewe<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>gung, die absolute <hi rendition="#g">Sittlichkeit</hi>, der einzelne als Mitglied eines Volkes ist ein<lb n="17"/>sittliches Wesen dessen Wesen die lebendige Substanz der allgemeinen Sittlichkeit,<lb n="18"/>es als einzelnes, eine ideelle Form; eines seyenden, nur als aufgehobenes; das Seyn</p>
<pb n="315" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=318" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS VOLK</fw>
<p><lb n="1"/>der Sittlichkeit in ihrer lebendigen Mannichfaltigkeit sind die <hi rendition="#g">Sitten</hi> des Volkes.<ref type="anker" target="#fn-318-1">¹</ref></p>
<space/>
<p><lb n="2"/>Der absolute Geist eines Volkes ist das absolut allgemeine Element, der Äther, der<lb n="3"/>alle einzelnen Bewußtseyne in sich verschlungen, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> leben<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>dige, <hi rendition="#g">einzige</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi>; sie muß ebenso <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">thätige</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi> seyn; und<lb n="5"/>sich als Bewußtseyn entgegensetzen und die erscheinende Mitte der entgegengesetz<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>ten seyn, dasjenige in dem sie ebenso eins sind, als in welchem sie sich entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>setzen; und gegen das sie thätig sind, ihr vernichtendes Eins dessen Thätigkeit<lb n="8"/>gegen sie ihre eigene Thätigkeit ist, so wie ihre Thätigkeit gegen dasselbe die<lb n="9"/>Thätigkeit des Geistes; der Geist des Volkes, muß sich ewig zum WERKE werden,<lb n="10"/>oder er ist nur als ein ewiges Werden zum Geiste. Zum Werke ist er sich geworden<lb n="11"/>indem Thätigkeit in ihm gesezt ist, die hiemit gegen ihn; und diese Thätigkeit<lb n="12"/>gegen ihn, ist unmittelbar das Aufheben ihrer selbst. Diß anderswerden seiner<lb n="13"/>selbst; ist daß er <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">passives</hi> auf sich <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">thätiges</hi> bezieht; als thätiges<lb n="14"/>Volk ein sich bewußtseyendes überhaupt in das Product, das sich selbst gleiche<lb n="15"/>übergeht; und indem diß gemeinschafftliche Werk aller, das Werk ihrer als be-</p>
<note xml:id="fn-318-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>keine Komposition, kein Vertrag, kein stillschweigender<lb n="17"/>oder ausgesprochener Urvertrag; der einzelne einen Theil seiner Freyheit aufgeben, sondern<lb n="18"/>ganz, seine einzelne Freyheit ist nur sein Eigensinn sein Tod.</note>
<pb n="316" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=319" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>wußtseycnder überhaupt ist, so werden sie sich als ein aüsseres darin, aber diß aüssere<lb n="2"/>ist ihre That, es ist nur zu was sie es gemacht haben, es sind sie selbst, als thätige<lb n="3"/>aufgehobene; und in dieser Aüsserlichkeit ihrer selbst, in ihrem Seyn als aufgeho<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>bener als Mitte schauen sie sich als Ein Volk an; und diß ihr Werk ist <hi rendition="#g">somit</hi> ihr<lb n="5"/>eigner Geist selbst. Sie erzeugen ihn, aber sie verehren ihn als ein für sich selbst<lb n="6"/>seyendes; und er ist für sich selbst, denn ihre Thätigkeit, wodurch sie ihn erzeugen,<lb n="7"/>ist das Aufheben ihrer selbst, diß Aufheben ihrer selbst, worauf sie gehen, ist der für<lb n="8"/>sich seyende allgemeine Geist.</p>
<p><lb n="9"/>Sein Leben ist <hi rendition="#g">Aus</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Einathmen</hi>; <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Auseinandergehen</hi>, <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">tritt</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">thätiges</hi> <hi rendition="#g">gegenüber</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">passivem</hi>; <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi>, <hi rendition="#g">eine</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">thätigen</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">passiven</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Werk</hi>, <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">diesem</hi> Werk<lb n="12"/>ist das <hi rendition="#g">passive</hi> und thätige selbst <hi rendition="#g">aufgehoben</hi>; er ist das absolut allgemeine, er<lb n="13"/>ist nur Werk, indem der Gegensatz des thätigen und passiven ist, aber indem das<lb n="14"/>thätige als solches gegen das passive ist, so hört das thätige und passive auf, ein Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>satz zu seyn, und es ist nur das absolut allgemeine. Der Gegensatz nur das absolute<lb n="16"/>Verschwinden seiner selbst. Es muß Wahrheit haben, daß die einzelnen ihre ein<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>zelne Totalität als eine ideelle setzen, nicht ein Betrug aller gegen das Ganze. Das<lb n="18"/>sittliche Werk des Volks ist das lebendigseyn des allgemeinen Geistes; er als Geist<lb n="19"/>ihr ideales Einsseyn, als Werk ihre Mitte, der Kraislauff des sich vom Werk als<lb n="20"/>einem todten abscheiden, und als thätige einzelne sich setzen, und es als allgemeines<lb n="21"/>Werk, ebenso unmittelbar nur sich darin aufheben, und sich nur eine aufgehobne<lb n="22"/>Thätigkeit aufgehobne Einzelnheit seyn.</p>
<pb n="317" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=320" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Werden</hi> dieser Idee des Geistes aus seiner unorganischen Natur<lb n="2"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">sittlichen</hi> <hi rendition="#g">Geistes</hi> ist die Nothwendigkeit seines Handelns in der Totalität<lb n="3"/>seines Werks. Er ist als absolut sittlicher Geist wesentlich als das unendliche negative<lb n="4"/>das Aufheben der Natur, in der er sich <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi> <hi rendition="#g">geworden</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, das<lb n="5"/><hi rendition="#g">Setzen</hi> <hi rendition="#g">derselben</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, und dann der absolute Genuß seiner<lb n="6"/>selbst, indem er sie in sich zurückgenommen hat.</p>
<p><lb n="7"/><hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">Erste</hi> ist <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">negatives</hi> <hi rendition="#g">Werk</hi>, <hi rendition="#g">sein</hi> Gerichtetseyn <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">die</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Erscheinung</hi> des <hi rendition="#g">anders</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, <hi rendition="#g">oder</hi> seine unorganische <hi rendition="#g">Natur</hi>.<lb n="9"/><hi rendition="#g">Die</hi> unorganische Natur des sittlichen Geistes aber ist nicht das, was wir Natur<lb n="10"/>überhaupt nennen; die Natur als <hi rendition="#g">Andersseyn</hi> des Geistes; d. h. als ein bestehendes<lb n="11"/>in der Totalität der Momente; diese ist im Bewußtseyn überhaupt in der Sprache<lb n="12"/>vom Gedächtnisse, und vom Werkzeuge, als eine aufgehobene gesetzt, und diß als<lb n="13"/>aufgehoben gesetztseyn der Natur, der Geist in seiner Negativität ist die absolute<lb n="14"/>Totalität des Bewußtseyns als <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>, oder die Familie, und in ihrer<lb n="15"/>Realität als ein Familiengut besitzend. Diese Totalität ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Gesetzt<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">seyn</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> nur <hi rendition="#g">different</hi>, sich beziehend auf<lb n="17"/>ein entgegengesetztes und seine Totalität die Realisirung dieses differenten, Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>seyn. Aber diese Totalität ist es, die von ihrer differenten Beziehung ihrer Existenz<lb n="19"/>in der Natur befreyt, ein absolut positiver Geist, ein absolut allgemeiner werden<lb n="20"/>muß, und die Familie als solche, die <hi rendition="#g">Realität</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> ist die <hi rendition="#g">unorgani-</hi></p>
<pb n="318" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=321" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">sche</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Geistes</hi>, welche [sich] als eine aufgehobene setzen, in die Potenz<lb n="2"/>des allgemeinen erheben muß. Wir betrachten zuerst wie sie als bestehend aber<lb n="3"/>bezeichnet mit dem Charakter der Allgemeinheit [ist].</p>
<p><lb n="4"/>I. Die vorhergehenden Potenzen sind überhaupt ideale, sie sind erst existirend,<lb n="5"/>in einem Volke; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Sprache</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Sprache</hi> <hi rendition="#g">eines</hi> <hi rendition="#g">Volks</hi>, ebenso<lb n="6"/><hi rendition="#g">Verstand</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Vernunft</hi>. Nur als Werk eines Volks ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Sprache</hi> <hi rendition="#g">die</hi><lb n="7"/>ideale <hi rendition="#g">Existenz</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Geistes</hi>, in welcher er sich ausspricht, was er seinem Wesen<lb n="8"/>[nach] und in seinem Seyn ist; sie ist ein allgemeines an sich anerkanntes im Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>seyn aller auf dieselbe Weise wiederhallendes; jedes sprechende Bewußtseyn wird<lb n="10"/>unmittelbar darin zu einem andern Bewußtseyn. Sie wird ebenso ihrem Innhalte<lb n="11"/>nach erst in einem Volke zur wahren Sprache, zum aussprechen, was jeder meynt;<lb n="12"/>Barbaren wissen nicht zu sagen, was sie meynen; sagen es nur halb, oder das gerade<lb n="13"/>Gegentheil dessen, was sie sagen wollen; nur in einem Volke ist dasjenige vorhan<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>den schon als <hi rendition="#g">aufgehoben</hi> gesetzt; als <hi rendition="#g">ideelles</hi>, allgemeines <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> <hi rendition="#g">vor<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">handen</hi>, was das Gedächtniß das Werden zur Sprache erst ideell macht; die Spra<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>che ist ihrem Wesen nach für sich selbst vorhanden, ideell gesetzte Natur; und sie ist<lb n="17"/>gleichsam blosse Form, sie ist ein blosses Sprechen, eine Aüsserlichkeit; sie ist nicht<lb n="18"/>ein Produciren, sondern die blosse Form des aüsserlich machens, was schon producirt<lb n="19"/>ist, wie es gesprochen werden muß; [das] formale der reinen Thätigkeit das unmit<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>telbare Werden des innerlichseyn zu seinem Gegentheile zu einem aüssern. Die<lb n="21"/>Bildung der Welt zur Sprache ist an sich vorhanden. Wie das Werden des Verstands</p>
<pb n="319" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=322" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>und der Vernunft fällt sie in die Erziehung, sie ist für das werdende Bewußtseyn<lb n="2"/><hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">ideelle</hi> <hi rendition="#g">Welt</hi>, als seine unorganische Natur vorhanden, und es hat nicht sich<lb n="3"/>aus der Natur auf dise Weise loszureissen, sondern <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi> <hi rendition="#g">derselben</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Realität</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">finden</hi>; für die Sprache die Bedeutung zu suchen, die in dem<lb n="5"/>Seyn ist; diß ist ebenso für dasselbe; es bleibt gleichsam nur die formale Thätigkeit<lb n="6"/>des Beziehens derselben, die schon sind, aufeinander.</p>
<p><lb n="7"/>Die Sprache wird also auf diese Weise in einem Volke reconstruirt, daß sie als das<lb n="8"/>ideelle Vernichten des aüssern, selbst <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">aüsseres</hi> ist, das vernichtet, aufgehoben<lb n="9"/>werden muß, um zur bedeutenden Sprache zu werden, zu dem was sie an sich, ihrem<lb n="10"/>Begriffe nach ist; also sie ist im Volke als ein todtes anderes als sie selbst, und wird<lb n="11"/>Totalität indem sie als ein aüsseres aufgehoben, und zu ihrem Begriffe wird.</p>
<p><lb n="12"/>B. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi>, und <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Besitz</hi> werden ebenso im Volke unmittelbar zu<lb n="13"/>einem andern als sie selbst in ihrem Begriffe sind; die Arbeit geht für sich auf das<lb n="14"/>Bedürfniß des <hi rendition="#g">Einzelnen</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">eines</hi> <hi rendition="#g">solchen</hi>, so wie der Besitz schlechthin<lb n="15"/>der eines einzelnen ist; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi> wird in ihrer Einzelnheit selbst, so wie der<lb n="16"/>Besitz eine allgemeine.</p>
<p><lb n="17"/>I. Die <hi rendition="#g">Arbeit</hi> die auf das Bedürfniß eines einzelnen ging, wird in ihm α) die<lb n="18"/>Arbeit eines einzelnen β) auch [wenn sie] nur auf sein Bedürfniß geht, eine Allge<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>meine.</p>
<p><lb n="20"/>α) für das <hi rendition="#g">Arbeiten</hi> als solches ist ebenso <hi rendition="#g">itzt</hi> die Foderung vorhanden; [es]</p>
<pb n="320" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=323" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>will <hi rendition="#g">anerkannt</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>, die Form der Allgemeinheit haben; es ist <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">allgemei<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">ne</hi> <hi rendition="#g">Weise</hi>, eine Regel aller Arbeit, die etwas für sich seyendes ist, als ein aüsseres<lb n="3"/>erscheint, als unorganische Natur, und <hi rendition="#g">gelernt</hi> werden muß; aber diß allgemeine<lb n="4"/>ist für die Arbeit das wahre Wesen; und die natürliche Ungeschicklichkeit muß sich<lb n="5"/>in der Erlernung des allgemeinen überwinden; die Arbeit ist nicht ein <hi rendition="#g">Instinct</hi>,<lb n="6"/>sondern eine Vernünftigkeit, die sich im Volke zu einem allgemeinen macht, und<lb n="7"/>darum der Einzelnheit des Individuums entgegengesetzt ist, die sich überwinden<lb n="8"/>muß, und das Arbeiten ist ebendarum nicht <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Instinkt</hi> sondern in der Weise<lb n="9"/>des Geistes vorhanden, daß <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">subjective</hi> <hi rendition="#g">Thätigkeit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Einzelnen</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">doch</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">andres</hi> <hi rendition="#g">geworden</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, eine allgemeine Regel, und erst die Geschick<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>lichkeit des Einzelnen durch diesen Proceß des Erlernens wird; durch das Anders<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>werden ihrer selbst zu sich zurückkehrt.</p>
<p><lb n="13"/>Das Anerkennen der Arbeit, und Geschicklichkeit [geht] eben den Kraislauff im<lb n="14"/>Allgemeinen durch, den es im einzelnen durchs Erlernen hat.<ref type="anker" target="#fn-323-1">¹</ref> Gegen die allgemeine<lb n="15"/>Geschicklichkeit setzt <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">einzelne</hi> als <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">besonderes</hi>, scheidet sich<lb n="16"/>davon ab und macht sich geschickter als die andern, erfindet tauglichere Werkzeuge,<lb n="17"/>aber was an seiner besondern Geschicklichkeit ein wahrhafft allgemeines ist, ist die<lb n="18"/><hi rendition="#g">Erfindung</hi> eines allgemeinen; <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> erlernen es; heben seine Beson<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>derheit auf, und sie wird unmittelbar allgemeines Gut.</p>
<note xml:id="fn-323-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>der umgekehrte Weg; des herausziehens aus dem allgemeinen</note>
<pb n="321" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=324" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Das <hi rendition="#g">Werkzeug</hi> <hi rendition="#g">als</hi> solches <hi rendition="#g">hält</hi> <hi rendition="#g">vom</hi> <hi rendition="#g">Menschen</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> materielles Vernichten<lb n="2"/>ab; aber es bleibt <hi rendition="#g">darin</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">formales</hi>, <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">bleibt</hi> seine <hi rendition="#g">Thätigkeit</hi> <hi rendition="#g">die</hi> auf ein<lb n="3"/>todtes gerichtet ist, und zwar ist seine Thätigkeit wesentlich das Tödten desselben,<lb n="4"/>es aus seinem lebendigen Zusammenhange herauszureissen, und es zu setzen als ein zu<lb n="5"/>vernichtendes; als ein solches; in der MASCHINE hebt der Mensch selbst diese seine<lb n="6"/>formale Thätigkeit auf, und läßt sie ganz für ihn arbeiten. Aber jeder Betrug, den<lb n="7"/>er gegen die Natur ausübt, und mit dem er innerhalb ihrer Einzelnheit stehen bleibt,<lb n="8"/>rächt sich gegen ihn selbst; was er ihr abgewinnt, je mehr er sie unterjocht, desto<lb n="9"/>niedriger wird er selbst. Indem er die Natur durch mancherley Maschinen bearbei<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>ten läßt, so hebt er die Nothwendigkeit seines Arbeitens nicht auf, sondern schiebt<lb n="11"/>es nur hinaus, entfernt es von der Natur; und richtet sich nicht lebendig auf sie als<lb n="12"/>eine lebendige, sondern es entflieht diese negative Lebendigkeit, und das Arbeiten,<lb n="13"/>das ihm übrig bleibt, wird selbst <hi rendition="#g">maschinenmässiger</hi>; er <hi rendition="#g">vermindert</hi> sie nur<lb n="14"/>fürs Ganze, aber nicht für den einzelnen, sondern vergrössert sie vielmehr, denn je<lb n="15"/>maschinenmässiger die Arbeit wird, desto weniger Werth hat [sie], und desto mehr<lb n="16"/>muß er auf diese Weise arbeiten.</p>
<p><lb n="17"/>γ. Nemlich <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi> ist <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Arbeiten</hi> eines einzelnen für <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Bedürf<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">nisse</hi> <hi rendition="#g">zugleich</hi> eine allgemeine ideale; es befriedigt seine Bedürfnisse wohl damit;<lb n="19"/>aber nicht mit diesem bestimmten von ihm bearbeiteten, sondern daß es <hi rendition="#g">seine</hi><lb n="20"/><hi rendition="#g">Bedürfnisse</hi> <hi rendition="#g">befriedige</hi>, wird es ein anderes als es ist; der Mensch erarbeitet<lb n="21"/>sich nicht mehr das was er braucht, oder er braucht das nicht mehr, was er sich</p>
<pb n="322" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=325" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>erarbeitet hat; sondern es wird, statt der Wirklichkeit der Befriedigung seiner Be<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>dürfnisse, nur die Möglichkeit dieser Befriedigung; seine Arbeit wird eine <hi rendition="#g">for<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">male</hi> abstracte <hi rendition="#g">allgemeine</hi> eine einzelne, er schränkt sich auf die Arbeit für Eins<lb n="4"/>seiner Bedürfnisse ein, und tauscht sich dafür das für seine andern Bedürfnisse<lb n="5"/>nöthige ein. Seine Arbeit ist für <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Bedürfniß</hi> für die Abstraction eines Be<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>dürfnisses als <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">allgemeines</hi> nicht <hi rendition="#g">sein</hi> Bedürfniß, und die Befriedigung der<lb n="7"/>Totalität seiner Bedürfnisse ist eine <hi rendition="#g">Arbeit</hi> <hi rendition="#g">aller</hi>. Es tritt zwischen den Um<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>fang der Bedürfnisse des einzelnen und seine Thätigkeit dafür, die Arbeit des gan<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>zen Volkes ein, und die Arbeit eines jeden ist in Ansehung <hi rendition="#g">ihres</hi> <hi rendition="#g">Innhalts</hi> <hi rendition="#g">eine</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bedürfnisse</hi> <hi rendition="#g">aller</hi>, so wie <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Angemessenheit</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Befriedigung</hi> <hi rendition="#g">aller</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Bedürfnisse</hi>; d. h. sie hat einen <hi rendition="#g">Werth</hi>;<lb n="12"/>seine Arbeit, und sein Besitz, sind nicht was sie für ihn sind, sondern was sie für alle<lb n="13"/>sind; die Befriedigung der Bedürfnisse ist eine allgemeine Abhängigkeit aller von<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>einander; es verschwindet für jeden alle Sicherheit und Gewißheit daß sein Arbeiten<lb n="15"/>als einzelnes <hi rendition="#g">seinen</hi> Bedürfnissen unmittelbar gemäß ist; [er] wird als einzelnes<lb n="16"/>bedürftiges ein allgemeines. Durch die Vereinzelung der Arbeiten, ist die Geschick<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>lichkeit eines jeden für diese Arbeit unmittelbar grösser; alle Beziehungen der Natur<lb n="18"/>auf die Einzelnheit des Menschen, kommen mehr unter seine Herrschaft, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Be<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="19" break="no"/><hi rendition="#g">quemlichkeit</hi> vergrössert sich. Diese Allgemeinheit in welche das einzelne Be-</p>
<pb n="323" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=326" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS VOLK</fw>
<p><lb n="1"/>dürfniß und die Arbeit die Angemessenheit zu demselben erhoben wird, ist eine<lb n="2"/>formale Allgemeinheit; ihr Bewußtseyn nicht eine Absolutheit worin sich diese<lb n="3"/>Beziehung vernichtete ist darauf gerichtet, diese Einzelnheit aufzuheben, den Arbei<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>tenden von seiner Abhängigkeit von der Natur zu befreyen; das Bedürfniß und<lb n="5"/>die Arbeit erheben sich in die Form des Bewußtseyns; sie vereinfachen [sich,] aber<lb n="6"/>ihre Einfachheit ist die formal allgemeine abstracte das Auseinanderlegen des<lb n="7"/>Concreten, das in disem seinem Auseinanderlegen empirische Unendlichkeit der<lb n="8"/>Einzelnheiten wird; und indem er auf diese formale falsche Weise so die Natur sich<lb n="9"/>unterwirft, vergrössert das Individuum nur seine Abhängigkeit von derselben,<lb n="10"/>α) <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Vereinzelung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi> vergrössert <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Menge</hi> des bearbeiteten; an<lb n="11"/>einer Stecknadel arbeiten in einer englischen Manufactur 18 Menschen;<ref type="anker" target="#fn-326-1">¹</ref> jeder hat<lb n="12"/>eine besondre und nur diese Seite der Arbeit; ein einzelner würde vielleicht nicht<lb n="13"/>20; nicht 1 machen können; jene 18 Arbeiten unter 10 Menschen vertheilt machen<lb n="14"/>4000 des Tags; aber auf die Arbeit dieser 10, wenn sie unter 18 arbeiteten, würden<lb n="15"/>48000 in einem Tag [kommen]. Aber in demselben Verhältnisse wie die producirte<lb n="16"/>Menge steigt, fällt der Werth der Arbeit; β) die Arbeit wird umso absolut todter,<lb n="17"/>sie wird zur Maschinenarbeit, die Geschicklichkeit des einzelnen umso unendlich<lb n="18"/>beschränkter, und das Bewußtseyn der Fabrikarbeiter wird zur letzten Stumpfheit</p>
<note xml:id="fn-326-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Smith S. 8.</note>
<pb n="324" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=327" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>herabgesetzt γ und <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Zusammenhang</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">einzelnen</hi> <hi rendition="#g">Art</hi> <hi rendition="#g">von</hi> Arbeit<lb n="2"/>mit der ganzen unendlichen Masse der Bedürfnisse ganz unübersehbar, und eine<lb n="3"/><hi rendition="#g">blinde</hi> <hi rendition="#g">Abhängigkeit</hi>, so daß eine entfernte Operation oft die Arbeit einer<lb n="4"/>ganzen Klasse von Menschen, die ihre Bedürfnisse damit befriedigte, plötzlich<lb n="5"/>hemmt, überflüssig und unbrauchbar macht; so wie δ) die Assimilation der Natur<lb n="6"/>sich durch das Einschieben der Zwischenglieder, grössere Bequemlichkeit wird, so<lb n="7"/>sind diese Stuffen der Assimilation ins unendliche theilbar, und die Menge der Be<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>quemlichkeiten macht sie wieder ebenso absolut unbequem.</p>
<p><lb n="9"/><hi rendition="#g">Diese</hi> <hi rendition="#g">mannichfaltigen</hi> Arbeiten der Bedürfnisse als Dinge müssen ebenso<lb n="10"/>ihren Begriff, ihre Abstraction realisiren; ihr allgemeiner Begriff muß eben so ein<lb n="11"/>Ding seyn wie sie, das aber als allgemeines alle vorstellt; das <hi rendition="#g">Geld</hi> ist dieser materielle<lb n="12"/>existirende Begriff die Form der Einheit, oder der Möglichkeit aller Dinge des<lb n="13"/>Bedürfnisses.</p>
<p><lb n="14"/>Das Bedürfniß und die Arbeit in diese Allgemeinheit erhoben bildet so für sich<lb n="15"/>in einem grossen Volk ein ungeheures System von Gemeinschafftlichkeit, und gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>seitiger Abhängigkeit; ein sich in sich bewegendes Leben des todten, das in seiner<lb n="17"/>Bewegung blind und elementarisch sich hin und herbewegt, und als ein wildes<lb n="18"/>Thier einer beständigen strengen Beherrschung und Bezähmung bedarf.</p>
<p><lb n="19"/>γ. Diese Thätigkeit des Arbeitens und des Bedürfnisses, als die Bewegung des<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>selben hat ebenso seine ruhende Seite, im <hi rendition="#g">Besitze</hi>. Der Besitz ebenso wird im</p>
<pb n="325" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=328" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS VOLK</fw>
<p><lb n="1"/>Ganzen eines Volkes in seiner Einzelnheit ein allgemeiner, er bleibt Besitz dieses<lb n="2"/>einzelnen aber nur insofern er so durch das allgemeine Bewußtseyn gesetzt ist, oder<lb n="3"/>insofern in ihm alle ebenso das ihrige besitzen; d. h. er wird zum <hi rendition="#g">Eigenthum.</hi><lb n="4"/>Sein Ausschliessen wird ein solches, daß alle gemeinschafftlich jeden andern ebenso<lb n="5"/>ausschliessen, und in dem bestimmten Besitze alle ebenso ihren Besitz haben; oder<lb n="6"/>daß das Besitzen des Einzelnen das Besitzen aller ist. Im Besitze ist der Widerspruch,<lb n="7"/>daß ein <hi rendition="#g">Ding</hi> als Ding ein allgemeines ist, und doch nur ein einzelner Besitz seyn<lb n="8"/>soll; diser Widerspruch hebt sich durch Bewußtseyn auf, in dem es an sich als<lb n="9"/>das Gegentheil seiner selbst gesetzt wird; es ist als anerkanntes, der einzelne Besitz<lb n="10"/>und allgemeine zugleich indem in diesem einzelnen Besitz alle besitzen; die Sicher<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>heit meines Besitzes ist die Sicherheit des Besitzes aller; in <hi rendition="#g">meinem</hi> Eigenthum<lb n="12"/>haben alle ihr Eigenthum, mein Besitz hat die Form des Bewußtseyns erhalten,<lb n="13"/>es ist bestimmt [als] mein Besitz, aber als <hi rendition="#g">Eigenthum</hi> ist es nicht auf mich allein<lb n="14"/>bezogen sondern allgemein.</p>
<p><lb n="15"/>Wie in der vorherigen Potenz die Arbeit, und das Bedürfniß sich absolut ver<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>einzelt hat, so <hi rendition="#g">vereinzelt</hi> sich das <hi rendition="#g">Eigenthum</hi> in dieser Potenz; die Vereinzelung<lb n="17"/>ist das Setzen des concreten in dem allgemeinen, seine Unterschiede, die es in ihm<lb n="18"/>selbst, als der Identität entgegengesetzter hat, fallen auseinander, und werden für<lb n="19"/>sich, als Abstractionen. Die <hi rendition="#g">Totalität</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> die in der Extension<lb n="20"/>ihres Existirens in dem, dessen sie sich bemächtigte in jedem einzelnen ganz war, ist</p>
<pb n="326" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=329" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">SYSTEM DER PHILOSOPHIE · III. GEISTESPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>als aufgehobene nur im ganzen des Volkes, und das Einzelne des Bedürfnisses und<lb n="2"/>Besitzes fällt in die Natur seiner Einzelnheit zurück, das Bewußtseyn als Totalität<lb n="3"/>des Einzelnen war das Einsseyn seiner selbst, und seiner Aüsserlichkeit seines Besitzes;<lb n="4"/>indem beydes auseinander fällt, so hört der einzelne [auf] die Ehre zu haben, die in<lb n="5"/>jedem einzelnen ihr ganzes Wesen setzte. In dieser Vereinzelung fällt unmittelbar das<lb n="6"/>auf ihn als eine Organisation unmittelbar bezogene, sie constituirende, was seine<lb n="7"/><hi rendition="#g">Person</hi> genannt wird, und das was ihr aüsserlich als Sache erscheint auseinander,<lb n="8"/>da für die Ehre diese Unterscheidung nicht vorhanden ist, die in jede Beziehung<lb n="9"/>jeden Besitz sich als ganzes setzt.</p>
<pb n="327" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=330" type="body"/>
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<head><lb n="1"/>BEILAGEN</head>
<pb n="329" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=333" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">INTELLIGENZ</fw>
<head><lb n="1"/>GLIEDERUNGSNOTIZ</head>
<head><lb n="2"/>I. INTELLIGENZ.</head>
<head><lb n="3"/>I. Intelligenz.</head>
<p><lb xml:id="GW06-s333-z4" n="4"/>a) Anschauung b) Phantasie und Erinnerung wie eine Pflanze mit Wurzel und<lb n="5"/>Erde aus dem Boden genommen wird. c) Gedächtniß</p>
<p><lb n="6"/>Das Object wird gesetzt im Subjecte selbst als etwas gleichgültiges, diß innerhalb,<lb n="7"/>Phantasie und Gedächtniß, losgemacht von der Welt</p>
<p><lb n="8"/>b) Verstand; formal allgemeines; Entgegensetzung desselben, gegen das Besondre;<lb n="9"/>einssetzen; formale Reflexion in das leere; daß es <hi rendition="#g">unser</hi> Begriff ist. Beyde<lb n="10"/>Eins, α) die Bestimmtheit des Dings, dasselbe; sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> als Ding, und unsre<lb n="11"/><hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi></p>
<p><lb n="12"/>c) Vernunft; absolute Reflexion in sich selbst. Selbstbewußtseyn.</p>
<note xml:id="fn-333-1" type="rand" place="margin" n="" target="#GW06-s333-z4">Einzelnheit der Empfindung</note>
<pb n="330" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=334" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
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<head><lb n="1"/>FRAGMENT ZUM ENDE DES SYSTEMS</head>
<head><lb n="2"/>IST NUR DIE FORM …</head>
<p><lb n="3"/>ist nur die Form, der Schein der absoluten Selbstständigkeit der absoluten Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>wart, und es kommt darauf [an], was der Stoff ist, dem sie diesen Schein gibt; ob er<lb n="5"/>an sich absolut ist. Diesen aber kennen wir α) das allgemeine als ein inneres, muß<lb n="6"/>wesentlich ein inneres, werkloses bleiben, es ist die <hi rendition="#g">Liebe</hi>; und wenn sie sich gestal<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>tet, Liebe zu so was, als <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Weib</hi> ist. β) die Thätigkeit selbst, das lebendige Wirken,<lb n="8"/>dieser himmlisch schönen und energischen Charaktere so wohl männlicher als<lb n="9"/>weiblicher Individualitäten kann nur einzelne That, Verwirrung im Einzelnen, eine<lb n="10"/><hi rendition="#g">romantische</hi> <hi rendition="#g">Abentheurerey</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>. γ) die Gestalten aber, worin dise lebendigen<lb n="11"/>Einzelnen sich als absolutes Bewußtseyn <hi rendition="#g">anschauen</hi>, die Stiffter der Religionen<lb n="12"/>sind wesentlich wirkliche in der Geschichte existirende, nicht absolut freye Gestalten;<lb n="13"/>die Helden dieser Religionen aber solche, welche den absoluten Schmerz im Leiden<lb n="14"/>und Martern auf das grellste dargestellt, und statt eine schöne in sich befriedigte eine<lb n="15"/>aufs höchste unbefriedigte häßliche Erscheinung haben. δ) endlich ist die Beziehung<lb n="16"/>jenes ersten des einzelnen Bewußtseyns auf das Absolute Bewußtseyn, die lebendige<lb n="17"/>Beziehung wäre, daß ein Volk als das Bewußtseyn in der Form der Einzelnheit</p>
<pb n="331" facs="GW%2006%20Jenear%20Schriften%20I.pdf#page=335" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">KUNST</fw>
<p><lb n="1"/>ein allgemeines Werk vollbrächte, in welchem sie ihr absolutes Bewußtseyn als<lb n="2"/>Gestalt anschauten, sich selbst eben so darin aufgehoben, als es ihr Werk ist, oder sie<lb n="3"/>darin lebendig sind. Aber dieses absolute Bewußtseyn weil es nur als Begriff existirt<lb n="4"/>hat keine Gegenwart in dem einzelnen Bewußtseyn als solchen, es wird nicht ein<lb n="5"/>gegenwärtiges sich hier lebendig vollbringendes Werk; und es ist absolutes Jenseits,<lb n="6"/>vor welchem das individuelle Bewußtseyn sich nur vernichten kann, nicht in ihm<lb n="7"/>sich lebendig bewegen kann. Das <hi rendition="#g">Regen</hi> der Individualität vor disem absoluten<lb n="8"/>Selbstgenusse ist daher kein Epos sondern eine <hi rendition="#g">Komödie</hi>, aber eine göttliche<lb n="9"/>Komödie, in welcher das Thun des Menschen sich selbst unmittelbar zernichtet,<lb n="10"/>nur sein Nichts absolute Gewißheit hat, sein Bewußtseyn nur ein Traum eines<lb n="11"/>Bewußtseyns; sein Charakter ewig eine völlig krafftlose Vergangenheit ist, wobey<lb n="12"/>der Mensch, der dieses Schauspiel begleitet, nur in Thränen zerfliessen kann.</p>
<p><lb n="13"/>Die Kunst, welche jener Liebe, jenen romantischen Thaten, und diesen ge<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>schichtlichen Gestalten und diesem Vernichten des Bewußtseyns Gegenwart gibt,<lb n="15"/>kann solchem Innhalt sein wesentliches, daß er keine Gegenwart hat, sondern nur<lb n="16"/>absolute Sehnsucht nicht durch die Form benehmen. Der Innhalt in dem das absolute<lb n="17"/>Bewußtseyn erscheint, muß sich von seiner Sehnsucht, von seiner Einzelnheit die<lb n="18"/>ein Jenseits der Vergangenheit und der Zukunft hat befreyen, und der Weltgeist<lb n="19"/>nach der Form der Allgemeinheit ringen; der blosse Begriff des absoluten Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>genusses muß aus der Realität in die er sich als Begriff versenkt hat, erhoben [werden],<lb n="21"/>und indem er sich selbst <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Form</hi> des Begriffes, reconstruirt er die Realität seiner<lb n="22"/>Existenz und wird absolute Allgemeinheit. Nachdem</p>
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