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<title type="main">Jenaer Systementwürfe III (1805/06)</title>
<title type="short">Jenaer Systementwürfe III (1805/06)</title>
<author><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118547739">Hegel, Georg Wilhelm Friedrich</persName></author>
<respStmt><resp>Transkription und Kodierung</resp><persName>Giuliano Infantino</persName></respStmt>
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<publisher>Digitale Hegel Edition</publisher>
<idno type="work_id">gw-8</idno>
<idno type="siglum">GW 8</idno>
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<licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
<p n="database">CC BY 4.0</p>
<p n="text">public domain (Hegel, gest. 1831)</p>
<p n="attribution">Giuliano Infantino, Digitale Hegel-Edition, hegeledition.com</p>
<p n="excludes">Der historisch-kritische Apparat der Herausgeber der Gesammelten Werke ist nicht enthalten.</p>
<p n="warranty">Ohne Gewaehr. Keine Haftung fuer Richtigkeit oder Eignung.</p>
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<title type="source">Jenaer Systementwürfe III (1805/06)</title>
<title type="series">GW</title>
<biblScope unit="volume" n="8">8</biblScope>
<publisher>Felix Meiner Verlag</publisher>
<idno type="source_pdf">GW/GW 08 Jenear Schriften III.pdf</idno>
<idno type="pdf_filename">GW 08 Jenear Schriften III.pdf</idno>
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<projectDesc><p>Quellfassung der Digitalen Hegel-Edition: der vollständige Bestand des Bandes einschließlich
Titel-, Verzeichnis-, Leer- und Anhangseiten, aus dem sich die Leserdaten (work-*.js) exakt zurückgewinnen lassen.
Der historisch-kritische Apparat der Herausgeber der Gesammelten Werke ist nicht erfasst.</p></projectDesc>
<editorialDecl>
<p>Der Text steht einmal, in der Zeilenfolge des Drucks (lb/@n = gedruckte Zeilenzahl). Daraus ergeben sich zwei Fassungen:
die Druckzeilen und die Lesefassung. lb ergibt in der Lesefassung ein Leerzeichen, lb[@break="no"] nichts,
lb[@type="zeile"] einen Zeilenwechsel, lb[@type="absatz"] einen Absatzwechsel; das erste lb einer Einheit ergibt nichts.
Text vor dem ersten lb einer Einheit gehört nur der Lesefassung an.</p>
<p>Nur in den Druckzeilen stehen: pc[@force="weak"] (Trennstrich am Zeilenende), seg[@type="balken"] (Blattwechselbalken
der GW mit seinen Leerzeichen), seg[@type="marke"] (gedruckte Notenmarke am Notenanfang), seg[@type="verweis"]
(Verweisziffer auf den nicht erfassten Apparat), seg[@type="fuehrungspunkte"] und seg[@type="leerraum"] (Führungspunkte und Leerraum, die nur der Druck hat) und choice/orig. seg[@rend="g-umgekehrt"] steht in beiden Fassungen, in den Druckzeilen mit umgekehrtem Sperrzustand. Nur in der Lesefassung steht choice/reg.
ref[@type="anker"] gibt in den Druckzeilen die gedruckte Marke wieder, in der Lesefassung den Notenanker;
ptr[@type="anker"] steht in beiden Fassungen als Anker.</p>
<p>hi[@rendition="#g"] ist Sperrsatz; ein leeres hi steht für zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Grenzen.
lb[@rend="g-umgekehrt"]: an diesem Zeilenwechsel gilt in den Druckzeilen der umgekehrte Sperrzustand
(der Lauf ist dort zeilenweise geschlossen und neu geöffnet, in der Lesefassung läuft er durch, oder umgekehrt).</p>
<p>pb/@n ist die Buchseite der GW, pb/@facs die Seite im PDF-Scan, pb/@type die Seitenart des Bestands
(nur "body" erscheint im Leser), pb[@subtype="apparat"]: die Seite trägt im Druck Herausgeberapparat.
milestone[@unit="vorlage"]/@n: Seiten- oder Blattangabe der Vorlage (Originaldruck, Handschrift).
fw[@type="header"]: Kolumnentitel.</p>
<p>Hegels Noten: note/@xml:id ist die Notenkennung des Bestands (weitere Teile mit .t2, .t3 …, verkettet über
@prev/@next), @n die Marke, @type die Lage in der Handschrift (rand, ueber, kopf …), @place die Stellung im Druck
(margin, supralinear), @target die Zeile, an der eine Randnote steht. Überschriften öffnen ein neues div;
eine Hierarchie wird nicht behauptet.</p>
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<rendition xml:id="g" scheme="free">Sperrsatz</rendition>
<rendition xml:id="anmerkung" scheme="free">Anmerkung zum Paragraphen (im Druck kleiner)</rendition>
<rendition xml:id="grad2" scheme="free">zweiter Schriftgrad der GW</rendition>
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<profileDesc><langUsage><language ident="de">Deutsch</language></langUsage></profileDesc>
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<div type="inhalt" subtype="toc_printed"><list>
<item n="1"><ref n="1">NATURPHILOSOPHIE UND PHILOSOPHIE DES GEISTES</ref></item>
<item n="2"><ref n="3">[Naturphilosophie]</ref></item>
<item n="3"><ref n="3">I. Mechanik.</ref></item>
<item n="4"><ref n="4">I. Begriff des Raums und der Zeit.</ref></item>
<item n="5"><ref n="4">a Raum.</ref></item>
<item n="6"><ref n="5">Dimensionen des Raums</ref></item>
<item n="7"><ref n="7">α) Erste Stellung, welche vom Begriffe der Dimension ausgeht, die Dimensionen in der Form des Seyns.</ref></item>
<item n="7"><ref n="9">β) Stellung der Dimensionen, welche von dem bestimmten Raume ausgeht.</ref></item>
<item n="7"><ref n="10">γ. dritte Stellung der Dimensionen.</ref></item>
<item n="5"><ref n="10">b. Zeit.</ref></item>
<item n="4"><ref n="14">II. Realität des Raums und der Zeit – die Bewegung.</ref></item>
<item n="4"><ref n="22">III. Die Masse.</ref></item>
<item n="3"><ref n="34">II. Gestaltung und Chemismus.</ref></item>
<item n="4"><ref n="34">A. Gestaltung.</ref></item>
<item n="5"><ref n="38">I. Der einzelne Körper, oder Werden der Schwere zur Elasticität.</ref></item>
<item n="5"><ref n="44">b. Werden der Elasticität zur Flüssigkeit.</ref></item>
<item n="4"><ref n="60">II. Chemismus.</ref></item>
<item n="5"><ref n="61">A. Mechanik der Wärme.</ref></item>
<item n="5"><ref n="70">B. Proceß.</ref></item>
<item n="6"><ref n="72">Der Proceß, der sich durch sich selbst verlaüfft.</ref></item>
<item n="4"><ref n="76">III. Totaler Proceß.</ref></item>
<item n="5"><ref n="88">I. Mechanik des irrdischen Feuers oder Gestaltung des physischen Körpers.</ref></item>
<item n="5"><ref n="99">II. Chemismus des physischen einzelnen Körpers, oder des irrdischen Feuers.</ref></item>
<item n="3"><ref n="108">III. Das Organische.</ref></item>
<item n="4"><ref n="128">I. Vegetabilischer Organismus.</ref></item>
<item n="4"><ref n="147">[II.] Animalischer Proceß</ref></item>
<item n="2"><ref n="185">[Philosophie des Geistes]</ref></item>
<item n="3"><ref n="185">[I. Der Geist nach seinem Begriffe.]</ref></item>
<item n="4"><ref n="185">[a. Intelligenz.]</ref></item>
<item n="4"><ref n="202">b. Willen.</ref></item>
<item n="3"><ref n="222">II. Wirklicher Geist.</ref></item>
<item n="4"><ref n="223">[a. Anerkanntseyn.]</ref></item>
<item n="5"><ref n="223">a. [Unmittelbares Anerkanntseyn.]</ref></item>
<item n="5"><ref n="228">b. Vertrag.</ref></item>
<item n="5"><ref n="232">c. Verbrechen und Straffe.</ref></item>
<item n="4"><ref n="236">b. das Gewalt habende Gesetz.</ref></item>
<item n="3"><ref n="253">III. Constitution.</ref></item>
<item n="4"><ref n="266">Die Stände; oder die Natur des sich in sich selbstgliedernden Geistes.</ref></item>
<item n="5"><ref n="267">I) die niedern Stände und Gesinnungen.</ref></item>
<item n="5"><ref n="270">II. Der Stand der Allgemeinheit</ref></item>
<item n="5"><ref n="277">C. Kunst, Religion und Wissenschafft.</ref></item>
<item n="1"><ref n="289">BEILAGEN</ref></item>
<item n="2"><ref n="291">Ein Blatt zur Naturphilosophie</ref></item>
<item n="2"><ref n="294">Gliederungsfragment zur Naturphilosophie</ref></item>
<item n="3"><ref n="295">III. Physik.</ref></item>
<item n="4"><ref n="296">I. Mechanik des Feuers oder Gestaltung des physischen Körpers</ref></item>
<item n="4"><ref n="297">II. Chemismus des physischen Körpers</ref></item>
<item n="3"><ref n="299">III Organismus</ref></item>
<item n="4"><ref n="299">A. Mineralogischer Organismus</ref></item>
<item n="4"><ref n="300">B. Vegetabilischer Organismus.</ref></item>
<item n="5"><ref n="300">a) Begriff des organischen Processes.</ref></item>
<item n="5"><ref n="302">b) der erste organische Proceß; der vegetabilische Organismus.</ref></item>
<item n="4"><ref n="304">C. Animalischer Organismus</ref></item>
</list></div>
<div type="inhalt" subtype="toc_headings"><list>
<item><ref n="3">[NATURPHILOSOPHIE]</ref></item>
<item><ref n="3">I MECHANIK.</ref></item>
<item><ref n="4">I. BEGRIFF DES RAUMS UND DER ZEIT.</ref></item>
<item><ref n="4">a RAUM.</ref></item>
<item><ref n="5">Dimensionen des Raums</ref></item>
<item><ref n="7">α) Erste Stellung, welche vom Begriffe der Dimension ausgeht, die Dimensionen in der Form des Seyns.</ref></item>
<item><ref n="9">β) Stellung der Dimensionen, welche von dem bestimmten Raume ausgeht.</ref></item>
<item><ref n="10">γ. dritte Stellung der Dimensionen</ref></item>
<item><ref n="10">b. ZEIT.</ref></item>
<item><ref n="14">II. REALITÄT DES RAUMS UND DER ZEIT – DIE BEWEGUNG.</ref></item>
<item><ref n="22">III. DIE MASSE.</ref></item>
<item><ref n="34">II. GESTALTUNG UND CHEMISMUS.</ref></item>
<item><ref n="34">A. GESTALTUNG.</ref></item>
<item><ref n="38">I. DER EINZELNE KÖRPER, ODER WERDEN DER SCHWERE ZUR ELASTICITÄT.</ref></item>
<item><ref n="44">b. WERDEN DER ELASTICITÄT ZUR FLÜSSIGKEIT.</ref></item>
<item><ref n="60">II. CHEMISMUS.</ref></item>
<item><ref n="61">A. MECHANIK DER WÄRME</ref></item>
<item><ref n="70">B. PROCESS.</ref></item>
<item><ref n="72">Der Proceß, der sich durch sich selbst verlaüfft.</ref></item>
<item><ref n="76">III. TOTALER PROCESS.</ref></item>
<item><ref n="88">I. MECHANIK DES IRRDISCHEN FEUERS ODER GESTALTUNG DES PHYSISCHEN KÖRPERS</ref></item>
<item><ref n="99">II. CHEMISMUS DES PHYSISCHEN EINZELNEN KÖRPERS, ODER DES IRRDISCHEN FEUERS.</ref></item>
<item><ref n="108">III. DAS ORGANISCHE.</ref></item>
<item><ref n="128">I. VEGETABILISCHER ORGANISMUS.</ref></item>
<item><ref n="147">[II.] ANIMALISCHER PROCESS</ref></item>
<item><ref n="185">[PHILOSOPHIE DES GEISTES]</ref></item>
<item><ref n="185">[I. DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE.]</ref></item>
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<item><ref n="223">a. [UNMITTELBARES ANERKANNTSEYN.]</ref></item>
<item><ref n="228">b. VERTRAG.</ref></item>
<item><ref n="232">C. VERBRECHEN UND STRAFFE.</ref></item>
<item><ref n="236">b. DAS GEWALT HABENDE GESETZ.</ref></item>
<item><ref n="253">III. CONSTITUTION.</ref></item>
<item><ref n="266">DIE STÄNDE; ODER DIE NATUR DES SICH IN SICH SELBSTGLIEDERNDEN GEISTES.</ref></item>
<item><ref n="267">I) DIE NIEDERN STÄNDE UND GESINNUNGEN.</ref></item>
<item><ref n="270">II. DER STAND DER ALLGEMEINHEIT</ref></item>
<item><ref n="277">C. KUNST, RELIGION UND WISSENSCHAFFT.</ref></item>
<item><ref n="291">EIN BLATT ZUR NATURPHILOSOPHIE</ref></item>
<item><ref n="292">BEILAGEN</ref></item>
<item><ref n="294">GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR NATURPHILOSOPHIE</ref></item>
<item><ref n="295">III. PHYSIK.</ref></item>
<item><ref n="296">I. MECHANIK DES FEUERS ODER GESTALTUNG DES PHYSISCHEN KÖRPERS</ref></item>
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<item><ref n="300">a) BEGRIFF DES ORGANISCHEN PROCESSES</ref></item>
<item><ref n="302">b) DER ERSTE ORGANISCHE PROCESS; DER VEGETABILISCHE ORGANISMUS</ref></item>
<item><ref n="304">C. ANIMALISCHER ORGANISMUS</ref></item>
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<pb n="1" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=4" type="body"/>
<head><lb n="1"/>NATURPHILOSOPHIE<lb n="2"/>UND PHILOSOPHIE DES GEISTES<lb n="3"/>VORLESUNGSMANUSKRIPT ZUR REALPHILOSOPHIE<lb n="4"/>(1805/06)</head>
<pb n="3" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=6" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<head><lb n="1"/>[NATURPHILOSOPHIE]</head>
<head><lb n="2"/>I</head>
<head><lb n="3"/>MECHANIK.</head>
<p><lb n="4"/>Die Idee als das in seinen Begriff zurükgegangne Daseyn kann nun die <hi rendition="#g">absolute</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">Materie</hi> oder <hi rendition="#g">Äther</hi> genannt werden. Es erhellt daß diß gleichbedeutend ist mit<lb n="6"/>reinem Geiste, denn diese absolute Materie ist nichts sinnliches sondern der Begriff<lb n="7"/>als reiner Begriff in sich selbst, der als solcher existirend Geist ist, und der jenen<lb n="8"/>Nahmen erhält, insofern hieran nicht gedacht wird, so für diesen jener Nahmen<lb n="9"/>verschmäht wird, aus dem gleichen Grunde. – So in seiner Einfachheit und Sich<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>selbstgleichheit ist es also der bestimmungslose seelige Geist, die unbewegte Ruhe,<lb n="11"/>oder das aus dem Andersseyn ewig in sich zurükgekehrte Wesen; die Substanz<lb n="12"/>und Seyn aller Dinge, so wie die unendliche <hi rendition="#g">Elasticität</hi>, die jede Form und<lb n="13"/>Bestimmtheit verschmäht und in sich aufgelöst hat, aber ebendarum die absolute<lb n="14"/><hi rendition="#g">Weichheit</hi> und Fähigkeit aller Form [ist]. Der Äther durchdringt also nicht Alles,<lb n="15"/>sondern er <hi rendition="#g">ist</hi> selbst Alles, denn er ist das <hi rendition="#g">Seyn</hi>; er hat nichts ausser ihm, und<lb n="16"/>verändert sich nicht; denn er ist das Auflösen von Allem, und ist die reine einfache<lb n="17"/>Negativität, die flüssige und untrübbare Durchsichtigkeit. Dieses reine Wesen<lb n="18"/>aber in dieser Sichselbstgleichheit in das <hi rendition="#g">Seyn</hi> zurükgegangen, es hat den <hi rendition="#g">Unter</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/><hi rendition="#g">schied</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Unterschied</hi> in sich getilgt und hintersichgelassen, und ist ihm gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>übergetreten, oder er ist das Ansich, welches sein Werden nicht an ihm als diesem<lb n="21"/>Wesen dargestellt hat; er ist nur die schwangre Materie, welche als absolute Be<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>wegung in sich die Gährung ist, die ihrer selbst als aller Wahrheit gewiß in dieser</p>
<pb n="4" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=7" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>freyen Selbstständigkeit der Momente, die sie in ihr erhalten in sich und sich gleich<lb n="2"/>bleibt.</p>
<p><lb n="3"/>Insofern gesagt wird er ist Äther oder absolute Materie, ist er <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, oder<lb n="4"/>reines Selbstbewußtseyn, diß als <hi rendition="#g">seyend</hi> überhaupt, nicht als seyend oder reell<lb n="5"/>bestimmt; aber diese Bestimmtheit des nicht <hi rendition="#g">da</hi>seyenden Seyns geht in das <hi rendition="#g">Da</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">seyn</hi> über, und das Element der Realität ist die allgemeine Bestimmtheit, in welcher<lb n="7"/>der Geist als Natur ist; das innre Wesen, der Äther ist nicht <hi rendition="#g">da</hi>; oder die Innerlich<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>keit seines In<hi rendition="#g">sich</hi>seyns ist nicht seine Wahrheit; ebenso wie die Bestimmung <hi rendition="#g">an</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">sich</hi> zu seyn seine Wesenheit ausdrückt, welche der Form entgegengesetzt ist.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="10"/>I.</head>
<head><lb n="11"/>BEGRIFF DES RAUMS UND DER ZEIT.</head>
<head><lb n="12"/>a</head>
<head><lb n="13"/>RAUM.</head>
<p><lb n="14"/>1. Der <hi rendition="#g">daseyende</hi> Äther ist unmittelbar der <hi rendition="#g">Raum</hi>. Daß der Raum als diese<lb n="15"/>einfache Continuität unmittelbar mit dem Ich eins ist, dadurch ist die <hi rendition="#g">Anschauung</hi><lb n="16"/>gesetzt; aber diese Bemerkung geht uns hier nicht [an]; sondern es ist diß die<lb n="17"/>Bestimmtheit dieser Continuität, <hi rendition="#g">da</hi> zu seyn; und als von Ich hierin unterschieden<lb n="18"/>ist er Raum; das <hi rendition="#g">Ansich</hi> ist überhaupt der blosse Begriff als abstractes Wesen, das<lb n="19"/>hier nicht mehr als Wahrheit gilt, sondern der Begriff ist die Sache selbst; so wie<lb n="20"/>daß der Raum <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> der unmittelbare in sich seelige Geist ist, diß <hi rendition="#g">Ansich</hi> nicht<lb n="21"/>als seine Wahrheit gilt, sondern vielmehr nicht <hi rendition="#g">ansich</hi>, sondern itzt als Natur<lb n="22"/>da zu seyn, worin liegt, daß der Geist, als selbstbewußtes Wesen <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi><lb n="23"/>fällt, was dasselbe ist, als wenn gesagt wird, er ist es <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, oder <hi rendition="#g">innerlich</hi>, in<lb n="24"/>seiner <hi rendition="#g">Idee</hi>; die Verbindung dieser Bestimmung mit dem <hi rendition="#g">daseyenden</hi> Raume</p>
<pb n="5" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=8" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>wäre dieses, daß er als <hi rendition="#g">Anschauen</hi> betrachtet würde, was hieher nicht gehört,<lb n="2"/>sondern er [ist] als <hi rendition="#g">daseyendes</hi> hier gesetzt, oder diese Ungegenständlichkeit<lb n="3"/>selbst ist gegenständlich.</p>
<p><lb n="4"/>2. Wenn im <hi rendition="#g">Anschauen</hi> das eine Moment als Selbstbewußtseyn, in der <hi rendition="#g">Idee</hi><lb n="5"/>aber beyde als <hi rendition="#g">selbstbewußter</hi> Geist bestimmt würden, so bestimmen sich in<lb n="6"/>ihm als <hi rendition="#g">daseyendem</hi> hingegen die beyden Momente, deren Sichselbstgleichheit<lb n="7"/>er ist, als <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Wesenheiten</hi>; er ist auf diese Weise die <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Quantität</hi>.<lb n="8"/>Nach seinem Begriffe die Sichselbstgleichheit, welche die absolute Negativität un<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>mittelbar an ihr hat, ist der Unterschied als ein schlechthin aufgehobener an ihr, oder<lb n="10"/>als reine <hi rendition="#g">Spur</hi>; es ist nicht kein Unterschied, sondern ein Unterschied, aber derselbe<lb n="11"/>als schlechthin unwesentlicher; oder da das unterschiedne kein Daseyn, keine<lb n="12"/>Bestimmtheit gegen das andre hat, so ist es das Nichts, das sich vom Nichts unter<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>scheidet, und also unmittelbar nicht unterschieden ist. Der <hi rendition="#g">daseyende</hi> Unterschied<lb n="14"/>fällt nicht ein, oder er ist die absolute <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> Unterscheidens; diß<lb n="15"/><hi rendition="#g">aussersichseyn</hi> das zu keinem <hi rendition="#g">Insichseyn</hi>, zu keinem negativen kommt, und<lb n="16"/>an dem als solchem auch diese Bewegung des Nichts durchs Nichts zu Nichts oder<lb n="17"/>zu sich selbst nicht existirt.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="18"/>Dimensionen des Raums</head>
<p><lb n="19"/>1. An dieser Continuität aber als <hi rendition="#g">daseyender</hi> ist der Unterschied, der ihrem<lb n="20"/>Begriffe zukommt ebenso <hi rendition="#g">da</hi>, aber ohne die Gleichgültigkeit dieser Continuität<lb n="21"/>zu unterbrechen und aufzuheben, und als Unterschiede des Begriffs sind sie es<lb n="22"/>zugleich <hi rendition="#g">wesentlich</hi> voneinander. Diese Entwicklung <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Negativität</hi> sind<lb n="23"/>die <hi rendition="#g">Dimensionen</hi> des Raums; als Momente des Allgemeinen sind sie <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi><lb n="24"/>als aufgehobene, deren Substanz oder Seyn er ist, und die zu keinem eignen Insich-</p>
<pb n="6" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=9" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>seyn kommen, sondern die Momente seines Insichseyns sind; ihre Nothwendigkeit<lb n="2"/>als Nothwendigkeit, und ihre Negativität gegeneinander ist daher selbst nur als eine<lb n="3"/><hi rendition="#g">Verschiedenheit</hi> vorhanden, deren Seiten immer <hi rendition="#g">zugleich</hi>, keine ohne die<lb n="4"/>andre <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, die sich gegenseitig aufhebende Entgegensetzung und Fortbewegung<lb n="5"/>ist in dieser Gleichgültigkeit paralysirt.</p>
<p><lb n="6"/>2. Ihr wesentlicher Unterschied, der an der Unwesentlichkeit selbst sein Seyn<lb n="7"/>hat, muß also auch sich als gleichgültiger darstellen, und die <hi rendition="#g">Stellung</hi> des <hi rendition="#g">Ver</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/><hi rendition="#g">hältnisses</hi> seiner Momente dadurch aufheben, daß er die entgegengesetzte nimmt,<lb n="9"/>und drittens die Gleichgültigkeit der Momente selbst als solche ausdrückt. Die<lb n="10"/>Momente des Raumes haben also die ebenso vielfache Stellung, als der Begriff in<lb n="11"/>der Bewegung seiner Reflexion in sich Momente ausdrückt. Oder die Dimension<lb n="12"/>hat die dreyfache Bedeutung, ein negatives Moment des Raums zu seyn, und die<lb n="13"/>Bestimmtheit seiner absoluten Gleichgültigkeit, und hiemit ihn selbst aufzuheben;<lb n="14"/>ebenso aber, indem sie das negative ihrer vorhergehenden Dimension ist, ist sie ein<lb n="15"/>Aufheben der Negativität, und eine Wiederherstellung des gleichgültigen Raumes,<lb n="16"/>und durch diese gedoppelte Seite drittens selbst ein gleichgültiges Moment.<lb n="17"/>Nach der Seite, daß jede das Aufheben der vorhergehenden Dimension ist, ist die<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>jenige, welche als erste auf irgend eine Weise auftritt, eine solche die zugleich<lb n="19"/>keine ist, oder worin die Dimension überhaupt sich aufhebt, wo diß Dimension,<lb n="20"/>daß sie die Gleichgültigkeit des Raums nicht afficirt, oder daß sie <hi rendition="#g">keine</hi> ist, und<lb n="21"/>eigentlich ausser ihm fällt.</p>
<p><lb n="22"/>3. Indem diese Negativität, welche der Dimension überhaupt und ihr in der<lb n="23"/>Bestimmtheit ihres Verhältnisses diese entgegengesetzte <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> gibt, in die<lb n="24"/>Gleichgültigkeit des Raums fällt, so ist sie zuerst ebenso gleichgültig als eine Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>schiedenheit von <hi rendition="#g">Stellungen</hi> zu betrachten.</p>
<pb n="7" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=10" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>α) Erste Stellung, welche vom Begriffe der Dimension ausgeht,<lb n="2"/>die Dimensionen in der Form des Seyns.</head>
<p><lb n="3"/>1) die Dimension, als ihr Begriff, Negation des Raumes zu seyn, gehört ihm<lb n="4"/>selbst nicht an, sondern ist nur Beziehung überhaupt auf. Sie als diß Element ist<lb n="5"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Punkt</hi>. Man muß vom Punkte sagen, daß er ebensowohl am Raume ist, als<lb n="6"/>nicht ist. Er ist <hi rendition="#g">darin</hi>, er ist die Dimension nicht als Negatives überhaupt, sondern<lb n="7"/>bestimmt als negatives <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Raums</hi>. Zugleich indem er das einfache <hi rendition="#g">negative</hi><lb n="8"/>desselben überhaupt, oder der Begriff, und das negative als wesentliches ist, ist er<lb n="9"/>nicht an ihm. 2) Als Beziehung auf den Raum ist er αα) <hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">überhaupt</hi>,<lb n="10"/>und ein solches, welches das Daseyn des Nichtdaseyns ist, oder ist als absoluter<lb n="11"/><hi rendition="#g">Anfang</hi>. Die Beziehung selbst, da sie die Bestimmtheit eines Anfangs an ihr hat<lb n="12"/>ist ββ) nicht nur die ununterbrochne Continuität des Raumes selbst, oder der <hi rendition="#g">da</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">seyende</hi> Punkt, als daseyend im Raume, sondern γγ) diß Daseyn im Raume als<lb n="14"/>den Anfang überall bezeichnend; d. h. das <hi rendition="#g">Daseyn</hi> des Punktes im Raume ist die<lb n="15"/><hi rendition="#g">Linie</hi>. Als Punkt ist er nur als <hi rendition="#g">absoluter</hi> <hi rendition="#g">Anfang</hi> <hi rendition="#g">da</hi>, als aufgehobnes Daseyn,<lb n="16"/>und insofern diß Daseyn von negativen berührt ein entzweytes ist, als <hi rendition="#g">Anfang</hi><lb n="17"/>oder <hi rendition="#g">Ende</hi>. Die positive Beziehung selbst aber dieses Anfangs oder Endes auf den<lb n="18"/>Raum, die Linie, ist zugleich selbst eine solche, deren <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> der Punkt<lb n="19"/>ist, nemlich eine Continuität, welche die Einfacheit seines Begriffs erhält; der<lb n="20"/>Punkt ist zwar <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, indem er Linie ist, denn er hat Daseyn im Raume;<lb n="21"/>aber dieses Aussersichseyn selbst als dieses einfache sich erhaltend, das nur auf<lb n="22"/><hi rendition="#g">Einen</hi> Anfang und <hi rendition="#g">Ein</hi> Ende, auf <hi rendition="#g">Ein</hi> Vorher und <hi rendition="#g">Ein</hi> Nachher sich bezieht,<lb n="23"/>oder nicht die losgebundne Vielheit des Beziehens, nach allen Seiten ist, ist die reine<lb n="24"/><hi rendition="#g">Richtung</hi>.</p>
<p><lb n="25"/>Anmerkung. Die Linie, welche den Begriff der Linie selbst ausdrückt, ist die</p>
<pb n="8" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=11" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">gerade</hi>; und die Anwendung von dieser gedachten Bestimmung derselben auf die<lb n="2"/>gedankenlose Definition, die dem blossen Vorstellen angehört, daß die <hi rendition="#g">gerade</hi> Linie<lb n="3"/>der <hi rendition="#g">kürzeste</hi> <hi rendition="#g">Weg</hi> <hi rendition="#g">zwischen</hi> <hi rendition="#g">zwey</hi> <hi rendition="#g">Punkten</hi> sey, ist leicht zu machen; denn<lb n="4"/>unter <hi rendition="#g">Weg</hi> wird doch wohl <hi rendition="#g">Richtung</hi> gemeynt seyn, und das <hi rendition="#g">kürzeste</hi> ist<lb n="5"/>das in seinen Unterschieden <hi rendition="#g">wenigste</hi>; das in seinen Unterschieden wenigste aber<lb n="6"/>ist das Einfache. – Unendlichkeit.<ptr type="anker" target="#fn-11-1"/></p>
<p><lb n="7"/>Die Linie ist nun die erste Dimension des Raumes als <hi rendition="#g">Daseyn</hi> des Punkts in<lb n="8"/>ihr, aber sie selbst setzt den Anfang voraus, oder den Begriff der Dimension, und<lb n="9"/>insofern dieser als <hi rendition="#g">Punkt</hi>, selbst <hi rendition="#g">Anfang</hi> im Raume ist, wäre er die erste und sie<lb n="10"/>die zweyte Dimension.</p>
<p><lb n="11"/>3) das <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Daseyn des Negativen muß sich durch seinen Begriff<lb n="12"/>ein anderes werden, es muß nemlich die <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi> aufheben, da es viel<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>mehr ein negatives, also ein negatives der Unmittelbarkeit ist, als ein unmittelbares.<lb n="14"/>Die Linie also aussersichgesetzt ist die <hi rendition="#g">Fläche</hi>. Sie enthält ebenso die Linie als ihr<lb n="15"/>Element oder aufgehoben in ihr, denn diese [ist] als Fläche ausser sich, wie die<lb n="16"/>Linie den Punkt, oder ist die <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> der Linie; auch ist Linie ebenso ihr<lb n="17"/><hi rendition="#g">Anfang</hi> und <hi rendition="#g">Ende</hi>, oder als Linie erst im Begriffe daseyend. – Indem die Fläche<lb n="18"/>die zweyte Dimension ist, ist itzt die Negativität als realer Unterschied, als ein Da<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>seyn unterschiedner, als Linie ist er zunächst nur formal da.</p>
<p><lb n="20"/>4. Linie ist das erste negative, Fläche ist das zweyte oder das Negative des Nega<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>tiven; sie ist also in der That die Dimension, welche das Aufheben der Dimension<lb n="22"/>ist; als Fläche überhaupt <hi rendition="#g">daseyend</hi>, neben der erstern, aber nach ihrem Begriffe<lb n="23"/>das negative aufhebend ist sie die entgegengesetzte Bedeutung ihrer selbst als seyend,<lb n="24"/>und die Rükkehr des Raumes zu sich selbst, oder dazu daß die Dimension als da<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>seyend aufgehoben und wieder nur nach ihrem Begriffe gesetzt wird; es ist die</p>
<note xml:id="fn-11-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>schlechte fällt ausser</note>
<pb n="9" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=12" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Fläche</hi><ptr type="anker" target="#fn-12-1"/> die zugleich das einfache Eins des Punkts ist, oder die <hi rendition="#g">Oberfläche</hi>,<lb n="2"/>welche den Raum als Ganzes wieder herstellt, und worin er Totalität der Dimen<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>sionen, und wirklicher Raum ist. Er ist <hi rendition="#g">bestimmter</hi> Raum; das Eins des Punkts,<lb n="4"/>oder die Negation in sich zurückgegangen, selbst als allgemeines gesetzt ist <hi rendition="#g">Be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">stimmtheit</hi>.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="6"/>β) Stellung der Dimensionen, welche von dem bestimmten Raume ausgeht.</head>
<p><lb n="7"/>1. der bestimmte Raum ist der Raum als Ganzer und die Dimension hat darin<lb n="8"/>die <hi rendition="#g">Bedeutung</hi>, ein aufgehobnes zu seyn; wie sie es für uns ihrem Begriffe nach<lb n="9"/>war, so ist sie itzt gesetzt. Die Dimension nach dieser Bedeutung genommen ist<lb n="10"/>sie <hi rendition="#g">Gräntze</hi>, und wir fangen also am bestimmten Raume, als dem positiven oder<lb n="11"/>realen an, und sagen, die Fläche sey die Gräntze des bestimmten ganzen (körper<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>lichen) Raums, die Linie der Fläche, der Punkt der Linie. – In dieser Bedeutung<lb n="13"/>verliert die einzelne Dimension ihre Bestimmtheit, welche sie vorher gegen die<lb n="14"/>andre hatte; diß ist der wahre Sinn dessen, daß sie als negatives gesetzt wird. –<lb n="15"/>Wenn also in der vorigen Stellung die Linie die erste daseyende oder die unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>bare Negation war, so ist diß itzt die Fläche, und wenn die Fläche die Negation<lb n="17"/>der Negation war, so ist es itzt die Linie. – Der Punkt hatte vorhin nur die Bedeu<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>tung der Negation überhaupt, nicht dazuseyn, itzt <hi rendition="#g">positive</hi>, er ist nemlich der<lb n="19"/>positive Raum, aber der eigentliche Punkt ist itzt das Verschwinden der Gräntze;<lb n="20"/>die Linie diß selbst daseyende Verschwinden; diß drückt das Verschwinden der<lb n="21"/>Bestimmtheit, der Dimension als bestimmter überhaupt aus; das Resultat ist, daß<lb n="22"/>diese daß jede als das entgegengesetzte ihrer selbst gesetzt wurde, diese <hi rendition="#g">beyden</hi></p>
<note xml:id="fn-12-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>warum nur 3 Dimensionen? α) Fläche β) ganzer Raum <hi rendition="#g">drey</hi> Bedeutungen<lb n="24"/>γ) Aufheben der <hi rendition="#g">seyenden</hi> Dimension</note>
<pb n="10" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=13" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Bestimmtheiten verschwunden sind.<ptr type="anker" target="#fn-13-1"/> Die Dimension ist ganz <hi rendition="#g">unbestimmte</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">Verschiedenheit</hi> überhaupt.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="3"/>γ. dritte Stellung der Dimensionen</head>
<p><lb n="4"/>Sie sind drey Verschiedenheiten überhaupt; <hi rendition="#g">drey</hi> ihre reine Bestimmtheit ist<lb n="5"/>das gleichgültige der Zahl; am Raume sind sie nur Richtungen, die verschieden<lb n="6"/>sind, deren jede für die andere genommen werden [kann], so daß die wahre eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>liche Bestimmtheit hiemit ausser ihnen liegt. Am Raume überhaupt Höhe, Breite<lb n="8"/>und Länge; am bestimmten hat jede ausgedrückter den Unterschied an ihr, da sie<lb n="9"/>ihn nicht mehr nach Aussen hat; – sie ist ein Vorne und Hinten, Rechts und Links,<lb n="10"/>Oben und Unten. Was die Höhe, Breite und Länge, u.s.f. genannt werde, ist ganz<lb n="11"/>unbestimmt; es hängt allein von dem ausser dem Raume getretenen Negativen<lb n="12"/>ab. –<ptr type="anker" target="#fn-13-2"/></p>
<p><lb n="13"/>Das Negative ist ausser dem Raume getreten, denn an ihm [ist] es völlig gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gültig, oder der Unterschied ist als Unterschied nicht mehr an ihm gesetzt; die<lb n="15"/>Dimensionen sind nur noch Richtungen, und darin alle gleich; der Unterschied<lb n="16"/>selbst kein seyender mehr oder <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">gemeynter</hi>.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="17"/>b.</head>
<head><lb n="18"/>ZEIT.</head>
<p><lb n="19"/>Der Raum ist die <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">daseyende</hi> Quantität; der Begriff an ihm<lb n="20"/>selbst als unmittelbar oder in dem Elemente der Gleichgültigkeit, und des Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>einanderfallens seiner Momente. Der Unterschied ist aus dem Raume heraus<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>getreten, heißt er hört auf, diese Gleichgültigkeit zu seyn, er ist für sich in seiner</p>
<note xml:id="fn-13-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>In diesem Rükgange Punkt Bedeutung des Verschwindens der Dimension<lb n="24"/>als Bestimmtheit, als aufgehobne, als <hi rendition="#g">drey</hi>, gleichgültige<lb n="25"/><hi rendition="#g">Es</hi> <hi rendition="#g">gibt</hi></note>
<note xml:id="fn-13-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>Unterschied <hi rendition="#g">frey</hi> gelassen</note>
<pb n="11" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=14" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>ganzen Unruhe, nicht mehr paralysirt, er ist das Selbst des <hi rendition="#g">Meynens</hi>, wohin wir<lb n="2"/>ihn fallen sahen. Diese reine Quantität als reiner für sich daseyender Unterschied<lb n="3"/>ist das abstracte Unendliche, oder an sich selbst negative; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Zeit</hi>.</p>
<p><lb n="4"/>Indem der Gegensatz die Gleichgültigkeit verlohren, so ist sie das daseyende<lb n="5"/>Seyn, das unmittelbar nicht <hi rendition="#g">ist</hi>, und daseyende Nichtseyn, das ebenso unmittelbar<lb n="6"/><hi rendition="#g">ist</hi>; sie ist der daseyende reine Widerspruch; der Widerspruch hebt sich auf, sie<lb n="7"/>ist eben das <hi rendition="#g">Daseyn</hi><ptr type="anker" target="#fn-14-1"/> dieses beständigen sich Aufhebens. Ihre Momente sind eben<lb n="8"/>diese <hi rendition="#g">reinen</hi> <hi rendition="#g">Abstractionen</hi><ptr type="anker" target="#fn-14-2"/> als die des Raums; wenn die letztern, als Dimen<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>sionen realer erscheinen, so ist es allein durch die Form des gleichgültigen Bestehens.</p>
<p><lb n="10"/>Die Entfaltung des Negativen an der Zeit stellt zwar seine Dimensionen dar,<ptr type="anker" target="#fn-14-3"/><lb n="11"/>aber diese haben nicht diese verschiedenen Stellungen, sondern sind unmittelbar ihr<lb n="12"/>sich selbst aufheben. Wie der Raum als Raum überhaupt die Substanz seiner<lb n="13"/>Momente ist, ebenso die Zeit.</p>
<p><lb n="14"/>Näher betrachtet α) gehört das Eins des Raumes eigentlich als <hi rendition="#g">Eins</hi> der Zeit<lb n="15"/>an; für den Raum ist es nur sein Jenseits; der Zeit aber ist es immanent; denn Eins<lb n="16"/>ist dieses sich auf sichselbstbeziehen, sich selbst gleichseyn, das schlechthin aus<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>schliessend, das heißt <hi rendition="#g">anderes</hi> negirend ist; in seinem Begriff ist daher absolut das<lb n="18"/>Negiren, d. h. es ist an sich selbst negiren, es ist diß <hi rendition="#g">Andre</hi>, welches von ihm<lb n="19"/>negirt wird. Diß Eins <hi rendition="#g">ist</hi>, es ist <hi rendition="#g">unmittelbar</hi>; denn seine Sichselbstgleichheit<lb n="20"/>ist eben die <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi>; es ist die <hi rendition="#g">Gegenwart</hi>. Diß Itzt schließt schlecht<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>hin alles andre aus sich aus, es ist schlechthin einfach.<ptr type="anker" target="#fn-14-4"/> β) Aber diese <hi rendition="#g">Einfachheit</hi></p>
<note xml:id="fn-14-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">springende</hi> <hi rendition="#g">Punkt</hi> – Reicher als Feuer, Seele Bewegung mit seiner dem<lb n="23"/>Raume angehörenden <hi rendition="#g">Macht</hi> der <hi rendition="#g">Natur</hi>; <hi rendition="#g">Selbst</hi> das <hi rendition="#g">Zweyte</hi>; im <hi rendition="#g">Geiste</hi> das <hi rendition="#g">Erste</hi>.</note>
<note xml:id="fn-14-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>im gegenständlichen Element geht ebenso abstract zu als in unse<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>rem Kopfe</note>
<note xml:id="fn-14-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>ebenso träge sich Aufheben der Bestimmtheiten</note>
<note xml:id="fn-14-4" type="rand" n="⁴"><lb n="27"/><seg type="marke">⁴ </seg>Widerspruch reiner <hi rendition="#g">Unterschied</hi> und <hi rendition="#g">Sichselbstgleichheit</hi></note>
<pb n="12" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=15" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>und sein <hi rendition="#g">Seyn</hi>, ist ebenso das unmittelbar negative seiner Unmittelbarkeit, sein<lb n="2"/>Aufheben seiner selbst; die Gräntze, welche sich aufhebt Gräntze zu seyn, und ein<lb n="3"/>Anderes ist. Oder als das absolut sich unterscheidende hebt sie diß auf, denn sie ist<lb n="4"/>die reine Gleichheit. Das Itzt <hi rendition="#g">ist</hi>, diß ist die unmittelbare Bestimmtheit der Zeit,<lb n="5"/>oder ihre erste Dimension. Halten wir das <hi rendition="#g">Nichtseyn</hi> ihres Seyn <hi rendition="#g">fest</hi>,<ref type="anker" target="#fn-15-1">¹</ref> gegen<lb n="6"/>sie die als <hi rendition="#g">seyend</hi> gesetzt ist, so daß diß Nichtseyn sie aufhebe, so setzen wir die<lb n="7"/><hi rendition="#g">Zukunft</hi>; es ist ein anderes, welches das <hi rendition="#g">Negiren</hi> dieses Itzt ist; die zweyte<lb n="8"/>Dimension. – Die Zukunft wird <hi rendition="#g">seyn</hi>, wir <hi rendition="#g">stellen</hi> sie als <hi rendition="#g">etwas</hi> <hi rendition="#g">vor</hi> wir tragen<lb n="9"/>selbst das <hi rendition="#g">Seyn</hi> der Gegenwart auf sie über, wir stellen sie nicht als etwas bloß<lb n="10"/>negatives vor; aber diß ihr ertheilte Seyn fällt ausser ihr, es ist ein Vorgestelltes. –<lb n="11"/>Ihr wahrhafftes Seyn ist, Itzt zu sein; eben wie das Positive,<ref type="anker" target="#fn-15-2">²</ref> das Itzt diß ist, sein<lb n="12"/><hi rendition="#g">Seyn</hi> unmittelbar aufzuheben, ebenso ist [das] Negative diß sein Nichtseyn un<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>mittelbar zu verneinen und zu seyn, es ist selbst Itzt, wie die Fläche als Gräntze des<lb n="14"/>Raums selbst raümlich ist. – Die Zukunft ist daher unmittelbar in der Gegenwart,<lb n="15"/>denn sie ist das Moment des Negativen in derselben; das Itzt ist ebenso Seyn, das<lb n="16"/>verschwindet, als das Nichtseyn unmittelbar zu seinem eignen Gegentheil, zum<lb n="17"/>Seyn umgeschlagen ist; um dieser Unmittelbarkeit willen fällt das Seyn ihres<lb n="18"/>Unterschiedes ausser ihnen.</p>
<p><lb n="19"/>γ) Die Zukunft ist gegen das Itzt das <hi rendition="#g">seyende</hi> Aufheben des Seyns bestimmt<lb n="20"/>als das <hi rendition="#g">nichtseyende</hi> Aufheben; diß <hi rendition="#g">Nichtseyn</hi> sich unmittelbar aufhebend ist<lb n="21"/>zwar selbst seyend, und Itzt, aber sein Begriff ist ein anderer, als der [des] eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>lichen unmittelbaren Itzt; es ist das Itzt, welches das negirende Itzt des unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>baren aufgehoben hat. Als entgegengesetzt diesen andern Dimensionen ist diese die<lb n="24"/><hi rendition="#g">Vergangenheit</hi>, – wie die Fläche die Negation der Negation der Raum, der<lb n="25"/>Linie, – der Negation, die selbst daseyend Itzt raümlich war. – Wir halten sie ausser<lb n="26"/>den andern Dimensionen. Um der <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi> willen aber, sowohl negativ</p>
<note xml:id="fn-15-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">isoliren</hi></note>
<note xml:id="fn-15-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>sie <hi rendition="#g">ist</hi>, denn sie hob den Widerspruch des Itzt auf</note>
<pb n="13" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=16" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>gegen das negirende Itzt zu seyn, oder die Zukunft zur Vergangenheit zu machen,<lb n="2"/>oder in Beziehung auf sich selbst, als negirend sich aufzuheben, ist [sie] selbst Itzt;<lb n="3"/>und um der Untheilbarkeit des Itzt willen, sind alle drey ein und dasselbe Itzt.</p>
<p><lb n="4"/>Die Vergangenheit ist die vollendete Zeit, theils als Vergangenheit nemlich als<lb n="5"/>Dimension, ist sie das reine Resultat, oder die Wahrheit der Zeit; – theils aber ist<lb n="6"/>sie die Zeit als Totalität, die Vergangenheit ist selbst nur Dimension unmittelbar<lb n="7"/>an ihr aufgehobnes Negiren, oder sie ist <hi rendition="#g">Itzt</hi>. Das Itzt ist nur die Einheit dieser<lb n="8"/>Dimensionen. Die Gegenwart ist nicht mehr noch weniger als die Zukunft und<lb n="9"/>Vergangenheit. Was absolut gegenwärtig oder ewig ist, ist die Zeit selbst, als die<lb n="10"/>Einheit der Gegenwart Zukunft und Vergangenheit.</p>
<p><lb n="11"/>Wenn von der Zeit gesagt wird, daß sie in der absoluten Betrachtungsart vertilgt<lb n="12"/>sey, so wird sie getadelt theils wegen der Vergänglichkeit, oder ihres negativen<lb n="13"/>Charakters; aber diese Negativität ist der absolute Begriff selbst, das Unendliche,<lb n="14"/>das reine Selbst des Fürsich seyns, wie der Raum das reine Ansich seyn gegenständ<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>lich gesetzt – Sie ist um deßwillen die höchste Macht alles Seyenden, und die wahre<lb n="16"/>Betrachtungsart alles Seyenden ist deswegen es in seiner Zeit, d. h. in seinem Begriffe,<lb n="17"/>worin alles nur als verschwindendes Moment ist, zu betrachten; – theils aber weil<lb n="18"/>in der Zeit die Momente des Realen auseinandertreten, eines <hi rendition="#g">itzt</hi> ist, das andre<lb n="19"/><hi rendition="#g">gewesen</hi> ist, ein anderes <hi rendition="#g">seyn</hi> <hi rendition="#g">wird</hi>, in der Wahrheit alles ebenso als es geschieden,<lb n="20"/>unmittelbar in <hi rendition="#g">Einer</hi> Einheit ist.<ptr type="anker" target="#fn-16-1"/> – Allein diß Auseinanderhalten kommt nicht der<lb n="21"/>Zeit als Zeit zu, sondern vielmehr dem Raume der an ihr ist; denn sie eben ist nicht<lb n="22"/>diß Gleichgültige Auseinanderstellen der Momente, sondern eben dieser Wider<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>spruch, das schlechthin und rein entgegengesetzte in einer unmittelbaren Einheit zu<lb n="24"/>haben.</p>
<p><lb n="25"/>Dieser Charakter der Unmittelbarkeit, in welcher die Momente sich auflösen,<lb n="26"/>ist das, was erinnert worden, daß nemlich die Unterscheidung von ihren Dimen<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>sionen ausser ihr fällt, daß <hi rendition="#g">wir</hi> der Raum sind, worein sie gestellt verschieden sind. –<lb n="28"/>Ebenso wie wir <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Zeit</hi> sind, welche die Negation des Raums <hi rendition="#g">bewegt</hi>, daß<lb n="29"/>sie seine <hi rendition="#g">Dimensionen</hi> und deren Verschiedne Stellungen sind. – Am Raume,</p>
<note xml:id="fn-16-1" type="rand" n="¹"><lb n="30"/><seg type="marke">¹ </seg>Zeit offenbahrt alles</note>
<pb n="14" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=17" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>wie er betrachtet worden, fällt das Selbst der Negation ausser ihm, oder vielmehr,<lb n="2"/>er geht darin über, die Zeit ist sein Resultat oder Wahrheit; er ist nur das Bestehen,<lb n="3"/>aber nicht die Substanz, welche Raum und Zeit zugleich ist, und dadurch in Wahr<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>heit Raum, d. h. das Selbst seiner Dimensionen, das Eins ihrer Totalität. – Ebenso<lb n="5"/>die Zeit ist umgekehrt nicht das Bestehen der ihrigen; sondern es fällt ausser ihr. –<lb n="6"/>Wie also beyde gesetzt sind, sind sie es noch nicht in ihrer Realität.<ptr type="anker" target="#fn-17-1"/></p>
<p><lb n="7"/>Die Zeit geht in der <hi rendition="#g">Vergangenheit</hi> als ihrer <hi rendition="#g">Totalität</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">unter</hi>,<lb n="8"/>oder diese Dimension ist das ausgesprochne Aufheben derselben. Daß diß ihre<lb n="9"/>Wahrheit ist, liegt in der Unmittelbarkeit des sich aufhebens der Momente, d. h.<lb n="10"/>aber ihres Nichtbestehens. Aber die Zeit ist nur dieses Unterscheiden; sie <hi rendition="#g">ist</hi> nicht<lb n="11"/><hi rendition="#g">da</hi>, insofern ihre Unterschiede nicht sind; und sie sind nicht in dieser Unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>barkeit des Sichaufhebens; sie ist die reine Vermittlung die vielmehr in die Un<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>mittelbarkeit zusammensinkt. Sie hat wie der Raum die Zeit, so sie ihn zu ihrem<lb n="14"/>Resultate.</p>
<p><lb n="15"/>Diese Unmittelbarkeit, worein die Zeit zurükgegangen ist zugleich eine andre als<lb n="16"/>die erste von der wir anfingen; denn sie ist die ebenso absolut vermittelte. – Sie<lb n="17"/>erst ist die <hi rendition="#g">Substanz</hi> beyder, die Einheit, [die] ihr Bestehen ist, aber als die sie<lb n="18"/>noch [nicht] gesetzt waren, sondern deren ein Moment ausser jedem in das Andre<lb n="19"/>fiel. Sie ist die <hi rendition="#g">Dauer</hi>; erst in dieser sind Zeit und Raum.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="20"/>II.</head>
<head><lb n="21"/>REALITÄT DES RAUMS UND DER ZEIT –<lb n="22"/>DIE BEWEGUNG.</head>
<p><lb n="23"/>Die <hi rendition="#g">Dauer</hi> ist die Substanz des Raums und der Zeit; sehen wir auf die Exposition<lb n="24"/>ihres Begriffs zurück, so ist diese unmittelbare Einheit beyder schon der Grund,</p>
<note xml:id="fn-17-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>α) <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">uns</hi>, <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>; β) <hi rendition="#g">Resultat</hi>, <hi rendition="#g">Werden</hi>.</note>
<pb n="15" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=18" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>wodurch sie sind; denn das negative des Raums ist die Zeit; das positive, das Seyn<lb n="2"/>der Unterschiede der Zeit ist der Raum. – Aber beyde sind darin mit ungleichem<lb n="3"/>Werthe gesetzt; oder ihre Einheit ist nur dargestellt als Bewegung des Übergehens<lb n="4"/>des Einen in das Andre, so daß der Anfang und die Realisirung und das Resultat<lb n="5"/>auseinandertreten. Aber das Resultat spricht ebendiß aus, was ihr Grund und ihre<lb n="6"/>Wahrheit ist.</p>
<p><lb n="7"/>Das Dauernde ist die Sichselbstgleichheit worein die Zeit zurükgegangen; sie<lb n="8"/>ist der Raum, denn dessen Bestimmtheit ist das gleichgültige Daseyn überhaupt.<lb n="9"/>Sie also nicht mehr das unmittelbare Daseyn des Raumes, sondern itzt als das<lb n="10"/><hi rendition="#g">gesetzt</hi> was sie zuerst für uns war, nemlich als das schlechthin vermittelte, oder<lb n="11"/>als die Einheit der absoluten Negativität. In dieser ihrer Substanz [sind] nun Zeit<lb n="12"/>und Raum zu betrachten, wie sie in Wahrheit sind. Die einfache Substanz hat ebenso<lb n="13"/>wieder die Dimensionen an ihr, wie Raum und Zeit, aber es sind Dimensionen,<lb n="14"/>welche unmittelbar die Bedeutung haben, ebensowohl Raum als Zeit zu seyn.</p>
<p><lb n="15"/>a) Die einfache sichselbstgleiche <hi rendition="#g">dauernde</hi> Substanz hat wieder die Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>heit oder Dimension an ihr, als das schlechthin uncontinuirliche, ausschliessende,<lb n="17"/>das sich auf sich beziehende daseyende <hi rendition="#g">Eins</hi>, den <hi rendition="#g">Punkt</hi>; aber der Punkt ist hier<lb n="18"/>wie er in Wahrheit; nemlich als ein <hi rendition="#g">allgemeines</hi>, als ein <hi rendition="#g">Hier</hi> zuerst überhaupt;<lb n="19"/>in der Unmittelbarkeit des dauernden hat die Dimension zuerst die Form des Rau<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>mes. Aber der Punkt ist ebendarum als ganzer Raum, als Totalität aller Dimensionen,<lb n="21"/>er ist zur reinen Form geworden; er ist itzt ganzer Raum ein <hi rendition="#g">Hier</hi>; denn das<lb n="22"/><hi rendition="#g">Hier</hi> ist wohl das einfache des Punkts, aber ein Punkt, der selbst Raum ist. Diß<lb n="23"/>Hier ist nun ebensowohl Zeit, (ist eine Gegenwart, welche <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> sich<lb n="24"/><hi rendition="#g">aufhebt</hi>; ein Itzt das gewesen ist; oder es hat die Negativität in seiner Bestimmtheit,<lb n="25"/>denn es ist ein schlechthin ausschliessendes, negirendes;) diese Bestimmung fällt<lb n="26"/>nicht mehr nur in seinen Begriff, so daß sie von uns gesetzt würde, sondern sie ist<lb n="27"/>gesetzt, das Hier ist zugleich Itzt, denn es ist der Punkt der <hi rendition="#g">Dauer</hi>. Diese Einheit<lb n="28"/>des Hier und des Itzt ist der <hi rendition="#g">Ort</hi>; er ist das Hier des Raums, und als dieses Hier<lb n="29"/>zugleich auf ein anderes Hier überhaupt hinweisend. (Er ist durch jenen das gleich-</p>
<pb n="16" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=19" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gültige feste, sich nicht verändernde, das aber schlechthin auf ein anderes hinweist.<ptr type="anker" target="#fn-19-1"/></p>
<p><lb n="2"/>Aber so gesetzt ist er noch nicht in der Wahrheit des Itzt, denn dieses ist das<lb n="3"/>anders werden, unmittelbar sich aufheben. Dieser Ort weist nicht nur auf einen<lb n="4"/>andern hin, sondern hebt sich selbst auf, wird <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">anderer</hi>;) aber der Unterschied,<lb n="5"/>ist ebenso ein aufgehobner. – Es<ptr type="anker" target="#fn-19-2"/> ist in der Substanz der Dauer eben dieses unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>bare in sich Zurückgekehrtseyn gesetzt; oder der <hi rendition="#g">Ort</hi> ist das schlechthin allgemeine;<lb n="7"/>es nimmt etwas seinen Ort ein, es verändert ihn, es wird also ein anderer Ort, aber<lb n="8"/>es nimmt vor wie nach seinen Ort ein; erst als dieses allgemeine heißt das Hier<lb n="9"/>eigentlich <hi rendition="#g">Ort</hi>; es verändert etwas seinen Ort, aber kommt zugleich nicht aus<lb n="10"/>seinem Orte heraus. Diese Dialecktik, die der Ort an ihm hat, sprach Zeno aus,<lb n="11"/>indem er die Unbeweglichkeit aufzeigte; bewegen wäre nemlich seinen Ort ver<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>ändern, aber der Pfeil, kommt nicht aus seinem Ort heraus. Diese Dialectik ist<lb n="13"/>eben der unendliche Begriff, der das Hier ist, indem die Zeit an ihm selbst gesetzt ist.</p>
<note xml:id="fn-19-1" type="rand" n="¹"><lb n="14"/><seg type="marke">¹ </seg>Das <hi rendition="#g">Hier</hi> ist <hi rendition="#g">dieses</hi>, <hi rendition="#g">seyendes</hi>, <hi rendition="#g">unmittelbares</hi>; der Ort aber das schlecht<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>hin vermittelte Hier. α) Er ist ein Itzt, das nur so ist, daß es Zukunft hat, einen andern Ort,<lb n="16"/>und ebenso eine Vergangenheit, einen dritten. Erst durch zwey andre ist der Ort bestimmt;<lb n="17"/>ein <hi rendition="#g">anderer</hi> ist andres überhaupt, noch nicht die Wahrheit des anders seyns – β) er ist so<lb n="18"/>schlechthin nur durch den Unterschied von andern; eine Beziehung, die nicht dem Raume als<lb n="19"/>solchem zukommt</note>
<note xml:id="fn-19-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>jeder ist für sich nur <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Ort</hi>, d. h. sie sind einander gleich; und diese<lb n="21"/>Gleichheit ist das Hier, oder Itzt aller. – Die unterschiednen [sind] nicht die unmittelbar, abso<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>lut sich aufhebenden, sondern das Bestehen des Raums ist ihr Grund. – Es ist daher das Itzt, oder<lb n="23"/>das Eins bleiben eine Ununterscheidbarkeit Verschiedner – jedes bleibt und jedes ist verschieden<lb n="24"/>von dem andern, und gleichgültig gegen diese Verschiedenheit ist auch wieder das Einsseyn;<lb n="25"/>ihr Unterschied als solcher ist ausser ihnen, sowie das Eins ausser den Verschiednen.</note>
<pb n="17" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=20" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>b) Die Momente sind so nur nach ihrer Verschiedenheit betrachtet, oder der<lb n="2"/>Unterschied als solcher, oder die Zeit nicht wahrhafft daran gesetzt; es ist nur der<lb n="3"/>Begriff gesetzt, entgegen der Realität, oder auch vielmehr nur die Realität, nicht<lb n="4"/>der Begriff an ihm selbst als Begriff. Der Ort ist als das Itzt zuerst bestimmt; aber<lb n="5"/>diß Itzt ist ein solches, das unmittelbar Zukunft ist, d. h. es als <hi rendition="#g">daseyendes</hi> hat<lb n="6"/>das Moment an ihm, daß sein Nichtdaseyn gesetzt ist. Der Ort ist schlechthin nicht<lb n="7"/>an sich, sondern relativ, d. h. als <hi rendition="#g">anderer</hi> Ort; und unmittelbar anderer Ort; es<lb n="8"/>ist in seinem <hi rendition="#g">Begriffe</hi> ein anderer zu seyn, er ist nicht bloß ein gleichgültiger<lb n="9"/>verschiedner, und also ein solches wie die Zukunft bestimmt wurde. Diese Zukunft<lb n="10"/>ist hier nicht mehr ein nur von uns getragener Unterschied, sondern wie wir vorher<lb n="11"/>seine Substanz oder Bestehen waren, so ist in der Dauer diß itzt gesetzt; es ist ein<lb n="12"/>Raum, ein <hi rendition="#g">Ort</hi>, der Ort, zu welchem der Ort, den wir Itzt nennen, werden wird,<lb n="13"/>sie ist ein bleibendes, Nachher. Diese Zukunft ist das <hi rendition="#g">nichtdaseyende</hi> Itzt; es<lb n="14"/>hebt diese seine Bestimmtheit ebenso unmittelbar auf, und ist <hi rendition="#g">Itzt</hi>; aber es ist<lb n="15"/>damit das Aufgehobenseyn des aufgehobnen nicht daseyenden Itzt, die dritte Di<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>mension, die <hi rendition="#g">Vergangenheit</hi>, der Ort, der verlassen worden. An diesem ist sie<lb n="17"/>ein <hi rendition="#g">Vorher</hi> und hat [an] ihr sein Bleiben; sie ist seyende Vergangenheit. Es sind<lb n="18"/>drey unterschiedene Örter, der Itzt ist, der nachher einzunehmende, und der ver<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>lassene; das Verschwinden der Dimensionen der Zeit ist darin paralysirt. Aber es<lb n="20"/>ist zugleich nur <hi rendition="#g">Ein</hi> <hi rendition="#g">Ort</hi>; ein allgemeines unverändertes; derselben in aller Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>änderung. – Diese Exposition der Dauer stellt sie daher als die ihre Momente unter<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>scheidende einfache Substanz [dar], deren jeder selbst nur Einheit der Zeit und des<lb n="23"/>Raumes; bleibend in seinem unmittelbaren Aufgehobenseyn, und umgekehrt. – Es<lb n="24"/>ist die Dauer wie sie unmittelbar nach ihrem Begriffe ist, und sie ist so die <hi rendition="#g">Be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/><hi rendition="#g">wegung</hi>.</p>
<pb n="18" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=21" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Daß die Bewegung dieses ist, was erörtert worden, erhellt für sich selbst. Ihr<lb n="2"/>Wesen ist die unmittelbare Einheit der Zeit und des Raums zu seyn, welche Einheit<lb n="3"/>eben die absolute Vermittlung an ihr hat, deren Momente selbst die allgemeine<lb n="4"/>Substanz zu ihrer Realität haben; sie ist die durch den Raum reale, bestehende Zeit,<lb n="5"/>oder der durch die Zeit erst wahrhafft unterschiedne Raum. – Sie ist die Wahrheit<lb n="6"/>des dauernden; was dauert ist die Bewegung;<ptr type="anker" target="#fn-21-1"/> wie die Zeit die einfache Seele, so<lb n="7"/>ist sie der Begriff der wahren Seele der Welt; wir sind gewohnt, sie als Prädicat,<lb n="8"/>Zustand anzusehen, als das reale aber das sich bewegende oder bewegte; aber sie<lb n="9"/>ist in der That das Selbst, oder das <hi rendition="#g">Subject</hi> als Subject; Ich ist als Ich, Subject, eben<lb n="10"/>als der Begriff der Bewegung selbst seyend; Bewegung ist nicht nur anders werden,<lb n="11"/>sondern eben ihr <hi rendition="#g">Begriff</hi> ist das dauern, in sich zurükgekehrt seyn. Sie ist das<lb n="12"/>Bleiben eben des Verschwindens. Aber daß sie als Prädicat erscheint ist eben ihre<lb n="13"/>unmittelbare Nothwendigkeit, selbst zu erlöschen, die itzt näher zu betrachten ist.</p>
<p><lb n="14"/>c. Die Dauer ist Bewegung, diß ist ihr Begriff, aber dieser selbst ist die Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>heit, nur der Begriff zu seyn; wie sie betrachtet worden, ist [sie] noch nicht die reale<lb n="16"/>Bewegung. Diß näher bestimmt, so ist die Dauer als Bewegung <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Form</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Zeit</hi> gesetzt nicht des Raumes; die Dimensionen haben die Bedeutung des<lb n="18"/>Itzt, Vor und Nachher, und als raümlich nur über die Bestimmtheit eines anders<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>seyns, <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Dimensionen</hi>, wie sie am Raume als Raum sind. Daß es<lb n="20"/>aber so kam, ist dadurch, daß die Momente wie sie unmittelbar an der Dauer sind,<lb n="21"/>die Momente der Zeit sind, denn ihr gehören sie unmittelbar an; das erste un<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>mittelbare Daseyn ist der Raum; aber das erste unmittelbare Daseyn des negativen<lb n="23"/>ist die Zeit, und an der Dauer ist es zum Daseyn gekommen. –</p>
<p><lb n="24"/>Die Dauer als Bewegung als die in der Zeit gesetzte Dauer, muß aber an ihr<lb n="25"/>selbst, nicht nur durch diese unsere Betrachtung, daß diß erst der Begriff der Be<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>wegung ist, oder durch unsere Vergleichung, daß wir nur die Dimensionen der</p>
<note xml:id="fn-21-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>Momente der Quantität, vorher reines <hi rendition="#g">Seyn</hi> und <hi rendition="#g">Nichtseyn</hi>, hier Realität,<lb n="28"/>oder <hi rendition="#g">Daseyn</hi> d. h. Raum nach ihrer Gleichgültigkeit, und Zeit nach ihrem Andersseyn.</note>
<pb n="19" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=22" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Zeit nicht des Raums, Linie, Fläche finden, diß ausdrücken, daß sie diese Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>heit aufhebt, und sich in der des Raums setzt.</p>
<p><lb n="3"/>Der Ort nemlich ist in sich zurükgekehrtes Andersseyn, indem er derselbe bleibt,<lb n="4"/>sich nicht verändert, nicht aus sich herausgeht; er ist das Aufheben der gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gültigen Continuität; er ist discretes untrennbares Eins; was seine Form war, ist<lb n="6"/>ebensosehr sein Wesen; er ist Punct, aufgehobner Raum, ebensosehr als er ganzer<lb n="7"/>Raum ist. Der Ort in dieser Bedeutung des Punktes sich bewegend, erhält die<lb n="8"/>Bewegung in ihren Dimensionen die Form einer raümlichen. Sie ist α) <hi rendition="#g">lineare</hi>;<lb n="9"/>die Bewegung eines Körpers gilt nur als Punktbewegung, oder man stellt sie sich<lb n="10"/>nur als Linie, ihn als Punkt vor. Sie ist die Ortsveränderung die [wir] vorhin be<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>trachteten, und diese Veränderung eben ist es, die itzt Continuität hat;<ptr type="anker" target="#fn-22-1"/> das blei<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>bende <hi rendition="#g">Eins</hi> ist das sichbewegende, und dieses erst bewegt sich hier; es ist die <hi rendition="#g">Be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">ziehung</hi> des Itzt, Vor und Nachher, oder dessen Continuität, und die Bewegung<lb n="14"/>ist erst hierin selbst im Raume, oder das <hi rendition="#g">dauernde</hi> gesetzt, als unmittelbares.</p>
<p><lb n="15"/>β Die Bewegung ist nach dem Begriffe der Linie unmittelbar <hi rendition="#g">geradlinigte</hi>,<lb n="16"/>erst hier ist diese Bestimmung der <hi rendition="#g">geraden</hi> Linie durch sich selbst gesetzt. Wie das<lb n="17"/>Itzt u.s.w. als Ort bleibend geworden, so die Linie in ihrem Begriffe <hi rendition="#g">gesetzt</hi>,<lb n="18"/>oder ihre Bestimmtheit, <hi rendition="#g">Einfachheit</hi> zu seyn, ist selbst, Linie überhaupt nur<lb n="19"/>gegen die Fläche. Aber diese Dimension, als Negation ist sie die Negation dieses<lb n="20"/>ihres unmittelbaren Daseyns, und <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">Fläche</hi>. Oder die geradlinigte Bewegung<lb n="21"/>ist nur das Aufheben <hi rendition="#g">dieses</hi> <hi rendition="#g">Itzts</hi> es ist an ihr die Zeit nur als Zukunft gesetzt,<lb n="22"/>ein Hinausgehen, ohne Vergangenheit, und daher auch nicht die wahre Zeit, so<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>wenig als der wahre Raum; es ist eine ins unendliche gehende Bewegung, d. h.<lb n="24"/>es ist keine Bewegung. Die geradlinigte, wie [sie] z. B. im Falle oder sonst ist, ist<lb n="25"/>nicht die Bewegung an und fürsich, sondern einem andern unterworfen, worin<lb n="26"/>sie zum Prädicate geworden, oder aufgehobnes, Moment ist. Die Tangential-</p>
<note xml:id="fn-22-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>Das <hi rendition="#g">Eins</hi> ist ebenso <hi rendition="#g">Einheit</hi>, Gleichgültigkeit, aufgehobenseyn des negativen<lb n="28"/>Eins.</note>
<pb n="20" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=23" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>bewegung so ein blosses unwahres Gedankending. Als solches <hi rendition="#g">Geschwindigkeit</hi>,<lb n="2"/>und zwar gleichförmige; Aufgehobenseyn der <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Raums</hi>;<lb n="3"/><hi rendition="#g">unmittelbarer</hi> <hi rendition="#g">Begriff</hi> der Bewegung, – und zwar <hi rendition="#g">gleichförmige</hi>, der<lb n="4"/>Unterschied als <hi rendition="#g">unwesentlicher</hi>, der Grösse, und dieser selbst als solcher, oder<lb n="5"/>Gleichheit. An und für sich ist der Punkt, der sich in der geraden Linie bewegt, das<lb n="6"/>Aufheben dieses Begriffs derselben, oder der geradlinigten; er geht in sich zurück.<lb n="7"/>Er ist als sich bewegender Punkt erste Dimension, als Linie sein andersseyn, diß<lb n="8"/>hier die zweyte – anderswerden der Linie ist die Rükkehr. Diese Rükkehr ist zuerst<lb n="9"/>vieldeutig, oder Synthese.</p>
<p><lb n="10"/>1) sie ist das sich Aufheben des sich bewegenden Punktes, oder vielmehr das<lb n="11"/>Setzen dieses Aufgehobenseyns des Punkts als Punkts, oder die Widerherstellung<lb n="12"/>seiner Dauer, als entgegengesetzt seiner Bewegung, oder als dieses Setzen der Zeit<lb n="13"/><hi rendition="#g">am</hi> Raum und des Raums <hi rendition="#g">an</hi> der Zeit; er ist die Widerherstellung des <hi rendition="#g">Orts</hi>,<lb n="14"/>als unbewegten. Dieser wiederhergestellte Ort aber ist nicht der unmittelbare,<lb n="15"/>sondern der aus der Veränderung zurükgekommne, und das <hi rendition="#g">Resultat</hi> und der<lb n="16"/><hi rendition="#g">Grund</hi> der Bewegung; indem er als Dimension ist, d. h. entgegengesetzt den<lb n="17"/>andern Momenten ist er der <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi>.</p>
<p><lb n="18"/>2)<ptr type="anker" target="#fn-23-1"/> diese Rükkehr als <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Linie</hi> ist die <hi rendition="#g">Kraislinie</hi>; das Itzt und Vor und Nach<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>her, das sich mit sich zusammenschließt; die Gleichgültigkeit dieser Dimensionen,<lb n="20"/>so daß das <hi rendition="#g">Vor</hi> ebensosehr ein Nachher ist, als das <hi rendition="#g">Nach</hi> ein <hi rendition="#g">Vor</hi>; diß ist erst<lb n="21"/>die nothwendige im Raume gesetzte Paralyse derselben; die wiederhergestellte<lb n="22"/>Unmittelbarkeit. Das Itzt <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">Zukunft</hi>, es ist das Nachher gesetzt, umgekehrt<lb n="23"/>es wird vielmehr Vergangenheit; die Zukunft wird erst durch die Vermittlung des<lb n="24"/>Itzt zum Vorher; – oder Begriff und Seyn widersprechen sich; diß ist zur Einheit<lb n="25"/>geworden in der Kraisbewegung; diese ist die raümliche oder bestehende Einheit<lb n="26"/>dieser Bedeutungen; der Punkt geht auf einen Ort, der seine Zukunft ist, und ver-</p>
<note xml:id="fn-23-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>der sich bewegende Punkt, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">ruhige</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi>.</note>
<pb n="21" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=24" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>läßt einen, der das Vorbey ist, aber das was er <hi rendition="#g">nach</hi> sich hat, ist so, daß er nachher<lb n="2"/>dahin kommen wird, d. h. daß es seine Zukunft ist; und was das <hi rendition="#g">Vor</hi> ist, zu dem<lb n="3"/>er gelangt, ist ein Vorher, das er schon war, es ist sein Ziel, aber vielmehr das Ziel<lb n="4"/>es vorbeyzugehen, und sein Ziel ist der Punkt, der seine Vergangenheit ist; es ist<lb n="5"/>die Wahrheit der Zeit, daß nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit das Ziel<lb n="6"/>ist. Der Zweck ist Zukunft, das Leere, Nichtseyn das bewegende, aber vielmehr<lb n="7"/>wird nur, was schon ist, das Itzt, und vielmehr, indem es <hi rendition="#g">Zweck</hi> ist, ist es als vor<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gestelltes oder aufgehobnes Itzt, als Vergangenheit.</p>
<p><lb n="9"/>γ) Diß so bestimmte, von der Bewegung unterschiedene Aufgehobenseyn der<lb n="10"/>Momente der Zeit ist der Mittelpunkt; der beruhigte Ort; ihr Zweck ist eben das<lb n="11"/>Itzt, das sowohl Vor als Nachher ist, das unbewegte. Sie bezieht sich darauf, diß<lb n="12"/>sind die <hi rendition="#g">Radien</hi> des Kraises; aber sie erreicht ihren Zweck nicht, denn die Zeit<lb n="13"/>steht als Bestehen der entwickelten Momente jenem Punkte gegenüber.</p>
<p><lb n="14"/>δ) Diß ganze der Beziehung aber, Mittelpunkt die Beziehung auf ihn, und die<lb n="15"/>sich darauf beziehende Bewegung selbst ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Fläche</hi>, die Bewegung als das<lb n="16"/>Ganze, zunächst synthetische Ganze; worin ihre Momente ihr Erloschenseyn im<lb n="17"/>Mittelpunkt, sie selbst, und ihr Beziehen auf das Erlöschen besteht. Diese <hi rendition="#g">Fläche</hi><lb n="18"/>oder diß ihr ganze ist die <hi rendition="#g">daseyende</hi> Bewegung; Beziehung ihres realen Punkts,<lb n="19"/>auf den ruhenden. Sie selbst ist diese ganze Dauer,<ptr type="anker" target="#fn-24-1"/> ebenso der Punkt dauernd, und<lb n="20"/>die Linie dauernd, denn alle sind Einheiten der Zeit und des Raums.</p>
<p><lb n="21"/>ε) aber diese Fläche selbst bewegt sich, wird ihr andersseyn, ganzer Raum<lb n="22"/>oder das Zurükgekehrtseyn in sich, der ruhende Mittelpunkt, wird allgemeiner<lb n="23"/>Punkt, worin das Ganze sich in Ruhe versenkt. Es ist nemlich die Bewegung in</p>
<note xml:id="fn-24-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>α) Bewegung unter der Form der Zeit β) unter der Form des Raums, über<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>gehen in Ruhe γ. Dritte Stellung, Gleichgültigkeit der Zeit und [des] Raums an der Bewegung<lb n="26"/>α) Geschwindigkeit, aufgehobner Unterschied s/t; β) Unterschied der Grösse s/t²; zugleich<lb n="27"/>γ) s³/t²; ganzer Raum t²:t³ reine Grösse oder Einheiten</note>
<pb n="22" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=25" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ihrem Wesen, welche die Unterscheidung des Itzt Vor und Nach, ihre Dimen<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>sionen, oder ihren Begriff aufgehoben hat. In dem Kraise sind sie eben in Eins,<ptr type="anker" target="#fn-25-1"/><lb n="3"/>er ist der wiederhergestellte Begriff der <hi rendition="#g">Dauer</hi>, die in sich erloschne Bewegung;<lb n="4"/>es ist die <hi rendition="#g">Masse</hi> gesetzt, das dauernde das sich durch sich selbst verdichtet hat,<lb n="5"/>und die Bewegung als ihre Möglichkeit zeigt.</p>
<p><lb n="6"/>Das was die <hi rendition="#g">Erfüllung</hi> der Zeit und des Raumes genannt wird, das <hi rendition="#g">greiffbare</hi><lb n="7"/>fühlbare, was Widerstand leistet, in <hi rendition="#g">seinem</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi><lb n="8"/>ist; diß ist erreicht in der Einheit der Zeit und des Raums überhaupt, denn dieser<lb n="9"/>ist das unmittelbare Daseyn, jene aber das für sich seyn; die Dauer aber ist als <hi rendition="#g">un</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">mittelbare</hi> Einheit selbst nicht die <hi rendition="#g">reale</hi> Einheit derselben; daß sie diß sey muß<lb n="11"/>sie als in sich selbst zurükgekehrte seyn; denn das fürsichseyn ist eben diß nicht<lb n="12"/>unmittelbare, sondern sein Begriff ist die in sich zurükkehrende Bewegung;<ptr type="anker" target="#fn-25-2"/> das<lb n="13"/>Dauernde ist für sich also, also nur als diese; es ist Eins werden mit sich selbst. Die<lb n="14"/>Raumerfüllung ist α) sein <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi>, <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> da, so ist er Raum, die wider<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>standslose Continuität, die kein für sich seyn hat; er wird <hi rendition="#g">berührt</hi>, d. h. eben er<lb n="16"/>ist diese Bewegung, in seinem Seyn für ein anderes in sich zu seyn, – passiv, aber<lb n="17"/>eine Passivität, die eben so Thätigkeit für sich seyn ist; die Masse ist also dieses<lb n="18"/>immer diese Bewegung zu machen und zwar einfach unmittelbar; der Widerstand<lb n="19"/>ist die Einheit dieser Momente; er ist der Begriff.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="20"/>III.</head>
<head><lb n="21"/>DIE MASSE.</head>
<p><lb n="22"/>Die Masse unmittelbar gesetzt hat sie die Bewegung als Widerstand an ihr;<lb n="23"/>denn diese Unmittelbarkeit ist <hi rendition="#g">Seyn</hi> für anderes; das reale Moment des Unter-</p>
<note xml:id="fn-25-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>denn das sich bewegende ist eben <hi rendition="#g">Itzt</hi>, <hi rendition="#g">Vor</hi> und <hi rendition="#g">Nach</hi> zugleich.</note>
<note xml:id="fn-25-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">quantitativ</hi> ist <hi rendition="#g">passiv</hi>, <hi rendition="#g">qualitativ</hi> ist für sich Selbst</note>
<pb n="23" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=26" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>schieds ist ausser ihr; die Bewegung ist als dieser Begriff oder als aufgehoben an<lb n="2"/>ihr. Die Masse in diesem Sinne fixirt heißt, <hi rendition="#g">träge</hi>; nicht so daß das Ruhen damit<lb n="3"/>ausgedrückt würde. Die Dauer ist Ruhe in der Beziehung, daß sie als Begriff ihrer<lb n="4"/>Realisirung der Bewegung entgegengesetzt wird. Die Masse ist die Einheit der<lb n="5"/>Momente, der Ruhe und Bewegung; beyde sind als aufgehobne in ihr, oder sie<lb n="6"/>ist gleichgültig gegen beydes; ebensowohl der Bewegung als der Ruhe fähig;<lb n="7"/>und für sich keins von beyden, sie für sich ruht weder, noch bewegt sie sich, sondern<lb n="8"/>Ruhe und Bewegung wird durch ein anderes in sie gesetzt; insofern sie ruht, ruht<lb n="9"/>sie, und geht nicht durch sich selbst in Bewegung über; ist sie in Bewegung, so ist<lb n="10"/>sie eben in Bewegung, und geht nicht für sich in Ruhe über. – Die Masse ist als<lb n="11"/>solche die vollkommne Gleichgültigkeit, und ihre absoluten Prädicate sind diese<lb n="12"/>beyde, sie ist bloß die Möglichkeit derselben; sie als wirkliches, d. h. das eine oder<lb n="13"/>das andre seyend, ist sie es durch ein anderes; oder ihre Wirklichkeit, der absolute<lb n="14"/>Unterschied, der es an sich selbst ist, ist ausser ihr. So gleichgültig die Masse gegen<lb n="15"/>Ruhe und Bewegung ist, so gleichgültig sind es diese beyden gegeneinander, denn<lb n="16"/>sie sind Prädicate des Gleichgültigen. – Nach dieser Begrifflosigkeit aller Momente<lb n="17"/>ist es freylich nothwendig so zu sprechen, daß die Materie gegen Ruhe und Be<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>wegung gleichgültig ist, und zu einem und dem andern durch ein Fremdes zu<lb n="19"/>bestimmen ist. Aber theils ist diese Gleichgültigkeit selbst nur ein ganz einzelnes<lb n="20"/>Moment, sie ist die begrifflose Tavtologie; – <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Materie</hi> <hi rendition="#g">existirt</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">diese</hi><lb n="21"/><hi rendition="#g">Weise</hi> <hi rendition="#g">allerdings</hi>, <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">hier</hi> <hi rendition="#g">existirt</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">noch</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">so</hi>, oder sie <hi rendition="#g">an</hi> und<lb n="22"/><hi rendition="#g">für</hi>sich nicht, sondern um zu dieser Gleichgültigkeit zu kommen, muß sie selbst<lb n="23"/>zum Prädicate, zum aufgehobnen Momente herabgesunken seyn; ein <hi rendition="#g">Subject</hi><lb n="24"/>ein <hi rendition="#g">Individuum</hi> <hi rendition="#g">muß</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">gebildet</hi> <hi rendition="#g">haben</hi>, als welchem diß, als Masse zu<lb n="25"/>seyn, als aufgehobnes ist, eine Substanz welche diesen Begriff trägt; denn er für<lb n="26"/>sich ist nicht die Realität; sondern seine Realität ist vielmehr etwas ganz anderes. –<lb n="27"/>An <hi rendition="#g">sich</hi> ist die Materie träge, d. h. sie als ihr Begriff, der ihrer Realität entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="28" break="no"/>gesetzt [ist];<ptr type="anker" target="#fn-26-1"/> daß ihre Realität so sich abgesondert hat, und sie gegenüber getreten,</p>
<note xml:id="fn-26-1" type="rand" n="¹"><lb n="29"/><seg type="marke">¹ </seg>Reibung; Widerstand der Luft; Pendel fortschwingen – losgeschoßne Kugel<lb n="30"/>zufällig;</note>
<pb n="24" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=27" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>diß ist erst ihre aufgehobne Realität, oder wo sie nur als Abstraction <hi rendition="#g">existirt</hi>,<lb n="2"/>und diese <hi rendition="#g">Abstraction</hi> ist es immer, was das <hi rendition="#g">Ansich</hi> und <hi rendition="#g">Wesen</hi> bey den<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>jenigen heißt, welchen die sinnliche Wirklichkeit das reale, und die Form der<lb n="4"/>Abstraction das Ansich ist.</p>
<p><lb n="5"/><hi rendition="#g">Ansich</hi> also ist die Materie, heißt sie ist nur ihrer Abstraction nach genommen;<lb n="6"/>als diese Abstraction selbst existirt sie zwar auch, aber dann eben nicht mehr als<lb n="7"/>ihre eigne Realität; sondern ein andres ist ihre Realität. – Als widerstandslose Materie<lb n="8"/>ist ein Anderes als sie als das Moment ihres Andersseyns gesetzt, aber das selbst<lb n="9"/>nur das unbestimmte Andersseyn überhaupt. Ihrem Begriffe nach aber, ist sie Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>heit der Ruhe und Bewegung; das eine wie das andre ihr wesentliches Moment, und<lb n="11"/>sie existirt vielmehr ebensosehr nach diesem ihrem Wesen, oder in ihrer eigen<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>thümlichen Realität.</p>
<p><lb n="13"/>So ist sie zu betrachten, wie <hi rendition="#g">Ruhe</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi><lb n="14"/>oder <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi> <hi rendition="#g">sind</hi>; <hi rendition="#g">so</hi> wie Raum und Zeit in ihrer Substanz, in der Dauer,<lb n="15"/>worin sie Bewegung waren. So beyde in ihrer Substanz, die ruht in der Bewegung,<lb n="16"/>und in der Ruhe sich bewegt ist die absolute Bewegung gesetzt, oder die <hi rendition="#g">himm</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">lische</hi> <hi rendition="#g">Sphäre</hi>; – weder der <hi rendition="#g">himmlische</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi>, denn die Raumerfüllung<lb n="18"/>macht wohl das Körperliche überhaupt, aber noch nicht dasselbe als Subject aus;<lb n="19"/>– noch <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Materie</hi>, welche träge ist, sondern sie für sich in ihrer Wahrheit.<lb n="20"/>Die <hi rendition="#g">himmlische</hi> <hi rendition="#g">Körperlichkeit</hi> ist nicht eine <hi rendition="#g">solche</hi>, <hi rendition="#g">welche</hi> <hi rendition="#g">das</hi> Princip<lb n="21"/>der Ruhe oder Bewegung ausser ihr hätte. Weil der Stein träge ist, die ganze Erde<lb n="22"/>aber <hi rendition="#g">aus</hi> Steinen besteht, und die andern himmlischen Körper ebendergleichen<lb n="23"/>sind, ist ein Schluß, der die Eigenschafften des Ganzen den des Theils gleichsetzt;<lb n="24"/>aber theils gehört hieher diß gleichgültige Verhältniß gar nicht, theils zeigt es sich<lb n="25"/>in den gemeinsten Dingen falsch; dieser Splitter Holz kann von dieser Lichtflamme<lb n="26"/>angezündet werden, aber darum brennt durch sie nicht ein ganzer Balken.</p>
<p><lb n="27"/>Auf die himmlische Körperlichkeit müßten daher die Vorstellungen von Stoß,<lb n="28"/>Druck, Ziehen und dergleichen nicht angewendet werden, sie gelten nur von einer<lb n="29"/>andern Existenz der Materie; das gemeinschafftliche beyder ist freylich die Materie;<lb n="30"/>so wie ein guter Gedanken und ein schlechter beyde Gedanken sind, aber der schlechte<lb n="31"/>nicht darum gut, weil der gute ein Gedanken ist. – Die himmlischen Sphären sind</p>
<pb n="25" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=28" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>bleibende dauernde, d. h. ruhende Bewegungen an ihnen selbst, denn das Ganze<lb n="2"/>der Bewegung ist die Dauer; sie sind es nicht durch einen Stoß oder deßgleichen;<lb n="3"/>es ist nicht eine ihren Massen fremde <hi rendition="#g">Krafft</hi>, die sie triebe, sondern <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Begriff</hi>; wenn ihr Wesen von ihnen als abstracten <hi rendition="#g">seyenden</hi>, <hi rendition="#g">gleich</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">gültigen</hi>, also trägen, abgesondert wird, so ist es freylich eine <hi rendition="#g">fremde</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi><lb n="6"/>Begriff; aber sie sind eben die Existenz der Materie, ihren Begriff und ihr Seyn<lb n="7"/>noch nicht abgesondert zu haben. – Daher die Form der <hi rendition="#g">Bewegung</hi>, <hi rendition="#g">Fall</hi>,<lb n="8"/><hi rendition="#g">Wurfbewegung</hi> und dergleichen ihnen gar nicht zukommen – kein Widerstand,<lb n="9"/>noch Reibung, wornach gefragt worden. – Erst durch die Rükkehr dieser absoluten<lb n="10"/>Bewegung in sich selbst wird die Masse ein Selbst, oder Individuum, eine Gestalt,<lb n="11"/>Erde.</p>
<p><lb n="12"/>a. Diese Sphäre also ist die unmittelbare Masse als Einheit der Ruhe und Bewe<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gung; oder sie ist sich auf sich selbst beziehende Bewegung; oder <hi rendition="#g">achsen</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">drehende</hi>.</p>
<p><lb n="15"/>α.<ptr type="anker" target="#fn-28-1"/> die sich auf sich beziehende Bewegung der Masse <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> ist sie als<lb n="16"/>raümlich gesetzt, oder in der Form der Gleichgültigkeit als <hi rendition="#g">daseyend</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-28-2"/> die<lb n="17"/>Raümlichkeit das herrschende. (Sie ist <hi rendition="#g">bestimmter</hi> Raum; denn der Begriff der<lb n="18"/>Kraisbewegung, woraus sie zunächst herkommt, ist das ruhige Seyn der Dimen<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>sionen, und sie das Aufgehobenseyn derselben.) An diesem ganzen sich bewegenden<lb n="20"/>Raume treten die <hi rendition="#g">Dimensionen</hi>, Ruhe und Bewegung auseinander; und zu<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>gleich als raümliche Dimensionen gehört jene der Linie an, diese der Fläche über<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>haupt. Der Punkt ist <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">ganzer</hi> <hi rendition="#g">Raum</hi>; es ist also kein <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi> der Be<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>wegung sondern <hi rendition="#g">Mittellinie</hi> und zwar als <hi rendition="#g">Achse</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi>; als ruhendes;</p>
<note xml:id="fn-28-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Bewegung war mit der Ruhe bezogen auf sich selbst</note>
<note xml:id="fn-28-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>unmittelbar, d. h. <hi rendition="#g">gleichgültig</hi>, und raümlich gegeneinanderübertretend.</note>
<pb n="26" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=29" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>die Dimension ist das negative des ganzen Raums und der Bewegung, und zugleich<lb n="2"/>sich bewegende Fläche, was vorhin nicht gesetzt war. Die Bewegung fällt in das<lb n="3"/>übrige. Fläche hat die Bedeutung [der] Oberfläche. Diß ist die <hi rendition="#g">Gestalt</hi> der achsen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>drehenden Bewegung. Unmittelbar <hi rendition="#g">daseyend</hi>, sind ihre Momente auch <hi rendition="#g">da</hi>,<lb n="5"/>d. h. vertheilt, gleichgültig gegeneinander an die beyden Dimensionen; – Punkt<lb n="6"/>ist nicht da, denn er ist das negative, nicht an diesem raümlichen Seyn, das ohne die<lb n="7"/>Zeit ist.</p>
<p><lb n="8"/>Diese Vorstellung <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">sichselbstbeziehenden</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi>. – Diß<lb n="9"/>erhellt so, daß der Unterschied nicht daran vorhanden ist; es sind lauter Flächen,<lb n="10"/>die sich bewegen; es ist die vorige Bewegung gesetzt, <hi rendition="#g">vervielfältigt</hi> <hi rendition="#g">über</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">haupt</hi>, unmittelbare Realität, Vielheit.<ptr type="anker" target="#fn-29-1"/> (Daß die Bewegung wirklich wäre, müßte<lb n="12"/>dem Begriffe nach nicht die Ruhe gegen die Bewegung, oder die Achse gegen die<lb n="13"/>Masse gleichgültig seyn; sondern da sie in Einer Einheit sind, sich als Ruhe und<lb n="14"/>Bewegung gegenseitig aufheben; denn beyde sind nur als aufgehobne. –) Oder<lb n="15"/>der Unterschied an dem was hier Bewegung ist, ist kein realer Unterschied; kein<lb n="16"/>Unterschied der Masse, das ruhende ist keine Masse, sondern Linie, und das bewegte</p>
<note xml:id="fn-29-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Es ist Bewegung hier gesetzt, insofern Punkte, Linien, Flächen fixirt werden;<lb n="18"/>aber diese sind nur als aufgehobne. Was gesetzt ist, ist das Ganze, und dieses soll sich bewegen;<lb n="19"/>was einen Unterschied machen könnte, wäre nur, daß das <hi rendition="#g">Ganze</hi> vom <hi rendition="#g">Ganzen</hi>, nicht <hi rendition="#g">Linie</hi><lb n="20"/><hi rendition="#g">Achse</hi> vom übrigen, sich unterschiede. – Oder die Punkte, Linien, Flächen, bewegen sich<lb n="21"/>nicht; es ist <hi rendition="#g">keine</hi> <hi rendition="#g">Ortsveränderung</hi>, denn sie behalten alle <hi rendition="#g">denselben</hi> gegeneinander.<lb n="22"/>Das Ganze ist <hi rendition="#g">ruhende</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi>.</note>
<pb n="27" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=30" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>unterscheidet sich nicht durch die Massen, sondern allein durch die Orte, ein Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>schied, der der Dauer angehört.</p>
<p><lb n="3"/>Diese Unwirklichkeit der achsendrehenden Sphäre ist so erschienen, daß man<lb n="4"/>gefragt hat, wie kann man sie für sich selbst <hi rendition="#g">erkennen</hi>. Man stellt sich eine sich<lb n="5"/>achsendrehende Kugel vor, ihre Achse ist das feste, oder ihr Ort; mein Standpunkt<lb n="6"/>ebenso, zwischen beyden ist die Veränderung der Örter des übrigen; also bloß<lb n="7"/>durch den Punkt ausser ihr kann sie erkannt werden. Dieser <hi rendition="#g">Punkt</hi> gilt als zu<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>fällig, und die Frage ist nur in Beziehung aufs Erkennen gestellt; aber sie ist nur<lb n="9"/>durch Beziehung des Punkts ausser ihr erkennbar, ist soviel, als daß sie wirklich<lb n="10"/>sey, ist dieser nothwendig – Die Erde dreht sich um ihre Achse, wir wissen von<lb n="11"/>dieser Bewegung nichts, alles an dieser Masse bleibt, es verändert nichts sein Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>hältniß zum andern in dieser Bewegung, oder keins seinen Ort, so daß der eine der<lb n="13"/>itzt [ist], sich als Vorher und Nachher bestimmte; es ist keine Zeit daran, erst in<lb n="14"/>Vergleichung auf einen Stern, unbestimmt ob er, oder ob wir uns bewegen. Sie<lb n="15"/>ist nicht in Beziehung auf sich, sondern in Beziehung auf ein <hi rendition="#g">anderes</hi>, das Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>seyn das sich fest darauf richtet; einen Punkt [der] <hi rendition="#g">Achse</hi> festhält, ihn unter<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>scheidet von den andern, die es ebenso an der Oberfläche, hie und da unterscheidet –<lb n="18"/>Sonnenflecken, Achsendrehung; aber der Unterschied derselben ist kein Unterschied<lb n="19"/>des Orts. Die Bewegung als Bewegung hat hier noch keine Wirklichkeit; von der<lb n="20"/>Ruhe der Achse geschieden ist sie nicht wie sie in Wahrheit ist.</p>
<p><lb n="21"/>b.<ptr type="anker" target="#fn-30-1"/> (In Wahrheit aber ist diese achsendrehende Bewegung durch ihren unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>baren Begriff sich auf sich selbst beziehende Bewegung, d. h. auf sich als Punkt,<lb n="23"/>das <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi>.) Der ganze Raum nimmt sich in die Fläche in die ruhende<lb n="24"/>Linie zusammen,<ptr type="anker" target="#fn-30-2"/> aber diese in den ruhenden Punkt. Das Ganze ist Ruhe, aber das</p>
<note xml:id="fn-30-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>Indem wir so die Flächen, Linien und Punkte ruhen, sie als daseyend bestehen<lb n="26"/>lassen, [ist] keine <hi rendition="#g">Bewegung</hi>. Aber [sie] sind als aufgehobne gesetzt; d. h. die Bewegung<lb n="27"/>der Dimensionen, daß der</note>
<note xml:id="fn-30-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">An</hi> <hi rendition="#g">ihr</hi> selbst Ruhe, als wahrer Wirbel</note>
<pb n="28" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=31" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Ganze ist wesentlich ebensosehr Bewegung; sie bewegt die Bewegung zur Ruhe<lb n="2"/>der Achse, aber diese Ruhe der Achse zu ihrem Verschwinden in dem Eins, die<lb n="3"/>Linie sich zum Eins zusammenzuziehen. (Unmittelbar ist sie jene Ruhe der Achsen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>drehung; aber ihr Begriff ist, diese Unmittelbarkeit aufzuheben; aus dieser Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>wart eine Zukunft zu seyn; oder sich den Mittelpunkt zu suchen.)</p>
<p><lb n="6"/>Sie ist der Wirbel, worin alle Linien zu Flächen, alle Flächen zur Oberfläche<lb n="7"/>werden,<ref type="anker" target="#fn-31-1">¹</ref> und diese in jene zurückgehen, und diß Herauskehren sich in seinen<lb n="8"/>Mittelpunkt stürzt.<ref type="anker" target="#fn-31-2">²</ref> Zunächst also ist das Moment gesetzt, daß die ruhende Be<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>wegung diese unruhige Bewegung wird, eine Sphäre der Ausschweifung oder das<lb n="10"/>Hinausstreben aus ihrem unmittelbaren Daseyn in ein Jenseits ihrer selbst.</p>
<p><lb n="11"/>Diß Moment des Aussersichs ist selbst Moment der Substanz, Masse, und Sphäre,<lb n="12"/>denn jedes Moment erhält hier eignes Daseyn, oder es hat die Realität des Ganzen,<lb n="13"/>welches Sphäre ist an ihm; die achsendrehende Bewegung ist erst in diesem Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>satze die bestimmte Gestalt, die wir vorhin sahen, die Sonnensphäre, dieser gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>überstehen bleibend. Die zweyte, die <hi rendition="#g">kometarische</hi> Sphäre, drückt diesen<lb n="16"/>Wirbel als sich <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi> <hi rendition="#g">kehrend</hi> aus, das beständige<lb n="17"/>auf dem Sprunge stehen, sich aufzulösen und sich ins unendliche oder Leere zu zer<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>streuen. – Es ist hiebey theils noch die körperliche Gestalt zu vergessen, theils alles</p>
<note xml:id="fn-31-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Ruhe</hi> bestimmter vorgestellt durch die Bewegung</note>
<note xml:id="fn-31-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>Die achsendrehende Bewegung, welche ihre Wahrheit nur als Wirbel hat,<lb n="21"/>ist dieses Ausgehen vom Mittelpunkt durch Linie und Fläche und zurükgehen, eine Bewegung<lb n="22"/>entgegengesetzter Strömungen, welche sich unmittelbar aufheben; sie erlischt in sich selbst –<lb n="23"/>Aber diß Erlöschen ist ihr Wiedererweken, denn es ist der Rükgang in die ruhige Bewegung,<lb n="24"/>welche sich in diesen Wirbel auflöst. Es ist gesetzt, das absolute Ausschweiffen der ruhenden<lb n="25"/>Bewegung in ihr Gegentheil; Moment, das jenes ruhige in sich zusammensinken verläßt.</note>
<pb n="29" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=32" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>dieses Vorstellen von den Kometen, und den himmlischen Körpern überhaupt,<lb n="2"/>welches eben weiß daß sie da sind, weil sie gesehen werden, und nur an die Zufällig<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>keit derselben denkt; nach ihm könnten die Kometen auch nicht da seyn; es kann<lb n="4"/>ihm sogar lächerlich vorkommen sie als nothwendig zu erkennen, ihren Begriff<lb n="5"/>zu fassen; gewohnt dergleichen eben als ein Jenseits zu betrachten,<ptr type="anker" target="#fn-32-1"/> das uns, und<lb n="6"/>damit dem Begriffe schlechthin ferne liege; überhaupt alle Vorstellungen von dem,<lb n="7"/>was man <hi rendition="#g">erklären</hi> der Entstehung nennt; ob die Kometen aus der Sonne aus<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>geworfen worden, atmosphärische Dünste seyen und dergleichen. Solches Erklären<lb n="9"/>will sagen was sie sind, geht aber nur die Hauptsache, die Nothwendigkeit vorbey;<lb n="10"/>diese Nothwendigkeit ist der Begriff. – Es ist hier auch nicht darum zu thun, Er<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>scheinungen aufzugreiffen, und ihnen ein Gedankenfärbchen anzuhängen.</p>
<note xml:id="fn-32-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Vorher</hi>, <hi rendition="#g">entstehen</hi>, was es <hi rendition="#g">ist</hi>, <hi rendition="#g">immer</hi> sein Begriff, keine <hi rendition="#g">Geschichte</hi>;<lb n="29"/><hi rendition="#g">dieses</hi> ist <hi rendition="#g">gemeynt</hi>; –</note>
<p><lb n="12"/>Diese Bestimmtheit der Sphäre also, aus der ruhenden Bewegung auszuschweifen,<lb n="13"/>drükt die <hi rendition="#g">kometarische</hi> aus; die Masse als Zeit gesetzt, das reine sich auflösende<lb n="14"/>Auseinandertreten der Differenzen, das der allgemeinen sich auf sich beziehenden<lb n="15"/>Ordnung zu entfliehen, und ihre Einheit zu verlieren droht; – sie ist die formale<lb n="16"/>Freyheit, welche ihre Substanz ausser ihr hat, das Treiben in die Zukunft. – Insofern<lb n="17"/>sie nothwendiges Moment des Ganzen ist, entflieht sie diesem Ganzen nicht, und<lb n="18"/>bleibt innerhalb der ersten Sphäre eingeschlossen. Die Achsendrehende Bewegung<lb n="19"/>macht in der allgemeinen Vorstellung der Bewegung wieder den <hi rendition="#g">Punkt</hi> aus; die<lb n="20"/>Ruhe für dieses Daseyn des in der Peripherie sich bewegenden Punktes; die Existenz<lb n="21"/>der Bewegung. Krafft der Anziehung, Centripetal und Centrifugalkrafft ist diese<lb n="22"/>Nothwendigkeit des Begriffs, der Beziehung des daseyenden auf seinen <hi rendition="#g">Mittel</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/><hi rendition="#g"><seg rend="g-umgekehrt">punkt</seg></hi>; – diese Bestimmung <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Begriffs</hi> ist allein <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi>. – Kein Bestreben<lb n="24"/>und dergleichen – jeder <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sichseyend</hi>, von diesem Standpunkt als dem ersten<lb n="25"/>ausgegangen; so ist seine Beziehung ein Bestreben, er wird getrieben u.s.f. – Nichts<lb n="26"/>als das <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, das Element der Natur überhaupt. Aber es ist unbestimmt, ob<lb n="27"/>solche Sphäre, als einzelne sich auflöst, und andre einzelne ins Daseyn treten, oder</p>
<pb n="30" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=33" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ob sie als Bewegung die ihre Ruhe ausser ihr in der ersten hat, um diese zugleich<lb n="2"/>sich bewegt; beydes gehört der Willkühr der Natur an, und diese Eintheilung,<lb n="3"/>oder stuffenweise Übergang von der Bestimmtheit dieser Sphäre in eine andre ist<lb n="4"/>zum sinnlichen Daseyn zu rechnen.</p>
<p><lb n="5"/>Diese<ptr type="anker" target="#fn-33-1"/> Sphäre ist das reine Moment der unruhigen Bewegung; aber diese Unruhe<lb n="6"/>ist eben Moment des <hi rendition="#g">Wirbels</hi>, der seinem <hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi> zugeht, das reine<lb n="7"/><hi rendition="#g">Übergehen</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-33-2"/> Das Übergehen ist wesentlich nicht nur der reine Wandel, sondern<lb n="8"/>diß Andres seyn ist an ihm selbst unmittelbar das Gegentheil seiner selbst. Der<lb n="9"/>Gegensatz ist das gedoppelte, das unmittelbare Andersseyn, und das Aufheben<lb n="10"/>dieses Andersseyns selbst; (wie die Fläche selbst eine Dimension ist) eine eigne<lb n="11"/>Sphäre gegen die Totalität, in welche sie unmittelbar zurückgeht. Aber es ist der<lb n="12"/>Gegensatz nicht als solcher, nicht die reine Unruhe, sondern er, wie er seinen Mittel<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>punkt oder seine Ruhe sucht; die aufgehobene Zukunft, die Vergangenheit als<lb n="14"/>Moment, aber die ihrem Begriffe, jedoch noch nicht ihrem Daseyn nach Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>gehobenseyn des Gegensatzes ist,<ptr type="anker" target="#fn-33-3"/> es ist die <hi rendition="#g">lunarische</hi> <hi rendition="#g">Sphäre</hi>, nicht das Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>schweifen vom unmittelbaren Daseyn, das herkommen aus diesem, sondern die<lb n="17"/>Beziehung auf das gewordne, oder auf das Fürsichseyn, das Selbst; die kometarische<lb n="18"/>ist nur auf die unmittelbare achsendrehende bezogen; die lunarische auf das <hi rendition="#g">Selbst</hi>,<lb n="19"/>den neuen in sich reflectirten Mittelpunkt. Sie hat also ihr <hi rendition="#g">An</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> Selbst<lb n="20"/>noch nicht in ihr selbst, ist nicht achsendrehend für sich, sondern ihre Achse ist ein<lb n="21"/>anderes, und nicht jene erste, sondern das An und für.</p>
<note xml:id="fn-33-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>– kometarische Sphäre ist selbst <hi rendition="#g">Linie</hi> im Ganzen; fast gerade, Parabel</note>
<note xml:id="fn-33-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Das negative oder reine Werden, zu <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">werdend</hi>, oder als <hi rendition="#g">für</hi><lb n="24"/><hi rendition="#g">sich</hi>; Sonnensphäre <hi rendition="#g">ansich</hi>; kometarische <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi>; <hi rendition="#g">werden</hi> zum für sich – Rükkehr<lb n="25"/>die noch innerhalb der Differenz fällt; – die wahre Rükkehr ist das <hi rendition="#g">An</hi> und <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>.<lb n="26"/><hi rendition="#g">An</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">negative</hi>; <hi rendition="#g">selbstständige</hi> <hi rendition="#g">Negativität</hi></note>
<note xml:id="fn-33-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Mittelpunkt</hi>, den der <hi rendition="#g">Wirbel</hi> erzeugt</note>
<pb n="31" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=34" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>Die lunarische Sphäre ist als <hi rendition="#g">seyende</hi> Bewegung vorgestellt, eine Kraisbewegung,<lb n="2"/>die nicht Achsendrehend ist, sie hat zwey Mittelpunkte; den ersten unmittelbaren<lb n="3"/><hi rendition="#g">ansich</hi>seyenden, und den zweyten den <hi rendition="#g">an</hi> und <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> seyenden. Sie ist <hi rendition="#g">rota</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">torisch</hi> ein in zwey Kraise zerfallender Krais, die nicht in Eine Einheit zusammen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gehen. Wie die kometarische die Dimensionen der Linie im Ganzen, so sie die<lb n="6"/>Fläche, als das den Raum erzeugende;<ref type="anker" target="#fn-34-1">¹</ref> oder das Erzeugen der Fläche, des Kraises,<lb n="7"/>das kein Krais wird. – Die achsendrehende das ruhende Itzt; erstorbne Zeit, kome<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>tarische die Zukunft, die nicht zu sich kommt, die Lunarische, die Vergangenheit,<lb n="9"/>die Einheit des Itzt und der Zukunft; das beyden entgegengesetzt ist.</p>
<p><lb n="10"/>β) Endlich die Sphäre, welche <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist, die <hi rendition="#g">planetarische</hi>;<ref type="anker" target="#fn-34-2">²</ref> die<lb n="11"/>durch die Ausschweifung und das für sichseyn in sich zurükkehrt. Die lunarische<lb n="12"/>drükt das <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> in seiner Wahrheit aus, das Ansichseyn ausser ihm zu<lb n="13"/>haben; negativ dagegen sich zu verhalten; aber dadurch sich darauf zu beziehen<lb n="14"/>oder es ist nur das Werden zum Ansich. Sie ist achsendrehende Bewegung ebenso<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>sehr als ausser sich seyende, ihren Mittelpunkt in einem andern, – den unmittelbaren<lb n="16"/>oder das abstracte <hi rendition="#g">Ansich</hi> ausser sich habend. – Sie bewegt sich also um sich selbst;<lb n="17"/>aber ist die beruhigte, existirende Achsenbewegung, nicht sich in die Unruhe des<lb n="18"/>Wirbels auflösende. – Sie ist also die vollkommne Sphäre, die andern stellen nur ihre<lb n="19"/>vereinzelnten Momente dar; die Sonne ist das <hi rendition="#g">Wesen</hi>, aber der nicht reale Begriff.<lb n="20"/>Sie ist wohl die Mutter der Erde, der Mond aber <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Regent</hi>, das irrdische der<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>selben; dieser ebensosehr Regent, als die Sonne und die kometarische Sphäre; denn<lb n="22"/>eben das Allgemeine, abstracte ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">unorganische</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi>, das allgemeine<lb n="23"/>Element, aber das Subject die Individualität ist das <hi rendition="#g">An</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">für</hi> sich seyn derselben. –<lb n="24"/>Sonne das ruhende, kometarische [Sphäre] reine Bewegung; die lunarische, das in</p>
<note xml:id="fn-34-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> das noch nicht <hi rendition="#g">an</hi> und <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist – Vergangenheit; Negati<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>vität</note>
<note xml:id="fn-34-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Einheit des unmittelbaren Mittelpunkts und des vom Wirbel erzeugten.</note>
<pb n="32" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=35" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">sich</hi> seyn, das innre – (so sehr, daß nach Heym der Mond gerade so aussieht, wie<lb n="2"/>das erste Entstehen der Erde vorgestellt wird) Das Leben dieser Sphären ist diese<lb n="3"/>Natur, dieser Begriff derselben. – Das physicalische geht uns hier noch nichts an –<lb n="4"/>ebenso wenig als, daß die Kometen als zufällig betrachtet werden; ebenso daß einige<lb n="5"/>Planeten, keine Lunarische Sphäre, andre sehr viele haben – Überhaupt diß Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>lauffen der Natur in die Einzelnheit; am allerwenigsten aber diese Verschiedenheit<lb n="7"/>der Planeten aus der Verschiedenheit der Metalle, Formalismus von Nord u.s.f. –<lb n="8"/>Nothbehelf der Entbehrung des Begriffs, und die Sucht das empirische erschöpfen<lb n="9"/>zu wollen, was freylich durch die Oberflächlichkeit leicht geschehen kann.</p>
<p><lb n="10"/>Die <hi rendition="#g">daseyende</hi> planetarische BAHN sich auf den Mittelpunkt beziehend drükt<lb n="11"/>diesen Begriff an ihr aus; ihre peripherische Bewegung bezieht sich als auf den Mittel<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>punkt, auf die achsendrehende; aber zugleich setzt sie diesem einen andern ent<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gegen, jenem unmittelbaren, die durch sie selbst gesetzte in sich reflectirte Ruhe;<lb n="14"/>die Bahn ist daher <hi rendition="#g">excentrisch</hi>, elliptisch. Durch diese Punkte ist eine Achse<lb n="15"/>dieser Bahn bestimmt. Sie ist der wahre Mittelpunkt, als Mittellinie; der Punkt ist<lb n="16"/>als entzweyt gesetzt, und als Linie. Es ist damit die Gleichgültigkeit der Radien oder<lb n="17"/>die blosse Beziehung auf den Mittelpunkt aufgehoben; es ist ein Unterschied unter<lb n="18"/>denselben, und sie selbst sind ebenso verschieden untereinander. Die Bewegung als<lb n="19"/>Geschwindigkeit ist in <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zurükkehrende</hi> gleichförmige Beschleunigung, d. h.<lb n="20"/>welche das Ganze durch den Gegensatz der Beschleunigung und Verminderung<lb n="21"/>darstellt. Wie ihre Bahn, so ist die Masse selbst als ganzer Raum so in sich getheilt,<lb n="22"/>in eine Achse, welche sich auf die Ebne der Bewegung bezieht. Diese Beziehung<lb n="23"/>stellt den Gegensatz dar, daß die planetarische Sphäre ebenso in sich ihre Achse hat,<lb n="24"/>als in der Sonne.</p>
<p><lb n="25"/>Überhaupt aber gehört die Betrachtung der Bewegung, deren Momente aus<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>einandergehalten sind nicht hieher; nur soviel daß überhaupt diß Ganze nicht ein<lb n="27"/>System von festen Linien ist, die sich umeinander bewegen, sondern die Linien<lb n="28"/>oder Achsen selbst sich bewegen; es ist nur ein System von Bewegungen; die Achse<lb n="29"/>der Bahn bringt dadurch daß sie sich bewegt, die Präcession der Nachtgleichen</p>
<pb n="33" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=36" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">MECHANIK</fw>
<p><lb n="1"/>hervor; ebenso hat die Weltachse eine Nutation, und ihre Pole beschreiben eine<lb n="2"/>Ellipse.</p>
<p><lb n="3"/>Diß Ganze ist das System des Himmels; worin jedes Moment selbstständiges<lb n="4"/>Daseyn hat,<ptr type="anker" target="#fn-36-1"/> und zugleich nur das Ganze sein Leben ist; ein Ganzes, welches selbst<lb n="5"/>als <hi rendition="#g">daseyendes</hi> Ganzes. als Totalität dem Aussereinander seiner Momente, nach<lb n="6"/>der Bestimmtheit der Natur gegenübertritt, und die planetarische Sphäre ist, welche<lb n="7"/>die andern zu ihren Mächten, zu ihrer unorganischen Natur hat, aber das Eins der<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>selben ist. Sie ist die reale Sphäre, die andern sind nur abstracte Momente derselben.</p>
<p><lb n="9"/>Diese Totalität ist nun der Grund<ptr type="anker" target="#fn-36-2"/> und die Allgemeine Substanz, welche das<lb n="10"/>folgende trägt, so wie sie im folgenden ihre Realität erhält. Alles ist die Totalität<lb n="11"/>der Bewegung, hat seine Zeit und seinen Kraislauff an ihm, aber zurükgetreten<lb n="12"/>unter höheres insich; oder was dasselbe ist, zu höherem Insichseyn realisirt. Es hat<lb n="13"/>sie an ihm, aber sie bleibt ebenso gleichgültig, und verschieden zurück, als ein<lb n="14"/>besonderes Daseyn, als eine Geschichte, oder als der Ursprung, gegen das das Für<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>sichseyn gekehrt ist, um eben für sich zu seyn. Es lebt also in diesem Elemente,<lb n="16"/>befreyt sich aber ebenso von ihm; es ist in geschwächten Zügen vorhanden. Das<lb n="17"/>irrdische und noch mehr das organische und sichselbstbewußte ist der Bewegung<lb n="18"/>der absoluten Materie entgangen, aber bleibt in Sympathie mit [ihr] und lebt darin<lb n="19"/>als seinem innern Elemente fort. Der Wechsel der Jahres, und Tageszeiten, der<lb n="20"/>Übergang von Wachen in Schlaff, ist dieses Leben der Erde im organischen; jedes<lb n="21"/>ist selbst eine Sphäre, des ausser sichgehens, und des Zurükkehrens in seinen Mittel<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>punkt, d. h. in seine Krafft; alles mannichfaltige Bewußtseyn in sich zusammen<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>fassend hat es dasselbe unterjocht; diese Nacht ist das negative, worin alles zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>gekommen, woran das organische seine Krafft also, sein Negatives hat, und be<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>kräfftigt wieder in die erwachende Vielheit des Daseyns tritt. – So hat jedes die all<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>gemeine Sphäre an ihm, ist eine periodische in sich zurükkommende Sphäre, welche</p>
<note xml:id="fn-36-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">kometarische</hi> Sphäre an ihr ist Ellipticität, lunarische Krais</note>
<note xml:id="fn-36-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi></note>
<pb n="34" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=37" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>die allgemeine auf die Weise seiner bestimmten Individualität ausdrückt; die<lb n="2"/>Magnetnadel an den Perioden ihrer herüber und hinüber gehenden Abweichung;<lb n="3"/>der Mensch theils daß er nach Fourcroy’s Beobachtungen eine viertägige Periode<lb n="4"/>der Ab und Zunahme hat, 3 Tage zunimmt, und durch den vierten sich wieder<lb n="5"/>auf den vorigen Punkt zurükbringt; so der periodische Verlauf der Krankheiten;<ptr type="anker" target="#fn-37-1"/><lb n="6"/>die entwickeltere Totalität der Sphäre ist er überhaupt in dem Kraislauffe des Bluts,<lb n="7"/>das eine andre Zeit hat, als die Sphäre des Athmens und die dritte der peristaltischen<lb n="8"/>Bewegung. Aber die höhere Natur des physischen überhaupt unterdrückt den<lb n="9"/>eigenthümlichen Ausdruck der Freyheit der Sphäre, und um die allgemeine Be<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>wegung zu studiren, muß man sich nicht an diese kleinlichen Erscheinungen, sondern<lb n="11"/>an ihre Freyheit halten; an der Individualität ist sie nur ein <hi rendition="#g">innres</hi>, d. h. ein<lb n="12"/><hi rendition="#g">gemeyntes</hi>, nicht in ihrem freyen Daseyn.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="13"/>II.<lb n="14"/>GESTALTUNG UND CHEMISMUS.</head>
<head><lb n="15"/>A.<lb n="16"/>GESTALTUNG.</head>
<p><lb n="17"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-37-2"/> Materie als die unmittelbare, in sich zurükgekehrte freye selbstständige<lb n="18"/>Bewegung, ist einfache sichselbstgleiche <hi rendition="#g">Gediegenheit</hi>; die Bewegung ist <hi rendition="#g">in</hi></p>
<note xml:id="fn-37-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>ehmals regelmässiger, der Zeit itzt mehr entrissen.</note>
<note xml:id="fn-37-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Krafft</hi> geworden; oder <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> gegangen aus dem unmittelbaren Daseyn;<lb n="21"/><hi rendition="#g">In</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>; das <hi rendition="#g">Selbst</hi> der <hi rendition="#g">Idee</hi> herausgetreten <hi rendition="#g">Undurch</hi>sichtigkeit; Krafft das <hi rendition="#g">einfache</hi><lb n="22"/><hi rendition="#g">Insich</hi> selbst seyn, das ebenso die absolute Entzweyung ist, in ihr das Gegentheil in seiner<lb n="23"/>Einheit erhält</note>
<pb n="35" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=38" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">sich</hi> zurükgegangen; die himmlische Sphäre hat ihr selbstständiges ideales Leben<lb n="2"/>in sich vollendet und beschlossen. Das vollkommne <hi rendition="#g">insichseyn</hi> ist eben ihre<lb n="3"/>Gediegenheit. Sie daseyend ist <hi rendition="#g">insich</hi>, d. h. diß <hi rendition="#g">insich</hi> seyn der Totalität <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="4"/>selbst <hi rendition="#g">da</hi>. Sie hat das Moment für ein anderes zu seyn, an ihr; das welches <hi rendition="#g">für</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">sich</hi> ist, ist die <hi rendition="#g">Krafft</hi> ihres Mittelpunkts, oder ihre Verschlossenheit in sich; aber<lb n="6"/>diese einfache Krafft <hi rendition="#g">ist</hi> selbst <hi rendition="#g">da</hi>; was nur innerlich ist, ist ebensosehr aüsserlich;<lb n="7"/>es ist das andre als diß daseyende. Die Materie als unmittelbare reine Totalität tritt<lb n="8"/>so in den Gegensatz dessen was sie <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> und was sie <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi> oder als<lb n="9"/><hi rendition="#g">Daseyn</hi> ist; denn ihr Daseyn hat ihr Insich seyn noch nicht an ihm. Die Materie<lb n="10"/>wie sie erkannt worden, als diese Unruhe des Wirbels der sich auf sich beziehenden<lb n="11"/>Bewegung und als die Rükkehr zum an und für sich seyenden, und diß <hi rendition="#g">insich</hi><lb n="12"/>seyn, welches <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, gegen das <hi rendition="#g">Daseyn</hi> ist das <hi rendition="#g">Licht</hi>. Es ist die in sich verschlos<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>sene Totalität der Materie; nicht die unmittelbare Reinheit des Äthers, sondern er<lb n="14"/>als <hi rendition="#g">Totalität</hi>, und als <hi rendition="#g">insich</hi>seyende gegen sich als daseyende. Es ist die Materie<lb n="15"/>nur als reine <hi rendition="#g">Krafft</hi>, oder das <hi rendition="#g">Zeugungs</hi>vermögen, das sich <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> haltende<lb n="16"/>intensive Leben, die in sich gegangene himmlische Sphäre, deren Wirbel eben diese<lb n="17"/>unmittelbare Entgegensetzung der Richtungen der sich auf sich beziehenden Be<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>wegung ist, worin in dem heraus und hineinströmen aller Unterschied sich ver<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>löscht. Das Licht ist diese reine daseyende Krafft der Raumerfüllung; sein <hi rendition="#g">Seyn</hi><lb n="20"/>die absolute Geschwindigkeit, die gegenwärtige reine Materialität, das insich<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>seyende <hi rendition="#g">wirkliche</hi> Daseyn, oder die Wirklichkeit, als reine durchsichtige Mög<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>lichkeit. Denn das <hi rendition="#g">insich</hi>seyn durch seine Reinheit ist es eben die Wirklichkeit als<lb n="23"/>Krafft. – <hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">Raum</hi> ist nur das abstracte <hi rendition="#g">Bestehen</hi> oder Ansichseyn; die <hi rendition="#g">Dauer</hi><lb n="24"/>das abstracte <hi rendition="#g">Fürsich</hi>seyn; das Licht aber als daseyendes <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> seyn, oder in<lb n="25"/>sich seyendes und daher reines Daseyn, die Krafft allgemeiner Wirklichkeit, ausser<lb n="26"/>sich zu seyn, als die mit allem zusammenfliessende Möglichkeit, die Gemeinschafft</p>
<pb n="36" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=39" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>mit allem, die <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> bleibt, wodurch das daseyende sich nichts von seiner Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ständigkeit vergibt.</p>
<p><lb n="3"/>Das Licht als die herausgetretne <hi rendition="#g">Insich</hi>seyende Raumerfüllung, hat den Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>schied, an ihr nicht entwickelt, sondern hat ihn nur ganz abstract als eine <hi rendition="#g">Vielheit</hi><lb n="5"/>an ihm; sein negatives Daseyn ist <hi rendition="#g">Eins</hi> zu seyn, und die Differenz nur als diese<lb n="6"/>sich nicht beschränkende begrifflose Menge. Denn der Begriff als Entwicklung der<lb n="7"/>Begriffsunterschiede fällt nicht in das <hi rendition="#g">verschlossne</hi> Insichseyn, sondern in das<lb n="8"/>aufgeschlossene; nicht in die reine Krafft, welche ihrem Daseyn, Gesetz gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>übergetreten, sondern eben in dieses; sie ist das Wort, das noch keine Articulation<lb n="10"/>an ihm hat. – Das <hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> des Lichts – Subjectseyn, ist daher die<lb n="11"/>Zerstreuung in die zahllosen Punkte, der schlechten Unendlichkeit.<ptr type="anker" target="#fn-39-1"/></p>
<p><lb n="12"/>Diese krafftlos in sich seyende Krafft aber, hat wesentlich Aüsserung das heißt<lb n="13"/>Realität; so ist sie Sonne; als himmlische Sphäre Mittelpunkt der Bewegung, als<lb n="14"/>Licht Quell des Lebens, aber nicht das Leben selbst. Sie steht als die unmittelbare<lb n="15"/>oder in sich seyende Materie ihrer Realität gegenüber, und diese ist zunächst zu<lb n="16"/>betrachten, wie sie für sich ist. – Sie ist das finstre sich nicht mittheilende <hi rendition="#g">Insich</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">seyn</hi>, das Eins, das kräfftige, welches sich auf anderes bezieht. Diese Materie zer<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>fällt zunächst in ebensolche Vielheit, aber nicht eine Gleichgültige, sondern welche<lb n="19"/>in der Beziehung auf das Eins bleibt; abgesondert kein Bestehen hat; ein allgemeines<lb n="20"/>Medium, worin was aus dieser Continuität heraus unmittelbar zurükkehrt; es ist<lb n="21"/>die Krafft der Masse, welche als solche <hi rendition="#g">innerliche</hi> Substanz bleibt, d. h. dem ab<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>gesonderten keine eigne Selbstständigkeit erlaubt; oder sie ist nur das Bestehen des<lb n="23"/>unterschiednen, das in der Finsterniß bleibt, nicht zu eignem Daseyn kommt. Sie<lb n="24"/>ist die <hi rendition="#g">Schwere</hi>. Wie Raum und Zeit die reinen Idealitäten sind, so ist sie der<lb n="25"/>reine Verstand, oder die Krafft welche nichts substantielles ist. Die Massen also<lb n="26"/>kommen in ihr nicht aus der Continuität zu eignem Daseyn, es ist alles unter sie<lb n="27"/>gebunden; sie läßt nichts aus seiner Innerlichkeit heraus.</p>
<note xml:id="fn-39-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>α) kraftloses Licht erfreulich β) Figuration γ) Staunen, Erhaben<pc force="weak">-</pc><lb n="29" break="no"/>heit, schlechte Unendlichkeit</note>
<pb n="37" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=40" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Sie<ptr type="anker" target="#fn-40-1"/> ist also das, worin das in ihr sich entgegensetzende als die Materie nur als<lb n="2"/>abstracte aufgehobne ist, worin <hi rendition="#g">sie</hi> als <hi rendition="#g">träge</hi> <hi rendition="#g">existirt</hi>; sie ist der <hi rendition="#g">Verstand</hi>,<lb n="3"/>der sie zu einem Dinge macht, das nicht mehr an und für sich ist. Ruhe und Be<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>wegung, welche in der himmlischen Sphäre <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> sind; <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="5"/>gegangen sind sie für diese <hi rendition="#g">blosse</hi> <hi rendition="#g">Prädicate</hi>, gegen die sie gleichgültig ist;<ptr type="anker" target="#fn-40-2"/><lb n="6"/>das in sich ist ein anderes als sie, von dem sie bewegt, oder zur Ruhe gebracht wird.<lb n="7"/>Aber die Schwere ist vielmehr dieses, was zur Ruhe bringt; unter beyden Prädicaten<lb n="8"/>ist diese das wesentliche. Die Trägheit der Materie ist ein blosses Gedankending,<lb n="9"/>insofern sie Gleichgültigkeit gegen beydes ausdrücken soll; die Substanz, die in<lb n="10"/>sich ist, ist unter der Form der Ruhe vielmehr gesetzt, und ihre Schwere die Krafft<lb n="11"/>der Ruhe. – Die Bewegung erhält die abgesonderte <hi rendition="#g">Masse</hi> wohl von einem<lb n="12"/>andern, oder sie wird durch ein anderes abgesondert; aber sie kehrt durch sich selbst<lb n="13"/>in die Ruhe zurück; sie ist <hi rendition="#g">schwer</hi>, d. h. eben sie ist das Aufheben dieser Abson<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>derung.<ptr type="anker" target="#fn-40-3"/> – Die Masse sondert sich also nicht ab, aber abgesondert kehrt sie in die<lb n="15"/>Einheit zurück. – Sie sondert sich nicht ab, sie widersteht dieser Absonderung viel<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>mehr; d. h. sie ist allgemeines Insichseyn; aber z. B. fortgerollt auf einer horizon<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>talen Ebne, sagt man sey sie ebenso träge, d. h. sie gehe nicht in Ruhe über, sondern<lb n="18"/>es [sey] ein fremdes, die Reibung, der Widerstand dessen worauf sie sich bewegt,<lb n="19"/>und des Mediums, der Luft, was ihre Bewegung aufhebt; so daß <hi rendition="#g">wenn</hi> diese<lb n="20"/>Reibung nicht wäre, sie sich ins unendliche fortbewegen würde. <hi rendition="#g">Als</hi> <hi rendition="#g">ob</hi> dieses<lb n="21"/><hi rendition="#g"><seg rend="g-umgekehrt">auch</seg></hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi> könnte, zufällig wäre, oder wenn nicht zufällig, doch in dieser</p>
<note xml:id="fn-40-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>α) Ausdehnung</note>
<note xml:id="fn-40-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Daseyende</hi> Beziehung, α) <hi rendition="#g">Raum</hi> β) Zeit und <hi rendition="#g">Bewegung</hi>, die himmlische<lb n="24"/>Sphäre bewegt <hi rendition="#g">keine</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi> kein <hi rendition="#g">Widerstand</hi> der Lufft.</note>
<note xml:id="fn-40-3" type="rand" n="³"><lb n="25"/><seg type="marke">³ </seg>es kommt nicht aus seinem <hi rendition="#g">Insich</hi> heraus, und kehrt darum aus dieser Abson<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>derung in sich zurück; aber diese Rükkehr in sich ist eben das Frey werden der Schwere, denn<lb n="27"/>sie setzt sich dadurch als negatives. – Das <hi rendition="#g">Insichseyn</hi> ist wesentlich, der abgesonderte Körper<lb n="28"/>tritt nicht daraus heraus – erscheint als ein aüsseres Hinderniß.</note>
<pb n="38" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=41" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Beziehung [nicht] nothwendig, sondern in anderer. – Allein für die abgesonderte<lb n="2"/>und in Bewegung gesetzte ist diß, daß sie schwer ist, d. h. diese Absonderung auf<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>hebt, gegenständlich, ein Anderes nur darum, weil sie abgesondert als für sich<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>seyend erscheint, und darum ihre Schwere als ein diesem Fürsichseyn widerstehendes.<lb n="5"/>Aber es ist diß nur eine Trennung innerhalb der Schwere, oder die Masse ist schwer,<lb n="6"/>diß ist ihr insichseyn, und der fremde Widerstand ist eben dieser ihr eigner Begriff.</p>
<p><lb n="7"/>Die Materie in dieser ihrer Finsterniß oder Abstraction,<ptr type="anker" target="#fn-41-1"/> Gleichgültigkeit gegen<lb n="8"/>Ruhe und Bewegung betrachtet, ist sie eine Mechanik, worin das Princip der Be<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>wegung ausser ihr ist, und worin sie das <hi rendition="#g">insichseyn</hi> in einem Werden zeigt, das<lb n="10"/>durch den Begriff fortgeleitet, dessen Princip ausser ihr fällt; sie ist eben das gegen<lb n="11"/>das Licht noch gleichgültige, und in dieser Gleichgültigkeit für sich zu betrachten; –<lb n="12"/>wie der Raum betrachtet wurde, als die Zeit noch nicht an ihm gesetzt war. Die<lb n="13"/>Absonderung sind also wir, oder es sind nur <hi rendition="#g">vorhanden</hi> verschiedne Massen,<lb n="14"/>deren Element die Schwere ist; der Proceß wodurch die Abgesonderten in sich<lb n="15"/>zurückkehren ist allein die <hi rendition="#g">Bewegung</hi>, denn noch hat die entwickelte Negativität,<lb n="16"/>das wirkliche Fürsichseyn keine andere Bestimmung erhalten; oder es ist hier die<lb n="17"/>Bewegung wie sie nicht mehr an und für sich ist, sondern das an und für sich seyn,<lb n="18"/>die Masse, die aber aufgehobnes Moment ist; Prädicat, das nur seine Selbstlosigkeit<lb n="19"/>darstellt, die paralysirte Bewegung, die ihren Begriff ausser ihr hat, und deren<lb n="20"/>Daseyn diß ist, sich aufzuheben; die eigentlich <hi rendition="#g">mechanische</hi>, gebundne Be<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>wegung.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="22"/>I. DER EINZELNE KÖRPER, ODER WERDEN DER SCHWERE<lb n="23"/>ZUR ELASTICITÄT.</head>
<p><lb n="24"/>a) Es ist also eine Absonderung vorhanden, Verschiedenheit der Masse, so daß<lb n="25"/>die Verschiedenheit völlig Selbstlosigkeit ist; sie hebt sich also auf; keins leistet einen</p>
<note xml:id="fn-41-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">aüsserlich</hi></note>
<pb n="39" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=42" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Widerstand; die Verschiedenheit ist selbstlos, ein verschiednes Gewicht; beyde sind<lb n="2"/>nur schwer; der Unterschied ist rein quantitativ <hi rendition="#g">unwesentlich</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-42-1"/> das <hi rendition="#g">ver</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">schiedne</hi> <hi rendition="#g">Quantum</hi> ist der Schwere unterworfen; diß nicht abgesondertseyn ist<lb n="4"/>allein ihr selbst. Das Daseyn der Widerherstellung ihrer Einheit ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Fall</hi>. Die<lb n="5"/>Quantumsverschiedenheit ändert die Geschwindigkeit, aber als <hi rendition="#g">unwesentlicher</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">Unterschied</hi> ist es nicht ein qualitatives Verhältniß, sondern eben als Unterschied<lb n="7"/>den es an einem andern hat, Reibung durch den Widerstand des Mediums, als<lb n="8"/>welches die Schwere Daseyn hat, aber als ein todtes, denn eben sie ist das in sichseyn,<lb n="9"/>die Krafft; ihr Daseyn ist das passive Medium, an das aber doch der Unterschied<lb n="10"/>der Grösse fällt, als Widerstand. – In der Geschwindigkeit des Falles wird behauptet<lb n="11"/>mache der Unterschied der Masse ganz und gar keinen Unterschied; Massen von<lb n="12"/>grösten oder kleinsten Gewicht fallen gleich geschwind, bedürfen derselben Zeit<lb n="13"/>zum Fallen durch denselben Raum. Diß ist ein Hauptdogma in der Mechanik; daß<lb n="14"/>nemlich die Körper beym Falle bloß als <hi rendition="#g">schwer</hi> in Betracht kommen, und ein<lb n="15"/>grosser so <hi rendition="#g">schwer</hi> ist als ein kleiner d. h. von geringem Gewicht; denn nur durch<lb n="16"/>die Schwere, d. h. daß sie Materie überhaupt sind, fallen sie. Eine Bleymasse und<lb n="17"/>eine Flaumfeder sind Materie die eine wie die andre, gleich <hi rendition="#g">schwer</hi>. Die Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>schiedenheit, die nur auf den aüsserlichen Widerstand fällt ist aber im Begriffe<lb n="19"/>nemlich eben ein Unterschied nicht durch sich selbst, sondern durch ein anderes;<lb n="20"/>der Begriff, der das begrifflose begreifft.</p>
<p><lb n="21"/><hi rendition="#g">Der</hi><ptr type="anker" target="#fn-42-2"/> <hi rendition="#g">Fall</hi> ist die geradlinigte <hi rendition="#g">freye</hi> Bewegung, gleichförmig sich beschleu<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>nigend, oder die Existenz der Bewegung, als nicht an ihr selbst reelle.</p>
<note xml:id="fn-42-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>welches sich bewege hier gleichgültig</note>
<note xml:id="fn-42-2" type="rand" n="²" next="#fn-42-2.t2"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>Resultat ist die zur Schwere gewordne Geschwindigkeit; oder daß die Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>schwindigkeit als Krafft wirkt; die Bewegung ist als <hi rendition="#g">Druck</hi> gesetzt; ein Pfund thut durch die<lb n="26"/>Geschwindigkeit seiner Bewegung soviel Wirkung als einige Zentner ruhend. Bestimmte<lb n="27"/>Bewegung [ist] Eins mit bestimmtem Gewichte, und der Fall als vollbracht ist die Darstellung</note>
<pb n="40" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=43" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Durch ihn kommt die Schwere zu sich zurük, oder sie ist erst itzt das Eins ver<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>schiedner Massen; es ist der Punkt <hi rendition="#g">gesetzt</hi>, das Aufgehobenseyn, das negative;<lb n="3"/>in ihre Gleichgültigkeit ist der Anfang der Negativität gekommen; die Besonderung<lb n="4"/>überhaupt an ihr selbst. Die Absonderung, Trennung ist dadurch selbst <hi rendition="#g">gesetzt</hi>;<lb n="5"/>so daß nicht nur abgesonderte <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">sind</hi>, sondern daß sie <hi rendition="#g">Einer</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi>, nicht<lb n="6"/>nur der Schwere angehören, und daß die Absonderung selbst dieser angehört, die</p>
<p><lb n="7"/>b) <hi rendition="#g">Wurfbewegung</hi> drükt diß aus. Das Absondernde selbst ist ein anderes;<lb n="8"/>ein abgesondertes Subject ist nur gesetzt; es ist geworden daß das Projectil nicht<lb n="9"/>mehr nur als Punkt gilt, oder sein <hi rendition="#g">Unterschied</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> nur an <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Widerstande</hi><lb n="10"/>der Lufft <hi rendition="#g">mißt</hi>, nicht wesentlich an ihm selbst; sondern <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">hier</hi> <hi rendition="#g">Unter</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">schied</hi> der Krafft, mit der er geworfen wird, und die Schwere und zwar als<lb n="12"/>Gewicht, und die Masse sind Momente der Grösse der Bewegung selbst; die<lb n="13"/>Grösse der Bewegung ist ein Produckt der Krafft des Wurfs, und des Gewichts der<lb n="14"/>Masse. Dasselbe Gewicht aber ist zugleich Schwere, sie als das allgemeine erhält<lb n="15"/>das Übergewicht, überwindet die in ihr gesetzte Bestimmtheit; der Körper wird<lb n="16"/>nur durch die Schwere geworfen; er geht aber aus von der bestimmten, kehrt aber<lb n="17"/>in die allgemeine zurück, wird blosses Fallen.</p>
<p><lb n="18"/>c.<ptr type="anker" target="#fn-43-1"/> Diese Rückkehr setzt eine weitere Bestimmtheit an der Schwere, oder die<lb n="19"/>Bewegung noch näher eins mit der Schwere. Das Gewicht ist in der Wurfbewegung<lb n="20"/>nur Ein Moment der bewegenden Krafft; oder es ist das Übergehen der ausser der</p>
<note xml:id="fn-42-2.t2" type="rand" n="²" prev="#fn-42-2"><lb n="21"/>dieser Einheit. Materielle Gewicht, dasselbe was das ideelle der Geschwindigkeit.<lb n="22"/>Die <hi rendition="#g">Schwere</hi> ist bestimmt worden. <hi rendition="#g">Rükkehr</hi> ist α) <hi rendition="#g">daseyende</hi> Schwere, Druck; –<lb n="23"/>und zwar Schwere eben als <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi> und <hi rendition="#g">Bewegung</hi> siehe <hi rendition="#g">oben</hi>; – <hi rendition="#g">daseyend</hi>;<lb n="24"/>denn sie ist <hi rendition="#g">bestimmt</hi>; Bestimmtheit des einfachen <hi rendition="#g">Insichseyn</hi>, <hi rendition="#g">Daseyn</hi> überhaupt.<lb n="25"/><hi rendition="#g">Unterschied</hi> als <hi rendition="#g">Unterschied</hi> der <hi rendition="#g">Masse</hi> oder <hi rendition="#g">Schwere</hi> – <hi rendition="#g">Besonderung</hi> hat<lb n="26"/>Bedeutung<lb n="27"/>Ihre <hi rendition="#g">Absonderung</hi> gehört ihr <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">zu</hi>. Die Krafft der Schwere geht gegen sie selbst</note>
<note xml:id="fn-43-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>Ihre ihr <hi rendition="#g">zugehörige</hi> <hi rendition="#g">Absonderung</hi> ist in sie zurükgegangen, ihr Fallen<lb n="29"/>ist Wurf und Wurf ist Fallen</note>
<pb n="41" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=44" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Schwere liegenden Krafft in sie gesetzt; aber<ptr type="anker" target="#fn-44-1"/> in sie übergegangen ist sie nunmehr<lb n="2"/>die ganze bewegende Krafft, und das Princip der Bewegung zwar noch ausser ihr,<lb n="3"/>aber ganz formal, blosser Anstoß, wie im Falle, reines Entfernen, aber das Fallen<lb n="4"/>wird zum Wurfe; der Wurf ist Fall. <hi rendition="#g">Pendelbewegung</hi>. Die Schwere ist Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>fernung von sich selbst; Vorstellung ihrer als sich selbst entzweyend. Aber alles<lb n="6"/>noch aüsserlich; der befestigte Punkt, das Entfernen von der Linie des Falls, das<lb n="7"/>entfernthalten des bewegten Punkts, die Momente der wirklichen Bewegung<lb n="8"/>gehören einem andern an; die Rükkehr in die Linie des Falls aus dem Wurfe ist<lb n="9"/>selbst Werfen; und die Schwingung die Bewegung das fallende sich erzeugende<lb n="10"/>Aufheben des Wurfs.</p>
<note xml:id="fn-44-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Es ist innerlich es fällt in uns; die Schwere, durch <hi rendition="#g">ihren</hi> <hi rendition="#g">Begriff</hi>, aufzeigen,<lb n="27"/>wie es <hi rendition="#g">wirklich</hi> ist; – sie thut diß nicht selbst – auch nicht das Licht; wir sind der Begriff des<lb n="28"/>Lichtes</note>
<p><lb n="11"/>Die einfache Schwere ist aber das herrschende, allgemeine, sie erhält als das<lb n="12"/>allgemeine das Übergewicht über das Fremde, und die Schwingung hört in der<lb n="13"/>Linie des Falles auf, und es ist als die einfache Totalität die <hi rendition="#g">einzelne</hi> Masse gesetzt.<lb n="14"/>Sie ist Totalität, daß an der bestimmten Masse die <hi rendition="#g">Vermittlung</hi> des Ganzen<lb n="15"/>gesetzt, die sich mit sich vermittelnde Schwere. – Der Fall setzt eine unwesentliche<lb n="16"/><hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> der Masse überhaupt; Masse unmittelbar allgemeine; der Wurf sie<lb n="17"/>als Einheit der Masse und Schwere, oder sie daß sie negatives Moment dieser Einheit<lb n="18"/>selbst ist, die Besonderung, Trennung selbst diese Einheit ist; die Pendelschwingung,<lb n="19"/>die Totalität, daß die Besonderung Trennung vermittelt ist durch den abgesonderten<lb n="20"/>Punkt mit der ganzen Einheit.</p>
<p><lb n="21"/>α)<ptr type="anker" target="#fn-44-2"/> die besondre Masse ist durch die reine Negativität mit der allgemeinen<lb n="22"/>Masse vermittelt; – (ist im Pendel dargestellt; rein Negatives reiner Punkt) der<lb n="23"/><hi rendition="#g">Begriff</hi> dieser Negativität ist die <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi>, Krafft der Masse, das unsinnliche<lb n="24"/>nicht daseyende, Bewegung. Die besondre Masse ist hiedurch mit der allgemeinen<lb n="25"/>zusammen geschlossen; das <hi rendition="#g">Nichtdaseyn</hi> beyder. Die Linie des Falles und das</p>
<note xml:id="fn-44-2" type="rand" n="²"><lb n="29"/><seg type="marke">² </seg>zu sich zurükgekehrt</note>
<pb n="42" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=45" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>leere Medium desselben ist diese Vermittlung durch das Nichtdaseyn beyder; der<lb n="2"/>Schluß des allgemeinen und besondern worin die reine Negativität, als allgemeine<lb n="3"/>die Mitte ist, und als entgegengesetzte, der Punkt des Pendels; er gehört beyden an;<lb n="4"/>er ist so der <hi rendition="#g">Schwerpunkt</hi> des Körpers, Punkt der ihm und der allgemeinen<lb n="5"/>Schwere angehört.</p>
<p><lb n="6"/>β) Aber ebenso ist die Einzelnheit und das Allgemeine durch die Besonderheit<lb n="7"/>vermittelt; diesen Schluß stellt der Wurf dar; es ist die Besonderheit, welche<lb n="8"/>schwere Masse ist, schwer überhaupt, und <hi rendition="#g">bestimmte</hi> Masse. Das einzelne das<lb n="9"/>negative, die Krafft, womit das Projectil geworfen wird, geht durch die schwere<lb n="10"/>Masse hindurch zum allgemeinen, oder vollführt sich, ist da nur dadurch daß das<lb n="11"/>geworfne schwer ist. Am Pendel fester Punkt durch die besondre auf die allgemeine.<lb n="12"/>Indem die besondre Masse die Einzelnheit an ihr hat; ist der Schwerpunkt durch den<lb n="13"/>Ruhepunkt auf die allgemeine Masse bezogen; die Schwere des Schwerpunkts ist in<lb n="14"/>der Mitte der Besonderheit.</p>
<p><lb n="15"/>γ) Endlich ist die Einzelnheit mit der Besonderheit zusammengeschlossen durch<lb n="16"/>die Allgemeinheit. Das einzelne getrennt von der Besonderheit ist im Pendel der<lb n="17"/>reine Punkt und die einzelne Masse, die Schwere ist ihre Beziehung; oder es ist die<lb n="18"/>Bewegung und die Masse; sie sind durch die Einheit beyder, die absolute Masse<lb n="19"/>vermittelt, als ihrem Elemente, oder Substanz.</p>
<p><lb n="20"/>Die Schwere ist auf diese Weise als totale <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> gesetzt; die Einzelnheit<lb n="21"/><hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> schwer; d. h.<ptr type="anker" target="#fn-45-1"/> sie ist α) <hi rendition="#g">Punkt</hi>, Schwerpunkt, worein die ganze<lb n="22"/>[Schwere] zurükgenommen ist; daß die Masse ruhe, muß ihr Schwerpunkt unter<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>stützt seyn; es ist so gut als ob das übrige des Körpers gar nicht wäre; er ist <hi rendition="#g">für</hi><lb n="24"/><hi rendition="#g">sich</hi> allein in seinem Punkte, und sein Fürsichseyn ist schwer; es ist <hi rendition="#g">Druck</hi>, Be<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>wegung die Trennung mit der andern Masse aufzuheben. [Er] drückt nur in der<lb n="26"/>Richtung, die von seinem Punkte ausgeht; seine <hi rendition="#g">Schwere</hi> ist ganz in <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Punkt</hi></p>
<note xml:id="fn-45-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>das <hi rendition="#g">Einzelne</hi> als solches <hi rendition="#g">schwer</hi> ist</note>
<pb n="43" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=46" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">zurükgegangen</hi> er kommt nur in ganze Bewegung insofern die Richtung der<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>selben seinen Schwerpunkt trifft. β) dieser Punkt ist <hi rendition="#g">Linie</hi>, Linie der in ihm selbst<lb n="3"/>seyenden Schwere; diese Linie ist nicht, wodurch er sich auf die allgemeine Schwere<lb n="4"/>bezieht; sondern sein linearer Schwerpunkt, sein lineares für sich seyn; nicht daß<lb n="5"/>jeder Theil der Linie schwer ist, sondern daß er <hi rendition="#g">diesem</hi> Eins angehört, und dieses<lb n="6"/>Eins diese Richtung sich erhält; als allgemeine <hi rendition="#g">Continuität</hi> dieses fürsichseyns –<lb n="7"/>Die Linie fürsich genommen, oder der Körper als diese Linie vorgestellt ist der<lb n="8"/><hi rendition="#g">Hebel</hi>; eben dieses daß <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Linie</hi> ganz als reine Linie soviel als <hi rendition="#g">bestimmte</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">Schwere</hi>, <hi rendition="#g">Gewicht</hi>, ist. Der Schwerpunkt sich theilend als Mitte in End<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>punkte, deren Continuität die Linie ist;<ptr type="anker" target="#fn-46-1"/> die Gleichheit beyder Seiten ist das gleiche<lb n="11"/>Product der Entfernung in das Gewicht; das ganz ideale der Entfernung ist völlig<lb n="12"/>soviel als Gewicht, eins kann an die Stelle des andern gesetzt werden, wahre <hi rendition="#g">Raum</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">erfüllung</hi> die Substanz.<ptr type="anker" target="#fn-46-2"/> Ebenso ist das ganze dieses Eins der Schwere; die Ober<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>fläche macht das Eins aus, das aber als Ganzes in den Mittelpunkt zurückgenommen ist.<ptr type="anker" target="#fn-46-3"/></p>
<p><lb n="15"/>So daß das Eins nur die Oberfläche ist, oder das ganze continuirliche ist, ist der<lb n="16"/>Körper vollkommen <hi rendition="#g">hart</hi>; er ist <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>, absolute Krafft, <hi rendition="#g">ab</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">solutes</hi> <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Ganzheit</hi>; aber er ist ebenso Eins, zurük-</p>
<note xml:id="fn-46-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>3 · 4 = 2 · 6<lb n="19"/>2 · 2 · 3</note>
<note xml:id="fn-46-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>In <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Rolle</hi>, Hebel, und Mittelpunkt; <hi rendition="#g">Reibung</hi> an der Rolle, sodaß ein<lb n="21"/>Gewicht auf Einer Seite schnell herabgelassen den <hi rendition="#g">Faden</hi> REISST, nicht das andre nachzieht,<lb n="22"/>siehe Kästner. Oder Reibung reine Intensität wird, die von der <hi rendition="#g">Schwere</hi> frey ist wie schon<lb n="23"/>der Punkt des Hebels. Einzelnheit die schwer ist.</note>
<note xml:id="fn-46-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg>Was hier in Dimensionen sich auseinanderlegt ist unmittelbar Eins – oder der<lb n="25"/>Schwerpunkt macht sich so zum Ganzen einzelnen Körper,</note>
<pb n="44" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=47" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>genommen aus dieser Continuität; oder vielmehr eben als diese Continuität ist das<lb n="2"/>Eins erloschen, nur das Ganze ist Eins, Eins also nicht gesetzt, er <hi rendition="#g">weicht</hi> also<lb n="3"/>schlechthin; oder ist absolut <hi rendition="#g">weich</hi>; aber γ sich als Schwerpunkt so aufgebend,<lb n="4"/>sein Ganzes verlassend ist [er] um ebenso intensiveres Eins; gerade die Weichheit,<lb n="5"/>das Aufheben seiner <hi rendition="#g">verbreiteten</hi>, ausser sich seyenden Krafft, ist sie in sich<lb n="6"/>zurükgegangen, ist ihre Widerherstellung. Diß daß das Ganze ebenso sehr <hi rendition="#g">Eins</hi><lb n="7"/>ist, oder den Schwerpunkt ausmacht, und die unmittelbare Verkehrung dieser bey<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>den Seiten, ist die <hi rendition="#g">Elasticität</hi>; diß ist der wahre Begriff des <hi rendition="#g">einzelnen</hi> Körpers;<lb n="9"/>die <hi rendition="#g">Schwere</hi> die Elasticität geworden. Einheit des <hi rendition="#g">Insichseyns</hi> und des Seyns<lb n="10"/><hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> anderes; die in sich zurükgekehrte Schwere, durch die Vermittlung worin<lb n="11"/>die Negativität als ein ihr fremdes gesetzt, und sie passive Masse ist. Hier ihre Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>mittlung des Insichseyns – Härte – durch das Seyn für anderes, Weichheit, mit sich<lb n="13"/>selbst; das Gewicht das schwer ist als Gewicht, in seiner Besonderheit das absolute<lb n="14"/><hi rendition="#g">Insichseyn</hi>; das <hi rendition="#g">ideelle</hi> (Punkt, Bewegung) ist selbst schwer.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="15"/>b. WERDEN DER ELASTICITÄT ZUR FLÜSSIGKEIT.</head>
<p><lb n="16"/>Der Einzelne Körper verhält sich nicht mehr zur allgemeinen Masse, sondern zu<lb n="17"/>einzelnen; er ist ausschliessend gegen sie; die allgemeine Schwere ist sein allgemeines<lb n="18"/>Element; und es sind zunächst überhaupt <hi rendition="#g">viele</hi> einzelne gesetzt. Der einzelne Körper<lb n="19"/>schließt nicht das allgemeine von sich aus, denn sein Ausschliessen ist die Beziehung<lb n="20"/>auf sie; die positive Beziehung ist eben die allgemeine Schwere, der Boden, <hi rendition="#g">auf</hi><lb n="21"/><hi rendition="#g">dem</hi> sie <hi rendition="#g">frey</hi> d. h. sich nur aufeinander <hi rendition="#g">negativ</hi> beziehen; aber das Selbst die<lb n="22"/>negative. Sie<ptr type="anker" target="#fn-47-1"/> sind noch einzelne <hi rendition="#g">träge</hi> Massen, die ihrem Begriffe nach, sich auf<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>einander beziehen,<ptr type="anker" target="#fn-47-2"/> aber dieser Begriff ist noch nicht gesetzt; und einzelner ist das</p>
<note xml:id="fn-47-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">abstracte</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> – daher geht es auf einer Fläche vor</note>
<note xml:id="fn-47-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>wir sind das <hi rendition="#g">Licht</hi> des <hi rendition="#g">Begriffs</hi></note>
<pb n="45" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=48" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>daseyende, das sie auf einander bezieht, oder sie gegeneinander in Bewegung bringt.</p>
<p><lb n="2"/>Die Bewegung der elastischen Massen gegeneinander, der <hi rendition="#g">Stoß</hi>, ist das <hi rendition="#g">Setzen</hi><lb n="3"/>derselben, was sie sind, α) ihre Berührung insofern sie <hi rendition="#g">weiche</hi>, oder solche sind,<lb n="4"/>die <hi rendition="#g">Eins</hi> sind, die aus ihrem Seyn für anderes gänzlich in das <hi rendition="#g">Insich</hi> zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>genommen und nur in ihrem Schwerpunkte sind, nehmen sie sich gegenseitig in<lb n="6"/>einander auf; wo der eine ist ist der andere, ihre reine Allgemeinheit ist das Zu<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>sammenfliessen derselben in einander. Insofern diß <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi><lb n="8"/>ist, negative Idealität, welche hier Prädicat, so ist ebenso ihre Bewegung in einander<lb n="9"/>zusammengeflossen; es ist nur Eine Einheit der Massen und der Bewegungen ge<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>setzt.</p>
<p><lb n="11"/>β) Aber diese aufgehobne Masse und Geschwindigkeit eines jeden ist ebenso von<lb n="12"/>dem absolut ausschliessenden Eins durchdrungen, der Körper absolut <hi rendition="#g">hart</hi>, er<lb n="13"/>hebt diese Einheit schlechthin <hi rendition="#g">auf</hi>, die sich wieder in beyde entzweyt, die mit<lb n="14"/>eigner Masse und Geschwindigkeit aus ihr sich herstellen;<ptr type="anker" target="#fn-48-1"/> aber γ) beydes ist ein<lb n="15"/>solches das aus ihrer Einheit herkommt; jeder hebt das auf, was der andre in ihm<lb n="16"/>setzte; und wieder ist das, was der andre in ihm setzte, durch ihn selbst bestimmt.<lb n="17"/>Die Einwirkung in einen jeden ist durch ihn selbst und den andern bestimmt, und<lb n="18"/>ebenso die Gegenwirkung. Wirkung und Gegenwirkung ist gleich; soviel ein<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>gewirkt, soviel der eine aufgehoben ist, stellt er sich her; aber es ist nicht nur die<lb n="20"/>passive Gegenwirkung sondern individualisirt, so wie die Einwirkung so auch die<lb n="21"/>Gegenwirkung; kurz es ist darin eine vollkommne Austauschung in der Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>heit eines jeden gesetzt; dadurch, daß sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi>, also Einwirkung<lb n="23"/>des andern ebenso von seinem Schwerpunkte durchdrungen, d. h. seine eigne<lb n="24"/>Krafft und Seyn ist; die <hi rendition="#g">Einheit</hi> schlechthin <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">fürsichseyender</hi> Massen;<lb n="25"/>in ihrer absoluten Besonderheit und dem Eins einer jeden die vollkommne Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>lösung der einen in der andern – Unterschied für sich seyender der keiner ist.</p>
<note xml:id="fn-48-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>Mittheilung der <hi rendition="#g">Bewegung</hi> und der <hi rendition="#g">Massen</hi>, nicht zu gleicher Zeit <hi rendition="#g">seyn</hi><lb n="28"/><hi rendition="#g">wo</hi> der <hi rendition="#g">andre</hi> ist</note>
<pb n="46" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=49" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Dieses <hi rendition="#g">insich</hi> das sich zur Negativität des realen entfaltet, wie die Zeit zur<lb n="2"/>Negativität des idealen – aber so daß die Unterschiede nur Unterschiede der Massen<lb n="3"/>überhaupt sind, – können wir den <hi rendition="#g">Ton</hi> der Masse nennen. Es ist als daseyend aus<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gesprochen das sich durchdringende <hi rendition="#g">Schwingen</hi> des Körpers; die Zeit der Masse,<lb n="5"/>ihre einfache Unendlichkeit; mit Masse angethane Zeit. Es ist der Keim ihres Lebens.<lb n="6"/>Als Schwingen ist es diese Negativität, diß Erzittern in ihr selbst die achsendrehende<lb n="7"/>Bewegung, oder das unruhige <hi rendition="#g">Licht</hi>, das itzt zum Daseyn herausdringt; es ist das<lb n="8"/><hi rendition="#g">insichseyn</hi>, das sich itzt in der Masse durch ihre Erhaltung in der todten Schwere<lb n="9"/>selbst erzeugt darstellt; es ist der Begriff, die Krafft, wie wir aufhören derselbe, oder<lb n="10"/>dessen Substanz zu seyn. Es ist die <hi rendition="#g">reine</hi> Einzelnheit, welche das Ausschliessen<lb n="11"/>andrer Einzelnheit an ihr getilgt hat. Eben dadurch ist diß Schwingen diß auf<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gehobenseyn der einzelnen Punktualität, des besondern Schwerpunktes, gegen<lb n="13"/>andre; – es ist die <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>, das vollkommne körperliche Gleichgewicht mit<lb n="14"/>sich selbst; die reale Elasticität; der Körper existirt für sich selbst so, wie als elastisch<lb n="15"/>durch einen andern. Das flüssige wird gestossen, es weicht schlechthin, aber sein<lb n="16"/>Weichen hebt <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> so an ihm <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">auf</hi>, <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Weichen</hi> <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Schwingen</hi>, das nicht die Abwechslung des Weichens und Beharrens, des<lb n="18"/>Weichen und Harten ist, sondern unmittelbar durch sein Ganzes und in seinem<lb n="19"/>Ganzen hergestellt ist. Es ist nicht der Schwerpunkt in den die Krafft zurükgeht,<lb n="20"/>so daß die Masse sich aufgäbe, sondern er schwingt und erklingt durch sein ganzes<lb n="21"/>Wesen; sein ganzes ist an ihm selbst diese sich in sich zurüknehmende Schwere.<lb n="22"/>Die Flüssigkeit unmittelbar für sich entgegengesetzt dem Tone ist die Passivität,<lb n="23"/>das <hi rendition="#g">ansich</hi>seyn, das aufgehobenseyn der Einzelnheit, die absolute Mittheilung, so<lb n="24"/>daß, eine Stöhrung darin gesetzt, es nicht gegen das <hi rendition="#g">andere</hi> <hi rendition="#g">reagirt</hi>, es aus<lb n="25"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">ausstößt</hi>, sondern daß sie in <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">erlischt</hi>. Ihre <hi rendition="#g">Widerstands</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/><hi rendition="#g">losigkeit</hi> ist eben diß <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zusammengehen</hi>, und <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">bleiben</hi></p>
<pb n="47" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=50" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">selbst</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-50-1"/> – Oder sein Beharren ist nicht eine <hi rendition="#g">Aüsserung</hi>, sondern die Rükkehr<lb n="2"/>in sich, und eine Rükkehr, die dadurch vermittelt ist, daß es die in ihm gesetzte<lb n="3"/>Besonderung seinem Ganzen mittheilt; bey der Elasticität ist umgekehrt die Wir<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>kung des Ganzen, ein negatives ein Ausstossen der darin gesetzten Bestimmtheit.<lb n="5"/>Hier ist aber das Zurükkehren in sich diß, daß diese Besonderung allgemein gemacht<lb n="6"/>wird. Sie wird durch den Ton mit dem Allgemeinen zusammengeschlossen, und im<lb n="7"/>Ganzen, positiv gesetzt, und eben diß ist das Erhalten und Beharren vielmehr.</p>
<p><lb n="8"/>Die Flüssigkeit ist daher die aus der Besonderung und Aüsserlichkeit in sich<lb n="9"/>zurükgekehrte <hi rendition="#g">Schwere</hi>, sie ist diß Gleichgewicht in sich selbst, welches nunmehr<lb n="10"/>nicht mehr ein negatives Verhalten, ein Fallen oder Ausstossen des Bestimmten in<lb n="11"/>ihm ist, sondern eben in seiner Bestimmtheit selbst Gleichgewicht, dadurch daß es<lb n="12"/>sich vollkommen mit ihr durchdringt, sich durchaus bestimmt, hebt sich die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>stimmtheit auf; der Ton, diese Negativität ist eben dieser verkehrende Begriff.</p>
<p><lb n="14"/>Die Schwere ist aus der Aüsserlichkeit in sich zurükgekehrt, – diß hat darum<lb n="15"/>eben diese entgegengesetzte Bedeutung, sie ist aus ihrer Innerlichkeit herausgetreten<lb n="16"/>in das Daseyn. Die Flüssigkeit ist die zu sich selbst gekommne Schwere, oder welche<lb n="17"/>die Aüsserung an ihr hat; <hi rendition="#g">daseyendes</hi> <hi rendition="#g">Insichseyn</hi>, achsendrehende Bewegung,<lb n="18"/>welche ebenso das Negative absolut an ihr hat, in ihrem Unterschiede, Seyn für<lb n="19"/>anderes <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist. Das Insichseyn ist gegenständlich, daseyend, d. h. es ist nicht<lb n="20"/>mehr nur negativ auf das andersseyn bezogen, sondern diese allgemeine Schwere<lb n="21"/>ist die Negativität an ihr selbst. Sie ist ans Licht herausgetreten sie ist für ein anderes.<lb n="22"/>Sie ist nun das kräfftige Licht, oder daseyende Krafft.</p>
<p><lb n="23"/>Diese reale Krafft ist nicht als das Flüssige aber als solches, wie Wasser etwa vor<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>zustellen; es ist [nicht] diß Gleichgewicht, das passiv ist, sondern als das active<lb n="25"/>Gleichgewicht in sich selbst, der Ton, der in die Flüssigkeit verbreitet, sein reines<lb n="26"/>Bestimmen in sich selbst enthält. – Es ist dasjenige, was ungefähr unter der absoluten<lb n="27"/><hi rendition="#g">Cohäsion</hi> gemeynt worden ist, dieser absolute Zusammenhalt, α) nicht der Theile</p>
<note xml:id="fn-50-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">allgemeines</hi> <hi rendition="#g">Für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi></note>
<pb n="48" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=51" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der Materie, denn diß ist die Continuität der Masse überhaupt, – auch nicht die<lb n="2"/>gemeine Cohäsion, die einzelne Eigenschafft, die mehrere oder wenigere Trenn<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>barkeit, Zähigkeit, wie z. B. Eisen eine höhere Cohäsion hat, als Gold. Es ist viel<lb n="4"/>von der Cohäsion geschwatzt worden ohne daß es über das Meynen und ein dunkles<lb n="5"/>Vorschweben des unbestimmten Begriffes hinauskam. Sondern sie ist diß sich selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>gleiche <hi rendition="#g">qualitative</hi> <hi rendition="#g">Bestimmen</hi> überhaupt; – in einer einfachen Bestimmtheit,<lb n="7"/>wie wir nachher sehen werden, ist es specifische Schwere. Das specifische macht<lb n="8"/>eben diß aus, daß die Materie als Schwere an ihr selbst Bestimmtseyn, Negativität<lb n="9"/>ist, oder Charakter zu haben, ihr Wesen Individualität überhaupt ist, und dann<lb n="10"/><hi rendition="#g">bestimmte</hi> Individualität, so eine bestimmte specifische Schwere; sie ist ein eigen<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>thümliches nicht bloß mechanisches Widerstehen; der Widerstand überhaupt, geht<lb n="12"/>nur gegen die Masse als solche, und seine Bestimmung ist das unwesentliche der<lb n="13"/>Grösse, itzt aber <hi rendition="#g">Charakter</hi> überhaupt,<ptr type="anker" target="#fn-51-1"/> und positiv die ganze Ausdehnung, Da<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>seyn bestimmend.</p>
<p><lb n="15"/>Zunächst ist dieser Charakter Form der Materie, oder <hi rendition="#g">innre</hi> Gestalt derselben,<lb n="16"/>d. h. eben noch nicht in seiner Bestimmtheit und Entwicklung <hi rendition="#g">daseyend</hi>; son<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>dern Charakter überhaupt. Diß erscheint dann wieder so, daß sie erst durch <hi rendition="#g">ein</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">anderes</hi> <hi rendition="#g">ihren</hi> <hi rendition="#g">Charakter</hi> <hi rendition="#g">zeigt</hi>, oder es ist <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Charakter</hi> wie sie <hi rendition="#g">ihn</hi><lb n="19"/><hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi> <hi rendition="#g">zeigt</hi>. Wie sie mechanisches Ganzes, und in seinen Dimensionen<lb n="20"/>Schwerpunkt, Hebel und drükende Masse ist, und dann elastisches, beydes aber<lb n="21"/>noch innerhalb des Seyns für anderes; so hier die innre Gestalt, die der Körper<lb n="22"/>zeigt, im Verhältniß gegen anderes. Aber Beziehung ist nicht mehr blosser Stoß,<lb n="23"/>worin die Masse bleibt, sondern die Masse ist nur noch als <hi rendition="#g">mögliche</hi>, oder sie<lb n="24"/>ist als aufgehobne gesetzt. Der <hi rendition="#g">Charakter</hi> eben ist <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Freyheit</hi> <hi rendition="#g">davon</hi>,</p>
<note xml:id="fn-51-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Massenunterschied</hi> <hi rendition="#g">unwesentlich</hi>. UNMITTELBARKEIT <hi rendition="#g">an</hi> und <hi rendition="#g">für</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/><hi rendition="#g">sich</hi> seyn.</note>
<pb n="49" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=52" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Masse</hi> zu seyn; der Unterschied ist das qualitative. Also die daseyende negative<lb n="2"/>Beziehung ein Aufheben der Masse als dieser so grossen Masse.</p>
<p><lb n="3"/>In der Zertrümmerung der Masse zeigt also der Körper seinen Charakter den er<lb n="4"/>in dieser Bestimmung hat. Er erscheint als eine räumliche Bestimmtheit oder Di<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mension; α) als Punctualität; in seines Zusammenhalts Aufheben die innre Gestalt<lb n="6"/>des Punkt zu haben, er ist <hi rendition="#g">spröde</hi>; zerspringt in Punkte. Diß der so bestimmte<lb n="7"/>Ton seines Wesens; es ist diß die innerlich gestaltete Härte, da vorhin nur ihre<lb n="8"/>Bestimmtheit überhaupt gesetzt war. β) der Punkt, diß Element, wird zur Linie –<lb n="9"/>Der gebrochne Zusammenhang zeigt die Erhaltung seines Tones als Linie suchend<lb n="10"/>und erhaltend, <hi rendition="#g">zähe</hi>, Streckbarkeit γ) die Linie geht in den Ton der Fläche über.<lb n="11"/>Die Zähigkeit wird zur <hi rendition="#g">Hämmerbarkeit</hi>, die Möglichkeit seinen Zusammenhalt<lb n="12"/>als Fläche zu behaupten; aber da die Fläche, Oberfläche wird, oder in ihr der Punkt<lb n="13"/>zum Ganzen wird, so ist die Hämmerbarkeit überhaupt wieder Dehnbarkeit des<lb n="14"/>Ganzen, ein ungestaltetes Innres, das seinen Zusammenhalt überhaupt als Zu<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>sammenhang der Masse behauptet – Weichheit.</p>
<p><lb n="16"/>Es ist zu bemerken, daß diese Momente nur einzelne Dimensionen sind; deren<lb n="17"/>jede Moment des realen Körpers, als eines Gestalteten ist – Lufft, Wasser, Feuer<lb n="18"/>sind das gestaltlose oder die Aufgehobene Gestalt, Körperlichkeit überhaupt, das<lb n="19"/>einen Charakter überhaupt hat. – Die Gestalt ist nicht ohne eine derselben, so wenig<lb n="20"/>als die Masse ohne Weichheit, oder Schwere, oder Elasticität ist. Es sind abstracte<lb n="21"/>Momente, unter deren keinem einzelnen die Gestalt ist. Der eine Körper ist mehr<lb n="22"/>oder weniger spröde, oder zähe, oder hämmerbar, wie mehr oder weniger weich<lb n="23"/>und hart, aber die Elasticität ist die Realität dieser. – Der quantitative Unterschied<lb n="24"/>aber gehört der Natur als sinnlichem Daseyn an, oder wie die absolute Bewegung</p>
<pb n="50" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=53" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>durch das weitere Individualisiren beschränkt wird, so auch die Nothwendigkeit<lb n="2"/>dieser Dimensionen; das Ganze derselben verkümmert, und es tritt eins oder das<lb n="3"/>andre freyer heraus. β. Der Charakter geht in das Allgemeine, die weiche Hämmer<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>barkeit über, oder tilgt <hi rendition="#g">diese</hi> Dimensionen, rundet sich <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>; seine<lb n="5"/><hi rendition="#g">Gestalt</hi> ist aüssre <hi rendition="#g">Oberfläche</hi>, einerseits, der Charakter ist als <hi rendition="#g">innre</hi> Form <hi rendition="#g">auf</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">gehoben</hi>; er ist für sich eben frey daseyend,<ptr type="anker" target="#fn-53-1"/> diß rundbleiben, gegen welches die<lb n="7"/>aüssre Gewalt nur eine Theilung der Masse ist, deren Form sich <hi rendition="#g">gleich</hi> bleibt,<lb n="8"/>nur eine <hi rendition="#g">Wiederhohlung</hi> <hi rendition="#g">derselben</hi> Form, in geringerer Masse. Dieses aüssere<lb n="9"/>Verhalten ist dadurch getilgt; der Charakter ist der sich gleichbleibende, und darum<lb n="10"/>dimensionslose; die <hi rendition="#g">gestaltete</hi> Flüssigkeit; oder <hi rendition="#g">Charakter</hi> und <hi rendition="#g">Daseyn</hi> als<lb n="11"/><hi rendition="#g">dasselbe</hi>.</p>
<p><lb n="12"/>β) wie die Dimensionen des Charakters zuerst innerliche Gestalt, so itzt aüsser<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>liche; oder ebendarum an ihm selbst, in seiner <hi rendition="#g">Zeit</hi>, wie vorhin im Raume, oder<lb n="14"/>als Verhalten zu anderem.</p>
<p><lb n="15"/>Die runde innre Gestalt bleibt sich gleich wie als innre so als aüssere. Sie ist das<lb n="16"/>unbestimmte Allgemeine; oder das Bestimmte ist nicht mehr als aüsserliche raüm<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>liche Dimension an ihr vorhanden. Sie ist aber darum nicht cohäsionslos, sondern<lb n="18"/>die Cohäsion ist nunmehr einfache Bestimmtheit; Bestimmtheit des Flüssigen als<lb n="19"/>eines solchen, Prädicat, einfach, allgemein – rein einfacher wesentlicher Charakter,<lb n="20"/>der in sich zurükgenommen sich nicht zu einer Masse verhält, oder dem aüsser<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>lichen Setzen ganz entnommen ist; sie ist <hi rendition="#g">specifische</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>; bestimmter,<lb n="22"/>einfacher und wesentlicher Charakter, bestimmte Individualität, und weil die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>stimmtheit so einfach ist, so ist dieser wesentliche Unterschied in der Form der<lb n="24"/>Unwesentlichkeit gesetzt, oder der <hi rendition="#g">Zahlgrösse</hi>, die Einzelnheit desselben. In ihr<lb n="25"/>ist der Körper an und für sich, gegen anderes, und gegen die allgemeine Schwere.<lb n="26"/>Der Schwerpunkt ist als das Eins der bestimmten Masse, verhält sich als diese</p>
<note xml:id="fn-53-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>Charakter gegen den das Andersseyn, formell wird. Weichheit, die Charakter<lb n="28"/>ist</note>
<pb n="51" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=54" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">bestimmte</hi> Masse gegen andre; allein sein Wesen ist die allgemeine Schwere,<lb n="2"/>und sein Verhältniß, die Individualität, ein solches, das nicht durch ihn selbst allein<lb n="3"/>bestimmt ist, es bezieht sich wesentlich auf Druck und Stoß gegen andre. – Die<lb n="4"/>Sprödigkeit u.s.f. ist zwar Charakter aber ebenso daseyend durch andre. Hingegen<lb n="5"/>specifische Schwere ist diß an und für sich seyn, das sich nur auf sich selbst bezieht,<lb n="6"/>ganz gleichgültig gegen die Masse ist, wie die Bestimmtheit des Schwerpunkts<lb n="7"/>nicht, und auch ein fürsichseyendes Daseyn bedeutet. Eine specifische Schwere<lb n="8"/>wird erkannt, durch das Verhalten in einem allgemeinen Medium, nicht gegen eine<lb n="9"/>bestimmte Masse. – Die Sprödigkeit kommt durch die Überwindung der Masse<lb n="10"/>zu Tage, also durch eine grössere Massenkrafft; die specifische Schwere bedarf diß<lb n="11"/>nicht. – Oder sie wird gemessen durch Vergleichung des Gewichts mit dem Volum,<lb n="12"/>Raumgrösse, <hi rendition="#g">gemessen</hi>, nicht durch eine Wirkung, welche sie ausübt. Sie ist die<lb n="13"/>Bestimmtheit in der Flüssigkeit, d. h. in solcher Durchdringung der Schwere und<lb n="14"/>der Negativität, worin beyde gleich geworden, wie in der Geschwindigkeit, und<lb n="15"/><hi rendition="#g">Raum</hi> und Gewicht nur der Grösse nach sich noch unterscheiden.<ptr type="anker" target="#fn-54-1"/></p>
<p><lb n="16"/>Dieser <hi rendition="#g">ganz</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> Charakter kann in der Allgemeinen Flüssigkeit als ein<lb n="17"/><hi rendition="#g">Punkt</hi> angesehen werden, der zur Linie wird. Der Raum ist noch das Element<lb n="18"/>des Daseyns; aber der Begriff ist diese Einfachheit des Charakters, dieser Ton, der<lb n="19"/>in seiner Entzweyung diß durchdringende allgemeine bleibt, das dem Allgemeinen<lb n="20"/>Insichseyn entnommen durch sich selbst die <hi rendition="#g">Substanz</hi> seiner Unterschiede ist,<lb n="21"/>oder <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi>. – Die innre Gestalt hat nicht <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi> an ihr selbst, sondern<lb n="22"/>durch Zertrümmerung der Masse; die Bestimmung aber die nun gesetzt wird, hat<lb n="23"/>sie durch sich selbst. Die Einheit der specifischen Schwere wie sie als Eins gesetzt<lb n="24"/>ist, so ist es ein solches, das die Unterschiede nicht mehr als gleichgültige Arten<lb n="25"/>ausser ihm hat, die nur durch den Begriff da sind, sondern durch es, als der Charak-</p>
<note xml:id="fn-54-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Einheit des <hi rendition="#g">positiven</hi> und <hi rendition="#g">negativen</hi></note>
<pb n="52" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=55" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ter, der unendliche Begriff selbst, der den Unterschied in seinem Daseyn trägt, wie<lb n="2"/>er vorher nur durch die Schwere getragen wurde; eine Bestimmtheit, deren <hi rendition="#g">Da</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">seyn</hi> als diese Körperlichkeit ganz und gar aufhört Bedeutung zu haben, Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>schiede die nicht mehr als Massen getragen werden, noch auch <hi rendition="#g">gesetzt</hi> sind (wie<lb n="5"/>Sprödigkeit) durch ein anderes; so daß diß ihr Subject ist.</p>
<p><lb n="6"/>Der einfache Charakter setzt sich so als entzweyt, weil sein Wesen ist, diese Nega<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>tivität, dieser Unterschied, der in das Element des Daseyns gesetzt, sowie seinem<lb n="8"/>Begriffe nach so seinem Daseyn nach durch ihn ist. Diß Setzen ist der <hi rendition="#g">Magnetis</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">mus</hi>. Es ist eine Richtung, die erste Dimension der einfachen Bestimmtheit, die<lb n="10"/>Einheit, die als Eins Indifferenzpunkt ist, – Schwerpunkt als Punkt der Masse<lb n="11"/>überhaupt. Aber die Unterschiede sind nicht mehr nur Massen in der Allgemeinen<lb n="12"/>Schwere, sondern diese ist in den Punkt zurükgenommen, sie bestehen in diesem<lb n="13"/>Punkte; er ist es der sie trägt.</p>
<p><lb n="14"/>Das allgemeine <hi rendition="#g">Insichseyn</hi> hat <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, d. h. es ist durch sich selbst der Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>schied; es ist <hi rendition="#g">sein</hi> Unterschied. Die Schwere ist auf diese Weise überwunden, d. h.<lb n="16"/>ihre unterschiedslose Einheit ist Unterscheidung, Daseyn an ihr selbst; die Aüsser<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>lichkeit des Unterschiedes an ihr hat aufgehört; sie hat die Bedeutung Masse zu<lb n="18"/>seyn verloren, oder diese ist nur noch abstractes Moment, Prädicat, aufgehobnes,<lb n="19"/>Masse, deren Subject die Individualität ist.</p>
<p><lb n="20"/>Es<ptr type="anker" target="#fn-55-1"/> hätte gleich von Anfang die Schwere als Magnetismus ihrem Begriffe nach<lb n="21"/>gesetzt werden [können]; sie als das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Insichseyn, Licht als der absolute<lb n="22"/>Ton. Allein ihre Bestimmtheit ist <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi> entgegengesetzt dem <hi rendition="#g">Daseyn</hi>;<lb n="23"/>diese Bewegung ist es welche sich darstellte; das Werden der Krafft zur daseyenden,<lb n="24"/>oder zum Aufhören Krafft zu seyn, <hi rendition="#g">Subject</hi> zu werden.</p>
<p><lb n="25"/>Magnetismus ist also diß Subjectseyn der Materie – Er ist zugleich die erste</p>
<note xml:id="fn-55-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>an ihr selbst, nicht durch ein anderes, das Licht. Fallen, Wurf geht in ihrem<lb n="27"/><hi rendition="#g">Innern</hi> vor, d. h. hat ein andres Subject für sein Daseyn; – und daher erscheint es zufällig.<lb n="28"/>– <hi rendition="#g">Construction</hi> des <hi rendition="#g">Begriffs</hi> gleichgültiges Daseyn der Momente, noch nicht in der<lb n="29"/>Substanz</note>
<pb n="53" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=56" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Dimension oder das formale Daseyn des Subjects, die Linie;<ptr type="anker" target="#fn-56-1"/> oder er existirt nicht<lb n="2"/>als solcher. Der <hi rendition="#g">ganze</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi> ist Magnet heißt nicht es geht eine<lb n="3"/>magnetische Achse<ptr type="anker" target="#fn-56-2"/> durch sie, oder die Krafft des Magnetismus ist als Linie da – So<lb n="4"/>wird es sich vorgestellt, und die verschiedne Intensität des Magnets, Abweichung<lb n="5"/>und Inclination der Magnetnadel auf eine solche Achse bezogen, Punkte bestimmt,<lb n="6"/>wo diß am grösten, andre, Indifferenzpunkte, wo diß am kleinsten wäre; es ist<lb n="7"/>vieles, das philosophisch seyn sollte, darüber in den Tag hinein gesprochen worden.<lb n="8"/>Die Physiker sind darauf zurükgekommen, eine solche eiserne Stange, oder was<lb n="9"/>dasselbe ist eine solche bestimmte Existenz in der Richtung von Achsen aufzugeben;<lb n="10"/>sie haben gefunden, daß den Erfahrungen allein die Annahme eines Magnets im<lb n="11"/>Mittelpunkte der Erde genug thue, der von unendlicher Intensität aber ohne Exten<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>sion sey, d. h. der gar nicht als eine solche Linie ist, die an einem Punkte stärker<lb n="13"/><hi rendition="#g">ist</hi>, als an andern; wie am magnetischen Eisen an den Polen der Eisenfeilstaub<lb n="14"/>stärker angezogen wird, als an dem Mittelpunkte, und von jenen bis zu diesem<lb n="15"/>diß immer abnimmt. Sondern der Magnetismus ist diß ganz <hi rendition="#g">allgemeine</hi> der Erde,<lb n="16"/>das allenthalben als diß Ganze ist. Es hat nur am Eisen, so ein distinctes <hi rendition="#g">Daseyn</hi><lb n="17"/>des Nord- und Südpols der aus dem Indifferenzpunkt fällt. An der Erde aber ist<lb n="18"/>allenthalben der ganze Magnet. Daß das Eisen so ein besonderes Daseyn, ist eine<lb n="19"/>Naivetät der Natur, die ihre abstracten Momente ebenso abstract, an einzelnen<lb n="20"/>Dingen vorstellt; an solchen Subjecten haben sie diß; wie Fall u.s.f. erst an Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>jecten wirklich ist; an einem Metalle darum, weil es eben diese gedigne Masse der<lb n="22"/>einfachen specifischen Schwere ist, ebendiese abstracte Gestalt, wie wir sie hier noch<lb n="23"/>betrachten.</p>
<p><lb n="24"/>Der<ptr type="anker" target="#fn-56-3"/> Magnetismus ist also diß formale Daseyn der Unterschiede in der Einheit<lb n="25"/>des Subjects; es ist reine Richtung, oder Linie α) die den Unterschied der Schwere<lb n="26"/>selbst als solcher setzt; – ein Unterschied der specifischen Schwere überhaupt, und</p>
<note xml:id="fn-56-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>nicht etwas hier ist, das fällt – ausser dem Schweren</note>
<note xml:id="fn-56-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>α) allgemein</note>
<note xml:id="fn-56-3" type="rand" n="³"><lb n="29"/><seg type="marke">³ </seg>β) in seinem <hi rendition="#g">Unterschiede</hi> an der Erde.</note>
<pb n="54" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=57" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>als daseyender Unterschied Verschiedenheit der specifischen Schweren ist. Als<lb n="2"/>Richtung nach Norden und Süden ist der Unterschied der leere Unterschied des<lb n="3"/>Raums, der kein Unterschied an ihm selbst ist, so wenig das eine Ende einer Linie<lb n="4"/>überhaupt von dem andern sich unterscheidet. Der Unterschied der hier vorhanden<lb n="5"/>ist, aber ist die Bestimmung der specifischen Schwere; die Pole sind von verschied<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>ner specifischer Schwere – Daß sie auch elektrisch verschieden sind, chemisch<lb n="7"/>u.s.f. diß geht uns theils hier nichts an, theils werden wir das specifische überhaupt<lb n="8"/>zu diesem werden sehen; es ist übrigens eben diß das Geschäffte des Physikers, die<lb n="9"/>Identität der Begriffe als Identität der Erscheinungen aufzusuchen und darzustellen.<lb n="10"/>Die Verschiedenheit der Pole ist also eine Bestimmung der allgemeinen Speci<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>fication. Der Magnet als Masse, und als Hebel vorgestellt, so hat er einen Schwer<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>punkt, dessen Unterstützung, die nach den Seiten fallenden Massen in freyem<lb n="13"/>Gleichgewichte erhält. Entfernung Bedeutung der Schwere hat. Aber in dem<lb n="14"/>Magnetismus sind sie specificirt, eine daher specifisch schwerer als die andre, und<lb n="15"/>bey gleichem Volum dadurch die eine schwerer als die andere. Die specifische<lb n="16"/>Schwere ist auf die naivste Weise hier gesetzt, Volum, Gewicht ist dasselbe, aber<lb n="17"/>die Specification verschieden. – Die Magnetnadel inclinirt daher. Die Erdachse hat<lb n="18"/>ebenso eine Inclination gegen die Sonnenbahn, doch gehört diß eigentlich der<lb n="19"/>Bestimmung der himmlischen Sphäre an. – Auf die wahrhaffte Weise aber tritt an der<lb n="20"/>ganzen Erde das specifische und Allgemeine so auseinander daß die Körper [als]<lb n="21"/>bestimmte Massen an verschiedenen Orten<ptr type="anker" target="#fn-57-1"/> im Pendel verschiedne Krafft haben,<lb n="22"/>an den Polen die specifische Schwere derselben grösser ist, als unter dem Aequator.<lb n="23"/>Sie zeigen als dieselben Massen sich verschieden zu verhalten. Mit einander können<lb n="24"/>Körper nur insofern hierüber verglichen [werden], als sich ihre Massenkrafft als<lb n="25"/>Krafft der Bewegung darstellt, die als das freye sich gleichbleibt, und das beständige</p>
<note xml:id="fn-57-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>wie am Hebel; aber diese haben das <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> nicht an ihnen <hi rendition="#g">selbst</hi> – ihr<lb n="27"/>Schwerpunkt ist nicht das absolut negative</note>
<pb n="55" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=58" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>ist.<ptr type="anker" target="#fn-58-1"/> Indem in dem Pendel die Grösse der Masse als Bewegende Krafft eintritt, so<lb n="2"/>muß an ihm dasselbe Volumen das eine grössere specifische Schwere hat, stärkre<lb n="3"/>Bewegungskrafft haben, – so näher den Polen zu. – Centripetal= und fugalkrafft<lb n="4"/>wegen der Umdrehung der Erde sollen auseinandertreten; – aber theils ist es gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gültig zu sagen, der Körper habe eine grössre Centrifugalkrafft, entfliehe mit mehr<lb n="6"/>Krafft der Richtung des Falls; als er stärker falle, oder die Höhe, von der [er] fällt,<lb n="7"/>grösser sey, die das Maaß ist; er fällt aber stärker heißt er hat eine grössre specifische<lb n="8"/>Schwere, – der Fall ist selbst specificirt – in der Pendelbewegung überhaupt,<ptr type="anker" target="#fn-58-2"/> denn<lb n="9"/>es [ist] gleich, welches Fallen oder Werfen heißen soll; er kann nicht stärker geworfen<lb n="10"/>werden, als er fällt, oder stärker fallen, als er geworfen wird, diß tritt nicht aus<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>einander. Schwerkrafft ist wohl immer dieselbe, aber hier wird diese Krafft selbst<lb n="12"/>bestimmt, oder es ist als ob der Körper von einer grössern Höhe fiele – (wie wenn<lb n="13"/>beym Wurf ein Körper stärker in die Richtung des Falles geworfen wird.) Also ist<lb n="14"/>der Unterschied, bey der verschiednen Grösse der Pendelbewegung unter ver<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>schiednen Breiten eine Specification der Schwere selbst. –</p>
<p><lb n="16"/>Dieser Magnetismus aber, der reale Ton, aber erst in die Länge gehend, oder<lb n="17"/>noch formal, seine Seiten sind noch schlechthin unter dem Eins des Subjects gebun<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>den, ihre Entgegensetzung ist noch nicht als Selbstständigkeit.</p>
<p><lb n="19"/>Der Magnet bewegt sich weiter. Sein Wesen ist die allgemeine sich rundende<lb n="20"/>alle Dimensionen in sich tilgende Flüssigkeit,<ptr type="anker" target="#fn-58-3"/> die den Ton in ihr hat. Noch ist die</p>
<note xml:id="fn-58-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>rechtwinklich mit dem magnetischen Meridian stellt die Magnetnadel sich<lb n="22"/>senkrecht; d. h. sie wird eine gerade Linie, die zur reinen Specification Entfernung von der<lb n="23"/>Erde kommt.</note>
<note xml:id="fn-58-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>Eben weil die Krafft des Werfens, Fallen ist, [bedeutet] verschieden gefallen,<lb n="25"/>nicht von grösserer Höhe, [sondern] mehr <hi rendition="#g">Masse</hi>, d. h. specifisch schwerer.</note>
<note xml:id="fn-58-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>Einheit des <hi rendition="#g">Raums</hi> und der <hi rendition="#g">Schwere</hi> erscheinen, weil sie das gleichgültige<lb n="27"/>sind</note>
<pb n="56" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=59" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Bewegung des Magnets eine <hi rendition="#g">aüsserliche</hi>, insofern eben die Negativität noch nicht<lb n="2"/>reale selbstständige Seiten hat, oder die Momente der Totalität noch nicht befreyt,<lb n="3"/>der Gegensatz noch nicht Selbstständigkeit erlangt hat, differente selbstständige<lb n="4"/>sich zueinander verhalten; der Mittelpunkt der Schwere noch nicht zersprengt ist.<lb n="5"/>Daher die Entwicklung der Momente noch als ein aüsserliches oder durch den<lb n="6"/>Begriff gesetzt ist, und die Reflexion eine verschiedne ist, oder die Momente zu<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>nächst auseinanderfallen.</p>
<p><lb n="8"/>α)<ptr type="anker" target="#fn-59-1"/> Der Ton des Magnets geht zuerst in die allgemeine Selbstständigkeit, die<lb n="9"/>Linie in den ganzen runden Raum über. Seine Differenz erlischt zur Form der<lb n="10"/>Gleichgültigkeit, und drükt sie als Bestimmung der Oberfläche aus. Es ist nicht<lb n="11"/>mehr <hi rendition="#g">innre</hi> Gestalt, die um da zu seyn eines andern bedürfte, sondern durch<lb n="12"/>sich selbst da. – Die specifische Schwere geht durch den Magnetismus, das Daseyn<lb n="13"/>der gestaltlosen Trennung in die aüssere Gestalt über. Es ist diß die Geometrie der<lb n="14"/>Natur, die ihre Bestimmtheit zu Cristallen ausbildet, eine stille sprachlose Regsam<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>keit, die zeitlos ihre Dimensionen gleichgültig darlegt.<ptr type="anker" target="#fn-59-2"/> Es ist dabey keine aüsser<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>liche Bestimmung und Formung, sondern das eigne stille Lebensprincip der Natur,<lb n="17"/>das thatlos sich exponirt, und von dessen Gebilde man nur sagen kann, daß es da<lb n="18"/>ist. Das Princip ist in der flüssigen Rundung allenthalben, es ist kein Widerstand<lb n="19"/>für es darin, es ist das stille alle die gleichgültigen Theile des Ganzen beziehende<lb n="20"/>Formiren. Das Eins des Magnetismus, von dem seine Seiten untrennbar sind; aber<lb n="21"/>hier in die gleichgültige Flüssigkeit ergossen, zugleich ein bestehendes Daseyn haben,<lb n="22"/>und das Bilden sind, das an dieser Gleichgültigkeit erstirbt. – Es ist daher die<lb n="23"/><hi rendition="#g">Zweckmässigkeit</hi> der Natur selbst hier zuerst vorhanden; eine Beziehung des<lb n="24"/>verschiednen Gleichgültigen; die Nothwendigkeit, deren Momente ruhiges Da-</p>
<note xml:id="fn-59-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>Wir brauchen noch ganz andre Dinge.</note>
<note xml:id="fn-59-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">ohne</hi> <hi rendition="#g">Licht</hi></note>
<pb n="57" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=60" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>seyn haben; oder das <hi rendition="#g">Insichseyn</hi>, das <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>. Ein verständiges Thun der Natur<lb n="2"/>durch sich selbst. Die vorhergehenden Formen sind noch nicht zweckmässig, nur<lb n="3"/>ein <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, das als Daseyn nicht seine Beziehung auf andres an ihm selbst hat.<lb n="4"/>Der Magnet ist noch nicht zweckmässig, denn seine Entzweyten sind noch nicht<lb n="5"/>gleichgültig, sondern nur rein nothwendige füreinander. Hier aber ist eine Einheit<lb n="6"/><hi rendition="#g">gleichgültiger</hi>, oder solcher, deren Daseyn in seiner Beziehung frey vonein<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>ander ist.</p>
<p><lb n="8"/>Die Linien des Crystalls sind diese Gleichgültigkeit, es kann eine von der andern<lb n="9"/>getrennt werden, und sie bleiben; aber sie haben schlechthin Bedeutung nur in<lb n="10"/>Beziehung aufeinander. Der <hi rendition="#g">Zweck</hi> ist diese Einheit und Bedeutung.</p>
<p><lb n="11"/>Indem der Crystall aber dieser <hi rendition="#g">ruhige</hi> Zweck ist, so ist die Bewegung ein andres<lb n="12"/>als sein Zweck, der Zweck ist noch nicht als Zeit. Die getrennten Stücke bleiben<lb n="13"/>gleichgültig liegen. Er hat insofern das Moment an ihm, für ein fremdes zu seyn,<lb n="14"/>und in der Zertrümmerung seiner Masse seinen Charakter zu zeigen. Er hat eben<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>sowohl eine <hi rendition="#g">innre</hi> als <hi rendition="#g">aüssere</hi> Gestalt; einen <hi rendition="#g">Kern</hi> – und einen Krystall;<ptr type="anker" target="#fn-60-1"/> er ist<lb n="16"/>diese gedoppelte Geometrie. Die innre Gestalt zeigt sich in dem <hi rendition="#g">Bruche</hi>; Hauy hat<lb n="17"/>bekanntlich diese Geometrie der Beziehung der innern und aüssern Gestalt an den<lb n="18"/>Fossilien dargelegt, aber ohne die innre Nothwendigkeit aufzuzeigen, so wenig als<lb n="19"/>die Beziehung derselben auf die specifische Schwere. Er nimmt den Kern an, läßt<lb n="20"/>auf diesen sich die Molecules nach einer Art von Reihung [ansetzen] worin durch<lb n="21"/>die Decrescenz der Reihen der Grundlage die aüssern Gestalten entstehen, aber<lb n="22"/>so daß das Gesetz dieser Reihung eben durch die vorgefundne Gestalt bestimmt<lb n="23"/>ist. – Der Crystall hat seinen Kern selbst als einen Krystall; die innre Gestalt als ein<lb n="24"/>Ganzes der Dimensionen. –</p>
<p><lb n="25"/>β) Der in dieser Gleichgültigkeit erloschne Ton ist ausser der Gestalt getreten,</p>
<note xml:id="fn-60-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">innre</hi> <hi rendition="#g">Charakter</hi>, Wachsthum des Crystalls schichtenwais – Aber Bruch<lb n="27"/>geht durch alle durch</note>
<pb n="58" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=61" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der Zweck ist nur als Beziehung, nicht als Eins vorhanden; diß Eins ist ein anderes;<lb n="2"/>das die Zeit der gleichgültigen Theile der Gestalt in unmittelbare Beziehung bringt,<lb n="3"/>sie, die aussereinander liegen, in die Berührung bringt; der Stoß derselben, der das<lb n="4"/>eine gleichgültige da setzt, wo das andre ist, oder die Zeit die den Raum vertilgt;<lb n="5"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Reibung</hi>. Das eins des Reibens vereinigt in der Zeit die Gleichgültigkeit des<lb n="6"/>Raums. – Oder es ist ein <hi rendition="#g">Schlag</hi> an die Gestalt, eine Erweckung des Tons, das<lb n="7"/>Setzen des Daseyns seiner innern reinen Negativität, seines Schwingens. – Es ist auf<lb n="8"/>diese Weise die Elasticität gesetzt, als eine der Gestalt, die Einheit, die entzweyt ist,<lb n="9"/>und eine Entzweyung selbstständiger gleichgültiger; ein Magnet, dessen beyde Pole<lb n="10"/>freye Gestalten sind, an die sein Gegensatz vertheilt ist, so daß die Mitte als da<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>seyend die freye Negativität ist, die selbst kein Daseyn hat, nur in ihren Gliedern<lb n="12"/>da ist. Es ist die <hi rendition="#g">Electricität</hi>. Sie ist der reine Zweck der Gestalt, der sich von ihr<lb n="13"/>befreyt, der reine Charakter, die in sich seyende Krafft. Sie ist im Gegensatze positiv<lb n="14"/>und negativ, d. h. eben sie ist im Zwecke im reinen Begriffe entgegengesetzt, denn<lb n="15"/>sie ist das Unendliche heraustretend, die Gestalt die ihre Gleichgültigkeit aufzuheben<lb n="16"/><hi rendition="#g">anfängt</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-61-1"/> denn sie ist das <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Hervortreten, oder das noch von der<lb n="17"/>Gestalt herkommende, noch durch sie bedingte Daseyn;<ptr type="anker" target="#fn-61-2"/> oder noch nicht die Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>lösung der Gestalt selbst; <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">oberflächliche</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi>, worin die Differenzen<lb n="19"/>die Gestalt verlassen, aber sie zu ihrer Bedingung haben, noch nicht an ihnen selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>ständig sind.</p>
<p><lb n="21"/>Die substanzlosen Gegensätze haben kein Bestehen, sie sind eine Spannung, welche<lb n="22"/>sich in sich selbst aufhebt; so in ihr Eins zusammenfallend sind sie das <hi rendition="#g">elektrische</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">Licht</hi>, das erscheinend verschwindet. Aber das Wesen desselben ist die Negativi<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>tät des gleichgültigen Daseyns der Gestalt, die Daseyn hat; das Einschlagen des<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>selben in die Gestalt und die Zertrümmerung ihrer Gleichgültigkeit, die sich in eins</p>
<note xml:id="fn-61-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">einfach</hi>, Beobachtung stellt eben diese Materienlosigkeit dar</note>
<note xml:id="fn-61-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Mittheilung und Vertheilung</note>
<pb n="59" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=62" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>zusammennehmende innre und aüssere Form. Auf seinem Verschwinden, als ent<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>gegengesetzt dem gleichgültigen Daseyn festgehalten ist es nichts anderes als das<lb n="3"/>elektrische Licht – Aber es ist die mit sich selbst gleichgewordne Form; das Licht<lb n="4"/>das von innen heraus schlägt und mit dem aüssern Lichte zusammenströmmt. Das<lb n="5"/><hi rendition="#g">Insichseyn</hi> der Schwere das sich zerstört, und in seinem Verschwinden eben das<lb n="6"/>krafftlose einfache Licht wird, d. h. mit dem aüssern eins ist; wie Plato das Sehen<lb n="7"/>als ein in Einsstürzen des aüssern und innern Lichtes begreifft.<ptr type="anker" target="#fn-62-1"/> Es ist die von der<lb n="8"/>Gestalt sich selbst befreyende Gestalt, welche als diß einfache kraftlose Daseyn un<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>mittelbar Bestehen ihrer verschwindenden Momente ist, die Substanz welche sie<lb n="10"/>trägt. Es ist ein sich substantiirendes Licht, das das Moment der passiven Gestalt<lb n="11"/>als ein aufgehobnes an ihr hat; diese Sichselbstgleichheit ist das einfache Fliessen,<lb n="12"/>das daseyende Auflösen es ist die <hi rendition="#g">Wärme</hi>.</p>
<p><lb n="13"/>Es ist ein Ganzes gesetzt, das wir noch nicht das <hi rendition="#g">Feuer</hi> nennen können; die<lb n="14"/><hi rendition="#g">Substanz</hi>, welche einfach sich selbstgleich ist, als ein <hi rendition="#g">kräfftiges</hi> flüssiges sich<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>selbstgleichseyn, Materie, Wärme; als sich entzweyend und in ihrer Substanz den<lb n="16"/>Entzweyten bestehen gebend – reine durchsichtige Differenzen, – die in Eins zu<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>sammenstürzen. Feuer als diß Ganze – <hi rendition="#g">Licht</hi> die ruhige krafftlose sich Selbstgleich<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>heit desselben, <hi rendition="#g">Wärme</hi> dasselbe als das <hi rendition="#g">kräfftige</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, oder die reine<lb n="19"/>materielle Krafft – die Momente dieser Substanz, die reinen chemischen Stoffe. Die<lb n="20"/><hi rendition="#g">Schwere</hi>, das verschlossne Insichseyn war es, das dem Lichte als dem daseyenden<lb n="21"/>aber selbst gleichgültigen Insichseyn gegenüber stand. Die Gleichgültigkeit beyder<lb n="22"/>ist in der <hi rendition="#g">Wärme</hi> verschwunden; es ist die nicht nur vollkommen aufgelößte<lb n="23"/>Masse, wie die gediegne Kugel, nicht deren ihre Ruhe, sondern ihre Auflösung;<lb n="24"/>das daseyende Allgemeine, oder negative. Sie ist aber selbst wieder diese träge<lb n="25"/>Sichselbstgleichheit; sie ist der <hi rendition="#g">Stoff</hi>; es ist hier nicht eine Materie die warm wäre,<lb n="26"/>wie sie z. B. magnetischer Pol ist, ein solches das die Selbstständigkeit nicht an ihm<lb n="27"/>hat, sondern das Warme ist das zu sich zurükgekommne Schwere; es gibt kein</p>
<note xml:id="fn-62-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>Licht nie ganz durch das daseyende</note>
<pb n="60" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=63" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>schweres mehr; d. h. keine besondre Masse. Auch ist ferner die Gestaltung, und die<lb n="2"/>Unterschiede des Magnetismus und der Elektricität erloschen. Es ist eine Einheit<lb n="3"/>der absoluten Negativität und der Gestalt, oder der Ton ist das an und für sich<lb n="4"/>daseyende, als einfaches kohäsionsloses Wesen.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="5"/>II.</head>
<head><lb n="6"/>CHEMISMUS.<ptr type="anker" target="#fn-63-1"/></head>
<p><lb n="7"/>Die Wärme oder das Warme vielmehr, sie als die allgemeine Materie – sie ist<lb n="8"/>Materie insofern überhaupt von Materie gesprochen werden muß, ist nunmehr die<lb n="9"/>Substanz, welche sich zu entwickeln hat. Zuerst ist sie das Gestaltende, welches<lb n="10"/>seine Dimensionen ruhig ausbreitet; das <hi rendition="#g">Daseyende</hi> Princip der Gestalt, wie es<lb n="11"/>vorhin nur ein innres war. Sie ist <hi rendition="#g">zuerst</hi> allgemeines Medium überhaupt, wie die<lb n="12"/>Schwere, allgemeines Insich – (oder die <hi rendition="#g">Dauer</hi>, Einheit der Zeit und des Raums,<lb n="13"/>welche in dieser Einheit sind). So also die Gestalt und die Auflösung derselben, oder<lb n="14"/>ihre Negativität, oder Princip in einer Einheit. – Als allgemeines Medium ist sie<lb n="15"/>das träge Medium, eine allgemeine gleichförmige Mittheilung, wie die Schwere,<lb n="16"/>insofern <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Wärme</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi>, als Prädicat gesagt wird, d. h. insofern das<lb n="17"/>Subject von ihnen unterschieden wird. –</p>
<note xml:id="fn-63-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Der <hi rendition="#g">Proceßlose</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi> α) Gestalt gegen Wärme β) Wärme, ihre Bestim<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>mung an ihr selbst γ) der Gestalt ist erst später Adhäsion; erst nach der elastischen Flüssigkeit wo<lb n="20"/><hi rendition="#g">Wärme</hi>, <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>, – oder Temperatur <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, so soll sie Gegenstand werden,<lb n="21"/>ungetheiltes zurüktreten aus der Empfindung<lb n="22"/>Materie <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi> in ihrem Aussersichseyn – Repulsion<lb n="23"/>Temperatur ist keine <hi rendition="#g">Materie</hi>; sie ist erst zu <hi rendition="#g">materialisiren</hi> wiederherzustellen. – Gestalt<lb n="24"/>ist <hi rendition="#g">wirkliche</hi> Materie, die sich <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">unterscheidet</hi>; <hi rendition="#g">Wärme</hi> <hi rendition="#g">Temperatur</hi> nicht so</note>
<pb n="61" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=64" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>A. MECHANIK DER WÄRME</head>
<p><lb n="2"/>Die Wärme erscheint als ein äusserlich zufällig bestimmtes, hingegen die Schwere<lb n="3"/>diß in sich seyende absolute Wesen, und der Mittheilung der Wärme [scheint]<lb n="4"/>keine Mittheilung der Schwere zu entsprechen – Allein jene eben setzt das Subject<lb n="5"/>voraus, an sich ist es eine bestimmte Grösse von Wärme, <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Warmes</hi>, gerade<lb n="6"/>wie eine bestimmte Masse, der Unterschied noch gleichgültig; in dem allgemeinen<lb n="7"/>ist die Bestimmtheit unbestimmt gesetzt. – Die weitere Bestimmung bey voraus<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gesetztem Subjecte hat die Form der Frage, wie die Wärme in den verschiedenen<lb n="9"/>Körpern wirkt. Hier aber indem das Warme das allgemeine ist, wie gestaltet sich<lb n="10"/>das Warme; nicht es sind verschiedne Körper oder durch sie ihre Form voraus<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gesetzt, sondern welches ist die in ihr gesetzte Verschiedenheit.</p>
<p><lb n="12"/>Das Warme ist durch das Princip der Cohäsion das sich in sich selbst bewegende,<lb n="13"/>dem die Bewegung weder mehr ein Fremdes noch Innres ist. Seine Bewegung<lb n="14"/>in der Gestaltung hat daher die Form daß das Warme zu sich selbst hinzutritt,<ptr type="anker" target="#fn-64-1"/><lb n="15"/>als allgemeines zum Besondern, als freyes zum Bestimmten – (wie das Schwere zum<lb n="16"/>Schweren). Oder diß Hinzutreten gehört vielmehr der Form der Gleichgültigkeit<lb n="17"/>an, in welcher das bestimmte schon vorausgesetzt wird, das bestimmt werden soll.<ptr type="anker" target="#fn-64-2"/></p>
<p><lb n="18"/>Die besondre Wärme überhaupt, ein Quantum (wie Fall) als thermometrische,<lb n="19"/>geht ruhig mit der andern zusammen, ihr Gleichgewicht stellt sich her, der Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>schied ist vollkommen gleichgültig, nicht fixirt.<ptr type="anker" target="#fn-64-3"/> Aber er muß wesentlicher werden,<lb n="21"/>der Unterschied ein negatives der Wärme, die Momente deren Einheit sie ist, aus<lb n="22"/>einander, oder sie dem gegenübertreten, dessen und ihrer selbst Einheit sie ist, –<lb n="23"/>nemlich der Gestalt. Hiedurch ist sie selbst bestimmt, oder sie erhält eine verschiedne</p>
<note xml:id="fn-64-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>latente Wärme hat keine Eigenschafft als Elasticität, <hi rendition="#g">Licht</hi> und <hi rendition="#g">Wärme</hi> wie<lb n="25"/><hi rendition="#g">Seele</hi> und <hi rendition="#g">Leben</hi></note>
<note xml:id="fn-64-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Mechanik</hi> der <hi rendition="#g">Wärme</hi></note>
<note xml:id="fn-64-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>durchdringt die Gestalt, <hi rendition="#g">dasselbe</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi>, wie im Fallen die Schwere,<lb n="28"/>den Unterschied des Raums durchdringt. – Aber Gestalt auch ein anderes.</note>
<pb n="62" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=65" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Intensität; sie wird <hi rendition="#g">fixirt</hi>, als aus dem Gleichgewichte getreten; die Bestimmtheit<lb n="2"/>erscheint überhaupt einerseits als ihre, und auf der andern als Bestimmtheit der<lb n="3"/>Gestalt; so jedoch, daß beyde noch gleichgültig gegeneinander erscheinen; <hi rendition="#g">die</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">Gestalt</hi> <hi rendition="#g">also</hi> <hi rendition="#g">hier</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">bestimmende</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Wärme</hi>, <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">Masse</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Wurf</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">bewegung</hi>, <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">Wärme</hi> <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>.<ref type="anker" target="#fn-65-1">¹</ref> Condensation und<lb n="6"/>Reflexion der Wärme. Die Gestalt ist noch an ihr selbst selbstlos als Wärme, oder<lb n="7"/>die Wärme noch nicht specificirt.<ref type="anker" target="#fn-65-2">²</ref> Die Gestalt kommt zuerst nur durch ihre Figur<lb n="8"/>in Betracht, (theils durch das Verhältniß ihres Lichts, dieses ist das Kalte, d. h. das<lb n="9"/>krafftlose (Winters ist uns die Sonne näher als Sommers) das <hi rendition="#g">rein</hi> <hi rendition="#g">daseyende</hi><lb n="10"/>Insichseyn, das die Auflösung nicht als Krafft, sondern als ruhiges Resultat in ihr<lb n="11"/>hat.) Die Wärmeverbreitung wird <hi rendition="#g">reflectirt</hi>; die Gestalt ist für sich durch ihre<lb n="12"/><hi rendition="#g">Gestalt</hi>, <hi rendition="#g">Glätte</hi>, (Hohlspiegel Kälte wie Wärme). Der Spiegel selbst bleibt zu<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>nächst kalt, die Verbreitung ist unterbrochen und aufgehoben; er <hi rendition="#g">wirft</hi> die Wärme<lb n="14"/>zurück; es ist ein Unterschied, qualitatives für die Wärme vorhanden. Der Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>schied kommt zugleich an sie selbst, sie wird concentrirt, eine Bestimmung, die ihr<lb n="16"/>nicht mehr als bloß allgemeinem Wesen zukommt – <hi rendition="#g">strahlende</hi> <hi rendition="#g">dunkle</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">Wärme</hi>.<ref type="anker" target="#fn-65-3">³</ref></p>
<p><lb n="18"/>Aber wesentlich ist sie auch Verbreitung, und Condensation und Verbreitung<lb n="19"/>verbinden sich; aber so in die Gestalt zugleich eindringend, und zugleich ein quali<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>tatives, das der Gestalt angehört, ist die Wärme selbst nicht bloß Wärme; nicht<lb n="21"/>dunkle strahlende Wärme; sie ist das qualitative an ihr selbst; sie ist <hi rendition="#g">leuchtende</hi><lb n="22"/>Wärme, und zwar solche, deren Licht das <hi rendition="#g">einfache</hi> absolut, ursprünglich quali-</p>
<note xml:id="fn-65-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Weise der Gestalt <hi rendition="#g">bestimmten</hi> <hi rendition="#g">festen</hi> <hi rendition="#g">unterschiednen</hi> <hi rendition="#g">Daseyns</hi></note>
<note xml:id="fn-65-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>eine undurchsichtige Linse hat sie nicht einen Brennpunkt der Wärme oder<lb n="25"/>höhern Temperatur? oder von Seiten der Kälte; ein Thermometer in der Sonne in den Brenn<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>punkt einer Linse, die im Schatten steht, gestellt, sollte es nicht sinken, wie im parabolischen<lb n="27"/>Spiegel?</note>
<note xml:id="fn-65-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg>nicht mehr ruhige Verbreitung</note>
<pb n="63" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=66" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>tative ist; die Wärme, welche ihre negativen Momente, ihre Elemente noch nicht<lb n="2"/>entwickelt hat, sie ist noch nicht Feuer, diese rege Zeit, welche ihre Momente (wie<lb n="3"/>Magnetismus und Elektricität unterscheidet) realisirt hat. Noch ist sie als diß quali<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>tative nur das ganz einfache; einfaches entgegengesetzt ihrer Passivität. Nur als<lb n="5"/>Sonnenlicht, nicht als irrdisches Licht ist sie jener Qualification in der Verbreitung<lb n="6"/>fähig; die abstracte <hi rendition="#g">Gestalt</hi>, wie sie an ihr ist (Pendel). Entfernung ist Qualification<lb n="7"/>gegen Fallen, das reines Verbreiten ist.<ptr type="anker" target="#fn-66-1"/> – Hier die erste Bedeutung der Einheit des<lb n="8"/>Lichts und der Wärme.</p>
<p><lb n="9"/>Der <hi rendition="#g">Begriff</hi> ist die Qualification der Wärme, so daß sie zu sich als sich selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>gleicher Qualität zurükgekommen – Die Einheit macht sie zur <hi rendition="#g">Materie</hi>. Ein<lb n="11"/>zurükgekehrtes, das <hi rendition="#g">einfache</hi> Moment des <hi rendition="#g">fürsichseyns</hi>, und das erste, aus<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>schliessend, sich in sich entzweyend, in Licht, diese als Sterne Eins, sie aber <hi rendition="#g">Elasti</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">cität</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-66-2"/> und zwar Wärme, welche sich als Einheit der freyen Wärme, und der<lb n="14"/>Qualität gesetzt, oder nicht mehr freye Wärme ist, denn diese ist das träge mit<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>theilende – Sie heißt so unempfindbarer Wärmestoff; der Temperatur zwar fähig,<lb n="16"/>aber für sich die Vertilgung derselben als eines besondern, von der Materie ge<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>trennten. Ungetrennte Einheit also des qualitativen, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Figur</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-66-3"/> – nicht der Masse,<lb n="18"/>diese in dem Warmen verlohren gegangen, und der Wärme. α) Die Gestalt ist selbst<lb n="19"/>noch gestaltlos, ungetrennt von ihrer Auflösung der Wärme. β) Wärme und Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>dehnung überhaupt sind <hi rendition="#g">dasselbe</hi>, in einer Einheit, Factoren, deren einer die<lb n="21"/>Stelle des andern vertreten kann, sowie der eine unterschieden unmittelbar das<lb n="22"/>andre ist;<ptr type="anker" target="#fn-66-4"/> so daß die grössere Wärme grössere Ausdehnung desselben Ganzen setzt,<lb n="23"/>aber die Ausdehnung desselben Ganzen vergrössert, die Temperatur vermindert;<ptr type="anker" target="#fn-66-5"/></p>
<note xml:id="fn-66-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Aus der Mechanik der Entgegensetzung gegen die Gestalt heraus</note>
<note xml:id="fn-66-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Einheit</hi> dieses Fürsichseyns</note>
<note xml:id="fn-66-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>Figur ist nicht, <hi rendition="#g">Idealität</hi>, Raum und Masse</note>
<note xml:id="fn-66-4" type="rand" n="⁴"><lb n="27"/><seg type="marke">⁴ </seg>α) das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> dieser Einheit existirt in ihrer andern Form zugleich<ptr type="anker" target="#fn-66-s1"/>.<lb n="28"/>Ein Eins, das sie zusammenknüpft – es wird nicht das Eine nur vermehrt</note>
<note xml:id="fn-66-s1" type="rand" n="∗"><lb n="29"/><seg type="marke">∗ </seg>Daß die Temperatur dem <hi rendition="#g">Wesen</hi> nach übergegangen ist</note>
<note xml:id="fn-66-5" type="rand" n="⁵"><lb n="30"/><seg type="marke">⁵ </seg>Masse das träge, Grössen fähige</note>
<pb n="64" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=67" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>die Ausdehnung wird vergrössert, es ist dasselbe ganze, die Wärme wird zur Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>dehnung verwendet, oder zum grössern Daseyn desselben Quantums – Die Masse<lb n="3"/>bleibt dasselbe. Die Substanz des Daseyns ist Wärme, die Vergrösserung der sich<lb n="4"/>mittheilenden Wärme vergrössert die Substanz des Daseyns als Ausdehnung; aber<lb n="5"/>eine Masse gesetzt von bestimmter Grösse, und weiter ausgedehnt, so vermindert<lb n="6"/>sich die daseyende Substanz.</p>
<p><lb n="7"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-67-1"/> elastische expansible Flüssigkeit ist α) weich, die Temperatur verbreitet sich<lb n="8"/>in ihr; aber β) diese wird unmittelbar Daseyn, der gleichen Verbreitung sie ist<lb n="9"/>für sichseyn, – oder ihre Weichheit, Passivität wird Ausdehnung,<ptr type="anker" target="#fn-67-2"/> und zwar un<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>widerstehliche Krafft der Ausdehnung. Die Wärme zeigt sich also hier als <hi rendition="#g">innres</hi>,<lb n="11"/>als intensives, so wie als Daseyn. (Diese Elasticität ist zunächst in ihrer Aüsserung<lb n="12"/>durch ein anderes bestimmt.)<ptr type="anker" target="#fn-67-3"/> α) Zusammendrücken der elastischen Flüssigkeit in<lb n="13"/>einer Compressionsmaschine zeigt Erwärmung, das Daseyn, die Figur Ausdehnung<lb n="14"/>ist eingeschränkt, es hat also an Daseyn verlohren; er verliert an Wärmestoff, der<lb n="15"/>itzt höhere Temperatur wird, <hi rendition="#g">frey</hi>, <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">andres</hi>, wie er für anderes war.<ptr type="anker" target="#fn-67-4"/><lb n="16"/>β) Verdünnung der expansibeln Flüssigkeit in der Luftpumpe bringt Erkältung her<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>vor, denn die vorhandne Temperatur wird latent wird zur Existenz zur <hi rendition="#g">Aus</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">dehnung</hi><ptr type="anker" target="#fn-67-5"/> verwendet. – (Das äussere in der Elasticität ist als solches zu nehmen,</p>
<note xml:id="fn-67-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>β) gleichgültiges Daseyn, negativ gegen <hi rendition="#g">feste</hi> Gestalt</note>
<note xml:id="fn-67-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>Gleichgültiges, gegenständliches Daseyn, nicht mehr Zusammenfliessen;<lb n="21"/><hi rendition="#g">negativ</hi> gegen <hi rendition="#g">andre</hi> <hi rendition="#g">bestimmte</hi> <hi rendition="#g">feste</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>. <hi rendition="#g">Aber</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">ebenso</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">sie</hi><lb n="22"/>Compression <hi rendition="#g">latente</hi> <hi rendition="#g">Wärme</hi></note>
<note xml:id="fn-67-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>Es ist zu bemerken daß eine fixe Expansibilität gesetzt ist.</note>
<note xml:id="fn-67-4" type="rand" n="⁴"><lb n="24"/><seg type="marke">⁴ </seg>bey Hebel verminderte ich die Entfernung, wird auch das Gewicht vermindert,<lb n="25"/>wenn das ganze andre bleibt; – so vermindere ich die Ausdehnung, auch die innre latente<lb n="26"/>Wärme wird vermindert</note>
<note xml:id="fn-67-5" type="rand" n="⁵" next="#fn-67-5.t2"><lb n="27"/><seg type="marke">⁵ </seg>Berthollet III – Die Wärme wird nicht zusammengedrückt; sondern indem</note>
<pb n="65" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=68" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>das die Ausdehnung afficirt, Temperatur, von welcher die Ausdehnung geändert<lb n="2"/>wird, ist Temperatur als freye Wärme, noch nicht latent werdend, insofern sie durch<lb n="3"/>die Wärme gesetzt ist, sondern Entziehung der Temperatur nimmt wieder die Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>dehnung; sie für sich ist noch eigentlich ein mitgetheiltes und mittheilendes, für uns<lb n="5"/>der Begriff der elastischen Flüssigkeit, noch das Daseyn ihres Werden.)<ptr type="anker" target="#fn-68-1"/></p>
<p><lb n="6"/>β Der Zusammen<hi rendition="#g">stoß</hi> elastischer Flüssigkeiten ist das Aufheben ihrer Elasticität;<lb n="7"/>Wärme und Kälte kann sie (die permanenten), d. h. deren Wesen diese Bestimmung<lb n="8"/>ausmacht, nicht zurükbringen, denn die Kälte ist selbst nur, wie Wärme, Factor,<lb n="9"/>der über das andre Moment seiner <hi rendition="#g">Qualität</hi> nach nichts vermag; oder die Elasti<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>cität ist noch nicht Prädicat geworden, dessen Daseyn in das quantitative herab<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gesunken wäre.</p>
<note xml:id="fn-67-5.t2" type="rand" n="⁵" prev="#fn-67-5"><lb n="12"/>der Körper wieder zu der Ausdehnung kommt, die seiner Natur angemessen, so entsteht Erkäl<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>tung in den umgebenden Körpern, die der freygemachten Wärme entspricht.</note>
<note xml:id="fn-68-1" type="rand" n="¹"><lb n="14"/><seg type="marke">¹ </seg>γ) nicht negativ gegen einander, sondern ruhige Vereinung, – specifische<lb n="15"/>Schwere keine Bedeutung, nicht Vermengung, gehen ineinander, <hi rendition="#g">Proceßlos</hi> – doch voll<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>kommen neutrale Producte; denn ihr Wesen ist das aufgelöst seyn. – Treten nicht aus der<lb n="17"/><hi rendition="#g">Verbreitung</hi> heraus. Dalton, Gilbert 13 Band, Seite 439. „die heterogenen Theilchen ge<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>mengter elastischer Flüssigkeiten stossen sich <hi rendition="#g">nicht</hi> gegenseitig zurück, in Entfernungen in<lb n="19"/>denen die homogenen Theilchen einer und derselben Flüssigkeit einander repelliren (d. h.<lb n="20"/>Existenz haben als Materie überhaupt – Continuität daseyend, <hi rendition="#g">insich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi> in seinem ausser<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>sichseyn, Unterschiede die keine sind) und wenn sie miteinander in wahre Berührung gebracht<lb n="22"/>werden, leisten sie sich in jeder Rüksicht wie unelastische Körper Widerstand”. „Die Theilchen<lb n="23"/>einer Gasart werden nur von den homogenen Theilchen derselben Gasart getragen, obschon<lb n="24"/>wenn sie sichtbar wären, es scheinen würde, als ruhten sie unmittelbar auf den heterogenen<lb n="25"/>Theilchen einer andern Gasart” „auf 1 Theil Masse 1000 und mehrere Zwischenraüme”;<lb n="26"/>– Vermischung nicht Trennung nach specifischer Schwere; nicht Auseinandertreiben durch<lb n="27"/>verschiedne Ausdehnung durch – Wärme</note>
<pb n="66" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=69" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Der Stoß derselben ist daß die <hi rendition="#g">Ausdehnung</hi> vertilgt wird, als das <hi rendition="#g">bestim</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">mende</hi> quantitative (wie im mechanischen Stosse die Grösse der Masse). Diese<lb n="3"/><hi rendition="#g">qualitative</hi> Macht ist der elektrische Funken, glühendes Eisen in Sauer= und<lb n="4"/>Wasserstoffgas das Feuer überhaupt – (oder auch nach Biot grosse Compression<lb n="5"/>oder das Zerspringen?) die Krafft der Wärmedifferenz. – Sie ist eine fremde; die<lb n="6"/>elastischen Flüssigkeiten sind alle <hi rendition="#g">gleich</hi> <hi rendition="#g">expansibel</hi> (Berthollet 108) es ist keine<lb n="7"/>Specification an ihnen. Es also ein noch Fremdes, das sie zusammenbringt. – Im<lb n="8"/>Stosse ist diß gesetzt, daß ihre Elasticität sich auslöscht,<ref type="anker" target="#fn-69-1">¹</ref> d. h. das Daseyn <hi rendition="#g">der</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">Wärme</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Ausdehnens</hi>. Es wird dieselbe Ausdehnung in<lb n="10"/>Einem Orte gesetzt, das heißt sie wird negativ gesetzt, – die Krafft ist das sich aus<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>schliessen verschiedner Ausdehnung.</p>
<p><lb n="12"/>Es ist also in die elastische Wärmematerie das negative Princip gesetzt; α) ist sie<lb n="13"/>dadurch nicht mehr daseyend, als Ausdehnung <hi rendition="#g">überhaupt</hi>, sondern als <hi rendition="#g">be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">stimmte</hi>, aber noch gestaltlose, oder der Allgemeine Raum ist zur Oberfläche<lb n="15"/>geworden; sie ist Charakter überhaupt, das flüssige, aber nicht mehr elastisch,<lb n="16"/>sondern tropfbarflüssige Wärmematerie an sich.<ref type="anker" target="#fn-69-2">²</ref> β Es ist nun mehr eine gedoppelte<lb n="17"/>Qualification gesetzt, αα) das tropfbarflüssige dem elastischflüssigen gegenüber<lb n="18"/>ββ) das tropfbarflüssige ist an ihm selbst qualitativ und hat Charakter, und zwar<lb n="19"/>bringt es in sein Ausdehnen, bestimmten Charakter hinein. αα) gegen das gestaltlos<lb n="20"/>ausgedehnte das tropfbarflüssige behauptet letzteres seine Charakterlosigkeit seine<lb n="21"/><hi rendition="#g">Rundung</hi>;<ref type="anker" target="#fn-69-3">³</ref> die Bestimmung durch aüssres überhaupt ist <hi rendition="#g">zufällig</hi>, <hi rendition="#g">doch</hi> <hi rendition="#g">gehört</hi><lb n="22"/>diß nicht hierher – <hi rendition="#g">sondern</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Verhältniß</hi> <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Temperatur</hi>, diß <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">die</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">Masse</hi>, welche auf es <hi rendition="#g">einwirkt</hi>.<ref type="anker" target="#fn-69-4">⁴</ref> <hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">Übergang</hi> <hi rendition="#g">vom</hi> <hi rendition="#g">elastisch</hi>= <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">tropf</hi>-</p>
<note xml:id="fn-69-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Weichheit</hi>, nicht durch sich selbst, sondern durch andres ist ihre Ausdehnung<lb n="25"/>bestimmt;</note>
<note xml:id="fn-69-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>nicht mehr diese Weichheit, oder offenseyn für Temperatur (adhärirend)</note>
<note xml:id="fn-69-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>a) Charakter gegen die Temperatur.</note>
<note xml:id="fn-69-4" type="rand" n="⁴" next="#fn-69-4.t2"><lb n="28"/><seg type="marke">⁴ </seg><hi rendition="#g">kälter</hi> seiner Natur nach; nach der Gestalt betrachtet etwas fixirtes, nicht</note>
<pb n="67" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=70" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">bar</hi>=flüssigen ist wie er qualitativ durch den Funken, so auch quantitativ da; die<lb n="2"/>Wärme als das negative selbst, ebenso das Allgemeine die Macht desselben.<ptr type="anker" target="#fn-70-1"/> Wie<lb n="3"/>er dort sich rein an die Gestalt wendet, reine Hitze, ohne zu brennen; so hier Fort<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gang an der Wärme, und dieser ist an solchen, die nicht permanentelastisch heissen,<lb n="5"/>nicht qualitativ, sondern worin die Temperatur bestimmt die Substanz ihres Be<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>stehens ausmacht, und <hi rendition="#g">ihre</hi> Verschiedenheit, oder Bestimmtheit, als Grössen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>unterschied ist. Diß quantitative zeigt sich nun hierin qualificirt; α) <hi rendition="#g">latent</hi> die<lb n="8"/>Dämpfe, elastische Flüssigkeiten, Gren 628 von einer bestimmten Temperatur sich<lb n="9"/>niederschlagend, erzeugen eine grössere Hitze, als gleiche Quantität Wassers von<lb n="10"/>derselben Temperatur<ptr type="anker" target="#fn-70-2"/> – Es kann in jeder Temperatur Dampf bestehen, d. h. die<lb n="11"/><hi rendition="#g">Expansion</hi> vertritt die Stelle der Temperatur. Dampfbildung erkältet, Äther –<lb n="12"/>β diese Gestalt ist <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">fixer</hi> Punkt, über den die tropfbare Flüssigkeit nicht hinaus<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gebracht werden [kann];<ptr type="anker" target="#fn-70-3"/> es hat einen bestimmten Charakter, der als Veränderung<lb n="14"/>der Gestalt auftritt; es ist fixirte Gestalt. γ)<ptr type="anker" target="#fn-70-4"/> Charakter insofern es zugleich dem<lb n="15"/><hi rendition="#g">quantitativen</hi> angehört,<ptr type="anker" target="#fn-70-5"/> Ausdehnung des Wassers z. B. ist sehr ungleichförmig.</p>
<note xml:id="fn-69-4.t2" type="rand" n="⁴" prev="#fn-69-4"><lb n="16"/>gegen Temperatur gleichgültiges; <hi rendition="#g">quantitatives</hi> <hi rendition="#g">schlägt</hi> in Verschiedenheit des<lb n="17"/><hi rendition="#g">qualitativen</hi> <hi rendition="#g">um</hi>.</note>
<note xml:id="fn-70-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Berthollet XI an Calorique. Bley in Azot der es nicht oxidiren konnte</note>
<note xml:id="fn-70-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>ist festgeworden</note>
<note xml:id="fn-70-3" type="rand" n="³"><lb n="20"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Behauptung</hi> <hi rendition="#g">dieses</hi> <hi rendition="#g">Punktes</hi> Gren α) Fixirung des Siedepunkts, Wasser<lb n="21"/>im papinschen Topf, [bei] erhöhter Temperatur, sinkt herab. 8 Pfund Eisenfeil von 300°<lb n="22"/>Fahrenheit mit 1 Pfund Wasser von 212° vermischt bleibt 212</note>
<note xml:id="fn-70-4" type="rand" n="⁴"><lb n="23"/><seg type="marke">⁴ </seg>b) Charakter, <hi rendition="#g">Gestalt</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">aufgelöste</hi>.</note>
<note xml:id="fn-70-5" type="rand" n="⁵" next="#fn-70-5.t2"><lb n="24"/><seg type="marke">⁵ </seg><hi rendition="#g">Adhäsion</hi> ist <hi rendition="#g">Annehmung</hi> der Gestalt als Oberfläche; Charakter formale<lb n="25"/><hi rendition="#g">Qualitativität</hi> –<lb n="26"/><hi rendition="#g">Charakter</hi> hat aber das an ihm selbst <hi rendition="#g">gegen</hi> was er ist, α) <hi rendition="#g">Temperatur</hi> als fixirte Wärme<lb n="27"/>β) Gestalt, in <hi rendition="#g">Adhäsion</hi> sich noch behauptend, gegen sie aber wieder selbst; er selbst negatives</note>
<pb n="68" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=71" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>c) <hi rendition="#g">fester</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi><ptr type="anker" target="#fn-71-1"/> als Gestalt, specifische Wärme. Der Charakter des tropfbar<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>flüssigen ist durch die Temperatur wenig ausgedehnt zu werden, und in dieser Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>dehnung sich besonders zu specificiren. Dasjenige gegen welches es Charakter hat,<lb n="4"/>ist die Temperatur; allein diese ist nichts mehr für [sich] seyendes freyes, sondern<lb n="5"/>sie ist die Gestalt, die Ausdehnung selbst; und diese hat also in Wahrheit nur Be<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>ziehung auf sich selbst, ist in sich zurükgegangen. Die freye Wärme ist als ganz<lb n="7"/>negatives gesetzt. α) die empfindbare Temperatur ist in das negative ihrer selbst, in<lb n="8"/><hi rendition="#g">Kälte</hi> übergegangen; jene das allgemeine, die das Gegentheil ihrer selbst, so positiv<lb n="9"/>als jene. β) die freye Wärme wird zur Gestalt verwandelt; und diese Gestalt ist im<lb n="10"/>Ganzen ein fixer qualitativer Punkt, der der gleichförmigen Verbreitung der Tem<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>peratur widersteht, die in die Gestalt übergeht.<ptr type="anker" target="#fn-71-2"/> γ) es ist <hi rendition="#g">daseyender</hi> Charakter,<lb n="12"/>die Wärme die <hi rendition="#g">real</hi> ist, allgemeines, zu sich selbst geworden; <hi rendition="#g">feste</hi> Gestalt; in<lb n="13"/>ihrem <hi rendition="#g">Daseyn</hi> sich gegen andres erhaltend. – Wie die feste Gestalt in der eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lichen Mechanik die Bedeutung [hat], daß das in sich überwunden, und das <hi rendition="#g">Daseyn</hi><lb n="15"/>in sich ist; so hier daß die absolute Auflösung sich fixirt; sich Daseyn gegeben. Sie<lb n="16"/>ist Cristall, diß gehört dem vorigen Momente an<ptr type="anker" target="#fn-71-3"/> – hier aber fixe Temperatur, die<lb n="17"/>in sich selbst Elasticität; ein Bestimmtes Verhalten gegen die aüssere Temperatur,</p>
<note xml:id="fn-70-5.t2" type="rand" n="⁵" prev="#fn-70-5"><lb n="18"/>der <hi rendition="#g">Temperatur</hi>, das mit sich selbst zusammengegangne Sichselbstgleiche.<lb n="19"/>Adhärirendes ist noch nicht Materie. Diese Substanz nach zweyerley Seiten, Temperatur,<lb n="20"/>und Ausdehnung; die Unvollkommenheit der letztern ist daß jene noch Einfluß hat.</note>
<note xml:id="fn-71-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">fest</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> nach Guyton Morveau bestimmt durch chemische Verwand<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>schafft.</note>
<note xml:id="fn-71-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>fixe Temperatur ist Gleichgültigkeit gegen die freye Wärme</note>
<note xml:id="fn-71-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg>α)<ptr type="anker" target="#fn-71-s1"/> Festigkeit die sich gleichgültig, ohne Widerstand <hi rendition="#g">verbreitet</hi> (nicht flüs<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>sig,) Wärme ist ihre Form<lb n="26"/>β) <hi rendition="#g">ruhende</hi> Bestimmtheit <hi rendition="#g">specifische</hi> Wärme<lb n="27"/>γ) diese Bestimmtheit aber ist das absolute Übergehen.</note>
<note xml:id="fn-71-s1" type="rand" n="∗"><lb n="28"/><seg type="marke">∗ </seg>Eigenschafft der Gestalt, diese widerhergestellt, vorausgesetzt</note>
<pb n="69" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=72" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>so daß die Erwärmung, nicht mehr als verschiedne Ausdehnung sich zeigt, sondern<lb n="2"/>als eigenthümliche Temperatur; die Ausdehnung ist fixirt. Frieren ist der erschei<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>nende Übergang vom Charakter in der Ausdehnung, die noch offen ist für Tem<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>peratur; die Kälte ist die freye Wärme als negativ gesetzt; daher Gestalt fixirt. Und<lb n="5"/>der Begriff das Allgemeine hievon ist der Körper der an ihm selbst eine bestimmte<lb n="6"/><hi rendition="#g">Wärmekapacität</hi> hat, eine specifische Wärme, die Wärme, die sich charakterisirt<lb n="7"/>hat, als <hi rendition="#g">einzelne</hi> fixe; <hi rendition="#g">specifische</hi> <hi rendition="#g">Wärme</hi>, wie früher specifische Schweren,<lb n="8"/>wie bestimmte Weise des Insichseyns, so bestimmte Weise der Auflösung hat alles,<lb n="9"/>oder alles ist eine fixirte Wärmemöglichkeit; die Form der Festigkeit, wie der tropf<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>barn Flüssigkeit gehört eigentlich der Gestalt als solcher an; die Gestalt ist als<lb n="11"/><hi rendition="#g">aufgehobne</hi>, und das tropfbarflüssige ist hier der Gestalt nach adhärirend; wie<lb n="12"/>das feste sich <hi rendition="#g">amalgamirend</hi> sich vollkommen durchdringend. Anhängung steht<lb n="13"/>nach Morveau ganz im Verhältnisse mit Verwandtschafft.</p>
<p><lb n="14"/>Der Begriff der Gestalt ist also hier α) specifische Wärme, β) blosse <hi rendition="#g">Möglich</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">keit</hi> der Gestalt vollkommne Durchdringung aufgehobne Gestalt, so ist die Materie,<lb n="16"/>Materie des Processes; Materie sich bloß verbreitend, der Unterschied ein blosser<lb n="17"/>der Grösse, reine Neutralität, gänzlicher Verlust ihrer Gestalt und bestimmten<lb n="18"/>Daseyns.</p>
<p><lb n="19"/>Die Materie α) als specifische Wärme β) als reine Möglichkeit bestimmt, ist das<lb n="20"/><hi rendition="#g">chemische</hi> <hi rendition="#g">Element</hi>.<ref type="anker" target="#fn-72-1">¹</ref> Sein <hi rendition="#g">Wesen</hi> ist die Wärme, Wärmematerie, seine<lb n="21"/>ponderable Base, die Chemiker nehmen sie umgekehrt als das imponderable an.<lb n="22"/>Sie ist Daseyn die Möglichkeit sich vollkommen zu verbreiten, sie sind <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="23"/>vollkommen aufgelöste, welche keine Masse, kein <hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">einander</hi> haben.<lb n="24"/>Zugleich sind sie <hi rendition="#g">bestimmte</hi>, als Schweren betrachtet, bestimmte specifische</p>
<note xml:id="fn-72-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>durchdringende, rein geistige materielle <hi rendition="#g">Wesen</hi>; wie der Raum.<lb n="26"/><hi rendition="#g">Ihre</hi> <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> ist diese reine Negativität – Saüre, oder Kausticität – durchdringende<lb n="27"/>Schärfe, <hi rendition="#g">kein</hi> <hi rendition="#g">Ding</hi>, begeistet.<lb n="28"/>Ihr Bestehen ist <hi rendition="#g">Wärmestoff</hi> <hi rendition="#g">überhaupt</hi>, aufgelöste Materie</note>
<pb n="70" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=73" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Schweren, und bestimmte specifische Wärmen. Aber die Form das Daseyn ihrer<lb n="2"/>Bestimmtheit ist nur eine andre als die eine und die andre. – Es ist die an sich auf<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gelöste Materie, welche zu sich zurükgekommen, d. h. welche als <hi rendition="#g">Auflösung</hi><lb n="4"/>Daseyn hat.<ptr type="anker" target="#fn-73-1"/> Die Trägheit der Temperatur ist vollkommen überwunden; die<lb n="5"/>Bestimmtheit ist eine solche, welche sich nicht mehr erhalten kann, sondern unauf<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>haltsam sich aufhebt, oder deren Wesen wie Daseyn ist, in ihr entgegengesetztes<lb n="7"/>überzugehen; die Abstraction, welche es auch ihrem Daseyn nach ist, und schlecht<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>hin keinen Halt mehr an ihr hat; ihr <hi rendition="#g">Daseyn</hi> ist eben nur die Möglichkeit des<lb n="9"/>Processes zu seyn. Die Unterschiede sind reine Begeistungen, nichts <hi rendition="#g">irrdisches</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">mehr</hi> <hi rendition="#g">auch</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihrem</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-73-2"/> sondern <hi rendition="#g">verschwindende</hi> <hi rendition="#g">Grössen</hi>, die<lb n="11"/>reine Zeit, – Abstractionen, die nichts als die <hi rendition="#g">Auflösung</hi> zu ihrer Substanz und<lb n="12"/>Elemente haben (nicht wie Magnetismus auch Electricität der Gestalt, in ihrem<lb n="13"/><hi rendition="#g">Daseyn</hi> angehören). Diese Elemente werden daher nur mit aüsserer Gewalt fest<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gehalten, wie wir im Gedanken eine Abstraction als solche z. B. Seyn festhalten.<lb n="15"/>– Ihr Bestehen für sich ist vielmehr der <hi rendition="#g">Proceß</hi>, die absolute Vermittlung, die<lb n="16"/>unmittelbar ist.<ptr type="anker" target="#fn-73-3"/></p>
</div>
<div>
<head><lb n="17"/>B.<ptr type="anker" target="#fn-73-4"/></head>
<head><lb n="18"/>PROCESS.<ptr type="anker" target="#fn-73-5"/></head>
<p><lb n="19"/>Nur das Übergehen Verschwinden ist die Realität und Substanz dieser Elemente.<lb n="20"/>Sie sind nur Momente. Ihr Subject ist das Ganze, eben diese unruhige Verwandlung,</p>
<note xml:id="fn-73-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>Nach Winterl besteht Wärme aus der Verbindung des Base und Saüreprincips</note>
<note xml:id="fn-73-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Feuer</hi></note>
<note xml:id="fn-73-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>Bestimmung dieser Stoffe siehe andres Manuscript<lb n="24"/>Sauerstoff, das chemische aber differente Licht<lb n="25"/>Triumph der Chemie die reinen Abstractionen zum Stehen zu bringen.</note>
<note xml:id="fn-73-4" type="rand" n="⁴"><lb n="26"/><seg type="marke">⁴ </seg>Materie <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> Wärme; <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> chemisches <hi rendition="#g">Element</hi>,<lb n="27"/>oder dort <hi rendition="#g">Daseyn</hi> – chemisches Element ist nur Wirklichkeit der Wärme</note>
<note xml:id="fn-73-5" type="rand" n="⁵"><lb n="28"/><seg type="marke">⁵ </seg>α)<ptr type="anker" target="#fn-73-s1"/> <hi rendition="#g">chemische</hi> Elemente <hi rendition="#g">einfache</hi> Abstraction<lb n="29"/>β) damit sind sie Einheiten des <hi rendition="#g">entgegengesetzten</hi> <hi rendition="#g">Seyns</hi> und <hi rendition="#g">Nichtseyns</hi> als diese<lb n="30"/>selbst</note>
<note xml:id="fn-73-s1" type="rand" n="∗"><lb n="31"/><seg type="marke">∗ </seg>inwiefern <hi rendition="#g">einfach</hi></note>
<pb n="71" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=74" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>die absolute Bewegung dieser Bewegungen, und zwar der reine chemische Proceß,<lb n="2"/>der nur das rastlose Werden dieser Momente ist, sie <hi rendition="#g">sind</hi> nicht, sie <hi rendition="#g">werden</hi> nur,<lb n="3"/>wie alles nur dieses Werden ist. Dieser Proceß ist nun das Feuer. Er ist die Totalität<lb n="4"/>dieser Bewegungen; er <hi rendition="#g">ist</hi>, was jene <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> sind; oder in ihm haben sie die<lb n="5"/>Bedeutung von Bewegungen. Es hat diese gedoppelte Seite, <hi rendition="#g">einfaches</hi> chemisches<lb n="6"/>Element, als <hi rendition="#g">seyend</hi>, und rastlose Verwandlung, als <hi rendition="#g">Bewegung</hi> ausgesprochen<lb n="7"/>zu werden. Es selbst ist dieser Kraislauff, und was sich durch diesen Kraislauff be<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>wegt, ist wieder es selbst.<ptr type="anker" target="#fn-74-1"/> Seine unmittelbaren Bewaffnungen sind der Sauer und<lb n="9"/>Wasserstoff, wodurch es den Stikstoff zu Kohlenstoff individualisirt, das Allgemeine<lb n="10"/>aus seiner Trägheit reißt zum Einzelnen macht, und wieder die Einzelnheit zur<lb n="11"/>Allgemeinheit tödtet. Insofern diese Extreme als seyend betrachtet werden ist es<lb n="12"/>die Mitte ihres Schlusses. In dieser Mitte ist das Allgemeine (Stikstoff) als Wasser<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>stoff; das Extrem der Einzelnheit aber als Sauerstoff. Es ist die Einheit die sich in<lb n="14"/>diese Extreme zersetzt, d. h. seinen Sauerstoff und Wasserstoff in den Gegensatz<lb n="15"/>der Allgemeinheit und Einzelnheit auseinanderfallen läßt, und diese ebenso aus ihrer<lb n="16"/>Gleichgültigkeit reißt, und in die verkehrende Mitte zurüknimmt. Das <hi rendition="#g">Seyn</hi> aller<lb n="17"/>Momente ist eben nur dieses Hervor und Zurükgehen.</p>
<p><lb n="18"/>Der<ptr type="anker" target="#fn-74-2"/> Proceß ist ein <hi rendition="#g">Ganzes</hi>, worin keine Differenz selbstständig ist, sondern<lb n="19"/>erloschen sind, eine einfache todte Einheit, so ist er Stikstoff; das Erloschenseyn des<lb n="20"/>Proceß in ihm selbst, als einfach allgemeinem, er ist eben dieses haltungslose Er<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>löschen. – Aber unmittelbar ist er ebenso sehr die erweckte Differenz, der Stick<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>stoff erzeugt ihn, denn er ist als einfaches unmittelbares, absolut nur <hi rendition="#g">Moment</hi>.<lb n="23"/>Er ist nur Moment, Moment, das <hi rendition="#g">ganzes</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi> ist, das Ganze als einfaches<lb n="24"/>allgemeines, Wärme, welche einfache qualitative Einheit ist, Flamme, und eine<lb n="25"/>solche, deren Momente Realitäten, nunmehr als Materien des Processes sind. Der<lb n="26"/>Stickstoff ist Wasserstoff, die Mitte als Ganzes des Daseyns; alle Flamme und alles<lb n="27"/>Brennen ist Wasserstoff. Das Brennen ist der ganze Proceß als einfaches <hi rendition="#g">daseyendes</hi></p>
<note xml:id="fn-74-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>Waffen der Zeit, Zukunft und Vergangenheit</note>
<note xml:id="fn-74-2" type="rand" n="²"><lb n="29"/><seg type="marke">² </seg>Fangen beim <hi rendition="#g">Stickstoff</hi> an, einseitige Ansicht – er ist Raum, die Zeit seine<lb n="30"/>Negativität; Kohlenstoff</note>
<pb n="72" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=75" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Ganzes, oder das Ganze in der Form der <hi rendition="#g">Realität</hi>. – Aber es ist wesentlich eben so<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>sehr die absolute <hi rendition="#g">Negation</hi>, und zwar Negation der Einfachheit α) als <hi rendition="#g">eines</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">Seyns</hi>; so ist es <hi rendition="#g">Sauerstoff</hi>, welcher das Allgemeine vereinzelt; – und Negation<lb n="4"/>als des einfachen Processes, des Processes insofern er reine Bewegung ist, – Sauer<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>stoff ist hier das Entzweyen in die Extreme; in sein Bestehen als Erlöschen oder<lb n="6"/>Stikstoff, und in sein Bestehen, als wirklicher, Kohlenstoff. – Diese Entzweyung<lb n="7"/>ist aber selbst unmittelbar Einheit; denn sie entzweyt in Stikstoff und Kohlenstoff,<lb n="8"/>aber was so entsteht, ist vielmehr das Allgemeine der Stickstoff, d. h. sein Werden<lb n="9"/>eben ist sein Aufheben, oder sein Entgegengesetztes. – Die Flamme ist das daseyende<lb n="10"/>Ganze des Processes als Processes, der Kohlenstoff das daseyende Ganze desselben<lb n="11"/>als Seyn – Also Stickstoff das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Ganze, das Negiren desselben ist der<lb n="12"/>Sauerstoff; der Stikstoff wird oxidirt Kohlenstoff; das Allgemeine herabbewegt zur<lb n="13"/>Einzelnheit. Jenes Extrem der Allgemeinheit auf die Mitte bezogen, oder diese Be<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>ziehung ist der Wasserstoff, und als Bewegung Flamme; und als die Mitte als<lb n="15"/>Extrem und dem Allgemeinen entgegengesetztes ist es Kohlenstoff. Dieser das<lb n="16"/><hi rendition="#g">Einzelne</hi> sein negatives Moment, ist Sauerstoff,<ptr type="anker" target="#fn-75-1"/> sein positives Wasserstoff, als ein<lb n="17"/>Moment des Gegensatzes, aber als gegensatzloses Allgemeines, Stickstoff.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="18"/>Der Proceß, der sich durch sich selbst verlaüfft.<ptr type="anker" target="#fn-75-2"/></head>
<p><lb n="19"/>Das Feuer ist die reine Bewegung, die Mechanik dieser chemischen Momente,<lb n="20"/>ihre Vermittlung, aber durch sich selbst, denn sie sind selbst nur reine Vermitt-</p>
<note xml:id="fn-75-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi>, reine qualitative Einheit</note>
<note xml:id="fn-75-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg>beruhigter Proceß, und physische Gestaltung – <hi rendition="#g">Mechanik</hi> des <hi rendition="#g">Lichts</hi><lb n="23"/>qualitative Einheit, das Licht; Ich, <hi rendition="#g">reines</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-75-s1"/><lb n="24"/><hi rendition="#g">Einheit</hi> der <hi rendition="#g">Mechanik</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Chemie</hi> – <hi rendition="#g">elektrisches</hi> Licht <hi rendition="#g">oberflächlich</hi></note>
<note xml:id="fn-75-s1" type="rand" n="∗"><lb n="25"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">Weisen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Lichts</hi> zu existiren sind physische Elemente</note>
<pb n="73" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=76" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>lungen, ihr <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist ihre Auflösung, es ist nicht ein daseyendes Verhältniß zwischen<lb n="2"/>ihnen, sondern das Verhältniß ist nur die Bestimmtheit ihres Verschwindens. Das<lb n="3"/>Feuer bewegt, materialisirt nun sich selbst; wird zu seiner bestehenden Substanz.<lb n="4"/>Zuerst als Proceß der sich in sich verlauffen, ist er das in sich zurückgekehrte, ein<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>fache überhaupt; er ist in sich erloschen,<ptr type="anker" target="#fn-76-1"/> und dieses Erloschenseyn ist sein <hi rendition="#g">Daseyn</hi>.<lb n="6"/>Es ist also da als einfache <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Einheit des rein Allgemeinen<ptr type="anker" target="#fn-76-2"/> und rein<lb n="7"/>Einzelnen; – als unmittelbare Einheit; denn diese Einheit ist noch nicht mit ihr<lb n="8"/>selbst vermittelt; sie ist als erloschenseyn einfach, und doch Einheit<ptr type="anker" target="#fn-76-3"/> von Momenten;<lb n="9"/>es fällt das <hi rendition="#g">Daseyn</hi> des Andres ausser ihr, sie ist in der Form der allgemeinen<lb n="10"/><hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>, oder Elasticität, in ihr selbst <hi rendition="#g">gespannt</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-76-4"/> denn die Extreme, sind<lb n="11"/>nur durch die einfache leere Mitte vereinigt. Die Momente dieser abstracten Ex<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>treme, der abstracten Allgemeinheit und abstracten Einzelnheit, in ihrer Realität<lb n="13"/>ausgedrückt, sind sie Stikstoff und Sauerstoff. – Der Proceß als diß Element, ist die<lb n="14"/><hi rendition="#g">Lufft</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-76-5"/> Sie ist Materie, sie ist ruhendes gegenständliches Fürsichseyn, und ihre<lb n="15"/>Elasticität ist daß ihr Wesen diese Spannung in sich selbst ist.<ptr type="anker" target="#fn-76-6"/></p>
<p><lb n="16"/>b Als unmittelbare Einheit hat sie ihr Andersseyn ausser ihr; allein diese Form</p>
<note xml:id="fn-76-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Materie, <hi rendition="#g">physisches</hi> Element; Einheit des <hi rendition="#g">Seyns</hi>, Gestalt, und des Aufge<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>löstseyns.</note>
<note xml:id="fn-76-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">unmittelbares</hi> Entzweytseyn; <hi rendition="#g">Spannung</hi> <hi rendition="#g">entgegengesetzt</hi>, daher<lb n="20"/>Stickstoff und Sauerstoff leichtes Spiel, Stickstoff geht in Wasserstoff über</note>
<note xml:id="fn-76-3" type="rand" n="³"><lb n="21"/><seg type="marke">³ </seg>Formales ruhiges <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, ruhende <hi rendition="#g">Substanz</hi> der chemischen Abstraction –<lb n="22"/><hi rendition="#g">inneres</hi> ist ein <hi rendition="#g">Fremdes</hi></note>
<note xml:id="fn-76-4" type="rand" n="⁴"><lb n="23"/><seg type="marke">⁴ </seg>die entgegengesetzten berühren sich unmittelbar</note>
<note xml:id="fn-76-5" type="rand" n="⁵"><lb n="24"/><seg type="marke">⁵ </seg>Element des Verschwindens; die Seite keine Realität, was in sie tritt, verschwin<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>det, die höchste Reinlichkeit.</note>
<note xml:id="fn-76-6" type="rand" n="⁶"><lb n="26"/><seg type="marke">⁶ </seg>Unmittelbare <hi rendition="#g">qualitative</hi> Einheit ist <hi rendition="#g">Licht</hi>, sehen wir <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihr</hi> Seyn, – weil<lb n="27"/>die schwere Materie α) sich aufgelöst überhaupt – Einheit solcher <hi rendition="#g">entgegengesetzter</hi> auf<pc force="weak">-</pc><lb n="28" break="no"/>gelöstseyn – Vorher ist nur dem Daseyn nach das Licht herbey genommen worden.</note>
<pb n="74" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=77" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>widerspricht ihrem Wesen; sie ist selbst die Einheit entgegengesetzter; sie hat das<lb n="2"/>Andersseyn in ihrem Wesen.<ptr type="anker" target="#fn-77-1"/> Ihre unmittelbare Einheit ist an sich Vermittlung,<lb n="3"/>oder ihre Spannung, die unmittelbare Trennung fällt in sich zusammen. – Es ist<lb n="4"/><hi rendition="#g">Wasser</hi>. Das allgemeine Moment der Stikstoff ist nicht rein allgemeines, sondern<lb n="5"/>der das Andersseyn an ihm hat, er ist Wasserstoff; und diese nunmehr wahrhaffte<lb n="6"/>Einheit des Allgemeinen und Einzelnen ist das <hi rendition="#g">Neutrale</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-77-2"/> nicht gespannte; ihre<lb n="7"/>Durchdringung – Einheit des Sauer und Wasserstoffs. So in die Einheit zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>genommen ist sie das in sich gleichgültige vollkommne Erloschenseyn des Processes.<ptr type="anker" target="#fn-77-3"/><lb n="9"/>– Sie ist eine Neutralität, überhaupt ein unmittelbares vollkommnes Durchdringen,<lb n="10"/>ein Aufgehobenseyn des besondren Bestehens; Wasser <hi rendition="#g">besteht</hi> nicht aus Sauer<lb n="11"/>und Wasserstoff, als aus Theilen, – auch drücken sich die Chemiker nur in diesen<lb n="12"/>Worten aus, unterscheiden aber sehr gut zwischen mechanischer und chemischer<lb n="13"/>Zusammensetzung<ptr type="anker" target="#fn-77-4"/> – Die Form dieser Neutralität, oder ihr Daseyn ist, wie der<lb n="14"/>Lufft der elastischen Flüssigkeit, so des Wassers der tropfbaren, weil sie nicht mehr<lb n="15"/>nur überhaupt ausgedehnt ist, sondern für sich ist, allgemeinen Charakter hat; aber<lb n="16"/>es ist zugleich nicht die eigentlich adhärirende Flüssigkeit, das selbstlose, sondern<lb n="17"/>als der erloschne Proceß das reine <hi rendition="#g">Ansichseyn</hi>, das den reinen Strahl in ihm hat,<lb n="18"/>ein an sich <hi rendition="#g">strahlenbrechendes</hi> Medium,<ptr type="anker" target="#fn-77-5"/> oder sich qualificirendes, nicht durch<lb n="19"/>die <hi rendition="#g">Figur</hi>, wie in der Mechanik der Wärme, sondern innerlich, durch seine Natur.</p>
<note xml:id="fn-77-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>Schluß α) <hi rendition="#g">allgemein</hi> β) <hi rendition="#g">Gestalt</hi> γ) <hi rendition="#g">Feuer</hi></note>
<note xml:id="fn-77-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> ohne Entgegensetzung abgestumpft; festgehalten,<lb n="22"/>ohne qualitative Einheit, passive Einheit. – Sie sind die <hi rendition="#g">realen</hi> <hi rendition="#g">Seiten</hi>, aber ohne Gegensatz.</note>
<note xml:id="fn-77-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Jedes</hi>∗<ptr type="anker" target="#fn-77-s1"/> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">Ganze</hi>, <hi rendition="#g">weil</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>.</note>
<note xml:id="fn-77-s1" type="rand" n="∗"><lb n="24"/><seg type="marke">∗ </seg>gleichgültige Realität</note>
<note xml:id="fn-77-4" type="rand" n="⁴"><lb n="25"/><seg type="marke">⁴ </seg>Substanz <hi rendition="#g">Seyn</hi>, Gleichgültigkeit der gestalteten Materie wie Lufft der auf<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>gelösten</note>
<note xml:id="fn-77-5" type="rand" n="⁵"><lb n="27"/><seg type="marke">⁵ </seg>Strahl∗<ptr type="anker" target="#fn-77-s2"/> in seine reale Seiten noch <hi rendition="#g">getheilt</hi>, sie sind noch das <hi rendition="#g">qualitative</hi><lb n="28"/>einfache <hi rendition="#g">Eins</hi>, reale Seiten<lb n="29"/>seine Einfachheit <hi rendition="#g">räumliche</hi> <hi rendition="#g">Abweichung</hi></note>
<note xml:id="fn-77-s2" type="rand" n="∗"><lb n="30"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">ganz</hi> <hi rendition="#g">naive</hi> <hi rendition="#g">Weise</hi>; Kalk höhere Brechung Verdopplung</note>
<pb n="75" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=78" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>– Der erloschne Proceß ist Lichtmaterie, zu ihr hat sich die Masse gelaütert. – Das<lb n="2"/>Licht ist itzt das <hi rendition="#g">Element</hi>, <hi rendition="#g">Substanz</hi> des Daseyns.</p>
<p><lb n="3"/>Wasser also das neutrale Element nach seinen Momenten, und Licht in sich nach<lb n="4"/>seiner einfachen Substanz, das in seiner Neutralität gebrochen ist.</p>
<p><lb n="5"/>c Endlich wird das Wasser zur <hi rendition="#g">Erde</hi>. Der reine Strahl ist nicht nur formell<lb n="6"/>gebrochen, im Raume von seinem geradelinigen Wege ab; sondern die Neutralität<lb n="7"/>ist in sich Einheit der <hi rendition="#g">chemischen</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi>, diese sind es in welche er ge<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>brochen ist. Der Strahl ist die unmittelbare Neutralität, aber nicht nur die passive<lb n="9"/>des Wassers, sondern sein gebrochenseyn<ref type="anker" target="#fn-78-1">¹</ref> ist in diese Momente der <hi rendition="#g">aufgelösten</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">Materie</hi>, im Processe ist ihre Auflösung selbst aufgelöst worden; sie sind in die<lb n="11"/>Seele eingetreten, und diese in der Neutralität sich brechend, ist mit dieser Eins,<lb n="12"/>ihr Brechen ist die Verschiedenheit dieser Momente. Es ist der <hi rendition="#g">Crystall</hi><ref type="anker" target="#fn-78-2">²</ref> zu dem<lb n="13"/>das Licht sich gebohren, wie früher der Raum und die Masse Momente waren, so<lb n="14"/>hier Feuer, (Proceß) und Licht; raümlich aber ebenso als reine Idealität, Schwere<lb n="15"/>als in sich seyn; Licht, als reine Einheit, reiner Strahl, Seele dieses Insichseyns, und<lb n="16"/>chemische Materie, indem die Masse in diesem Strahle vollkommen aufgelöst ist.<lb n="17"/>Diese chemische Materie ist auf diese Weise als Kohlenstoff gesetzt; denn sie ist in<lb n="18"/>der absoluten Einzelnheit. Und der Crystall, unter diß reine durchsichtige Ansich<lb n="19"/>seyn die Auflösung fassend, hat er ihr Auflösen, ihre Weichheit getilgt, er ist absolut<lb n="20"/>hart und kalt. Er ist der <hi rendition="#g">Diamant</hi> der Erde, der Urkrystall, dessen jedes Auge sich<lb n="21"/>erfreut, ihn als den erstgebohrnen Sohn des Lichts und der Schwere anerkennend.<ref type="anker" target="#fn-78-3">³</ref></p>
<p><lb n="22"/>Aber dieser reine Krystall ist ebenso die absolute reine Bewegung in sich selbst,<lb n="23"/>die Auflösung, welche sich auflöst, und welche alle Gestalt wie Wärme in einer<lb n="24"/>ungetrennten und rastlosen Einheit enthält. Es ist die lebendige Sonne, die wahre</p>
<note xml:id="fn-78-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>reine <hi rendition="#g">Abstractionen</hi> Einzelnheit;</note>
<note xml:id="fn-78-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>α) zurükgekehrte Gestalt, <hi rendition="#g">Einfachheit</hi>, <hi rendition="#g">Selbstgleichheit</hi> Unmittelbarkeit<lb n="27"/>des Seyns.</note>
<note xml:id="fn-78-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg>Sättigung des Lichts und des chemischen, Wärme.</note>
<pb n="76" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=79" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Realität, das kräfftige allbelebende Licht, oder das allgemeine Leben selbst, die<lb n="2"/>allgemeine Seele.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="3"/>III.</head>
<head><lb n="4"/>TOTALER PROCESS.</head>
<p><lb n="5"/>Dieser<ptr type="anker" target="#fn-79-1"/> absolute<ptr type="anker" target="#fn-79-2"/> Proceß könnte so vorgestellt werden, daß <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Sonne</hi> <hi rendition="#g">thätig</hi><lb n="6"/>sey gegen den festen Crystall, und seine absolut spröde Einzelnheit entzweye, den<lb n="7"/>Kohlenstoff, diß todte decomponire, und es in die Bewegung reisse. Allein so steht<lb n="8"/>keins in Thätigkeit gegeneinander, sie gehen nicht von einem entgegengesetzten<lb n="9"/>Fürsichseyn aus, sondern die Einheit der Substanz ist es, die sich entzweyt, und in<lb n="10"/>ihrer Bewegung in sich selbst zurükkehrt. Es ist der an sich selbst aufgelöste Krystall,<lb n="11"/>der Proceß an ihm selbst. Die Beziehung als Einwirken vorgestellt, setzt voraus,<lb n="12"/>daß jedes der im Verhältniß gesetzten <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> das andre, oder die <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi><lb n="13"/>des andern sey. Aber es ist überflüssig diese Unterscheidung zu machen, sondern<lb n="14"/>die Bewegung ist in ihrer Möglichkeit oder Wesen selbst zu betrachten. Er ist<lb n="15"/>das Werden der Erde an ihr selbst, ein Werden, dessen Momente an ihnen selbst<lb n="16"/>physische Ganze, Realitäten, das reale Wesen des Ganzen haben, und deren Daseyn<lb n="17"/>eigne Wirklichkeit derselben ist.</p>
<p><lb n="18"/>Die Substanz also ist die vom Lichte durchdrungne Gestalt. Sie als die einfache<lb n="19"/>Qualitativität, das einfache daseyende Insichseyn, ist das reine kalte Licht, und es<lb n="20"/>wäre ebenso in seiner ersten unterschiednen Entfaltung der kalte gestaltete Kry<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>stall. Aber dieser Krystall eben von jener Einheit durchdrungen ist die aufgelöste</p>
<note xml:id="fn-79-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>Diamant, innres der Erde</note>
<note xml:id="fn-79-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Werden des <hi rendition="#g">Lichts</hi> zur <hi rendition="#g">Farbe</hi>–Einheit, Allgemeinheit <hi rendition="#g">gleichgültiger</hi>,<lb n="24"/><hi rendition="#g">fühlbarer</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">Differenter</hi>.</note>
<pb n="77" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=80" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Materie; es ist die <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">zersetzte</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi>. – Die Wirksamkeit der<lb n="2"/>Sonne heißt diß, daß eben die Substanz als die rein daseyende Materie als <hi rendition="#g">Licht</hi>,<lb n="3"/><hi rendition="#g">Sonne</hi>, und als <hi rendition="#g">aufgelöste</hi> <hi rendition="#g">Materie</hi>, als <hi rendition="#g">erwärmter</hi> <hi rendition="#g">Krystall</hi> sich entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>steht. Nicht jene wirkt auf diesen, sondern die <hi rendition="#g">Wirkung</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">schon</hi> <hi rendition="#g">geschehen</hi>,<lb n="5"/>so entzweyt zu sein; α) also Sonne β) nicht ihr gegenüber die schwere Masse, son<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>dern die <hi rendition="#g">erwärmte</hi>; die an sich aufgelöste, oder die Materie als Möglichkeit des<lb n="7"/>Processes; das <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi> <hi rendition="#g">heraus</hi> getreten, d. h. als <hi rendition="#g">aufgehobnes</hi> gesetzt.<lb n="8"/>Die Sonne ist die reine Krafft, welche sich als reine Krafft erhält, das Wirklichkeits<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>lose Daseyn der Krafft, die einfache Anschauung, allgemeine reine Gegenwart<lb n="10"/>bleibt, oder das Wesen. Ihre Wirklichkeit ist der Proceß der Erde; aufgelöst in<lb n="11"/>sich; diese Auflösung aber ist <hi rendition="#g">da</hi>, α) unmittelbar, oder in ihrer abstracten Con<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>struction sind die beyden Momente wirkliche <hi rendition="#g">ansich</hi>seyende Körper. Die Sonne<lb n="13"/>ist das reine aufgehobenseyn der Momente der Erde nach ihrer allgemeinen ab<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>soluten Gleichgültigkeit, oder reinen Substanz. – So ist die Erde zuerst der erwärmte<lb n="15"/>Krystall überhaupt; die ebenso allgemeine Auflösung, das unbestimmte Gefühl<lb n="16"/>seiner selbst. <hi rendition="#g">Diß</hi> <hi rendition="#g">trübe</hi> <hi rendition="#g">brütende</hi> <hi rendition="#g">Gefühl</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">noch</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Sichselbst</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">gleichheit</hi> <hi rendition="#g">nichts</hi> <hi rendition="#g">unterscheidet</hi>, <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">Negative</hi> wie es<lb n="18"/>an der Erde, d. h. wie es in seinem Insichseyn im <hi rendition="#g">Anders</hi>seyn, oder der realen<lb n="19"/>Ausdehnung ist.</p>
<p><lb n="20"/>Es<ptr type="anker" target="#fn-80-1"/> ist daher unmittelbar die Entzweyung, das <hi rendition="#g">wirkliche</hi> <hi rendition="#g">Negative</hi>, sein<lb n="21"/>Begriff das gedoppelte, das negative seiner selbst zu seyn. Dieser ihr Begriff ist das<lb n="22"/>construirende Licht an ihr selbst; – aber so nicht zu nennen, weil es als [auf] ein<lb n="23"/>andres Daseyn wirkend gesetzt ist. So <hi rendition="#g">entzweyt</hi> treten die Seiten unmittelbar<lb n="24"/>aus der Einheit, aus ihrer Auflösung; sie sind nicht an und für sich, sondern schlecht-</p>
<note xml:id="fn-80-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>α) <hi rendition="#g">chemische</hi> <hi rendition="#g">Abstraction</hi> als aus dem reinen Begriffe, aber er ist <hi rendition="#g">Wirk</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/><hi rendition="#g">lichkeit</hi>; – zugleich reine <hi rendition="#g">Wärme</hi> und <hi rendition="#g">Schwere</hi>; <hi rendition="#g">allgemeine</hi> die different sind</note>
<pb n="78" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=81" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>hin nur im Verhältnisse zueinander, ohne Selbstständigkeit, sich nur aufhebende<lb n="2"/>Gegensätze, chemisches Moment; sie sind schlechthin begeistet, und <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">che</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">mische</hi> Moment, dieser absolute Untergang bleibt ihr Wesen.<ptr type="anker" target="#fn-81-1"/></p>
<p><lb n="4"/>Aber<ptr type="anker" target="#fn-81-2"/> diese Unterschiede sind nicht, sie haben als solche <hi rendition="#g">keine</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi>,<lb n="5"/>keine Wirklichkeit, oder sie sind nicht wie sie in der Wirklichkeit Substanz sind;<ptr type="anker" target="#fn-81-3"/><lb n="6"/>und <hi rendition="#g">als</hi> unterschiedne müssen sie <hi rendition="#g">wirklich</hi> seyn. Sie gehen in eigne Selbstständig<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>keit zurück, sind für sich im Gegensatze, bemächtigen sich der Substanz, zerreissen<lb n="8"/>sie, verwenden sie zu ihrem Bestehen; jene chemische Elemente sind nur die<lb n="9"/>Abstractionen ihres Wesens, oder ihr <hi rendition="#g">wesentlicher</hi> Charakter, nicht ihre Wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>lichkeit; die chemischen Momente haben keine Wirklichkeit.</p>
<p><lb n="11"/>Es<ptr type="anker" target="#fn-81-4"/> ist also eine gedoppelte Gestaltung gesetzt; das was verwendet und zersetzt<lb n="12"/>wird, ist das <hi rendition="#g">neutrale</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-81-5"/> physisch Ganze, das Wasser; es ist die Substanz als solche<lb n="13"/>die aufgeopfert wird,<ptr type="anker" target="#fn-81-6"/> sie ist das Moment des <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> entzweytseyns. Die Extreme<lb n="14"/>dieser Mitte sind die <hi rendition="#g">feste</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-81-7"/> und die <hi rendition="#g">expansible</hi> <hi rendition="#g">Flüssigkeit</hi>. Seinem</p>
<note xml:id="fn-81-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>die spiegelnde Fläche <hi rendition="#g">hat</hi> als Einheit der Fläche gar keine Bedeutung; die<lb n="16"/>Bilder halten sich für alle reinlich auseinander; ebensowenig ihre Entfernung in Beziehung<lb n="17"/>auf den Einzelnen, er sieht die Landschafft die von der Fläche kommt nicht deutlicher, als in<lb n="18"/>der Wirklichkeit; – mich selbst und das mir nahe sehe ich im Spiegel um so viel kleiner, als ich<lb n="19"/>vom Spiegel entfernt bin.</note>
<note xml:id="fn-81-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>β) sie sind itzt <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Substanz gesetzt, <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">Substanzen</hi>.</note>
<note xml:id="fn-81-3" type="rand" n="³"><lb n="21"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Bestimmtheiten</hi> sind in sich reflectirt, jede an und für sich.</note>
<note xml:id="fn-81-4" type="rand" n="⁴"><lb n="22"/><seg type="marke">⁴ </seg>γ) das neutrale wird verwendet.</note>
<note xml:id="fn-81-5" type="rand" n="⁵"><lb n="23"/><seg type="marke">⁵ </seg>jenes unmittelbare ist als zerfallend gesetzt – Es theilt sich in <hi rendition="#g">Wärme</hi> und<lb n="24"/><hi rendition="#g">Schwere</hi> oder Gestalt</note>
<note xml:id="fn-81-6" type="rand" n="⁶"><lb n="25"/><seg type="marke">⁶ </seg>Wasser<ptr type="anker" target="#fn-81-s1"/> sich in sich zurük in die <hi rendition="#g">Schwere</hi> bildend</note>
<note xml:id="fn-81-s1" type="rand" n="∗"><lb n="26"/><seg type="marke">∗ </seg>Barometrische Veränderung</note>
<note xml:id="fn-81-7" type="rand" n="⁷"><lb n="27"/><seg type="marke">⁷ </seg>α) das <hi rendition="#g">chemische</hi> <hi rendition="#g">Element</hi> wird zum <hi rendition="#g">physischen</hi><lb n="28"/>β) die <hi rendition="#g">Schwere</hi> und <hi rendition="#g">Wärme</hi> werden zur Gestalt</note>
<pb n="79" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=82" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Begriffe nach wird es <hi rendition="#g">erkälteter</hi> <hi rendition="#g">Crystall</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-82-1"/> der die Temperatur zu seinem<lb n="2"/>Bestehen verwendet; es als Wasser wird es <hi rendition="#g">Krystallisationswasser</hi>, es ist das<lb n="3"/>Amalgamiren, das proceßlose in eins werden und Erstarren; es ist die Erde, die<lb n="4"/>zum <hi rendition="#g">wasserlosen</hi> <hi rendition="#g">festen</hi> <hi rendition="#g">Krystalle</hi> <hi rendition="#g">wird</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-82-2"/></p>
<p><lb n="5"/>Auf der andern Seite wird diß Wasser zur expansibeln Flüssigkeit, zur Materie,<lb n="6"/>die als aufgelöste da ist, <hi rendition="#g">selbstlos</hi>, unselbstständig, so daß die Quantität, die Tem<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>peratur ihr Wesen ist. Sie verschwindet in Lufft.</p>
<p><lb n="8"/>Der chemische Gegensatz hat hier alles aüssre Daseyn verloren; er ist nur das<lb n="9"/>innre, absolute Verhältniß, das aber in dieser Selbstständigkeit beyder unterdrückt<lb n="10"/>ist. Er ist nur eine Spannung derselben gegeneinander, und ihr Daseyn ist selbst<lb n="11"/>diese Spannung. Aber die Selbstständigkeit muß auch frey als des Begriffs entbund<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>ner selbstständiger Körper da seyn; in ihn eingeschlossen ist nur das <hi rendition="#g">Werden</hi><lb n="13"/>derselben, das nicht frey wird; werden zum Krystall, und zum aufgelöstseyn; zur<lb n="14"/>Selbstständigkeit gediehen ist jener der <hi rendition="#g">Mond</hi>, dieses aber als selbstständig kommt<lb n="15"/>zu einer körperlichen Wirklichkeit, die aber auf dem Sprunge steht zu zerstieben,<lb n="16"/>und die nur die Abwechslungen der Veränderung der aufgelösten Materie durch<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>laüfft.<ptr type="anker" target="#fn-82-3"/> – Mond und Koment erhalten hier ihre physikalische Bedeutung, die, welche<lb n="18"/>sie als Momente des Processes der Erde haben. In der himmlischen Mechanik reine<lb n="19"/>Sphären hatten sie den Raum und Zeit zu den Momenten ihrer Realität, die absolute<lb n="20"/>einfache Einheit des Äthers ist ihr Wesen, ihr Proceß die Bewegung. Hier ist die<lb n="21"/>physische Wirklichkeit ihre Substanz; die abstracten Momente ihres Begriffs, Masse,<lb n="22"/>und chemische Materie, in ihrer Realität, die physischen Elemente; und ihre Be<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>ziehungen – die chemischen.</p>
<p><lb n="24"/>Sie machen die verselbstständigten Seiten der sich auflösenden Erde aus; der<lb n="25"/>Mond, sie als Crystall, hartes Innres, der Komet ihre selbstständig gewordne Lufft,</p>
<note xml:id="fn-82-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Schwere</hi> zur Gestalt</note>
<note xml:id="fn-82-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Wärme zur <hi rendition="#g">expansiblen</hi> Flüssigkeit</note>
<note xml:id="fn-82-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg>Erde erhält sich in der <hi rendition="#g">Schwebe</hi> zwischen beydem</note>
<pb n="80" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=83" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ein bleibendes Meteor. Aber wenn die Erde wohl ihren Krystall, ihr todtes Wesen<lb n="2"/>frey entlassen kann, und muß, weil sie das beseelte ist, und diß Moment, das ihr<lb n="3"/>Innres ist, von sich abscheidet, so daß er der Regent ihres Processes bleibt, als des<lb n="4"/>einzelnen, wie die Sonne des allgemeinen, so liegt es dagegen im Begriffe des auf<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gelöstseyns, daß diß sich frey abgelöst hat, und als selbstständig keine Beziehung<lb n="6"/>auf sie hat, sondern ihr entflohen ist.</p>
<p><lb n="7"/>Im<ptr type="anker" target="#fn-83-1"/> Processe aber, oder an der realen Erde sind sie nicht selbstständige Wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>lichkeiten, sondern sie ist das Werden zum Monde und zum Kometen; diese ge<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>trennten Selbstständigkeiten bleiben in ihrer Sphäre eingeschlossen. Sie sind nur<lb n="10"/><hi rendition="#g">gespannt</hi> gegeneinander, oder sie als dieses ganze Individuum ist es, das nur in<lb n="11"/>der Form des Krystalls, und des Kometen wird. (Ihre Wirklichkeiten sind <hi rendition="#g">ge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/><hi rendition="#g">spannt</hi>; d. h. sie sind im elektrischen Verhältnisse gegeneinander.) Sie haben aus<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gedehntes reales Daseyn, aber ein Daseyn, das dem Wesen, dem Begriffe nach eins<lb n="14"/>ist, aber dessen Wirklichkeit noch nicht selbst diese Einheit ist. Das Eins ist vielmehr<lb n="15"/>das ausschliessende, sich in sich hineinbildende Fürsichseyn, das unmittelbar gespannt<lb n="16"/>gegeneinander ist, sein Wesen im andern hat.<ptr type="anker" target="#fn-83-2"/> Die gestaltete Seite wird in diesem<lb n="17"/>fürsichseyn zum neutralen Krystall, der die Auflösung, das Wasser, in sich ver<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>zehrt, oder der vielmehr zu dieser qualitäts=, Gegensatz=losen Neutralität wird;<ptr type="anker" target="#fn-83-3"/><lb n="19"/>er hätte auf diese Weise das Eins ausser ihm; sein Proceß wäre der oberflächliche,<lb n="20"/>seine Neutralität nicht angreiffende elektrische Proceß. Aber er hat das Eins an<lb n="21"/>ihm selbst; er ist das qualitative Feuer in sich, der sich in sich hineinbildende Zorn,<lb n="22"/>der die gleichgültige träge Continuität seines neutralen Daseyns aufhebt und ver<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>zehrt, die Unruhe in sich selbst, welche ihre <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> aufgelöste Materie, als Moment<lb n="24"/>des <hi rendition="#g">Fürsichseyns</hi>, als solche wirklich macht. Dieses in den Krystall versenkte</p>
<note xml:id="fn-83-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>Atmosphäril, Mond Meteor, Komet, einzeln – Gewitter die elektrisch reale<lb n="26"/>Explosion.</note>
<note xml:id="fn-83-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>δ) Sie werden zur <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> reinen Einzelnheit, – Feuer</note>
<note xml:id="fn-83-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg>Krystall der sich <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> selbst verzehrt, weil er Substanz</note>
<pb n="81" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=84" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Feuer ist vielmehr ein Schmelzen desselben, eine Selbstentzündung, in welcher der<lb n="2"/>Crystall zum Vulkan wird.</p>
<p><lb n="3"/>Auf der andern Seite geht ebenso die gespannte Gestaltlosigkeit, das kometari<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>sche Werden in diß Fürsichseyn über; seine Durchdringung seiner Momente ist<lb n="5"/>nicht die neutrale, sondern ihrer als entgegengesetzter, differenter, Erhöhung der<lb n="6"/>Spannung, Reinigung der Momente von Materialität, innres Werden und Entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>setzen ihrer als chemischer Momente, oder reiner <hi rendition="#g">Electricitäten</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-84-1"/> Auf diese<lb n="8"/>Spitze des Gegensatzes getrieben fallen sie in einander; ihr hervorbrechendes Eins aber<lb n="9"/>ist das substanzlose Feuer, das nicht die gestaltete Materie zu ihren Momenten hat,<lb n="10"/>sondern die reinen Flüssigkeiten; es hat keine Nahrung, sondern ist der unmittelbar<lb n="11"/>erlöschende <hi rendition="#g">Blitz</hi>, das aërische Feuer. So heben beyde Seiten sich an ihnen selbst<lb n="12"/>auf, oder ihr Fürsich seyn ist eben das Verzehren ihres Daseyns.</p>
<p><lb n="13"/>Die einzelnen formalen Momente des Processes erscheinen gleichfalls einzeln,<lb n="14"/>(wie Fallen u.s.f.) innerhalb des Ganzen als Zufälligkeiten, z. B. das zum Monde<lb n="15"/>werden der Erde stellen die Atmosphärilien dar, wie die Meteore, das kometarische,<lb n="16"/>dort zum Crystall, zu einem in Lufft zerfliessenden Gebilde.<ptr type="anker" target="#fn-84-2"/> Das formale übergehen<lb n="17"/>des neutralen Wassers in Crystall, tropfbare Flüssigkeit, und elastische ebenso an<lb n="18"/>dem aërischen Processe.</p>
<p><lb n="19"/>Die Hauptsache aber ist, die Auflösung der realen Momente, und ihre Rükkehr<lb n="20"/>in die Einheit.<ptr type="anker" target="#fn-84-3"/> Diese Rükkehr, und damit diß Ganze sich selbst tragende Subject,<lb n="21"/>oder Proceß, ist<ptr type="anker" target="#fn-84-4"/> die <hi rendition="#g">befruchtete</hi> Erde, das allgemeine Individuum, oder das</p>
<note xml:id="fn-84-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Spannung</hi>, ALS Electricität</note>
<note xml:id="fn-84-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> alle <hi rendition="#g">Momente</hi> <hi rendition="#g">aufgehoben</hi> – <hi rendition="#g">Entzweyung</hi>, die<lb n="24"/>Schwere ist <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ein <hi rendition="#g">Fallen</hi> aus der Einheit, dann ein Werfen, dann ein Schwingen –<lb n="25"/>Bewegung – dann Einzelnheit überhaupt, Charakter, Gestalt, Electricität, Auflösung der<lb n="26"/>Wärme<lb n="27"/>Wärme Ausdehnung – expansible Flüssigkeit, chemisches, physisches Element Gestalt –</note>
<note xml:id="fn-84-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">entzweyt</hi> oder <hi rendition="#g">bestimmt</hi> <hi rendition="#g">sich</hi></note>
<note xml:id="fn-84-4" type="rand" n="⁴" next="#fn-84-4.t2"><lb n="29"/><seg type="marke">⁴ </seg><hi rendition="#g">Erwärmter</hi> <hi rendition="#g">Krystall</hi> sein innres Leben aller Dinge<ptr type="anker" target="#fn-85-s1"/> – seine Bestimmung</note>
<pb n="82" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=85" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>allgemeine organische,<ptr type="anker" target="#fn-85-1"/> das in seinen Momenten vollkommen einheimisch,<ptr type="anker" target="#fn-85-2"/> weder<lb n="2"/>mehr etwas <hi rendition="#g">innres</hi>, oder aüsseres, ihm fremdes, und vollkommen daseyende<lb n="3"/>Momente [hat]. Seine <hi rendition="#g">abstracten</hi> Momente sind selbst die physischen Elemente,<lb n="4"/>die selbst Processe sind.<ptr type="anker" target="#fn-85-3"/></p>
<p><lb n="5"/>Das Resultat des Processes ist der Begriff <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">physischen</hi>; die absolute Einheit<lb n="6"/>des mechanischen, [und] des chemischen, eine Einheit, welche absolute Einheit des<lb n="7"/>Lichtes mit der Materie ist. Es ist die vollkommen <hi rendition="#g">verwirklichte</hi> Materie; ihre<lb n="8"/>absolute Wirklichkeit ist hier das Licht, das <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi>, die qualitative Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>fachheit des Wesens, Seele als Leben. Sie ist aber nicht leere sondern <hi rendition="#g">wirkliche</hi>,<lb n="10"/>eben als Einheit der Entgegengesetzten. Die Materie im Gegensatze gegen dieses<lb n="11"/>reine Selbst, ist das ebenso reine Selbstlose, die <hi rendition="#g">Finsterniß</hi>; die Einheit der Schwere<lb n="12"/>und Wärme. Die Materie ist nemlich das vollkommen durchdrungne, das sich aus<lb n="13"/>allem Gegensatze und der Realität desselben zur absoluten Idealität, des Raumes<lb n="14"/>und der Zeit gelaütert und gereinigt hat; als dieses Selbst und Substanzlose bezieht<lb n="15"/>es sich allein auf das Licht, und die physische Realität ist allein die Einheit des Lichtes<lb n="16"/>und der Finsterniß, oder die Materie ist nichts für jenes als Finsterniß. – Die Finster<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>niß ist nichts, wie Raum und Zeit nicht sind, – wie überhaupt alles Nichts ist. Aber<lb n="18"/>als Seite dieser Einheit, ist sie so viel als das Licht. – Aber ihr Verhältniß ist das der<lb n="19"/>reinen Entgegensetzung, daher das eine <hi rendition="#g">positive</hi>, das andre <hi rendition="#g">negative</hi>, aber</p>
<note xml:id="fn-84-4.t2" type="rand" n="⁴" prev="#fn-84-4"><lb n="20"/>als reiner Krystall–<hi rendition="#g">Selbstentzündung</hi> <hi rendition="#g">Flucht</hi></note>
<note xml:id="fn-85-s1" type="ueber" n="∗"><lb n="21"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">Intensität</hi>, <hi rendition="#g">Zorn</hi></note>
<note xml:id="fn-85-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>Das <hi rendition="#g">Insichseyn</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Materie</hi> ist <hi rendition="#g">ausser</hi> sich, ist Wärme</note>
<note xml:id="fn-85-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Innerlichkeit Begriff muß sich<ptr type="anker" target="#fn-85-s2"/> aufheben, gar nicht die Hauptsache es in seiner<lb n="24"/><hi rendition="#g">Idee</hi> zu zeigen; sondern eben daß diese Idee sich <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">solche</hi> aufhebt. <hi rendition="#g">Wirklich</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> – nicht<lb n="25"/>unsre <hi rendition="#g">Reflexion</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi></note>
<note xml:id="fn-85-s2" type="rand" n="∗"><lb n="26"/><seg type="marke">∗ </seg>diß ist <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, d. h. unsre Reflexion, Tödten der Wirklichkeit; einfache<lb n="27"/><hi rendition="#g">Idee</hi> ist eben <hi rendition="#g">Schwere</hi>.</note>
<note xml:id="fn-85-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Licht</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">Schwere</hi> – erwärmter Crystall</note>
<pb n="83" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=86" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>ausser diesem Verhältniß ist die Finsterniß Nichts,<ptr type="anker" target="#fn-86-1"/> aber ebenso ist das Licht nicht<lb n="2"/>etwas. Was ist, ist die Einheit Beyder, oder das Licht, als das qualitative, die Einheit<lb n="3"/>seiner selbst und seines Andersseyns, das die Finsterniß ist; das über sich übergreif<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/><choice><orig>f</orig><reg/></choice>ende; es ist das Subject, das diese in sich enthält, diese ist insofern das positive, die<lb n="5"/>substantielle Seite, wie das Licht die Seite des Begriffs.<ptr type="anker" target="#fn-86-2"/> Die Nacht enthält die sich<lb n="6"/>auflösende Gährung und den zerrüttenden Kampf aller Kräffte, die absolute <hi rendition="#g">Mög</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/><hi rendition="#g">lichkeit</hi> von allem, das Chaos, das nicht eine seyende Materie sondern eben in<lb n="8"/>seiner Vernichtung Alles enthält. Sie ist die Mutter, das Bestehen, Nahrung von<lb n="9"/>allem, und das Licht die reine Form, die erst <hi rendition="#g">ist</hi>, <hi rendition="#g">Seyn</hi> hat in ihrer Einheit mit der<lb n="10"/>Nacht; der Schauer der Nacht ist das stille Leben und Regen aller Kräffte der Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>stanz; die Helle des Tages ist ihr Aussersichseyn, das keine Innerlichkeit behalten,<lb n="12"/>sondern als geist= und kraftlose Wirklichkeit ausgeschüttet und verloren ist. Aber<lb n="13"/>die Wahrheit ist wie sich gezeigt, die Einheit beyder, das Licht, das nicht in die<lb n="14"/>Finsterniß scheint, sondern mit ihr als dem Wesen durchdrungen, ebenhieran<lb n="15"/>substantiirt, materialisirt ist; es scheint nicht in sie, es erhellt sie nicht, es ist nicht<lb n="16"/>in ihr gebrochen, sondern es ist der in sich selbst gebrochne Begriff, der als die<lb n="17"/>Einheit beyder in dieser Substanz, sein Selbst, die Unterschiede seiner Momente<lb n="18"/>darstellt.</p>
<p><lb n="19"/>Diese Einheit ist unmittelbar das <hi rendition="#g">Bestimmte</hi>, so hat ihre Einfachheit die Nega<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>tivität an ihr, so tritt sie als physische Realität auf. Sie ist die <hi rendition="#g">Farbe</hi>, die <hi rendition="#g">Wirk</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">liche</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> das <hi rendition="#g">heitre</hi> Reich der Farben, und ihre lebendige Bewegung ein<lb n="22"/><hi rendition="#g">Farbenspiel</hi>; ihre weitere Entwicklung die Realisirung der Farben.</p>
<p><lb n="23"/>Denn das physische hat sich aus dem Gefühle,<ptr type="anker" target="#fn-86-3"/> aus dem allgemeinen qualitäts-</p>
<note xml:id="fn-86-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Taüschung das Negative sey eben <hi rendition="#g">Nichts</hi> – Ungegenständlichkeit in <hi rendition="#g">Uns</hi><lb n="25"/>zurükgehen, und greiffen zu einem andern Gegenstande; diß innerliche ist er – <hi rendition="#g">wir</hi> sind das<lb n="26"/><hi rendition="#g">Nichts</hi>; also sehr positiv.</note>
<note xml:id="fn-86-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Schauder, Erzittern aller Kräffte der Substanz</note>
<note xml:id="fn-86-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi></note>
<pb n="84" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=87" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>losen Daseyn, in sich zurükgezogen; es ist in sich reflectirt, in seinem Andersseyn.<ptr type="anker" target="#fn-87-1"/><lb n="2"/>Schwere so wie Wärme gehören dem Gefühle, itzt ist eine allgemeine Gegenwart,<lb n="3"/>ein Seyn für anderes,<ptr type="anker" target="#fn-87-2"/> Verbreitung, wie <hi rendition="#g">Wärme</hi> und <hi rendition="#g">Schwere</hi>, aber zugleich<lb n="4"/>darin unmittelbar gegenständlich, in sich reflectirt, wirklich; es ist nicht nur er<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>füllter, sondern <hi rendition="#g">wirklicher</hi> Raum. Die Natur welche zuerst sich als ihren Sinn<lb n="6"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gefühls</hi> entwickelte, entwickelt itzt ihren Sinn <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gesichts</hi>; von diesem<lb n="7"/>geht sie zum Geruche und Geschmack über, und kehrt in dem Gehöre endlich in<lb n="8"/>sich selbst zurück.</p>
<p><lb n="9"/>Die Farbe also ist das physische, das auf die Oberfläche herausgetretne, das nichts<lb n="10"/>innres mehr für sich hat, – noch <hi rendition="#g">ausser</hi> ihm, (wie die Wärme an Gestalt) sondern<lb n="11"/>reine <hi rendition="#g">Erscheinung</hi> ist,<ptr type="anker" target="#fn-87-3"/> in der alles was sie <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, auch <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>. Die Erschei<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>nung ist nicht das unwahre, sondern eben die <hi rendition="#g">Wahrheit</hi> selbst, die Wahrheit<lb n="13"/>im Gegensatze der blossen Gewißheit, innern Meynung, – und ebenso des Fremden,<lb n="14"/>des Andern, als dieses ist.</p>
<p><lb n="15"/>Der<ptr type="anker" target="#fn-87-4"/> bestimmte physische Körper ist also eine <hi rendition="#g">Farbe</hi> (α) die vorhergehenden<lb n="16"/>Momente sind in ihr aufgehobne, er ist schwer, <hi rendition="#g">auch</hi> <hi rendition="#g">einzeln</hi>, <hi rendition="#g">auch</hi> elastisch,<lb n="17"/><hi rendition="#g">auch</hi> <hi rendition="#g">warm</hi> u.s.fort; d. h. er wird als gleichgültiges Medium betrachtet. – β) Das</p>
<note xml:id="fn-87-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">gedoppeltes</hi> <hi rendition="#g">Gefühl</hi>, weil gleichgültig – der Gegensatz an ihm [als]<lb n="19"/>gedoppelter gleichgültig</note>
<note xml:id="fn-87-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>Schwere Allgemeinheit – Wärme Negativität – Farbe Einzelnheit Wirklich<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>keit</note>
<note xml:id="fn-87-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>Die <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>; aber noch keine <hi rendition="#g">Wirklichen</hi>; ihre<lb n="23"/>Momente sind darzustellen<lb n="24"/>α) die Momente ihres <hi rendition="#g">Ansichseyns</hi> Begriffs,<lb n="25"/><hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, heißt Allgemeinheit <hi rendition="#g">derselben</hi>, <hi rendition="#g">Einheit</hi>, reine Momente nichts; <hi rendition="#g">Idee</hi>.</note>
<note xml:id="fn-87-4" type="rand" n="⁴"><lb n="26"/><seg type="marke">⁴ </seg>α) die <hi rendition="#g">Farbe</hi>, so ein <hi rendition="#g">allgemeines</hi> wie <hi rendition="#g">Wärme</hi>, Schwere die Abstraction der<lb n="27"/><hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> – diese <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> selbst verwirklichen in das [, was] <hi rendition="#g">wirklich</hi> an sich<lb n="28"/>selbst ist.</note>
<pb n="85" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=88" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">schwere</hi>, Farbe ist <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> aufgelöste Schwere u.s.f. – AN <hi rendition="#g">sich</hi>, d. h. für uns; in<lb n="2"/>der Abstraction; wir sind das <hi rendition="#g">negative</hi>, bewegen, sich in sich reflectiren des<lb n="3"/>Wirklichen; aber dieses ist das negative, sich reflectiren selbst, und eben darum ist<lb n="4"/>es das Wirkliche, und seine Wahrheit ist seine Wirklichkeit.)</p>
<p><lb n="5"/>Die Farbe ist nun eine <hi rendition="#g">bestimmte</hi>. Diese Bestimmtheit ist nicht mehr nur die<lb n="6"/>Bestimmtheit überhaupt, sondern als die wirkliche Bestimmtheit, hat sie den Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>schied des Begriffs an ihr selbst; sie ist nicht mehr unbestimmte Bestimmtheit. Die<lb n="8"/>Schwere [welche] als das allgemeine, unmittelbare insichseyn im Andersseyn ist,<lb n="9"/>hat unmittelbar an ihr den Unterschied als unwesentlichen, einer so <hi rendition="#g">grossen</hi><lb n="10"/>Masse; Grösse und Kleine sind vollkommen qualitätslose; – die Wärme hingegen,<lb n="11"/>als das an ihr negative hat ihn in der Verschiedenheit der Temperatur als Wärme<lb n="12"/>und Kälte, die zunächst selbst nur der Grösse angehören, aber eine qualitative Be<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>deutung erhalten. Die Farbe als das wahrhafft negative,<ptr type="anker" target="#fn-88-1"/> als das Wirkliche hat den<lb n="14"/>unmittelbaren Unterschied, als durch den Begriff gesetzten und bestimmten.<ptr type="anker" target="#fn-88-2"/></p>
<p><lb n="15"/>Die Farbe als dieses einfache Freye bedarf eines andern zu ihrer Wirklichkeit –<lb n="16"/>eines individuellen α) eines überhaupt durchsichtigen – aufgelöste Selbstlose Materie –<lb n="17"/>von dem es refrangirt wird, eines neutralen, worein es getheilt ist; – die Seite der<lb n="18"/>Realität;<ptr type="anker" target="#fn-88-3"/> β) der Gestalt, der ganz abstracten qualitativen Einheit, <hi rendition="#g">ungleich</hi> der<lb n="19"/><hi rendition="#g">bestimmten</hi> <hi rendition="#g">Figur</hi>, dreyeckig die eine bestimmte, ungleiche, unter verschie<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>denem Winkel ihre Seiten schliessende – das Glas – Wasser Prisma – die Figur rein<lb n="21"/>als Figur, als Raümlichkeit ist hier wirksam; Werden des Raumes zum realen<lb n="22"/>Raume.</p>
<note xml:id="fn-88-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Den Begriff naiv aüsserlich zusammensetzen, und zeigen.</note>
<note xml:id="fn-88-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>Farbe α) Prisma<ptr type="anker" target="#fn-88-s1"/> überhaupt Durchsichtigkeit Refraction β) prismatische<lb n="25"/><hi rendition="#g">Gestalt</hi>, Raümlichkeit, <hi rendition="#g">Wirksamkeit</hi> der <hi rendition="#g">Figur</hi>; wie beym Fall die <hi rendition="#g">Bewegung</hi>. Raum<lb n="26"/>und Zeit stößt einem hier den Kopf ein</note>
<note xml:id="fn-88-s1" type="rand" n="∗"><lb n="27"/><seg type="marke">∗ </seg>Die Farben können bekanntlich durch Prismen dargestellt werden</note>
<note xml:id="fn-88-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg>Farbe <hi rendition="#g">Einfachheit</hi>, ihre daseyende, reale Wirklichkeit eigentlich innres,<lb n="29"/>oder ein anderes.</note>
<pb n="86" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=89" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Die freye Farbe existirt hiemit hier; an den Rändern dieses seines Daseyns hat<lb n="2"/>es das Finstre. Das Prisma verrückt die scharfe Trennung beyder, oder es setzt ihre<lb n="3"/>Gräntze als Gräntze. Das Licht wird nicht in Farben getrennt, als ob es aus den<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>selben <hi rendition="#g">bestünde</hi>; sondern die Farbe ist die Vereinigung des Lichts und der<lb n="5"/>Finsterniß, und so in der freyen Farbe ist das Licht genommen, als für sich seyendes<lb n="6"/>Licht, und ebenso neben ihm die Finsterniß; das Prisma setzt am Lichte, die Tren<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>nung seines Begriffs, die durch die Finsterniß real ist. Oder der Begriff der Farbe<lb n="8"/>selbst wird hier auseinander gelegt, gerade so, wie der Begriff des einzelnen Körpers<lb n="9"/>im Fall u.s.f. die Momente als <hi rendition="#g">daseyende</hi> aüsserlich verbunden, als Einheit des<lb n="10"/>Lichts und der Finsterniß. – Das Licht aber ist nicht durch die aüsserliche Gewalt<lb n="11"/>des Prisma nur abgelenkt, sondern es ist eben diß seine Realität sich auf die Finster<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>niß selbst zu beziehen, sich <hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">beugen</hi>, und eine <hi rendition="#g">positive</hi> Gräntze<lb n="13"/>mit ihr zu machen, – d. [h.] eine solche wo sie nicht abgeschnitten sind, sondern eins<lb n="14"/>ins andre herübertritt; die <hi rendition="#g">Beugung</hi> des Lichts. Sie ist allenthalben vorhanden,<lb n="15"/>wo Licht und Finsterniß sich begegnen; sie macht den Halbschatten; das Licht<lb n="16"/>weicht von seiner Richtung ab; und jedes tritt über seine scharfe Gräntze herüber<lb n="17"/>in das andre. – Es kann diß mit der Bildung, einer <hi rendition="#g">Atmosphäre</hi> verglichen wer<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>den, so gut der Geruch die Bildung einer solchen ist, oder von einer sauern Atmo<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>sphäre der Metalle, einer elektrischen gesprochen wird; es ist das Heraustreten des<lb n="20"/>an die Gestalt, als das Ding, gebunden erscheinenden ideellen. Die Gräntze wird so<lb n="21"/>positiv ferner, nicht nur eine Vermischung überhaupt, sondern ein <hi rendition="#g">Halbschatten</hi><lb n="22"/>der nach der Lichtseite zu, vom Lichte begräntzt, aber nach der finstern gleichfalls<lb n="23"/>von dieser durch Licht abgesondert wird;<ptr type="anker" target="#fn-89-1"/> so daß er nach jener am schwärtzesten,<lb n="24"/>nach dem ihn vom Finstern absondernden Lichte zu abnimmt, – und sich diß vielfach<lb n="25"/>wiederhohlt, – Schattenlinien neben einander.</p>
<note xml:id="fn-89-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>wer schlecht <hi rendition="#g">sieht</hi> sieht lauter <hi rendition="#g">Halbschatten</hi>, sieht durch eine Öfnung<lb n="27"/>hereinfallen</note>
<pb n="87" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=90" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Diese Beugung des Lichts – das freye eigne Refrangiren<ptr type="anker" target="#fn-90-1"/> – erfodert noch die<lb n="2"/>besondre <hi rendition="#g">Figur</hi>, um diese Synthesen [als] Neutralität auch qualitativ bestimmt<lb n="3"/>darzustellen.</p>
<p><lb n="4"/>So<ptr type="anker" target="#fn-90-2"/> dargestellt ist die <hi rendition="#g">Farbe</hi> überhaupt, als daseyend unmittelbar das <hi rendition="#g">Gelb</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-90-3"/><lb n="5"/>Weiß und Schwartz sind ihre Momente.<ptr type="anker" target="#fn-90-4"/> Diß einfache formale Licht entzweyt<lb n="6"/>sich in den Gegensatz, der so ausgedrückt werden kann, daß das Finstre der Grund<lb n="7"/>ist, <hi rendition="#g">über</hi> den das Licht hereingezogen wird, oder umgekehrt das Licht der Grund,<lb n="8"/>das Finstre aber das oberflächlich hereingezogene; jenes ist das BLAU diß <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Roth</hi>.<lb n="9"/>Jenes ist die Farbe des tiefen, schwarzen Himmels, an welchem das Licht nur Ober<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>fläche ist, oder das qualitative nur erst unmittelbar,<ptr type="anker" target="#fn-90-5"/> als gespannte Einheit beyder<lb n="11"/>Momente ist. – Das <hi rendition="#g">Roth</hi> aber ist das Licht, welches die Finsterniß überwunden,<lb n="12"/>sie vollkommen durchdrungen hat. – (Die synthetische oder neutrale Einheit, wäre<lb n="13"/>das <hi rendition="#g">Grün</hi>.) Aber eigentlich des Roths wie es innerhalb der Farbe noch nicht liegt, –<ptr type="anker" target="#fn-90-6"/><lb n="14"/>das Roth ist die Totalität, es tritt nicht als diese sondern als die erste, Farbe, als Gelb<lb n="15"/>in das Grün ein. Das Licht nemlich in diese Einheit mit der Finsterniß tretend, löst<lb n="16"/>zugleich seine einfache qualitative Natur auf, und die Finsterniß wird zur Materie<lb n="17"/>hergestellt. Die einfache Farbe des Gelb als <hi rendition="#g">wirkliche</hi> Farbe ist das <hi rendition="#g">warme</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">Roth</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-90-7"/> es ist das <hi rendition="#g">aufgelöste</hi> unmittelbare Seyn.<ptr type="anker" target="#fn-90-8"/></p>
<note xml:id="fn-90-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>als in eins setzen mit der Finsterniß – <hi rendition="#g">Brechung</hi> des Lichts thut das Glas<lb n="20"/>d. h. die <hi rendition="#g">Differenz</hi> im Licht selbst setzen</note>
<note xml:id="fn-90-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>b) ihre Realität</note>
<note xml:id="fn-90-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>Gelb; <hi rendition="#g">gespanntes</hi> Licht</note>
<note xml:id="fn-90-4" type="rand" n="⁴"><lb n="23"/><seg type="marke">⁴ </seg>Licht, reine Verhältnisse des Lichts und des Finstern</note>
<note xml:id="fn-90-5" type="rand" n="⁵"><lb n="24"/><seg type="marke">⁵ </seg>Roth und Violettblau Pfirsichblüth</note>
<note xml:id="fn-90-6" type="rand" n="⁶"><lb n="25"/><seg type="marke">⁶ </seg>wie der Kohlenstoff, nicht als solcher, noch der Stickstoff ins Wasser eintritt</note>
<note xml:id="fn-90-7" type="rand" n="⁷"><lb n="26"/><seg type="marke">⁷ </seg><hi rendition="#g">roth</hi> am <hi rendition="#g">stärksten</hi> <hi rendition="#g">gebrochen</hi></note>
<note xml:id="fn-90-8" type="rand" n="⁸" next="#fn-90-8.t2"><lb n="27"/><seg type="marke">⁸ </seg><hi rendition="#g">Einheit</hi>, in Eins gesetzt <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">reale</hi> Totalität – <hi rendition="#g">Licht</hi> und <hi rendition="#g">Finsterniß</hi>; oder<lb n="28"/>die <hi rendition="#g">verschiednen</hi> Beziehungen – Also zwey α) die Finsterniß hat das <hi rendition="#g">Feuer</hi> an ihr [als]</note>
<pb n="88" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=91" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Es ist in dieser Einheit der auseinandertretenden physischen Momente, physi<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>calisches Feuer, als <hi rendition="#g">Totalität</hi> des Lichts und des Finstern. In dieser Totalität aber<lb n="3"/>ist das Licht seinem Begriffe nach etwas ganz anderes geworden;<ptr type="anker" target="#fn-91-1"/> es hat seine reine<lb n="4"/>Qualität aufgegeben; die sein Wesen ausmacht; oder das physikalische tritt [als]<lb n="5"/>lichtdurchdrungne Einheit, Substanz und Möglichkeit der Schwere und des Pro<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>cesses hervor; – Proceß als Farbenspiel, als bleibend in ihm –</p>
<p><lb n="7"/>Mit der Wärme des <hi rendition="#g">Lichts</hi> ist <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">gegenüber</hi> die Gestalt hervorgetreten,<lb n="8"/>als innrer Begriff, oder an sich, – die Substanz ist Einheit des irrdischen Feuers und<lb n="9"/>physischen Körpers, und die Möglichkeit des letztern.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="10"/>I. MECHANIK DES IRRDISCHEN FEUERS ODER<lb n="11"/>GESTALTUNG DES PHYSISCHEN KÖRPERS</head>
<p><lb n="12"/>Das Licht in seiner Totalität ist der Proceß, und zwar in Beziehung auf es selbst;<lb n="13"/>Bewegung durch die Reihe der Farben, <hi rendition="#g">Farbenwechsel</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-91-2"/> Das Auseinander<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>treten seiner Momente an ihm selbst, ist nicht des Lichts und der Finsterniß; sondern<lb n="15"/>es ist die qualificirte Finsterniß, an der ihre Momente, als Schwere und Wärme<lb n="16"/>hervorkommen;<ptr type="anker" target="#fn-91-3"/> sie das erleuchtete <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Insichseyn</hi>; – das also zeigt, was in</p>
<note xml:id="fn-90-8.t2" type="rand" n="⁸" prev="#fn-90-8"><lb n="17"/>Wesen; und umgekehrt Feuer ist <hi rendition="#g">irrdisches</hi> Feuer, und irrdischer Körper (als <hi rendition="#g">einzelner</hi>)<lb n="18"/>Gestaltung, d. h. wie er sein Innres (seinen Proceß) herausgebiert – Sein <hi rendition="#g">Daseyn</hi> sind <hi rendition="#g">Weisen</hi><lb n="19"/>des <hi rendition="#g">Processes</hi>. In der Gestaltung in der Form des <hi rendition="#g">unmittelbaren</hi> <hi rendition="#g">Daseyns</hi>; d. h. <hi rendition="#g">gleich</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/><hi rendition="#g">gültig</hi> gesetzte, <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> nicht als different gesetzte Momente.</note>
<note xml:id="fn-91-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>Die allgemeine <hi rendition="#g">Natur</hi> des <hi rendition="#g">physischen</hi> die sich besondert – physicalisches<lb n="22"/>Licht.</note>
<note xml:id="fn-91-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>α) irrdisches Feuer und überhaupt der physische Körper – (nicht gleichgültig<lb n="24"/>nicht schwer, sondern chemisch bezogen)</note>
<note xml:id="fn-91-3" type="rand" n="³" next="#fn-91-3.t2"><lb n="25"/><seg type="marke">³ </seg>Verwandlungen des irrdischen Körpers sind, daß das Feuer in einer Form</note>
<pb n="89" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=92" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>ihm ist; der lichtdurchdrungne Crystall, welcher diese Durchdringung als Quali<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>fication an ihm hat; als eine Vollkommenheit seiner Momente, daß sie reelle sind,<lb n="3"/>für sich bestehen und das Ganze sind, – das negative ist qualificirt, – physische<lb n="4"/>Ganze, gleichgültig bestehende Substanzen; und ebenso sehr ideelle Ganze, in der<lb n="5"/>Form der abstracten Bestimmungen, der Schwere und Wärme. Sie sind der physi<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>sche Proceß, aber die Momente desselben zunächst Farben. Es ist dieser Proceß,<lb n="7"/>der sich specificirt, und zwar erstens, als Gestaltung, so daß er nur seinem Begriffe<lb n="8"/>nach vorhanden ist; alsdenn in seiner Wirklichkeit; physische Mechanik und<lb n="9"/>Chemie.<ptr type="anker" target="#fn-92-1"/></p>
<p><lb n="10"/>Der Begriff dieses Processes, oder er als allgemeiner ist das Innre, das als physischer<lb n="11"/><hi rendition="#g">Körper</hi> da ist, der die Momente der Schwere, und der Möglichkeit des chemischen<lb n="12"/>Processes an ihm hat. – Er ist physischer Körper, weil er sichtbar ist; diß ist die<lb n="13"/>wahre gegenständliche, eigenthümliche Wirklichkeit, und diese hat er durch das<lb n="14"/>Licht; so aus dem Gefühl zurükgetreten; reines einfaches Fürsichseyn, das voll<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>kommen gleichgültig ist. Die Wirklichkeit der Gestalt als solcher ist eine Wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>lichkeit als <hi rendition="#g">Seyn</hi>, das noch nicht Seyn für anderes ist; die absolute Gleichgültigkeit,<lb n="17"/>und vollkommne Selbstständigkeit, welche den chemischen Proceß, das <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">anderes</hi>, überwunden. Der Proceß ist daher zunächst das oberflächliche, worin<lb n="19"/>der Körper bleibt; sein Licht behält und nur seine Farben wechselt.</p>
<p><lb n="20"/>α)<ptr type="anker" target="#fn-92-2"/> Dieser Körper ist das <hi rendition="#g">Metall</hi>; sein Proceß ist das blosse <hi rendition="#g">Schmelzen</hi>,</p>
<note xml:id="fn-91-3.t2" type="rand" n="³" prev="#fn-91-3"><lb n="21"/>des Feuers nach der andern an ihm hervortritt α) <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Gediegenheit</hi> – irrdisches<lb n="22"/>Feuer sein allgemeines Element; β) an ihn tretend, er als brennlicher, und sein allgemeines<lb n="23"/>die Lufft d. h. ausser ihm, oder in ihm nur noch der erloschne Proceß (β <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>.)<lb n="24"/>γ) Sein Element das Wasser [, das] neutrale er selbst – das reale entzweyt γ) Gleichgültige<lb n="25"/>Neutralität</note>
<note xml:id="fn-92-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Er</hi> ist <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> diß physische Feuer; diß hat in seine Wirklichkeit zu treten.</note>
<note xml:id="fn-92-2" type="rand" n="²" next="#fn-92-2.t2"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> [um] das Feuer zu thun; eben nicht aufgehoben wird durch den</note>
<pb n="90" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=93" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>durchlauffen verschiedener Formen der Gestalt, und verschiedner Wärmegrade;<lb n="2"/>aber diese Momente machen nicht mehr das Wesen des Körpers aus, und die Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>wandlung ist getilgt; sein Wesen ist nicht eine chemische Differenz noch eine<lb n="4"/>mechanische Bestimmung, sondern es ist nur ein Farbenwechsel; jene sind blosse<lb n="5"/>Möglichkeiten. Der Proceß ist noch nicht realisirt.</p>
<p><lb n="6"/>Die <hi rendition="#g">Metallität</hi> ist also diese zur Ruhe gekommne physische Sichselbstgleich<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>heit, der noch <hi rendition="#g">unaufgeschlossne</hi> physische Proceß, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> nur ein<lb n="8"/>formaler Verlauff, nicht <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">physische</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi> ist, die <hi rendition="#g">dessen</hi> <hi rendition="#g">Seiten</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">wären</hi>. Das Metall hat die Farbe an ihm, als dem Lichte noch schlechthin an<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>gehörend, das noch in <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">reinen</hi> <hi rendition="#g">Qualität</hi>; noch nicht aufgelöst ist, als<lb n="11"/><hi rendition="#g">Glanz</hi>; eine elastische Farbe, die unmittelbar erst mit der Bestimmtheit, ist, – der<lb n="12"/>Bestimmtheit, die noch einfach der Natur des Lichts noch nicht widerspricht. Es<lb n="13"/>ist <hi rendition="#g">undurchsichtig</hi>; denn Durchsichtigkeit ist die eigne Lichtlosigkeit, – für<lb n="14"/>welches das wirkliche Licht ein Fremdes ist; – das Neutralitäts=lose, einfache ge<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>diegne Einheit; – am neutralen ist das Licht nicht mehr als einfache Einheit vor<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>handen – Hohe specifische Schwere, denn es ist eben das unaufgeschlossne Insich<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>seyn; – die Einfachheit die noch nicht zersetzt; an ihm hat die specifische Schwere<lb n="18"/>Bedeutung, da sie hingegen an andern Körpern fast bedeutungslos wird.</p>
<p><lb n="19"/>Der Proceß des Metalls ist ein Schmelzen, worin es in keine chemische Differenz<lb n="20"/>tritt, <hi rendition="#g">eben</hi> weil hierüber der Proceß noch nicht realisirt, nur das Innre ist, tritt das<lb n="21"/>Feuer als äusseres hinzu; und so ist der Proceß nur als Feuer oder Saüre, als für sich<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>seyender Proceß zu betrachten; und das Metall als edles.</p>
<p><lb n="23"/>Das edle Metall ist nicht Base, im chemischen Sinne, als Kalität; sondern gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>gültiges. – Sein Proceß durchs freye Feuer ist ein Brennen ohne Verbrennen; es<lb n="25"/>kommt keine Zersetzung in die Extreme der Basicität und Acidität an ihm zu<lb n="26"/>Stande, so daß es einer der Seiten desselben ausmachte, und als neutrales Product<lb n="27"/>hervorginge; sondern es ist nur die unchemische Änderung der Gestalt, durchs</p>
<note xml:id="fn-92-2.t2" type="rand" n="²" prev="#fn-92-2"><lb n="28"/>Proceß; – wie chemisches Element <hi rendition="#g">Substanz</hi>; irrdischer Körper, – höhere, Organische sind<lb n="29"/>nicht diese Substanz – diese <hi rendition="#g">unaufgeschlossne</hi> Abstraction, ist das <hi rendition="#g">Metall</hi></note>
<pb n="91" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=94" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>feste ins tropfbarflüssige, und in die Dampfform Verflüchtigung.<ptr type="anker" target="#fn-94-1"/> Die specifische<lb n="2"/>Schwere ändert sich leicht darin, das Volum wird durchs Schmelzen und Verflüch<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>tigung grösser, aber es ist nur eine formale Änderung; die Farbe wechselt.<ptr type="anker" target="#fn-94-2"/> Aber<lb n="4"/>das edle Metall kehrt unverändert daraus zurück. – Mit andern Körpern tritt es<lb n="5"/>nicht in den Proceß; es zeigt sich als absolute Möglichkeit des Processes nur als das<lb n="6"/>unchemische proceßlose Zusammenschmelzen, Amalgamiren, mit andern; eine<lb n="7"/>Trennung, welche sich selbst durch Feuer – bey edlen Metallen wieder auflöst, die<lb n="8"/>Entzweyung in beyde als Extreme – Quecksilber wird verflüchtigt, Gold und Silber<lb n="9"/>trennen sich nach der specifischen Schwere, und nur ihre Mitte ist ihre proceßlose<lb n="10"/>Vereinigung.</p>
<p><lb n="11"/>Das edle Metall geht ebenso mit dem materialisirten Feuer, der Saüre, einen so<lb n="12"/>proceßlosen Proceß ein; Gold wird in Königswasser aufgelöst – eigentlich in der<lb n="13"/>Salzsaüre allein, ohne Geraüsch, Erwärmung und Gasentwicklung (bey der Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lösung in Königswasser entweicht Salpetergas) es schmelzt auch nur darin; und<lb n="15"/>schlägt sich nicht als Oxid,<ptr type="anker" target="#fn-94-3"/> sondern metallisch nieder; erscheint nur als eine <hi rendition="#g">feine</hi><lb n="16"/>Vertheilung; d. h. einfache Einheit.</p>
<p><lb n="17"/>Die reine Metallität stellt also den unchemischen Proceß an ihm dar, den physi-</p>
<note xml:id="fn-94-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Mercur im Lufftleeren Raume Berthollet II 342. Gold im Brennspiegel ver<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>goldete die Silberstreifen, die diesem Dunste ausgesetzt sind. Eisen dehnt sich in der Kälte aus.</note>
<note xml:id="fn-94-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>die Alliagen<ptr type="anker" target="#fn-94-s1"/> sind härter, als jedes Metall für sich; aber schmelzbarer; – dort<lb n="21"/>der Massenhafftigkeit entnommen durch Differenz, Charakter in sich; – hier durch eben diese<lb n="22"/>dem Processe geöffneter; – befördert die Oxidation. Ein kleiner Zusatz fremden Metalls ist<lb n="23"/>eine Infection des ganzen Metalls. – Queksilber nach Ritter durch den 1000theil einer Verun<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>reinigung mit Zinn verhält sich ganz anders im Barometer<lb n="25"/>Bestimmte Proportion der Aufnahme, Entzweyung in zwey Alliagen.</note>
<note xml:id="fn-94-s1" type="rand" n="∗"><lb n="26"/><seg type="marke">∗ </seg>specifische Schwere der Alliagen bald grösser, bald kleiner.</note>
<note xml:id="fn-94-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>Richter</note>
<pb n="92" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=95" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>schen Proceß der noch ein äusserlicher ist. Es ist die sich als Farbe erhaltende Farbe;<lb n="2"/>alle Färbung kommt dem Metalle zu. Der Proceß aber als Farbenwechsel hebt die<lb n="3"/>Gleichgültigkeit der einzelnen Farbe auf;<ptr type="anker" target="#fn-95-1"/> und stellt den Körper als Farblos dar,<lb n="4"/>d. h. dem der wirkliche Proceß nicht mehr diß äussere gleichgültige äusserliche ist,<lb n="5"/>oder der nicht mehr ihn nur auf diese unwirkliche Weise enthält. (Die Gleichgültig<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>keit gegen den Proceß und er selbst so unmittelbar in Eins gesetzt, ist das edle Metall<lb n="7"/>an seiner Gräntze; es ist noch diese absolute Elasticität des Feuers;<ptr type="anker" target="#fn-95-2"/> diß insichhalten<lb n="8"/>desselben, das unmittelbar zerstört, <hi rendition="#g">Knallgold</hi>, = Silber mit Ammoniak, Salpeter,<lb n="9"/>wo der Stikstoff hervortritt [, ist]. Gehört zur <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> des Processes).<ptr type="anker" target="#fn-95-3"/> b) Der<lb n="10"/>Begriff ist die unmittelbare Möglichkeit des Processes, [nicht] desselben der noch un<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>entzweyt, sondern als Feuer ist, die <hi rendition="#g">Brennbarkeit</hi>, der Schwefel der Natur. Sie<ptr type="anker" target="#fn-95-4"/><lb n="12"/>ist nicht mehr die oberflächliche Möglichkeit, welche Möglichkeit <hi rendition="#g">bleibt</hi> <hi rendition="#g">im</hi><lb n="13"/>Processe selbst. Sondern diese getilgte Gleichgültigkeit. Das brennbare, brennt;<lb n="14"/>das Feuer ist <hi rendition="#g">seine</hi> Wirklichkeit. – Es <hi rendition="#g">ver</hi>brennt, es brennt nicht nur. Es <hi rendition="#g">ver</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>brennt d. h. es hört auf gleichgültig zu seyn; es wird eine Saüre. – Das blosse Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>brennen macht den Schwefel zur chemischen Differenz. – Ebenso die Saüre selbst,</p>
<note xml:id="fn-95-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Geruch</hi>, einfaches elastisch flüssiges Daseyn für anderes, nicht nur <hi rendition="#g">innres</hi>,<lb n="18"/>sondern Daseyn des Feuers im Körper selbst</note>
<note xml:id="fn-95-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>ist <hi rendition="#g">daseyender</hi> Proceß, hat den unmittelbar <hi rendition="#g">erloschnen</hi> ausser ihm;<lb n="20"/>denn es ist ebenso sehr <hi rendition="#g">aufgehobner</hi> Proceß, beständig, gediegen bleibendes</note>
<note xml:id="fn-95-3" type="rand" n="³"><lb n="21"/><seg type="marke">³ </seg>Das Verhältniß zum Feuer wird ein Verhältniß zur Lufft; jenes der blosse<lb n="22"/>Begriff des Processes; diß derselbe wie er in [die] Wirklichkeit tritt; das Feuer materialisirt<lb n="23"/>sich zuerst, [indem es] an dem chemischen Elemente einerseits, und an dem physischen Körper<lb n="24"/>andrerseits seine Seiten erhält. Im Metallischen die allgemeine unbestimmte Einheit des irrdi<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>schen Feuers, und physischen Körpers. – Diese Einheit macht für jenes die allgemeine Materiali<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>sirung, die aufgehobene einfache Materie, chemisches Moment; und als physisches die Lufft<lb n="27"/>überhaupt [aus]. – <hi rendition="#g">Geruch</hi>, die physische Erscheinung. –</note>
<note xml:id="fn-95-4" type="rand" n="⁴"><lb n="28"/><seg type="marke">⁴ </seg>Geschmack differentes Daseyn für andres.</note>
<pb n="93" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=96" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>und das Kali. c)<ptr type="anker" target="#fn-96-1"/> Der Proceß ist nicht mehr formal für den brennbaren physischen<lb n="2"/>Körper, sondern der Proceß erhält körperliches Daseyn; – er ist <hi rendition="#g">Saüre</hi>, oder die<lb n="3"/>Gleichgültigkeit des Körpers ist in eine chemische Differenz übergegangen; das<lb n="4"/>Licht nach aussen gekehrt, hat sein Wesen nicht mehr in sich selbst. – Die Chemiker<lb n="5"/>stellen nun das Sauerstoffgas, als die Begeistung, und die Base selbst, besonders<lb n="6"/>dar. – Jenes ist nicht sauer für sich nur seinem Begriffe nach, es hat erst Wirklichkeit<lb n="7"/>als Differenz des physischen Körpers, – <hi rendition="#g">rein</hi> <hi rendition="#g">immaterielle</hi> <hi rendition="#g">Principien</hi>, Begeistun<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gen, in ihrem Begriffe reine Abstractionen, nicht gleichgültiges Daseyn. Der Körper ist<lb n="9"/>ein Schluß; blosse Körperlichkeit, reine Individualität, sie nicht in sich reflectirt,<lb n="10"/>sondern nach aussen gehend, different. Die Saüre von ihm abtrennen, als Sauerstoff<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gas ist eine qualitative Zersetzung, worin seine Begeistung als reine Differenz ver<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>lohren geht, und sein Moment, Lufft zu seyn, als gleichgültiges dargestellt wird;<lb n="13"/>– die in sich gespannte Gleichgültigkeit, der chemische Proceß in der Form des<lb n="14"/>physischen Elements – Die Natur widerlegt die Meynung von einem positiven<lb n="15"/>bestimmten Dinge darin, daß es Saüren gibt, deren saures Moment nicht als Sauer<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>stoffgas dargestellt wird, wie schon die <hi rendition="#g">Salzsaüre</hi>, die an ihr selbst das Saure ist,<lb n="17"/>die physische einfache Saüre – auch Hydronthionkali, Blausaüre und so fort.</p>
<p><lb n="18"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-96-2"/> Saüre ist unmittelbar gegen anderes gekehrt, als thätiges – oder das differente</p>
<note xml:id="fn-96-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>c) sich <hi rendition="#g">erhaltend</hi>, eine Negativität die nicht gegen sich selbst sondern gegen<lb n="20"/>anderes <hi rendition="#g">gekehrt</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>.<lb n="21"/>Lufft ist im Brennbaren das Element,<ptr type="anker" target="#fn-96-s1"/> ist Allgemeines Medium, <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> beyder, ebenso<lb n="22"/>gegenständlich.</note>
<note xml:id="fn-96-s1" type="ueber" n="∗"><lb n="23"/><seg type="marke">∗ </seg>Oxidiren nennt die Chemie brennen</note>
<note xml:id="fn-96-2" type="rand" n="²" next="#fn-96-2.t2"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>Der Proceß als Verhältniß <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Lufft</hi> geht in den Proceß als Verhältniß<lb n="25"/>zum Wasser über; Auflöslichkeit in ihm; wie vorhin im Feuer, und Lufft. Sie schmelzen im<lb n="26"/>Wasser, als ihrem allgemeinen Elemente, Daseyn ihrer allgemeinen Bestimmtheit, ihres</note>
<pb n="94" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=97" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ist durchs Brennen getrennt in das basische, kalische – und Saure – ein Gegensatz<lb n="2"/>der ganz relativ ist; beydes gleich scharf ätzend, negativ; Metalloxide sind als beydes<lb n="3"/>da. – Unmittelbar sind jene als das ruhige Feuer dem passiven entgegengesetzt;<lb n="4"/>aber beyde sind gleich unruhige Begeistungen; sie sind rein entgegengesetzt, keins<lb n="5"/>hat besondre Eigenschafften ausser seinem Verhältnisse oder Processe. – Sie heben<lb n="6"/>sich auf und ihr Wesen ist der <hi rendition="#g">neutrale</hi> Körper, eine Einheit differenter, welche<lb n="7"/>nicht reine Abstractionen sind, sondern ein physisches Daseyn haben; sie sollen es<lb n="8"/>aber nur haben; sie haben es nicht wirklich; oder nur in Gedanken sind sie diese<lb n="9"/>Gleichgültigen;<ref type="anker" target="#fn-97-1">¹</ref> – eine Saüre und Kali ist ein gleichgültiges Ding aber vielmehr<lb n="10"/>soll es so seyn, es wird nur mit Gewalt so festgehalten;<ref type="anker" target="#fn-97-2">²</ref> – insofern es aber dem<lb n="11"/>Proceß entnommen ist, als neutrales sind es nicht mehr getrennte. Es ist die gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gültige Wirklichkeit absolut differenter noch nicht vorhanden. Die Neutralität ist<lb n="13"/>hier physischer Körper, Salz.</p>
<p><lb n="14"/>Das<ref type="anker" target="#fn-97-3">³</ref> <hi rendition="#g">Salz</hi> endlich, die Vorstellung des materialisirten Processes fällt in die<lb n="15"/><hi rendition="#g">Erdigkeit</hi> zusammen; das Feuer ist in der Neutralität erloschen; seine lichtlose,<lb n="16"/>ungefärbte Durchsichtigkeit ist Zerstörung der Farbe und Metallität; es die Einheit<lb n="17"/>gleichgültiger – aber sie <hi rendition="#g">sind</hi> nicht; es ist nur <hi rendition="#g">Einer</hi>; das negative ihres ver<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>schiednen Seyns; das Licht, als <hi rendition="#g">weisses</hi>, das seine Unterschiede die Farben getilgt<lb n="19"/>hat, und ihren Wechsel; und die proceßlos zerfallende Gestalt ist; eine Atomistik,<lb n="20"/>unschmelzbar, unauflöslich im Wasser, geruch und geschmack, und farblos; ab<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>solute reine Subjecte; absolut Einzelne.</p>
<note xml:id="fn-96-2.t2" type="rand" n="²" prev="#fn-96-2"><lb n="22"/>bestimmten Wesens; einfaches Zusammengehen mit ihm, das aüsserlich an sie tritt; nehmen<lb n="23"/>seine Form an. Der Proceß enthält hier zwey reale Seiten</note>
<note xml:id="fn-97-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>wie sie zusammengegangen, so wiederherstellbar; d. h. sie sind nicht ins<lb n="25"/><hi rendition="#g">Eins</hi> zurükgekehrt, Lichtbewegung oder Brechung des Lichts</note>
<note xml:id="fn-97-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Saüre</hi> an sich, Salzsaüre, die nicht durch Verbrennen entsteht, wie <hi rendition="#g">Metall</hi>,<lb n="27"/>an <hi rendition="#g">sich</hi>,</note>
<note xml:id="fn-97-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg>Vertilgung der Verhältnisse zu Feuer, Luft und Wasser.</note>
<pb n="95" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=98" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Diß sind die reinen Momente des physischen Körpers – Sein Begriff beschließt<lb n="2"/>sich in dem absoluten in sich seyn, dem Proceßlosen Schmelzen, der einfachen<lb n="3"/>Realität, Übergang der Farbe in Realität;<ptr type="anker" target="#fn-98-1"/> <hi rendition="#g">Geruch</hi> entzweytes Daseyn, <hi rendition="#g">Ge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">schmak</hi>, Vertilgung der Farbe; Geruch reiner Proceß, Geschmak realer – das<lb n="5"/>rein <hi rendition="#g">negative</hi> Product, das innerhalb dieser Sphäre selbst fällt – Vertilgung dieser<lb n="6"/>Momente. Aber die Totalität ist der reale Proceß, physischer Chemismus; Aus sich<lb n="7"/>selbst Erzeugen des Feuers, so daß es physische Individuen, gleichgültig bestehende<lb n="8"/>zu seinen Seiten hat. – Die <hi rendition="#g">Alten</hi> sagten der irrdische Körper bestehe aus Mer<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>kurius, Schwefel Salz, und aus der jungfraülichen Erde. Der <hi rendition="#g">Mercurius</hi> ist die<lb n="10"/>Metallität, die irrdische Farbe, flüssige Sichselbstgleichheit, an welcher der Proceß<lb n="11"/>sich äusserlich verlaüfft, und die Substanz unberührt läßt. – Der <hi rendition="#g">Schwefel</hi> die<lb n="12"/>Verbrennlichkeit, daß das Feuer ihm nichts Fremdes, sondern er die sich ver<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>zehrende Wirklichkeit desselben ist.<ptr type="anker" target="#fn-98-2"/> Das Salz sein Aufgelöstseyn ist [das] gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gültige Reale; Zerfallen des Feuers in selbstständige, die jungfraüliche Erde endlich<lb n="15"/>die einfache Unschuld dieser Bewegung, das Subject das die Vertilgung dieser<lb n="16"/>Momente ist.</p>
<p><lb n="17"/>Diese Momente nun hat die Natur in ihrer Gleichgültigkeit und in der Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>wirrung mannichfaltiger Übergänge auseinander gestreut. Die Abstracten Momente<lb n="19"/>werden von einigen ausgedrükt, in denen sie dazu kommt, sie rein darzustellen;<lb n="20"/>die andern aber bilden Übergänge nach allen Seiten hin.</p>
<p><lb n="21"/>Der physische Körper ist diese Totalität, des Gefühls Gesichts, Geruchs und<lb n="22"/>Geschmacks; er hat diese vier Sinne; und ist der Schluß worin das Gesicht sich<lb n="23"/>durch Geruch und Geschmack mit dem Gefühl zusammenschließt.</p>
<note xml:id="fn-98-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Geruch</hi> Gegenständliches Daseyn, das sich auflöst, <hi rendition="#g">Geschmak</hi> Verschie<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>denheit der Momente – In sich Zurükkehren; – ins <hi rendition="#g">Hören</hi>; Tönen der Metalle. Klingen<lb n="26"/>durch andre</note>
<note xml:id="fn-98-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>unzerstörbare reine unauflösliche Substanz – das organische verflüchtigt diese<lb n="28"/>Substanz</note>
<pb n="96" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=99" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Das Metall ist die gediegne Farbe von hoher specifischer Schwere. Das <hi rendition="#g">Gold</hi><lb n="2"/>scheint den Begriff seiner gediegnen Einfachheit am reinsten darzustellen; es ist<lb n="3"/>von hoher specifischer Schwere, proceßlos, nicht neutral, kein zusammengeschmolz<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>nes; Platin hingegen von noch höherer Dichtigkeit, aber eine Einheit vieler metal<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>lischer Momente (Osmium, Iridium, Palladium.) – die andern edeln Metalle, Gold,<lb n="6"/>Silber, Platin machen das Feuer zu einem nur formalen Proceß, sie oxidiren sich<lb n="7"/>nicht darin, oder zeigen keine Verbrennlichkeit. Andere aber zeigen diß; einige<lb n="8"/>können durch blosse erhöhte Temperatur wieder desoxidirt werden,<ptr type="anker" target="#fn-99-1"/> andre nicht.<lb n="9"/>Wolfram ist 17, specifische Schwere, und kaum zu reduciren. So verbrannt sind<lb n="10"/>sie Oxide, sauer oder kalisch, und Momente eines Salzes; einige scheinen nur da<lb n="11"/>zu seyn in Form von Oxiden. Vorzüglich sind sie haüffig als Verbindungen von<lb n="12"/>Schwefel – <hi rendition="#g">Erze</hi>. Wie sie die Gediegenheit der Gestalt, so dieser die einfache Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>brennlichkeit. – Einige Metalle halten die chemische Differenz unter [– oder] inner<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>halb der Gestalt; und sind magnetisch; – theils an die Lufft gebracht, oxidiren sie<lb n="15"/>sich nicht sogleich, theils gestrichen; – es ist mehr als blosse Erwärmung, weniger<lb n="16"/>als Oxidation, und selbst als Elektricität, nicht die Entzweyung, die zum Funken<lb n="17"/>übergehen kann.</p>
<p><lb n="18"/>Das eigentlich <hi rendition="#g">brennliche</hi> hat keine grosse Ausdehnung, Schwefel, Erdpech<lb n="19"/>und Naphten machen seinen Umkreis aus. (Merkwürdiger ist das blosse Leuchten,<lb n="20"/>ohne Brennen, das phosphoresciren, wie eine Menge Mineralien thun, entweder<lb n="21"/>etwas geritzt gekratzt, oder auch dem Sonnenlichte ausgesetzt behalten sie es eine<lb n="22"/>Zeitlang (Schwefelbaryt) es ist dieselbe flüchtige Lichterscheinung, welche die<lb n="23"/>Elektricität ist, aber ohne Entzweyung, – die träge Neutralität zum qualitativen,<lb n="24"/>zum Eins erhoben. – Die aber am Sonnenlichte leuchtend werden, und es an sich<lb n="25"/>halten, stellen seine Passivität dar; das Blau, das passive Licht läßt sich vornemlich<lb n="26"/>bemächtigen; das Roth aber als das kräfftige Licht widersteht, und tödtet das Leuch<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>ten – Die Passivität des Lichts schon in der <hi rendition="#g">Beugung</hi>.)<ptr type="anker" target="#fn-99-2"/></p>
<note xml:id="fn-99-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>Unedlere Metalle gehen Proceß mit der Lufft ein; <hi rendition="#g">riechen</hi></note>
<note xml:id="fn-99-2" type="rand" n="²" next="#fn-99-2.t2"><lb n="29"/><seg type="marke">² </seg>Unbeständigkeit der Verhältnisse der Bestandtheile, und wieder fixe Punkte,</note>
<pb n="97" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=100" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>(Die <hi rendition="#g">Salze</hi> sind überhaupt die Tödtung der Farbe – mannichfaltig verschieden<lb n="2"/>nach ihren Seiten; wichtigste Unterschied ob die Saüre ein bloß chemisches Element<lb n="3"/>ist – <hi rendition="#g">Luftsaüre</hi> – oder physische Saüre.)</p>
<p><lb n="4"/>Die reinen <hi rendition="#g">Erden</hi> sind das weisse schlechthin <hi rendition="#g">spröde</hi>, <hi rendition="#g">Einzelne</hi> überhaupt,<lb n="5"/>– das weder die Continuität des Metalls hat, und seinen Verlauff durch den Proceß,<lb n="6"/>noch die Brennlichkeit, noch Neutralität. – Es sind vier Haupterden;<ptr type="anker" target="#fn-100-1"/> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Kiesel</hi><lb n="7"/>ist gleichsam das irrdische Metall, das rein spröde, das durch die Abstraction seiner<lb n="8"/>Einzelnheit mit dem Kali besonders Verbindungen eingeht,<ptr type="anker" target="#fn-100-2"/> und Glas wird, und<lb n="9"/>wie das Metall als Farbe und Gediegenheit, so als Einzelnheit den Proceß des Schmel<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>zens darstellt;<ptr type="anker" target="#fn-100-3"/> es ist das farblose an dem die Metallität zur reinen Form getödtet,<lb n="11"/>das innerliche absolute Discretion ist.</p>
<p><lb n="12"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-100-4"/> Thonerde ist wie der Kiesel der unmittelbare einfache unaufgeschlossne<lb n="13"/>Begriff, so sie das erste differente Erdigte.<ptr type="anker" target="#fn-100-5"/> Die Möglichkeit der Brennbarkeit.<ptr type="anker" target="#fn-100-6"/></p>
<note xml:id="fn-99-2.t2" type="rand" n="²" prev="#fn-99-2"><lb n="14"/>wie in der Wärme Skale, Charakter.</note>
<note xml:id="fn-100-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>Die Erden stellen den totalen Proceß dar; d. h. Verhalten zu <hi rendition="#g">Feuer</hi>, <hi rendition="#g">Lufft</hi>,<lb n="16"/>und <hi rendition="#g">Wasser</hi>, der zugleich einfache qualitative Einheit und Neutralität ist. Sie sind das <hi rendition="#g">Sub</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">ject</hi>, das ebenso der Neutralität fähig als in dieser Neutralität nicht bloß das Verhältniß zu<lb n="18"/>Wasser darstellt.</note>
<note xml:id="fn-100-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>negative Natur</note>
<note xml:id="fn-100-3" type="rand" n="³"><lb n="20"/><seg type="marke">³ </seg>Kiesel α) Seite des Processes, Glas Schmelzen β) des Krystalls, Härte, Wasser<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>loser <hi rendition="#g">Krystall</hi></note>
<note xml:id="fn-100-4" type="rand" n="⁴"><lb n="22"/><seg type="marke">⁴ </seg>Thon α) Seite des Processes <hi rendition="#g">mit</hi> <hi rendition="#g">Schwefel</hi>, <hi rendition="#g">Brennbarkeit</hi> β) des Krystalls,<lb n="23"/><hi rendition="#g">Härte</hi> uncrystallirt, Corund, Saphir ganz hart; <hi rendition="#g">Wasser</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> nicht <hi rendition="#g">Cristallisations</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>wasser. – Nicht <hi rendition="#g">Saüre</hi>, sondern <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, in sich reflectirt; Saphir als <hi rendition="#g">Thon</hi>.</note>
<note xml:id="fn-100-5" type="rand" n="⁵"><lb n="25"/><seg type="marke">⁵ </seg>Aufgeschloßner für Saüre</note>
<note xml:id="fn-100-6" type="rand" n="⁶"><lb n="26"/><seg type="marke">⁶ </seg><hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Erden</hi> proceßlos weil abstract, bedürfen eines andern Subjects, so stellen<lb n="27"/>sie jenes Daseyn des Processes dar, aber das Resultat einer jeden Weise nur als aufgehobnes;<lb n="28"/>wie Metallität <hi rendition="#g">brennen</hi> das nicht sauer wird</note>
<pb n="98" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=101" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>(Als reine Thonerde absorbirt sie Sauerstoff aus der Lufft.) – Ist aber überhaupt mit<lb n="2"/>Schwefelsäure zusammen, ein erdiges Feuer<ptr type="anker" target="#fn-101-1"/> – <hi rendition="#g">Porcellanjaspis</hi>; Härte (Kristalli<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>sation), verdankt sie dem Feuer das Wasser macht weniger kristallisirenden Zu<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>sammenhang, als aüssre Kohäsion; – Arten die im Wasser, wie Schwefel und andre<lb n="5"/>Salze im Feuer knistern. – Ein Brennen das nicht in Saüre übergeht, sondern ein<lb n="6"/>todtgebranntes wird.</p>
<p><lb n="7"/><hi rendition="#g">Talk</hi>= oder <hi rendition="#g">Bittererde</hi>; <hi rendition="#g">Subject</hi> des Salzes;<ptr type="anker" target="#fn-101-2"/> <hi rendition="#g">Bitterkeit</hi> des Meers, <hi rendition="#g">Salz</hi><lb n="8"/>als Subject; Mittelgeschmack, der zum Feuerprincip geworden – Seifenartige –;<lb n="9"/>eben der Rükgang des neutralen ins Feuerprincip –</p>
<p><lb n="10"/>Endlich<ptr type="anker" target="#fn-101-3"/> der Gegensatz hiezu, das <hi rendition="#g">Kalk</hi>geschlecht – das kalische, differente – das<lb n="11"/>sein Erdprincip wieder auflöst, und nur des physischen Elements bedarf, um Proceß<lb n="12"/>zu seyn. Der getilgte Proceß, der sich wieder herstellt. – Er ist das Princip des<lb n="13"/>Feuers, welches vom physischen an ihm selbst erzeugt wird.</p>
<p><lb n="14"/>Die abstracten Momente stellen <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Aüsserlichkeit</hi> des <hi rendition="#g">Feuers</hi> <hi rendition="#g">dar</hi>, wie<lb n="15"/>es innerlich wird; die Erden es als <hi rendition="#g">innerliches</hi> Princip, Individualität, <hi rendition="#g">Einzeln</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi> – und ausgebildet so, daß sie den <hi rendition="#g">Feuerfunken</hi> selbst in sich enthalten und</p>
<note xml:id="fn-101-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Mehr innre trokne discrete Härte, als Härte des Krystalls – gleichsam <hi rendition="#g">natür</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">liches</hi> <hi rendition="#g">Glas</hi>; absolutes <hi rendition="#g">einzelnes</hi> für sich seyn. <hi rendition="#g">Proceßlose</hi> <hi rendition="#g">dunstige</hi> <hi rendition="#g">Hitze</hi> nach<lb n="19"/><hi rendition="#g">Wasser</hi>; wird nicht chemisch different dadurch sondern aüsserlich härter.</note>
<note xml:id="fn-101-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>der <hi rendition="#g">schmekende</hi> <hi rendition="#g">Thon</hi> – in sich reflectirt gehört zum Thone</note>
<note xml:id="fn-101-3" type="rand" n="³"><lb n="21"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Irrdische</hi> Neutralität α)<ptr type="anker" target="#fn-101-s1"/> Wird im Feuer chemisch different – β)<ptr type="anker" target="#fn-101-s2"/> Stellt<lb n="22"/>sich an der Lufft wieder zur Neutralität her – und seine chemische Differenz erzeugt <hi rendition="#g">mit</hi> <hi rendition="#g">Was</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/><hi rendition="#g">ser</hi> das Brennen. <hi rendition="#g">Wasser</hi>, allgemeine Neutralität; die <hi rendition="#g">Feuer</hi> Selbst wird. <hi rendition="#g">Wasser</hi> <hi rendition="#g">wird</hi><lb n="24"/><hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Feuer</hi> – <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">neutrale</hi> ist <hi rendition="#g">wirklicher</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi><lb n="25"/>Ihre <hi rendition="#g">Gestaltung</hi> Neutralität Gleichgültiges Bestehen ist <hi rendition="#g">an</hi> sich der <hi rendition="#g">Proceß</hi></note>
<note xml:id="fn-101-s1" type="ueber" n="∗"><lb n="26"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">Verbrennen</hi>;</note>
<note xml:id="fn-101-s2" type="ueber" n="∗∗"><lb n="27"/><seg type="marke">∗∗ </seg>Lufft den <hi rendition="#g">ruhigen</hi></note>
<pb n="99" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=102" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>erzeugen; nicht als <hi rendition="#g">differente</hi>, sondern als <hi rendition="#g">gleichgültige</hi>, – wie die Momente<lb n="2"/>des Salzes, – sondern als physische Körper. Das Feuer in das physicalische <hi rendition="#g">ein</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">gebildet</hi>, so daß sie nunmehr als Feuer daseyend sind.<ptr type="anker" target="#fn-102-1"/></p>
</div>
<div>
<head><lb n="4"/>II.</head>
<head><lb n="5"/>CHEMISMUS DES PHYSISCHEN EINZELNEN KÖRPERS,<lb n="6"/>ODER DES IRRDISCHEN FEUERS.<ptr type="anker" target="#fn-102-2"/></head>
<p><lb n="7"/>Noch sind sie nur Feuer an sich, Quellen der Selbstentzündung – Der vorige<lb n="8"/>Proceß war durch die Idee, oder das innre, (aüssere) Feuer getragen, <hi rendition="#g">Gestaltung</hi><lb n="9"/>des physischen. – Hier an sich aufgelöste Gestalt; aber sie ist noch nicht die Totalität<lb n="10"/>dieser Auflösung, oder der physische Körper ist nur erst das Feuer überhaupt. Die<lb n="11"/>physischen Körper treten gleichgültig zu einander, und zwar insofern sie gleichgül<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>tige sind, sind sie nicht die Bewegung; insofern sie selbst die Bewegung sind, sind<lb n="13"/>sie nicht die Gleichgültigkeit, nicht Element. Die letzte Darstellung ist, daß sie feste<lb n="14"/>Seiten, nicht neutrale, und dann daß sie auch das Allgemeine das Element wären.</p>
<p><lb n="15"/>a) die einfache Selbstentzündung ist das Herausschlagen des physischen Funkens.<lb n="16"/>Das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Element ist die Lufft,<ptr type="anker" target="#fn-102-3"/> allgemein als physisches Element; – des<lb n="17"/>Feuers, als einfaches, ruhiges, sich selbstgleiches Feuer; so ist es in beyden, und die<lb n="18"/>Einheit derselben.<ptr type="anker" target="#fn-102-4"/> Von beyden ist eines der harte Krystall – es seyen Thon, Kiesel,</p>
<note xml:id="fn-102-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, <hi rendition="#g">d</hi>. <hi rendition="#g">h</hi>. <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihrem</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi></note>
<note xml:id="fn-102-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>Als Einheiten dieser Momente sind die physischen Körper im wirklichen<lb n="21"/>Processe<lb n="22"/><hi rendition="#g">Proceß</hi> der noch nicht <hi rendition="#g">an</hi> und <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; blosser Proceß, zu dem übergegangen ist</note>
<note xml:id="fn-102-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>aüsseres<ptr type="anker" target="#fn-102-s1"/> das schlafende Feuer Möglichkeit</note>
<note xml:id="fn-102-s1" type="rand" n="∗"><lb n="24"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> gespannte</note>
<note xml:id="fn-102-4" type="rand" n="⁴"><lb n="25"/><seg type="marke">⁴ </seg>Weichheit, Härte hier physische Bedeutung – <hi rendition="#g">Ihre</hi> Elasticität ist der Funken</note>
<pb n="100" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=103" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Schwefelkies, nur die physikalische Härte ist nothwendig; das andre hartes Metall;<lb n="2"/>jenes die qualitative, diß die quantitative Härte; jenes harte Sprödigkeit, diß spröde<lb n="3"/>Continuität.<ref type="anker" target="#fn-103-1">¹</ref> Die metallische Flüssigkeit <hi rendition="#g">Continuität</hi>, und die <hi rendition="#g">Spröde</hi> des<lb n="4"/>Crystalls in Eins gesetzt, Trennung ihres Raums in dem Eins der Zeit aufgehoben<lb n="5"/>so springt der Funken hervor. – Knall=Gold, Silber – ist eben diese Spannung, der<lb n="6"/>metallischen Continuität, des Feuers als Lichtes, und des Ammoniaks des in sich<lb n="7"/>aufgelösten,<ref type="anker" target="#fn-103-2">²</ref> für sich differenten Einfachen chemischen Elements, – bedarf eines<lb n="8"/>blossen Schlags mit dem Hammer, um sich mit fürchterlichem <hi rendition="#g">Knall</hi> zu ent<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>zünden – Knall, <hi rendition="#g">Gehör</hi>, eben diese Bewegung des Selbsts zum Selbst –<ref type="anker" target="#fn-103-3">³</ref> das Er<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>zittern – das physische Feuer, zum physischen Feuer – das innerliche, das zu einem<lb n="11"/>ebenso einfachen Daseyn kommt, und zwar einem negativen, verschwindenden,<lb n="12"/>als Zeit ist. – Knistern der Flamme – Schwefels, in einen <hi rendition="#g">daseyenden</hi> Punkt<lb n="13"/>zusammenfassen, was schon an sich dieser Punkt ist.<ref type="anker" target="#fn-103-4">⁴</ref></p>
<p><lb n="14"/>Das Daseyn dieser Selbstentzündung ist der unmittelbar verschwindende Ton.<lb n="15"/>Aber dieser Funken muß sich realisiren, ein Daseyn gewinnen, so daß er ein Brennen<lb n="16"/>der ganzen Substanz wird. Der Funken ist das Brennen entgegengesetzter physi<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>scher Körper, sie sind darin aufgelöst; der Gegensatz ihres Daseyns ist in der Wärme<lb n="18"/>aufgehoben, sie sind aufgelöst; oder die unmittelbare Berührung ist eine Realität<lb n="19"/>einfaches Einsseyn, und die Trennung ist eine Gleichgültigkeit zweyer neutraler<lb n="20"/>Substanzen. Ihr allgemeines Element ist das Wasser, d. h. ihr Begriff. Sie sind zu<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>gleich <hi rendition="#g">gespannt</hi>; aber als neutrale. Jedes ist ein gesättigtes. Sie sind gespannt,<lb n="22"/>heißt, ihr Wesen ist in sich getrennt durch die Beziehung aufeinander. – Diß wird</p>
<note xml:id="fn-103-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>physische Einzelnheit <hi rendition="#g">und</hi> physische Allgemeinheit in <hi rendition="#g">Eins</hi> <hi rendition="#g">gesetzt</hi></note>
<note xml:id="fn-103-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>80,66 Stickstoff<lb n="25"/>19,34 Wasserstoff</note>
<note xml:id="fn-103-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Vernimmt</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> – Einheit des <hi rendition="#g">ansich</hi> seyenden und <hi rendition="#g">daseyenden</hi> <hi rendition="#g">Wirk</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/><hi rendition="#g">lichen</hi>, Selbsts</note>
<note xml:id="fn-103-4" type="rand" n="⁴"><lb n="28"/><seg type="marke">⁴ </seg>Differenzen <hi rendition="#g">sind</hi> nicht <hi rendition="#g">da</hi> – wie im chemischen.</note>
<pb n="101" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=104" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>nun so vorgestellt, als ob die Saüre eines jeden sich durch die Wahlverwandschafft<lb n="2"/>mit der Base des andern verbinde. α) als ob schon die Saüre als Saüre vorhanden,<lb n="3"/>ebenso das Kali als solches, d. h. als begeistet; allein sie sind neutral, abgestumpft.<lb n="4"/>Zuerst begeisten sie sich an ihnen selbst – durch Zersetzung des Wassers. Sie sind<lb n="5"/><hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> entzweyt, gegeneinander gespannt; – das wirkliche setzen ist Auflösung<lb n="6"/>der Gestalt überhaupt, <hi rendition="#g">Wärme</hi> und setzen als entgegengesetzter, begeistet, als<lb n="7"/>chemisches Moment. <hi rendition="#g">Um</hi> sich mit dem, <hi rendition="#g">worauf</hi> es sich <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> bezieht, ver<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>einigen zu können, brennt und begeistet es sich – affinité prédisposante, – als<lb n="9"/>abgestumpfte Saüre oder Base könnte es diß. – Es ist nur erst <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> Beziehung<lb n="10"/>der chemisch differenten vorhanden – d. h. als <hi rendition="#g">Zweck</hi>; aber diß <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist schon.<lb n="11"/>Es ist nun eine homogene Flüssigkeit, alles ist aufgelöst, und in dieser Auflösung<lb n="12"/>so begeistet. Nun trennt sich das neue Neutrale; schlägt sich nieder, als das, was<lb n="13"/>an sich schon war. Aber es dirimirt sich nicht nur nach dem, was <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> schon<lb n="14"/>war; sondern als aus der aufgelösten gleichgültigen Einheit hervorgehend. Es ist<lb n="15"/>diese welche sich dirimirt, und den Extremen den Charakter aufdrückt, aus ihr her<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>vorgegangen zu seyn; d. h. sie vertheilt sie theils qualitativ in Extreme, aber nicht<lb n="17"/>in reine, sondern in gemischte, so daß in dem Extreme auch noch das entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>gesetzte Moment, von dem es sich trennte vorhanden ist.</p>
<p><lb n="19"/>– Der<ptr type="anker" target="#fn-104-1"/> hervortretende Funken ist allgemeines Medium, Auflösungsmittel; ein<lb n="20"/>Schmelzen der physischen Körper; ihr allgemeines Wesen – ein nicht mehr nur<lb n="21"/>formeller Proceß; sondern die entgegengesetzte Bewegung der Entzweyung und<lb n="22"/>Vereinung,<ptr type="anker" target="#fn-104-2"/> Reduction und Oxidation – nicht Bildung neutraler Producte. Mo<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>mente α) reines Schmelzen, stille Lösung, (Alliage)<ptr type="anker" target="#fn-104-3"/> β Das Feuer hat an der Lufft</p>
<note xml:id="fn-104-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Feuerproceß</hi></note>
<note xml:id="fn-104-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Einheit des Feuers und Wassers<lb n="26"/><hi rendition="#g">Neutralität</hi> ist <hi rendition="#g">Differentiirung</hi>.</note>
<note xml:id="fn-104-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>α) different seyn, und β) <hi rendition="#g">gediegen</hi>, <hi rendition="#g">gleichgültig</hi> – der physische Körper<lb n="28"/>fällt auseinander</note>
<pb n="102" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=105" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>die Materie seiner chemischen Differenz; oder die geschmolznen sind an sich un<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>mittelbare Einheiten der chemischen Differenzen. Es entzweyt in chemische Dif<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>ferenzen, oxidirt und basirt; Metalloxide, Basirung des Kalks. Es reducirt ebenso<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>wohl hebt die Begeistung auf, und construirt in gleichgültige; und gebraucht<lb n="5"/>hiezu die Verschiedenheit der Gestalt – Es sublimirt Schwefel, Quecksilber, und<lb n="6"/>scheidet sie so von den Metallen, mit welchen sie in Verbindung sind; – ebenso<lb n="7"/>Kohlensaüre. – Der Körper durchläufft die Momente der blossen Spannung, der<lb n="8"/>chemischen Differenz, und der Formen der Gestaltung. Der Feuerproceß hat zu<lb n="9"/>seinen Seiten eigentlich nur diese gediegnen nicht neutralen, und stellt nicht zwey<lb n="10"/>neutrale Producte dar, sondern ist das reine Differentiiren, oder das Differentiiren<lb n="11"/>des Einen, und die Reduction des andern.</p>
<p><lb n="12"/>– Im<ptr type="anker" target="#fn-105-1"/> Wasser wie Feuerprocesse ist α) ein Moment die disponirende Affinität,<lb n="13"/>d. h. die Seiten wie sie aufeinander im chemischen Verhältnisse stehen, sind nicht<lb n="14"/>da, in der Form in welcher sie in Verbindung treten; in höherer oder geringerer<lb n="15"/>Begeistung; <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Verwandschafft</hi> ist, zu derselben machen sie sich.<lb n="16"/>Bleisalpeter, enthält ein Oxid von geringerer Oxidation, als rothes Bleyoxid ist,<lb n="17"/>es stellt sich also <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ein Zustand desselben ein, der desoxidirter ist, als der des<lb n="18"/>rothen Oxids, 6/7 werden von der Salpetersaüre aufgelöst, 0,09 der Überschuß von<lb n="19"/>Sauerstoff vereinigt sich mit dem übrigen rothen Oxid, und überoxidirt es,<ptr type="anker" target="#fn-105-2"/> stellt<lb n="20"/>ein in der Salpetersaüre unauflösliches Oxid dar; ein Theil tritt also um eine Stuffe<lb n="21"/>der Oxidation zurück, ein andrer Theil erhöht. β) das zweyte Moment ist eben diese<lb n="22"/>Vertheilung, welche bestimmt ist durch das ursprüngliche Verhältniß; dieses ist<lb n="23"/>aber nicht nur diese bestimmte Wahlverwandschafft, die das was sie bezieht, zu<lb n="24"/>dieser Beziehung bereitet; sondern das ursprünglich bestimmte wird ebenso gebildet,</p>
<note xml:id="fn-105-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>α) <hi rendition="#g">Zweck</hi>; erst <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist die Beziehung Verwandschaft –</note>
<note xml:id="fn-105-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>Schwefelsaüre mit Zucker</note>
<pb n="103" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=106" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>aufgehoben –<ptr type="anker" target="#fn-106-1"/> Es kann nur aufgelöst werden, durch seine allgemeine Einheit; die<lb n="2"/>rein qualitative Beziehung sinkt zur Gemeinschafft, und quantitativen herunter.<lb n="3"/><hi rendition="#g">Vors</hi> <hi rendition="#g">erste</hi> ist sie bestimmt durch das Auflösungsmittel, Grad der Temperatur, und<lb n="4"/>Wasser – Beyde sind als blosse träge Medien früher zu sehr betrachtet – etwa wie<lb n="5"/>die Lufft keinen Einfluß darauf hat, was zwey Menschen miteinander sprechen.<lb n="6"/>Allein indem die Temperatur dieses formal Chemische ist, so ist ihr Unterschied<lb n="7"/>ein Unterschied theils der Gestaltung, der Cohäsion oder elastischen Flüssigkeit,<lb n="8"/>welche der chemischen Beziehung widersteht, oder worin die bezognen nicht als<lb n="9"/>chemisch differente gesetzt sind. Die Gestalt ist das gegen den Chemismus gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>gültige, und hat durch das Moment der Wärme hindurchzugehen, das ebenso<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>wohl als es im chemischen Processe gesetzt wird, auch ein für sich wirksames ist.<lb n="12"/>Durch sie geschieht es, daß in verschiedner Temperatur die Auflösung nicht nur<lb n="13"/>schwerer [oder] leichter geschieht, schneller oder langsamer, sondern auch, daß sie<lb n="14"/>die Verwandschafft ändert; und diß Verhältniß macht zugleich eben die Natur des<lb n="15"/>Körpers aus. Die Wärme ist der Übergang von Gestalt zu chemischer Differenz,<lb n="16"/>ebenso der Rükgang von dieser zu jener, und sie kann also dem Processe günstig<lb n="17"/>als ungünstig werden, und ihre Veränderung ihn stören.</p>
<p><lb n="18"/>Ferner<ptr type="anker" target="#fn-106-2"/> ist das Wasser das woran als dem allgemeinen physischen Elemente sich<lb n="19"/>jedes seine Begeistung nimmt, als sie ihm von andern gesetzt wird; der Schluß<lb n="20"/>ist die vermittelte Beziehung seiner selbst durch das andre, jedes ist Mitte. <hi rendition="#g">Wasser</hi><lb n="21"/>als Auflösungsmittel ist wesentlich im Processe – concentrirte Wasserlose Saüre<lb n="22"/>greifft das Metall nicht an – neutrale Wismuthauflösung wird durch Wasser<lb n="23"/>zerlegt.</p>
<p><lb n="24"/>Die Hauptsache aber ist α) die Entzweyung in neutrale Producte, die bestimmt<lb n="25"/>ist durch die Einheit – eine Diremtion in Producte von verschiedenem Gehalte der<lb n="26"/>sich neutralisirenden Momente; wenn eine Saüre mit zwey Basen in Beziehung</p>
<note xml:id="fn-106-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>α) <hi rendition="#g">Ansich</hi> wird modificirt durch das Allgemeine als Element</note>
<note xml:id="fn-106-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>β) <hi rendition="#g">Schlüsse</hi> – Jedes bezogen durch <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Vermittlung</hi> des Ganzen auf das<lb n="29"/>andre</note>
<pb n="104" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=107" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>gebracht wird, so vertheilt sie sich an diese Substrate;<ptr type="anker" target="#fn-107-1"/> sie sind in der Verwand<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>schafft verschieden, aber eine nimmt nicht alle Saüre an sich, sondern sie vertheilt<lb n="3"/>sich an sie – β) ebenso eine homogene Auflösung, z. B. schwefelsauren Merkur,<lb n="4"/>gibt nicht ein Salz von einer Art, sondern verschiedne Arten von Salzen an, die<lb n="5"/>unauflöslich im Wasser sind durch auflösliche hindurch, bis zu einem unkristallisir<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>baren Magma. – Vorhin schon ist vom Bley angeführt, daß die Salpetersaure<lb n="7"/>Solution sich dirimirt in salpetersaures Bley und braunes Oxid, ich erhielt selbst<lb n="8"/>durch Zugiessen von Wasser, Reduction von Bley. Glühen von Salpeter, anfangs<lb n="9"/>reines Sauerstoffgas, nachher Salpetergas endlich Stickgas; in der Retorte bleibt Kali<lb n="10"/>zurük. – Eine Diremtion überhaupt, die nicht durch Verwandschafft bestimmt ist,<lb n="11"/>d. h. nicht an sich, sondern eine freye Eintheilung der Einheit der Auflösung.</p>
<p><lb n="12"/>Das Auflösungsmittel das chemische neutrale, wird durch die physische Neu<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>tralität überwunden, und am Ende des Processes ausgeschieden.</p>
<p><lb n="14"/>δ) Der Feuerproceß zerfiel in Saüren und Kalien; – und in gleichgültige Metalle;<lb n="15"/>jener Proceß ist Proceß von neutralen;<ptr type="anker" target="#fn-107-2"/> aber die in sich reflectirte Metallität hat<lb n="16"/>ebenso den Proceß in ihrer gleichgültigen Verschiedenheit; – oder das in sich<lb n="17"/>zurükgekehrte neutrale ist einfache Gediegenheit.<ptr type="anker" target="#fn-107-3"/> Sie haben in ihrer einfachen<lb n="18"/>Gediegenheit die Differenz des Processes, der daher ein Bild des Organischen ist;<lb n="19"/>sie sind selbstständige, nicht neutrale nicht brennliche; sondern in ihre Einfachheit</p>
<note xml:id="fn-107-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>nach der chemischen Masse d. h. nach der Menge, deren jedes zur Sättigung<lb n="21"/>bedarf</note>
<note xml:id="fn-107-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg>auf <hi rendition="#g">gleiche</hi> <hi rendition="#g">Weise</hi> beydes</note>
<note xml:id="fn-107-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>Die Neutralität ist aufgehoben – Bestimmung durch die Einheit<ptr type="anker" target="#fn-107-s1"/> des Proces<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>ses – Neutralität, gleichgültiges Element</note>
<note xml:id="fn-107-s1" type="rand" n="∗"><lb n="25"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">Reduction</hi></note>
<pb n="105" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=108" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>zurükgekehrte; aber<ptr type="anker" target="#fn-108-1"/> die Neutralität fällt auf diese Weise ausser ihnen; sie bedürfen<lb n="2"/>ihrer als des Wassers, und sind hinreichend hiedurch den Proceß darzustellen. –<lb n="3"/><hi rendition="#g">Galvanischer</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi>; er ist weder nur electrischer Proceß, noch der chemische<lb n="4"/>Proceß überhaupt, so daß alle andern <hi rendition="#g">eigentlich</hi> galvanische wären; er ist eine<lb n="5"/>besondre Weise der Existenz des chemischen Processes; will man diesen galvanischen<lb n="6"/>nennen, so ist diß sehr überflüssig. α) es sind verschiedne, nicht differente, Metalle;<lb n="7"/>daß die Differenz nur als Verschiedenheit da ist, ist ein wesentliches Moment;<ptr type="anker" target="#fn-108-2"/> sie<lb n="8"/>beziehen sich durch die Neutralität des Wassers – es sey des blossen Wassers,<ptr type="anker" target="#fn-108-3"/> oder<lb n="9"/>auch eines salzigten – Beyde kommen nur in dieser Rüksicht in Betracht; – der<lb n="10"/>Unterschied von Leitern erster und zweyter Klasse, der [sich] auf das electrische<lb n="11"/>Verhältniß bezieht, hat hier keine Bedeutung.<ptr type="anker" target="#fn-108-4"/> – Die in sich reflectirte Form der<lb n="12"/>reinen Gediegenheit macht ihre Beziehung zu einer unmittelbaren absoluten Mit<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>theilung. Ihre Berührung setzt durch diese ihre Flüssigkeit die <hi rendition="#g">Spannung</hi> der<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>selben, was bey neutralen nicht der Fall ist, weil diese nicht die Form dieser sich<lb n="15"/>vollkommen gleichen Flüssigkeit haben. – Die Beziehung aber ist nur erst eine<lb n="16"/>Spannung, die erweckte Electricität, die selbst noch nicht da, noch nicht bemerk<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>bar ist.</p>
<note xml:id="fn-108-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>α) zwey Gleichgültige – Flüssigkeit derselben, <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> verschiedene; ihre un<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>mittelbare Flüssigkeit ist das Aufheben des neutralen physischen Körpers; sie sind nur <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="20"/>neutral, so daß sie nicht mehr physisch neutral sind; die Neutralität ist ihre Mitte, als Daseyn<lb n="21"/>des <hi rendition="#g">Ansich</hi>. Aber es ist nicht mehr nur Wasser, sondern ein neutraler physischer Körper<lb n="22"/>tritt als ihr Element ein; denn er ist in sich zurükgegangen – oder die Gestalt ist geworden, sie<lb n="23"/>ist das Allgemeine, sie ist SELBST der <hi rendition="#g">Proceß</hi>, hat das Feuer an ihr selbst – wie der neutrale<lb n="24"/>Proceß – aber in seiner <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> – (nicht bloß als Wärme)</note>
<note xml:id="fn-108-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>macht destillirtes Wasser gar keine Wirkung?</note>
<note xml:id="fn-108-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>Infection – Flüssigkeit Mittheilung des Metalls – Atom Zinn in Queksilber<lb n="27"/>Veränderung des Barometerstandes, seine specifische Schwere – einige Momente Kohlenstaub<lb n="28"/>hinreichend Eisen in Stahl zu verwandeln.</note>
<note xml:id="fn-108-4" type="rand" n="⁴"><lb n="29"/><seg type="marke">⁴ </seg>unchemischer Proceß ist der galvanische</note>
<pb n="106" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=109" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Es ist dasselbe wenn zwey Flüssigkeiten, eine Saüre und Wasser so übereinander<lb n="2"/>getragen werden, daß sie einander berühren, aber sich nicht vermischen, ausser an<lb n="3"/>den Gränzen – durch ihre Flüssigkeit, die getrennt ist, haben [sie] dieselbe Spannung,<lb n="4"/>und sind die gleiche Bedingung des galvanischen Processes.</p>
<p><lb n="5"/>Diese Spannung setzt die <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi> eines jeden als <hi rendition="#g">vermittelt</hi><lb n="6"/>durch das andre; d. h. als different, negativ – Aber diese Spannung hat ins Daseyn<lb n="7"/>zu treten; das substanzlose Daseyn ist die Electricität, eine Spannung welche den<lb n="8"/>Körper oberflächlich berührt, welche der Gestalt angehört, insofern sie nicht an<lb n="9"/>sich der Proceß ist, also sie nicht als Körper in ihn eintritt. Daher ist Electricität bey<lb n="10"/>jedem Processe, nur<ptr type="anker" target="#fn-109-1"/> beym galvanischen stärker weil hier die Selbstständigkeit der<lb n="11"/>Seiten Hauptmoment ist;<ptr type="anker" target="#fn-109-2"/> ganze Saüle <hi rendition="#g">Eine</hi> <hi rendition="#g">Electricität</hi> – Diese Spannung tritt<lb n="12"/><hi rendition="#g">durchs</hi> <hi rendition="#g">Wasser</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi> <hi rendition="#g">Bestehen</hi> oder den neutralen Körper in Daseyn,<ptr type="anker" target="#fn-109-3"/> –</p>
<note xml:id="fn-109-1" type="rand" n="¹"><lb n="13"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">keine</hi><ptr type="anker" target="#fn-109-s1"/> <hi rendition="#g">Wahlverwandschafft</hi> des neutralen Körpers vorhanden – Kochsalz</note>
<note xml:id="fn-109-s1" type="darunter" n="∗"><lb n="14"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">unchemischer</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi>.</note>
<note xml:id="fn-109-2" type="rand" n="²"><lb n="15"/><seg type="marke">² </seg>Schliessung der Kette, unmittelbare Berührung aller, und eben so vermittelte<lb n="16"/>Berührung</note>
<note xml:id="fn-109-3" type="rand" n="³" next="#fn-109-3.t2"><lb n="17"/><seg type="marke">³ </seg>β. Zweiter<ptr type="anker" target="#fn-109-s2"/> Schluß und zwar getheilter – jedes setzt sich durch die Mitte<lb n="18"/>(durch das andre <hi rendition="#g">different</hi>) das andre ist der Grund; dadurch ist jedes als differentes <hi rendition="#g">da</hi>; es<lb n="19"/>ist die Negation in sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> gesetzt. – α Es ist <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, allgemeines; β Einheit seiner selbst<ptr type="anker" target="#fn-109-s3"/><lb n="20"/>und der entgegengesetzten Individualität. γ) different auf das andere als auf ein fremdes sich<lb n="21"/>beziehend – Winterlscher Schluß.</note>
<note xml:id="fn-109-3.t2" type="rand" n="³" prev="#fn-109-3"><lb n="22"/>In diesem Schlusse setzt jedes sich und das andre different – chemische Differenz</note>
<note xml:id="fn-109-s2" type="ueber" n="∗"><lb n="23"/><seg type="marke">∗ </seg><figure/></note>
<note xml:id="fn-109-s3" type="rand" n="∗∗"><lb n="24"/><seg type="marke">∗∗ </seg><figure/></note>
<pb n="107" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=110" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GESTALTUNG UND CHEMISMUS</fw>
<p><lb n="1"/>Element, allgemeine Begriff des Aufgelöstseyns; die Metalle sind <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> Was<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ser; diß Ansich hat im Wasser sein Daseyn. So setzen sie also ihre Verschiedenheit<lb n="3"/>als daseyende im Wasser, verwenden es dazu; nicht aber nur aüsserlich, sondern<lb n="4"/>ihre <hi rendition="#g">Substanz</hi>; und der eine wird reducirt, oder hydrogenirt, der andre oxidirt.<ptr type="anker" target="#fn-110-1"/> –<lb n="5"/>Dieser chemische Gegensatz, der eine Weise der Substanz selbst ist, ist dann eben,<lb n="6"/>weil das Daseyn zugleich ein hinzutretendes ist, auch rein für sich da; Sauer und<lb n="7"/>Wasserstoffgas. – Die Wirkung dauert sehr lange fort, eben weil die beyden Seiten<lb n="8"/>selbstständig sind, also ihre Verschiedenheit sich erhält, nicht abgestumpft wird.<ptr type="anker" target="#fn-110-2"/></p>
<p><lb n="9"/>Der galvanische Proceß ist nun das Bild des organischen Processes; er ist es aber<lb n="10"/>noch nicht selbst,<ptr type="anker" target="#fn-110-3"/> er fällt noch auf die andre Seite herüber. Er ist das Feuer, das<lb n="11"/>sich durch sich selbst erzeugt, aus dem physischen selbstständigen Körper, das Selbst<lb n="12"/>an ihm selbst hat; aber α)<ptr type="anker" target="#fn-110-4"/> fallen die beyden Körper in die Selbstständigkeit aus<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>einander sie müssen zusammen, so wie das Wasser zu ihnen gebracht werden, und<lb n="14"/>ihre Schliessung. Aber durch dieses blosse formale Zusammenbringen ist das Selbst<lb n="15"/>an sich selbst gesetzt; es ist das ganz formale der Näherung, nicht mehr des<lb n="16"/>Reibens oder des hinzutretenden Selbsts des Feuers. Beyde Seiten sind selbstständig,<lb n="17"/>vollkommen in sich reflectirte Verschiedenheit; ihre Beziehung zugleich ihre<lb n="18"/><hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi>, ihre Auflösung <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, und ihre daseyende differente Be-</p>
<note xml:id="fn-110-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Feuer, Funken Brennbar; Reinlichkeit mit der die unterschiednen Momente,<lb n="20"/>jedes für sich [sich] darstellt, d. h. in der Totalität [ist] jedes gesetzt.</note>
<note xml:id="fn-110-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>γ) <hi rendition="#g">Wärme</hi>, <hi rendition="#g">negative</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi>, Feuer tritt hervor – Chemische Momente<lb n="22"/>Sauer und Wasserstoffgas – Aufheben der Neutralität, Erzeugung des Selbsts, des freyen<lb n="23"/>Feuers – der physische Körper, das neutrale gleichgültige Bestehen geht zu Grunde und zwar<lb n="24"/>als Körper – Feuer electrisches <hi rendition="#g">fortgesetztes</hi> wesentlich.</note>
<note xml:id="fn-110-3" type="rand" n="³"><lb n="25"/><seg type="marke">³ </seg>In ungetrennter Einheit <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> und <hi rendition="#g">Selbst</hi>, Gestalt und <hi rendition="#g">Feuer</hi>.</note>
<note xml:id="fn-110-4" type="rand" n="⁴"><lb n="26"/><seg type="marke">⁴ </seg>α) <hi rendition="#g">freye</hi> Selbstständigkeit der Seiten<lb n="27"/>β) Aufheben des neutralen Körpers</note>
<pb n="108" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=111" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ziehung, ist die Wirklichkeit dessen was sie an sich sind, nicht als ihr <hi rendition="#g">Element</hi>,<lb n="2"/>allgemeiner Begriff, sondern Selbst, Subject, wahre Substanz.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="3"/>III.</head>
<head><lb n="4"/>DAS ORGANISCHE.<ptr type="anker" target="#fn-111-1"/></head>
<p><lb n="5"/>Die allgemeine Gegenwart und Wirklichkeit, welche das Licht ist, hat alle<lb n="6"/>Momente des physischen Körpers durchdrungen; er ist <hi rendition="#g">lebendiges</hi>; noch nicht<lb n="7"/>beseeltes. Es ist ein <hi rendition="#g">allgemeines</hi> Selbst; das noch nicht dieses einzelne Selbst ist;<lb n="8"/>– noch der Raum, das allgemein organische. Das <hi rendition="#g">an</hi> und <hi rendition="#g">für</hi> sich seyende, die ein<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>fache Substanz aller ihrer Momente, und ebendarum <hi rendition="#g">bestehen</hi> diese Momente,<lb n="10"/>selbstständiges <hi rendition="#g">Ansichseyn</hi>, das darin besteht sich aufzuheben. Sie sind wirkliche,<lb n="11"/>sie sind freye Theile, aber Theile die zweckmässig sind, die allein durch den Begriff<lb n="12"/>des ganzen bestimmt sind, oder im Begriffe bleiben; worin die Form und die Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>stanz schlechthin nicht mehr getrennt sind – Die <hi rendition="#g">einzelnen</hi> <hi rendition="#g">Körper</hi> <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">wirk</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">liche</hi> <hi rendition="#g">Subjecte</hi>, aber sie haben die <hi rendition="#g">Form</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">vollkommen</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi>,<lb n="15"/><hi rendition="#g">sondern</hi> <hi rendition="#g">es</hi> fällt <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Theil</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi> derselben <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi>. Das</p>
<note xml:id="fn-111-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>Reflexion über das <hi rendition="#g">Vorhergehende</hi>; α) Wiederhohlung des <hi rendition="#g">mechanischen</hi><lb n="17"/>und <hi rendition="#g">chemischen</hi> im physischen – Im Elemente <hi rendition="#g">reflectirte</hi> Bewegung <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Seyns</hi> und<lb n="18"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Selbsts</hi> – <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi><lb n="19"/>β) wie ist das physischchemische zur Gestalt zurükgegangen – darin, daß der Proceß sich<lb n="20"/><hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Gediegenheit</hi> zu Seiten gesetzt, und das <hi rendition="#g">neutrale</hi> aufgehoben, und ebenso<lb n="21"/>das <hi rendition="#g">gedigne</hi> zum neutralen gemacht [hat].<lb n="22"/>γ) ist die <hi rendition="#g">Substanz</hi> des bisherigen, <hi rendition="#g">trägt</hi> dasselbe überhaupt, an <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">da</hi>, wie die<lb n="23"/>einzelnen Organe an einem Subjecte<lb n="24"/><hi rendition="#g">physische</hi> <hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi> aufgelöst</note>
<pb n="109" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=112" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>organische ist schon <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> das was es <hi rendition="#g">wirklich</hi> ist. Es ist die Bewegung seines<lb n="2"/><hi rendition="#g">Werdens</hi>. Aber was das Resultat ist, ist auch das Vorhergehende. Bisher diß unser<lb n="3"/>Erkennen. Physischer Körper ist <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, Einheit der Schwere und Wärme; diß<lb n="4"/>wird er, und gerade diß Werden ist seine Wirklichkeit selbst. – Das was er <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="5"/>ist, ist selbst ebenso ein Werden, das hinter, jenseits seiner Wirklichkeit liegt; oder<lb n="6"/>es sind seine <hi rendition="#g">Eigenschafften</hi>, allgemeine, aufgehobne Momente, deren Subject<lb n="7"/>er ist. Es ist der Schluß, worin seine Allgemeinheit durch die Bestimmtheit in die<lb n="8"/>Einzelnheit zurükgeht, und diese ebenso in die Allgemeinheit; daß sie Einheit bey<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>der Extreme ist. – <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Einzeln</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi>, <hi rendition="#g">war</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Werden</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">physischen</hi> <hi rendition="#g">Körpers</hi>, als lichtdurchdrungner<lb n="11"/><hi rendition="#g">Krystall</hi>; das andre sein <hi rendition="#g">Werden</hi> <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Organischen</hi>. Jenes ist in ihm so, daß<lb n="12"/>die Theile, d. h. Momente das Ganze hervorbringen; denn die Theile sind das<lb n="13"/>Allgemeine; es ist seine unorganische Natur. Sie <hi rendition="#g">erregt</hi> ihn, d. h. sie wirkt nicht<lb n="14"/>auf ihn so, daß er das passive wäre, sondern sie ist vielmehr das passive er aber das<lb n="15"/>thätige aber nicht als rein negatives Verhalten, sondern eben sie hebt sie in ihm<lb n="16"/>selbst auf. Es wirkt nichts auf andre, wenn diß andre nicht selbst <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> schon<lb n="17"/>diese Wirkung ist. Erregung ist daher nicht ein formeller Reitz, wo als denn das<lb n="18"/>organische auf eigne Weise reagirte, ein blosser Anstoß; sondern es ist Substanz,<lb n="19"/>welche an sich selbst ins organische übergeht, zu demselben wird. Es sind zwey<lb n="20"/>Substanzen, jede dasselbe <hi rendition="#g">Ansich</hi> als die andre; d. h. Eine Substanz; aber zwey<lb n="21"/>Wirkliche, und deßwegen ist jener Übergang formell; das organische ist das Selbst,<lb n="22"/>die Krafft, die Einheit seiner selbst und seines negativen; es hat nur als diese Einheit<lb n="23"/>die Krafft über dasselbe, und die Beziehung macht das <hi rendition="#g">wirklich</hi>, was <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="24"/>ist; – der Übergang ist also formell insofern beyde dasselbe Wesen sind; aber er ist<lb n="25"/>es nicht so, als ob das andre ein fremdes bliebe, und nur erregte, ein Fremdes, das<lb n="26"/>nicht durch seine Substanz in das organische einträte, und eine eigne Substanz für<lb n="27"/>sich behielte.</p>
<p><lb n="28"/>Das Unorganische geht eben in dem organischen in sich selbst zurük, ist <hi rendition="#g">ein</hi><lb n="29"/><hi rendition="#g">Selbst</hi>; diese Einzelnheit aber ist ebendarin selbst allgemeine; ihre Selbsterhaltung<lb n="30"/>ist dieses sich aufheben des Allgemeinen; dadurch ist die Einzelnheit, aber diese geht<lb n="31"/>in die Entzweyung, Realität über, und ist so selbst aufgehobnes Einzelnes; – die</p>
<pb n="110" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=113" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Blätter u.s.f. bringen den Baum, er aber diese seine Theile hervor; sie machen etwas,<lb n="2"/>das schon <hi rendition="#g">ist</hi>; weil sie Beziehung auf ihn haben, als aufgehobne; und er bringt<lb n="3"/>ebenso nur sich hervor; sein Thun ist in sich reflectirt. Der Anfang ist dasselbe, was<lb n="4"/>das Ende ist.</p>
<space/>
<p><lb n="5"/>Diß allgemeine Leben, die Erde, hat also lebendige Theile, die Elemente sind,<lb n="6"/>sein allgemeines seine unorganische Natur; es sind als freye selbstständige, Sonne<lb n="7"/>Komet und Mond, aber in ihrer Wahrheit, die Elemente der Lufft, als Atmosphäre,<lb n="8"/>des Wassers als Meer, des Feuers aber als die befruchtete, aufgelöste Erde, als be<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>fruchtende Sonne abgesondert. Ihr Leben ist der atmosphärische und Meerproceß,<lb n="10"/>worin sie diese erzeugt, jedes ein eignes Leben für sich ist, und ebenso nur ihn<lb n="11"/>constituiren. Es hat hier das <hi rendition="#g">chemische</hi> seine absolute Bedeutung verloren; es<lb n="12"/>ist nur Moment, es ist in die Selbstständigkeit reflectirt, wird unter dem Subject<lb n="13"/>gebunden, getödtet festgehalten; jedes ist durch seine Substanz selbst, als freyes<lb n="14"/>Subject auf das andre bezogen.</p>
<p><lb n="15"/>Die <hi rendition="#g">Gestaltung</hi> der organischen Erde enthält die Weisen des Daseyns ihres<lb n="16"/>organischen Lebens. – Als dieses ist die lebendige befruchtete Erde, welches die<lb n="17"/>wirksame Sonne als irrdisches Feuer in ihr enthält, und das Leben überhaupt. Ihr<lb n="18"/>erstes <hi rendition="#g">bestimmtes</hi> Leben aber ist die <hi rendition="#g">Atmosphäre</hi>. Als reine Bewegung, als<lb n="19"/>ideelle Substanz, hat sie das Leben der himmlischen Sphäre an ihr; ihre Verän<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>derungen hängen mit der himmlischen Bewegung zusammen; aber sie materialisirt<lb n="21"/>dieselbe in ihrem Elemente. Sie ist die aufgelöste rein gespannte Erde, das Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>hältniß von Schwere und Wärme. Sie durchlaüfft ebenso die Periode des Jahres,<lb n="23"/>des Monats als des Tages; und drückt sie als Veränderungen der Wärme und<lb n="24"/>Schwere aus. Diese periodischen Wechsel treten wieder so auseinander, daß wo die<lb n="25"/>Achsendrehung das überwiegende ist, die Periode des Tages das Übergewicht hat,<lb n="26"/>unter dem Äquator – tägliche Veränderungen des Barometerstandes, tägliche Ebbe<lb n="27"/>und Fluth – im Jahre aber tritt diß Verhältniß nicht auseinander, hingegen bey uns,<lb n="28"/>wo die tägliche Ebbe und Fluth wenig bemerklich, und alle Zeit der Veränderung<lb n="29"/>mit dem Monde mehr zusammenhängt.</p>
<pb n="111" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=114" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Die Schwere ist innre Schwere, Elasticität, als Druck, aber wesentlich Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>änderung der <hi rendition="#g">specifischen</hi> Schwere; Bewegung Wogen derselben, die mit<lb n="3"/>Temperaturveränderung zusammenhängt, aber so daß diese die entgegesetzte Be<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>deutung hat, gemeine und Lichttemperatur zu seyn; jene ausgeschiedne Wärme,<lb n="5"/>diese frey durchs Licht hinzutretende. Die letztere ist überhaupt Klarheit der Lufft<lb n="6"/>reine Elasticität derselben, hoher Barometerstand; während jene der Gestaltung an<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gehört, und wenn das elastische in Regen, Schnee übergeht, da ist.<ptr type="anker" target="#fn-114-1"/></p>
<p><lb n="8"/>Diese abstracten Momente gehen eben in der Lufft in sich zurück; die himmlische<lb n="9"/>Bewegung <hi rendition="#g">materialisirt</hi> [sich] in ihnen, und ebenso <hi rendition="#g">greifft</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">andern</hi><lb n="10"/>Seite Meer und Erde in sie ein, und verflüchtigt sich in sie; ein proceßloser un<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>mittelbarer Übergang; die Luft individualisirt beydes in ihr, theils zu dem all<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gemeinen atmosphärischen Processe, worin eben ihre höchste Selbstständigkeit und<lb n="13"/>das Aufheben des Wassers und der Erde – in Gerüche – ihre eigne Entladung, Über<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gang in Wasser wird, – theils in die vergänglichen Comeden, Meteore – theils in<lb n="15"/>Erden, die sie erzeugt, Atmosphärilien, – theils in giftige Winde, Miasmen für den<lb n="16"/>thierischen Körper – theils Honig- und Mehlthaue; thierische und vegetabilische<lb n="17"/>Lüffte.<ptr type="anker" target="#fn-114-2"/></p>
<p><lb n="18"/>Die neutrale Erde aber, das <hi rendition="#g">Meer</hi> ist eben so die Bewegung der Ebbe und Fluth,<lb n="19"/>eine aus der Bewegung von Sonne und Mond zusammengesetzte – so wie der<lb n="20"/>Gestalt der Erde. Wie die Lufft sich ihre Spannung aus der Erde nimmt, sich als<lb n="21"/>allgemeines Element, so das Meer seine Neutralität; die Erde dünstet gegen die<lb n="22"/>Lufft aus als Meer, gegen das Meer aber ist sie Crystall, der das überflüssige Wasser<lb n="23"/>aus sich abscheidet, in Quellen die sich zu Flüssen sammeln. Aber diß ist abstracte<lb n="24"/>Neutralität, süsses Wasser, das Meer die physische. Der Crystall der Erde geht in<lb n="25"/>diese über. Der Ursprung der Quellen aüsserlich vorgestellt, als ein Durchsickern</p>
<note xml:id="fn-114-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>wiederhohlt oder ist die beständige Wirklichkeit des absoluten Processes</note>
<note xml:id="fn-114-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Bitterkeit dem Erdharz<ptr type="anker" target="#fn-114-s1"/> sonsten zugeschrieben Gr. 807.</note>
<note xml:id="fn-114-s1" type="ueber" n="∗"><lb n="28"/><seg type="marke">∗ </seg>Bittererde</note>
<pb n="112" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=115" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ist eine mechanische und ganz oberflächliche Vorstellung – wie nach der andern<lb n="2"/>Seite Vulkane und heisse Quellen.<ptr type="anker" target="#fn-115-1"/></p>
<p><lb n="3"/>Allenthalben sehen wir Gegenden, – besonders Sandsteinlager, welche immer<lb n="4"/>Feuchtigkeit abscheiden. – Das Meer selbst ist diese höhere Lebendigkeit als die<lb n="5"/>Lufft; Subject, der Bitterkeit, und Neutralität, und Auflösung; ein lebendiger<lb n="6"/>Proceß der immer auf dem Sprunge ist in Leben auszuschlagen, weil es alle Momente<lb n="7"/>desselben enthält; den Punkt des Subjects, die Neutralität, und die Auflösung jenes<lb n="8"/>in diese. Es bricht daher so gern in phosphorescirendes Licht aus – ein oberfläch<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>liches Leben, das sich in die einfache Einheit zusammennimmt, aber auch ebenso<lb n="10"/>in vollkommen in sich reflectirte Einheit – ein Lichtmeer, das aus lauter lebendigen<lb n="11"/>Punkten – Thierchen besteht, die sogleich ersterben, und zu leuchten aufhören,<lb n="12"/>wenn sie herausgenommen werden – Werden des Wassers zur Gallerte – wie das<lb n="13"/>Meer auch nur eine Erfüllung von Infusionsthierchen ist.</p>
<p><lb n="14"/>Das eigenthümliche Leben der Erde aber ist bestimmt darin,<ptr type="anker" target="#fn-115-2"/> daß sie das <hi rendition="#g">all</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">gemeine</hi> d. h. <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Individuum ist. Es ist das feste Gebäude der Erde,<lb n="16"/>welches sein Leben noch nicht als Seele hat; sondern als allgemeines Leben ist – das<lb n="17"/>Leben im Elemente des <hi rendition="#g">Seyns</hi>. Es ist die unorganische Erde – die als unbegeistete<lb n="18"/>Gestalt ihre Glieder auslegt, wie einen starren Körper und seine Gegliederung. Ihre<lb n="19"/>Abscheidung in Wasser und Land, und festes Land und Inseln, und die Figuration<lb n="20"/>und Crystallisation derselben, in Thälern und Gebirge – gehört der reinen <hi rendition="#g">mecha</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">nischen</hi> <hi rendition="#g">Gestaltung</hi>; – es läßt sich hiebey wohl sagen, daß die Erde an einem<lb n="22"/>Orte <hi rendition="#g">contrahirter</hi>, am andern <hi rendition="#g">expandirter</hi> <hi rendition="#g">sey</hi> – aber damit nichts gesagt;<lb n="23"/>– auch kann der Zug der Länder und Gebirge auf <hi rendition="#g">magnetische</hi> Axen bezogen<lb n="24"/>werden, nordwestlich nach südosten; aber der Magnetismus ist überhaupt als<lb n="25"/>lineare Richtung ein ganz formales Moment, dessen Krafft gerade schon in der<lb n="26"/>Kugel, und noch mehr im Subjecte unterdrückt ist. Die ganze Gestaltung zu be-</p>
<note xml:id="fn-115-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>Lunge ihre Ausdünstung, Absondrungsgefässe; so ihre Leber,<lb n="28"/>diß sich an ihnen selbst Erhitzen.</note>
<note xml:id="fn-115-2" type="rand" n="²"><lb n="29"/><seg type="marke">² </seg>Das Selbst ist als die <hi rendition="#g">Verschiedenheit</hi> der Gestaltung; – ruhige <hi rendition="#g">Auslegung</hi>,<lb n="30"/>Moment der Selbstständigkeit <hi rendition="#g">aller</hi> <hi rendition="#g">Theile</hi></note>
<pb n="113" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=116" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>greiffen, müßte die feste Lagerung, und nicht sowohl in Vergleichung mit dem<lb n="2"/>Meere, als mit dessen Ströhmungen zusammengenommen werden, dem Ausdrucke<lb n="3"/>der freyen Bewegung der Erde an ihr selbst. – Im allgemeinen die der Kugel ent<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gegen zur Bestimmung strebende Gestaltung geht auf das piramidalische, – innerhalb<lb n="5"/>jener also einen Grund, eine Breite, die sich nach der andern Seite zuspitzt; zerfallen<lb n="6"/>nach Süden – Aber die unruhige umdrehende Ströhmung höhlt diese Figur allent<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>halben in der Richtung von Westen nach Osten zu ein, treibt drückt das Feste gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>sam nach Osten, und schwellt sie an nach der östlichen Seite, – wie ein gespannter<lb n="9"/>Bogen – und westlich bauchigt und eingerundet.<ptr type="anker" target="#fn-116-1"/> Überhaupt ist aber das Land in<lb n="10"/><hi rendition="#g">zwey</hi> <hi rendition="#g">Theile</hi> <hi rendition="#g">zerrissen</hi>, <hi rendition="#g">alte</hi> und <hi rendition="#g">neue</hi> <hi rendition="#g">Welt</hi>, wovon diese die unausgebildete<lb n="11"/>Entzweyung überhaupt darstellt; einen nördlichen und südlichen Theil in der<lb n="12"/>Weise <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Magnets</hi>; Natürlichkeit, bleibt zurük kindische Natur – der andre<lb n="13"/>aber die vollkommnere Entzweyung in drey Theile – einer, das <hi rendition="#g">gediegne</hi> <hi rendition="#g">Me</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">tall</hi>, der nicht ins <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> <hi rendition="#g">tretende</hi> <hi rendition="#g">stumpfe</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi><ptr type="anker" target="#fn-116-2"/> – der andre, die<lb n="15"/><hi rendition="#g">Ausschweifung</hi>, die <hi rendition="#g">wild</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> aus <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">gebährende</hi> <hi rendition="#g">Mitte</hi>, die <hi rendition="#g">form</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">lose</hi> <hi rendition="#g">Erzeugung</hi>; – der dritte aber das <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi>; der [der] vernünftige<lb n="17"/><hi rendition="#g">Theil</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Erde ist.<ptr type="anker" target="#fn-116-3"/></p>
<p><lb n="18"/>Die <hi rendition="#g">Geschichte</hi> ist <hi rendition="#g">früher</hi> in die <hi rendition="#g">Erde</hi> <hi rendition="#g">gefallen</hi>; itzt aber ist sie zur Ruhe<lb n="19"/>gekommen. Ein Leben, das in sich selbst gährend, die Zeit an ihm selbst hatte, – der</p>
<note xml:id="fn-116-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>jungfraüliche Erde <hi rendition="#g">Paradies</hi> der <hi rendition="#g">Menschen</hi> hier <hi rendition="#g">gefunden</hi> – <hi rendition="#g">üppige</hi><lb n="21"/><hi rendition="#g">Vegetation</hi> <hi rendition="#g">Tiger</hi> Jaguar alle <hi rendition="#g">Löwe</hi>, Krocodiel Kaimaken <hi rendition="#g">grössere</hi> <hi rendition="#g">Vögel</hi> Schmetterlinge<lb n="22"/><hi rendition="#g">schwächre</hi> <hi rendition="#g">Thiere</hi>, <hi rendition="#g">Menschen</hi></note>
<note xml:id="fn-116-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Entstehung, Werden wilde Verwüstung des Menschengeschlechtes</note>
<note xml:id="fn-116-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg>allgemeiner <hi rendition="#g">Charakter</hi> der Gestalt – Hat die Erde eine <hi rendition="#g">Geschichte</hi>? Was<lb n="25"/>ist <hi rendition="#g">Geschichte</hi>? <hi rendition="#g">Zeit</hi><ptr type="anker" target="#fn-116-s1"/> fällt in den Menschen dem Vernunftlosen gegenüber</note>
<note xml:id="fn-116-s1" type="rand" n="∗"><lb n="26"/><seg type="marke">∗ </seg>Form des <hi rendition="#g">Nacheinander</hi>, neben dem zugleich.</note>
<pb n="114" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=117" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Erdgeist, der noch nicht zur Entgegensetzung gekommen; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">und</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">Träume</hi> eines <hi rendition="#g">schlaffenden</hi>, bis er erwacht und im Menschen sein Bewußtseyn<lb n="3"/>erhalten, und sich also als ruhige Gestaltung gegenübergetreten. – <hi rendition="#g">Blosses</hi> <hi rendition="#g">Ge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">schehen</hi>, – Lagerung nacheinander macht durchaus nichts begreifflich, oder viel<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mehr läßt die Nothwendigkeit, das Begreiffen ganz; Auflösung in Wasser, oder<lb n="6"/>Feuer ganz einzelne Seiten, welche die organische Gährung nicht ausdrücken.<lb n="7"/>– Ebenso sie als Oxydations–Desoxydationsproceß zu begreiffen, Kohlenstoff–Stick<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>stoffreihe ist etwas ganz oberflächliches.</p>
<p><lb n="9"/>Die physische Bildung der Erde ist so beschaffen, daß ihre <hi rendition="#g">Oberfläche</hi> in<lb n="10"/><hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Mittelpunkte</hi> ausbricht,<ptr type="anker" target="#fn-117-1"/> in Punkte der Totalität, welche das Ganze<lb n="11"/>in sich vereinigen,<ptr type="anker" target="#fn-117-2"/> und von da aus es zerfallen lassen, und einzeln herausgebohren<lb n="12"/>es darstellen; jene Contraction sich aufschliessend, geht sie in das Auseinander<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>werfen der Momente über. Diese Mittelpunkte sind eine Art von Kernen, welche<lb n="14"/>in ihren Schaalen und Rinden das Ganze darstellen, und durch sie hindurch sich in<lb n="15"/>den allgemeinen Boden, als ihr Element verlauffen.</p>
<p><lb n="16"/>Der <hi rendition="#g">Kern</hi> und <hi rendition="#g">Wurzel</hi> dieser Bildungen ist nicht einfaches,<ptr type="anker" target="#fn-117-3"/> sondern die <hi rendition="#g">ent</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">wickelte</hi> Totalität der Bildung; die Existenz der organischen Einheit, wie sie an<lb n="18"/>dieser allgemeinen Individualität seyn kann; d. h. nicht in der Form des einfachen<lb n="19"/>Selbsts, sondern der Totalität, welche die Momente auseinandergeschieden in sich<lb n="20"/>enthält. Dieser Kern ist der <hi rendition="#g">Granit</hi>; er besteht bekanntlich aus Kiesel, der absoluten<lb n="21"/>Erde der spröden Punktualität – dem <hi rendition="#g">Glimmer</hi>, der <hi rendition="#g">Fläche</hi>, welche sich zum<lb n="22"/>Gegensatze entwickelt, der sich aufschliessenden Punctualität, dem Momente der<lb n="23"/>Brennbarkeit, das den Keim aller Abstractionen enthält, endlich dem <hi rendition="#g">Feldspath</hi>,</p>
<note xml:id="fn-117-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>wie in <hi rendition="#g">einzelne</hi> <hi rendition="#g">Pflanzen</hi></note>
<note xml:id="fn-117-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Drinnen und Drunten ist Nichts, – Nichts was <hi rendition="#g">nicht</hi> auf Erden ist</note>
<note xml:id="fn-117-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>nicht ein einfaches Selbst; Momente entfaltet an ihm selbst; Punkt – Fläche –<lb n="27"/>Ganzes</note>
<pb n="115" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=118" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>die angedeutete noch unentwickelte Neutralität des Kalchs. Es ist diß die einfache<lb n="2"/><hi rendition="#g">irrdische</hi> <hi rendition="#g">Dreyeinigkeit</hi>, welche sich nun nach ihren Verschiedenen Seiten ent<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>wickelt – und zwar bestimmt in den zwey Richtungen des Processes, das einemal,<ptr type="anker" target="#fn-118-1"/><lb n="4"/>daß dieses Ganze die Unterschiede als seine Form an ihm hat, und dasselbe, nur<lb n="5"/>verschieden modificirt, dem Inhalte nach bleibt, – das andremal daß die Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>schiede die Substanz durchdringen und sie zu einfachen Abstractionen werden<lb n="7"/>– jenes die Gestaltung, wie sie hier erscheint, – diß der Unterschied, der aber alle<lb n="8"/>Bedeutung des chemischen verloren, und eben die Gestaltung der einfachen physi<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>calischen Körper ist.</p>
<p><lb n="10"/>Die Granitgebirge haben Gneus, Sienit, worin der Glimmer thonigt, Hornblende<lb n="11"/>wird, Glimmerschiefer und dergleichen um sich her gelagert, lauter leichte Ab<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>änderungen, der Glimmer aber wird zum Thone vorzüglich im Porphyr, – die<lb n="13"/>Gräntze dieser absoluten Gebirge – der Glimmer geht in färbendes Metall und<lb n="14"/>Thon über – Die Grauwacken Formation – Glimmer in Metallisches – überhaupt<lb n="15"/>ein feines Gemenge von den Bestandtheilen des Granits – Porphyr Feldspat Kiesel<lb n="16"/>und Thon. – Die nächste Formänderung wird die Schieferformation – das einfach<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>gewordne, und die aufgehobne Neutralität; eisen- und besonders schweflichte Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>bindung drückt das Brennliche verbunden aus; aber in der reinen Trappformation,<lb n="19"/>und besonders Basaltform ist es rein geworden – Vulkanischer Ursprung hat diese<lb n="20"/>Wahrheit, daß er dem Feuerprincip angehört, aber sowenig, als durch Wasser, wie<lb n="21"/>durch Feuer entstanden ist. – Auf der andern Seite geht das Ganze in die <hi rendition="#g">Salz</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>form; der salzigten Erde, das zur Bitterkeit aufgeschlossnere Brennliche; Serpentin<lb n="23"/>und dergleichen, das unregelmässig hier und da hervorkommt – Dieser brennlichen</p>
<note xml:id="fn-118-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>α) äusserliche Formirung<lb n="25"/>β) Vertilgung der daseyenden Momente der Totalität, – und die reine Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>scheidung derselben als Abstraction β) Zerfallen in gleichgültiges Daseyn, aufgeschwemmtes<lb n="27"/>Land; ebensogut das Erste, der Grund und Boden.</note>
<pb n="116" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=119" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Form steht dann die kalchigte überhaupt gegenüber; – das Neutrale, das aber durch<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>drungen von der Metallität die qualitative Einheit an ihm hat, und daher ganz von<lb n="3"/>organischer Bildung durchdrungen ist.</p>
<p><lb n="4"/>Diese Hauptformationen gehen in sogenannte Flötz und aufgeschwemmte Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>birge über, wo diese Momente ausgeschieden fast als reine Erden die ganz auf<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>gelöste Totalität darstellen; in den Sandsteinlagern, den Quellen des Wassers, –<lb n="7"/>thon- Letten- Lagerungen – Steinkohlenflötzen, Torflagern, bituminösen Schiefern<lb n="8"/>– Steinsalzlagerungen und endlich Kalk und Gypslagern –</p>
<p><lb n="9"/>Aber indem der Granit und was ihm angehört sich zu der Abstraction zu<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>sammennimmt, schließen sich ebenso dagegen die sich abscheidenden Ertze – auf,<lb n="11"/>theils besonders früh Eisen, Gold – allenthalben eingesprengt, durch ganze Gebirgs<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>massen, Lagerungen und vorzüglich in Gängen, und (Kupfer) Flötzen. Ein Herein<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>fliessen von Materien ist mechanisch und gedankenlos – so wie Kohlenstoff u.s.f.</p>
<p><lb n="14"/>α)<ptr type="anker" target="#fn-119-1"/> die <hi rendition="#g">Gänge</hi>, Nester u.s.f. sind diese Behälter vornemlich der rein sich aus<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>scheidenden Erze, – Steinarten, Krystallen, – vorgestellt als Sprünge, durch Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>trocknung, so daß der aufgelöste Brey von Metallen u.s.f. dahin gelauffen ist – Höchst<lb n="17"/>begreifflich – <hi rendition="#g">heilten</hi> dann <hi rendition="#g">zu</hi>. In Wahrheit aber sind sie diß nicht nur mechanische<lb n="18"/>sich zusammenfassen, – sondern physische – die Theile der Totalität, die sich ver<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>einfachen, das entwikelte Daseyn aufheben, und eben daher itzt in abstracter Form<lb n="20"/>es heraustreiben. Der Lauff der Gänge ist der Richtung des Gebirgs meist entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>gesetzt, – gleichsam Bruchflächen, aber nicht nur der Raumgestalt, sondern physische<lb n="22"/>Bedeutung.<ptr type="anker" target="#fn-119-2"/></p>
<p><lb n="23"/>β) In dem Studium der Geologie ist einestheils zuerst auf die allgemeinen Massen,<lb n="24"/>Begriff der Momente zu sehen – wo ein kleiner Unterschied sich vorfindet, wird eine</p>
<note xml:id="fn-119-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">organisches</hi> Fassen</note>
<note xml:id="fn-119-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>TREBRA’s Beobachtung, daß in die sanften Abhänge Gänge fallen</note>
<pb n="117" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=120" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>neue Gattung, Art daraus gemacht; – gedankenloses Aufzählen. – Das wichtigste<lb n="2"/>ist in der Natur den Übergängen der Lagerungen nachzugehen; die Natur bindet<lb n="3"/>sich nur im Allgemeinen an diese Ordnung; und bringt sie in mannichfaltiger Ab<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>wechslung hervor, worin ihre Grundzüge jedoch bleiben. – Alsdenn aber indem<lb n="5"/>sie sie als Theile im Gleichgültigen <hi rendition="#g">Nebeneinander</hi> lagert, deutet sie die Noth<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>wendigkeit durch Übergehen des Verschiednen in einander an;<ptr type="anker" target="#fn-120-1"/> aber nicht nur<lb n="7"/>durch blosse Allmähligkeit des Abnehmens sondern eben dem Begriffe nach unter<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>schieden tritt für die blosse Anschauung die Verschiedenheit der Art hervor. Die<lb n="9"/>Natur bezeichnet diese Übergänge als Vermischung des qualitativen und quanti<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>tativen, – oder zeigt, daß der Art nach das Eine von einer andren verschieden<lb n="11"/>sey – Es fangen in dem Einen Gesteine sich Kugeln, Nester, Mittelpunkte des andren<lb n="12"/>zu bilden [an] – die zum theil eingemengt, zum theil auch aüsserlich abgeschnitten<lb n="13"/>in jenem sich bilden. – Heym dieses [an] Übergängen vorzüglich aufgezeigt, das<lb n="14"/>Ausbrechen des Einen im Andern – philosophischer Ansicht –</p>
<p><lb n="15"/>γ)<ptr type="anker" target="#fn-120-2"/> organische Gebilde. Sie gehören vorzüglich den Thonschiefern und Kalk<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>lagerungen an, theils vereinzelnte Thier und Pflanzenformen zerstreut. Aber vor<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>nemlich ganze ungeheure Massen durch und durch organisch gebildet – Kalk-<lb n="18" break="no"/>Schiefermassen – ebenso Steinkohlenflötze worin man sehr haüffig bestimmt die<lb n="19"/>Baumform erkennt – So daß wohl soviel – wenn die Breccien dazu gerechnet<lb n="20"/>werden, organisch gebildet vorhanden ist – als anderes – Hier sind es nicht einzelne<lb n="21"/>zerstreute Pflanzen oder Thiere in einer Masse, sondern durch und durch ebenso<lb n="22"/>allenthalben fast geformt, als ein Kalkkrystall in allen Punkten zerschlagen rhombo<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>idalisch ist – so eins am andern, – nicht ganz so innerlich wie Rhomboide des Kalks. –<lb n="24"/>Hier ist man freylich gleich fertig, eine organische Welt da gewesen seyn zu lassen,<lb n="25"/>die im Wasser untergegangen. Aber woher denn diese? Sie ist aus der Erde auf-</p>
<note xml:id="fn-120-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Heym</hi> ganz abgesondert</note>
<note xml:id="fn-120-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Es fängt die organische Bildung an</note>
<pb n="118" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=121" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gestanden, nicht geschichtlich, sondern geht daraus wie noch immer hervor, und<lb n="2"/>hat ihre Substanz darin. – Jene organische Formen sind besonders wo sie einzelner<lb n="3"/>sind, nicht die ganze Masse constituiren, da vorhanden, wo Lager in einander über<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gehen. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Gräntze</hi>, <hi rendition="#g">wo</hi> die Momente, welche die proceßlose Natur auseinander<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>fallen läßt, ineinsgesetzt sind, ist vorzüglich der Sitz organischer Gebilde, der Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>steinerungen; und solcher Gebilde, die weder Thierform noch Pflanzenform haben,<lb n="7"/>sondern über die Krystallform hinausgehen Spiele und Versuche in Organischer<lb n="8"/>Formung sind. In dem <hi rendition="#g">schiefrigten</hi> und <hi rendition="#g">kalkichten</hi> schließt sich besonders<lb n="9"/>das unorganische auf;<ref type="anker" target="#fn-121-1">¹</ref> denn jenes indem es sich aus seinem erdigten theils zum<lb n="10"/>schweflichten herausbildet, theils aber das metallische Princip an ihm erhält; hebt<lb n="11"/>sich seine feste Subjectivität auf. Seine Punctualität, durch das Bitumen aufgeschlos<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>sen, die Differentiation überhaupt an ihm habend,<ref type="anker" target="#fn-121-2">²</ref> empfängt an der Metallität die<lb n="13"/>Continuität – Einheit [des] absoluten Subjects und Prädicats, – ist unendlich – und<lb n="14"/>geräth ins Schwanken zwischen Organischem und Unorganischem. – Ebenso das<lb n="15"/>kalkichte – es ist das Neutrale – es hat das Moment der Realität, des Bestehens an<lb n="16"/>seinen Seiten, und die einfache Metallität tritt durch die <hi rendition="#g">Einfachheit</hi> ihrer<lb n="17"/>Continuität als die qualitative Einheit [auf], welche die Gleichgültigkeit jener Seiten<lb n="18"/>tilgt, eine Einheit, welche Seiten des Neutralen, Neutrales, welches Einheit hat, –<lb n="19"/>den Übergang zum Organischen darstellt; einerseits den Sprung in die todte Neu<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>tralität, andererseits in die todte Abstraction und Einfachheit aufhält. – Diese<lb n="21"/><hi rendition="#g">organische</hi> <hi rendition="#g">Formen</hi> sind nicht zu betrachten,<ref type="anker" target="#fn-121-3">³</ref> <hi rendition="#g">daß</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">einmal</hi> <hi rendition="#g">wirklich</hi><lb n="22"/><hi rendition="#g">gelebt</hi> haben, denn von einzelnen ist nicht die Rede – und dann gestorben seyen,<lb n="23"/>sondern sie sind todt gebohren, – so wenig die Knochenfasern Adern oder Nerven<lb n="24"/>gewesen, und dann verhärtet sind, so wenig jene Formen; es ist die organisch<lb n="25"/><hi rendition="#g">plastische</hi> Natur, – welche im Elemente des unmittelbaren Seyns das Organische<lb n="26"/>– und also als todte Gestalt es erzeugt, crystallisirt durch und durch – wie der Künst-</p>
<note xml:id="fn-121-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">abstracter</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi></note>
<note xml:id="fn-121-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>sich durchdringend –</note>
<note xml:id="fn-121-3" type="rand" n="³"><lb n="29"/><seg type="marke">³ </seg>einzelne freylich – gezimmerte <hi rendition="#g">Nachen</hi></note>
<pb n="119" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=122" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>ler die menschliche und andre Bildungen im Steine – auf der flachen Leinwand<lb n="2"/>darstellt – er schlägt nicht Menschen todt, und trocknet sie aus, durchzieht sie mit<lb n="3"/>Steinmaterie, oder drückt sie in Stein ein<ptr type="anker" target="#fn-122-1"/> – er kann diß auch, er gießt Modelle<lb n="4"/>ab, sondern bringt nach seiner Idee durch Werkzeuge solche das Leben darstellende<lb n="5"/>nicht selbst lebende Formen hervor; – die Natur aber unmittelbar – d. h. der Begriff<lb n="6"/>ist nicht als vorgestelltes, und das Ding als dem Vorstellenden gegenüber und von<lb n="7"/>ihm bearbeitetes vorhanden; er ist nicht Form des Bewußtseyns, sondern unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>bar im Elemente des Seyns, unabgelöst von diesem. Der Begriff hat zu seiner Arbeit<lb n="9"/>da das Material, wo die Momente des Organischen in ihrer Totalität vorhanden<lb n="10"/>sind; es ist nicht die Rede von einem allgemeinen Leben der Natur; daß die Natur<lb n="11"/>allenthalben lebendig; sondern vom Wesen des Lebens; es ist zu begreiffen, es ist<lb n="12"/>auszulegen, in die Momente seiner Wirklichkeit oder Totalität; und diese auf<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>zuzeigen.</p>
<p><lb n="14"/>Was dieser Darstellung des Organischen, überhaupt dem unmittelbar organischen<lb n="15"/>fehlt, ist daß [der] Begriff unmittelbar ist, innrer Zweck, Element der Gleichgültig<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>keit; seine Momente physische Realitäten, nicht in sich selbst reflectirt sind, nicht<lb n="17"/>jener Gleichgültigkeit gegenübertretendes Eins. Das Allgemeine, der Zweck aber,<lb n="18"/>sich in sie ausbreitend kehrt in sich zurük, ihre Gleichgültigkeit ist das einseitige<lb n="19"/>Moment, das sich in die Negativität zusammennimmt, und Individuum ist. Die<lb n="20"/>Substanz theilt sich nicht nur in Verschiedne, sondern in absolut entgegengesetzte,<lb n="21"/>und solche deren jedes die Totalität, in sich reflectirtes ist; gleichgültig gegen das<lb n="22"/>andre, dem Wesen nach Eins, und nicht nur diesem sondern welche deren Realität<lb n="23"/>selbst dieses Einsseyn, diese Negativität ist, d. h. deren <hi rendition="#g">Daseyn</hi> der Proceß an<lb n="24"/>ihm selbst ist.</p>
<p><lb n="25"/>Das<ptr type="anker" target="#fn-122-2"/> <hi rendition="#g">Leben</hi> ist wesentlich diese vollkommne flüssige Durchdringung aller<lb n="26"/><hi rendition="#g">Theile</hi> desselben, α) <hi rendition="#g">Theile</hi> d. h. solche die gleichgültig gegen das Ganze sind;<lb n="27"/>sie sind keine chemische Abstractionen; sondern substantielles eignes ganzes Leben –<lb n="28"/>und ein Leben der Theile, welches in sich unruhig sich auflöst, und nur das Ganze</p>
<note xml:id="fn-122-1" type="rand" n="¹"><lb n="29"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Vermittelung</hi></note>
<note xml:id="fn-122-2" type="rand" n="²"><lb n="30"/><seg type="marke">² </seg>der Äther der wirklich ist</note>
<pb n="120" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=123" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>hervorbringt. – Das <hi rendition="#g">Ganze</hi> ist die allgemeine Substanz, der Grund, als es die<lb n="2"/>resultirende Totalität ist; – und es ist diese als <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>; es ist das Eins, das<lb n="3"/>in seiner Freyheit die Theile gebunden in sich enthält; es entzweyt sich in sie, gibt<lb n="4"/>ihnen sein allgemeines Leben, und hält sie als ihr negatives als ihre Krafft in sich;<lb n="5"/>diß ist so gesetzt, daß sie an ihnen ihren selbstständigen Lebenslauff haben, der aber<lb n="6"/>das Aufheben ihrer Besonderheit und das Werden des Allgemeinen ist. Diß ist der<lb n="7"/>Krais, die Bewegung am <hi rendition="#g">einzelnen</hi> Wirklichen; das nicht Construirte, nicht<lb n="8"/>absolut gleichgültige für einander.</p>
<p><lb n="9"/>Näher ist dieser allgemeine Krais die Totalität dreyer Kraise, Einheit der All<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>gemeinheit und der Wirklichkeit; die beyden Kraise ihres Gegensatzes, und der<lb n="11"/>Krais der Reflexion ihrer in sich selbst.</p>
<p><lb n="12"/>α) Das Allgemeine ist <hi rendition="#g">daseyendes</hi>, und das organische Eins die Krafft über<lb n="13"/>dieses negative seiner selbst, dieses Aüsserliche, und zehrt es auf; es ist nur auf<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gehobnes β) das organische ist so das wirkliche, das sich selbst erhält, und verlaüfft<lb n="15"/>den Proceß an ihm selbst; es ist sich sein allgemeines, das sich entzweyt in seine<lb n="16"/>Theile, welche das Ganze hervorbringen, sich aufheben γ) diß hervorgebrachte<lb n="17"/>Wirkliche ist die Gattung, sie die Macht gegen das Einzelne; – Proceß derselben;<lb n="18"/>sie hebt <hi rendition="#g">dieses</hi> Einzelne auf, bringt ein andres hervor, das die Wirklichkeit der<lb n="19"/>Gattung ist, eben daher Entzweyung gegen die unorganische Natur, zu der die<lb n="20"/>Gattung herabsinkt.</p>
<p><lb n="21"/>Der organische Proceß entzweyt sich also in zwey Allgemeine Extreme, un<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>organische Natur und Gattung, [er] ist die Mitte; α) mit jedem unmittelbar eins<lb n="23"/>so ist er αα selbst Gattung ββ) unorganische Natur β) Vermittlung mit jedem<lb n="24"/>durch [das] andre αα) durch die Gattung mit dem unorganischen<ptr type="anker" target="#fn-123-1"/> – das wirkliche</p>
<note xml:id="fn-123-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>Ernährung</note>
<pb n="121" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=124" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>ist die Macht über das letztre, weil es das absolut allgemeine ist. ββ) durch das un<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>organische mit der Gattung, Geschlechtsverhältniß.</p>
<p><lb n="3"/>I. Das organische ist unmittelbar Einheit der Einzelnheit und Allgemeinheit,<lb n="4"/>Organische Gattung; es ist ausschliessendes Eins, schließt das Allgemeine von sich<lb n="5"/>aus, – die Gattung, von der Macht der Negativität, vom Leben verlassen – oder<lb n="6"/>das organische setzt sich sein Unorganisches – Die Gattung ist das absolut allgemeine,<lb n="7"/>das sich das abstract allgemeine gegenübergesetzt; eben dadurch hat es auch das<lb n="8"/>Moment der Einzelnheit freygelassen, das das negative Verhalten gegen das Un<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>organische ist. – In dem Schlusse des bloß organischen Lebendigen tritt überhaupt,<lb n="10"/>die Gattung das Allgemeine nicht als freye eigne Wirklichkeit hervor.</p>
<p><lb n="11"/>II <ptr type="anker" target="#fn-124-1"/>Die Gattung steht hier auf Seiten des organischen – Der Schlußsatz ist, daß<lb n="12"/>die Gattung mit dem Unorganischen unmittelbar vereinigt wird. – Das Individuum<lb n="13"/>zehrt sich selbst auf; die nicht ausschliessende Diremtion; Beziehung des Organischen<lb n="14"/>auf sich selbst; hebt seine eigne Anorganität auf, ernährt sich aus sich selbst, gliedert</p>
<note xml:id="fn-124-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg><figure/></note>
<pb n="122" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=125" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>sich in sich selbst, dirimirt <hi rendition="#g">seine</hi> Allgemeinheit in seine Unterschiede. Verlauff<lb n="2"/>des Processes in ihm selbst.</p>
<p><lb n="3"/>III. Der Schlußsatz ist Beziehung der beyden Seiten, die das Ganze organische<lb n="4"/>sind – Oder Diremtion dieses Ganzen in entgegengesetzte, selbstständige Geschlech<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ter, Aufhebung des Einzelnen, und gewordenseyn der Gattung, aber als einzelnes<lb n="6"/>Wirkliches, das den Kraislauff wieder anfängt.</p>
<p><lb n="7"/>I.<ptr type="anker" target="#fn-125-1"/> Form <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gattung</hi>; <hi rendition="#g">abstracte</hi> Betrachtung. Das organische Eins ist un<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>mittelbare Einheit der Individualität und der <hi rendition="#g">Gattung</hi> – α) diese <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi><lb n="9"/>ist eigentlich die unwirkliche Gattung, in welche αα) das Eintheilen derselben in<lb n="10"/>Arten fällt, ββ) theils die Übermacht der Individualität überhaupt, der Erde, theils<lb n="11"/>der Einzelnheit die sich davon befreyt,<ptr type="anker" target="#fn-125-2"/> – quantitativer Unterschied, Passivität.</p>
<p><lb n="12"/>β)<ptr type="anker" target="#fn-125-3"/> in ihrer Wirklichkeit aber, wie sie an ihr selbst ist, ist sie das Auseinander<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>treten der <hi rendition="#g">organischen</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">unorganischen</hi> Natur; jene die Form der<lb n="14"/><hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>, diese der <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi>; beydes Abstractionen – Substanz die<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>selbe, wie sie sich als <hi rendition="#g">Art</hi> bestimmt hat – Die Bestimmtheit bleibt Allgemeinheit,<lb n="16"/>gehört ins Element, Princip. <hi rendition="#g">Es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">nichts</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Organische</hi>, was <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>. – Es ist in der Reflexion diß zurükgenommen, daß seine Welt an sich<lb n="18"/>ist, sie ist nur als aufgehobne, es ist das Setzen und Tragen derselben. – Aber diese<lb n="19"/>Thätigkeit <hi rendition="#g">allein</hi> zu <hi rendition="#g">nehmen</hi>, wäre <hi rendition="#g">ebenso</hi> <hi rendition="#g">ein</hi>seitig. Die Erde macht die</p>
<note xml:id="fn-125-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>I) abstractes Verhältniß der Einzelnheit</note>
<note xml:id="fn-125-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>Organismus eine mannichfaltige Verwicklung mannichfaltiger Processe<lb n="22"/>– Genaue Unterscheidung – fallen nicht aus der Einheit, jede geht selbst dahin zurück</note>
<note xml:id="fn-125-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>Form der <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>, organisches<lb n="24"/>A) <hi rendition="#g">Unmittelbar</hi> sind die Momente <hi rendition="#g">abstracte</hi> seyende, oder gleichgültige<lb n="25"/><hi rendition="#g">Entzweyung</hi> in Organische und Unorganische Natur</note>
<pb n="123" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=126" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Sonne, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">ihre</hi> Elemente, wie jedes Organische als diß allgemein Organische<lb n="2"/>aber ebenso <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> beydes.</p>
<p><lb n="3"/>Diß gesetztseyn ist das Aufgehobenseyn des Unorganischen; es ist nicht <hi rendition="#g">an</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">sich</hi>; das organische ist das Selbst; aber jenes ist für dieses als <hi rendition="#g">Ansich</hi> zunächst,<lb n="5"/>als gleichgültiges Daseyn beyder – geht in gespanntes Daseyn über, Form des<lb n="6"/><hi rendition="#g">Fürsich</hi>seyns, die dem Organischen zukommt. γ) jenes unmittelbare <hi rendition="#g">Seyn</hi> des<lb n="7"/><hi rendition="#g">Organischen</hi> als Gattung ist ebenso ein schlechthin vermitteltes α) durch das<lb n="8"/>unorganische, – es ist nur durch diß Andersseyn, diesen Gegensatz gegen sich, als<lb n="9"/>abstracte Allgemeinheit, es ist die der Individualität entbundne Gattung β) durch<lb n="10"/>das organische als <hi rendition="#g">Einzelnes</hi>, Zeugung durch seines gleichen; generatio<lb n="11"/>univoca – Weil jene auch Leben an ihr selbst ist, geht sie durch sich selbst zum<lb n="12"/>Organischen über; – überhaupt das Daseyn des Organischen ist das sich Verein<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>zelnde, contrahirende Thun der ganzen Erde, das in sich reflectiren des Allgemeinen.<lb n="14"/>Aber sie ist ebenso das beruhigte in sich reflectirtseyn, und edlere Pflanzen und<lb n="15"/>Thiere, sind diß befestigte in sich reflectirtseyn, das nicht wie Pilze aus der Erde<lb n="16"/>aufschießt, – Individualitätslose Gallerte oder Flechte, die nur organisches Leben<lb n="17"/>überhaupt in dürftiger Gegliederung ist. Sie kommt in ihrem <hi rendition="#g">Daseyn</hi> nur zur<lb n="18"/><hi rendition="#g">allgemeinen</hi> Reflexion, und bricht hier ihr unmittelbares Werden ab. Das in<lb n="19"/>sich reflectirte steht nun für sich fixirt, und seinen eignen Krais durchlauffend, und<lb n="20"/>ist ein eignes Daseyn, das jenem gegenüberbleibt,<ptr type="anker" target="#fn-126-1"/> und an seinem negativen Wesen<lb n="21"/>festhält, seinen Ursprung verleugnet, und für sich sein Werden darstellt.</p>
<p><lb n="22"/>δ) das Verhältniß zum Unorganischen ist das unmittelbare und das vermittelte;<lb n="23"/>α) in jenem ist das Organische die unmittelbare Macht, gleichsam das unmittelbare<lb n="24"/>Schmelzen des unorganischen zur organischen Flüssigkeit. Diß ist der Grund aller<lb n="25"/>Beziehung beyder aufeinander, eben diese absolute Einheit der Substanz, wodurch<lb n="26"/>das unorganische für das organische schlechthin so durchsichtig, ideell ungegen<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>ständlich als Raum und Zeit es ist, – ungeachtet der Selbstständigkeit Gleichgültig-</p>
<note xml:id="fn-126-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>B. <hi rendition="#g">mechanische</hi> <hi rendition="#g">Bemächtigung</hi> <hi rendition="#g">Macht</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">die</hi> Gattung; Gewalt die<lb n="29"/>Individualität</note>
<pb n="124" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=127" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>keit beyder. Diese Einheit der Substanz ist das unmittelbare Übergehen, die un<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>mittelbare Verwandlung; ist hier wirklich. – Diß ist es woran alle Chemie, alle<lb n="3"/>Mechanik scheitert, und ihre Gränze findet, das Begreiffen aus solchem vorhandnen,<lb n="4"/>das schon die aüssere Gleichheit hat, oder negative Beziehung. α) beydes ist voll<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>kommen frey in seinem Daseyn gegeneinander – Brod hat keine Beziehung an ihm<lb n="6"/>selbst auf den Körper oder der Chylus, Blut ist etwas andres; die Chemie zeigt in<lb n="7"/>beyden etwas ähnliches, etwa Eyweißstoff und dergleichen auf – Sauer Wasser<lb n="8"/>u.s.f. Stoff; oder in der Pflanze eben so Stoffe, die sie im Wasser aufzeigt<ref type="anker" target="#fn-127-1">¹</ref> – Allein<lb n="9"/>beyde sind schlechthin zugleich etwas andres – Das Holz, Blut, Fleisch – als diese<lb n="10"/>Stoffe, oder Wasser, oder letztres als Pflanze; es bleibt nicht dasselbe Ding – die<lb n="11"/>Verfolgung des Gleichen, fortlauffen am Gleichen hört völlig auf; die <hi rendition="#g">daseyende</hi><lb n="12"/>Substanz verschwindet völlig. – Geometrie Aufzeigen des Gleichen – oder zwey<lb n="13"/>Flüssigkeiten, Verbindung ein Salz, – und verdunstetes Wasser; löse das Salz che<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>misch auf, so erhalte wieder jene Stoffe; das Salz ist begriffen, nicht andres darin<lb n="15"/>geworden, die Stoffe dieselben. – Aber im organischen ist diß Anders werden der<lb n="16"/><hi rendition="#g">seyenden</hi> Substanzen, das Seyn ist nur aufgehobnes, im Selbst, geistiges, negatives,<lb n="17"/>Stoff Materienloses; es kommt also gar nicht in Betracht nach seinem Daseyn,<lb n="18"/>sondern nach seinem Begriffe. – Nach diesem ist es dasselbe was es [als] das orga<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>nische ist – und in diesem ist es nur wie es in seinem Begriffe ist; in ihm geht eben<lb n="20"/>sein Seyn zu Grunde.<ref type="anker" target="#fn-127-2">²</ref></p>
<p><lb n="21"/>Diß<ref type="anker" target="#fn-127-3">³</ref> stellt die organische Assimilation dar; sie ist eine <hi rendition="#g">Infection</hi> des unorgani<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>schen, sein Seyn seine Substanz wird verändert, und zwar unmittelbar, es ist ein<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>facher Übergang, weil der Begriff derselbe ist. Das Nahrungsmittel, das in die</p>
<note xml:id="fn-127-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>wenn sie diß nicht mehr sind α) zu solchen Abstractionen macht das Organi<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>sche sie wie die Chemie<ref type="anker" target="#fn-127-s1">∗</ref> β) aber diese chemischen Stoffe ebenso nicht das wahre Seyn für das<lb n="26"/>Organische – Blut und diese wieder genommen als chemische, so sind es andre.</note>
<note xml:id="fn-127-s1" type="rand" n="∗"><lb n="27"/><seg type="marke">∗ </seg>ist das Feuer Saüre u.s.f.</note>
<note xml:id="fn-127-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>fehlt leider das geistige Band</note>
<note xml:id="fn-127-3" type="rand" n="³"><lb n="29"/><seg type="marke">³ </seg>C <hi rendition="#g">Verdauung</hi> α) <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Verdauung</note>
<pb n="125" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=128" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Sphäre des organischen Lebens tritt, wird in diese Flüssigkeit, getaucht –<ptr type="anker" target="#fn-128-1"/> und selbst<lb n="2"/>diese aufgelöste Flüssigkeit; wie ein Ding zum Geruche wird, zum aufgelösten, zu<lb n="3"/>einer einfachen Atmosphäre; so wird es dort einfache organische Flüssigkeit, worin<lb n="4"/>dann nichts mehr von ihm oder seinen Bestandtheilen zu entdecken ist. Dieser<lb n="5"/>Übergang muß sich gleichfalls als Proceß darstellen,<ptr type="anker" target="#fn-128-2"/> und die Gegliederung seines<lb n="6"/>Gegensatzes entfalten; aber der Grund ist, daß das Organische das Unorganische<lb n="7"/>unmittelbar in seine organische Materie reißt, – es ist das Allgemeine, die Gattung<lb n="8"/>– das einfache Selbst, und diß ist seine Krafft. – Wenn das organische durch die<lb n="9"/>einzelnen Momente hindurch als <hi rendition="#g">zweckmässig</hi> das unorganische allmählig zur<lb n="10"/>Identität mit sich bringt, so sind diese weitlaüffigen Anstalten der Verdauung eben<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>so überflüssig; es ist der Verlauff des organischen in sich selbst der um seiner selbst<lb n="12"/>willen geschieht, um die Bewegung, die Wirklichkeit zu seyn – Sein Grundver<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>hältniß aber ist diese einfache Berührung, worin unmittelbar das andre auf einmal<lb n="14"/>verwandelt wird. Die Assimilation ist als diese Infection von den Physiologen so<lb n="15"/>dargestellt worden, daß sie z. B. Speisen in Röhren einschlossen, und sie in den<lb n="16"/>Magen von Thieren steckten, wo also Speichel, Magen pankreatische Safft, die Galle<lb n="17"/>nicht auf sie einwirken konnten; die Speisen wurden ebenso gut verdaut; – sie schnit<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>ten auch noch die Magenwände dazu aus, daß gleichsam bloß die reine Richtung<lb n="19"/>vorhanden war; es ging gleichgut von Statten. – Es wurde der Versuch gemacht<lb n="20"/>Stückchen Fleisch in die Bauchhöhle statt in den Magen, auch nicht in die Gedärme<lb n="21"/>– auch bloß unter die Haut auf das blosse Muskelfleisch zu legen; sie wurden so<lb n="22"/>sehr verändert als sie es im Magen geworden wären – Eine bekannte Erfahrung ist</p>
<note xml:id="fn-128-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>die chemische <hi rendition="#g">daseyende</hi> Differenz ist unnöthig; weil das organische diese<lb n="24"/>Krafft ist.</note>
<note xml:id="fn-128-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Mysticismus</hi>, Begriff ist wirklich <hi rendition="#g">übersinnliche</hi> <hi rendition="#g">Welt</hi></note>
<pb n="126" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=129" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>auch, beym Drosseln Krametsvögelfang, wenn sie ganz mager sind, durch einen<lb n="2"/>Nebel in Zeit von einigen Stunden ganz fett werden, – eine Verwandlung,<ptr type="anker" target="#fn-129-1"/> die<lb n="3"/>ohne <hi rendition="#g">weitere</hi> <hi rendition="#g">Abscheidung</hi> Durchgang durch <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">vereinzelnte</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Assimilationsprocesses</hi> <hi rendition="#g">geschieht</hi>. – Diß ist die sich selbst gleichbleibende<lb n="5"/>organische Flüssigkeit, ihr Feuerwesen, worin alles unmittelbar in seinen Begriff<lb n="6"/>zurükkehrt, – Essen und Trincken macht die unorganischen Dinge zu was sie <hi rendition="#g">an</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">sich</hi>, in Wahrheit sind, es ist das bewußtlose Begreiffen derselben, – werden darum<lb n="8"/>so aufgehobne, weil sie [es] an sich sind.</p>
<p><lb n="9"/>II) Dieses unmittelbare Übergehen ist ebenso der entwickelte Proceß – jenes ist das<lb n="10"/>sich in sich reflectiren des Unorganischen,<ptr type="anker" target="#fn-129-2"/> Werden zum Organischen selbst über<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>haupt. Diß allgemeine aber hat sich an ihm selbst zu verwirklichen – es gibt sich<lb n="12"/>sein <hi rendition="#g">Selbstgefühl</hi><ptr type="anker" target="#fn-129-3"/> – eben <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> – <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">werden</hi>. Sie<lb n="13"/>ist in es selbst <hi rendition="#g">verlegt</hi>; – das <hi rendition="#g">organische</hi> hat seine <hi rendition="#g">unorganische</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> an</p>
<note xml:id="fn-129-1" type="rand" n="¹"><lb n="14"/><seg type="marke">¹ </seg>β) vermittelte Verdauung</note>
<note xml:id="fn-129-2" type="rand" n="²"><lb n="15"/><seg type="marke">² </seg><figure/> das unmittelbare Gattung an sich geht in den <hi rendition="#g">Proceß</hi><lb n="16"/>ein – ist <hi rendition="#g">wirklich</hi> <hi rendition="#g">geworden</hi>.</note>
<note xml:id="fn-129-3" type="rand" n="³"><lb n="17"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Element</hi> Verdauung für sich werden – <hi rendition="#g">Gemeinschafftliches</hi> ist <hi rendition="#g">unmit</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">telbar</hi> die GATTUNG – <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">wirklich</hi>.<lb n="19"/>B)<ptr type="anker" target="#fn-129-s1"/> I <hi rendition="#g">Aufzehrung</hi> seiner als <hi rendition="#g">unorganischer</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi>: I seine <hi rendition="#g">Gestaltung</hi> <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="20"/><hi rendition="#g">selbst</hi>.<lb n="21"/>II <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi>; Nacht seines <hi rendition="#g">Fürsichseyns</hi> – <hi rendition="#g">reine</hi><ptr type="anker" target="#fn-129-s2"/> <hi rendition="#g">Negativität</hi> – das SATTE<lb n="22"/>Individuum das ausgeschlaffen hat<lb n="23"/>III das Resultat ist <hi rendition="#g">Sinn</hi>; – es hat <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">andres</hi> aufgehoben; <hi rendition="#g">theoretisches</hi><lb n="24"/>Wesen seine <hi rendition="#g">unorganische</hi> Natur</note>
<note xml:id="fn-129-s1" type="rand" n="∗"><lb n="25"/><seg type="marke">∗ </seg>geht in seinem <hi rendition="#g">Innern</hi> vor</note>
<pb n="127" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=130" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>ihm <hi rendition="#g">selbst</hi>; <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">zehrt</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">auf</hi>; es ist<ref type="anker" target="#fn-130-1">¹</ref> gegen sich selbst als diß unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>bar allgemeine, als <hi rendition="#g">diese</hi> ORGANISCHE <hi rendition="#g">Gattung</hi> gekehrt;<ref type="anker" target="#fn-130-2">²</ref> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">organische</hi>. Diß ist sein IndividualisirungsProceß. Es tritt sich in sich selbst<lb n="4"/>gegenüber, wie vorhin gegen das Aüssre; das andre ist unter den Begriff getreten.<lb n="5"/>Insofern das Einzelne schon vorausgesetzt ist, so schließt sich hier das einzelne durch<lb n="6"/>die Gattung, – seine Allgemeinheit, mit dem besonderten Allgemeinen zusammen;<lb n="7"/>diß ist das eine Extrem, das aufgenommen in die absolute Gattung, absolute Be<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>sonderheit, Einzelnheit wird. Es ist diß die besondre Ausgebährung des Moment<lb n="9"/>der Individualität, das <hi rendition="#g">Werden</hi> derselben, die schon in den Proceß eintritt, als<lb n="10"/>seyend.<ref type="anker" target="#fn-130-3">³</ref> Es kommt nichts heraus, als was schon ist. Der Verdauungsprozeß seiner<lb n="11"/>selbst – und die Gegliederung, Gestaltung der Momente, Glieder werden auf<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gezehrt, ebenso erzeugt – die allgemeine Unruhe, das bleibende ist die Seele das<lb n="13"/>einfache –<ref type="anker" target="#fn-130-4">⁴</ref> Das individuelle kommt darin durch <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Gattung</hi> zum <hi rendition="#g">Losreissen</hi><lb n="14"/>von ihr; der<ref type="anker" target="#fn-130-5">⁵</ref> Proceß in ihr macht sie eben zu einem, das die Negativität an ihm hat,<lb n="15"/>und so ihr als dem allgemeinen entgegengesetzt ist; nunmehr ist das Element die<lb n="16"/><hi rendition="#g">Gattung</hi>, wie zuerst das Wesen.</p>
<note xml:id="fn-129-s2" type="rand" n="∗∗"><lb n="17"/><seg type="marke">∗∗ </seg>SCHLAFF; <hi rendition="#g">Umkehrung</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist <hi rendition="#g">herausgebohren</hi> zum <hi rendition="#g">reflectirten</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>. Sinn</note>
<note xml:id="fn-130-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>II.</note>
<note xml:id="fn-130-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>A Aufzehren seiner als <hi rendition="#g">unorganischer</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> α) zehrt sich selbst [auf,]<lb n="21"/>ist αα) seine unorganische Natur ββ) seine organische</note>
<note xml:id="fn-130-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>B) <hi rendition="#g">Daseyn</hi> β) bringt sich selbst hervor als <hi rendition="#g">gedoppeltes</hi> α) <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">andres</hi>; <hi rendition="#g">unorganisches</hi> sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">andres</hi> als in sich reflectirt Sinne β) seine<lb n="24"/><hi rendition="#g">Gestalt</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> seyn γ) <hi rendition="#g">Sinne</hi> sein Proceß in sich</note>
<note xml:id="fn-130-4" type="rand" n="⁴"><lb n="25"/><seg type="marke">⁴ </seg>positive Bedeutung und negative zugleich; jene das Individuum, diese Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>zweyung der Gattung.</note>
<note xml:id="fn-130-5" type="rand" n="⁵"><lb n="27"/><seg type="marke">⁵ </seg>C) Seiner als <hi rendition="#g">Gattung</hi>; denn was es aufzehrt ist die <hi rendition="#g">unorganische</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi><lb n="28"/>die es selbst, d. h. Gattung</note>
<pb n="128" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=131" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>III.<ptr type="anker" target="#fn-131-1"/> Das Resultat ist, daß aus der Gattung das einzelne sich abgesondert hat; dieses<lb n="2"/>selbstständige ist darum auf ein solches bezogen, das ihm als Gattung gleich ist. Die<lb n="3"/>Gattung hat sich in selbstständige entzweyt; wie vorher das individuelle die Mitte<lb n="4"/>war, und die Seiten die allgemeinen Extreme; so ist [nun] die Gattung das Element.<lb n="5"/>Jedes ist sich als dieses Ganze, Gegenstand, ausser ihm. – Im ersten Processe Vorstellen,<lb n="6"/>Erkennen eines Andern, – im zweyten für sich seyn; im dritten <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">beyder</hi>;<lb n="7"/>anderes und es selbst;<ptr type="anker" target="#fn-131-2"/> es ist die wahre Verwirklichung des Begriffs; es ist die voll<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>ständige Selbstständigkeit beyder, worin jedes zugleich sich im Andern als es selbst<lb n="9"/>weiß; es ist die rein ideell gewordne Beziehung, so daß jedes <hi rendition="#g">sich</hi> ideell ist, ein an<lb n="10"/>sich allgemeines; die reine Ungegenständlichkeit ist hergestellt im Selbst als<lb n="11"/>solchem.</p>
<p><lb n="12"/>Das organische fängt mit der Einzelnheit an, und erhebt sich zur Gattung; dieser<lb n="13"/>Verlauff ist ebenso unmittelbar der entgegengesetzte; die einfache Gattung steigt<lb n="14"/>zur Einzelnheit herunter; die Vollendung der Individuen zur Gattung durch ihr<lb n="15"/>Aufgehobenwerden ist ebenso das Werden der unmittelbaren Einzelnheit des<lb n="16"/>Kindes.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="17"/>I.</head>
<head><lb n="18"/>VEGETABILISCHER ORGANISMUS.</head>
<p><lb n="19"/>Die Pflanze ist die unmittelbare organische Individualität, worin die Gattung</p>
<note xml:id="fn-131-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>III.<ptr type="anker" target="#fn-131-s1"/> Hebt sich als Gattung auf, diß ist <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Untergang</hi>, Proceß <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gat</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">tung</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-131-s2"/> reines Werden zum Unorganischen. Eltern <hi rendition="#g">vergehen</hi></note>
<note xml:id="fn-131-s1" type="rand" n="∗"><lb n="22"/><seg type="marke">∗ </seg>III auf sich als <hi rendition="#g">Gattung</hi> <hi rendition="#g">gerichtet</hi>; <hi rendition="#g">Entzweyung</hi> <hi rendition="#g">also</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Ganze</hi></note>
<note xml:id="fn-131-s2" type="rand" n="∗∗"><lb n="23"/><seg type="marke">∗∗ </seg>Zusammengeschlossen durch das unorganische <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">Einsseyn</hi>;<lb n="24"/>sie werden zum Seyn.</note>
<note xml:id="fn-131-2" type="rand" n="²" next="#fn-131-2.t2"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Einheit – Einheit ist <hi rendition="#g">unorganische</hi> Natur; sie sind durch</note>
<pb n="129" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=132" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>das Übergewicht hat, und die Reflexion nicht individuell ist, das <hi rendition="#g">individuelle</hi><lb n="2"/>nicht als solches in sich zurükgeht, sondern ein andres ist, kein <hi rendition="#g">Selbstgefühl</hi>.<lb n="3"/>Diesen Charakter hat ihr ganzer Proceß.</p>
<p><lb n="4"/>α) Dieser Vegetabilische Organismus ist die erste Erde, die als Subject ist. Die<lb n="5"/>Erde als Organismus überhaupt setzt sich so gegenüber, ist Eins, daß die andern<lb n="6"/>vollkommne selbstständige sind – Sonne Mond und Koment – das Erste Subject<lb n="7"/>aber als ihre Elemente. Wie jene in sich zurükgehen, dadurch sind sie physische<lb n="8"/>Elemente; der vegetabilische Organismus ist ihr Subject; das umgekehrte Werden<lb n="9"/>derselben; vorher die physischen Elemente ein Übergehen in die Einheit, welche<lb n="10"/>selbstständige Körper unmittelbar setzt; itzt sie im Subjecte als aufgehobne nur<lb n="11"/>Elemente.</p>
<p><lb n="12"/>Die Pflanze hat zu ihrer unorganischen Natur diese allgemeinen; sie ist die indi<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>viduelle Gattung; sie [als] ihr selbst entgegengesetzte ist ebenso diß nicht indivi<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>duelle; und sie ist der Proceß dieser Elemente des Lichts, Wassers und Lufft; – das<lb n="15"/>Licht geht sie nicht als Feuer an; sie ist keine <hi rendition="#g">Wärme</hi>, denn es sind <hi rendition="#g">selbst</hi>ständige,<lb n="16"/>die eignes Selbst sind, in ihr wirklich aufgelöst, – so daß sie in ihrem freyen Daseyn<lb n="17"/>die Natur des Selbsts an ihm hätten – Sondern unmittelbar aus dem Subject hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>tretend treten sie nur als Elemente hervor. – Auch die Erde ist darum nicht für sie;<lb n="19"/>sie setzt dieselbe nicht; sie ist noch unmittelbar Eins mit ihr.</p>
<p><lb n="20"/>Dieser allgemeine vegetabilische Organismus hat die Bestimmtheit unmittelbar<lb n="21"/>als Einzelnheit an ihm; er ist einzelnes Ding – die Naturgattung fällt in diese Form<lb n="22"/>unmittelbar herab, – die Einzelnen bleiben eine ausgeschiedne gegen einander gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>gültige Menge, die nicht aus ihrer Substanz als einem Gemeinwesen hervorgehen. –<lb n="24"/>Diese einzelne Subjecte sind nun an ihnen der Proceß dieser Elemente; als das<lb n="25"/>Gestalten eines Subjects; das Licht als einzelnes Ding, welches Lufft in Wasser und</p>
<note xml:id="fn-131-2.t2" type="rand" n="²" prev="#fn-131-2"><lb n="26"/>kein Für <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>, oder <hi rendition="#g">unmittelbares</hi> <hi rendition="#g">an</hi> sich seyn des Individuums, Gleichgültigkeit<lb n="27"/>mehr getrennt.</note>
<pb n="130" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=133" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Wasser in Lufft verwandelt, – ein Proceß der eben das Licht diese unaufgeschlossne<lb n="2"/>Gediegenheit ausscheidet als ein Moment.</p>
<p><lb n="3"/>α)<ptr type="anker" target="#fn-133-1"/> Das erste Verhältniß zur unorganischen Natur ist α) jenes Entzweyen des<lb n="4"/>Begriffs, das andre das Aufheben; diese Bewegung gegen aüsseres ist die unver<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mittelte – das unmittelbare Zusammenströmen; für die Pflanze ist keine Einzelnheit<lb n="6"/>Selbst da, wodurch sie vom andern getrennt, und nur durch eine Mitte mit ihm sich<lb n="7"/>zusammenschlösse, sondern es ist das Innre, die Krafft der Erde allein, wodurch sie<lb n="8"/>eins. Die Elemente sind selbst der Gegenstand, d. h. das einfache Wesen, die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>ziehung ist also eben so unmittelbar. Die Erde ist nur diese allgemeine Krafft. – Die<lb n="10"/>Pflanze tritt so als einfache unmittelbare Einheit des Selbsts und der Gattung auf –<lb n="11"/>als Saamenkorn.</p>
<p><lb n="12"/>β) Dieses ist so als ein <hi rendition="#g">gleichgültiges</hi> Ding, um der Unmittelbarkeit seiner<lb n="13"/>Individualität willen; es fällt in <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi>; die Erde selbst ist für es nur die all<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gemeine Krafft, es zieht keine Nahrung aus ihr als Erde, nährt sich nur von Lufft<lb n="15"/>und Wasser. Erde nimmt nicht in ihrem Gewicht ab, Pflanzen in Schwefel Glas<lb n="16"/>gepflanzt gedeihen ebenso gut; eine gute Erde hat nur die Bedeutung, diese auf<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>geschlossne organische Krafft oder Möglichkeit zu seyn; – wie ein guter <hi rendition="#g">Kopf</hi><lb n="18"/>bloß die Möglichkeit heißt – es ist die reale Möglichkeit – Licht, Lufft und Wasser<lb n="19"/>sind gleichfalls die Möglichkeit der Pflantze; aber nicht als Substanz, welche <hi rendition="#g">an</hi><lb n="20"/><hi rendition="#g">sich</hi> schon das ist, was die Pflanze, ein <hi rendition="#g">Ansich</hi> das nicht das abstracte des<lb n="21"/>Denkens ist – wie <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> das Absolute, bloß leeres Denken; sondern das <hi rendition="#g">Wesen</hi>,<lb n="22"/>aber Wesen der Pflanze, <hi rendition="#g">Krafft</hi> derselben. – Stein <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> im Absoluten betrachtet<lb n="23"/>Leben, Pflanze, Mensch; aber er ist nicht die <hi rendition="#g">Krafft</hi> derselben; d. h. die <hi rendition="#g">be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/><hi rendition="#g">stimmte</hi> einfache <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Möglichkeit.</p>
<note xml:id="fn-133-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>der Proceß ist das einfache – in die Erde Pflanzen, Wachsen, Wurzeln, Stamm<lb n="26"/>und Äste und Blätter Blüthen und Saamen Zeugen; die Sache stekt nicht im Mikroskop, die man<lb n="27"/>nicht mit blossen Augen sieht – das wahre Daseyn ist offen es ist selbst zu ergründen.</note>
<pb n="131" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=134" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Der Saamen also, daß er wesentlich Krafft ist, ist er in der Erde, sie ist nicht seine<lb n="2"/>unorganische Natur, gegenständliches Element, sondern Krafft; – er verhält sich<lb n="3"/>negativ dagegen dem Begriffe nach, er hebt diß [auf,] daß er Erde ist, verwirklicht<lb n="4"/>sich; aber diß ist nicht der Gegensatz des Gleichgültigen Daseyns, wie gegen seine<lb n="5"/>unorganische Natur. Er wird in die Erde gelegt, heißt er ist Krafft. Das daseyende<lb n="6"/>ist das blosse Daseyn der ideellen Raumbeziehung – diese Einheit des Raums<lb n="7"/>Krafft; es geschieht sonst nichts als Raumveränderung. Bedeutung des Raums ist<lb n="8"/>also hier Leben. Diß Bergen in die Erde ist daher eine <hi rendition="#g">mystische</hi> <hi rendition="#g">magische</hi><lb n="9"/>Handlung – wie das Kind nicht nur diese hülfslose, sich nicht als Vernunft ankün<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>digende Menschengestalt ist, sondern <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> die Krafft der Vernunft; ein ganz<lb n="11"/>andres, als diß das nicht sprechen, nichts vernünftiges thun kann, und die Tauffe<lb n="12"/>eben diese feyerliche Anerkennung des Genossen des Geisterreichs ist, – so ist das<lb n="13"/>Saamenkorn in die Erde legen fallen [lassen] diese mystische Handlung, daß ge<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>heime Kräffte in ihm sind, die noch schlummern, daß es in Wahrheit noch etwas<lb n="15"/>andres ist, als diß wie es so <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; der Magier, der diesem Korn, das ich mit der<lb n="16"/>Hand zerdrüke, – einen ganz andern Sinn gibt, – welchem eine rostige Lampe<lb n="17"/>ein mächtiger Geist ist, ist der <hi rendition="#g">Begriff</hi>, der Natur; das Korn ist die Macht, welche<lb n="18"/>die Erde beschwört, daß ihre Krafft ihm diene.</p>
<p><lb n="19"/>Die Entwicklung des Keims ist <hi rendition="#g">erstens</hi> blosses Wachsthum, blosse Vermehrung;<lb n="20"/>er ist schon an sich die ganze Pflanze; er ist der Baum u.s.f. im Kleinen; die Theile<lb n="21"/>schon vollkommen gebildet, nur eine Vergrösserung, formale Wiederhohlung, Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>härtung. Denn was werden soll, <hi rendition="#g">ist</hi> schon; oder das Werden ist diese bloß ober<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>flächliche Bewegung. Es ist aber ebenso sehr die qualitative Gegliederung und<lb n="24"/>Gestaltung, wesentlicher Proceß.</p>
<p><lb n="25"/>Dieser ist als Verhalten des vegetabilischen Individuums gegen das <hi rendition="#g">Aüssere</hi>,<lb n="26"/>ein unmittelbares Einströmen; <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Strom</hi> <hi rendition="#g">ihrer</hi> <hi rendition="#g">unorganischen</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi></p>
<pb n="132" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=135" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">gegliedert</hi>, <hi rendition="#g">vereinzelt</hi>, nicht <hi rendition="#g">physicalische</hi> Qualitäten;<lb n="2"/>nicht aüsserliche, gegen welche sie sich nach einer mechanischen Bewegung ver<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>hielte, und sich dieser Einzelnen, selbst ein einzelnes bemächtigte. Sondern weil<lb n="4"/>sie der erste organische Proceß ist, nicht eine Individualität, sondern Einzelnheit<lb n="5"/>überhaupt, so ist ihr Verhalten unmittelbar; nicht durch eine aüsserliche Bewegung<lb n="6"/>vermittelt.</p>
<p><lb n="7"/>Das<ptr type="anker" target="#fn-135-1"/> erste Verhältniß begreifft die Entzweyung in organisches und unorganisches,<lb n="8"/>und die <hi rendition="#g">mechanische</hi> – unmittelbare (mechanisches hat hier die Bedeutung des<lb n="9"/><hi rendition="#g">ansichseyenden</hi>) Rükkehr [in] die organische Einheit. Aber jenes Einströmen ist<lb n="10"/>obzwar unmittelbare Berührung, ebensosehr Proceß;<ptr type="anker" target="#fn-135-2"/> ruhiger Proceß der Elemente,<lb n="11"/>deren Subject, Feuer, die Pflanze ist, die nicht zum Selbst, zum Blitz an ihnen kommen.<lb n="12"/>a) das Element dieses Processes ist das <hi rendition="#g">Licht</hi>, die ruhige Einheit beyder Seiten, die<lb n="13"/>Substanz, das Selbst, wodurch das organische und unorganische Eins ist. Das Licht<lb n="14"/>ist darum thätig, erregend, weil die Pflanze als organisches Selbst diß Licht selbst<lb n="15"/>ist. – Um der Selbstständigkeit beyder willen, muß das Licht <hi rendition="#g">da</hi> seyn für die<lb n="16"/>Pflanze, und sein Daseyn im einzelnen ist zufällig für sie; – nothwendig die Ab<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>wechslung von Licht und Finsterniß. – Sie strebt dem Lichte so entgegen, wie der<lb n="18"/>einsame Mensch den Menschen sucht, ringt sich aus der Erde herauf, ihm zu; – in<lb n="19"/>verschlossenen Gewölben Kellern, wo eine Ritze ist – Kartoffeln ranken sich, als</p>
<note xml:id="fn-135-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>α) <figure/> dieser <hi rendition="#g">Schluß</hi> ist <hi rendition="#g">da</hi> – das Gestalten ist<lb n="21"/>sein Werden, durch sich selbst hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>bringen α)<ptr type="anker" target="#fn-135-s1"/> <hi rendition="#g">Wurzel</hi> <hi rendition="#g">Stamm</hi> und<lb n="23"/><hi rendition="#g">Blatt</hi> – Blatt ist b Einzelnheit als Pro<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>ceß. c) ist <hi rendition="#g">lebendiges</hi> <hi rendition="#g">Holz</hi></note>
<note xml:id="fn-135-s1" type="rand" n="∗"><lb n="25"/><seg type="marke">∗ </seg><figure/></note>
<note xml:id="fn-135-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>der erste ist <hi rendition="#g">Wasseraufnahme</hi>, <hi rendition="#g">Wasserproceß</hi>.</note>
<pb n="133" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=136" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>ob sie den Weg wüßten, nicht in gerader Linie, sondern nach den Winkeln der<lb n="2"/>Wände dem Lichte zu – Durch diese Einheit des entgegengesetzten innern und<lb n="3"/>aüssern Selbst ist der reine Proceß überhaupt. Die Pflanze verhält sich also zur<lb n="4"/>Lufft, zum gespannten physischen Elemente, so, daß sie ihre Spannung tödtet, und<lb n="5"/>in sich in Wasser verwandelt, und umgekehrt das Wasser in Lufft; sie ist α) ein<lb n="6"/>Aus und Einathmen; Einathmen der Lufft, welche zum organischen Wasser wird;<lb n="7"/>weiter keine grosse Veränderung, etwas süsses, saüerliches organisches Wasser,<lb n="8"/>aber lebendurchdrungnes, individualisirtes, das den Händen der Chemie entflieht<lb n="9"/>– ein geistiges Band. – Sie ziehe die Kohlensaüre aus der Lufft an, behalte den<lb n="10"/>Kohlenstoff für sich, entlasse aber den Sauerstoff für sich; – bloß hypothetische<lb n="11"/>Erklärung. Es ist schon an sich vollkommen oberflächlich, den Vegetabilischen<lb n="12"/>Proceß als <hi rendition="#g">desoxidirenden</hi> zu betrachten, <hi rendition="#g">Oxidiren</hi> Verbrennung Animali<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>sches, so daß der letztere den erstern ausdrücke; worauf sich diese philosophisch<lb n="14"/>seyn sollende Betrachtung gründet, sind Versuche, in welchen Pflanzen unter<lb n="15"/>Wasser, und dem Lichte ausgesetzt, Sauerstoffgas von sich geben – als ob diß nicht<lb n="16"/>ebenso gut ein Proceß mit dem Wasser wäre, als ob darin läge, daß sie es in freyer<lb n="17"/>Lufft, wo ihr Proceß nicht gehindert ist, von sich geben, nicht vielmehr die Luft<lb n="18"/>zersetzen, und das Sauerstoffgas sich nehmen, und nur unter Wasser, und der Luft<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>pumpe es von sich geben, in ihrem wahren Processe aber es in sich nehmen.<ref type="anker" target="#fn-136-1">¹</ref> – Es<lb n="20"/>kommt überhaupt nicht zu diesem <hi rendition="#g">chemischen</hi> Daseyn; sondern das negative<lb n="21"/>ist die Krafft der Pflanze; <hi rendition="#g">umhüllt</hi>, verborgen in die gleichgültige Freyheit des<lb n="22"/>Lebens;<ref type="anker" target="#fn-136-2">²</ref> wenn es zum chemischen Processe, als Processe, käme, so wäre das</p>
<note xml:id="fn-136-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Roth</hi> und <hi rendition="#g">Grün</hi> ein Mahler der nur diese Farben, jene für historische, diese<lb n="24"/>für Landschafftsstücke hat</note>
<note xml:id="fn-136-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>allgemein – wie ein verständiger Mensch <hi rendition="#g">sich</hi> zu gediegenem <hi rendition="#g">Allgemeinem</hi><lb n="26"/><hi rendition="#g">verhält</hi> –</note>
<pb n="134" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=137" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>organische Leben vertilgt; – das organische ist nicht mehr die <hi rendition="#g">daseyende</hi> Ab<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>straction, oder Differenz.</p>
<p><lb n="3"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-137-1"/> Pflanze ist also der gedoppelte Proceß α) sie verwandelt Lufft in Wasser; –<lb n="4"/>alle chemische Ansicht hilfft hier nichts, den Übergang von Stikstoff in Wasser<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>stoff zu erklären, denn beyde sind ihr unwandelbare Stoffe;<ptr type="anker" target="#fn-137-2"/> – die Vermittlung<lb n="6"/>geschieht durch das Sauerstoffgas als das Selbst negative. Aber damit ist der Proceß<lb n="7"/>nicht geendigt<ptr type="anker" target="#fn-137-3"/> – er geht zurük in Kohlenstoff, in das subjective, wirkliche chemische<lb n="8"/>– Ebenso β) umgekehrt löst die Pflanze diß punktuelle auf, durch den entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gesetzten Weg in Wasser und Lufft.</p>
<p><lb n="10"/>Aber beyde Processe sind in das Leben eingeschlossen; sie sind zurükgetreten,<lb n="11"/>das abstracte <hi rendition="#g">ansich</hi>, so sind sie nicht wirklich; sondern Lufft und Wasser und<lb n="12"/>vegetabilische Erde sind die Momente desselben; – er theilt sich in den gedoppelten<lb n="13"/>α)<ptr type="anker" target="#fn-137-4"/> Lungenproceß Lufft und Wasser zurükgehend in das <hi rendition="#g">Feste</hi>, β) und das Feste<lb n="14"/>in sich verflüchtigt. Beyde fangen allenthalben an αα) an der aüssern <hi rendition="#g">Lufft</hi>, geht<lb n="15"/>zurük durch Wasser zum Festen ββ)<ptr type="anker" target="#fn-137-5"/> aüsseres Wasser, das eingesaugt wird geht in<lb n="16"/>Lufft, und Lufft als das abstracte – das chemische Element vorstellend, geht in<lb n="17"/>organisches über γγ) beym <hi rendition="#g">festen</hi>, bey der Erde geht [er] zurück in Wasser und</p>
<note xml:id="fn-137-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>a) Werden<ptr type="anker" target="#fn-137-s1"/> zum <hi rendition="#g">Wasser</hi>, <hi rendition="#g">Wasserproceß</hi> – Entzweyung dieser Neutrali<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>sation</note>
<note xml:id="fn-137-s1" type="rand" n="∗"><lb n="20"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">Neutralität</hi> <hi rendition="#g">Gestaltung</hi></note>
<note xml:id="fn-137-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Allgemeiner</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi>. <hi rendition="#g">Setzen</hi> der <hi rendition="#g">Feuchtigkeit</hi> <hi rendition="#g">Aufheben</hi>.</note>
<note xml:id="fn-137-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>b) Rükkehr aus der Neutralität zum Selbst – die Gestaltung geht selbst in den<lb n="23"/>Proceß, vorhandner Selbst über –</note>
<note xml:id="fn-137-4" type="rand" n="⁴"><lb n="24"/><seg type="marke">⁴ </seg><hi rendition="#g">Proceß</hi> des Individuums – <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> gerichtet; es ist <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>;<lb n="25"/>es muß also alles aus sich nehmen</note>
<note xml:id="fn-137-5" type="rand" n="⁵"><lb n="26"/><seg type="marke">⁵ </seg>A) <hi rendition="#g">Unterscheidung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi>, was sie <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> sind ist bestimmt<lb n="27"/>durch die Momente <hi rendition="#g">unorganischer</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi>, die die Pflanze itzt an ihr hat</note>
<pb n="135" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=138" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Lufft. – <hi rendition="#g">Aüsseres</hi> geht zurück zur Innerlichkeit, und diß zurük zur <hi rendition="#g">Aüsserlich</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">keit</hi>. – <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Pflanze</hi> <hi rendition="#g">unterhält</hi> die <hi rendition="#g">Atmosphäre</hi> in <hi rendition="#g">Feuchtigkeit</hi>, und<lb n="3"/>ebenso saugt sie das Wasser derselben ein; alles negative ist ebenso positiv.</p>
<p><lb n="4"/>An der Pflanze selbst ist dieser Proceß ihr Gestalten, welches die drey Momente<lb n="5"/>enthält α) daß sie zum festen, Selbst wird, zum Holzigten – β) zum Wassererfüll<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>ten – neutralen – γ) zum luftigen, rein ideellen Processe.</p>
<p><lb n="7"/>α)<ptr type="anker" target="#fn-138-1"/> Der <hi rendition="#g">Verholzungsproceß</hi> und der <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Wachsthums</hi> sind als<lb n="8"/>qualitativer und quantitativer entgegengesetzt;<ptr type="anker" target="#fn-138-2"/> jener das Werden zum festen ein<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>fachen todten Selbst, dieser das Aussersichgehen – hängt vorzüglich mit dem Lichte<lb n="10"/>zusammen; feuchte wolkichte Atmosphäre befördert das Wachsthum – im Schatten<lb n="11"/>werden die Pflanzen grösser, aber bleich und schwach; – in dem Sonnenlicht fester,<lb n="12"/>kernhaffter reifer, holzigter. β <hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">Wasserproceß</hi> macht überhaupt das träge<lb n="13"/>Daseyn und das Wachsthum aus; – zugleich den Übergang des ersten in die Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>zweyung, Auflösung Reinigung und Verflüchtigung der Individualität; der Lufft<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>proceß endlich ist diese verflüchtigte [Individualität], Ätherisirung jener trägen<lb n="16"/>todten Selbstständigkeit; das andre Extrem, in welches sich das selbstige Wasser<lb n="17"/>entzweyt – in die ruhende Einzelnheit und in die entfaltete Allgemeinheit, in das<lb n="18"/>Daseyn der Gattung.</p>
<p><lb n="19"/>Diß<ptr type="anker" target="#fn-138-3"/> Ganze ist α) <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>, ruhende Gestalt überhaupt, αα) die unauf<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>geschlossne Krafft, das reine Selbst das eben um seiner unmittelbaren Einfachheit</p>
<note xml:id="fn-138-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>α) Aussprechen der Momente, Holzfaser, Wasserzelle, Luftschlauch β) Wachs<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>thum, Gestaltung als Werden des <hi rendition="#g">Seyenden</hi>, quantitative Veränderung – das letzte dieses<lb n="23"/>Processes ist der Proceß selbst, das Blatt γ) jenes Gestalten ist dadurch ein Werden des Aufge<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>hobnen (β) drückt das Wasser γ) die Lufft aus) – γ durch diese Einheit ist das <hi rendition="#g">Ganze</hi> gewor<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>den. Diß Ganze ist Knospe, ein andres Individuum, als das erste; diß Product tritt seinem<lb n="26"/>Werden gegenüber. Es ist das <hi rendition="#g">Ganze</hi> Selbst, wie das Holz und Wurzel nur das abstracte<lb n="27"/>Selbst war.</note>
<note xml:id="fn-138-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>Holz ist Wurzel – Wasser, der Stamm, Luftschlauch das Blatt</note>
<note xml:id="fn-138-3" type="rand" n="³"><lb n="29"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Wurzel</hi></note>
<pb n="136" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=139" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>in das unorganische zurüksinkt; es ist die <hi rendition="#g">Holzfaser</hi> überhaupt – chemisch be<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>trachtet ist es Kohlenstoff; abstraktes Subject; – aber seinem Begriffe nach ist es die<lb n="3"/>blosse Krafft überhaupt, Krafft als solche;<ptr type="anker" target="#fn-139-1"/> der in der Erde, seinem einfachen finstern<lb n="4"/>bleibende Saamen; die Wurzel die reines <hi rendition="#g">Holz</hi> ist, ohne Rinde und Mark; –<lb n="5"/>א) <hi rendition="#g">Brennbarkeit</hi> als <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> des Feuers, Subjects, blosse Möglichkeit es<lb n="6"/>ist selbst keine Wärme, nicht so Gattung, daß es Einheit zweyer Selbst, Auflösung<lb n="7"/>Einzelner Gestalten wäre; – es geht darum oft zur Schweflichkeit fort – in einigen<lb n="8"/>Wurzeln erzeugt sich völlig gebildeter Schwefel – ב ebenso in die Erdigkeit –<lb n="9"/>verfaulte Wurzel – Dammerde Torfproceß – auch in den Stämmen förmliche er<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>zeugte Erde, Zerfallen in todte Punctualität aus seiner Continuität. ף) ebenso leicht<lb n="11"/>in Stein; die Wurzelung ist eine solche Verkrümmung und Vertilgung der Fläche<lb n="12"/>und Linie eine solche Verknotung, daß jene Dimension aufgehoben, eine gediegne<lb n="13"/>Continuität ist, die auf dem Sprunge steht ganz unorganisch [zu werden] – ohne die<lb n="14"/><hi rendition="#g">Unterschiede</hi> der Gestalt, (Fasern) des chemischen (Brennbarkeit) der Punc<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>tualität (Erde) – und zum Steine zurükzugehen, wie haüffig geschieht – versteinerte<lb n="16"/>Baüme; Tabascher eine Art Kiesel im Bambusrohr, in den Knoten, denn diese sind<lb n="17"/>selbst neue Wurzelknoten –</p>
<p><lb n="18"/>β Die <hi rendition="#g">Wurzel</hi>, das Holz, seine Länge in <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Rundung</hi> <hi rendition="#g">Verknotung</hi> zu<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>sammennehmend, die in sich bleibende Krafft schließt sich auf; in das entwickelte<lb n="20"/>Moment der Gestalt – α) einfache <hi rendition="#g">Haut</hi>, aüssre reine Einheit aller Momente, die<lb n="21"/>Lymphe, die allgemeine Umschliessung, β) die <hi rendition="#g">Rinde</hi>, das zelligte Gewebe, dessen<lb n="22"/>Zellen voller Wasser sind – zuweilen finden sich feine Crystalle darin, bey mikro<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>skopischen Beobachtungen; γ) Holzfaser selbst wieder spiralförmig – das feste<lb n="24"/>Mittlere – das δ) in das Mark auf der andern Seite übergeht, Lufftutrikeln, wie die</p>
<note xml:id="fn-139-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>steht auf der <hi rendition="#g">Schwebe</hi> zwischen allen Momenten</note>
<pb n="137" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=140" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Rinde, Wasserzellen; – dieser Stengel Stamm fehlt bey den Monocotyledonen, die<lb n="2"/>von der Wurzel unmittelbar in das <hi rendition="#g">Blatt</hi> übergehen.</p>
<p><lb n="3"/>Das <hi rendition="#g">Geblätter</hi> ist endlich der reine Proceß, Lunge die Rinde des Stammes, aber<lb n="4"/>die befreyte Thätigkeit, die Gräntze der ruhigen <hi rendition="#g">Gestaltung</hi>, der Anfang des<lb n="5"/>reinen Processes als Processes; der lebendige Lichtproceß, der in Feuerproceß, in<lb n="6"/>Auflösung der Gestalt übergeht, und dieselbe als Seyn <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">andres</hi>, erzeugt. Die<lb n="7"/>Pflanze <hi rendition="#g">ist</hi> auf diese Weise; aber ihr Seyn ist eine <hi rendition="#g">Spannung</hi> ihrer <hi rendition="#g">Wurzelung</hi>,<lb n="8"/>ihrer <hi rendition="#g">insichseyenden</hi> Krafft, gegen ihre <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>; ihre Diremtion ist im<lb n="9"/>Blatte das Extrem des Aussersichseyns, der Aufgelöstheit, der aufgehobnen <hi rendition="#g">Ein</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">zelnheit</hi>; – <hi rendition="#g">Proceß</hi> als solcher gegen das Bestehen der Einzelnheit.</p>
<p><lb n="11"/>In dieser Gestalt ist wesentlich die allgemeine Sphäre zu bemerken, worin die<lb n="12"/>Pflanze bleibt;<ref type="anker" target="#fn-140-1">¹</ref> nemlich einfaches, das in seiner Articulation nicht aus der Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>fachheit seiner allgemeinen Substanz herausgeht; daher jeder Theil die Krafft der<lb n="14"/>ganzen Pflanze ist, und jeder sie vorstellen kann – <hi rendition="#g">Wurzel</hi> ein Baum umgekehrt,<lb n="15"/>mit den Ästen in die Erde gepflanzt, schlägt aus, die Wurzeln werden vollkommne<lb n="16"/>Zweige – <hi rendition="#g">Rinde</hi> ebenso knospend – und Zweige gehen zur Wurzel zurük; aber<lb n="17"/><hi rendition="#g">Blätter</hi> der freye Proceß,<ref type="anker" target="#fn-140-2">²</ref> hat nicht mehr diese Gediegenheit an [sich], daß es zum<lb n="18"/>Bestehen kommen könnte. –</p>
<p><lb n="19"/>b)<ref type="anker" target="#fn-140-3">³</ref> Mit dem Hervortreten des eigentlichen <hi rendition="#g">Processes</hi> des Selbsts ist das Ge-</p>
<note xml:id="fn-140-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>In den entgegengesetzten Processen der Individualität ist die <hi rendition="#g">Gattung</hi> – Ganze<lb n="21"/>durch diesen Gegensatz <hi rendition="#g">vorhanden</hi></note>
<note xml:id="fn-140-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg>Diß Selbst kommt nicht zu einem eignen Kreislauff in sich.</note>
<note xml:id="fn-140-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>b) das Resultat ist die <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> als Proceß – kehrt zurück zum <hi rendition="#g">Seyn</hi><lb n="24"/>– Hemmung, <hi rendition="#g">Reflexion</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, Blattproceß Reconstruction des <hi rendition="#g">Holzes</hi> – er<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>zeugt <hi rendition="#g">Wurzeln</hi>, nimmt sich zurück <hi rendition="#g">Lichtaufnahme</hi>, – wie der <hi rendition="#g">erste</hi> <hi rendition="#g">Wasserauf</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/><hi rendition="#g">nahme</hi>, Gestaltung war Proceß, gegen sich selbst gerichtet.</note>
<pb n="138" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=141" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>stalten gehemmt – Das Licht hemmte es schon als Gestalten; aber als Ganzes ist es<lb n="2"/>sein eignes ganzes <hi rendition="#g">wirkliches</hi>; es ist sein eignes Feuer; es ist das in sich selbst<lb n="3"/>zurüknehmen – das Aussersichseyn ist eben seine Wirklichkeit.<ptr type="anker" target="#fn-141-1"/> Seine Wirklich<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>keit – wie die Gestalt sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist, so ist sie sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> anderes, aber ein<lb n="5"/>reflectirtes, die Weise seines <hi rendition="#g">Sinnes</hi>; und <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>, aber als einfaches. –<lb n="6"/>Der Gestaltungsproceß, ist Negativität der unmittelbaren Einfachheit des Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>jects – Saamens, und Holzes – ist Entzweyung der Gestalt, – aufheben derselben als<lb n="8"/>dieser – <hi rendition="#g">Vervielfältigen</hi> überhaupt<ptr type="anker" target="#fn-141-2"/> – Gestaltung Erzeugung eines andern<lb n="9"/>Selbsts – Knospen, Zwiebelvervielfältigung – Vermehrung, worin mehr Ganze<lb n="10"/>werden, wie vorhin diese eine Gestalt vergrössert wurde. – Diß vertritt die Stelle<lb n="11"/>des Sinnes<ptr type="anker" target="#fn-141-3"/> – es ist in seinem <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, in seiner Gestalt in sich reflectirt, heißt hier,<lb n="12"/>sein Daseyn Gestalten ist allenthalben ganzes Individuum,<ptr type="anker" target="#fn-141-4"/> selbst ein seyendes; es<lb n="13"/>ist in seinem Daseyn nicht allgemeines Individuum, oder als solches in sich reflec<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>tirt, so daß das gegenständliche für es ein Einzelnes, und es die Einheit dieser Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>zelnheit wäre. Das Individuum als ein Selbst ist so als ein Selbst <hi rendition="#g">da</hi>, daß es die</p>
<note xml:id="fn-141-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>Es ist das <hi rendition="#g">Ganze</hi> Resultat geworden α) seinem Werden entgegen gesetzt<lb n="17"/>β) Ganzes an ihm selbst; αα) Knospe ββ) Blume γγ) Frucht. Diß Ganze ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Proceß</hi>,<lb n="18"/>der zu seinen Theilen, die ganze Pflanze hat.<lb n="19"/>αα) ist er der unmittelbare Totalitätsproceß<lb n="20"/>γγ) der entwickelte γ) das entfaltete Produckt.</note>
<note xml:id="fn-141-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>A. Bedeutung des Ganzen ist α) in sich <hi rendition="#g">reflectirtseyn</hi> – Selbstgefühl<lb n="22"/>In sich seyn in seinem Seyn für andres; Sinn. Pflanze kommt nicht als Individuum zu sich selbst<lb n="23"/>zurück.</note>
<note xml:id="fn-141-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Knospen</hi> überhaupt <hi rendition="#g">Stolonen</hi>, Zwiebeln zerbrechen in zwey – Wie<lb n="25"/><hi rendition="#g">Blatt</hi> fertig – <hi rendition="#g">Knospe</hi> –</note>
<note xml:id="fn-141-4" type="rand" n="⁴"><lb n="26"/><seg type="marke">⁴ </seg>Die <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>, der Proceß ist sich selbst <hi rendition="#g">noch</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">Gegenstand</hi>; –<lb n="27"/>Einheit zweyer Einzelnheiten; Pflanze nur die Erde, Krafft.</note>
<pb n="139" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=142" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Einheit nicht seiner selbst und der allgemeinen unorganischen Natur ist, – sondern<lb n="2"/>seiner selbst, und einer fremden Einzelnheit, d. h. einer solchen [, die] für sich wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>lich, in sich reflectirt ist – Aber die unorganische Natur ist nicht ein solcher sich<lb n="4"/>[in] der Pflanze vereinzelnder Gegenstand, sondern unmittelbarer, oder kein Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>stand. Ihr reflectirtseyn ist sich selbst daher nicht die <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">zweyer</hi> <hi rendition="#g">Einzelnen</hi>,<lb n="6"/>sondern diese fallen an ihr auseinander. Sie kommt wohl zu dieser Reflexion, dieses<lb n="7"/>einzelne und ein anderes Einzelnes zu seyn, aber von einer Seite es ausgedrückt fehlt<lb n="8"/>die negative Einheit beyder – die Einheit ist die Gestalt Ganzes der Pflanze; die<lb n="9"/>ruhige nicht die negative – Von der andern Seite kommt es eben bey ihr auch nicht<lb n="10"/>zur wahren freyen Gegenständlichkeit, und diß andre Einzelne ist nur <hi rendition="#g">ein</hi> THEIL<lb n="11"/><hi rendition="#g">derselben</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Pflanze</hi> <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">sie</hi>. – Sie <hi rendition="#g">kann</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihrem</hi> <hi rendition="#g">Gestalten</hi><lb n="12"/>nur so hervorbringen, oder die Theile der Gestalt nur so in der organischen Einheit<lb n="13"/>erhalten, daß sie dieselben zum daseyenden Ganzen macht – nicht sie als besondre<lb n="14"/>Systeme – die einzelnen Momente als lebendig, das Leben in anderer Bestimmtheit,<lb n="15"/>anderem Elemente ausdrücken.</p>
<p><lb n="16"/>So<ptr type="anker" target="#fn-142-1"/> ist ihr unmittelbar reflectirtseyn in sich selbst, ihr <hi rendition="#g">an</hi> und <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi><lb n="17"/>beschaffen; – aber diß wesentlich Bewegung – es ist die Einheit der Gestalt, <hi rendition="#g">An</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">sichseyns</hi> und des <hi rendition="#g">Fürsichseyns</hi>, des Processes; es ist der <hi rendition="#g">Proceß</hi> der selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>ständigen sich <hi rendition="#g">gleichen</hi>, <hi rendition="#g">ganzen</hi> Individuen – die Beziehung dessen, was in der<lb n="20"/>ersten unmittelbar reflectirten Einheit nur als seyende Einheit auseinander fiel; die<lb n="21"/>Beziehung des Individuums auf sich selbst als selbstständiges Individuum. Aber<lb n="22"/>hiezu hat die Pflanze keine Krafft; <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Zeugungsproceß</hi>, der nur <hi rendition="#g">eine</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">Vorstellung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Geschlechtsverhältnisses</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; – in den Diöcisten ist zwar<lb n="24"/>die Männlichkeit und Weiblichkeit geschiedne Individualität, jeder kommt eine<lb n="25"/>eigne Pflanze zu, aber diese Pflanze ist nicht von diesem Charakter durchdrungen,<lb n="26"/>sondern ist nur eine oberflächliche Spitze.</p>
<p><lb n="27"/>Der Gegensatz der Männlichkeit und Weiblichkeit kommt auf die gedoppelte</p>
<note xml:id="fn-142-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>B. <hi rendition="#g">Blume</hi></note>
<pb n="140" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=143" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Weise zu Stande es sind zwey Processe gesetzt α)<ptr type="anker" target="#fn-143-1"/> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyende</hi> <hi rendition="#g">Pflantze</hi>,<lb n="2"/><hi rendition="#g">welche</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">unorganische</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">negativ</hi> <hi rendition="#g">verhält</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Gat</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">tung</hi>, welche <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> – und β) die Pflantze <hi rendition="#g">welche</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">re<pc force="weak">-</pc></hi><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">flectirt</hi>, <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ihrem</hi> <hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">aussen</hi> <hi rendition="#g">gekehrtseyn</hi> <hi rendition="#g">allgemein</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; jener ist das<lb n="5"/>einzelne wirkliche selbst, diß die Möglichkeit der Einzelnheit, der Thätigkeit; die<lb n="6"/>unmittelbare wirkliche Einheit der Gattung und der Einzelnheit und eben darum<lb n="7"/>das passive, empfangende, und gebährende, der allgemeine Schooß – Sie stellen die<lb n="8"/>beyden ersten Processe gegen einander vor; das eine das negative, das sein Wesen<lb n="9"/>ausser sich hat und darauf gerichtet ist, als auf ein aufzuhebendes – das andre ist<lb n="10"/>diß in sich reflectirte Wesen selbst, nicht mehr die unorganische Natur. Beyde<lb n="11"/>Processe sind selbst das Ganze, nur in entgegengesetzter Bestimmung. So <hi rendition="#g">finden</hi><lb n="12"/>beyde sich einander gegenüber.<ptr type="anker" target="#fn-143-2"/> Aber ihr Daseyn ist durch den Proceß selbst und<lb n="13"/>zwar durch den letztern, geworden. <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">verdauende</hi> <hi rendition="#g">Gestalten</hi> <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">reflectirten</hi> <hi rendition="#g">Processe</hi> <hi rendition="#g">herausgeboren</hi> – Als Proceß ist er an<lb n="15"/>ihm selbst das entzweyte, und als der in sich reflectirte sind seine Seiten die ganzen<lb n="16"/>Individuen.</p>
<p><lb n="17"/>Der Wasserproceß des Blatts entzweyt seine Neutralität in die Verholzung, als<lb n="18"/>Wurzeln als einfache Keime, Individuen<ptr type="anker" target="#fn-143-3"/> – und in den <hi rendition="#g">Luftproceß</hi>, <hi rendition="#g">Mark</hi>.–<lb n="19"/>In diesem Elemente erzeugt nun die Pflanze sich als Ganzes, das in <hi rendition="#g">Geschlechter</hi><lb n="20"/>dirimirt ist, oder vielmehr nur in Geschlechtstheile dirimirt ist.<ptr type="anker" target="#fn-143-4"/></p>
<p><lb n="21"/>Zum Geschlechte werden hat den Sinn, daß das Pflanzenindividuum sich selbst</p>
<note xml:id="fn-143-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>α) <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi></note>
<note xml:id="fn-143-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>β) <hi rendition="#g">gewordenseyn</hi></note>
<note xml:id="fn-143-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg>Mark, <hi rendition="#g">diese</hi> todte Allgemeinheit – wie Holz todtes selbst</note>
<note xml:id="fn-143-4" type="rand" n="⁴"><lb n="25"/><seg type="marke">⁴ </seg>α) Brautbette – Ganzes αα) <hi rendition="#g">Kelch</hi> – Haut – allgemeine Umschliessung<lb n="26"/>ββ) Blätter <hi rendition="#g">Rinde</hi> – verfeinert, <hi rendition="#g">farbigt</hi>, die neutrale Farbe des Blatts gereinigt charakteri<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>sirt – Moment der <hi rendition="#g">eignen</hi> <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> –</note>
<pb n="141" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=144" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>als Individuum ein andres wäre; daß es als <hi rendition="#g">Licht</hi> selbst wirklich wäre; denn das<lb n="2"/>reine Selbst ist das Licht, die Selbstigkeit, als gegenständliche Gegenwart, daß es<lb n="3"/>zum absoluten zum <hi rendition="#g">Sehen</hi> würde. – Es wird nicht dazu, sondern der Sinn des<lb n="4"/>Sehens bleibt nur Licht, Farbe an ihm, nicht das Licht wiedergebohren in der<lb n="5"/>Mitternacht des Schlaffs, in der Finsterniß, dem reinen Ich, nicht als ein Sehen – nicht<lb n="6"/>diß <hi rendition="#g">vergeistigte</hi> Licht, das Selbstigkeit ist; die reine <hi rendition="#g">existirende</hi> Negativität. –<lb n="7"/>Diese Wiedergeburt enthält das Moment der Verwandlung des Wassers als Re<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>flexion in Individuen, Knospen, Stolonen, – die <hi rendition="#g">einfache</hi> Einheit dieser Individuen<lb n="9"/>ist nur da, als der Pflanze angehörend, als ihre einfache reine Continuität, Metalli<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>tät, oder <hi rendition="#g">Farbe</hi>. Die Rinde und Blatt welche das Selbst des Processes sind, noch in<lb n="11"/>ihrer Ungeschiedenheit – <hi rendition="#g">Grün</hi>; diese synthetische Farbe des <hi rendition="#g">Blau</hi> und <hi rendition="#g">Gelb</hi><lb n="12"/>wird mit der Neutralität des Wassers aufgehoben, und in Blau und Gelb entzweyt;<lb n="13"/>Ansicht des jetzigen Grüns Gelb, und blaulichter Schein, und das Gelb geht später<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>hin in <hi rendition="#g">Roth</hi> über;<ptr type="anker" target="#fn-144-1"/> – Feuerfarbe – Kornfeld Gelb, Kornblume (Blau) Mohn (Roth).</p>
<p><lb n="15"/>Dieser Lichtproceß die Gestalt der Blume. Es ist die ins Licht, ins Selbst erhobne<lb n="16"/>Gestalt – Das Vielfache der Blätter nimmt sich in Einen Punkt zusammen (wie<lb n="17"/>in der Knospe ein jedes einzelnes) und diese Knospe das in seine reinen Theile ent<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>wickelte Ganze – Der Blumenkelch ist das zur Haut zusammenfallende Blatt – Das<lb n="19"/>Blatt tilgt seine Holzigkeit und seine getrennten Wasserzellen und versammelt sich<lb n="20"/>in einer reinern Farbe um das <hi rendition="#g">Germen</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-144-2"/> Diß ist das <hi rendition="#g">abstracte</hi> Ansich der Pflanze;<lb n="21"/>der Saame ist das abstracte <hi rendition="#g">wirkliche</hi> Ansich, – das <hi rendition="#g">befruchtete</hi>; das Germen</p>
<note xml:id="fn-144-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>Viele Arten durchlauffen alle diese Farben – Künstliche Gärtnerey sie durch<lb n="23"/>alle diese Farben und ihre Vermischung durchzutreiben. Wenn die wilde Blume <hi rendition="#g">roth</hi>, schwer<lb n="24"/>zum <hi rendition="#g">Blau</hi> hinüber zu treiben – Wenn eine Pflanze nicht blüht – färbt sie leicht ihre Blätter,<lb n="25"/>mahlt auch die Pistille darauf hin;</note>
<note xml:id="fn-144-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Germen</hi> ist diese reinere Knospe</note>
<pb n="142" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=145" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>aber hat die Möglichkeit wirklich zu seyn noch nicht an ihm,<ptr type="anker" target="#fn-145-1"/> es ist noch die Mög<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>lichkeit überhaupt. Es ist für ein anderes, diß sein Seyn für anderes ist das <hi rendition="#g">Pistill</hi>.<lb n="3"/>Das Andre für welches es ist; es ist die <hi rendition="#g">Holzfaser</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-145-2"/> denn es ist die <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi><lb n="4"/>des <hi rendition="#g">einfachen</hi> Selbsts. Es verhält sich gegen sich selbst; das andre, für welches es<lb n="5"/>ist, ist ein Theil, ein besondres wirkliches; – die Pflantze kommt hier dazu, daß<lb n="6"/>einzelnes für sie ist, aber α) ein <hi rendition="#g">Theil</hi> ihrer, β) nicht als ein Ganzes; – es ist das<lb n="7"/>thätige, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Blatt</hi>, der Proceß, welcher sich zu einer Materie, <hi rendition="#g">Saamenstaub</hi><lb n="8"/>macht, das <hi rendition="#g">thätige</hi> <hi rendition="#g">Mark</hi>; – Mark ist die Abstraction <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">luftigen</hi>, elastischen,<lb n="9"/>in sich gespannten; hier kommt die Spannung zum Daseyn, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Thätigkeit</hi>;<lb n="10"/>das organisch= <hi rendition="#g">chemische</hi> <hi rendition="#g">Moment</hi>, wie Pistill<ptr type="anker" target="#fn-145-3"/> seinerseits; – eine aüsserliche<lb n="11"/>Thätigkeit, ein Wirken eines daseyenden auf ein daseyendes; und ein solches das<lb n="12"/>seine unorganische Natur ist – Es hilfft da nicht – wie bey der Zeugung überhaupt<lb n="13"/>nicht zu untersuchen, was im unbefruchteten Germen ist, und was durch die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>fruchtung hinzukommt; die Veränderung entgeht den groben Händen der Chemie,<lb n="15"/>die das lebendige tödtet, und nur zu sehen bekommt, was das todte ist, nicht das<lb n="16"/>lebendige. Die Befruchtung der Pflanze besteht allein darin, daß sie die Momente<lb n="17"/>in dieser Abstraction aufstellt in getrenntem Daseyn,<ptr type="anker" target="#fn-145-4"/> und sie durch die Berührung<lb n="18"/>wieder in Eins setzt. Diese Bewegung als eine Bewegung zwischen <hi rendition="#g">abstracten</hi>,<lb n="19"/>differenten, begeisteten, aber <hi rendition="#g">wirklichen</hi>, d. h. <hi rendition="#g">daseyenden</hi>, da sie abstracte<lb n="20"/>sind, ist ihre <hi rendition="#g">Verwirklichung</hi>, welche sie an ihr selbst darstellt.<ptr type="anker" target="#fn-145-5"/></p>
<note xml:id="fn-145-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>differente Momente</note>
<note xml:id="fn-145-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Holzfaser</hi> und <hi rendition="#g">Blatt</hi>, <hi rendition="#g">Mark</hi> Saamenstaub; aber <hi rendition="#g">brennbare</hi>, thätige,<lb n="23"/>belebte wie Blatt nur wässrigter</note>
<note xml:id="fn-145-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg>Saüre, Base</note>
<note xml:id="fn-145-4" type="rand" n="⁴"><lb n="25"/><seg type="marke">⁴ </seg><hi rendition="#g">dieselben</hi> <hi rendition="#g">Stoffe</hi>, quantitativer Unterschied, – fehlt leider das geistige<lb n="26"/>Band; <hi rendition="#g">werden</hi> erst – Grund doch vorhanden – Verhalten zum <hi rendition="#g">Todten</hi></note>
<note xml:id="fn-145-5" type="rand" n="⁵"><lb n="27"/><seg type="marke">⁵ </seg><hi rendition="#g">Geruch</hi> – <hi rendition="#g">aerisirte</hi> Pflanze in das <hi rendition="#g">geistige</hi>, <hi rendition="#g">immaterielle</hi> für andres<lb n="28"/>Seyn, <hi rendition="#g">Mark</hi></note>
<pb n="143" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=146" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Diese Darstellung ist seit Linné allgemein als Geschlechtsprozeß angesehen<lb n="2"/>worden; allein daß er diß wäre, müßte er nicht nur zu seinen Momenten Theile<lb n="3"/>der Pflanzen haben, sondern ganze Pflanzen. Die Monözisten und Diözisten sind<lb n="4"/>zwar getrennte Geschlechter, und machen einen Hauptbeweis der Befruchtung<lb n="5"/>aus; aber die verschiednen Individuen können nicht als verschiedne Geschlechter<lb n="6"/>angesehen werden, weil sie nicht in das <hi rendition="#g">Princip</hi> ihrer Entgegensetzung ein<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>getaucht sind; weil es nicht sie ganz durchdringt, <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">allgemeines</hi> Moment<lb n="8"/>ist,<ptr type="anker" target="#fn-146-1"/> nicht Princip des <hi rendition="#g">ganzen</hi> Individuums, sondern ein <hi rendition="#g">abgeschiedner</hi> <hi rendition="#g">Theil</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">desselben</hi>, und beyde nur nach diesem Theile sich <hi rendition="#g">aufeinander</hi> beziehen. Das<lb n="10"/>eigentliche <hi rendition="#g">Geschlecht</hi> muß zu seinen entgegengesetzten ganze Individuen haben,<lb n="11"/>deren Bestimmtheit in sich vollkommen reflectirt, sich über das ganze verbreiten.</p>
<p><lb n="12"/>Es ist deßwegen eigentlich das Geschlechtsverhältniß ebenso sehr oder vielmehr<lb n="13"/><hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Verdauungsproceß</hi> anzusehen.<ptr type="anker" target="#fn-146-2"/> Denn die Verdauung ist dieser Proceß, der<lb n="14"/>zu seinen Seiten solche selbstständige hat, die zwar eignes <hi rendition="#g">Daseyn</hi> aber nicht die<lb n="15"/>vollkommne Reflexion, Ganze in sich zu seyn, an ihnen haben; sie sind nur <hi rendition="#g">Ein</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">geweide</hi>, nicht Individuen, solche Eingeweide sind die Theile der Blumenkrone. –<lb n="17"/>Oder <hi rendition="#g">Verdauung</hi> und <hi rendition="#g">Zeugung</hi> sind hier dasselbe. Sie sind <hi rendition="#g">dasselbe</hi>, die<lb n="18"/>Verdauung bringt das <hi rendition="#g">Individuum</hi> selbst hervor – unorganische Natur –<ptr type="anker" target="#fn-146-3"/> aber in<lb n="19"/>der Pflanze ist es ein andres Individuum, das hier wird – wie in der unmittelbaren<lb n="20"/>Verdauung des Wachsthums eben diß ein Verknoten.</p>
<p><lb n="21"/>Das<ptr type="anker" target="#fn-146-4"/> Produckt, die vollkommen gewordne Pflanze ist nun die <hi rendition="#g">Frucht</hi>. Sie ist<lb n="22"/>der <hi rendition="#g">Saamen</hi>, eine Knospe die nicht unmittelbar ist, sondern durch den entwickel<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>ten Proceß; jener nur die formale Wiederhohlung des Ganzen. Als <hi rendition="#g">Saamen</hi> hat<lb n="24"/>der Saamen keinen Vorzug vor der Knospe, insofern nur ein neues erzeugt werden</p>
<note xml:id="fn-146-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>Bey Insecten Männchen und Weibchen von sehr verschiednem Habitus.</note>
<note xml:id="fn-146-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Reifen</hi> des <hi rendition="#g">Holzes</hi> überhaupt</note>
<note xml:id="fn-146-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>Zeugung etwas überflüssiges für die Fortpflanzung – Luxus<lb n="28"/>Oel der Nectarien</note>
<note xml:id="fn-146-4" type="rand" n="⁴"><lb n="29"/><seg type="marke">⁴ </seg><hi rendition="#g">Saamen</hi> löst sich frey ab, kommt zur Bewegung, aber nur des <hi rendition="#g">Fallens</hi></note>
<pb n="144" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=147" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>soll; – viele kommen gar nicht zu Saamen.<ref type="anker" target="#fn-147-1">¹</ref> – Dieser ist aber die <hi rendition="#g">verdaute</hi><lb n="2"/>Pflanze – und <hi rendition="#g">Frucht</hi>, welche sich eben darstellt, sich als ihre eigne organische<lb n="3"/>Natur aus ihr selbst und durch sie hervorgebracht zu haben. Saamen und Frucht<lb n="4"/>sind die eigentlichen Geschlechter, zu welchen die Pflanze gelangt; in den Blumen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>theilen nur differente (Geschlechtstheile) die nicht ein eignes Ganzes haben; Saame<lb n="6"/>und Frucht, sind diese Ganze aber differenzlos; sie hat sie an ihr, und die<lb n="7"/>Faülniß<ref type="anker" target="#fn-147-2">²</ref> der Frucht, ist der Proceß des Werdens der unorganischen Natur als<lb n="8"/><hi rendition="#g">solcher</hi>; die Erzählung, der innern Bedeutung nach, nicht daß nur das von<lb n="9"/>diesem Saamen gefaulte die unorganische Natur wäre – andre Pflanzen sind keine<lb n="10"/>Frucht. – Der<ref type="anker" target="#fn-147-3">³</ref> Saamenboden schwillt auf; das <hi rendition="#g">Blatt</hi>, (die Saamenkapsel) dessen<lb n="11"/>Proceß itzt sich materialisirt hat. Bis zu dieser Verdauung bringt es die Pflanze, sie<lb n="12"/>bietet sich als höhere Organismen dar, um genossen zu werden; diß ist ihre <hi rendition="#g">Be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">stimmung</hi>; sie ist ein untergeordneter Organismus; die Idee desselben ist in der<lb n="14"/>Pflanze nicht vollendet; sondern er ist ein aufzuzehrendes Daseyn – Es ist so spröde<lb n="15"/>zu thun gegen den ökonomischen Nutzen, gar nichts zufälliges; <hi rendition="#g">gemein</hi>, weil<lb n="16"/>die Pflanze etwas gemeines ist. An ihr selbst betrachtet, sie wie sie im Absoluten<lb n="17"/>ist, ist eben diß in ihrer Vollendung ein solches zu seyn, das aufzuheben, die un<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>organische Natur für ein andres ist.<ref type="anker" target="#fn-147-4">⁴</ref></p>
<note xml:id="fn-147-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">getrenntes</hi> Individuum,∗<ref type="anker" target="#fn-147-s1"/> eignes Insichseyn; für die <hi rendition="#g">Knospe</hi> – der <hi rendition="#g">Baum</hi><lb n="20"/>ihr In sich <hi rendition="#g">seyn</hi>. –</note>
<note xml:id="fn-147-s1" type="rand" n="∗"><lb n="21"/><seg type="marke">∗ </seg>unorganisches</note>
<note xml:id="fn-147-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Frucht</hi> die unorganische Natur, als <hi rendition="#g">seyend</hi> für <hi rendition="#g">andres</hi> in sich reflectirt.</note>
<note xml:id="fn-147-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>das Weibliche wird der Saamen; das Feuer der Antheren wird zum in die<lb n="24"/>Frucht aufschwellenden Fruchtboden; jenes das passive schlägt zu dem die Krafft in sich haben<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>den um, dieses das thätige – zu der passiven unorganischen – verfaulenden – Natur.<lb n="26"/>Die Frucht ist <hi rendition="#g">Rinde</hi> (Nüsse besonders, Saamenkapsel Blatt) Holz (die harte, holzige<lb n="27"/>Schaale) – und Mark (der Kern öhligt)</note>
<note xml:id="fn-147-4" type="rand" n="⁴"><lb n="28"/><seg type="marke">⁴ </seg><hi rendition="#g">Geschmack</hi> der Pflanze – verdaute unorganische <hi rendition="#g">Natur</hi>, entwickeltes<lb n="29"/>Bestehen</note>
<pb n="145" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=148" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>(Es ist zu sehen, wie diese von ihr reconstruirte Natur ist. α) das Licht ist an ihr<lb n="2"/><hi rendition="#g">Farbe</hi>, als Seyn für andres; – ihr eignes Licht – Blumen gelber Farbe leuchten<lb n="3"/>sehr gern – Aber es ist nicht nur so Farbe, Eigenschafft; sondern das organische<lb n="4"/>Selbst hat sie zum <hi rendition="#g">Dinge</hi> unterjocht, oder sie, die nur <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">andres</hi> ist,<lb n="5"/>keine eigne Wirklichkeit hat, zum physischen Daseyn erhoben – sie ist schon <hi rendition="#g">Ding</hi><lb n="6"/>als Metall, alles Färbende des Unorganischen ist Metallisch. Indem die Chemie die<lb n="7"/>Pflanze in ihren todten Theilen aufzeigt, zeigt sie einen <hi rendition="#g">Färbestoff</hi> auf – im<lb n="8"/>Thiere <hi rendition="#g">Eisen</hi> im Blute, die physicalische Abstraction; Pflanze enthält diese Rein<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>heit nicht in ihrem Begriffe.)</p>
<p><lb n="10"/>Sie ist ebenso als <hi rendition="#g">Lufftform</hi> für andres, Sinn des Geruchs – ihre ganze Natur ist<lb n="11"/>zu Lufft verflüchtigt, in eine Atmosphäre, aërisches Daseyn; – wie in der Farbe<lb n="12"/>als Farbe, so Geruch als Geruch; – sie <hi rendition="#g">riecht</hi>, – in der <hi rendition="#g">Frucht</hi>, diß als Ding, als<lb n="13"/><hi rendition="#g">ätherisches</hi> <hi rendition="#g">Oel</hi> abscheidbar. – Sie ist ebenso das <hi rendition="#g">salzigte</hi>, <hi rendition="#g">neutrale</hi> – in den<lb n="14"/>Blättern spissige Krystalle, noch wenig verdautes Wasser.<ptr type="anker" target="#fn-148-1"/> – In den Früchten vor<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>nemlich, die noch unreiff sind, ist es salzartig, als Weinsteinsalz überwiegend, ein<lb n="16"/>unreiffes Salz, das seine Neutralität zusammennehmend, sich in das <hi rendition="#g">brennbare</hi><lb n="17"/>Salz des Zuckers zusammennimmt, und weinigte Flüssigkeit wird. Hier zeigt sich<lb n="18"/>nun die <hi rendition="#g">Pflanze</hi> erst als der Begriff, der das Lichtprincip materialisirt, zum Feuer<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>wesen gemacht – Sie enthält nicht nur eine Menge brennbarer Theile, harzigte<ptr type="anker" target="#fn-148-2"/> – die<lb n="20"/>angezündet, die Flamme an ihnen behalten; – sondern sie selbst ist die Bewegung<lb n="21"/>des Feuers in sich selbst; sie geht in <hi rendition="#g">Gährung</hi> über, aber die Wärme, welche sie<lb n="22"/>an ihr selbst, aus sich sich gibt, ist ihre Zerstörung – Lebenslauff <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Todten</hi>. Es<lb n="23"/>ist der höhere, als sie als Pflanze ist, Thierische Proceß, ihr Untergang. – Zuker –<lb n="24"/>Wein, Essiggährung (Saüre noch Aussen) Faülniß, Verwesung Entbindung der<lb n="25"/>todten Stoffe; – vom Selbst verlassen, werden sie todte Stoffe.</p>
<note xml:id="fn-148-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Geschmack</note>
<note xml:id="fn-148-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Wärme</hi></note>
<pb n="146" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=149" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Die Pflanze hat also in der Frucht zwey organische Wesen hervor gebracht<ptr type="anker" target="#fn-149-1"/> –<lb n="2"/>Saamen und Frucht als solche; die aber gleichgültig sind, und auseinanderfallen;<lb n="3"/>die den Saamen gebährende Krafft wird die <hi rendition="#g">Erde</hi>, – die Frucht ist nicht sein Mutter<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>leib. Ihre Frucht hat die gedoppelten Principien an ihr, des zuckrigen <hi rendition="#g">weinigten</hi>,<lb n="5"/>und des mehligten, <hi rendition="#g">Klebrichten</hi> –, des Trinkbaren und des Eßbaren – jenes des<lb n="6"/><hi rendition="#g">geistigen</hi>, dieses des <hi rendition="#g">leiblichen</hi>, jenes des <hi rendition="#g">selbstigen</hi> – dieses des <hi rendition="#g">bestehen</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/><hi rendition="#g">den</hi>. Die Neutralität das wässerige, ist feurig geworden;<ptr type="anker" target="#fn-149-2"/> – <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Geistigkeit</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">höchste</hi> <hi rendition="#g">Selbstigkeit</hi>, <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Pflanze</hi> <hi rendition="#g">bringt</hi>; sie wird<lb n="9"/>aber nicht <hi rendition="#g">ihr</hi> Blut, <hi rendition="#g">sondern</hi> <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Tod</hi> <hi rendition="#g">erst</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">dazu</hi> – berauschende Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>tränke setzen den Menschen in dieses bewußtlose, allgemeine Selbstgefühl zurük.<lb n="11"/>Die Thiere fressen das noch ungegohrne.</p>
<p><lb n="12"/>Diese<ptr type="anker" target="#fn-149-3"/> Natur der Pflanze in der Natur ist auf mehr oder weniger vollständige<lb n="13"/>Weise vorhanden. α) Palmen, Monocotyledonen bringen es zu keinem eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lichen Stamme – nicht zum fertigen Blatte, sind immer diese eingewickelte Knospe,<lb n="15"/>die aufbricht, aber nie flach, nie fertig geworden; daher musa paradisiaca</p>
<note xml:id="fn-149-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Schwere</hi><ptr type="anker" target="#fn-149-s1"/> und <hi rendition="#g">Wärme</hi></note>
<note xml:id="fn-149-s1" type="rand" n="∗"><lb n="17"/><seg type="marke">∗ </seg>Gefühl</note>
<note xml:id="fn-149-2" type="rand" n="²"><lb n="18"/><seg type="marke">² </seg>Organismus ist die Totalität der <hi rendition="#g">verschiedenen</hi> <hi rendition="#g">Stellungen</hi> derselben<lb n="19"/>einfachen Momente – reine Form<lb n="20"/>α) <hi rendition="#g">Holz</hi>, Wurzel, <hi rendition="#g">Holzfaser</hi>, Pistill – Moment in der Frucht<lb n="21"/>β Wasserzelle im Stamme, Blatt, Blumenblatt, Anthere<lb n="22"/>γ) Mark, Antherenstaub – ganzes Geruch, ganzer Blumenproceß<lb n="23"/>α) Holz <hi rendition="#g">Wurzel</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi><lb n="24"/>β) Wasserzelle <hi rendition="#g">Bestehen</hi> der Gestalt<lb n="25"/>γ) Lufftschlauch, Blüthe</note>
<note xml:id="fn-149-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>Die einzelne Pflanze, Art bedeutet nichts, weist auf eine andre hin – schwaches,<lb n="27"/>nicht individuelles, <hi rendition="#g">unvollständiges</hi> Geschlecht. –</note>
<pb n="147" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=150" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>auch nicht zum fruchtbaren Saamen; ihre Wurzel und ganzer Stamm ist Mark.<lb n="2"/>Stamm ist eine fortgesetzte Wurzel – hat <hi rendition="#g">keine</hi> <hi rendition="#g">Knospen</hi>, <hi rendition="#g">keine</hi> <hi rendition="#g">Zweige</hi>,<lb n="3"/>sondern immer neue Wurzeln, die absterben und durch Holzfasern sich verbin<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>den.<ptr type="anker" target="#fn-150-1"/> – Die <hi rendition="#g">verdaute</hi> Frucht fällt in die Wurzel – Rüben, Kartoffeln u.s.f. – in<lb n="5"/>den Stengel, Zukerrohr – Vollkommnere Pflanze scheidet diese Momente reiner<lb n="6"/>aus. – Andre Cactus bleiben saftiges Blatt, das dem Lichte widersteht; – es kommt<lb n="7"/>nur zu Stacheln – statt des Holzes, und der Verzweigung; das übermächtige Licht<lb n="8"/>läßt es nicht zur Innerlichkeit des Holzes kommen; das Blatt stirbt nicht ab, sondern<lb n="9"/>treibt an ihm neue Blätter hervor.<ptr type="anker" target="#fn-150-2"/></p>
</div>
<div>
<head><lb n="10"/>[II.]</head>
<head><lb n="11"/>ANIMALISCHER PROCESS</head>
<p><lb n="12"/>Der vegetabilische Proceß ist in seiner Frucht zu seiner Verdopplung einer aus<lb n="13"/>ihm herausgebornen unorganischen Natur<ptr type="anker" target="#fn-150-3"/> – und seines organischen Eins ge<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>kommen; die aber differenzlos – den Gegensatz an den Blumentheilen haben – und<lb n="15"/>ausser diesen beyden ist selbst wieder die <hi rendition="#g">Knospe</hi>, als die unmittelbare lebendige<lb n="16"/>unmittelbar sprossende Knospe; diß in eins gesetzt ist das animalische. Reflexion</p>
<note xml:id="fn-150-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Besonders wohin die Frucht, die Verdauung fällt – die Theile hier wieder der<lb n="18"/>Gattung gleichgültig keine Individualität – <hi rendition="#g">Blatt</hi>, ist oft die ganze Pflanze – Dornen Holz</note>
<note xml:id="fn-150-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Leben</hi> mineralischer, <hi rendition="#g">Lebendiges</hi> vegetabilischer, Individuelles animali<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>scher Organismus; die Allgemeinheit existirt an ihm noch nicht als solche</note>
<note xml:id="fn-150-3" type="rand" n="³"><lb n="21"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">gedoppeltes</hi> <hi rendition="#g">organisches</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi></note>
<pb n="148" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=151" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, Einheit seiner unorganischen Natur und organischen, so daß<lb n="2"/>beyde das ganze sind, – wahres Geschlechtsverhältniß – wahre Eingeweide – und<lb n="3"/>Sinne, und Seyn Einzelner für ihn.</p>
<p><lb n="4"/>Der<ptr type="anker" target="#fn-151-1"/> animalische allgemeine Organismus ist die Reconstruction der physischen<lb n="5"/>Elemente zu Einzelnen α) abstracten physischen Körpern β) organischen, vege<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>tabilischen – Er ist das Setzen derselben, wirft sich als unorganische Natur aus sich<lb n="7"/>hinaus; und als die gedoppelte, sie in ihrem Gegensatze der allgemeinen und ver<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>einzelnten, welche letztre in jenes auseinander tritt. Er verhält sich negativ so zu<lb n="9"/>ihnen; β) als vegetabilischer Organismus, ein unmittelbares Aufheben, Einströ<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>men – α) diese Negativität ganz von sich abzuhalten, gleichgültig zu seyn; bloß<lb n="11"/>durch Raum und Zeit in Beziehung auf sie zu stehen – freye Bewegung γ) durch<lb n="12"/>die vermittelnde Bewegung sie in eins mit sich zu setzen; – sie in dem mechanischen<lb n="13"/>Momente als gleichgültige selbstständige Einzelne von sich auszuschliessen; – und<lb n="14"/>in der Verdauung mit sich als eins zu setzen.</p>
<p><lb n="15"/>Das Thier ist <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">wahres</hi> <hi rendition="#g">ausschliessendes</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi>, welches <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Indivi</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">dualität</hi> <hi rendition="#g">gelangt</hi>, <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">schließt</hi>, es sondert sich aus, und trennt sich von der<lb n="17"/>allgemeinen Substanz der Erde ab, sie hat ein aüsserliches Daseyn für es; es kommt<lb n="18"/>zur willkührlichen Bewegung; das aüsserliche nicht unter die Herrschafft seines<lb n="19"/>selbst gekommne ist <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">es</hi> ein negatives seiner selbst, ein gleichgültiges; die ab<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>solute Gleichgültigkeit ist das Bestehen als raümlich; diß ist ein durch es selbst<lb n="21"/>bestimmtes Verhältniß, dadurch erweist es seine Freyheit von ihr. Unmittelbar<lb n="22"/>hängt damit zusammen, daß diese seine unorganische Natur sich ihm vereinzelt</p>
<note xml:id="fn-151-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Thier <hi rendition="#g">kommt</hi> <hi rendition="#g">zur</hi> Selbstproduction – geht als Gattung auch ausser sich<lb n="24"/>hinaus – (<hi rendition="#g">Furcht</hi>) <hi rendition="#g">Angst</hi> des Thieres – Begierde; begehrt oder wird begehrt.<lb n="25"/>α) Verhältniß der Einzelnheit aüsserliche unorganische Natur<lb n="26"/>β Proceß der Individualität αα) Gestalt ββ) Verdauung γγ) Lebendiges, innrer Organismus,<lb n="27"/>thätiger, sich selbst producirend</note>
<pb n="149" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=152" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>hat; denn vom Elemente findet keine Entfernung statt; was im Elemente als solchem<lb n="2"/>lebt, hat keine Bewegung.</p>
<p><lb n="3"/>Diß Verhältniß zur unorganischen Natur ist der allgemeine Begriff des Thieres –<lb n="4"/>es ist ein Einzelnes, das sich zu Einzelnem als solchem verhält; eine in sich reflectirte<lb n="5"/>Einheit verschiedner Einzelnheiten; es existirt als Zweck, der sich selbst hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>bringt – ist eine Bewegung, welche in <hi rendition="#g">dieses</hi> Individuum zurükgeht – der Proceß<lb n="7"/>der Individualität ein geschlossner Kraislauff; überhaupt im organischen die Sphäre<lb n="8"/>des Fürsichseyns. – Weil diß sein Begriff ist, ist sein <hi rendition="#g">Wesen</hi>, seine unorganische<lb n="9"/>Natur, vereinzelt für es.</p>
<p><lb n="10"/>Der vegetabilische Organismus ist das selbstlose Leben; die Individualität ist in<lb n="11"/>ihm noch nicht wirklich – Er hat sie erst vorgestellt; aus sich selbst die Einheit des<lb n="12"/>individuellen und der Gattung – welche Einheit aber noch im Elemente der Gattung<lb n="13"/>bleibt – und das individuelle, geschlechtliche – ausser der Vollkommenheit der<lb n="14"/>Selbstständigkeit fallen läßt. Der animalische Organismus ist das als Leben <hi rendition="#g">da</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">seyende</hi> Leben (der mineralische ist nicht als Leben <hi rendition="#g">da</hi>;) welches Einheit zweyer<lb n="16"/>lebendiger ist. Die Bewegung dieses Lebens ist α) der Proceß worin das Lebendige<lb n="17"/>abstracte Einzelnheit ist, Verhältniß zur unorganischen Natur, thätige Gestalt und<lb n="18"/>Verdauung. – Gestaltung der <hi rendition="#g">Glieder</hi>.</p>
<p><lb n="19"/>β) Proceß der Individualität in sich selbst, Gestaltung der <hi rendition="#g">Eingeweide</hi>. Der<lb n="20"/>Verdauungsproceß der Lymphe ist die Bewegung des sich selbst Aufzehrens – die<lb n="21"/>Pflanze läßt ihr Holz, Rinde todt werden, und die Blätter abfallen. Das Thier ist<lb n="22"/>diese Negativität selbst – jene weiß sich gegen ihr anders werden nicht anders zu<lb n="23"/>retten, als es gleichgültig liegen zu lassen; das Thier ist die Negativität seiner selbst,<lb n="24"/>das über seine Gestalt übergreifft, und das Aufhören des Wachsthums nicht in<lb n="25"/>seinem Verdauungs und Geschlechts Proceß unterbricht, – als die Negativität seiner<lb n="26"/>selbst ist [es] sein eigner innrer Proceß, das sich zu Eingeweiden gestalten. Indem es<lb n="27"/>sich so selbst als Individuum gestaltet, ist es Einheit der Gestalt und Individualität,<lb n="28"/>– das Seyn der Gestalt zum Moment gemacht, ist Allgemeines – es ist in sich re<pc force="weak">-</pc><lb n="29" break="no"/>flectirt, hat <hi rendition="#g">Sinne</hi>, und ist <hi rendition="#g">Geschlecht</hi>.</p>
<p><lb n="30"/>I. der animalische Organismus unmittelbar ist entzweyt in das organische Eins,</p>
<pb n="150" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=153" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>in sein Daseyn und in seinen innern Begriff, dieser ist eben darum aüsseres; er ist<lb n="2"/>unorganische Natur – diese ist α) allgemeine Natur, es sind die physischen Elemente;<lb n="3"/>β) anderes negatives des Selbst – eigne freye Gestalt, und γ) Einzelne. – Diese drey<lb n="4"/>Momente liegen im Begriffe des animalischen überhaupt, das seine Momente aus<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>einanderlegt. α) Als sich gegen die physischen Elemente verhaltend ist es vegetabi<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>lischer Proceß, eine gestaltlose Gallerte, ein thätiger Schleim, der in sich reflectirt<lb n="7"/>ist; manche Thiere sind nichts als dieser Schleim. Sein Verhalten ist in seinem<lb n="8"/>Schwimmen in der allgemeinen Flüssigkeit unmittelbar in sich reflectirt zu seyn,<lb n="9"/>oder sie in sich zu verwandeln, – in das organische Eins. <hi rendition="#g">Sensibilität</hi>; wie die<lb n="10"/>Pflanze. Aber β) er ist ebenso <hi rendition="#g">irritabel</hi>, elastisch, er ist eine Bewegung, welche<lb n="11"/>sich als ausschliessende thätige Gestalt verhält, für welche das andre ein negatives<lb n="12"/>seiner Selbst ist – es <hi rendition="#g">bezieht</hi> sich auf das Element, als ein anderes, wie die Pflanze<lb n="13"/>nicht thut. – Es ist also diese Elasticität es von sich auszuschliessen, dadurch hat es<lb n="14"/>eigenthümliche <hi rendition="#g">Bewegung</hi>; es ist freye gleichgültige Gestalt, welche nicht nur<lb n="15"/>gleichgültig <hi rendition="#g">ist</hi>, sondern sich <hi rendition="#g">setzt</hi> als gleichgültig. γ) es ist aber ebenso <hi rendition="#g">repro</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">ductiv</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-153-1"/> es setzt <hi rendition="#g">sich</hi> als gleichgültig, nicht nur durch die Entfernung von andern,<lb n="17"/>sondern die Gleichgültigkeit, als die seinige, seine <hi rendition="#g">Gestalt</hi>, es bringt sich selbst<lb n="18"/>hervor; – seine Sensibilität ist Totalität; sie ist die Receptivität, welche ein <hi rendition="#g">andres</hi><lb n="19"/><hi rendition="#g">daseyendes</hi> empfängt, es ist für sie; und hebt diß anders seyn auf, Entfernung,<lb n="20"/>aber positive, daß sie dasselbe zu ihm selbst macht; die Gleichgültigkeit des andern,<lb n="21"/>so wie das eigne <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> hört auf. Diß sind die allgemeinen animali<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>schen Momente; sie sind deßwegen nicht als Eigenschafften zu nehmen, so daß<lb n="23"/>jede gleichsam besonders wirkte – wie Farbe, besonders aufs Gesicht – Geschmack<lb n="24"/>auf die Zunge u.s.f. – so wie man sagt, der Nerv ist sensibel, Muskel ist irritabel – die<lb n="25"/>Natur legt freylich auch die Momente so gleichgültig auseinander, aber ganz allein</p>
<note xml:id="fn-153-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Reproduction</note>
<pb n="151" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=154" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>in der Gestalt – d. h. im todten Seyn des Organismus. – Die Reproduction ist die<lb n="2"/>Einheit der Sensibilität und Irritabilität, d. h. Sensibilität ist unmittelbar Irritabilität,<lb n="3"/>und umgekehrt. Der Organismus ist reproductiv, diß ist er <hi rendition="#g">wesentlich</hi>, oder<lb n="4"/>diß ist seine Wirklichkeit; er bringt sich selbst hervor – er ist für andres – und hebt<lb n="5"/>diß andre auf und setzt es sich gleich – diß ist sein Hervorbringen. Sensibilität ist<lb n="6"/>die unmittelbare Reproduction – Vegetation – Irritabilität, die negative ausschlies<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>sende, die Totalität ist die unmittelbare, die sich vermittelt durch das Andre. –</p>
<p><lb n="8"/>Die Einheit dieser abstracten Momente ist die <hi rendition="#g">animalische</hi> <hi rendition="#g">Lymphe</hi>, weiter<lb n="9"/>bringen sie es nicht; und sie ist unmittelbar <hi rendition="#g">Gestalt</hi>, einzelnes überhaupt. Sie ist<lb n="10"/>Gestalt, sie ist todter <hi rendition="#g">ruhender</hi> Organismus, aüsserer, der für die Individualität<lb n="11"/>seine unorganische Natur ist. Weil er diß ruhende ist, so ist der Begriff, das Selbst<lb n="12"/>noch nicht wirklich, noch nicht sein Erzeugen gesetzt, – oder ist ein innres, und wir<lb n="13"/>sind es die ihn aufzufassen haben. Die unorganische Natur, oder der aüssere Or<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>ganismus ist in seiner Bestimmung, Verhalten gegen ebenso gleichgültige Gestalten.<lb n="15"/>Er ist der Mechanismus des Ganzen. Seine Thätigkeit ist das Ausschliessen und<lb n="16"/>Aufheben des Aüssern.</p>
<p><lb n="17"/>Seine Theile sind <hi rendition="#g">Glieder</hi>, bestehende, nicht Eingeweide, noch Sinne. Es ist ein<lb n="18"/>Ganzes der Gegliederung. Die Lymphe sich in sich unterscheidend, umschließt sich<lb n="19"/>mit der <hi rendition="#g">Haut</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-154-1"/> als ihrer Oberfläche, oder dem allgemeinen Verhalten des vege<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>tabilischen Organismus zur unorganischen Natur. Das innre gliedert sich in das<lb n="21"/>sensible, oder Knochensystem, das irritable, Muskelsystem; die Haut ist die Repro<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>duction. Der <hi rendition="#g">Knochen</hi> ist die der Gestalt als solcher angehörige Sensibilität, d. h. –<lb n="23"/>das Holz der Pflanze; die einfache und darum todte Krafft, die Krafft die noch nicht<lb n="24"/>Proceß ist. Es ist aber zugleich das in sich reflectirte <hi rendition="#g">todte</hi>, oder es ist das vegeta-</p>
<note xml:id="fn-154-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Haut</hi> verlängert sich zu Nägeln; in sich reflectirt Knochen – Würmer (Krat<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>zer) Hacken – Inseckten – Unzerstörbarkeit der Haut, nachdem alles an einem Leichnam in<lb n="27"/>Staub zerfallen, noch die Haut oft an einigen Theilen sichtbar –</note>
<pb n="152" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=155" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>bilische Knospen, das sich selbst so hervorbringt, daß das hervorgebrachte ein andres<lb n="2"/>wird. Seine Gestalt ist, zuerst Knochen<hi rendition="#g">kern</hi> zu seyn; so fangen alle Knochen an;<lb n="3"/>dieser geht in die Länge, wie der vegetabilische Knoten; (Holzfaser) – An den<lb n="4"/>Extremitäten der Glieder bleiben die Knochenkerne; – sie vermehren sich, und<lb n="5"/>ziehen sich in die Länge – Sie haben das Mark in sich, als ihren noch nicht eigends<lb n="6"/>herausgebohrnen Nerven – die Beinhaut, ist ihr eigentliches Leben; es ist eine<lb n="7"/>ganz nach aussen [gehende] Production, die deßwegen in sich erstirbt; nur an seiner<lb n="8"/>Oberfläche lebt; – die dumpfe Krafft in sich selbst. – Fortgehend zur Totalität,<lb n="9"/>aus Kern und Linie, bricht der Knochen auf. – An die Stelle des Mark tritt der<lb n="10"/>Nerv, er ist ein Kern der seine Längen aus seinem Mittelpunkte aussprossen läßt –<lb n="11"/>Aber mit dieser Totalität hört er auf der Gestalt als Gestalt als solcher anzugehören,<lb n="12"/>sein Mark wird lebendige Sensibilität, ein Punkt, der sich in Linien verbreitet,<lb n="13"/>Totalität als Punkt von dem die Dimensionen ausgehen – und zuletzt die Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>flächung, welche blosse umschliessende Oberfläche ist.</p>
<p><lb n="15"/>Als Kern ist er das unmittelbar sensible der Gestalt, sich zum Aüssern als das<lb n="16"/>ruhende feste, harte sich verhaltend – Seine Verlängerung ist die Mitte Übergang,<lb n="17"/>daß die Gestalt herabsinkt, zum Aüssern, das ein andres Innres hat. Er ist in den<lb n="18"/>Gliedern das Innre, das unmittelbar feste – aber fernerhin hört er auf das innre zu<lb n="19"/>seyn – Wie das Holz der Pflanze das innre der Pflanze und Rinde das aüssere ist –<lb n="20"/>im Saamen hingegen ist das Holz überwunden – es ist nur aüsserliche Schaale – So<lb n="21"/>wird der Knochen aüsserliche Schaale für die Eingeweide, das keinen eignen Mittel<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>punkt mehr hat, zunächst aber noch unterbrochen ist, und [weder durch] eine<lb n="23"/>eigne Linie, (sternum) zusammenhängt, noch eine eigne Gegliederung [hat] –<lb n="24"/>Aber zuletzt wird er reine Fläche, ohne eigne Innerlichkeit – Kerne, Linie Fläche –<lb n="25"/>Umschlagen in den Punkt, oder Linie von dem Linien ausgehen – diß die Totalität,<lb n="26"/>die sich noch nicht gerundet hat – noch diß an ihr hat sich nach aussen zu kehren –<lb n="27"/>zugleich (Rükenwirbel) der Knoten der Mitte durchbrochen – nun in sich zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="28" break="no"/>kehrend – aber der hohle Schädel – dem Schädelknochen liegt die Form der</p>
<pb n="153" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=156" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Rückenwirbel zum Grunde, können darin auseinander gelegt werden (os speno<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ideum Fledermaus) geht aber darauf den Mittelpunkt ganz zu überwinden und sie<lb n="3"/>ganz zu verflächen – ohne eignen Mittelpunkt – Zugleich geht aber dieses völlige<lb n="4"/>Aufheben der Kernigkeit in die Widerherstellung über – <hi rendition="#g">Zähne</hi> – Rükkehr in<lb n="5"/>sich, die Widerherstellung – diese sind nun die wiederhergestellten <hi rendition="#g">Kerne</hi>, die<lb n="6"/>den Proceß durchloffen also negative, thätige wirksame sind; die unmittelbare<lb n="7"/>Sensibilität, die zur Irritabilität geworden.<ptr type="anker" target="#fn-156-1"/> – Die Beinhaut ist nicht mehr aüssere,<lb n="8"/>sondern nur innre Membran; sie hören auf, die passive Absonderung zu seyn – Die<lb n="9"/>Knochen so wie die Beinhaut sind ohne Empfindung, aber in den (syphillitischen)<lb n="10"/>Lymphen Krankheiten gewinnen sie solche –<ptr type="anker" target="#fn-156-2"/> Mark blosses <hi rendition="#g">Fett</hi>, wenig im<lb n="11"/>magern, viel in fetten Menschen.</p>
<p><lb n="12"/>Die Sensibilität des aüssern Organismus geht in Irritabilität Differenz, Verhältniß<lb n="13"/>zu andern Bewegung über –<ptr type="anker" target="#fn-156-3"/> Seine überwundne Einfachheit geht in den Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>satz über, in das Muskelsystem; es ist das gedoppelte des <hi rendition="#g">Streck</hi> und <hi rendition="#g">Beuge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">muskel</hi>; die Linie, Anstemmen haltend, und das sich zurüknehmend die organische<lb n="16"/>Elasticität [ist], die Weichheit, die auf einen Reitz sich in sich zurüknimmt, und eben<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>so dieses Nachgeben aufhebt, und sich wiederherstellt. Der Muskel ist die Einheit<lb n="18"/>dieser beyden Momente, und diese Momente existiren auch als Muskeln, als Arten<lb n="19"/>der Bewegung.</p>
<p><lb n="20"/>Diese<ptr type="anker" target="#fn-156-4"/> Gestalt hat die <hi rendition="#g">Haut</hi> zu ihrer organischen Thätigkeit – ist nur erst noch der</p>
<note xml:id="fn-156-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>Mark der Knochen ist fett. Wird die Beinhaut abgetrennt, so bildet sich um<lb n="22"/>sie ein neuer Knochen</note>
<note xml:id="fn-156-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Zahnschmerzen zum vegetabilischen unmittelbaren Proceß <hi rendition="#g">rhevmatische</hi><lb n="24"/>Schmerzen.</note>
<note xml:id="fn-156-3" type="rand" n="³"><lb n="25"/><seg type="marke">³ </seg>Das Knospen des Knochens ist in die einfache Differenz des Muskels zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>genommen</note>
<note xml:id="fn-156-4" type="rand" n="⁴"><lb n="27"/><seg type="marke">⁴ </seg>Die <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Rükkehr dieses aüssern Organismus in sich selbst, ist die<lb n="28"/>Haut; sie ist Allgemeinheit, einfache Totalität; das abscheidende, Eins; und ununterschiedne<lb n="29"/>Ganze.</note>
<pb n="154" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=157" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Begriff</hi> des innern Organismus gesetzt, <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">darum</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">aüssere</hi> der Gestalt,<lb n="2"/><hi rendition="#g">Haut</hi>, <hi rendition="#g">Haut</hi> <hi rendition="#g">kann</hi> alles seyn und werden – Verletzung erzeugt eine Menge von<lb n="3"/>Gefässen, Nerven Blutgefässe; wenn sie fixirt ist, als eine besondre Thätigkeit, in<lb n="4"/>ihrer Verletzung – Sie ist das allgemeine Verdauungsorgan des vegetativen Or<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ganismus.</p>
<p><lb n="6"/>Aber<ptr type="anker" target="#fn-157-1"/> der Organismus verhält sich nicht nur zum Aüssern als allgemeinem<lb n="7"/>Elemente, sondern zu ihm als Vereinzelntem; die Gestalt, geht in den Proceß über,<lb n="8"/>und dieser ist das Werden der Gestalt. Der <hi rendition="#g">Proceß</hi> ist bedingt durch das <hi rendition="#g">Seyn</hi><lb n="9"/>seines vegetativen Organismus; diß Seyn mußte daher vorher ausgesprochen wer<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>den. Er <hi rendition="#g">verhält</hi> sich gegen Einzelnes und ist selbst die Vermittelte Bewegung<lb n="11"/>die die Momente der Verwandlung unterscheidet.</p>
<p><lb n="12"/>(Die Haut hat sich in den Klauen, Knochen und Muskeln ein differentes Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>hältniß gegeben, und ist ein einzelnes, <hi rendition="#g">unterbricht</hi> das <hi rendition="#g">Einsaugen</hi>, und verhält<lb n="14"/>sich als einzelnes zur Lufft und Wasser – )</p>
<p><lb n="15"/>(Der Hautproceß ist Verhältniß zum Wasser; (ihm unterworfen; und es aus<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>dünstend) – Die Bewegung der Muskeln ist die elastische Irritabilität, welche [als]<lb n="17"/>Moment des Ganzen ein freyes Verhältniß, eigenthümliche sich trennende, das Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>strömen hemmende Bewegung setzt, und als Bewegung an sich selbst, einen Feuer<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>proceß, der jenes träge Bestehen aufhebt, und aus sich setzt und erzeugt. – Diese<lb n="20"/>Auflösung des Bestehens der wahre Proceß ist Verhältniß zur Luft; er ist das eigne<lb n="21"/>sich Bewegen des Organismus, der ein und ausstößt, als Elasticität.)<ptr type="anker" target="#fn-157-2"/></p>
<p><lb n="22"/>Diese unmittelbare Verwandlung, <hi rendition="#g">Sensibilität</hi> des <hi rendition="#g">ganzen</hi>, ist ebenso<lb n="23"/><hi rendition="#g">Irritabilität</hi> des Ganzen, ein sich <hi rendition="#g">unterbrechendes</hi>, <hi rendition="#g">vermittelndes</hi>, die</p>
<note xml:id="fn-157-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Diese Rükkehr in sich selbst ist verschieden von seinem Daseyn, tritt ihm<lb n="25"/>gegenüber.<lb n="26"/>Die Rükkehr der Gestalt in sich beginnt in der Haut; sie ist das in sich, [das sich] aus der<lb n="27"/>Aüsserlichkeit in sich zurüknimmt, und Verhalten zu sich selbst wird</note>
<note xml:id="fn-157-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Hautproceß</hi></note>
<pb n="155" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=158" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>einzelnen Momente unterscheidendes Bewegen, wahre organische Elasticität, jene<lb n="2"/>des Muskels die formale<ptr type="anker" target="#fn-158-1"/> – ein Verhältniß, das <hi rendition="#g">vereinzelt</hi>, und <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">ein</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">zelnem</hi> <hi rendition="#g">verhält</hi>, wenn es auch nur der <hi rendition="#g">einzelne</hi> Schluck Wasser ist. <hi rendition="#g">Die</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">Haut</hi> <hi rendition="#g">schlägt</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">innen</hi> <hi rendition="#g">zurück</hi>, sie bildet, wie sie sonst ganz Öffnung<lb n="5"/>ist, eine <hi rendition="#g">einzelne</hi> Öffnung, und das unorganische wird als einzelnes gefaßt, und<lb n="6"/>eingenommen. Das Individuum bemächtigt sich desselben, zermalmt es als Gestalt,<lb n="7"/>und verwandelt es in sich nicht durch die unmittelbare Infection, sondern sie als<lb n="8"/><hi rendition="#g">vermittelnde</hi> Bewegung, welche sie die verschiednen Momente durchlauffen<lb n="9"/>läßt. Die animalische <hi rendition="#g">Wärme</hi> ist überhaupt dadurch gesetzt, daß es <hi rendition="#g">Gestalten</hi>,<lb n="10"/>einzelne überhaupt sind, welche durch sie aufgehoben werden;<ptr type="anker" target="#fn-158-2"/> ein organisches<lb n="11"/>Eins – als Einheit von Einzelnheiten. – Unmittelbar ist der <hi rendition="#g">Magen</hi> diese ver<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>dauende Wärme überhaupt, und der Darmkanal die Entzweyung des Verdauten.<lb n="13"/>Die Entzweyung überhaupt in ganz unorganisches, auszuscheidendes und in voll<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>kommen animalisirtes, welches ebenso die Einheit der <hi rendition="#g">bestehenden</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>,<lb n="15"/>als der Wärme, des Auflösens ist – <hi rendition="#g">Blut</hi>.</p>
<p><lb n="16"/>Hier beginnt der innre Organismus; er ist die Einheit des mechanisch organischen<lb n="17"/>und des chemisch organischen – jenes das Gestalten des aüssern Organismus, diß der<lb n="18"/>verdauenden Wärme. So erst ist er lebendiges Eins – Das <hi rendition="#g">Blut</hi> ist <hi rendition="#g">Resultat</hi>, der<lb n="19"/>in sich <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, durch sich selbst zurükkehrende aüssere Organismus. –<lb n="20"/>Dieser ist nun die lebendige Individualität, das hervorbringende <hi rendition="#g">setzende</hi>, des</p>
<note xml:id="fn-158-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>Aüsserliches ist ebenso in sich zurükgekehrtes</note>
<note xml:id="fn-158-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg>Diese Wärme ist die absolut <hi rendition="#g">vermittelte</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> des in sich reflec<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>tirten Organismus, der die Elemente an ihm selbst hat, und durch diese sich thätig verhält,<lb n="24"/>das einzelne mit der Bewegung aller angreift α) nach der reinen Aüsserlichkeit sie zermalmt,<lb n="25"/>β) αα mit der organischen Lymphe sie inficirt, Speichel, ββ) mit der Neutralität des kalischen<lb n="26"/>und sauren, Magen und pankreatische Saft – endlich dem Feuer der Galle. Constituirung der<lb n="27"/>Abstracten d. h. nach aussen gerichteten Innerlichkeit – Diß Verhalten ist darin durch diesen<lb n="28"/>Verlauff in sich zurükgegangen</note>
<pb n="156" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=159" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>aüssern, der wirkliche Begriff; welcher die Glieder zu Eingeweiden erzeugt – er<lb n="2"/>ist das im Selbst wiedergebohrne Sonnensystem, er ist α)<ref type="anker" target="#fn-159-1">¹</ref> das <hi rendition="#g">Blut</hi>, als die achsen<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>drehende sich um sich selbst jagende Bewegung, diß absolute in sich pulsiren und<lb n="4"/>Erzittern – das individuelle Leben des Ganzen, in welchem nicht unterschieden<lb n="5"/>ist –</p>
<p><lb n="6"/>β) als denn entzweyt sich diese Achsendrehende Bewegung in den kometarischen<lb n="7"/>Proceß, und in den innerlichen, – atmosphärischen und vulkanischen. Die Lunge<lb n="8"/>ist das animalische Blatt, welche sich zur Atmosphäre verhält, und den Haut<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>proceß zu einem vereinzelnten, sich unterbrechenden und herstellenden, aus und<lb n="10"/>einathmenden macht, herunter gesetzt aus der Sensibilität, in die Irritabilität, und<lb n="11"/>zu EINEM einzelnen Momente des Lebens. – Die <hi rendition="#g">Leber</hi> dagegen ist das aus dem<lb n="12"/>kometarischen in das Fürsichseyn, in das lunarische Zurükkehren, es ist das seinen<lb n="13"/>Mittelpunkt, suchende <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi>, die Hitze des Fürsichseyns, der Zorn gegen<lb n="14"/>das Andersseyn, und das Verbrennen desselben.</p>
<p><lb n="15"/>Lungen und Leberproceß stehen in der engsten Verbindung mit einander – der<lb n="16"/>flüchtige, ausschweifende Lungenproceß mildert die Hitze der Leber; diese belebt<lb n="17"/>jenen – Die Lunge ist in Gefahr in Leber überzugehen, sich zu verknoten, und dann<lb n="18"/>sich selbst zu verzehren, wenn sie die Hitze des Für sichseyns in sich empfängt. –<lb n="19"/>In diese zwey Processe dirimirt sich das Blut, diß ist sein realer Kraislauff; dieser<lb n="20"/>dreyfache Kraislauff zu seyn, einer für sich selbst, der andre der Kraislauff der Lunge<lb n="21"/>der dritte der Leber – In jedem ein eigner Kraislauff, worin das was [als] Arterie<lb n="22"/>im Lungenkraislauff eintritt, als Vene erscheint, – und umgekehrt im Pfortader<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>system die eintretenden Venen als die Arterien.</p>
<p><lb n="24"/>Diß<ref type="anker" target="#fn-159-2">²</ref> System der lebendigen Bewegung ist das dem aüssern Organismus ent-</p>
<note xml:id="fn-159-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>α) <hi rendition="#g">Organisation</hi> <hi rendition="#g">dieses</hi> <hi rendition="#g">innern</hi> <hi rendition="#g">Organismus</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi></note>
<note xml:id="fn-159-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>Blut das Leben des Thiers, verboten zu geniessen – Indier lassen ganz Thier<lb n="27"/>leben.</note>
<pb n="157" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=160" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>gegengesetzte. – Es ist die <hi rendition="#g">Krafft</hi> der Verdauung; es ist die Erde, die Wurzel in<lb n="2"/>sich selbst; – die Krafft, den aüssern Organismus zu überwinden – Diese unorganische<lb n="3"/>Natur ist hier nothwendig die dreyfache α) die aüssre, <hi rendition="#g">allgemeine</hi>, Lunge ist<lb n="4"/>dagegen gekehrt, β) die besonderte, das allgemeine herabgesetzt in das organische<lb n="5"/>Moment, die Lymphe und der ganze seyende Organismus, γ) gegen das vereinzelnte.<lb n="6"/>Das Blut bereitet sich aus der Lufft, Lymphe, und der Verdauung; Verwandlung<lb n="7"/>dieser drey Momente; aus der Lufft nimmt es sich die reine Auflösung, das Licht<lb n="8"/>derselben, Oxygen – aus der Lymphe, die neutrale Flüssigkeit, aus der Verdauung,<lb n="9"/>die Einzelnheit, das substantielle. Und so die ganze Individualität setzt es sich wieder<lb n="10"/>selbst entgegen – erzeugt die α) <hi rendition="#g">Gestalt</hi>, seine eigne unorganische Natur β) die<lb n="11"/>negative seiner [, die] <hi rendition="#g">fremde</hi> unorganische Natur, Excretionen γ) und das Ganze,<lb n="12"/>den Sinn.</p>
<p><lb n="13"/>α)<ptr type="anker" target="#fn-160-1"/> das Blut, im Lungenkreislauff, ist es diß rein negative immaterielle Leben,<lb n="14"/>für welches die Natur Lufft ist, und hier die reine Überwindung derselben hat; der<lb n="15"/>erste Athemzug ist das eigne individuelle Leben des Kindes, das vorher in der Lymphe<lb n="16"/>schwomm, und sich vegetabilisch einsaugend verhielt; aus dem Ey oder Mutter<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>schoosse hervortretend athmet es, es verhält sich zur Natur, als einer zu Lufft ge<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>wordenen, und ist nicht dieser continuirliche Strom, sondern die Unterbrechung<lb n="19"/>desselben; organische Irritabilität. Thätigkeit, wodurch das Blut sich als reines<lb n="20"/>Feuer beweist und wird.</p>
<p><lb n="21"/>β) es ist das aufhebende der Neutralität, des Schwimmens in der Lymphe, es<lb n="22"/>überwindet diese, indem es den ganzen aüssern Organismus erregt, bewegt, ihn zu<lb n="23"/>seinem Rükgehen in sich disponirt. – Diese Bewegung ist gleichfalls ein Verdauungs<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>system – ein Kraislauff unterschiedner Momente. Die lymphetischen Gefässe bilden<lb n="25"/>sich allenthalben eigne Knoten, Magen, worin die Lymphe sich verdaut, und end-</p>
<note xml:id="fn-160-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">eigne</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi></note>
<pb n="158" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=161" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>lich sich im Ductus thoracicus zusammenführt; das Blut gibt sich darin seine Flüssig<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>keit überhaupt –<ptr type="anker" target="#fn-161-1"/></p>
<p><lb n="3"/>γ Endlich ist es eigentlicher Verdauungsproceß, des einzelnen, – peristaltische<lb n="4"/>Bewegung überhaupt. Als dieser Proceß der Einzelnheit theilt es [sich] in die drey<lb n="5"/>Momente, des stumpfen innerlichen Fürsichseyns, das hypochondrisch-melancholisch-<lb n="6" break="no"/>werden, sein Schlaff, – venose Blut überhaupt, das in <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Milz</hi>, diese mitter<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>nächtliche Krafft wird; man sagt, es werde darin gekohlenstofft; diese Carboni<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>sation ist eben sein Erde, absolut Subject werden; – von hier ist seine Mitte das<lb n="9"/>Pfortadersystem, wo seine Subjectivität Bewegung ist, und zur Thätigkeit wird,<lb n="10"/>zum verzehrenden Vulkan – So bethätigt in der Leber verhält es sich gegen den im<lb n="11"/>Magen gekochten Speisenbrey – <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Verdauung</hi> <hi rendition="#g">fängt</hi> vom Vorkauen und<lb n="12"/>Durchdringen mit der Lymphe des Speichels an, im <hi rendition="#g">Magen</hi>; <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Magen</hi>- und<lb n="13"/><hi rendition="#g">pankreatische</hi> <hi rendition="#g">Saft</hi> – sind gleichsam die auflösenden, die Speisen in Gährung<lb n="14"/>versetzenden <hi rendition="#g">Saüren</hi>; es ist das Lymphiren und Wärmen<ptr type="anker" target="#fn-161-2"/> – chemischorganische<lb n="15"/>Moment – im Duodenum geht die eigentliche völlige Überwindung durch die<lb n="16"/><hi rendition="#g">Galle</hi> vor; – der nach aussen gekehrte, noch in die Lymphe fallende Proceß wird<lb n="17"/>zum <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi>, und nun ins <hi rendition="#g">animalische</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi> verwandelt; der Chylus,<lb n="18"/>diß Product des <hi rendition="#g">Bluts</hi> kehrt ins Blut zurück – es hat sich selbst erzeugt.<ptr type="anker" target="#fn-161-3"/></p>
<p><lb n="19"/>Diß ist der grosse innre Kraislauff der Individualität – die Mitte in demselben<lb n="20"/>ist das <hi rendition="#g">Blut</hi> selbst, es ist das <hi rendition="#g">individuelle</hi> Leben selbst; es ist davon die Rede<lb n="21"/>gewesen, daß die Säfte, weil sie das ausgeschiedne seyen, unorganisch seyen, und</p>
<note xml:id="fn-161-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>Lymphe wird aus ihrer wässrigten Neutralität zum Fette, Mark der Knochen<lb n="23"/>ist dieses selbe Fette, zu keiner höhern Animalisation, vegetabilisches Oel; dient zur Nahrung,<lb n="24"/>die Thiere die einen Winterschlaff haben, werden im Sommer sehr fett, und zehren im<lb n="25"/>Winter aus sich, und sind im Frühjahr ganz mager.</note>
<note xml:id="fn-161-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>gedoppelter Magen, haben die wiederkeuenden Thiere eine Pankreas?</note>
<note xml:id="fn-161-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>α) Kraislauff<ptr type="anker" target="#fn-161-s1"/> β) es bringt hervor αα) die Gestalt Glieder als seyendes</note>
<note xml:id="fn-161-s1" type="rand" n="∗"><lb n="28"/><seg type="marke">∗ </seg>der Organismus bedarf der aüssern Bewegung Ankylosen, weißwerden des<lb n="29"/>Muskel – im Auge die Arterienäste ohne Blutkügelchen ins Venose, die wieder Blut haben.</note>
<pb n="159" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=162" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>das Leben allein den festen Theilen angehöre; allein theils sind solche Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>scheidungen an sich etwas sinnloses, theils ist das Blut, – nicht das <hi rendition="#g">Leben</hi>, sondern<lb n="3"/>das Lebendige, <hi rendition="#g">Subject</hi> als solches, im Gegensatze gegen die Gattung das All<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gemeine – Das schwache Blumenvolk, die Inder, verzehren kein Thier, der jüdische<lb n="5"/>Gesetzgeber verbot nur, das Blut der Thiere zu verzehren – weil, heißt der Grund,<lb n="6"/>das Leben des Thieres in dem Blute ist. α) es ist die <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Substanz, welche<lb n="7"/>alle Theile in sich aufgelöst enthält, das Wesen aller – β)<ptr type="anker" target="#fn-162-1"/> es ist die absolute Be<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>wegung, das natürliche lebendige Selbst, der Proceß selbst; es wird nicht bewegt,<lb n="9"/>sondern es ist die Bewegung – daß es bewegt werde, dazu suchen die Physiologen<lb n="10"/>allerhand Kräfte auf; der Herzmuskel stößt es zunächst aus, und dazu helfen die<lb n="11"/>Wandungen der Arterien und Venen, und der Druck der festen Theile, die es trei<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>ben; bey den Venen freylich hilfft der Herzstoß nicht mehr – da muß es der Druck<lb n="13"/>der Wandungen allein thun – dieser elastische Druck derselben, und des Herzens<lb n="14"/>wo kommt dieser her? von dem Reitz des Bluts – Das Herz also bewegt das Blut,<lb n="15"/>und die Blutbewegung ist wieder das bewegende des Herzens – es ist ein Krais –<lb n="16"/>ein perpetuum mobile, das sogleich stille steht, weil die Kräffte im Gleichgewichte<lb n="17"/>sind.<ptr type="anker" target="#fn-162-2"/> Ebendarum ist das Blut selbst das Princip der Bewegung, es ist der springende<lb n="18"/>Punkt – nichts unbegreifliches, unbekanntes – ausser wenn Begreiffen in dem Sinne<lb n="19"/>genommen, daß etwas anderes, die <hi rendition="#g">Ursache</hi> aufgezeigt wird, von der es bewirkt<lb n="20"/>wird – immer etwas <hi rendition="#g">andres</hi>; diß ist aber nur die <hi rendition="#g">aüssre</hi> d. h. gar keine Noth<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>wendigkeit, nicht der <hi rendition="#g">Grund</hi>; die Ursache ist selbst wieder ein Ding nach dessen<lb n="22"/>Ursache zu fragen ist, und so fort in die schlechte Unendlichkeit – Unfähigkeit,<lb n="23"/>das <hi rendition="#g">Allgemeine</hi>, den Grund zu denken und vorzustellen. – νους ist das Wesen<lb n="24"/>der Welt, d. h. das Allgemeine – das Einfache, welches die Einheit entgegengesetzter<lb n="25"/>ist – und daher Unbewegbare, das aber bewegt – diß ist das Blut, es ist das Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>ject, so gut als der <hi rendition="#g">Willen</hi> eine Bewegung anfängt – Vorstellungen bewegen</p>
<note xml:id="fn-162-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>hat aus der aüssern Gestalt den <hi rendition="#g">Muskel</hi> herübergenommen –</note>
<note xml:id="fn-162-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>die Zusammenziehung der Arterien fällt mit dem Nachlassen der Herz<pc force="weak">-</pc><lb n="29" break="no"/>ventrikel zusammen.</note>
<pb n="160" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=163" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>mich – eben weil sie meinem Ich gemäß – als <hi rendition="#g">Vorstellungen</hi>, d. h. als <hi rendition="#g">Mein</hi>,<lb n="2"/>als <hi rendition="#g">Ich</hi>; nicht als Dinge, blosser Inhalt, von diesem kann ich abstrahiren – das<lb n="3"/>Selbst die Form ist die Einheit, das Allgemeine der Grund, und die Bewegung<lb n="4"/>selbst – diß ist das <hi rendition="#g">Blut</hi> – Aber es ist die <hi rendition="#g">ganze</hi> Bewegung; es tritt ebenso auf die<lb n="5"/>Seite, wie die Zeit gegen den Raum; als ein Moment, denn es ist die Unterscheidung<lb n="6"/>seiner von sich selbst; die Bewegung ist ebendiß, auf die Seite Treten ihrer selbst,<lb n="7"/>wodurch sie Subject, Ding ist, und das Aufheben ihres auf der Seite stehens und<lb n="8"/>Übergreiffens über sich und das Entgegengesetzte. So erscheint sie als ein Theil, und<lb n="9"/><hi rendition="#g">Resultat</hi> indem das Entgegengesetzte an sich selbst sich aufhebt, der Rükgang<lb n="10"/>von seiner Seite geschieht. So wird die lebendige und belebende Krafft des Bluts<lb n="11"/>aus der Gestalt – und seine innre Bewegung erfodert auch die eigentliche mechani<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>sche aüssere Bewegung – Es <hi rendition="#g">bewegt</hi>, hält die Theile in ihrem negativen <hi rendition="#g">quali</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">tativen</hi> Unterschied –<ptr type="anker" target="#fn-163-1"/> Aber bedarf des einfachen negativen <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">aüssern</hi> Be<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>wegung; ein Kranker, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> lange nicht bewegt, (bey Amputationen) be<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>kommt Ankylosen, das Gelenkwasser vermindert sich, die Knorpel verhärten sich<lb n="16"/>zu Knochen; die Muskel werden weiß, durch diese aüssre Ruhe.</p>
<p><lb n="17"/>Der Blutumlauff selbst ist einestheils als dieser allgemeine Kraislauff zu nehmen,<lb n="18"/>wodurch jeder Theil diesen Circellauff nimmt; allein er ist ebenso etwas ganz in<lb n="19"/>sich pulsirendes erzitterndes, elastisches, das nicht nur jener Circellauff ist – Schon<lb n="20"/>ist der Lauff in verschiednen Theilen überhaupt etwas verschieden, im Pfortader<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>system ist er langsamer, innerhalb des Schädels ebenso, als den übrigen Theilen, in<lb n="22"/>der Lunge hingegen beschleunigter; bey einem Panaritium hat die Arterie (radi<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>alis) hundert Pulsschläge in einer Minute, während die auf der gesunden Seite nur<lb n="24"/>70 gleichzeitig mit dem Pulse des Herzens hat – Ferner der Übergang der Arterien<lb n="25"/>und Venen ineinander geschieht durch feinste Canäle,<ptr type="anker" target="#fn-163-2"/> die zum theil so fein sind,</p>
<note xml:id="fn-163-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>drey<ptr type="anker" target="#fn-163-s1"/> verschiedne Bewegungen β) Athmen γ) Hirn vom Blut</note>
<note xml:id="fn-163-s1" type="rand" n="∗"><lb n="27"/><seg type="marke">∗ </seg>wurmförmig peristaltisch Blut –</note>
<note xml:id="fn-163-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>bey Insekten scheint kein Kraislauff statt zu finden – Autenrieth §. 346</note>
<pb n="161" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=164" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>daß sie keine rothe Blutkügelchen mehr enthalten, sondern nur gebleichtes Blut<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>wasser – Sömmerring § 72. „im Auge scheint der Fall zu seyn, daß die Arterien<lb n="3"/>in feinern, kein rothes Blut mehr enthaltende Zweigchen fortgesetzt werden, die<lb n="4"/>anfangs in eine gleiche Vene, endlich aber in rothes Blut führende Venchen über<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gehen.“ Hier geht also das Ding, das eigentlich Blut heißt nicht über, sondern [es<lb n="6"/>ist] eine Bewegung gesetzt, worin es verschwindet, und wieder hervortritt, oder<lb n="7"/>ein elastisches Erzittern, das nicht ein Fortgang ist – Ferner <hi rendition="#g">anastomosiren</hi> die<lb n="8"/>Arterien besonders, auch die Venen so haüffig, theils in grössern Ästen, theils bil<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>den sie ganze Grosse Gewebe, wo also gar keine eigentliche Circulation mehr<lb n="10"/>denkbar ist; in den anastomosirenden Zweig treibt sich das Blut von beyden Seiten<lb n="11"/>herein, es ist ein Gleichgewicht, das nicht ein Lauffen nach Einer Seite, sondern nur<lb n="12"/>ein Erzittern in sich selbst; bey einem Zweige könnte man etwa denken, daß hier<lb n="13"/>die Eine Richtung ein Übergewicht hat, allein bey mehrern ganzen Kräntzen,<lb n="14"/>Geweben von Anastomosen hebt eine Richtung die andre auf, und macht die<lb n="15"/>Bewegung zu einem allgemeinen Pulsiren in sich selbst.</p>
<p><lb n="16"/>Die Unterscheidung des arteriellen und venosen Bluts kommt zu ihrer Realität<lb n="17"/>in Lunge und Leber – es ist der Gegensatz des Strek und Beugemuskels; – das<lb n="18"/>arterielle Blut ist die hinausgehende auflösende Thätigkeit, das venose das in sich<lb n="19"/>gehen; Lunge und Leber sind ihr Unterschied, als Systeme, ihr eigenthümliches<lb n="20"/>Leben. – Die Chemie zeigt den Unterschied so auf, daß das arterielle Blut mehr<lb n="21"/>Sauerstoff enthalte, und dadurch heller roth ist – venöses Blut gekohlenstoffter,<lb n="22"/>das auch in Sauerstoffgas geschüttelt – heller roth wird – ein Unterschied, der nur<lb n="23"/>das <hi rendition="#g">Ding</hi>, nicht ihre Natur, Verhältniß im ganzen Systeme ausdrükt.</p>
<p><lb n="24"/>Der<ptr type="anker" target="#fn-164-1"/> allgemeine Proceß ist diese Rükkehr des Selbst aus seiner kometarischen,<lb n="25"/>lunarischen und irrdischen Laufbahn zu sich selbst, aus seinen Eingeweiden zu seiner</p>
<note xml:id="fn-164-1" type="rand" n="¹" next="#fn-164-1.t2"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Verhältniß des <hi rendition="#g">innern</hi> Organismus zum <hi rendition="#g">Aüssern</hi>. α) der innre zehrt die<lb n="27"/>träge Lymphe des aüssern auf; β er ist das <hi rendition="#g">allgemein</hi> <hi rendition="#g">belebende</hi> <hi rendition="#g">desselben</hi> so daß<lb n="28"/>dieser seine eigne Verdauung an ihm selbst hat, Drüsensystem, und Verwandlung der Lymphe<lb n="29"/>in Fett – der aüssere verhält sich auf diese Weise αα) allgemein verdauend durch die Haut nach</note>
<pb n="162" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=165" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Einheit. Diese Rükkehr <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">dann</hi> <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">Verdauung</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">so</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">zurükgekehrt</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi> die Ruhe; <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">kehrt</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> seiner <hi rendition="#g">Ruhe</hi> <hi rendition="#g">zurük</hi>,<lb n="3"/>– d. h. <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi> überhaupt; diese ist sein Resultat – jener die Gestalt aufhebende<lb n="4"/>Proceß – der sich nur in Eingeweide entzweyt,<ref type="anker" target="#fn-165-1">¹</ref> er gestaltet sich, und ist Ernährungs<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>proceß; die Gestalt ist ebenso sein Product; sie ist nicht nur das unmittelbare sondern<lb n="6"/>gesetzt als das unmittelbare, <hi rendition="#g">Ernährung</hi> des Ganzen.<ref type="anker" target="#fn-165-2">²</ref> Diese besteht nun nicht<lb n="7"/>darin, daß das arterielle Blut seinen sauergestofften, Faserstoff absetze. – Allein<ref type="anker" target="#fn-165-3">³</ref> die<lb n="8"/>aushauchenden Gefässe der Arterien sind mehr Dunst, der verarbeitet ist, und ganz<lb n="9"/>allgemeines Nahrungsmittel, aus dem jeder einzelne Theil sich das seine nimmt,<lb n="10"/>und das daraus macht was es im Ganzen ist; diese <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Blute</hi> <hi rendition="#g">geborne</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">Lymphe</hi> ist das <hi rendition="#g">belebende</hi> <hi rendition="#g">Nahrungsmittel</hi>, oder vielmehr es ist die all<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gemeine Belebung, das fürsichseyn eines jeden – die unorganische Natur, den<lb n="13"/>allgemeinen Organismus in sich zu verwandeln; das Blut führt nicht Materien zu,<lb n="14"/>sondern ist die Belebung eines jeden<ref type="anker" target="#fn-165-4">⁴</ref> – die Form ist die Hauptsache; und nicht nur</p>
<note xml:id="fn-164-1.t2" type="rand" n="¹" prev="#fn-164-1"><lb n="15"/>aussen, zur Lufft ββ die Lymphe erhält das öhlichte wie die Pflanze an ihr; γγ) sie ist Verdau<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>ungssystem in den Drüsen. β) Hervorbringen der <hi rendition="#g">Gestalt</hi> als solcher.</note>
<note xml:id="fn-165-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>die <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> absolute Einheit beyder ist diß am aüssern, daß er selbst<lb n="18"/>productiv in sich ist; und am innern, daß er das Gestalten ist.</note>
<note xml:id="fn-165-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>A. <hi rendition="#g">Wechselwirkung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">aüssern</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">innern</hi> α) Übergang eines<lb n="20"/>jeden in den andern. β) gleiche Substantialität beyder αα) des Aüssern, selbst belebt, ββ) der<lb n="21"/>innre ist das Ganze mit dem aüssern zusammen; Selbstverdauung</note>
<note xml:id="fn-165-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>Venenblut der Pfortader bringt die Galle hervor</note>
<note xml:id="fn-165-4" type="rand" n="⁴" next="#fn-165-4.t2"><lb n="23"/><seg type="marke">⁴ </seg>Das seyende Andre in welches der Proceß zurüksinkt, zerfällt <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">zwey</hi><lb n="24"/><hi rendition="#g">Theile</hi> α) Gestalt, das organische β) das Unorganische Ausscheiden des Harns und Faülniß<lb n="25"/>der Excremente; – Blasensteine in nördlichen feuchten Klimaten (Schwitzbäder), in südlichen</note>
<pb n="163" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=166" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>die Arterie, sondern eben es als diß gedoppelte Vene und Arterie; so ist das Herz<lb n="2"/>allenthalben, und das Feuer, die Galle; jeder Theil die specificirte Krafft seiner<lb n="3"/>selbst.<ptr type="anker" target="#fn-166-1"/></p>
<p><lb n="4"/>Die <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">Gestaltung</hi> der Form nach ist, <hi rendition="#g">daß</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Blut</hi> <hi rendition="#g">in</hi> seinem<lb n="5"/>Aushauchen sich in die <hi rendition="#g">Lymphe</hi> herabsinken läßt; aber die träge unbestimmte<lb n="6"/>Flüssigkeit entzweyt, in den Gegensatz oder die entgegengesetzte Linie des Muskels,<lb n="7"/>der eine der Gestalt immanente Bewegung ist – die Gestalt ist das Bestehen im<lb n="8"/>Raume; die Bewegung des Blut die in sich bleibende;<ptr type="anker" target="#fn-166-2"/> aber auch eine Bewegung<lb n="9"/>gegen aüssres das träge Ganze; endlich in die Ruhe des Knochens auf der andern<lb n="10"/>Seite sich zusammennimmt – Die Flüssigkeit der Lymphe befestigt und gliedert.<lb n="11"/>Das Fett, Mark des Knochens ist jenes vegetabilische, das bis zum Oele fortgeht,<lb n="12"/>und die Neutralität von sich abscheidet,<ptr type="anker" target="#fn-166-3"/> nicht als Wasser, sondern als eine erdigte</p>
<note xml:id="fn-165-4.t2" type="rand" n="⁴" prev="#fn-165-4"><lb n="13"/>Hautkrankheiten – dort in die irrdische Neutralität (Kalk) statt der elementarischen (hier<lb n="14"/>diese statt jener, hier mehr Vegetation)</note>
<note xml:id="fn-166-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>Functionen<ptr type="anker" target="#fn-166-s1"/> der Ernährung, nicht tauglicher Milz Galle, sondern damit es<lb n="16"/>diß Moment an ihm habe – <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> seyn, feurige Krafft.</note>
<note xml:id="fn-166-s1" type="rand" n="∗"><lb n="17"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">Hervorbringen</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi><lb n="18"/>Venen und Arterien sind allenthalben in den Gliedern, allgemeine Belebung</note>
<note xml:id="fn-166-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>Knochenbildung Richerand 2. 256. wenn das innre periostium zerstört<lb n="20"/>wird, – durch ein stilet, so trennt sich das aüssre von dem Knochen, das bedeckte, eignet sich<lb n="21"/>den Phosphorkalk zu, den die Gefässe die in sein Gewebe verbreitet sind, führen, und bildet<lb n="22"/>einen neuen Knochen um den andern. – Das aüssre abgezogen, so bilden sich Excrescenzen<lb n="23"/>und Vegetationen auf dem Knochen. Magre Personen haben wenig oder flüssiges Mark in<lb n="24"/>den Knochen. Vögel haben keins, es dient also nicht zur Ernährung des Knochens; Vögel<lb n="25"/>vegetiren nach aussen</note>
<note xml:id="fn-166-3" type="rand" n="³" next="#fn-166-3.t2"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>Ausschliessende innre Individualität, ist Hervorbringen – α) sich selbst,<lb n="27"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi> β) Excretion seiner <hi rendition="#g">unorganischen</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> – <hi rendition="#g">Knochen</hi> ist <hi rendition="#g">todte</hi> <hi rendition="#g">Neutra</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="28" break="no"/><hi rendition="#g">lität</hi> aufgeschlossen zwischen der Lymphe und Mark (DAS GANZE ist nach <hi rendition="#g">aussen</hi></note>
<pb n="164" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=167" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Neutralität, als Kalk – die Pflanze schon geht zur Production von Kiesel fort, nicht<lb n="2"/>nur Lufft und Wasser – ebenso der animalische Organismus, der die vereinzelnte<lb n="3"/>unorganische Natur aus sich setzt, eine erdigte (vereinzelnte) Neutralität. <hi rendition="#g">Selbst</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">verdauung</hi>, <hi rendition="#g">Selbstverzehrung</hi> des Organismus.</p>
<p><lb n="5"/>(Der Organismus hat sich selbst als dieses Ganze hervorgebracht – es ist nach<lb n="6"/>aussen gekehrtes; thierische <hi rendition="#g">Begierde</hi>; er ist für sich seyn, das die Gewißheit<lb n="7"/>hat, daß das ausgeschlossne nicht <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, sondern an sich aufgehobnes ist. Sein<lb n="8"/>Blut ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Auflösung</hi>, welche <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">alles</hi> <hi rendition="#g">enthält</hi>, sondern<lb n="9"/>die Wärme die Einheit seiner und der Gestalt ist; das <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> Aufzehren;<lb n="10"/>hiedurch ist er gespannt als ganzes Individuum gegen das Aüssre, er hat Hunger und<lb n="11"/>Durst; – er ist Ganzes, das sich aufzehrt, und so Gefühl seiner Negativität, seines<lb n="12"/>leeren Fürsichseyns ist; er ist auf das Aufheben der Entfremdung seiner Substanz,<lb n="13"/>einfachen Seyns gerichtet. Die Bildung seines Bluts ist die Erzeugung der Begierde,<lb n="14"/>seine Substanz ist ihm entfremdet, und eine einzelne geworden, gegen welche er<lb n="15"/>sich als kräfftige Gestalt erhält, die sich <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Knochen</hi> <hi rendition="#g">fest</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">erhält</hi>,<lb n="16"/><hi rendition="#g">ihre</hi> Haut zu <hi rendition="#g">Klauen</hi> contrahirt, und <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Differenz</hi> der <hi rendition="#g">Muskel</hi> <hi rendition="#g">spannt</hi>;<lb n="17"/>– alle Seiten seiner Gestalt nach aussen kehrt, ihnen das Feuer des Herzens gegeben,<lb n="18"/>sie das ruhig bestehende zu Waffen verkehrt – und dem <hi rendition="#g">Wesen</hi> nach (in der</p>
<note xml:id="fn-166-3.t2" type="rand" n="³" prev="#fn-166-3"><lb n="19"/><hi rendition="#g">gekehrt</hi> γ) <hi rendition="#g">Bewafnung</hi> der Gestalt, Kehren des innern Organismus gegen äusseres<lb n="20"/>Ding; (<hi rendition="#g">Begierde</hi> als solche gehört noch nicht hieher) hier ist das ausschliessende Verhalten<lb n="21"/>gegen anderes durch es selbst gesetzt); eigne <hi rendition="#g">Bewegung</hi> der ganzen Gestalt. Der<lb n="22"/>Organismus hat Bewegung, fällt in Raum und Zeit, weil er die <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">abstracte</hi> Einheit<lb n="23"/>seiner selbst geworden – <hi rendition="#g">freye</hi> Bewegung ist die Erhebung in die Idealität. Das <hi rendition="#g">Fürsich</hi><lb n="24"/>ist Zeit – das Ansich die Gestalt ist <hi rendition="#g">Raum</hi>. Raum hat als <hi rendition="#g">Raum</hi>, als Entfernung Be<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>deutung für den Organismus; aber die Zeit ist nicht aus ihm herausgetreten; (Thiere wissen<lb n="26"/>ihre Stunde wenn sie zu essen kriegen) – Idealität des Organismus als <hi rendition="#g">seyend</hi>; <hi rendition="#g">äusserlich</hi>.</note>
<pb n="165" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=168" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>unorganischen Natur) als in sich reflectirt sich erweist; dem <hi rendition="#g">Wesen</hi> nach, daß<lb n="2"/>das einzelne kein <hi rendition="#g">Seyn</hi> für es, diß <hi rendition="#g">Wesen</hi> ist <hi rendition="#g">Ansich</hi>, <hi rendition="#g">Seyn</hi>, Gestalt, diese ist<lb n="3"/>selbst <hi rendition="#g">Waffe</hi>; Haut ein <hi rendition="#g">Krampf</hi> der Klaue nach aussen gekehrt, Muskel, das<lb n="4"/>Herz, Mitte, Selbst<ptr type="anker" target="#fn-168-1"/> und der sensible Knochen ein <hi rendition="#g">Zahn</hi>, das Zermalmen die<lb n="5"/>Rükkehr in sich. Schluß ist <hi rendition="#g">Haut</hi> (Klaue) <hi rendition="#g">Packen</hi> allgemeines Extrem <hi rendition="#g">Mitte</hi><lb n="6"/>Muskel – Extrem der Einzelnheit, <hi rendition="#g">Zahn</hi>.</p>
<p><lb n="7"/>(Seine<ptr type="anker" target="#fn-168-2"/> Begierde; sein reines Fürsichseyn, ist das Setzen eines ausgeschlossnen;<lb n="8"/>es selbst ist reiner Begriff, das Negative; nicht durch seinen Begriff, sondern durch<lb n="9"/>seine Wirklichkeit und Daseyn ist diese Ausschliessung gesetzt; es ist sein Thun,<lb n="10"/>denn es <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">da</hi>, als negatives. Das Thier aber ist nur das individuelle; es ist Begierde<lb n="11"/>oder wird begehrt, oder schläft und verdaut; es lebt in dieser Angst, in dieser un<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>ruhigen Beziehung, worin es nicht allgemein, und das gegenständliche sich be<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>wegende nicht Dingheit, ruhende Allgemeinheit für es ist.</p>
<p><lb n="14"/>Die gesättigte Begierde aber ist sein Schlaff, sein insichseyn; die Nacht, die Selbst</p>
<note xml:id="fn-168-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>Dieser Organismus ist so die <hi rendition="#g">daseyende</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi>. <hi rendition="#g">Krafft</hi> die als solche<lb n="16"/><hi rendition="#g">Gestalt</hi> <hi rendition="#g">hat</hi>; unmittelbar in sich zurükgekehrt. Innerlichkeit, die ebenso unmittelbar Aüsser<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>lichkeit; Aüsserlichkeit die ebenso unmittelbar Innerlichkeit ist.</note>
<note xml:id="fn-168-2" type="rand" n="²"><lb n="18"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Innerliche</hi> <hi rendition="#g">Idealität</hi> desselben; er existirt als ideelles, in seine <hi rendition="#g">Einfach</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi> zurükgekehrtes; einfache selbstische <hi rendition="#g">Substanz</hi> des Ganzen – deren Selbst das Anders<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>seyn vollkommen durchsichtig ist, weil sie sich selbst hervorbringt; Kraislauff Blut, dem das<lb n="21"/>Andre das er aufzehrt, so wie erzeugt, dasselbe <hi rendition="#g">Selbst</hi> ist; – es unterscheidet seine <hi rendition="#g">Glieder</hi><lb n="22"/>von <hi rendition="#g">sich</hi>.<lb n="23" type="absatz"/>Diese Idealität <hi rendition="#g">ist</hi> unmittelbar der Organismus. Raum und Zeit sind die <hi rendition="#g">Formen</hi> seiner<lb n="24"/><hi rendition="#g">Anschauung</hi>; ungegenständliche Gegenständlichkeit, der Sinn.<lb n="25" type="absatz"/>(Dieses Reflectirtseyn in sich ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Nerv</hi>; – es ist System – α) Bewegungsnerven der<lb n="26"/>Gestalt β) Verdauungsnerven, Ganglien, Epigastrische Centra γ) <hi rendition="#g">Sensationsnerven</hi> Gehirn)</note>
<pb n="166" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=169" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ist. – Erst in dieser Rükkehr aus dem <hi rendition="#g">Ansich</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-169-1"/> in das Für sichseyn und daß das<lb n="2"/><hi rendition="#g">Ansich</hi> durch das Selbst gesetzt ist, ist er das Selbst, das Einheit seiner und seines<lb n="3"/>unterschiednen Ansichseyns ist.)</p>
<p><lb n="4"/>Als<ptr type="anker" target="#fn-169-2"/> diese Einheit ist er Ganzes, in sich zurükgekehrtes als Einheit zweyer Selbst –<lb n="5"/>erstens Ganzes als Individuum; als in der Begierde sich selbst fühlend; und dann<lb n="6"/>ein Ganzes, welches diß abstracte <hi rendition="#g">Ich</hi> aus sich ausschließt, für welches ein Andres<lb n="7"/>ist; das in seinem Andersseyn <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> in sich reflectirtseyn, <hi rendition="#g">Vorstellung</hi><lb n="8"/>überhaupt, so daß was ist, unmittelbar diß gedoppelte ist, an <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">frey</hi> <hi rendition="#g">seyendes</hi>,<lb n="9"/><hi rendition="#g">und</hi> das <hi rendition="#g">Seinige</hi>; <hi rendition="#g">Gefühl</hi> eines Andern überhaupt, als andern – Sinn – durch<lb n="10"/>die Verdauung ist es zu dieser Abstraction gediehen – es ist begriffen, durchs Selbst<lb n="11"/>hindurchgegangen; so ist es im <hi rendition="#g">Sinne</hi>. Es ist die befriedigte Begierde, weil der<lb n="12"/>Gegenstand <hi rendition="#g">mein</hi> ist.</p>
<p><lb n="13"/>Aber diß <hi rendition="#g">Andre</hi> als <hi rendition="#g">allgemeines</hi> ist es zugleich das Ganze;<ptr type="anker" target="#fn-169-3"/> der <hi rendition="#g">Sinn</hi> geht<lb n="14"/>zum Geschlechte über, nachdem er die Scale von dem Gefühl bis zum Gesichte<lb n="15"/>durchloffen, und in diesem die Reflexion in sich freygelassen hat; Totalität der<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>selben – Der Satz des Sinnes ist: der Gegenstand ist Mein; der umgekehrte: Ich<lb n="17"/>bin der Gegenstand, ist der Satz des Geschlechts – das Durchlauffen des Sinnes<lb n="18"/>macht den Gegenstand, der das Mein erst zum Prädicate hat zum Ganzen Mein,<lb n="19"/>zum Geschlechtsverhältnisse.</p>
<p><lb n="20"/>Diese<ptr type="anker" target="#fn-169-4"/> Kategorie, oder einfache unmittelbare Einheit des Seyns und des Seinen, –</p>
<note xml:id="fn-169-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>Nerven der willkührlichen Bewegung – gehört der <hi rendition="#g">unmittelbaren</hi> <hi rendition="#g">All</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/><hi rendition="#g">gemeinheit</hi> an, oder rein leeren Aüsserlichkeit, des Raumes; –</note>
<note xml:id="fn-169-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Diß daß die Momente, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">ruhenden</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Fürsichseyns</hi><lb n="24"/><hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">reinen</hi> <hi rendition="#g">Abstractionen</hi> <hi rendition="#g">gelaütert</hi> <hi rendition="#g">sind</hi>, macht den Sinn aus – <hi rendition="#g">jene</hi> in dem <hi rendition="#g">innern</hi><lb n="25"/><hi rendition="#g">Organismus</hi>, dieses in diesem selbst, <hi rendition="#g">daß</hi> das Selbst ein <hi rendition="#g">hervorgebrachtes</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>.</note>
<note xml:id="fn-169-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Sinn</hi> <hi rendition="#g">Begierde</hi> und <hi rendition="#g">Geschlecht</hi></note>
<note xml:id="fn-169-4" type="rand" n="⁴" next="#fn-169-4.t2"><lb n="27"/><seg type="marke">⁴ </seg>Die Gleichgültigkeit im <hi rendition="#g">Raume</hi> geht in der Zeit in sich <hi rendition="#g">zurück</hi>. Raum und<lb n="28"/>Zeit sind selbst so als gleichgültige auseinander gehalten; itzt nur raümliches Verhältniß, dann<lb n="29"/>zeitliches; – der Raum das gleichgültige auseinanderfallende Bestehen – Zeit aufheben dieses</note>
<pb n="167" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=170" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>der <hi rendition="#g">Sinn</hi> ist zuerst das <hi rendition="#g">Gefühl</hi>, die ungegenständliche Einheit mit dem Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>stand, worin dieser noch nicht für sich zurükgetreten; diese Einheit ist darum das<lb n="3"/>gedoppelte, Sinn der Gestalt als <hi rendition="#g">Gestalt</hi>, <hi rendition="#g">Figur</hi>, und Sinn der <hi rendition="#g">Wärme</hi>. Es ist<lb n="4"/>die dumpfe Unterscheidung; das Andre ist <hi rendition="#g">anderes</hi> überhaupt, noch nicht <hi rendition="#g">in</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">sich</hi> unterschiednes; der Unterschied – das positive und negative fällt daher aus<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>einander, – Figur und Wärme; es hat ihn nicht an ihm selbst. – Bestehen und Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gelöstseyn – Raum und Zeit unmittelbare Einheit.</p>
<p><lb n="8"/>Aber es hat ihn in Wahrheit an ihm selbst; das Thier ist <hi rendition="#g">neutrales</hi> Bestehen;<lb n="9"/>die beyden Gleichgültigen Seiten verbinden sich in einem allgemeinen Medium,<lb n="10"/>worin sie sich durchdringen – es hat <hi rendition="#g">Geschmack</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-170-1"/> es tritt in den Gegenstand selbst<lb n="11"/>die Unterschiedenheit der Zeit und des Raumes – des Gegensatzes <hi rendition="#g">als</hi> Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>satzes; und daher in das Verhältniß des organischen zu demselben; – aber es ist nur</p>
<note xml:id="fn-169-4.t2" type="rand" n="⁴" prev="#fn-169-4"><lb n="13"/>auseinanderfallens – αα) <hi rendition="#g">Verschwinden</hi> des Subjects und Objects füreinander, bloß negative<lb n="14"/>leere Bedeutung der Negation; – aber bestimmt Negation der Form, des <hi rendition="#g">Auseinander</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">fallens</hi>; – unmittelbare <hi rendition="#g">Berührung</hi> in der Gleichgültigkeit des Bestehens beyder – Sinn<lb n="16"/>der <hi rendition="#g">Gestalt</hi>; die <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> des raümlichen Fürsichseyns, daß sie in Gegensatz treten;<lb n="17"/>ist er als die Bestimmtheit an jedem selbst; die heraustretende Zeit, die ihre <hi rendition="#g">Mitte</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; als<lb n="18"/>Mitte einfacher Einheitspunkt, ihre Unterschiede an dem erfüllten raümlichen.</note>
<note xml:id="fn-170-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Besonderung</hi> des <hi rendition="#g">Anschauens</hi> ist <hi rendition="#g">Sinn</hi>. Im Gefühl alle vereinigt, so<lb n="20"/>daß im Finger <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Sitz</hi> derselben seyn kann – Sehen, Hören mit dem Finger<lb n="21"/>α) <hi rendition="#g">Getast</hi>, <hi rendition="#g">unmittelbares</hi> unbestimmtes <hi rendition="#g">Daseyn</hi> Schwere und Wärme, einfacher<lb n="22"/>Geschmak β) den Unterschied in sich γ) in sich reflectirtseyn überhaupt, <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Indi</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/><hi rendition="#g">vidualität</hi> unmittelbar<ptr type="anker" target="#fn-170-s1"/> bestimmte als noch nicht in sich reflectirte</note>
<note xml:id="fn-170-s1" type="rand" n="∗"><lb n="24"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">Besonderheit</hi> – <hi rendition="#g">ganze</hi> Individualität <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi></note>
<pb n="168" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=171" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>ein neutrales; der Geschmack ist die Aufhebung der Figur; er ist das <hi rendition="#g">unmittel</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">bare</hi> gleichgültige Daseyn, das eben darum das aüsserlich aufzuhebende ist, und<lb n="3"/>erst durch diese Vermittlung zum Gefühle wird.</p>
<p><lb n="4"/>Die Durchdringung der gleichgültigen ist ihre vollkommne Porosität, oder ihre<lb n="5"/>in Eins gegangne Differenz, die sich ihrer Realität bemächtigt und sie aufgelöst<lb n="6"/>hat;<ref type="anker" target="#fn-171-1">¹</ref> Sinn der <hi rendition="#g">Lufftigkeit</hi>, des Geruchs, entspricht der Wärme, aber ist auf<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gelöstseyn der Gestalt an sich selbst; wie die Neutralität Bestehen an ihr selbst –<lb n="8"/>Bestehen, insofern der Unterschied an ihr, sie ihn überwunden.<ref type="anker" target="#fn-171-2">²</ref></p>
<p><lb n="9"/>Diese Auflösung aber ist endlich das einfache Ganze, das in sich <hi rendition="#g">reflectirte</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">Wirkliche</hi> <hi rendition="#g">Licht</hi>;<ref type="anker" target="#fn-171-3">³</ref> Gesicht, Sinn der <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>, die gegenwärtig, in sich<lb n="11"/>reflectirt ist.<ref type="anker" target="#fn-171-4">⁴</ref> Es ist der <hi rendition="#g">Sinn</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>,<ref type="anker" target="#fn-171-5">⁵</ref> der Gegenstand ist.</p>
<p><lb n="12"/>Dieser noch Gegenstand seyende Sinn sich in sich zurüknehmend, ist das <hi rendition="#g">Gehör</hi>;</p>
<note xml:id="fn-171-1" type="rand" n="¹"><lb n="13"/><seg type="marke">¹ </seg>Individualität überhaupt Schluß, Aüsserlichkeit β Organ γ) Nerven</note>
<note xml:id="fn-171-2" type="rand" n="²"><lb n="14"/><seg type="marke">² </seg>An dem Sinnesorgane, Sinne ist zu unterscheiden α) sein Seyn als Thun –<lb n="15"/><hi rendition="#g">Haut</hi> – <hi rendition="#g">Nerv</hi></note>
<note xml:id="fn-171-3" type="rand" n="³"><lb n="16"/><seg type="marke">³ </seg>α) Haut <hi rendition="#g">aüssres</hi> <hi rendition="#g">Organ</hi> des Sinnes, Subject des Gegenstands Körper,<lb n="17"/>ebenso Totalität der Sinne</note>
<note xml:id="fn-171-4" type="rand" n="⁴"><lb n="18"/><seg type="marke">⁴ </seg>α) allgemeine elementarische Beziehung auf Anderes – Sinn <hi rendition="#g">Subject</hi> als<lb n="19"/><hi rendition="#g">seyendes</hi> Nerv β) absolute Einheit beyder <hi rendition="#g">Seele</hi> ist ein <hi rendition="#g">Ding</hi>, so ist es Gehirn aber subjectiv<lb n="20"/>ist es reiner Raum – Raum <hi rendition="#g">ist</hi>, kein Ding – das Thier ist <hi rendition="#g">Seele</hi></note>
<note xml:id="fn-171-5" type="rand" n="⁵"><lb n="21"/><seg type="marke">⁵ </seg>α) <hi rendition="#g">Getast</hi> Haut überhaupt<lb n="22"/>β) Geschmack Muskel<lb n="23"/>γ) Geruch <hi rendition="#g">Knorpel</hi><lb n="24"/>δ) Gesicht organisirte Haut, lymphatische <hi rendition="#g">Muskel</hi> Crystallinse<lb n="25"/>ε) Knochen – <hi rendition="#g">reines</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">gehen</hi>; unwankende Sichselbstgleichheit</note>
<pb n="169" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=172" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>der für sich selbst seyende Sinn. – Gehör vernimmt das <hi rendition="#g">reine</hi>, <hi rendition="#g">ideelle</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi><ptr type="anker" target="#fn-172-1"/><lb n="2"/>– hier hört der Gegenstand auf, ein Ding zu seyn. –</p>
<p><lb n="3"/><hi rendition="#g">Thierische</hi> <hi rendition="#g">Begierde</hi> ist der Idealismus, der Gegenständlichkeit; Gewißheit,<lb n="4"/>daß sie kein Fremdes ist. Die Beziehung auf andres ist nur als Begierde durch dieses<lb n="5"/><hi rendition="#g">ideelle</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi> vorhanden – Es ist ein Selbstgefühl, – daß was fehlt, es selbst ist;<lb n="6"/>ein innrer <hi rendition="#g">Mangel</hi>, Hunger, Durst – Das Individuum schließt sich selbst aus sich<lb n="7"/>aus, verzehrt sich; und tritt sich als Fremdes gegenüber; das Negative ist seine<lb n="8"/>eigne Negativität, d. h. sie ist für es.<ptr type="anker" target="#fn-172-2"/> (– <hi rendition="#g">Excretion</hi> α) seiner unorganischen Natur<lb n="9"/>überhaupt – β) der Einzelnen eigentliche Excremente γ) sein ganzes andres Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>viduum.)</p>
<p><lb n="11"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-172-3"/> Sinneswerkzeuge, als Gefühl, sind der allgemeine Sinn der Haut; <hi rendition="#g">der</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">Geschmack</hi> ist der Muskel der Zunge – Muskel, Neutralität, verbindet sich mit<lb n="13"/>dem Munde – der beginnenden innerlich werdenden Haut. – Geruch, Nase mit<lb n="14"/>der Lufftigkeit, <hi rendition="#g">Athmen</hi> – Gesicht ist nicht der Sinn einer frühern Function, son<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>dern wie Gehör, des Gehirns; befreyte Idealität. – Gefühl, Sinn der Gestalt über-</p>
<note xml:id="fn-172-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Grosses</hi> <hi rendition="#g">kleines</hi> <hi rendition="#g">Gehirn</hi>; jenes mehr der Sensation, diß mehr dem <hi rendition="#g">Wil</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">len</hi>; dem Übergange</note>
<note xml:id="fn-172-2" type="rand" n="²"><lb n="18"/><seg type="marke">² </seg>Sinneswerkzeuge; gedoppelt als <hi rendition="#g">Bestehen</hi> in sich reflectirtseyn, Unterschied<lb n="19"/>nicht Differenz, <hi rendition="#g">zwey</hi> sind wie am Eingeweide Glieder vollkommen gleich Füsse; Arme<lb n="20"/>dem <hi rendition="#g">Willen</hi> ungleich <hi rendition="#g">Eingeweide</hi> dem Selbst, Sinne <hi rendition="#g">verschieden</hi> <hi rendition="#g">gestimmt</hi>, <hi rendition="#g">Ohr</hi><lb n="21"/><hi rendition="#g">Auge</hi></note>
<note xml:id="fn-172-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>α Haut, Getast; allgemein<lb n="23"/>β <hi rendition="#g">Geschmack</hi>, neutral Gegenstand Muskel<lb n="24"/>γ) Geruch Knorpel Schneckenwindung Lufft und Gehirn, noch unvollkom<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>men – Beruhen auf sich selbst.<lb n="26"/>δ) Gesicht, organisirte Haut – Muskel Lymphe Haut, Blut Körper des Licht<lb n="27"/>Hornhaut <hi rendition="#g">Blut</hi>, <hi rendition="#g">Gefäßhaut</hi></note>
<pb n="170" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=173" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>haupt – Geschmack des Verdauens, des in sich gehen des <hi rendition="#g">Aüssern</hi> – <hi rendition="#g">Geruch</hi><lb n="2"/>dem innern Organismus, Luftigkeit. <hi rendition="#g">Auge</hi> und Gehör, sich selbst.</p>
<p><lb n="3"/>Gefühl, in zwey Arten; – Geruch und Geschmack – Auge, die gegenständliche<lb n="4"/>Wirklichkeit, als Selbst, das gleichgültig ist – Ohr, als sich aufhebendes Selbst;<lb n="5"/><hi rendition="#g">Stimme</hi> <hi rendition="#g">thätiges</hi> <hi rendition="#g">Gehör</hi> – reines Selbst das <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">allgemeines</hi> <hi rendition="#g">setzt</hi>.<lb n="6"/>Schmerz, Begierde; Freude, Zufriedenheit, aufheben des einzelnen Selbst – <hi rendition="#g">dort</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Widerspruchs</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-173-1"/> <hi rendition="#g">hier</hi> <hi rendition="#g">zurükgekehrtseyn</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>,<lb n="8"/><hi rendition="#g">Gleichheit</hi> – Jedes <hi rendition="#g">Thier</hi> hat im gewaltsamen Tode eine Stimme; spricht sich<lb n="9"/>als aufgehobnes Selbst aus. – (Vögel den <hi rendition="#g">Gesang</hi> – den die andern entbehren,<lb n="10"/>weil sie dem Elemente der Luft angehören; – artikulirende Stimme; ein auf<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gelösteres Selbst.)</p>
<p><lb n="12"/>In der Stimme kehrt der Sinn in sein innres zurük – er ist negatives Selbst –<lb n="13"/><hi rendition="#g">Begierde</hi>. – Es ist Mangel, Substanzlosigkeit an ihm selbst, er ist sich als blosser<lb n="14"/>Raum, ideelles im Gegensatze gegen seine Erfüllung.<ptr type="anker" target="#fn-173-2"/> <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">Sinne</hi> <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">satte</hi> <hi rendition="#g">erfüllte</hi> <hi rendition="#g">Raum</hi>; – Begierde ist Bewegung, die sich nicht nur aufgehobner<lb n="16"/>Raum, sondern aufgehobner <hi rendition="#g">erfüllter</hi> Raum ist. – Er selbst ist sich das mangelnde;<lb n="17"/>Selbstgefühl des Hungers. Durst.</p>
<p><lb n="18"/>Der Organismus ist auf diese Weise ein sich selbst nach aussen kehrendes – er<lb n="19"/>selbst ist sich negativ – die <hi rendition="#g">unorganische</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">andre</hi>; das fehlende<lb n="20"/>tritt zugleich ausser ihm<ptr type="anker" target="#fn-173-3"/> – <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Ganze</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">mangelt</hi>; – <hi rendition="#g">die</hi> Re<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>flexion aus dem <hi rendition="#g">theoretischen</hi> ist das <hi rendition="#g">praktische</hi> – weil es in dieser erst als</p>
<note xml:id="fn-173-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Was</hi> ich sehe, höre, ist in mir, <hi rendition="#g">aufgehobnes</hi> – ebenso frey davon</note>
<note xml:id="fn-173-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>weiß sein nicht <hi rendition="#g">erfülltes</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi>; die Erfüllung ein <hi rendition="#g">andres</hi>; – in dem<lb n="24"/>theoretischen hat er sich die Gewißheit erworben, daß der Gegenstand verschwindet – <hi rendition="#g">Selbst</hi><lb n="25"/><hi rendition="#g">ist</hi>, er hat ihn <hi rendition="#g">gehört</hi>, als reines Selbst ist er ihm geworden</note>
<note xml:id="fn-173-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">innrer</hi> Organismus ist die <hi rendition="#g">Form</hi> des <hi rendition="#g">Ganzen</hi> was nicht der Gestalt gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>übersteht, wie in der abstracten Betrachtung; oder was nicht <hi rendition="#g">Eine</hi> Seite gegen sie ausmacht,<lb n="28"/>in welche die Gestalt übergeht, oder die in die Gestalt übergeht – sondern Totalität, <hi rendition="#g">bestimmt</hi><lb n="29"/>als für sich seyend – Sie mangelt ebendarum als <hi rendition="#g">bestehend</hi></note>
<pb n="171" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=174" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Ganzes ausser sich tritt; es ist hier erst das sich gegen andres einzelnes bewegende.</p>
<p><lb n="2"/>Das begehrende Organische ist die <hi rendition="#g">Gestalt</hi>, unter das Fürsichseyn subsumirt;<lb n="3"/>das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Selbst, d. h. das sich <hi rendition="#g">weiß</hi>, als die Einheit seiner und des Ansich<lb n="4"/>oder des Gegenständlichen – es <hi rendition="#g">durchschaut</hi> das <hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">andern</hi>.<ref type="anker" target="#fn-174-1">¹</ref> Die<lb n="5"/>Gestalt ist hier die nach aussen gekehrte bewaffnete – <hi rendition="#g">Zähne</hi> die Knochen –<lb n="6"/><hi rendition="#g">Klauen</hi> die Haut, und Muskel die <hi rendition="#g">Krafft</hi> überhaupt, das innre; die Sensibilität<lb n="7"/>des Knochens ist überwunden, so wie das allgemeine nur ein und ausströmende<lb n="8"/>Verhalten der Haut. Die <hi rendition="#g">Haut</hi> ist die Waffe des aüssern, der Knochen des innern;<lb n="9"/>– die Lippe das empfangende, aber küßt nicht nur, sondern pakt durch <hi rendition="#g">die</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">Zähne</hi>. – (Feurige entflammte Augen)</p>
<p><lb n="11"/>Die Nerven sind hier nur das innre, dienende; Bewegungs- und <hi rendition="#g">Verdauungs</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>nerven – <hi rendition="#g">Ganglien</hi>, epigastrische Mittelpunkte, Gehirn, die dem Unterleib an<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gehören – sympathetischer Nerven, <hi rendition="#g">splanchnicus</hi> <hi rendition="#g">Phrenicus</hi> –<ref type="anker" target="#fn-174-2">²</ref> Anastomosen<lb n="14"/>dieser Ganglien.</p>
<p><lb n="15"/>Die gesättigte Begierde hat hier nicht die Bedeutung des sich als dieses einzelne<lb n="16"/>hervorbringenden Individuums; sondern als allgemeines,<ref type="anker" target="#fn-174-3">³</ref> als Grund derselben, an<lb n="17"/>dem die Individualität nur Form ist; der innre Organismus, das Fürsichseyn, das</p>
<note xml:id="fn-174-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Schluß</hi>; das Ganze unter der Herrschafft der Begierde; sein blosses träges<lb n="19"/>Bestehen, die Gestalt unter das Fürsichseyn gesetzt</note>
<note xml:id="fn-174-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>Bichat – sympathetische Nerven, <hi rendition="#g">Anastomose</hi> oft <hi rendition="#g">unterbrochen</hi>, diker<lb n="21"/>als das woraus er entstehen soll.</note>
<note xml:id="fn-174-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>Die unorganische Natur ist durch sein Ganzes hindurchgegangen – <hi rendition="#g">Ver</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/><hi rendition="#g">dauung</hi> ist hier des <hi rendition="#g">Ganzen</hi>, das sich selbst verdaut; <hi rendition="#g">Schlaff</hi>, seine allgemeine Nacht;<lb n="24"/>seine Thätigkeit nach aussen, ebenso gegen sich; – denn das andre ist es selbst, Vergewisserung<lb n="25"/>seiner selbst an ihm, durch die innre Aufzehrung seiner</note>
<pb n="172" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=175" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>zur Aüsserlichkeit geworden. Die befriedigte Begierde ist daher das <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zu</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">rükgekehrte</hi> <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> – das unmittelbar <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi> an ihm<lb n="3"/>hat; – die theoretische Rükkehr – des Sinnes in sich bringt nur den <hi rendition="#g">Mangel</hi> im<lb n="4"/><hi rendition="#g">Allgemeinen</hi> hervor; die der Individualität aber dasselbe, als positives. Dieses<ptr type="anker" target="#fn-175-1"/><lb n="5"/>mangelnde ist mit sich selbst erfüllt – es ist ein gedoppeltes Individuum. Geschlecht<lb n="6"/>– α) Idealität beyde dasselbe – Allgemeine, Gattung, (Gehör) – β) und beyde selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>ständig – (Mangel des reinen Selbst erfüllt) – Es tritt der unmittelbare gestaltete<lb n="8"/>Organismus, und der innre fürsichseyende einander gegenüber; beyde aber nicht<lb n="9"/>mehr als unvollendete Seiten des Ganzen, sondern als vollkommne. – Contraction<lb n="10"/>des ganzen Organismus, ein einfacher Typus desselben – Excretion des Ganzen<lb n="11"/>– α) Testikeln, System der Lymphatischen Gefässe als Gehirn – und β) Penis,<lb n="12"/>Herzmuskel – Gehirn und Fürsichseyn – Weibliche Uterus entspricht der Prostata,<lb n="13"/>die im Manne, bloß Drüse ist – sein Empfangen, einfaches Verhalten ist entzweyt<lb n="14"/>in das producirende Gehirn – und das aüsserliche Herz.</p>
<p><lb n="15"/>(Ihre Vereinigung ist das Verschwinden der Geschlechter – einfache Gattung ist<lb n="16"/>geworden. (Assimilation als Absorbtion, Excretion, und Nutrition entspricht der<lb n="17"/>Sensibilität, Irritabilität und Reproduction)</p>
<p><lb n="18"/>– Krankheit ist Succession der Processe; diese kann der Organismus nicht aus<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>halten; es tritt die Gattung das Allgemeine ihnen gegenüber; – das Thier stirbt;<lb n="20"/>Tod des Thiers werden des Bewußtseyns; es ist das allgemeine, das die Processe<lb n="21"/>geschieden in sich ertragen, sich analysiren kann; der Raum, worin sein Leben aus<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>gelegt besteht – als Glieder, die einfache Processe an ihnen selbst – oder Processe,<lb n="23"/>die unmittelbar ruhende, allgemeine sind.)</p>
<p><lb n="24"/>Geschlechtstheilen männlichen und weiblichen, liegt derselbe Typus zum Grunde –<lb n="25"/>nur daß in den einen oder den andern der eine oder der andre Theil das wesent-</p>
<note xml:id="fn-175-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>innres Organ. Gefäß Blut System – <hi rendition="#g">Herz</hi> Gehirn und Verdauung – Ganzer<lb n="27"/>Organismus nachgebildet</note>
<pb n="173" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=176" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>liche ausmacht; bey dem Weibe nothwendig das indifferente bey dem Manne das<lb n="2"/><hi rendition="#g">entzweyte</hi> – Gegensatz – dort der <hi rendition="#g">Uterus</hi>; diesen an den Männlichen Theilen zu<lb n="3"/>entdeken hat die meiste Schwierigkeit gemacht; ungeschickterweise den Hodensak<lb n="4"/>dafür genommen; da doch die Testikeln sich bestimmt als das dem weiblichen<lb n="5"/>Eyerstock entsprechende ankündigen,<ptr type="anker" target="#fn-176-1"/> [der] in vielen Thieren – eine Reihe Bläschen<lb n="6"/>ist; nicht aus dem begrifflosen Entsprechen, sondern der Unterschied der durch<lb n="7"/>den Begriff gesetzt ist – der Uterus sinkt daher im Manne zur Drüse, zur gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gültigen Allgemeinheit herunter; er ist die Prostata im Manne – Diß hat Akermann<lb n="9"/>an seinen Hermaphroditen sehr gut gezeigt; er hat einen Uterus, bey sonstigen<lb n="10"/>männlichen Formationen; aber dieser Uterus ist nicht nur an der Stelle der Prostata,<lb n="11"/>sondern die conduits éjaculateurs traversent la prostate et s’ouvrent séparement<lb n="12"/>dans l’urètre au fond d’une lacune appellée venumontanum; Ausführungsgänge<lb n="13"/>des Saamens gehen durch seine Substanz und öffnen sich an der crista galli in<lb n="14"/>die uretra (Harngang). Die weiblichen Schaamlippen enthalten die Hoden; – die<lb n="15"/>Mittellinie des Scrotums dagegen ist gespalten, und bildet die vagina. Man<lb n="16"/>versteht auf diese Weise die Umbildung beyder Geschlechtstheile vollkommen. –<lb n="17"/>Wie im Manne der Uterus zur blossen Drüse herabsinkt, so dagegen bleibt der<lb n="18"/>männliche Testikel im Eyerstocke eingeschlossen, tritt nicht heraus in den Gegen-</p>
<note xml:id="fn-176-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Schubert Seite 185. in Heuschreken Gryllus verruccivorus die grossen Testikel<lb n="20"/>bündelweis zusammengerollte Gefässe, den ebenso grossen Ovarien aus ähnlichen bündelweis<lb n="21"/>gerollten Eyerleitern bestehend ähnlich – <hi rendition="#g">Breme</hi> die Hoden sind nicht nur in ihrem Umriß<lb n="22"/>ganz ebenso gestaltet als die gröbern, grössern Eyerstöcke; bestehen auch aus fast eyförmigen<lb n="23"/>länglichen zarten Bläschen, die mit ihrer Basis auf der Substanz der Hoden aufstehen, wie<lb n="24"/>Eyer an einem Eyerstocke. Vegetabilische Verknoten</note>
<pb n="174" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=177" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>satz, wird nicht für sich, zum thätigen Gehirne, und der Kitzler ist im Weibe das<lb n="2"/>unthätige Gefühl überhaupt; das hingegen im Manne das thätige Gefühl,<ptr type="anker" target="#fn-177-1"/> das auf<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>schwellende Herz, Bluterfüllung der corpora cavernosa und der Maschen des<lb n="4"/>schwammigten Gewebes der Uretra – Der Mann ist also das Thätige – dadurch<lb n="5"/>daß diesen Unterschied seine Thätigkeit hat; das Weib aber ist das empfangende,<ptr type="anker" target="#fn-177-2"/><lb n="6"/>weil sie in ihrer unentwickelten Einheit bleibt.</p>
<p><lb n="7"/>Die Empfängniß ist die Contraction des ganzen Individuums in die einfache<lb n="8"/>sich hingebende Einheit;<ptr type="anker" target="#fn-177-3"/> in seine Vorstellung; der Saamen, die einfache physische<lb n="9"/>Vorstellung – ganz Ein Punkt, wie der Nahme, und das ganze Selbst; – Empfängniß<lb n="10"/>nichts anderes, als diß das entgegengesetzte,<ptr type="anker" target="#fn-177-4"/> diese Abstracten Vorstellungen, zu<lb n="11"/>Einer werden.<ptr type="anker" target="#fn-177-5"/></p>
<p><lb n="12"/>So hat der thierische Organismus seinen Krais durchlauffen; er ist nun das ge-</p>
<note xml:id="fn-177-1" type="rand" n="¹"><lb n="13"/><seg type="marke">¹ </seg>Blutergüsse weibliche – entsprechen der männlichen Bluterfüllung</note>
<note xml:id="fn-177-2" type="rand" n="²"><lb n="14"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Verdauung</hi> nach Aussen gekehrt<ptr type="anker" target="#fn-177-s1"/> – Weib die Milch der Brust; – Mann,<lb n="15"/>Bartwuchs aüssre Bedeutungslosigkeit; abgestumpfte Waffen</note>
<note xml:id="fn-177-s1" type="rand" n="∗"><lb n="16"/><seg type="marke">∗ </seg>metaphorisches Hingeben des Herzens und Seele an das Weib</note>
<note xml:id="fn-177-3" type="rand" n="³"><lb n="17"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Feuer</hi>, <hi rendition="#g">Wasser</hi>, einfache Vorstellungen – so die organische Natur, nicht<lb n="18"/><hi rendition="#g">analysirt</hi> in ihre abstracte Momente – Zerlegen ins chemische – unsägliche Kleinlichkeiten;<lb n="19"/>– sondern ihre Krafft eben <hi rendition="#g">allgemein</hi>; nicht <hi rendition="#g">Saüre</hi>, <hi rendition="#g">Kali</hi> ohne sich abzustumpfen.</note>
<note xml:id="fn-177-4" type="rand" n="⁴"><lb n="20"/><seg type="marke">⁴ </seg>Theil ist <hi rendition="#g">Mittel</hi>, wesentlich die Vermittlung</note>
<note xml:id="fn-177-5" type="rand" n="⁵"><lb n="21"/><seg type="marke">⁵ </seg>Jedes Organ <hi rendition="#g">dient</hi>, aber zugleich wird dasselbe auf einfache Weise zu Stande<lb n="22"/>gebracht (<hi rendition="#g">Embryonen</hi> leben; Nothwendigkeit irgend einer Funktion wird widerlegt durch<lb n="23"/>den Fall wo diese Funktion nicht statt hat –) der Unterschied der Theile ist daß diese Anstalten<lb n="24"/>nicht einfacher – Maschinen können vereinfacht werden, und sind um so vollkommner –<lb n="25"/>nicht so der Organismus; Wirklichkeit ist diese Momente heißt nichts<ptr type="anker" target="#fn-177-s2"/> so entwickelt zu<lb n="26"/>haben; das blosse Resultat ist nichts – wie Glauben an einen geometrischen Lehrsatz</note>
<note xml:id="fn-177-s2" type="rand" n="∗"><lb n="27"/><seg type="marke">∗ </seg>zur Materie Beweis</note>
<pb n="175" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=178" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>schlechtslose Allgemeine, das befruchtet ist; es ist zur absoluten Gattung geworden.<lb n="2"/>Diese ist der Tod <hi rendition="#g">dieses</hi> Individuums. Niedrige thierische Organismen sterben<lb n="3"/>unmittelbar nach der Begattung;<ptr type="anker" target="#fn-178-1"/> wie die Blüthentheile, die reine Eingeweide,<lb n="4"/>keine Individuen sind; höhere Organismen erhalten sich noch, haben höhere Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>ständigkeit, und ihr Tod ist der entwickelte Verlauff an ihrer Gestalt. Er ist das<lb n="6"/>Werden des Individuums zur Gattung α) der noch unwirklichen, des Kindes, aber<lb n="7"/>daseyenden einfachen Einheit des Allgemeinen und der Individualität; β) der nicht<lb n="8"/><hi rendition="#g">wirklichen</hi>, sondern abstract seyenden; im Thier ist diß noch nicht vereinigt,<lb n="9"/>daß die <hi rendition="#g">wirkliche</hi> Gattung unmittelbar als einfachallgemeine, als abstracte da ist;<lb n="10"/>sondern beydes fällt auseinander; das allgemeine hat die Form der Individualität,<lb n="11"/>und wo sie diese ablegt, und als Gattung ist, ist sie unwirklich, nicht Subject, und<lb n="12"/>zerfällt in die Extreme der in sich <hi rendition="#g">beschlossnen</hi> totalen Gattung, und der ab<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>stracten <hi rendition="#g">seyenden</hi>; <hi rendition="#g">Begriff</hi> und <hi rendition="#g">Seyn</hi> getrennt, und das <hi rendition="#g">wirkliche</hi> Leben<lb n="14"/>das ihre Mitte ist, steht zwischen diesen Extremen.</p>
<p><lb n="15"/>Die Individualität in ihrem sich Aufheben entzweyt sich in diese beyden Extreme;<lb n="16"/>die Bewegung zum Ersten haben wir gesehen – die Bewegung zum Andern ist die<lb n="17"/>Krankheit, die zum Tode führt; – der Organismus der vom Selbst verlassen; stirbt<lb n="18"/>aus sich, an sich selbst. – Eigentliche Krankheit insofern sie nicht absterben ist, ist</p>
<note xml:id="fn-178-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Geschlechtsverhältniß ist Totalität – <hi rendition="#g">Gattung</hi>, α <hi rendition="#g">Dieselbigkeit</hi> des Ganzen<lb n="20"/>vollkommne Einheit an sich – β) Gegensatz; Realität der Gattung, selbstständige Individuen<lb n="21"/>die unmittelbar begehrend sind, d. h. denen die <hi rendition="#g">Gattung</hi> Zweck ist, die das <hi rendition="#g">Allgemeine</hi><lb n="22"/>ausser sich wissen;<ptr type="anker" target="#fn-178-s1"/> ihre Begattung ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Existenz</hi> der <hi rendition="#g">Gattung</hi>. Aber das<lb n="23"/>thierische <hi rendition="#g">Selbst</hi> als solches ist nicht als solches ihre Existenz; sie zerfällt an ihm in drey<lb n="24"/>Seiten α) <hi rendition="#g">Kind</hi>, in sich vollkomnes Ganzes – <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> daseyend β) Ganzes, als Bewegung<lb n="25"/>– in die nicht unmittelbare Einheit; Auseinandertreten der zwey <hi rendition="#g">Selbst</hi> am <hi rendition="#g">Eins</hi>; sein Re<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>sultat γ) Tod – die reine <hi rendition="#g">Negativität</hi>; unmittelbares <hi rendition="#g">Nichtseyn</hi>.</note>
<note xml:id="fn-178-s1" type="zwischen" n="∗"><lb n="27"/><seg type="marke">∗ </seg><hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> innres noch <hi rendition="#g">nicht</hi> an <hi rendition="#g">ihnen</hi></note>
<pb n="176" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=179" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der aüsserliche existirende Verlauff. – Die Nothwendigkeit des Todes besteht nicht<lb n="2"/>in einzelnen Ursachen, wie überhaupt nichts im Organischen; gegen einzelnes gibt<lb n="3"/>es immer hülfe; es ist schwach, es ist nicht der <hi rendition="#g">Grund</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-179-1"/> Dieser ist die Nothwendig<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>keit des Übergang der Individualität in die Allgemeinheit; denn das <hi rendition="#g">lebendige</hi><lb n="5"/>ist als lebendig; die Einseitigkeit des <hi rendition="#g">Daseyns</hi> als Selbst – Die Gattung ist die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>wegung die sich aus dem Aufheben des <hi rendition="#g">einzelnen</hi> seyenden <hi rendition="#g">Selbsts</hi> wird; und<lb n="7"/>in dasselbe zurükfällt – <hi rendition="#g">Seyende</hi> Einzelne geht darin zu Grunde – <hi rendition="#g">Seyn</hi>, diese<lb n="8"/>Abstraction, die in ihr Gegentheil übergeht.</p>
<p><lb n="9"/>So ist der Tod aus Alter überhaupt, die <hi rendition="#g">Krafftlosigkeit</hi>; allgemeiner ein<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>facher Zustand, Abnehmen – aüssere Erscheinungen die Zunahme der Verknöcherung,<lb n="11"/>und die Nachlassung der Straffheit der Muskeln und Sehnen, schlechte Verdauung,<lb n="12"/>schwache Sensation; Rükgang aus dem individuellen zum bloß vegetativen Leben. –<lb n="13"/>Dieses<ptr type="anker" target="#fn-179-2"/> bloß quantitative Verhalten aber als qualitatives, als bestimmter Proceß,<lb n="14"/>ist die eigentliche <hi rendition="#g">Krankheit</hi>; – nicht <hi rendition="#g">Schwäche</hi>, oder übergrosse <hi rendition="#g">Stärke</hi><lb n="15"/>vollkommne Oberflächlichkeit. –<ptr type="anker" target="#fn-179-3"/></p>
<p><lb n="16"/>Die Gesundheit besteht α) im gleichmässigen Verhältnisse des <hi rendition="#g">Organischen</hi><lb n="17"/>zum <hi rendition="#g">Unorganischen</hi> – daß nicht unorganisches für den Organismus ist, das er<lb n="18"/>nicht überwinden kann; – nicht darin, daß ein Reitz zu groß oder zu klein ist für die<lb n="19"/>Reitzempfänglichkeit – er empfängt den Reitz, der zu groß oder zu klein ist. – Als</p>
<note xml:id="fn-179-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>ohne aüssere <hi rendition="#g">Ursache</hi>; daß das Aüssre, Ursache sey, liegt selbst im Organis<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>mus.</note>
<note xml:id="fn-179-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg>Gattung</note>
<note xml:id="fn-179-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>α)<ptr type="anker" target="#fn-179-s1"/> Gesundheit ist <hi rendition="#g">Proportion</hi> des organischen Selbsts zu seinem Daseyn;<lb n="24"/>oder daß es als <hi rendition="#g">Eins</hi> nicht in zwey <hi rendition="#g">Selbst</hi> auseinandertritt; – <hi rendition="#g">daseyendes</hi> Selbst, <hi rendition="#g">Allge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/><hi rendition="#g">meines</hi> Selbst – <hi rendition="#g">Wie</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Disproportion</hi> <hi rendition="#g">empfänglich</hi>? –<lb n="26"/>Dem Begriffe nach haben wir die Nothwendigkeit gesehen. – Itzt begriffen im Gegensatze.</note>
<note xml:id="fn-179-s1" type="rand" n="∗"><lb n="27"/><seg type="marke">∗ </seg>Brownisches Verdienst, <hi rendition="#g">allgemeines</hi> Zusammenfassen überhaupt, allge<pc force="weak">-</pc><lb n="28" break="no"/>meinere Wirkung gröber – Specification ebenso</note>
<pb n="177" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=180" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>Unorganisches an ihm selbst ist er der Vergrösserung oder Verminderung fähig –<lb n="2"/>Disproportion seines <hi rendition="#g">Seyns</hi>, und <hi rendition="#g">seines</hi> <hi rendition="#g">Selbsts</hi> – d. h. freywerden seines Da<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>seyns<ptr type="anker" target="#fn-180-1"/> – keine Disproportion zwischen Factoren, die innerhalb seiner auseinander<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>treten, Factoren sind abstracte Momente und können nicht auseinandertreten<lb n="5"/>α) auch ist sich nicht mit der <hi rendition="#g">Disposition</hi> herumzustreiten – <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> krank ohne<lb n="6"/>wirklich, angestekt, ohne <hi rendition="#g">Übelseyn</hi> – in seinem Daseyn, ohne für sein Selbst;<lb n="7"/>wesentlicher Unterschied; – der Organismus macht diese Reflexion selbst, daß<lb n="8"/>was <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, auch wirklich ist. β) Ursache im Organismus selbst (Alter, Sterben,<lb n="9"/>angeborner Fehler – γ viele meynen wunder, wenn [sie] so eine Begriffsbestimmung<lb n="10"/>erhascht oder wiederlegt haben) – Krankheit,<ptr type="anker" target="#fn-180-2"/> wenn er als <hi rendition="#g">seyender</hi> Organismus<lb n="11"/>sich trennt vom <hi rendition="#g">innern</hi> – nicht Factoren, sondern ganze reale Seiten – Der seyende<lb n="12"/>Organismus ist äusserer Einflüsse fähig, daß Eine Seite vermehrt wird – der die<lb n="13"/>Krafft der <hi rendition="#g">innern</hi>, nicht angemessen ist. Der Organismus ist eine <hi rendition="#g">bestimmte</hi><lb n="14"/>Krafft – So scheint jenes die Krafft nichts anzugehen, allein der äussere ist der<lb n="15"/><hi rendition="#g">Inhalt</hi> Substanz der Krafft – Der Organismus ist in den entgegengesetzten For<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>men <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Seyns</hi> und des <hi rendition="#g">Selbsts</hi>; nach jenem für äusseres, und um der Entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>setzung willen verschieden – seine <hi rendition="#g">Substanz</hi> kann dann das <hi rendition="#g">Selbst</hi> nicht über<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>winden. <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">eben</hi> <hi rendition="#g">dieses</hi>, FÜR WELCHES das Negative seiner selbst;<lb n="19"/>– es ist nicht gleichgültig, das andre nicht gar Nichts für es; sondern seine Macht;<lb n="20"/>es ist <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">es</hi> als das Negative seiner selbst – es ist im Gegensatze dagegen. – Der<lb n="21"/>Stein kann nicht krank werden, weil er im Negativen seiner selbst untergeht,<lb n="22"/>chemisch aufgelöst wird, seine Form nicht bleibt; nicht das negative seiner selbst<lb n="23"/>ist, das über sein Gegentheil übergreifft – <hi rendition="#g">Übelseyn</hi>, <hi rendition="#g">Selbstgefühl</hi>, wie Be-</p>
<note xml:id="fn-180-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Erhöhung der Erregung, und Vermindrung der Erregbarkeit – Gegensatz<lb n="25"/>der Grösse muß sogleich verdächtig seyn – um so grösser das Eine, um so geringer das andre,<lb n="26"/>wie das Eine steigt, fällt das andre.</note>
<note xml:id="fn-180-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>das <hi rendition="#g">Ganze</hi> ist viel gröber zu nehmen</note>
<pb n="178" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=181" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gierde, Gefühl des Mangels, d. h. es ist sich selbst als <hi rendition="#g">Negatives</hi>; es bezieht sich<lb n="2"/><hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> als negatives, diß mangelnde ist es Selbst, und es ist sich als Mangelndes;<ref type="anker" target="#fn-181-1">¹</ref><lb n="3"/>nur daß bey der Begierde, dieser Mangel ein AÜSSRES ist, oder das selbst nicht<lb n="4"/>gegen seine <hi rendition="#g">Gestalt</hi> als solche gerichtet ist; in der Krankheit aber ist das negative<lb n="5"/>Ding, die Gestalt. Krankheit<ref type="anker" target="#fn-181-2">²</ref> ist also eine Disproportion zwischen <hi rendition="#g">Reitzen</hi> und<lb n="6"/><hi rendition="#g">Wirkungsvermögen</hi> – diß ist die wahre Bestimmung – Diß sind wahre Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>sätze, Reitze, die Form des Daseyns;<ref type="anker" target="#fn-181-3">³</ref> der Organismus kann über seine Möglich<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>keit gereitzt werden, weil er ebensosehr <hi rendition="#g">ganze</hi> Einheit der Möglichkeit, Substanz,<lb n="9"/>und Wirklichkeit, des Selbsts, ganz unter der einen und der andern Form ist; jenes<lb n="10"/>theoretischer Organismus, diß praktischer. Der Geschlechtsgegensatz trennt diß,<lb n="11"/>vertheilt diß an zwey organische Individuen, <hi rendition="#g">Wirksamkeit</hi>, und <hi rendition="#g">Reitze</hi>; das<lb n="12"/>organische Individuum selbst beydes, und diß ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> <hi rendition="#g">seines</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">Todes</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>; daß es selbst unter diesen Formen auseinander tritt; im<lb n="14"/>Geschlechtsgegensatze sterben unmittelbar nur die ausgesonderten Geschlechts<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>glieder – <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Pflanzentheile</hi>. Sie sterben hier durch ihre Einseitigkeit; nicht als<lb n="16"/>Ganze; als Ganze sterben sie durch den Gegensatz der Männlichkeit und Weib<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>lichkeit, den jedes an ihm selbst hat. – Wie bey der Pflanze die Stamina zum pas<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>siven Fruchtboden aufschwillt, die passive Seite des Pistills zum gebährenden, so<lb n="19"/>ist nun jedes Individuum selbst die Einheit beyder Geschlechter; diß aber ist sein<lb n="20"/>Tod; es ist <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi>, diß ist seine Wesentliche Bestimmtheit; nur die<lb n="21"/>Gattung ist in <hi rendition="#g">Einer</hi> Einheit, in einem <hi rendition="#g">Eins</hi>, die Einheit vollständiger Ganzer.<lb n="22"/>An der Individualität ist diese Bewegung beyder der Verlauff, der sie aufhebt,<lb n="23"/>und dessen Resultat das Bewußtseyn ist, die Einheit, die an und für sich selbst Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>heit beyder vollständiger Individualitäten ist, – als Selbst, nicht nur als Gattung</p>
<note xml:id="fn-181-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Verdauungsfieber</hi> – Verdauung des <hi rendition="#g">Ganzen</hi></note>
<note xml:id="fn-181-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>Heraclit 144. b ὁσα ἐν ἡμιν ἑκαστου κρατος νοσημα, ὑπερβολη θερμου, πυρε<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>τος, ὑπερβολη ψυχρου παραλυσις, – ὑπερβολη πνευματος, πνιγος.</note>
<note xml:id="fn-181-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">abstracte</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi></note>
<pb n="179" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=182" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>in seinem innern Begriffe. Möglichkeit der Krankheit ist, daß das Individuum diß<lb n="2"/>beydes ist – im Geschlechtsverhältnisse, hat es seine wesentliche Bestimmtheit,<lb n="3"/><hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">aussen</hi> aufgegeben, insofern es sie im Verhältnisse ist; itzt an sich selbst,<lb n="4"/>sich gleichsam mit sich selbst begattend.</p>
<p><lb n="5"/>Der Organismus also an sich selbst <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">auseinandertretend</hi>, <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">der</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">Begriff</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Krankheit</hi>, der in seinem nähern Verlauffe zu betrachten; – Frey<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>heit, Selbstständigkeit beyder Seiten, – wie Individuum und Staat, und diß die<lb n="8"/>Substanz von jenem; jenes IST <hi rendition="#g">bestimmte</hi> Substanz, insofern die Substanz unter<lb n="9"/>ihm steht,<ptr type="anker" target="#fn-182-1"/> es ist, wie in der Begierde, Macht über seine Gestalt, sein Ansichseyn;<lb n="10"/>bestimmte Gestalt, aber es ist zugleich das <hi rendition="#g">darüberhinausgehende</hi>, <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="11"/>allgemeine; dem die Individualität erliegt, worüber sie nicht Meister werden kann, –<lb n="12"/>weil das, worüber sie Meister ist, eine bestimmte Grösse ist; die Individualität,<lb n="13"/>Selbst als solches, nicht allgemeines ist, sondern nur <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>. – Ihr Ansich tritt<lb n="14"/>über das <hi rendition="#g">hinaus</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-182-2"/> was sie als Selbst ist, d. h. es tritt überhaupt in <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Gegensatz</hi><lb n="15"/>– als allgemeines Wesen – oder der Organismus wird sich selbst Gegenstand, ist in<lb n="16"/>der Form des negativen seiner selbst, für ihn.</p>
<p><lb n="17"/>Er hat ein <hi rendition="#g">selbstloses</hi> Bestehen der Systeme; er ist <hi rendition="#g">gereizt</hi> gegen das Wir-</p>
<note xml:id="fn-182-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Substanz</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Subject</hi>, dort als seyendes; hier als negatives; Subject ist<lb n="19"/>eine <hi rendition="#g">bestimmte</hi> <hi rendition="#g">Negativität</hi> wenn die Bestimmtheit der Substanz, der Bestimmtheit<lb n="20"/>des Subjects ungleich wird, – so ist jenes grössere noch <hi rendition="#g">für</hi> das Subject weil dieses als Negativi<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>tät das <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> ist, aber das Allgemeine, dem dann sein Daseyn, das wesentlich ein<lb n="22"/>bestimmtes ist, nicht angemessen und insofern unter ihm steht.</note>
<note xml:id="fn-182-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Erstes</hi> Stadium, Krankheit <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ohne Übelseyn<lb n="24"/><hi rendition="#g">Zweytes</hi> Stadium, ist daß es <hi rendition="#g">für</hi> das <hi rendition="#g">Selbst</hi> wird, d. h. es ist selbst ein fixes <hi rendition="#g">Selbst</hi>.<lb n="25"/>Gegen das <hi rendition="#g">Selbst</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">allgemeines</hi>, setzt sich eine Bestimmtheit in <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">fest</hi>, d. h. sie<lb n="26"/>macht sich zum Selbst; oder sein Selbst wird ein fixes Daseyn, ein <hi rendition="#g">bestimmter</hi> Theil des<lb n="27"/>Ganzen</note>
<pb n="180" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=183" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>kungsvermögen. Der Anfang der Krankheit ist, daß von <hi rendition="#g">irgend</hi> <hi rendition="#g">einer</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi>,<lb n="2"/>der Theil, das einzelne System, Bestehen gegen das Selbst gewinnt. – Sie kann im<lb n="3"/>Ganzen anfangen, <hi rendition="#g">Unverdaulichkeit</hi> überhaupt, denn aufs Verdauen kommt<lb n="4"/>es doch an; oder an einer einzelnen Seite, daß diese sich befestigt, Gallen – Lungen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>proceß – das <hi rendition="#g">seyende</hi> Ganze in einer Bestimmtheit; seine Allgemeine Bestimmtheit<lb n="6"/>ist, zu <hi rendition="#g">bestehen</hi> gegen das Selbst; aber die seyende Bestimmtheit, eine einzelne,<lb n="7"/>die sich des Ganzen bemächtigt, statt des Selbsts; – so unmittelbar als isolirt, ist die<lb n="8"/>Krankheit noch in ihren <hi rendition="#g">ersten</hi> <hi rendition="#g">Wegen</hi>. Aber so fern die Bestimmtheit Mittel<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>punkt, Selbst des Ganzen geworden, statt des freyen Selbsts, bestimmtes Selbst – so<lb n="10"/>ist die eigentliche Krankheit gesetzt.<ref type="anker" target="#fn-183-1">¹</ref> Dort helfen also auch aüsserliche Mittel,<lb n="11"/>Vomitife, Abführungen, es ist die Verdauung überhaupt, – das <hi rendition="#g">Selbst</hi> Macht der<lb n="12"/>Gestalt, – das afficirt ist. Zweytes Stadium.</p>
<p><lb n="13"/>Die<ref type="anker" target="#fn-183-2">²</ref> eigentliche Constitution der Krankheit ist nun, daß<ref type="anker" target="#fn-183-3">³</ref> der organische Proceß<lb n="14"/>sich nun in dieser befestigten Gestalt verlaufft, in diesem Bestehen, d. h. daß die<lb n="15"/>Processe eine <hi rendition="#g">Aufeinanderfolge</hi> bilden; – und zwar die allgemeinen Systeme,<lb n="16"/>aus einandergerissen, nicht unmittelbar eins sind, sondern diese Einheit durch die<lb n="17"/>Bewegung übergehen des einen in das andre darstellen. <hi rendition="#g">Fieber</hi>, diß ist denn die<lb n="18"/>eigentliche reine <hi rendition="#g">Krankheit</hi>, oder der kranke individuelle Organismus, der sich</p>
<note xml:id="fn-183-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>allgemeine Erschütterung hefftiger Angriff des Ganzen auf Haut einwirken<lb n="20"/>HautVerdauung</note>
<note xml:id="fn-183-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Drittes</hi> <hi rendition="#g">Stadium</hi>; dem RUHIGEN <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> Selbst gegenüber wird<lb n="22"/>das Ganze als unterscheidende <hi rendition="#g">Bewegung</hi>, <hi rendition="#g">Fieber</hi>.</note>
<note xml:id="fn-183-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>Der Organismus setzt sich als Ganzes gegen die Bestimmtheit; – er als <hi rendition="#g">Ganzes</hi><lb n="24"/>wird ein Bestehen, die einzelne krankhaffte Affection verwandelt sich <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Ganze</hi>, und<lb n="25"/>diese Krankheit <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Ganzen</hi> ist zugleich <hi rendition="#g">Heilung</hi>, denn es ist das <hi rendition="#g">Ganze</hi>, das in Bewegung<lb n="26"/>geräth; – schlägt sich in den Krais der Nothwendigkeit auseinander; weil es Krais, das Ganze.</note>
<pb n="181" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=184" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">befreyt</hi> hat, von seiner <hi rendition="#g">bestimmten</hi> Krankheit,<ptr type="anker" target="#fn-184-1"/> wie der gesunde von seinen<lb n="2"/>bestimmten Processen; Fieber ist also das reine Leben des kranken Organismus;<lb n="3"/>zugleich als dieser Fluß der Functionen, ist es die <hi rendition="#g">Bewegung</hi>, die Fluidisation<lb n="4"/>derselben, so daß durch diese Bewegung zugleich die Krankheit, eben das Fixiren<lb n="5"/>einer Funktion aufgehoben wird, die Krankheit verdaut wird; es ist ein Verlauff<lb n="6"/>in sich, und gegen seine <hi rendition="#g">unorganische</hi> Natur gekehrt, Verdauung von Arznei<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>mitteln. α) Fieber für sich ist die Aufeinanderfolge der Seiten des Organismus;<lb n="8"/>erstlich fällt der Ganze Organismus in das <hi rendition="#g">Nervensystem</hi>, in den allgemeinen<lb n="9"/>Organismus; dann in den innern, dann in die Gestalt; – <hi rendition="#g">Fieberfrost</hi>; Schwere<lb n="10"/>im Kopfe, Ziehen in dem Rükgrate, Hautkrampf, <hi rendition="#g">Schauder</hi>, ist freylassen der<lb n="11"/>Muskel, die ihre eigne Irritabilität [haben], ungebändigtes Zittern, Kraftlosigkeit<lb n="12"/>der Muskel – Schwere der Knochen, Müdigkeit der Glieder; Rükgehen des Bluts<lb n="13"/>aus der Haut – Gefühl von Kälte, der Gestalt; das <hi rendition="#g">einfache</hi>, ganz in sich reflec<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>tirte Bestehen des Organismus isolirt sich, hat das Ganze in seiner Gewalt – Aber<lb n="15"/>eben diß ist vielmehr als Auflösung des Ganzen, negative Krafft; – durch diesen<lb n="16"/>Begriff geht dieser nervigte Organismus, in den hitzigen Blutorganismus über –<lb n="17"/>eben jenes Zurükziehen ist die Verwandlung <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">Hitze</hi>, Negativität; Blut ist itzt<lb n="18"/>das herrschende. – Diese Auflösung geht aber drittens in Gestalten, Product über,<lb n="19"/>der Organismus fällt in die Lymphe herab, <hi rendition="#g">Schweiß</hi>; das flüssige Bestehen. Diß<lb n="20"/>Product hat die Bedeutung, daß darin das Isoliren, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Einzelne</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bestimmt</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi> <hi rendition="#g">aufhört</hi>, der Organismus sich als Ganzes hervorgebracht hat,<ptr type="anker" target="#fn-184-2"/> überhaupt<lb n="22"/>sich verdaut hat; er <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">gekochte</hi> <hi rendition="#g">Krankheitsmaterie</hi>, wie die ältern sich aus<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>drückten; ein sehr guter Begriff, – es ist die <hi rendition="#g">kritische</hi> <hi rendition="#g">Ausscheidung</hi>; – die</p>
<note xml:id="fn-184-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>eben weil er das ganze krank macht</note>
<note xml:id="fn-184-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Das organische Eins ist sich selbst Gegenstand in der Krankheit</note>
<pb n="182" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=185" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Krise</hi> ist der über sich Meister gewordne Organismus, der sich reproducirt, und<lb n="2"/>diese Krafft durch das Excerniren beweist; – es ist freylich nicht der Krankheits<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>stoff der ausgeschieden wird, so daß wenn diese Materie nicht im Körper, oder mit<lb n="4"/>Löffel hätte herausgeschöpft werden können, er gesund gewesen wäre, sondern<lb n="5"/>Krise ist wie die Verdauung überhaupt, zugleich ein Ausscheiden<ptr type="anker" target="#fn-185-1"/> – <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Product</hi><lb n="6"/>ist <hi rendition="#g">gedoppelt</hi>. <hi rendition="#g">Kritische</hi> <hi rendition="#g">Ausscheidungen</hi> daher sehr verschieden, von Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>scheidungen der Kraftlosigkeit, die keine Ausscheidungen eigentlich sind, sondern<lb n="8"/>Auflösungen des Organismus, gerade die entgegengesetzte Bedeutung haben. – Er<lb n="9"/>so zu Stande kommend ist als <hi rendition="#g">allgemeines</hi> geworden, nicht als dieser kranke; –<lb n="10"/>die Bestimmtheit verwandelt sich zuerst in Bewegung, Nothwendigkeit, ganzer<lb n="11"/>Verlauff, und dieser in ganzes Product, und dadurch ebenso in ganzes Selbst; – das<lb n="12"/>Product ist einfache Negativität –</p>
<p><lb n="13"/>So<ptr type="anker" target="#fn-185-2"/> ist der <hi rendition="#g">innre</hi> Organismus beschaffen; dieser ist eben dieser Verlauff.<ptr type="anker" target="#fn-185-3"/> – Aber<lb n="14"/>er ist auch <hi rendition="#g">thätiger</hi> nach Aussen; er <hi rendition="#g">verdaut</hi> die in ihm mächtige Bestimmtheit,<lb n="15"/><hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">unorganische</hi>, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">selbstlose</hi> – So dargeboten ist sie ihm die<lb n="16"/><hi rendition="#g">Arzney</hi>. Der Instinct des Thieres fühlt die Bestimmtheit in ihm gesetzt, der Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>erhaltungstrieb, eben der ganze sich auf sich beziehende Organismus hat das <hi rendition="#g">be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">stimmte</hi> Gefühl seines Mangels; er geht darauf, diese Bestimmtheit aufzuzehren;<ptr type="anker" target="#fn-185-4"/></p>
<note xml:id="fn-185-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>weil das Selbst in alle Systeme nach einander fiel – bloß darum, diß ist der<lb n="20"/><hi rendition="#g">Grund</hi> gedoppeltes <hi rendition="#g">Selbst</hi>, ausschliessend</note>
<note xml:id="fn-185-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>der Gegenstand ist, an ihm selbst in seinem Selbst gegen die Bestimmtheit<lb n="22"/>als gegen ein <hi rendition="#g">Aüsseres</hi> unorganische Natur gekehrt</note>
<note xml:id="fn-185-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Chronische</hi> Übel, durchs Fieber nicht überwindliche Bestimmtheiten,<lb n="24"/><hi rendition="#g">schleichendes</hi> <hi rendition="#g">Fieber</hi>, dieser Verlauff hat dann nicht die Übermacht.</note>
<note xml:id="fn-185-4" type="rand" n="⁴"><lb n="25"/><seg type="marke">⁴ </seg>in vielen Fällen nur eine allgemeine <hi rendition="#g">Erschütterung</hi>;∗<ptr type="anker" target="#fn-185-s1"/> ein Mittel so gut als<lb n="26"/>das Gegentheil, Vorbrownische Manier, Hoven hat diß gestanden.</note>
<note xml:id="fn-185-s1" type="rand" n="∗"><lb n="27"/><seg type="marke">∗ </seg>Moxa</note>
<pb n="183" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=186" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DAS ORGANISCHE</fw>
<p><lb n="1"/>er sucht sie als zu verzehrende als unorganische Natur auf, so ist sie in minder<lb n="2"/>mächtiger Form für ihn vorhanden, – in einfacher seyender.<ptr type="anker" target="#fn-186-1"/></p>
<p><lb n="3"/>(Der<ptr type="anker" target="#fn-186-2"/> Tod aber ist diese Auflösung, daß die Reihe der Processe zum leeren nicht<lb n="4"/>in sich zurükkehrenden Proceß wird, das Fieber, das <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">schleichend</hi> bleibt,<lb n="5"/>oder alle einzelne <hi rendition="#g">Processe</hi> des <hi rendition="#g">verdauenden</hi> Organismus ungebunden sich er<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>zeugen, und jeder für sich operirt.<ptr type="anker" target="#fn-186-3"/> Hier ist das Fieber nur der oberflächliche Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>lauff, der diese Theile nicht unterkriegt. – <hi rendition="#g">Hitziges</hi> Fieber, fällt die Hauptmacht<lb n="8"/>in Gefäßsysteme – Asthenisches Fieber in das Nervensystem; es kommt zu keinem<lb n="9"/>rechten Fieber in chronischen Krankheiten.)</p>
<p><lb n="10"/>Wie zuerst <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">Männlichkeit</hi> <hi rendition="#g">und</hi> Weiblichkeit <hi rendition="#g">un</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">überwunden</hi> in den Organismus fiel, so bestimmter der Gegensatz dieser <hi rendition="#g">ab</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/><hi rendition="#g">stracten</hi> <hi rendition="#g">Formen</hi> des Ganzen, die im Fieber auftreten, oder des Ganzen in diesen<lb n="13"/>Formen gesetzten, Abstractionen, die mit dem Ganzen erfüllt sind – <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Indi</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">vidualität</hi> kann <hi rendition="#g">ihr</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">vertheilen</hi>, weil es nicht ein allgemeines<lb n="15"/>ist. (Der <hi rendition="#g">empfindende</hi> Organismus ist nicht zugleich der Schauder des Fieber<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>organismus, der in sich selbst, alle seine Theile in der Einfachheit des Nerv auf<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>gelöst, in die einfache Substanz zurükgehen fühlt. – Der begehrende ist ebenso</p>
<note xml:id="fn-186-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Perioden der Fieber, Raum und Zeit frey –</note>
<note xml:id="fn-186-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>Krankheit geht in das Selbst, das Eins ist zurück;</note>
<note xml:id="fn-186-3" type="rand" n="³"><lb n="20"/><seg type="marke">³ </seg>Das <hi rendition="#g">Selbst</hi> das in den <hi rendition="#g">aüssern</hi> <hi rendition="#g">kranken</hi> <hi rendition="#g">Organismus</hi> fällt, als ein<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>faches fällt ausser ihm, als einfaches – in die Fingerspitze des <hi rendition="#g">Magnetiseurs</hi>, der es allenthalben<lb n="22"/>herumführt durch den Organismus, und diesen auf diese Weise <hi rendition="#g">fluidisirt</hi>. – Reibung, die<lb n="23"/>den electrischen Funken hervorbringt.</note>
<pb n="184" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=187" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>gegen aüsseres gekehrt; er ist nicht die Hitze, das Fürsichseyn, welches sich selbst<lb n="2"/>der Gegenstand, und nach der <hi rendition="#g">eignen</hi> Substanz und Wesen begehrt, die sich selbst<lb n="3"/>das negative ist. – Die Krise</p>
<pb n="185" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=188" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>[PHILOSOPHIE DES GEISTES]</head>
<head><lb n="2"/>[I. DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE.]</head>
<head><lb n="3"/>[a. INTELLIGENZ.]</head>
<p><lb n="4"/>Das Bestehen des Gegenstands, sein <hi rendition="#g">Raum</hi> ist im Geiste <hi rendition="#g">Seyn</hi>; es ist der ab<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>stracte reine Begriff des Bestehens. Ich, und das Ding sind <hi rendition="#g">im</hi> Raume;<ref type="anker" target="#fn-188-1">¹</ref> er wird<lb n="6"/>wesentlich <hi rendition="#g">verschieden</hi> gesetzt von seinem Inhalte, er ist nicht das Wesen seiner<lb n="7"/>Erfüllung selbst, er ist nur formal allgemeines das getrennt ist von seinem Beson<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>dern; aber das Bestehen des Geistes ist wahrhafft <hi rendition="#g">allgemein</hi>; es enthält das<lb n="9"/>Besondre selbst; das <hi rendition="#g">Ding</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, es ist nicht <hi rendition="#g">im</hi> Seyn – sondern es <hi rendition="#g">ist</hi> selbst.</p>
<p><lb n="10"/>Diß ist unmittelbar das <hi rendition="#g">Wesen</hi> der <hi rendition="#g">Anschauung</hi>; Wissen eines <hi rendition="#g">Seyenden</hi>.<lb n="11"/>Aber der Geist ist dieses mit sich vermittelnde, er ist nur als aufhebend das, was er<lb n="12"/><hi rendition="#g">unmittelbar</hi> ist, davon zurüktretend; oder es ist die Bewegung in ihm zu be<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>trachten, wie das <hi rendition="#g">Seyende</hi> zum Allgemeinen für ihn wird,<ref type="anker" target="#fn-188-2">²</ref> oder wie er es dazu<lb n="14"/>macht, es als das setzt, was es ist – Seyn ist Form der Unmittelbarkeit, es soll aber in<lb n="15"/>seiner Wahrheit gesetzt werden.</p>
<p><lb n="16"/>α) Als anschauend überhaupt, daß für ihn ein <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist, ist er unmittelbar –</p>
<note xml:id="fn-188-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Aufmerksamkeit</hi> überhaupt herausnehmen eines <hi rendition="#g">einzelnen</hi> Punktes,<lb n="18"/>unterscheiden für den Geist.</note>
<note xml:id="fn-188-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>wie er das <hi rendition="#g">Ding</hi> setzt.</note>
<pb n="186" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=189" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>aber er [kehrt] aus dieser Unmittelbarkeit heraus, in sich zurück, [ist] für sich;<lb n="2"/><hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">setzt</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">frey</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi>, erstens sich entfernt davon,<lb n="3"/>er ist wie das Thier, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Zeit</hi>, die für sich ist, und ebenso Freyheit der Zeit; diß<lb n="4"/>reine Subject, das frey ist von seinem Inhalt; aber auch über diesen <hi rendition="#g">Herr</hi>, wie<lb n="5"/><hi rendition="#g">Raum</hi> und Zeit nicht sind, die das selbstlose sind; er geht von diesem Seyn [aus],<lb n="6"/>und setzt dasselbe in sich als ein <hi rendition="#g">nichtseyendes</hi>, als ein aufgehobnes überhaupt,<lb n="7"/>so ist er vorstellende <hi rendition="#g">Einbildungskrafft</hi> überhaupt – Er ist das Selbst, gegen sich<lb n="8"/>selbst. – <hi rendition="#g">Er</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">zuerst</hi> <hi rendition="#g">Anschauen</hi>; diß Selbst stellt er sich entgegen – nicht<lb n="9"/>den <hi rendition="#g">Gegenstand</hi>, sondern sein Anschauen ist ihm Gegenstand, d. h. der Inhalt<lb n="10"/>der Wahrnehmung als der <hi rendition="#g">seine</hi>. – Im Anschauuen <hi rendition="#g">ist</hi> das angeschaute in mir,<lb n="11"/>– denn <hi rendition="#g">ich</hi> schaue ja an – es ist <hi rendition="#g">meine</hi> Anschauung –<ref type="anker" target="#fn-189-1">¹</ref> Aus diesem Anschauen<lb n="12"/>tritt der Geist heraus und schaut <hi rendition="#g">sein</hi> Anschauen an, d. h. den Gegenstand als den<lb n="13"/><hi rendition="#g">seinen</hi>; den Gegenstand aufgehoben als <hi rendition="#g">seyenden</hi>, das <hi rendition="#g">Bild</hi>. Im Anschauen<lb n="14"/><hi rendition="#g">ist</hi> der Geist das Bild – für ihn als Bewußtseyn ist er ein <hi rendition="#g">Seyn</hi>, abgetrennt von<lb n="15"/>dem Ich; – aber für uns Einheit beyder. Diß wird für den Geist selbst – er ist <hi rendition="#g">an</hi><lb n="16"/>und <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>; im Anschauen ist er nur erst <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, er ergäntzt diß durch das<lb n="17"/>Für sich, – durch die Negativität, Abtrennung des Ansich, und geht in sich zurük –<lb n="18"/>und sein erstes Selbst ist ihm Gegenstand; das <hi rendition="#g">Bild</hi>, das <hi rendition="#g">Seyn</hi> als <hi rendition="#g">meines</hi>, als<lb n="19"/>aufgehobnes. Diß<ref type="anker" target="#fn-189-2">²</ref> Bild gehört <hi rendition="#g">ihm</hi> an,<ref type="anker" target="#fn-189-3">³</ref> er ist im Besitz desselben, er ist Herr dar<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>über; es ist in seinem <hi rendition="#g">Schatze</hi> aufbewahrt, in seiner <hi rendition="#g">Nacht</hi> – es ist <hi rendition="#g">bewußtlos</hi></p>
<note xml:id="fn-189-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>α) wie das Thier, ist er in sich willkührliche Bewegung die Freyheit, das<lb n="22"/>Selbst der Zeit und des Raums setzt willkührlich den Inhalt da oder dort in <hi rendition="#g">Raum</hi> und<lb n="23"/><hi rendition="#g">Zeit</hi>; – die Zeit und Raum ist die aüssere <hi rendition="#g">Beziehung</hi>, diese aüssre <hi rendition="#g">Beziehung</hi> als <hi rendition="#g">Form</hi><lb n="24"/>hebt er auf; β) das <hi rendition="#g">Seyn</hi> diß gehört eigentlich dem Ich als solchem an, nicht Raum und Zeit;</note>
<note xml:id="fn-189-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>α) <hi rendition="#g">Nacht</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Aufbewahrung</hi></note>
<note xml:id="fn-189-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>seinem einfachen Selbst – aber das einfache hat keinen Unterschied, so auch<lb n="27"/>hier, <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> in <hi rendition="#g">ihm</hi> als <hi rendition="#g">ununterschiednem</hi></note>
<pb n="187" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=190" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>d. h. ohne als Gegenstand, vor die Vorstellung herausgestellt zu seyn. Der Mensch<lb n="2"/>ist diese Nacht, diß leere Nichts, das alles in ihrer Einfachheit enthält – ein Reich<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>thum unendlich vieler Vorstellungen, Bilder, deren keines ihm gerade einfällt –,<lb n="4"/>oder die nicht als gegenwärtige sind. Diß die Nacht, das Innre der Natur, das hier<lb n="5"/>existirt – <hi rendition="#g">reines</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi>, – in phantasmagorischen Vorstellungen ist es rings um<lb n="6"/>Nacht, hier schießt dann ein blutig Kopf, – dort eine andere weisse Gestalt plözlich<lb n="7"/>hervor, und verschwinden ebenso – Diese Nacht erblickt man wenn man dem<lb n="8"/>Menschen ins Auge blickt – in eine Nacht hinein, die <hi rendition="#g">furchtbar</hi> wird, – es hängt<lb n="9"/>die Nacht der Welt hier einem entgegen.</p>
<p><lb n="10"/>In<ptr type="anker" target="#fn-190-1"/> dieser Nacht ist das Seyende zurükgegangen – Aber<ptr type="anker" target="#fn-190-2"/> die Bewegung dieser<lb n="11"/>Macht ist ebenso gesetzt. α) das Bild ist ein mannichfaltiges – die Form ist an ihm<lb n="12"/>als Bestimmtheit, und dadurch andre Bestimmte, Vielheit überhaupt. Ich ist die<lb n="13"/>Form nicht nur als einfaches Selbst, sondern als Bewegung; die <hi rendition="#g">Beziehung</hi> der<lb n="14"/>Theile des Bildes, – die Form, <hi rendition="#g">Beziehung</hi> als die seinige setzen; – insofern sie<lb n="15"/>einen <hi rendition="#g">Theil</hi> des <hi rendition="#g">Inhalts</hi> ausmacht – verändert sie dieselbe<ptr type="anker" target="#fn-190-3"/> – <hi rendition="#g">Für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist hier<lb n="16"/>die freye <hi rendition="#g">Willkühr</hi> – Bilder zu zerreissen und sie auf die ungebundste Weise zu<lb n="17"/>verknüpfen. – Läßt es sich bey seinem Hervorziehen der Bilder nach der <hi rendition="#g">emp</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">fangnen</hi> Beziehung gehen, so steht es unter der Herrschafft der sogenannten<lb n="19"/><hi rendition="#g">Ideen</hi>association – ein englisches Wort, denn diese nennen noch heutigstags, das<lb n="20"/>blosse Bild von einem Hund z. B., eine <hi rendition="#g">Idee</hi>. Die Gesetze dieser Ideenassociatoin<lb n="21"/>heissen weiter nichts, als die passive Ordnung der Vorstellung – <hi rendition="#g">zugleich</hi> gesehen,<lb n="22"/>reproducirt sich auch miteinander u.s.f.</p>
<note xml:id="fn-190-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>β <hi rendition="#g">Selbstsetzen</hi>; <hi rendition="#g">innerliches</hi> <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi>, <hi rendition="#g">Thun</hi>, Entzweyen.</note>
<note xml:id="fn-190-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Macht</hi> <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Nacht</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bilder</hi> <hi rendition="#g">hervorzuziehen</hi>, <hi rendition="#g">oder</hi> <hi rendition="#g">sie</hi><lb n="25"/><hi rendition="#g">hinunterfallen</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">lassen</hi> –</note>
<note xml:id="fn-190-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>eine ganz andre Bewegung als die des Raums und der Zeit, freye vor dieser<lb n="27"/><hi rendition="#g">seyenden</hi> Bewegung bestehende</note>
<pb n="188" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=191" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Diese Willkühr ist die leere Freyheit, denn ihr Inhalt ist nach einander, sie liegt<lb n="2"/>bloß in der Form, und geht nur diese an.</p>
<p><lb n="3"/>β Der Gegenstand hat hiedurch überhaupt die Form, die Bestimmung meiner<lb n="4"/>zu seyn erhalten; und indem er wieder <hi rendition="#g">angeschaut</hi> wird, so hat sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> nicht<lb n="5"/>mehr diese reine Bedeutung des Seyns, sondern des <hi rendition="#g">Meinen</hi>, er ist mir schon<lb n="6"/><hi rendition="#g">bekannt</hi>; oder ich <hi rendition="#g">erinnere</hi> mich seiner. Oder ich habe unmittelbar das Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>seyn <hi rendition="#g">Meiner</hi> darin – im unmittelbaren Anschauen nur das Bewußtseyn <hi rendition="#g">seiner</hi>;<lb n="8"/>aber wenn er bekannt ist, wird er mir mit dieser ausdrücklichen Bestimmung;<lb n="9"/>wir werden an etwas auch durch einen andern erinnert, bloß das Bild des Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>stands in uns gebracht – Erinnerung setzt das Moment des Fürsichseyns hinzu – ich<lb n="11"/>hab es schon einmal <hi rendition="#g">gesehen</hi>,<ref type="anker" target="#fn-191-1">¹</ref> oder <hi rendition="#g">gehört</hi>; ich <hi rendition="#g">erinnre</hi> mich; ich sehe,<lb n="12"/>höre nicht bloß den Gegenstand, sondern gehe <hi rendition="#g">dabey</hi> <hi rendition="#g">innerhalb</hi> meiner –<lb n="13"/><hi rendition="#g">erinnre</hi> – <hi rendition="#g">mich</hi>, nehme <hi rendition="#g">mich</hi> aus dem blossen Bilde heraus, und setze mich<lb n="14"/>in mich; ich setze mich besonders zum Gegenstande.</p>
<p><lb n="15"/>γ) Dieses <hi rendition="#g">Fürmich</hi>seyn, das ich zum Gegenstande <hi rendition="#g">hinzusetze</hi>, ist jene Nacht,<lb n="16"/>jenes Selbst worein ich ihn versenkte, das itzt hervorgezogen, mir selbst Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>stand ist – und was vor mir ist, ist die <hi rendition="#g">Synthese</hi> beyder,<ref type="anker" target="#fn-191-2">²</ref> <hi rendition="#g">Inhalt</hi> und <hi rendition="#g">Ich</hi>. Aber<lb n="18"/>der aüssre <hi rendition="#g">Gegenstand</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, ist ebendarin aufgehoben worden – ein anderes<lb n="19"/>[geworden] als <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, er ist unter die Herrschafft des Selbst gekommen, er hat die<lb n="20"/>Bedeutung unmittelbar, selbstständig zu seyn verloren. Es ist nicht nur eine Synthese<lb n="21"/>geschehen, sondern <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> des Gegenstands ist aufgehoben worden; es ist also<lb n="22"/>diß, daß der Gegenstand nicht <hi rendition="#g">ist</hi>, <hi rendition="#g">was</hi> er ist. Der Inhalt ist nicht frey von seinem<lb n="23"/><hi rendition="#g">Seyn</hi>; das Seyn ist <hi rendition="#g">Selbst</hi>, – der Inhalt ist sein einfaches Wesen überhaupt – diß<lb n="24"/>ist ein anderes, als sein <hi rendition="#g">Seyn</hi>; er gilt als <hi rendition="#g">Ganzes</hi> anderes, hat ein andres <hi rendition="#g">Wesen</hi>,<lb n="25"/>Selbst andre Bedeutung; oder gilt als <hi rendition="#g">Zeichen</hi>. Im Zeichen ist das <hi rendition="#g">Für</hi>sichseyn<lb n="26"/>als <hi rendition="#g">Wesen</hi> des Gegenstands, Gegenstand, und er als aufgehobner seiner Totalität,</p>
<note xml:id="fn-191-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>für <hi rendition="#g">michseyn</hi> oberflächlich angeknüpft an die Anschauung</note>
<note xml:id="fn-191-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist als dieses <hi rendition="#g">Fürmichseyn</hi> bestimmt <hi rendition="#g">Innres</hi></note>
<pb n="189" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=192" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>seinem Inhalte nach; sein Inhalt hat keinen freyen eignen Werth mehr; sein Seyn<lb n="2"/>ist Ich selbst – Idealismus, der sich Gegenstand wird; das Ding <hi rendition="#g">ist</hi> nicht, was es<lb n="3"/><hi rendition="#g">ist</hi>; jenes Seyn ist Selbst; – mein <hi rendition="#g">Fürmichseyn</hi> ist Gegenstand als <hi rendition="#g">Wesen</hi> des<lb n="4"/>Dings, in der Erinnerung nur synthetisch aüsserlich angeknüpft. Das Ich ist hier als<lb n="5"/><hi rendition="#g">Innres</hi> des Dings selbst Gegenstand, noch ist diese Innerlichkeit des Dings getrennt<lb n="6"/>von seinem Seyn, es ist noch nicht die Allgemeinheit, oder das Ding als <hi rendition="#g">Ding</hi><lb n="7"/>gesetzt. Diß<ref type="anker" target="#fn-192-1">¹</ref> daß Ich das Ding nur als Zeichen, sein Wesen aber als Ich, als Bedeu<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>tung, als Reflexion in sich anschaue, ist ebenso selbst <hi rendition="#g">Gegenstand</hi>; es ist <hi rendition="#g">un</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">mittelbare</hi> Innerlichkeit erst so, es muß auch ins Daseyn treten, Gegenstand<lb n="10"/>werden, umgekehrt diese Innerlichkeit aüsserlich seyn; Rükkehr zum <hi rendition="#g">Seyn</hi>. Diß<lb n="11"/>ist die <hi rendition="#g">Sprache</hi>, als die <hi rendition="#g">Nahmengebende</hi> <hi rendition="#g">Krafft</hi>,<ref type="anker" target="#fn-192-2">²</ref> – Einbildungskraft nur leere<lb n="12"/>Form gebende, bezeichnende [Kraft] die Form als innerliches Setzende, aber die<lb n="13"/>Sprache [setzt Innerliches] als <hi rendition="#g">seyendes</hi>. Diß ist denn das wahre <hi rendition="#g">Seyn</hi> des Geistes<lb n="14"/>als Geistes überhaupt – er ist <hi rendition="#g">da</hi> als Einheit zweyer freyer Selbst; und ein Daseyn,<lb n="15"/>das seinem Begriffe gemäß ist, – es hebt sich ebenso unmittelbar auf – verhallt, aber<lb n="16"/>ist <hi rendition="#g">vernommen</hi>. Zunächst spricht die Sprache nur mit diesem Selbst, der <hi rendition="#g">Be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">deutung</hi> des Dings, gibt ihm einen Namen, und spricht diß als das <hi rendition="#g">Seyn</hi> des<lb n="18"/>Gegenstandes aus; was <hi rendition="#g">ist</hi> diß? antworten wir, es <hi rendition="#g">ist</hi> ein Löwe, Esel u.s.f. es <hi rendition="#g">ist</hi>,<lb n="19"/>d. h. es ist gar nicht ein gelbes, Füsse und so fort habendes, ein eignes selbstständiges,<lb n="20"/>sondern ein <hi rendition="#g">Nahme</hi>, ein <hi rendition="#g">Ton</hi> meiner Stimme; etwas ganz anderes, als es in der<lb n="21"/>Anschauung ist, und diß sein wahres <hi rendition="#g">Seyn</hi>. Diß ist nur sein <hi rendition="#g">Nahme</hi>, das Ding<lb n="22"/>selbst ist etwas anderes; d. h. wir fallen dann zurük in die <hi rendition="#g">sinnliche</hi> <hi rendition="#g">Vorstel</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/><hi rendition="#g">lung</hi>; – oder <hi rendition="#g">nur</hi> ein Nahme in höherer Bedeutung, denn der Nahme ist selbst<lb n="24"/>nur erst das sehr oberflächliche <hi rendition="#g">geistige</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi>. – Durch den Nahmen ist also der</p>
<note xml:id="fn-192-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>Innerlichkeit, die selbst <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>.</note>
<note xml:id="fn-192-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>Gedächtniß, Schöpferkraft</note>
<pb n="190" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=193" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Gegenstand als <hi rendition="#g">seyend</hi> aus dem Ich heraus gebohren. – Diß ist die erste <hi rendition="#g">Schöpfer</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>krafft, die der Geist ausübt; Adam gab allen Dingen einen Nahmen, diß ist das<lb n="3"/>Majestätsrecht und erste Besitzergreiffung der ganzen Natur, oder das Schaffen<lb n="4"/>derselben aus dem Geiste; λογος Vernunft <hi rendition="#g">Wesen</hi> des Dings und Rede, <hi rendition="#g">Sache</hi><lb n="5"/>und <hi rendition="#g">Sage</hi>, Kategorie. Der Mensch spricht zu dem Dinge als dem <hi rendition="#g">seinigen</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-193-1"/><lb n="6"/>und diß ist das <hi rendition="#g">Seyn</hi> des Gegenstandes. Geist verhält sich zu sich selbst; – er sagt<lb n="7"/>zum Esel, du bist ein innres und diß Innre ist Ich – und dein Seyn ist ein Ton, den<lb n="8"/>ich willkührlich erfunden – <hi rendition="#g">Esel</hi> ist ein Ton, der ganz etwas anderes ist, als das<lb n="9"/>sinnliche Seyn selbst; insofern wir ihn sehen, auch fühlen, oder hören sind wir es<lb n="10"/>selbst, unmittelbar eins mit ihm, erfüllt; zurüktretend aber als Nahme, ist er ein<lb n="11"/>geistiges – etwas ganz anderes.</p>
<p><lb n="12"/>Die Welt, die Natur ist nicht mehr ein Reich von <hi rendition="#g">Bildern</hi>, innerlich auf<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gehobne, die kein Seyn haben, sondern ein Reich der Nahmen. – Jenes Reich der<lb n="14"/>Bilder ist der <hi rendition="#g">traümende</hi> Geist, der mit einem Inhalte zu thun hat, der keine<lb n="15"/>Realität, kein Daseyn [hat] – sein Erwachen ist das <hi rendition="#g">Reich</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Nahmen</hi>; hier<lb n="16"/>ist zugleich die Trennung, er ist als Bewußtseyn; itzt haben seine Bilder erst Wahr<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>heit; – der Traümende meynt diß wohl auch, aber es ist nicht wahr – der Traümende<lb n="18"/>kann sich nicht vom Wachenden unterscheiden; aber das Wachende sich vom<lb n="19"/>Traümenden, dadurch daß es wahr ist, was für ihn ist – es ist wahr – es ist nicht<lb n="20"/>bloß mehr sein <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> vorhanden – der Gegenstand Bilder; sondern das<lb n="21"/>verschlossene Fürsichseyn hat zugleich die Form des <hi rendition="#g">Seyns</hi>; es <hi rendition="#g">ist</hi>.</p>
<p><lb n="22"/>In<ptr type="anker" target="#fn-193-2"/> Namen ist erst eigentlich das <hi rendition="#g">Anschauen</hi>, das Thierische, und Zeit und<lb n="23"/>Raum, überwunden; das angeschaute ist ein verflüchtigtes; seine Ganzheit gleich-</p>
<note xml:id="fn-193-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>und lebt in einer geistigen Natur, in seiner Welt.</note>
<note xml:id="fn-193-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>die Gränze ganz in sich zurükgenommen abgeschnitten</note>
<pb n="191" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=194" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>sam die <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Atmosphäre</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Geruch</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-194-1"/> einfache Individualität, aus dem<lb n="2"/>Gefühl emporgehoben in den höhren geistigen Sinn; Individualität,<ptr type="anker" target="#fn-194-2"/> Wirklichkeit<lb n="3"/>überhaupt, aber sie ist noch <hi rendition="#g">erste</hi>; ohne eigne Erfüllung, oder unmittelbare;<ptr type="anker" target="#fn-194-3"/> der<lb n="4"/><hi rendition="#g">Nahme</hi> hat noch eine andre <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> als er ist. – Der Gegenstand, im Zeichen,<lb n="5"/>hat eine andre Bedeutung, als er <hi rendition="#g">ist</hi> – das <hi rendition="#g">innre</hi>; des Nahmens Bedeutung um<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>gekehrt ist das sinnlich <hi rendition="#g">seyende</hi>. Sein Inhalt muß ihm selbst, seiner einfachen,<lb n="7"/>seyenden Geistigkeit gleich werden.</p>
<p><lb n="8"/>α) der Geist geht in sich aus diesem <hi rendition="#g">Seyn</hi> des Namens, oder sein Benahmen<lb n="9"/>ist ihm Gegenstand, als ein Reich, als eine Vielheit von Nahmen; sie sind <hi rendition="#g">ein</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">fache</hi>, in sich abgeschlossne, die Mannichfaltigkeit des Bildes ist in diesem Selbst<lb n="11"/>getilgt, eingehüllt – die Einbildungskrafft nimmt den Gegenstand mit seiner Viel<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>heit, seinen nächsten Umgebungen heraus<ptr type="anker" target="#fn-194-4"/> – aber der Nahmen ist einsam ohne<lb n="13"/><hi rendition="#g">Beziehung</hi> und Verknüpfung – eine sich nicht selbst tragende Reihe, weil keine<lb n="14"/>Bestimmtheit d. h. Beziehung an <hi rendition="#g">ihm</hi> selbst auf anderes ist. <hi rendition="#g">Ich</hi><ptr type="anker" target="#fn-194-5"/> ist ganz allein</p>
<note xml:id="fn-194-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>Wie in dem Sinne Gefühl und Wärme; <hi rendition="#g">Seyn</hi> und <hi rendition="#g">Zeichen</hi> aufgehobnes<lb n="16"/>Seyn</note>
<note xml:id="fn-194-2" type="rand" n="²"><lb n="17"/><seg type="marke">² </seg>so Geruch <hi rendition="#g">erste</hi> <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> und darum Einzelnheit</note>
<note xml:id="fn-194-3" type="rand" n="³"><lb n="18"/><seg type="marke">³ </seg>Die andre Bedeutung beruht darin, daß er die noch in sich selbst unentwickelte<lb n="19"/><hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> ist; er ist, diß; – <hi rendition="#g">Seyn</hi> des Bildes, es ist durch die <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi><ptr type="anker" target="#fn-194-s1"/> – Bestimmt<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>heit <hi rendition="#g">unvollkommne</hi> Einheit des Seyns und Fürsichseyns</note>
<note xml:id="fn-194-s1" type="rand" n="∗"><lb n="21"/><seg type="marke">∗ </seg>(Einheit mit <hi rendition="#g">seinem</hi> <hi rendition="#g">Gegentheil</hi>, in die Einzelnheit zurükgegangen)</note>
<note xml:id="fn-194-4" type="rand" n="⁴"><lb n="22"/><seg type="marke">⁴ </seg>(schneidet ein Stük Raum heraus, unterbricht negirt die Continuität des Raums<lb n="23"/>– aber Ideenassociation)</note>
<note xml:id="fn-194-5" type="rand" n="⁵" next="#fn-194-5.t2"><lb n="24"/><seg type="marke">⁵ </seg>α) Ich tritt den <hi rendition="#g">Vielen</hi> Nahmen gegenüber; ihr <hi rendition="#g">Einzelner</hi> Inhalt ist<lb n="25"/>Fremde; aber ihre Bestimmtheit ist Ich – und ihre Einzelnheit <hi rendition="#g">einfach</hi>.<lb n="26"/>β) gegenübergetreten ist Ich ist ihre Einfachheit ihr Wesen; sie sind durch Ich, durch ihr<lb n="27"/>Wesen aufeinander bezogen; Ich ist allein die <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi>, was an sich selbst das</note>
<pb n="192" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=195" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>der Träger, Raum, Substanz dieser Nahmen – es ist die <hi rendition="#g">Ordnung</hi> derselben – oder<lb n="2"/>die Beziehung als vollkommen gegeneinander <hi rendition="#g">gleichgültiger</hi>, sie haben an ihnen<lb n="3"/>keinen Rang, Beziehung. Ich muß sich nun anschauen, als dieses ordnende, oder sie<lb n="4"/>als geordnet, und diese Ordnung festhaltend; – daß sie eine bleibende Ordnung ist.</p>
<p><lb n="5"/>Es ist zuerst im <hi rendition="#g">Besitze</hi> der Nahmen, es muß sie <hi rendition="#g">behalten</hi> in seiner Nacht,<lb n="6"/>als dienstbare, die ihm gehorchen; – und nicht nur so die Nahmen überhaupt.<lb n="7"/>sondern sie in seinem Raume als <hi rendition="#g">feste</hi> Ordnung anschauen, denn es ist ihre Be<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>ziehung, und Nothwendigkeit, ist <hi rendition="#g">ansich</hi> <hi rendition="#g">seyende</hi> Beziehung verschiedener – Es<lb n="9"/>geht dem zu, den <hi rendition="#g">Inhalt</hi> aus sich zu schaffen. Sein Inhalt sind die <hi rendition="#g">gleichgültigen</hi><lb n="10"/>Namen; aber an ihrer Gleichgültigkeit als Vieler ist nicht das <hi rendition="#g">Selbst</hi>, als Negatives,<lb n="11"/>wie es in Wahrheit ist; das negative am Vielen ist die Beziehung eines jeden durch<lb n="12"/>sich selbst auf das <hi rendition="#g">Andre</hi>. Diese Beziehung setzt es an seinen Nahmen, als solchen,<lb n="13"/>hält sie in der Nothwendigkeit überhaupt fest,<ptr type="anker" target="#fn-195-1"/> die noch nicht <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi> gesetzte<lb n="14"/>Nothwendigkeit, sondern nur feste <hi rendition="#g">Ordnung</hi> ist. – Oder es ist <hi rendition="#g">Gedächtniß</hi>,<lb n="15"/>(eigentliches) der sich noch in seinem Gegenstande, als Gegenstand habende <hi rendition="#g">Ver</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">stand</hi>. Das Gedächtniß, bewahrt den Nahmen überhaupt, die freye willkührliche<lb n="17"/>Verknüpfung dieses Bildes, (der Bedeutung) und des <hi rendition="#g">Nahmens</hi>, daß bey dem</p>
<note xml:id="fn-194-5.t2" type="rand" n="⁵" prev="#fn-194-5"><lb n="18"/>Gegentheil seiner selbst ist – sie haben nunmehr <hi rendition="#g">Ich</hi> zu ihrem <hi rendition="#g">Seyn</hi>, – weil sie <hi rendition="#g">einfach</hi><lb n="19"/>sind. –<lb n="20"/>γ) wie <hi rendition="#g">wird</hi> nun diese ihre Nothwendigkeit oder ihre Befestigung – so daß Ich ihr <hi rendition="#g">Seyn</hi><lb n="21"/>wird; oder daß das Ich, das ihr <hi rendition="#g">Wesen</hi> ist, zu ihrem Seyn werde, denn Seyn ist das <hi rendition="#g">feste</hi><lb n="22"/>gegenständliche, Ich ist die Form der reinen Unruhe, Bewegung, oder Nacht des Verschwin<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>dens – Oder: Ich ist im Nahmen <hi rendition="#g">seyend</hi> (<hi rendition="#g">allgemein</hi>) unmittelbar; itzt durch Vermittlung –<lb n="24"/>es muß es durch sich <hi rendition="#g">werden</hi>; seine Unruhe muß <hi rendition="#g">das</hi> sich Befestigen, sich als Unruhe, sich<lb n="25"/>als reine Bewegung aufhebende Bewegung werden. Diß die <hi rendition="#g">Arbeit</hi>; seine <hi rendition="#g">Unruhe</hi> wird<lb n="26"/><hi rendition="#g">Gegenstand</hi>, als <hi rendition="#g">befestigte</hi> Vielheit, als Ordnung; – die Unruhe wird <hi rendition="#g">Ordnung</hi>, eben<lb n="27"/>dadurch, daß sie Gegenstand wird.</note>
<note xml:id="fn-195-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>Im <hi rendition="#g">Nahmen</hi> ist Ich <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>, – sich setzen als diese<lb n="29"/>macht sich zur <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi> – aber leeren gerade so wenn wir sagen: <hi rendition="#g">Schicksal</hi><lb n="30"/>wissen nicht was sein Gesetz, sein Inhalt was es will.</note>
<pb n="193" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=196" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>Bilde ihm der Nahmen, und beym Nahmen das Bild da ist; aber höher ist die<lb n="2"/>Befreyung der Beziehung von diesem Ungleichartigen, daß sich Nahmen nur auf<lb n="3"/>Nahmen bezieht – (<hi rendition="#g">Blitz</hi>, Donner, <hi rendition="#g">Ähnlichkeit</hi> mit der sinnlichen Erscheinung)<lb n="4"/>aber freye Nahmen [sind] untereinander nicht [bezogen] – Ich ist die Krafft dieser<lb n="5"/>freyen,<ptr type="anker" target="#fn-196-1"/> noch nicht als nothwendig gesetzten <hi rendition="#g">Ordnung</hi>, aber Ordnung. – Es ist<lb n="6"/>der freye Träger die freye ungegenständliche Ordnung – es ist das erste sich selbst<lb n="7"/>als <hi rendition="#g">Krafft</hi> erfassende Ich; es selbst ist die Nothwendigkeit, frey von der Vor<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>stellung – die fixirende und fixirte Ordnung – Die Übung des Gedächtnisses ist<lb n="9"/>deßwegen die erste <hi rendition="#g">Arbeit</hi>, des erwachten Geistes,<ptr type="anker" target="#fn-196-2"/> als Geistes – Das Geben,<lb n="10"/>Erfinden der Nahmen ist eine erfindende Willkühr; in dem Gedächtniß verschwin<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>det zuerst diese Willkühr, Ich zum <hi rendition="#g">Seyn</hi> gekommen; Nahmen ist befestigtes Zei<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>chen; bleibende Beziehung, eine allgemeine – Ich hat seine <hi rendition="#g">Willkühr</hi> in seinem<lb n="13"/><hi rendition="#g">Seyn</hi> aufgegeben; sich als allgemeines gesetzt. – Daher Ordnung nothwendige Be<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>ziehung hier überhaupt; – aber noch innerliche, oder selbst zufällige Ordnung, will<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>kührliche Nothwendigkeit, – denn ihre Seiten sind noch nicht gesetzt noch nicht <hi rendition="#g">an</hi><lb n="16"/><hi rendition="#g">sich</hi> selbst; – sie <hi rendition="#g">ist</hi> nur Nothwendigkeit überhaupt, d. h. zufällige. –</p>
<p><lb n="17"/>Das Festhalten nun einer solchen Beziehung des Nahmens und der Nahmen ist<lb n="18"/>DIE STOFFLOSE BESCHÄFFTIGUNG und Bewegung des Geistes mit sich, er knüpft<lb n="19"/>nicht mehr sinnliche, seyende Vorstellungen zusammen nach Willkühr – oder daß<lb n="20"/>er sie nur reproducirte,<ptr type="anker" target="#fn-196-3"/> wie sie sind – sondern er ist die <hi rendition="#g">freye</hi> Krafft, und hält<lb n="21"/>sich fest als diese freye Krafft. – Die Arbeit ist zugleich, daß Ich sich selbst zu dem</p>
<note xml:id="fn-196-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Vertilgung</hi> der <hi rendition="#g">Willkühr</hi>, leere Einzelnheit – <hi rendition="#g">es</hi> ist <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> (im<lb n="23"/>Nahmen) BISHER <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> gewesen; itzt gebunden keinen Stoff über den es <hi rendition="#g">hinausgehen</hi><lb n="24"/>kann; wobey es IN SICH bleibt; <hi rendition="#g">entgegen</hi> dem Stoff, wohl dem sinnlichen Bewußtseyn<lb n="25"/>in diese <hi rendition="#g">Leerheit</hi> – <hi rendition="#g">leeres</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi></note>
<note xml:id="fn-196-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">Aufheben</hi> seiner selbst, das auf sich gerichtet ist</note>
<note xml:id="fn-196-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>passives Verbinden, – oder ganz willkührliches</note>
<pb n="194" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=197" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>macht, was es im <hi rendition="#g">Nahmen</hi> geben ist, nemlich <hi rendition="#g">Ding</hi>, <hi rendition="#g">seyendes</hi>, der Nahmen<lb n="2"/>ist <hi rendition="#g">es</hi>, und ist ein Ding; – es macht sich zum <hi rendition="#g">Dinge</hi>, indem es in sich die Ordnung<lb n="3"/>der Nahmen fixirt; es fixirt sie <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, d. h. es macht sich selbst zu dieser ge<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>dankenlosen Ordnung, die nur den Schein einer Ordnung hat – im <hi rendition="#g">Scheine</hi> der<lb n="5"/><hi rendition="#g">Ordnung</hi> liegt Ich – Nothwendigkeit, Selbst der Seiten; aber die Seiten sind noch<lb n="6"/>rein gleichgültige – Es kann nur als Gedächtniß sich zum Dinge machen, weil das<lb n="7"/>Ding zu dem es sich macht, <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> Ich ist;<ref type="anker" target="#fn-197-1">¹</ref> es ist itzt das <hi rendition="#g">thuende</hi>, die Bewegung<lb n="8"/>sich zum Gegenstande machende, der er es unmittelbar im Nahmen geben ist. (Das<lb n="9"/>Fürsich, der Erinnerung ist hier sein Thun auf sich selbst) Hervorbringen seiner selbst,<lb n="10"/>negiren seiner selbst – wenn der Nahme als der Gegenstand, worauf es thätig ist,<lb n="11"/>angesehen wird, so hebt es sich selbst auf –</p>
<p><lb n="12"/>Diese Arbeit ist daher das erste innre wirken auf sich selbst – eine ganz <hi rendition="#g">un</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">sinnliche</hi> Beschäfftigung – und der Anfang der freyen Erhebung des Geistes, denn<lb n="14"/>er hat sich hier zum Gegenstande – Eine viel höhere Arbeit, als die kindische<lb n="15"/>Beschäfftigung mit aüsserlichen sinnlichen, oder gemahlten Bildern, – Pflanzen<lb n="16"/>Thieren – grosse Schnauze, gelbe Mähne, langen Schwanz haben u.s.f., diß Sehen,<lb n="17"/><hi rendition="#g">Aufmerksamkeit</hi> ist die erste nothwendige Thätigkeit, präcis sehen, Thätigkeit<lb n="18"/>des Geistes, <hi rendition="#g">Fixiren</hi>, Abstrahiren, herausnehmen, Anstrengung Überwindung des</p>
<note xml:id="fn-197-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Diese Arbeit ist <hi rendition="#g">wiederhohlen</hi> desselben; darin besteht das Saure, Ich thut<lb n="20"/>auf seine freye Willkühr Verzicht, hinausgehen über das bestimmte; – wiederhohlen ist das<lb n="21"/><hi rendition="#g">Setzen</hi> der GLEICHHEIT, des Seyns. Festhalten an sich [als] demselben. Es ist Wiederhohlen<lb n="22"/>eines <hi rendition="#g">Bekannten</hi>, wo kein <hi rendition="#g">Interesse</hi> mehr an der <hi rendition="#g">Sache</hi> ist; kein Genuß, sich im Andern<lb n="23"/>zu finden, nicht das Benahmen; – daher rein <hi rendition="#g">unsinnliche</hi> Beschäfftigung –<lb n="24" type="absatz"/>Festhalten der <hi rendition="#g">Abstraction</hi>, <hi rendition="#g">sich</hi> als den leeren Raum, Sterne darin fixiren, reines fixiren,<lb n="25"/>– α) reine <hi rendition="#g">befreyte</hi> <hi rendition="#g">Thätigkeit</hi>; wiederhohlen β) ohne Objectivität, – die zu befestigenden<lb n="26"/>sind noch gleichgültig.</note>
<pb n="195" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=198" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>unbestimmten der Empfindung; – aber das Thun geht nicht auf sich selbst –<ptr type="anker" target="#fn-198-1"/></p>
<p><lb n="2"/>Diese Beschäfftigung mit sich, ist eben diß, sich hervorzubringen; – die UM<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>GEKEHRTE als die, das <hi rendition="#g">Ding</hi> zum <hi rendition="#g">Ich</hi> zu machen; die Ordnung festhalten, ist der</p>
<note xml:id="fn-198-1" type="rand" n="¹" next="#fn-198-1.t2"><lb n="4"/><seg type="marke">¹ </seg>α) Nahmen geben, das allgemeine dieser Sphäre<lb n="5"/>β) Thätigkeit, <hi rendition="#g">fürsichseyn</hi>, Gedächtniß; innerliche Wirksamkeit<lb n="6"/>γ) <hi rendition="#g">an</hi> und <hi rendition="#g">für</hi>sichseyn. Ich reflectirt auf sein Thun, d. h. reflectirt sich aus<lb n="7"/>ihm, und macht es sich zum Gegenstand; – das nächste Product ist daß wir etwas <hi rendition="#g">auswendig</hi><lb n="8"/>WISSEN; aber noch nicht <hi rendition="#g">innwendig</hi> <hi rendition="#g">wissen</hi> – Ich ist <hi rendition="#g">Seyn</hi> – ganz unvollständiges aüsser<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>liches Product; das Ganze ist α) die feste Beziehung die durch <hi rendition="#g">Ich</hi> gesetzt ist, und sie ist fest,<lb n="10"/>weil sie es durch dasselbe ist; sie ist die Nothwendigkeit, <hi rendition="#g">Gedächtniß</hi> ist werden des <hi rendition="#g">Gedan</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/><hi rendition="#g">kens</hi>, werden des unsinnlichen Gegenstandes; d. h. α) der nicht mehr Bild ist β) in dem die<lb n="12"/><hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> des Nahmens vertilgt ist. Die Arbeit, eigne Thun ist Einzelnheit, Ordnung<lb n="13"/>ebenso das Selbst; Ich ist sich gegenständlich als Vielheit, – denn sein Thun ist Bewegung,<lb n="14"/>Unterscheidung, – es ist selbst die Ordnung; – und die Ordnung von Unterschieden, welche<lb n="15"/>die seinigen sind, in es eingeschlossen bleiben – <hi rendition="#g">Ding</hi> <hi rendition="#g">Momente</hi> (so <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> oder für uns)<lb n="16"/>es ist <hi rendition="#g">denkendes</hi> Anschauen, oder Anschauendes Denken. Es sind nicht gleichgültige Nah<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>men, sondern Momente Theilung in ihm selbst; durch Arbeit hervorgebracht, es hat diß<lb n="18"/>Product zum Gegenstande und zunächst zum <hi rendition="#g">unmittelbaren</hi>; es ist begreiffender Verstand<lb n="19"/><hi rendition="#g">verständige</hi> Nothwendigkeit, Erklären, suchen nach Ursache der Wirkung; das sinnliche<lb n="20"/>ist bestimmt als eine Wirkung und dergleichen oder es ist für Ich, was es im Nahmen für uns<lb n="21"/>war; das Ding hat als <hi rendition="#g">Wesen</hi> für Ich etwas andres als <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; es ist bloß ein Zeichen; aber<lb n="22"/>seine Bedeutung ist nicht zufällig, sondern ist sein <hi rendition="#g">Wesen</hi>; denn es ist allgemeines, – Ich<lb n="23"/><hi rendition="#g">schaut</hi> die Kategorie <hi rendition="#g">an</hi>, es begreifft, was es <hi rendition="#g">versteht</hi> ist die Sache selbst – nicht aber darum,<lb n="24"/><hi rendition="#g">weil</hi> es versteht, oder Form der Ichheit [ist] – sondern es versteht die <hi rendition="#g">Sache</hi> (der Inhalt des<lb n="25"/>Dings gedoppelt.)<lb n="26"/><hi rendition="#g">Verstand</hi> α) Beziehung entgegengesetzter Begriffe β) Einheit derselben, <hi rendition="#g">Grund</hi>; jene<lb n="27"/>haben am <hi rendition="#g">Seyn</hi> ihre Substanz; Grund ist aufgehobnes <hi rendition="#g">Seyn</hi>.<lb n="28"/>A) Vertheilung; Gegenstand ist <hi rendition="#g">Ding</hi>, Ich ist Selbst, die Substanz Einheit der entgegen-</note>
<pb n="196" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=199" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Gedanke</hi> des eignen Inhalts des Ich – nicht an den Nahmen hat es einen Inhalt,<lb n="2"/>als des Ichs – sondern in der <hi rendition="#g">Form</hi>, Ordnung – aber [an ihr] als einer <hi rendition="#g">festen</hi><lb n="3"/>willkührlichen zufälligen ist Aüsserlichkeit, Dinglichkeit. Ich weiß etwas aus<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>wendig, ich habe mich zu einer <hi rendition="#g">gleichgültigen</hi> Ordnung gemacht – Ich bin<lb n="5"/>Ordnung, beziehen – Thun – aber sie ist willkührlich – Ich dadurch zum Dinge<lb n="6"/>gemacht.</p>
<p><lb n="7"/>Diese Richtung auf den Nahmen hat also die entgegengesetzte Bedeutung, daß<lb n="8"/>nemlich die Richtung auf Ich, aufheben desselben als des fürsichseyenden, d. h.<lb n="9"/>willkührlichen, thätigen gesetzt ist – es ist gesetzt die <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi>, mit gleichem<lb n="10"/>Werthe gleichem aufgehobenseyn des thätigen Ich und des Gegenstandes – das<lb n="11"/>zum <hi rendition="#g">Gegenstande</hi> gewordne Ich – im Nahmen [ist es] nur zum <hi rendition="#g">Seyn</hi> [geworden],<lb n="12"/>dem das Fürsichseyn gegenübersteht; oder Nahmen ist noch willkührlich, einzeln. –<lb n="13"/><hi rendition="#g">Ding</hi> <hi rendition="#g">Verstand</hi>, <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi>. <hi rendition="#g">Ding</hi> als <hi rendition="#g">einfache</hi> Allgemeinheit, Noth<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>wendigkeit als sich bewegen. Das Ding hat die Nothwendigkeit an ihm, denn es<lb n="15"/>hat das <hi rendition="#g">Selbst</hi> des Ich an ihm. Unterschied <hi rendition="#g">im</hi> Dinge, ist Unterschied im Selbst<lb n="16"/>– d. h. an sich selbst <hi rendition="#g">negative</hi> Beziehung – Verstehen, Einsehen ist der Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>schied, nicht im Dinge, sondern des Dinges gegen den Verstand – der hieher eigent<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>lich nicht gehört – sondern Erfahrung des Bewußtseyns.<ptr type="anker" target="#fn-199-1"/></p>
<p><lb n="19"/>Ich<ptr type="anker" target="#fn-199-2"/> ist also auf das <hi rendition="#g">Ding</hi> oder das Allgemeine als solches thätig, oder es ist die</p>
<note xml:id="fn-198-1.t2" type="rand" n="¹" prev="#fn-198-1"><lb n="20"/>gesetzten Bestimmungen, die es an mehrere Substrate vertheilt B) Im Gedanken der Substanz<lb n="21"/>wird Ding selbst dieses Selbst; Substanz und accidentelle Eigenschafft – in Ursache und Wir<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>kung beydes vereint, begeistete Dinge; aber ihr <hi rendition="#g">Wesen</hi> ist die Begeistung; <hi rendition="#g">Thätigkeit</hi><ptr type="anker" target="#fn-199-s1"/><lb n="23"/>geht zu Grunde im Product</note>
<note xml:id="fn-199-s1" type="ueber" n="∗"><lb n="24"/><seg type="marke">∗ </seg>blosse Form der Selbstständigkeit die Ursache</note>
<note xml:id="fn-199-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Verstand</hi>, <hi rendition="#g">Urtheil</hi> <hi rendition="#g">Schluß</hi> –</note>
<note xml:id="fn-199-2" type="rand" n="²" next="#fn-199-2.t2"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>Der Verstand ist α) auf das <hi rendition="#g">Ding</hi> bezogen, so daß die Form des <hi rendition="#g">Seyns</hi> an<lb n="27"/>demselben für ihn ist. Eins Vieles Ursache, u.s.f. Beziehung derselben, als differenter gegen-</note>
<pb n="197" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=200" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>Bewegung des Allgemeinen gesetzt; der Unterschied desselben: es als von sich<lb n="2"/>unterschieden; es das Allgemeine, dem es selbst als die Negativität, die es enthält<lb n="3"/>entgegengesetzt ist, diese selbst in der Form der Allgemeinheit ist <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Einzeln</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi>. Sie sind beyde vollkommen gleichgültige gegeneinander; denn jedes ist das<lb n="5"/>allgemeine oder das <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">beziehen</hi>. Diese Extreme aber sind ebenso<lb n="6"/>schlechthin aufeinander bezogen, sie sind sich <hi rendition="#g">gleich</hi>, in der Gleichgültigkeit, oder<lb n="7"/>Allgemeinheit; <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> bezogen; aber für einander, denn jedes ist selbst, was es<lb n="8"/>ist, nur im Gegensatze gegen das andre; <hi rendition="#g">Grund</hi> durch diese Bewegung <hi rendition="#g">geworden</hi> –<lb n="9"/>das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> nur als die <hi rendition="#g">Negativität</hi> in seine Einfachheit einhüllend und sie</p>
<note xml:id="fn-199-2.t2" type="rand" n="²" prev="#fn-199-2"><lb n="10"/>einander <hi rendition="#g">Begeisteter</hi>, die <hi rendition="#g">Abstraction</hi> oder der Begriff hat am <hi rendition="#g">Seyn</hi> die <hi rendition="#g">Substanz</hi>;<lb n="11"/>Begriffe treten nur in die <hi rendition="#g">Beziehung</hi> ein; das Ding ist noch nicht an ihm selbst das beruhigte,<lb n="12"/>die Einheit der entgegengesetzten Bestimmungen –<lb n="13" type="absatz"/>Aber jene begeisteten Bestimmungen gehen in der einfachen Neutralität zu <hi rendition="#g">Grunde</hi>, der<lb n="14"/>Allgemeinheit zum <hi rendition="#g">Grunde</hi> es wird der Grund. Itzt ist β) für Ich der Grund das <hi rendition="#g">Allgemeine</hi><lb n="15"/>als solches, es weiß <hi rendition="#g">sich</hi> als den Verstand; es spricht von <hi rendition="#g">bestimmten</hi> <hi rendition="#g">Begriffen</hi> als den<lb n="16"/>seinigen –<lb n="17" type="absatz"/>und β) <hi rendition="#g">urtheilt</hi>, ist die Bewegung des bestimmten Begriffs. <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> und <hi rendition="#g">All<seg rend="g-umgekehrt">-</seg></hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">gemeinheit</hi> sind verschieden, und entgegengesetzt. α) <hi rendition="#g">Schluß</hi> – sie sind also, der ersten<lb n="19"/>Ansicht nach nur in einem dritten gleich; Copula ist Ich, trägt sie, es ist zunächst das leere.<lb n="20"/>Aber wie ist diß dritte beschaffen β) es ist nicht die reine Copula A= A, leere Identität – meinen<lb n="21"/>oft sie sey die absolute – sonst wäre es nicht die Gleichheit <hi rendition="#g">derselben</hi>. γ) sondern enthält<lb n="22"/>sie <hi rendition="#g">beyde</hi>, ebenso ihre Gleichheit als ihr <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> ist Ich δ) dasselbe sind sie Beyde,<lb n="23"/>(<hi rendition="#g">seyende</hi>) – jedes ist darin dem andern gleich, worin es ihm entgegengesetzt ist; oder es ist<lb n="24"/>ihm darin entgegengesetzt worin es ihm gleich ist – Unterschied und Gleichheit sind dasselbe.<lb n="25"/>– Es bleibt ihnen die leere Form des <hi rendition="#g">Seyns</hi>, die sie längst verloren.</note>
<pb n="198" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=201" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>verbergend; das Einzelne aber als das negative ist das negative ausschliessende eines<lb n="2"/>Andern, des nicht negativen, des Allgemeinen. <hi rendition="#g">Beyde</hi> beziehen sich auf sich, oder<lb n="3"/>sind allgemeine, aber ebenso ist nur <hi rendition="#g">eins</hi> das Allgemeine; beyde sind negative des<lb n="4"/>andern, aber ebenso ist nur eins das negative. Das eine (das Einzelne) ist <hi rendition="#g">nach</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">innen</hi> in Beziehung auf sich allgemein, auf sich selbst, denn es schließt eben das<lb n="6"/><hi rendition="#g">Andre</hi>, sein Seyn nach aussen, aus; – und ist negativ gegen diß andre; – das<lb n="7"/>andre aber, das <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> ist <hi rendition="#g">innerlich</hi> negativ, es enthält die Negativität<lb n="8"/><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, ist aber <hi rendition="#g">allgemein</hi> nach aussen.<ref type="anker" target="#fn-201-1">¹</ref> Jedes hat hiemit, das was es <hi rendition="#g">innerlich</hi><lb n="9"/>ist, ausser ihm zugleich als das andre. Oder das <hi rendition="#g">Ansich</hi> eines jeden, das was es<lb n="10"/>nicht für das andre ist, ist das Andre, ist das, was für es ist. Sie sind das Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>theil ihrer selbst; sie selbst diese Bewegung dieses Andersseyn; sich <hi rendition="#g">beziehens</hi>,<lb n="12"/>eben Beziehung ist das Gegentheil ihrer Gleichgültigkeit, die sie im Urtheile haben.</p>
<p><lb n="13"/><hi rendition="#g">Sein</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">Innen</hi> [ist] unterschieden von ihrem Seyn <hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">Aussen</hi>;<lb n="14"/>[sie sind] also in sich <hi rendition="#g">entzweyte</hi> sich aufhebende; – jenes Seyn nach <hi rendition="#g">Innen</hi> ist<lb n="15"/>an und für sich, aber eben diß (z. B. Negativität, Allgemeines) ist sein Anderes. Oder<lb n="16"/>das Allgemeine ist <hi rendition="#g">sichselbst</hi> gleich so ist es die Negativität, denn diese ist sein<lb n="17"/>Innres; so Einzelnheit, so ist es <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> Gegentheil Ungleichheit sein<lb n="18"/>wahres Seyn sey <hi rendition="#g">Seyn</hi> nach Aussen, d. h. nur im Verhältnisse nicht an und für</p>
<note xml:id="fn-201-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Gedächtniß Setzen der Nothwendigkeit überhaupt α) Begriff Verstand des<lb n="20"/>nothwendig nur entgegengesetzten – Grund ist Ich, so setzt es sich im Urtheil β) Urtheil<lb n="21"/>Setzen der Gleichgültigkeit der beyden <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">bezogenseyn</hi> wie <hi rendition="#g">bestimmte</hi> <hi rendition="#g">Begriffe</hi><lb n="22"/>γ) Schluß Einheit beyder so daß jede selbst diese Einheit der Entgegensetzung und der Gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>gültigkeit ist.</note>
<pb n="199" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=202" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>sich. Ihre Allgemeinheit hat dadurch zugleich die Bedeutung des <hi rendition="#g">Seyns</hi>; sie sind<lb n="2"/>so sich selbst gleich, daß eben diß was sie <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> sind, zerfällt in <hi rendition="#g">zwey</hi> gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gültige. Die Allgemeinheit als solche ist nur Eine, das Seyn aber ist eben die Realität,<lb n="4"/>oder das Bestehen als Vieler. – Sie sind also <hi rendition="#g">beyde</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi>, und nur eins ist<lb n="5"/>das allgemeine, sie sind <hi rendition="#g">seyende</hi>, und ebenso ist diß <hi rendition="#g">Seyn</hi> ungleich, das eine Seyn<lb n="6"/>ist das Innre, Ansich des andern, und sie sind negative. – Ihre Einheit ist α) selbst ein<lb n="7"/>anderes als die beyden Extreme; denn sie sind entgegengesetzte; aber β) ist ihre<lb n="8"/>Entgegensetzung so <hi rendition="#g">beschaffen</hi>, daß <hi rendition="#g">gerade</hi> <hi rendition="#g">darin</hi>, <hi rendition="#g">worin</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">einander</hi> ent<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gegengesetzt, sie einander gleich sind; – (und wieder, daß <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Entgegensetzung</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">etwas</hi> andres ist, <hi rendition="#g">als</hi> sie, als ihre <hi rendition="#g">Sichselbstgleichheit</hi>.) Aber gerade in ihrer<lb n="11"/>Einheit und in ihrer Entgegensetzung sind sie aufeinander bezogen, und indem<lb n="12"/>beydes ein andres ist als sie, ist es ihre Mitte, die sie bezieht. Es ist ihr <hi rendition="#g">Schluß</hi> ge<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>setzt; sie sind insofern sie entgegengesetzt sind, in einem Dritten eins, und insofern<lb n="14"/>sie gleich sind, ist ihre Entgegensetzung, das sie dirimirende ebenso ein Drittes.</p>
<p><lb n="15"/>Diß dritte ist aber so beschaffen, daß es alles ist, was sie, es ist die Allgemeinheit,<lb n="16"/>Negativität, und da mehrere allgemeine sind, ihr Seyn. Die Allgemeinheit ist eine<lb n="17"/>solche welche unmittelbar sich gleich, und sich selbst entgegengesetzt; in sich und<lb n="18"/>ihr Gegentheil dirimirt ist, ebenso die Negativität; und das einfache Seyn ist un<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>mittelbar Vieles. Es ist die <hi rendition="#g">Einheit</hi> der Gegentheile, das sich in sich selbst bewegende<lb n="20"/>Allgemeine, das sich entzweyt in <hi rendition="#g">seyende</hi>, die es sind, das dadurch die reine<lb n="21"/>Negativität ist. – Der Verstand ist <hi rendition="#g">Vernunft</hi>, und sein Gegenstand ist <hi rendition="#g">Ich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>. –<ptr type="anker" target="#fn-202-1"/><lb n="22"/>Die Hauptsache ist, daß die Dingheit, insofern sie <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> ist, ebenso<lb n="23"/>unmittelbar sich darstellt, zu <hi rendition="#g">seyn</hi>, und die Negativität oder Einheit gesetzt ist.<lb n="24"/>Die Dingheit als <hi rendition="#g">seyn</hi> vorgestellt geht aus dem <hi rendition="#g">Urtheil</hi> in den Schluß über;<ptr type="anker" target="#fn-202-2"/></p>
<note xml:id="fn-202-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>(oder daß die <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>, der INHALT der Sprache, als rein negative<lb n="26"/><hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> wird; – es wird <hi rendition="#g">Gegenstand</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">solcher</hi>)</note>
<note xml:id="fn-202-2" type="rand" n="²" next="#fn-202-2.t2"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>α Sie <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">andres</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Ich</hi>; WAS ist ihr <hi rendition="#g">Seyn</hi>? Sie sind <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">ihnen</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>,<lb n="28"/>denn <hi rendition="#g">andre</hi> β) Einzelnes und Allgemeines; aber dieser Unterschied ist gerade ein solcher,</note>
<pb n="200" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=203" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>die Beziehung durch den Gegensatz ist ein andres, drittes; aber, jedes ist durch das<lb n="2"/>dritte mit dem andern <hi rendition="#g">vermittelt</hi>, das Einzelne nach seinem <hi rendition="#g">Sich</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">beziehen</hi> ist es <hi rendition="#g">Ansich</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">da</hi>, der Verstand ist sein <hi rendition="#g">Ansich</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-203-1"/> ebenso das<lb n="4"/>allgemeine ist nicht da als Negativität, diß ist sein <hi rendition="#g">Ansich</hi>; und ebenso der Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>stand; – denn [er] ist das <hi rendition="#g">Ansich</hi>. Er ist [α)] das <hi rendition="#g">Innre</hi> eines jeden. – Aber β ebenso<lb n="6"/>ist der [Verstand das] <hi rendition="#g">Aüssre</hi> eines jeden; denn als die Negativität ist er das Aüssre,<lb n="7"/>das <hi rendition="#g">Daseyn</hi> des Einzelnen; und als Allgemeinheit ist er das aüssre, das Daseyn<lb n="8"/>des Allgemeinen. Er ist γ) ebenso das <hi rendition="#g">Seyn</hi> (Vieler) denn er ist das sie als gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gültige enthaltende. Er ist also diese reine Bewegung der Allgemeinheit, welche das<lb n="10"/>Ansich und das Daseyn des von ihr unterschiednen ist; er ist <hi rendition="#g">Vernunft</hi>, die sich<lb n="11"/>selbst <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gegenstand</hi> ist. Sie ist der <hi rendition="#g">Schluß</hi> in seiner Unendlichkeit, der sich<lb n="12"/>in Extreme entzweyt, welche unmittelbar, indem sie <hi rendition="#g">sind</hi>, eben zu ihrem <hi rendition="#g">An</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">sich</hi> das andre haben.<ptr type="anker" target="#fn-203-2"/> –</p>
<p><lb n="14"/>Die Intelligenz hat auf diese Weise nicht einen andern Gegenstand mehr zu</p>
<note xml:id="fn-202-2.t2" type="rand" n="²" prev="#fn-202-2"><lb n="15"/>daß worin sie unterschieden sind, sie sich gleich sind, d. h. sie <hi rendition="#g">sind</hi> nicht; d. h. nicht <hi rendition="#g">andre</hi><lb n="16"/>als ich</note>
<note xml:id="fn-203-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Die Bewegung der reinen Kategorien ist werden des [Seyns] in der Form des<lb n="18"/>Dinges zum Grunde; oder der Grund hat das seyende als Bewegung zu seinem <hi rendition="#g">Innern</hi>;<lb n="19"/>umgekehrt der <hi rendition="#g">Grund</hi> geht in der Bewegung des Schlusses zum <hi rendition="#g">Seyn</hi>, insofern als diese<lb n="20"/>Bewegung zur <hi rendition="#g">einfachen</hi> nicht negativen Gleichheit aller Momente zurükgeht; – aber<lb n="21"/>Totalität, Wirklichkeit als diß durchsichtige Spiel aller <hi rendition="#g">Seiten</hi>. <hi rendition="#g">Gegensatz</hi> (Gegenstand)<lb n="22"/>Extreme – <hi rendition="#g">reale</hi>, die so beschaffen sind, daß eben diß ihr erfülltes <hi rendition="#g">Seyn</hi> ausmacht, darin<lb n="23"/>entgegengesetzt zu seyn, worin sie gleich sind – abstossen des gleichnahmigen – und umgekehrt;<lb n="24"/>– so ist <hi rendition="#g">Seyn</hi> selbst diese reine Bewegung. <hi rendition="#g">Schluß</hi> Einheit des Gegensatzes als solchen, Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>mittlung ist selbst unmittelbare Einheit.</note>
<note xml:id="fn-203-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg>Einzelnheit, <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> Einheit der Gleichgültigkeit und Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>gegensetzung, Wirklichkeit – Ich alle Wirklichkeit</note>
<pb n="201" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=204" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>ihrem Inhalte, sondern sie hat <hi rendition="#g">sich</hi> erfaßt, und ist sich der Gegegenstand, – das<lb n="2"/><hi rendition="#g">Ding</hi>, das allgemeine ist ihr wie es <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist, aufgehobnes Seyn, und diß positiv,<lb n="3"/>oder als Ich. – Sie ist <hi rendition="#g">wirklich</hi>, Möglichkeit des Wirkens; – der Gegenstand ist<lb n="4"/><hi rendition="#g">ansich</hi>, was sie ist, und darum kann er aufgehoben werden. Aber [sie] ist <hi rendition="#g">für</hi><lb n="5"/><hi rendition="#g">sich</hi> noch nicht thätig gewesen; <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, d. h. daß sie die Veränderung als <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="6"/>angeschaut hätte; oder das <hi rendition="#g">Thun</hi>, als Selbst; – die Änderung, das gegenständliche<lb n="7"/>minus desselben, als sich selbst.</p>
<p><lb n="8"/>Diese Intelligenz ist <hi rendition="#g">frey</hi>, aber ihre Freyheit ist umgekehrt ohne <hi rendition="#g">Inhalt</hi>, auf<lb n="9"/>dessen Kosten, durch dessen Verlust eben sie sich befreyt hat. Ihre Bewegung ist<lb n="10"/>die entgegengesetzte sich zu erfüllen, nicht durch Intussusception,<ref type="anker" target="#fn-204-1">¹</ref> sondern<lb n="11"/>durch Erzeugung [eines Inhalts] und zwar eines solchen, worin sie das Bewußtseyn<lb n="12"/>ihres <hi rendition="#g">Thuns</hi> hat; d. h. ihrer als des Setzens des Inhalt, oder sich zum <hi rendition="#g">Inhalte</hi><lb n="13"/>machens. – Im theoretischen [weiß sie] wohl auch im Bilde, [in der] Erinnerung,<lb n="14"/>sich selbst, aber nicht als Inhalt, sondern als Form; oder das Ichselbst ist nicht der<lb n="15"/><hi rendition="#g">Grund</hi>, das <hi rendition="#g">Allgemeine</hi>, worauf das Bestimmen, die Unterschiede aufgetragen<lb n="16"/>sind.<ref type="anker" target="#fn-204-2">²</ref></p>
<note xml:id="fn-204-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Form</hi> und <hi rendition="#g">Inhalt</hi>; leere Gegenständlichkeit, <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi></note>
<note xml:id="fn-204-2" type="rand" n="²"><lb n="18"/><seg type="marke">² </seg>Übersicht der Intelligenz – Dingheit des Verstands ist <hi rendition="#g">Licht</hi>, Vernunft<lb n="19"/>ist Vernehmen, Hören; Intelligenz Gegenstand die Form des abstracten <hi rendition="#g">Seyns</hi>.<ref type="anker" target="#fn-204-s1">∗</ref><lb n="20"/>Bewegung zum Ich, durch Setzen des Ich, darum weil Seyn <hi rendition="#g">an</hi> sich allgemeines ist,<lb n="21"/>im Geiste, so für uns im Begriffe – diß <hi rendition="#g">für</hi> Ich, oder es ist sein selbst setzen; zuerst selbst nur<lb n="22"/><hi rendition="#g">formales</hi> <hi rendition="#g">Setzen</hi></note>
<note xml:id="fn-204-s1" type="rand" n="∗"><lb n="23"/><seg type="marke">∗ </seg>was es <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">uns</hi>, ist; im Verstehen schliessen <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> – Innerlich<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>keit noch nicht davon abgetrennt</note>
<pb n="202" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=205" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
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<div>
<head><lb n="1"/>b. WILLEN.<ptr type="anker" target="#fn-205-1"/></head>
<p><lb n="2"/>Das Wollende <hi rendition="#g">will</hi>, d. h. es will <hi rendition="#g">sich</hi> setzen, <hi rendition="#g">sich</hi> als sich zum Gegenstande<lb n="3"/>machen. Es ist <hi rendition="#g">frey</hi>, aber diese Freyheit ist das <hi rendition="#g">leere</hi>, formale schlechte. Es ist in<lb n="4"/>sich beschlossen, oder es ist der <hi rendition="#g">Schluß</hi> in sich selbst; α) ist es das <hi rendition="#g">allgemeine</hi>,<lb n="5"/>ZWECK; β) ist [es] das Einzelne, Selbst, Thätigkeit, Wirklichkeit<ptr type="anker" target="#fn-205-2"/> γ) ist es die Mitte<lb n="6"/>dieser beyden <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Trieb</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-205-3"/> er ist das <hi rendition="#g">Zweyseitige</hi>, das den <hi rendition="#g">Inhalt</hi> hat, All<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gemeines, der Zweck ist, und das thätige Selbst desselben; jenes der <hi rendition="#g">Grund</hi>, diß<lb n="8"/>die <hi rendition="#g">Form</hi>. α) welches der <hi rendition="#g">bestimmte</hi> <hi rendition="#g">Inhalt</hi> des Triebes ist, kann hier noch nicht<lb n="9"/>angegeben werden, denn er ist noch nicht bestimmt; er hat noch keinen; denn es<lb n="10"/>ist hier nur erst der Begriff des Willens gesetzt. Welche Triebe Ich habe, <hi rendition="#g">diß</hi> ergibt<lb n="11"/>sich erst aus dem <hi rendition="#g">Inhalte</hi> seiner Welt; diese sind seine Triebe.</p>
<p><lb n="12"/>β) die bestimmte Weise, wie jener <hi rendition="#g">Schluß</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Ich</hi> gesetzt ist, ist so daß alle<lb n="13"/><hi rendition="#g">Momente</hi> <hi rendition="#g">desselben</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">dem</hi> Selbst <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinen</hi> oder der Kugel<lb n="14"/>befaßt sind; <hi rendition="#g">jetzt</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Ganze</hi> ist, und ihr Gegensatz nur leere Form für das Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>bewußtseyn. Diß macht eben die Krafft seines Schlusses, seines Willens, daß es<lb n="16"/>insofern [es] eine Seite hinausbietet, in dieser in sich zurükgenommen ist, dadurch<lb n="17"/>nicht eine Bestimmtheit ausstellt, an der es gefaßt werden kann, es sind pattes de<lb n="18"/>velour, die gegen den andern Krallen sind, aber wie er sich dagegen wendet, greifft</p>
<note xml:id="fn-205-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>a) der Trieb hat eignen <hi rendition="#g">Inhalt</hi> Zweck; das entgegengesetzte ist es selbst,<lb n="20"/>und zwar für es</note>
<note xml:id="fn-205-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Schluß</hi> <hi rendition="#g">Magnet</hi> in <hi rendition="#g">jedem</hi> <hi rendition="#g">Extrem</hi>. Ich <hi rendition="#g">urtheilt</hi> so in sich reflectirt –<lb n="22"/>aus dem Extrem heraus</note>
<note xml:id="fn-205-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>erste Diremtion des Schluß, <hi rendition="#g">Gleichgültigkeit</hi> der Extreme: an Allem ist<lb n="24"/>Selbst unmittelbar – Thätigkeit ist die seinige</note>
<pb n="203" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=206" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>er in den flüssigen Sammt, den er nicht festkriegen kann. – Er ist also darin Ganz<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>heit, und eben darum unangreiffbar.</p>
<p><lb n="3"/>γ)<ref type="anker" target="#fn-206-1">¹</ref> (dieser in sich geründete Schluß ist zugleich nach aussen gekehrt, oder er ist<lb n="4"/>eigentliches <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi>, das aber hier in Ich eingeschlossen betrachtet wird.) –<lb n="5"/>Nemlich der Willen ist <hi rendition="#g">fürsichseyn</hi>, das allen fremden seyenden Inhalt in sich<lb n="6"/>getilgt hat; dadurch aber ist es das <hi rendition="#g">anderslose</hi>, das Inhaltslose,<ref type="anker" target="#fn-206-2">²</ref> und fühlt diesen<lb n="7"/><hi rendition="#g">Mangel</hi>; es ist aber ein Mangel, der ebenso positiv ist; (er ist der <hi rendition="#g">Zweck</hi>; die<lb n="8"/><hi rendition="#g">Form</hi>, daß er nur Zweck ist, ist das mangelnde <hi rendition="#g">Seyn</hi>. <hi rendition="#g">Seyn</hi> als solches ist eben<lb n="9"/>zur Form geworden.) Das negative, ausschliessende ist so im Willen selbst, daß er<lb n="10"/>darin nur auf sich gerichtet ist; er das von sich aus<hi rendition="#g">geschlossne</hi> ist; – der <hi rendition="#g">Zweck</hi><lb n="11"/>dem Selbst gegenübersteht; Einzelnheit, Wirklichkeit dem Allgemeinen; das<lb n="12"/><hi rendition="#g">Gefühl</hi> des Mangels ist die α) oben gesetzte Einheit beyder im Triebe, als Gefühl;<lb n="13"/>als Mangel des Gegensatzes. Der Schluß ist nur der erste, das Allgemeine ist mit der<lb n="14"/>Einzelnheit durch den Trieb zusammengeschlossen; die Extreme haben die Form<lb n="15"/>des Gleichgültigen <hi rendition="#g">Seyns</hi> für einander. Setzen der <hi rendition="#g">ersten</hi> Realität, die unvoll<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>kommen ist.</p>
<p><lb n="17"/>b)<ref type="anker" target="#fn-206-3">³</ref> Die Befriedigung des Triebs ist der zweyte Schluß. α) die Befriedigung ist<lb n="18"/>[die] des Triebs, nicht der <hi rendition="#g">Begierde</hi>, diese ist thierisch, d. h. der Gegenstand<lb n="19"/>hat die abstracte Form des eigentlichen <hi rendition="#g">Seyns</hi>, der <hi rendition="#g">Aüsserlichkeit</hi>; und nur<lb n="20"/>so ist er für das Selbst; die Vereinigung ist daher das ebenso reine Verschwinden.<lb n="21"/>Aber hier ist Seyn nur Form, oder was Ich ist, als Ganzes ist der Trieb; diesen trennt</p>
<note xml:id="fn-206-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>α) Setzen des Schlusses in seine Extreme, sodaß sie durch ein andres Verhältniß<lb n="23"/>vermittelt sind.<lb n="24"/>die Einzelnheit entgegengesetzt dem Zwecke</note>
<note xml:id="fn-206-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Mangel darum weil der Schluß der <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> <hi rendition="#g">erste</hi> ist, also Gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>gültigkeit der Extreme.</note>
<note xml:id="fn-206-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>Setzen im Elemente der <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> Gleichgültigkeit <hi rendition="#g">Seyn</hi>; – denn<lb n="28"/>diß die Wahrheit – nicht im Ich eingeschlossen zu seyn – Ich <hi rendition="#g">innerlich</hi> gespannt –</note>
<pb n="204" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=207" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>es ab, und macht ihn sich zum Gegenstande, der also nicht die <hi rendition="#g">leere</hi> <hi rendition="#g">Sattheit</hi>,<lb n="2"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Selbstgefühl</hi> ist, das in der <hi rendition="#g">Begierde</hi> verloren und in ihrer Be<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>friedigung wieder hergestellt wird;<ref type="anker" target="#fn-207-1">¹</ref> sondern was verschwindet, ist die reine Form<lb n="4"/>der Gleichgültigkeit der Extreme des Triebs, oder der Zweck, Inhalt, welcher der<lb n="5"/>Einzelnheit entgegengesetzt ist, und diß Verschwinden dieser Gleichgültigkeit ist<lb n="6"/>als Verschwinden des Gegensatzes <hi rendition="#g">Seyn</hi>, aber <hi rendition="#g">erfülltes</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi>. α) es wird <hi rendition="#g">an</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/><hi rendition="#g">schauend</hi>, durch die Unmittelbarkeit, welche wird durch das Aufheben des<lb n="8"/>Gegensatzes (überhaupt geht Ich immer auf diese Weise in Anschauen, und Gefühl<lb n="9"/>allenthalben über.) β) die Hauptsache ist der Inhalt des Gegenstandes; er trennt sich<lb n="10"/>von seinem Triebe ab, dadurch erhält er eine andre Form; er ist der beruhigte,<lb n="11"/>sich selbst gewordne mit sich erfüllte Trieb; der Mangel war das Anschauen des<lb n="12"/><hi rendition="#g">leeren</hi> <hi rendition="#g">Ich</hi>;<ref type="anker" target="#fn-207-2">²</ref> denn dieses war sich Gegenstand; es hielt die Unterschiede des<lb n="13"/>Schlusses zusammen, war ihre Gleichgültigkeit, ihr Bestehen, – nicht <hi rendition="#g">Seyn</hi> als<lb n="14"/>solches, es war das erste unmittelbare Ich, aber als solches. Der vom Ich abgetrennte<lb n="15"/>Trieb ist er aus dem Selbst freygelassen, oder die blosse Erfüllung durch <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi><lb n="16"/>zusammen gehalten – <hi rendition="#g">Werk</hi> des Ich, es weiß sein <hi rendition="#g">Thun</hi> darin, d. h. sich als das<lb n="17"/>Ich, das vorher im Innern das <hi rendition="#g">Seyn</hi> war; – als Thun (nicht wie bey der Erinnerung)<lb n="18"/>sondern daß der <hi rendition="#g">Inhalt</hi> als solcher durch es ist; weil der <hi rendition="#g">Unterschied</hi> als solcher<lb n="19"/>der seinige war; der <hi rendition="#g">Unterschied</hi> macht den Inhalt aus, und <hi rendition="#g">darauf</hi> <hi rendition="#g">kommt</hi><lb n="20"/><hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">hier</hi> allein an, daß Ich den <hi rendition="#g">Unterschied</hi> aus sich gesetzt [hat], oder ihn als<lb n="21"/>den seinigen weiß, (Nahme, und Ding sind jenes nicht der Unterschied als solcher<lb n="22"/>des Ich, dieses ist <hi rendition="#g">einfach</hi>.)</p>
<note xml:id="fn-207-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">aüssres</hi> Selbstbewußtseyn, <hi rendition="#g">Seyn</hi>, und Begierde – abstractes Für sich seyn<lb n="24"/><hi rendition="#g">Thier</hi>, oder nicht einzelne Befriedigung – sondern Allgemeine – <hi rendition="#g">Begierde</hi> ist Moment,<lb n="25"/><hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> seyn eben der ins Selbst eingeschloßne Schluß.</note>
<note xml:id="fn-207-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> als unterschieden in sich – (nicht einen aüssern Gegenstand)</note>
<pb n="205" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=208" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>c) Bestimmung des Gegenstandes; er ist also Inhalt, Unterschied, und zwar des<lb n="2"/>Schlusses; Einzelnheit und Allgemeinheit, und eine Mitte derselben. Aber α) <hi rendition="#g">seyend</hi>,<lb n="3"/>unmittelbar, seine Mitte ist todte Allgemeinheit, Dingheit, <hi rendition="#g">Andersseyn</hi>; und<lb n="4"/>β) seine Extreme sind <hi rendition="#g">Besonderheit</hi>, <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi>, und Individualität – In<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>sofern es das Andre ist, ist seine Thätigkeit die des Ich; es hat keine eigne; diß<lb n="6"/>Extrem fällt ausser ihm; als Dingheit, ist es Passivität, Mittheilung dieser Thätigkeit,<lb n="7"/>hat als flüssiges sie aber als fremdes in ihm. – Sein anderes Extrem ist der Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>satz – (die Besonderheit) dieses seines Seyns und der Thätigkeit; es ist <hi rendition="#g">passiv</hi>,<lb n="9"/>es [ist] für anderes, berührt dasselbe,<ptr type="anker" target="#fn-208-1"/> ist (Saüre) überhaupt aufzureibendes, Mit<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>theilung <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Andern</hi>, diß ist <hi rendition="#g">sein</hi> Seyn, aber zugleich thätige Gestalt gegen es.<lb n="11"/>Umgekehrtes Verhältniß, nach einer Seite ist die Thätigkeit nur ein mitgetheiltes,<lb n="12"/>und es die Mittheilung, das rein aufnehmende, nach der andern ist es thätig gegen<lb n="13"/>Andres.</p>
<p><lb n="14"/>(Der befriedigte Trieb ist die <hi rendition="#g">aufgehobne</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi> des Ich, diß ist dieser Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>stand; der an seiner Statt arbeitet. Arbeit ist das disseitige sich zum <hi rendition="#g">Dinge</hi> machen,<lb n="16"/>die Entzweyung des Triebseyenden Ich ist ebendiß sich zum Gegenstande machen –<lb n="17"/>(Begierde muß immer von vorne anfangen, sie kommt nicht dazu die Arbeit von<lb n="18"/>sich abzutrennen) der Trieb aber ist Einheit des Ich als zum Dinge gemachten.)</p>
<p><lb n="19"/>Die blosse Thätigkeit ist <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Vermittlung</hi> Bewegung; – die blosse Befrie<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>digung der Begierde ist reines Vernichten des Gegenstandes.</p>
<p><lb n="21"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-208-2"/> <hi rendition="#g">Arbeit</hi> selbst als solche ist nicht nur Thätigkeit, (Saüre); sondern in sich</p>
<note xml:id="fn-208-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>Spiel<ptr type="anker" target="#fn-208-s1"/> dieser Thätigkeit, Verwandlung seiner Passivität in Activität –<lb n="23"/><hi rendition="#g">Dingheit</hi> ist sein Mittelpunkt, <hi rendition="#g">einfache</hi> Allgemeinheit, Krafft sein andres, ausser ihm<lb n="24"/>nur mitgetheilt, denn es ist reiner Gegenstand, hat sie als eine fremde in ihm. – Werkzeug;</note>
<note xml:id="fn-208-s1" type="rand" n="∗"><lb n="25"/><seg type="marke">∗ </seg>Stolz der Völker auf ihr Werkzeug<lb n="26"/>Darum macht der Mensch Werkzeuge, weil er vernünftig ist, und diß ist die erste Aüsse<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>rung seines <hi rendition="#g">Willens</hi>, dieser Willen noch der Abstracte Willen –</note>
<note xml:id="fn-208-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg>nicht Ursache, dasselbe ist die Wirkung</note>
<pb n="206" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=209" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>reflectirte, Hervorbringen; einseitige <hi rendition="#g">Form</hi> des <hi rendition="#g">Inhalts</hi> einzelnes Moment; aber<lb n="2"/>hier bringt sich der Trieb hervor, er bringt die <hi rendition="#g">Arbeit</hi> selbst hervor – er be<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>friedigt sich – jene fallen ins <hi rendition="#g">aüssere</hi> Bewußtseyn. – Es ist der <hi rendition="#g">Inhalt</hi> auch<lb n="4"/>insofern als es das gewollte ist, und Mittel der Begierde, die <hi rendition="#g">bestimmte</hi> <hi rendition="#g">Mög</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">lichkeit</hi> desselben; in dem Werkzeuge oder in dem bebauten fruchtbar gemachten<lb n="6"/>Acker besitze ich die <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi>, den <hi rendition="#g">Inhalt</hi> als <hi rendition="#g">einen</hi> <hi rendition="#g">allgemeinen</hi>;<lb n="7"/>darum das Werkzeug, Mittel vortrefflicher als der Zweck der Begierde, der ein<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>zelner ist; – es umfaßt alle jene Einzelnheiten.</p>
<p><lb n="9"/>Aber das Werkzeug hat die Thätigkeit noch nicht selbst an ihm; es ist <hi rendition="#g">träges</hi><lb n="10"/>Ding; kehrt nicht in ihm selbst [zurük] – Ich muß noch damit arbeiten; ich habe<lb n="11"/>die <hi rendition="#g">List</hi>, zwischen mich und die aüssre Dingheit hineingestellt, – mich zu schonen<lb n="12"/>und meine Bestimmtheit damit zu bedeken und es sich abnutzen zu lassen;<ptr type="anker" target="#fn-209-1"/> ich<lb n="13"/>erspare dabey aber nur der Quantität nach – bekomme aber doch Schwülen; das<lb n="14"/>mich zum Dinge machen, ist noch nothwendiges Moment; die eigne Thätigkeit<lb n="15"/>des Triebs noch nicht im Dinge. Es ist in das Werkzeug auch eigne Thätigkeit<lb n="16"/>zu legen; es zu einem selbstthätigen zu machen. Diß geschieht so, daß es α) so<lb n="17"/>verschlungen ist, an der Linie Faden, seine Zweyseitigkeit benutzt wird, um in die<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>sem <hi rendition="#g">Gegensatze</hi> ihn in sich zurükgehen zu machen – überhaupt die Passivität, ver<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>wandelt sich in Thätigkeit, in festhalten des Zusammengehen. β) überhaupt daß die<lb n="20"/>eigne Thätigkeit der Natur, Elasticität der Uhrfeder, Wasser, Wind, angewendet wird,<lb n="21"/>um in ihrem sinnlichen Daseyn etwas ganz anderes zu thun, als sie thun wollten –<lb n="22"/>ihr blindes Thun zu einem zweckmässigen gemacht wird;<ptr type="anker" target="#fn-209-2"/> – zum Gegentheile</p>
<note xml:id="fn-209-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Ich bleibt die Seele dieses Schlusses, in Beziehung auf es die Thätigkeit</note>
<note xml:id="fn-209-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>Die Realität, <hi rendition="#g">Gleichgültigkeit</hi> der Extreme des Schlusses, die in Spannung<lb n="25"/>gegen einander sind; daß diese Gleichgültigkeit <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> selbst</note>
<pb n="207" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=210" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>ihrer selbst<ptr type="anker" target="#fn-210-1"/> – vernünftiges Verhalten der Natur<hi rendition="#g">Gesetze</hi> in ihrem aüssern <hi rendition="#g">Da</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">seyn</hi>. Der <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> geschieht nichts – <hi rendition="#g">einzelne</hi> <hi rendition="#g">Zwecke</hi> des <hi rendition="#g">natür</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">lichen</hi> <hi rendition="#g">Seyns</hi> [werden] zu einem Allgemeinen. Vogel fliegt dahin –</p>
<p><lb n="4"/>Hier tritt der Trieb ganz aus der Arbeit zurük; er läßt die Natur sich abreiben,<lb n="5"/>sieht ruhig zu, und regiert nur mit leichter Mühe das Ganze – <hi rendition="#g">List</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-210-2"/> Ehre der List<lb n="6"/>gegen die Macht, die blinde Macht an einer Seite anfassen, daß sie sich gegen sich<lb n="7"/>selbst richtet – sie begreiffen, sie als <hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> fassen, gegen diese thätig<lb n="8"/>seyn – oder sie als Bewegung eben in sich selbst zurükgehen machen, sich aufzu<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>heben – Mensch ist so das <hi rendition="#g">Schiksal</hi> des einzelnen. Durch die <hi rendition="#g">List</hi> ist der Willen<lb n="10"/>zum <hi rendition="#g">Weiblichen</hi> geworden.<ptr type="anker" target="#fn-210-3"/> Der <hi rendition="#g">hinausgehende</hi> Trieb, ist als <hi rendition="#g">List</hi> theo<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>retisches <hi rendition="#g">Zusehen</hi>; das <hi rendition="#g">Nichtwissende</hi> Treiben zum <hi rendition="#g">Wissen</hi>; zwey <hi rendition="#g">Mächte</hi>,<lb n="12"/><hi rendition="#g">Charaktere</hi>.</p>
<p><lb n="13"/>Diß Zusehen, wie sich das Seyende an sich selbst aufhebt, ist verschieden vom<lb n="14"/>Triebe, das aus ihm in sich zurükgetretne Ich, und die Nichtigkeit dieses Seyns<lb n="15"/>wissende Ich, da hingegen [der Trieb] das in ihnen gespannte ist.</p>
<note xml:id="fn-210-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>einzelnes Huhn sein vernünftiges Daseyn ist daß es gefüttert, und gegessen<lb n="17"/>wird – Wind, mächtige Strom, mächtiges Weltmeer, bezwungen, geakert. Keine Compli<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>mente mit ihr zu machen – elende Empfindsamkeit die sich an einzelne hält.</note>
<note xml:id="fn-210-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>die <hi rendition="#g">breite</hi> Seite der Seite der Gewalt wird von der Spitze der List angegriffen.</note>
<note xml:id="fn-210-3" type="rand" n="³"><lb n="20"/><seg type="marke">³ </seg>List etwas anderes, als Pfiffigkeit; – das offenste Handeln ist die gröste <hi rendition="#g">List</hi>, –<lb n="21"/>(wir müssen sie in ihrer Wahrheit nehmen) – nemlich durch seine Offenheit bringt er das<lb n="22"/>Andre zum Tage, daß es <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zeigt</hi>, eben darin sich selbst vernichtet. –<lb n="23"/>Das grosse Betragen, die andern nöthigen, zu seyn, wie sie an und für sich sind; ins Licht des<lb n="24"/>Bewußtseyns; wenn sie auch Recht haben, wissen’s nicht zu vertheidigen durch die Rede –<lb n="25"/>Stummheit die schlechte niederträchtige List; von Grund aus Meister daß das Andre in seinem<lb n="26"/>Thun sich selbst verkehrt</note>
<pb n="208" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=211" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Der Willen ist ein gedoppelter entzweyter geworden, er ist bestimmt; er ist<lb n="2"/><hi rendition="#g">Charakter</hi>. Der eine Charakter ist diese Spannung, die Macht der Entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>setzung des seyenden,<ref type="anker" target="#fn-211-1">¹</ref> die aber blind [ist,] kein Bewußtseyn hat, über die Natur<lb n="4"/>dieses Seyn, es ist das offen liegende gerade ausgehende, hinaustreibende, und<lb n="5"/>getriebne; das andre, das <hi rendition="#g">Böse</hi>, in sich seyende, das unterirrdische, das <hi rendition="#g">Wissende</hi><lb n="6"/>über das, was am Tage liegt, und das zusieht wie dieses sich seinen Untergang<lb n="7"/>durch sich selbst [gibt], oder so gegen es thätig ist, daß es seinem Seyn, seiner Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>erhaltung vielmehr das Negative unterschiebt. – Jenes ist als <hi rendition="#g">seyendes</hi>, gegen<lb n="9"/><hi rendition="#g">seyendes</hi> gerichtet; diß vernünftigerweise als Seyn, mit dem es ihm nicht Ernst<lb n="10"/>ist, – wie ein Mantel dem Stiere dargeboten wird, gegen den er anrennt und nichts<lb n="11"/>treffend getroffen wird. Der Willen hat sich selbst in die zwey Extreme entzweyt,<lb n="12"/>in deren Einem er ganz ist, dem Allgemeinen, wie im Andern dem Einzelnen.<ref type="anker" target="#fn-211-2">²</ref></p>
<p><lb n="13"/>Diese<ref type="anker" target="#fn-211-3">³</ref> Extreme haben sich in Eins zu setzen, das Wissen des letztern in <hi rendition="#g">Erkennen</hi></p>
<note xml:id="fn-211-1" type="rand" n="¹"><lb n="14"/><seg type="marke">¹ </seg>der Mann hat Begierde, Trieb; der weibliche Trieb ist diß vielmehr nur<lb n="15"/>Gegenstand des Triebes zu seyn; zu <hi rendition="#g">reitzen</hi>, Trieb zu erwecken, und ihn sich an ihm befrie<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>digen zu lassen.</note>
<note xml:id="fn-211-2" type="rand" n="²"><lb n="17"/><seg type="marke">² </seg>Seine einsame Existenz ist vollendet.</note>
<note xml:id="fn-211-3" type="rand" n="³" next="#fn-211-3.t2"><lb n="18"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">erste</hi> Einheit der Intelligenz und des Willens d. h. es sind zwey selbstständige<lb n="19"/>Ich füreinander, der erste Schluß des Willens hat sich so verändert, daß das <hi rendition="#g">Seyn</hi> eines jeden<lb n="20"/>Extrems die Bedeutung von Ich erhalten. – (<hi rendition="#g">Seyn</hi> ist gerade das Gegentheil des Mangels,<lb n="21"/>aber es ist der <hi rendition="#g">Mangel</hi> selbst, oder es wird Mangel gefühlt, weil die Extreme <hi rendition="#g">sind</hi>.)<lb n="22"/>Diese Ich aber, die die Extreme des Schlusses ausmachen sind noch nicht Ganze Totalität;<lb n="23"/>sind sich entgegengesetzt als daß das eine innerlich dieses ist, was das andre aüsserlich. Erst die<lb n="24"/>Gleichgültigkeit ist aufgehoben, und Ich, das Fürsichseyn an seine Stelle getreten. – Erstes<lb n="25"/>Wissen eines selbstständigen Ich von einem selbstständigen Ich; – weil sie Ich, Wissen, sind,<lb n="26"/>ist <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> diese Gleichheit beyder in der Entgegensetzung. α) das Eine in ihm sich selbst</note>
<pb n="209" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=212" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>überzugehen. Diese Bewegung des Schlusses ist dadurch gesetzt, daß jedes an sich<lb n="2"/>ist, was das Andre ist. Das eine, das Allgemeine ist die Einzelnheit, das wissende<lb n="3"/>Selbst; eben so ist das Einzelne das Allgemeine, denn es ist das auf sich beziehen.<lb n="4"/>Aber es hat <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> zu werden. Oder diese Dieselbigkeit ein Wissen derselben.</p>
<p><lb n="5"/>α) Der Trieb kommt zum Anschauen seiner selbst – er ist in sich zurükgekehrt<lb n="6"/>in jener Befriedigung, er ist ebenso <hi rendition="#g">Wissen</hi> geworden, dessen was er ist – Die<lb n="7"/><hi rendition="#g">einfache</hi> Rükkehr in sich das Wissen ist ebensosehr am Entzweyen (Schluss) die<lb n="8"/>Mitte. – Trieb <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> – im Andern einfachen <hi rendition="#g">Selbst</hi>, und weiß es als <hi rendition="#g">Selbst</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>ständiges Extrem; ebenso das Wissen weiß sein Wesen im Andern – Spannung<lb n="10"/>im Trieb <hi rendition="#g">Selbstständigkeit</hi> beyder. β) An sich selbst aufheben beyder; gerade<lb n="11"/>darin ist jedes dem andern gleich, worin ihm entgegengesetzt, oder das <hi rendition="#g">Andre</hi>,<lb n="12"/>das wodurch ihm das Andre ist, ist es selbst. Eben indem jedes sich im Andern<lb n="13"/>weiß, hat es auf sich selbst Verzicht gethan. <hi rendition="#g">Liebe</hi>.</p>
<p><lb n="14"/>(Das<ptr type="anker" target="#fn-212-1"/> Wissen ist eben dieser Doppelsinn; jedes ist darin dem andern gleich,<lb n="15"/>worin es sich ihm entgegengesetzt [hat]. Sein sich unterscheiden vom Andern ist<lb n="16"/>daher sein Sichgleichsetzen mit ihm;) und es ist <hi rendition="#g">Erkennen</hi> ebendarin, daß es selbst<lb n="17"/>diß Wissen ist, daß ihm für es selbst, <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Entgegensetzung</hi> in die <hi rendition="#g">Gleich</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi> <hi rendition="#g">umschlägt</hi>, oder diß, wie es im Andern sich anschaut, als sich selbst weiß;<lb n="19"/>erkennen heißt eben das gegenständliche in seiner Gegenständlichkeit als Selbst<lb n="20"/>wissen, begriffner Inhalt, Begriff der Gegenstand ist.</p>
<p><lb n="21"/>Diß Erkennen ist nur <hi rendition="#g">Erkennen</hi> der Charaktere; oder beyde hatten sich gegen-</p>
<note xml:id="fn-211-3.t2" type="rand" n="³" prev="#fn-211-3"><lb n="22"/>gleich, gekehrt gegen das andre; das andre verschließt seine Unruhe, seine Thätigkeit in sich,<lb n="23"/>und verhält sich ruhig, als ob nicht geschehen wäre.</note>
<note xml:id="fn-212-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Sie sind in der Form des Wissens füreinander; jedes <hi rendition="#g">ist</hi> selbstständig; noch<lb n="25"/>nicht Erkennen, was es mit diesem <hi rendition="#g">Anders</hi> seyn auf sich hat; sie sind <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> dasselbe; –<lb n="26"/>diß ansich in das Fürsichseyn übergehend ist ihre Bewegung.</note>
<pb n="210" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=213" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>einander noch nicht als Selbst bestimmt, nur das Eine ist das Wissen, in sich, und das<lb n="2"/>andre Wissen als Thätigkeit nach aussen; – und das eine ist nach Aussen das all<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gemeine, die <hi rendition="#g">gerundete</hi> Substanz, – das Andre nach innen. Sie sind daher nur<lb n="4"/>entgegengesetzte Charaktere, nicht sich selbst wissende, sondern sich nach Einer<lb n="5"/>Seite im Andern wissende, und nach Einer Seite nur sich in sich; die Bewegung<lb n="6"/>des Wissens ist daher im Innern selbst, nicht im Gegenständlichen; in ihrem <hi rendition="#g">ersten</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">Verhältnisse</hi> fallen die Seiten der Spannung schon auseinander; sie nähern sich<lb n="8"/>zwar mit Ungewißheit und Schüchternheit, aber doch mit Vertrauen, denn jedes<lb n="9"/>weiß unmittelbar sich im andern, und die Bewegung ist nur die Verkehrung, wo<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>durch jedes erfährt, daß das Andre sich ebenso in seinem Andern weiß. Diese Um<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>kehrung liegt darin, daß eben jedes seine Selbstständigkeit aufgibt; der Reitz ist selbst<lb n="12"/>eine <hi rendition="#g">Erregung</hi>, d. h. er ist das nicht in sich befriedigt seyn, sondern sein Wesen<lb n="13"/>im Andern zu haben – dadurch, daß es sich <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Andern</hi> weiß, sich <hi rendition="#g">aufhebt</hi>, als<lb n="14"/>für sich seyend, als verschieden. Diß eigne Aufheben ist sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi>; wo<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>rein sein <hi rendition="#g">unmittelbares</hi> Seyn umschlägt. Sein eignes Aufheben wird jedem am<lb n="16"/>Andern als Seyn <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">andres</hi>. Das Andre ist also für mich, d. h. es weiß sich in<lb n="17"/>mir. Es ist nur Seyn für Andres d. h. es ist ausser sich.</p>
<p><lb n="18"/>Diß Erkennen ist die <hi rendition="#g">Liebe</hi>. Es ist die Bewegung des Schlusses, so daß jedes<lb n="19"/>Extrem vom Ich erfüllt; unmittelbar so im Andern ist, und nur diß Seyn im andern<lb n="20"/>vom Ich sich abtrennt und ihm Gegenstand wird. – Es ist das Element der Sittlich<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>keit, noch nicht sie selbst, es ist nur die Ahndung derselben. Jedes nur als <hi rendition="#g">bestimm</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/><hi rendition="#g">ter</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi>, Charakter oder <hi rendition="#g">natürliches</hi> Individuum, sein ungebildetes natür<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>liches Selbst ist anerkannt. – Hohe<ptr type="anker" target="#fn-213-1"/> ritterliche Liebe fällt in das mystische Bewußt-</p>
<note xml:id="fn-213-1" type="rand" n="¹" next="#fn-213-1.t2"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Gedoppelte Ahndung des Ideals in der Wirklichkeit von der unmittelbaren<lb n="25"/>Existenz erhoben zu ihm – Ideal <hi rendition="#g">allgemeines</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi>; – Herabsteigen aus der Welt des</note>
<pb n="211" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=214" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>seyn, das in einer geistigen Welt als der Wahren lebt, die sich itzt seiner Wirklich<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>keit nähert, und in dieser es ahndet, als gegenwärtig; Freundschafft ist allein<lb n="3"/>im gemeinschafftlichen Werke, und fällt in die Periode des Werdens des sittlichen<lb n="4"/>Wesens – Milderung der herkulischen Tugend, Theseus und Pirithous, Orest und<lb n="5"/>Pylades.</p>
<p><lb n="6"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-214-1"/> <hi rendition="#g">Liebe</hi> wird sich ebenso unmittelbar gegenständlich; es tritt die Bewegung<lb n="7"/>in sie ein; sie ist befriedigt, die Einheit der Extreme, die vorher der Trieb war;<lb n="8"/>diese<ptr type="anker" target="#fn-214-2"/> befriedigte Liebe; unterschieden von den Charakteren ist das <hi rendition="#g">dritte</hi>, das<lb n="9"/>Erzeugte. – Die Einheit entzweyt sich in solche, die <hi rendition="#g">gleichgültig</hi> gegen die Mitte<lb n="10"/>sind;<ptr type="anker" target="#fn-214-3"/> sie sind verschieden seyende.</p>
<p><lb n="11"/>Die befriedigte Liebe wird sich zuerst so <hi rendition="#g">gegenständlich</hi>, daß diß dritte ein<lb n="12"/><hi rendition="#g">anderes</hi> ist, als die Extreme, oder die Liebe das <hi rendition="#g">Andersseyn</hi>, unmittelbare<lb n="13"/><hi rendition="#g">Dingheit</hi> ist, worin die Liebe nicht unmittelbar sich erkennt, sondern es um eines<lb n="14"/>andern willen ist (wie das Werkzeug nicht die Thätigkeit an ihm selbst hat;) – oder<lb n="15"/>beyde erkennen ihre gegenseitige Liebe durch die gegenseitige Dienstleistung, ver<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>mittelt durch ein Drittes, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Ding</hi> ist; es ist Mittel, und Mittel der Liebe; und<lb n="17"/>zwar wie das Werkzeug die bleibende Arbeit ist, so ist diß Dritte auch ein All<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>gemeines; es ist die dauernde bleibende Möglichkeit ihrer Existenz. – Sie als <hi rendition="#g">gleich</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/><hi rendition="#g">gültige</hi> Extreme SIND; diß Seyn ist da es Seyn des Extrems ist, ein verschwin<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>dendes – als Mitte, als Einheit ist es allgemein. Es ist ein Familienbesitz, als Be-</p>
<note xml:id="fn-213-1.t2" type="rand" n="¹" prev="#fn-213-1"><lb n="21"/>Himmels in die Gegenwart – Sprosse der Himmelsleiter – daß das göttliche in der Gegenwart<lb n="22"/>ist – Gott ist die Liebe Freude, weil das natürliche anerkannt ist.</note>
<note xml:id="fn-214-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Gott ist die Liebe daß er das geistige <hi rendition="#g">Wesen</hi> ist, grosses Erkennen, Erkennen<lb n="24"/>des Erkennens.</note>
<note xml:id="fn-214-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>die nordamericanischen Wilden tödten ihre Eltern, wir thun dasselbe.</note>
<note xml:id="fn-214-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>Entzweyung der Liebe in die <hi rendition="#g">seyenden</hi> Extreme, deren Mitte ihnen als ein<lb n="27"/>abstractes <hi rendition="#g">Seyn</hi> gegen über tritt, worin jedes seine Liebe vorstellig macht für das andre – sich<lb n="28"/>zum <hi rendition="#g">Andersseyn</hi>, zum <hi rendition="#g">Dinge</hi>; – Arbeit für das andre ebenso bleibende Befriedigung der<lb n="29"/>Begierde. Das Ding erhält die Bedeutung der Liebe.</note>
<pb n="212" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=215" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>wegung, <hi rendition="#g">Erwerb</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-215-1"/> Es ist hier erst das INTERESSE des Erwerbens, und <hi rendition="#g">bleibenden</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">Besitzes</hi>, und der allgemeinen Möglichkeit des Daseyns vorhanden. Hier tritt<lb n="3"/>erst eigentlich die Begierde selbst als solche ein, nemlich als vernünftige, geheiligte<lb n="4"/>wenn man so will; sie wird durch die gemeinschafftliche Arbeit befriedigt. Die<lb n="5"/>Arbeit geschieht nicht für die Begierde als einzelne, sondern allgemeine; der diß<lb n="6"/>bearbeitet, verzehrt nicht gerade dieses, sondern es kommt in den gemeinsamen<lb n="7"/>Schatz, und aus diesem werden alle erhalten. – Es ist wie das Werkzeug die all<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gemeine <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> des Genusses, und auch die <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Wirklichkeit<lb n="9"/>desselben; es ist ein unmittelbar geistiger Besitz.</p>
<p><lb n="10"/>– Das Familiengut hat das Moment der Thätigkeit höher als das Werkzeug so<lb n="11"/>an ihm, daß die beyden Extreme selbstbewußte Thätigkeiten sind – Aber dieser<lb n="12"/>Gegenstand hat noch nicht die Liebe an ihm,<ptr type="anker" target="#fn-215-2"/> sondern die Liebe ist in den Extremen;<lb n="13"/>das Erkennen der beyden Charaktere ist noch nicht selbst ein erkennendes Er<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>kennen, die Liebe selbst ist noch nicht der Gegenstand; das Ich der Liebe aber zieht<lb n="15"/>sich aus ihr zurük, stößt sich von sich selbst ab, und wird sich der Gegenstand.<lb n="16"/>Die Einheit der beyden Charaktere ist nur die <hi rendition="#g">Liebe</hi>, aber sie weiß sich nicht als<lb n="17"/>die Liebe; diß weiß sie sich im Kinde. In ihm schauen sie die Liebe an, ihre <hi rendition="#g">selbst</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/><hi rendition="#g">bewußte</hi> Einheit, als selbstbewußte.</p>
<p><lb n="19"/>Sie ist der <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Gegenstand, oder ein einzelnes; und die Einheit der<lb n="20"/>Liebe ist itzt zugleich Bewegung, diese Einzelnheit aufzuheben. Diese Bewegung<lb n="21"/>hat nach Einer Seite die Bedeutung, das unmittelbare Daseyn aufzuheben – Tod der<lb n="22"/>Eltern, sie sind das verschwindende <hi rendition="#g">Werden</hi>, der sich aufhebende Ursprung. –</p>
<note xml:id="fn-215-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Besitz hat die Bedeutung, daß ein Ding Mein ist, oder Ich ist allgemein, es ist<lb n="24"/>viele Ich, diß hier vorhanden.</note>
<note xml:id="fn-215-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Die Liebe ist α) als <hi rendition="#g">Gleichheit</hi> <hi rendition="#g">abstractes</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> diß gesetzt, Besitz er<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>scheint als ein fremdes aber in ihrem Begriff β) <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>, <hi rendition="#g">Selbst</hi> Fürsichseyn</note>
<pb n="213" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=216" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>Gegen das erzeugte Individuum ist diese als bewußte Bewegung das Werden seines<lb n="2"/><hi rendition="#g">Fürsichseyns</hi>, die ERZIEHUNG;<ptr type="anker" target="#fn-216-1"/> nach seinem Wesen aber überhaupt das Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>heben der Liebe.</p>
<p><lb n="4"/>Die Familie ist beschlossen in diesen Momenten α) der Liebe, als natürlicher,<lb n="5"/>Erzeugung von Kindern β) die selbstbewußte Liebe, bewußte Empfindung und<lb n="6"/>Gesinnung und Sprache derselben γ) die gemeinsame Arbeit, und der Erwerb,<lb n="7"/>gegenseitige Dienstleistung und Sorge δ) die Erziehung – Kein einzelnes kann zum<lb n="8"/>ganzen Zwecke gemacht werden.</p>
<p><lb n="9"/>Die Liebe ist sich zum Gegenstande geworden, und dieser ein für sichseyendes;<lb n="10"/>nicht mehr der Charakter, sondern es hat das ganze einfache Wesen an ihm selbst;<lb n="11"/>es ist jedes [das] geistige Anerkennen selbst, <hi rendition="#g">welches</hi> sich selbst weiß. Die Familie<lb n="12"/>ist als <hi rendition="#g">Ganzes</hi> einem andern in sich geschlossenen Ganzen gegenübergetreten,<lb n="13"/>oder es sind vollständige, freye Individualitäten füreinander; oder es ist hier erst<lb n="14"/>ein eigentliches Seyn für den Geist, indem es ein selbstbewußtes Fürsichseyn ist.</p>
<note xml:id="fn-216-1" type="rand" n="¹"><lb n="15"/><seg type="marke">¹ </seg>es ist unmittelbare <hi rendition="#g">geistige</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi>; es schaut sie an, als sein Wesen, aber<lb n="16"/>Fremdes, worin es sein Selbst noch nicht hat; – es <hi rendition="#g">dient</hi>, es ist nicht die Individualität, das für<lb n="17"/>sich seyende; aber sein Dienen ist Thun; durch das Thun macht es die Substanz zur seinigen;<lb n="18"/>die Bewegung setzt das Moment des Selbst hinzu – (Ein getriebnes Rad behält eine zeitlang die<lb n="19"/>Bewegung an ihm, ob es gleich nicht mehr getrieben wird) aber Ich der Begriff, selbst die<lb n="20"/>Bewegung; es bewegt durch <hi rendition="#g">andres</hi>, schlägt diß in Selbstbewegung um, und diese umgekehrt<lb n="21"/>in andersseyn, gegenständlichwerden des Ich, und <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi>, und zwar nicht als das<lb n="22"/>abstracte der Begierde, sondern als Ganzes, das aus dem Ganzen, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Liebe</hi> hervorgegangen<lb n="23"/>ist. Zwey Ganze stehen itzt einander gegenüber – Es ist <hi rendition="#g">Charakter</hi>, der es sich durch die <hi rendition="#g">Ver</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/><hi rendition="#g">mittlung</hi> geworden, durch Dienen, gegen die Substanz, gegen das Ganze; – ist daher nicht<lb n="25"/>mehr <hi rendition="#g">natürlicher</hi> Charakter, sondern hat sein natürliches Daseyn verlassen; die Bestimmtheit<lb n="26"/>des Willen ist aufgehoben. <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> der Liebe;</note>
<pb n="214" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=217" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Sie<ptr type="anker" target="#fn-217-1"/> sind zugleich aufeinander bezogen, und gespannt gegeneinander. Ihr un<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>mittelbares Daseyn ist ausschliessend; der Eine hat in seinem Gute sich eines Stücks<lb n="3"/>der Erde bemächtigt, – nicht eines einzelnen Dings, wie im Werkzeuge, sondern des<lb n="4"/>dauernden allgemeinen Daseyns. Er hat es durch die Arbeit bezeichnet, oder dem<lb n="5"/>Zeichen seinen Inhalt als daseyendes gegeben; eine negative ausschliessende Bedeu<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>tung. Der andre ist also aus dem, was <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, ausgeschlossen; das Seyn ist nicht<lb n="7"/>mehr ein allgemeines.</p>
<p><lb n="8"/>Diß Verhältniß ist es gewöhnlich, was der <hi rendition="#g">Naturzustand</hi> genannt wird; das<lb n="9"/>freye gleichgültige Seyn von Individuen gegeneinander, und das Naturrecht soll<lb n="10"/>beantworten, was nach diesem Verhältnisse die Individuen für Rechte und Pflichten<lb n="11"/>gegeneinander haben; welches die Nothwendigkeit ihres Verhaltens ist, – ihrer nach<lb n="12"/>ihrem Begriffe selbstständiger Selbstbewußtseyne. Das einzige Verhältniß derselben<lb n="13"/>aber ist, eben diß Verhältniß aufzuheben, exeundum e statu naturae. In diesem Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>hältnisse haben sie keine Rechte und keine Pflichten gegeneinander, sondern er<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>halten sie erst durch das Verlassen desselben. Es ist der <hi rendition="#g">Begriff</hi> der gegeneinander<lb n="16"/>freyen Selbstbewußtseyne gesetzt; – aber eben nur der Begriff; er hat sich weil er<lb n="17"/>Begriff ist, vielmehr zu realisiren, d. h. eben sich, der in der Form des Begriffs ist<lb n="18"/>gegen seine Realität, aufzuheben. – Es geschieht in der That bewußtlos selbst in der<lb n="19"/>Auflösung der Aufgabe, und in ihr selbst; – bewußtlos, d. h. daß der Begriff nicht<lb n="20"/>in den Gegenstand fällt. Die Aufgabe lautet so, <hi rendition="#g">was</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">Recht</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Pflicht</hi><lb n="21"/><hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Individuum</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Naturzustande</hi>? – der Begriff dieses Individuums</p>
<note xml:id="fn-217-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>α) Naturzustand – Recht im Naturzustande, als absolutes, Recht. – Recht<lb n="23"/>enthält die <hi rendition="#g">reine</hi> PERSON, reines <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi>; – so sind sie nicht im Naturzustande,<lb n="24"/>sondern versenkt in das Daseyn – dadurch daß er Mensch ist, in seinem <hi rendition="#g">Begriff</hi>, aber im<lb n="25"/>Naturzustand ist er nicht in seinem <hi rendition="#g">Begriffe</hi>, sondern als Naturwesen, in seinem <hi rendition="#g">Daseyn</hi>. –<lb n="26"/>Frage widerspricht sich unmittelbar – ich betrachte den Menschen in seinem <hi rendition="#g">Begriff</hi> d. h.<lb n="27"/>nicht im Naturzustande</note>
<pb n="215" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=218" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>wird zum Grunde gelegt, aus diesem Begriff soll es entwickelt werden. Ich bringe<lb n="2"/>dazu die Bestimmung des <hi rendition="#g">Rechts</hi> herbey; ich zeige aus ihm, daß er eine rechts<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>fähige, eine Person ist; – aber diß Zeigen fällt in mich; es ist die Bewegung meines<lb n="4"/>Gedankens; aber der Inhalt ist das freye Selbst; – diese Bewegung läßt aber diß<lb n="5"/>nicht was es ist – oder es ist die Bewegung dieses Begriffs – Recht ist die <hi rendition="#g">Bezie</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">hung</hi> der Person in ihrem Verhalten zur andern – das allgemeine Element ihres<lb n="7"/>freyen Seyns – oder die Bestimmung, Beschränkung ihrer leeren Freyheit. Diese<lb n="8"/>Beziehung oder Beschränkung habe ich nicht für mich auszuhecken, und herbey zu<lb n="9"/>bringen; sondern der Gegenstand ist selbst dieses Erzeugen des Rechts überhaupt,<lb n="10"/>d. h. der <hi rendition="#g">anerkennenden</hi> Beziehung – In dem Anerkennen hört das Selbst auf<lb n="11"/>diß einzelne zu seyn; es ist rechtlich im Anerkennen, d. h. nicht mehr in seinem<lb n="12"/>unmittelbaren Daseyn. Das anerkannte ist anerkannt als <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> geltend,<lb n="13"/>durch <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi>; – aber eben <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">erzeugt</hi> <hi rendition="#g">aus</hi> <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Begriffe</hi>;<lb n="14"/>es ist anerkanntes Seyn; der Mensch wird nothwendig anerkannt und ist noth<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>wendig anerkennend. Diese Nothwendigkeit ist seine eigne, nicht die unsres Den<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>kens im Gegensatze gegen den Inhalt. Als anerkennend ist er selbst die Bewegung,<lb n="17"/>und diese Bewegung hebt eben seinen Naturzustand auf; er ist Anerkennen; das<lb n="18"/>natürliche <hi rendition="#g">ist</hi> nur, – es ist nicht <hi rendition="#g">geistiges</hi>.</p>
<p><lb n="19"/>Die Individuen, wie sie gegeneinander sind, anerkennen sich noch nicht, sondern<lb n="20"/>ihr Seyn ist vielmehr gestört; der eine hat es durch seinen <hi rendition="#g">Besitz</hi> gestört; dieser<lb n="21"/>Besitz ist noch kein Eigenthum.<ptr type="anker" target="#fn-218-1"/> – Das Recht des <hi rendition="#g">Besitzes</hi> unmittelbar geht gegen</p>
<note xml:id="fn-218-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>Betrachte ich ihn deßwegen in diesem Naturzustande, als <hi rendition="#g">unmittelbar</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">besitzend</hi>, und frage was hier Rechtens ist, so erfodert diß eine absolute Bestimmung,<lb n="24"/>jenes aber ist das zufällige Seyn; ebenso zufällig ist ihre Beziehung aufeinander, und es ist<lb n="25"/>keine Bestimmung zu gewinnen – Es scheint die Sache weil sie <hi rendition="#g">mein</hi> ist, <hi rendition="#g">Ich</hi> bin anzuerken<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>nen, gelte <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> und in der Form der Unmittelbarkeit; diß <hi rendition="#g">anerkennen</hi> ist das<lb n="27"/><hi rendition="#g">Recht</hi>.</note>
<pb n="216" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=219" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>die Dinge, nicht gegen einen dritten – Der Mensch hat das <hi rendition="#g">Recht</hi> in Besitz zu<lb n="2"/>nehmen, was er als einzelner kann; er hat das Recht, diß liegt in seinem Begriffe,<lb n="3"/>Selbst zu seyn, dadurch ist er die Macht gegen alle Dinge. Aber seine Besitznahme<lb n="4"/>erhält auch die Bedeutung einen dritten auszuschliessen – was ist in Ansehung dieser<lb n="5"/>Bedeutung das den andern verbindende? Was darf ich in Besitz nehmen, ohne<lb n="6"/>Unrecht des dritten? Solche Fragen eben können nicht beantwortet werden. – Die<lb n="7"/>Besitzergreifung<ptr type="anker" target="#fn-219-1"/> ist die <hi rendition="#g">sinnliche</hi> <hi rendition="#g">Bemächtigung</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-219-2"/> und sie hat durch das<lb n="8"/>Anerkennen zur rechtlichen zu werden. Sie ist rechtlich nicht darum, weil sie ist.<lb n="9"/><hi rendition="#g">An</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> nimmt der unmittelbare Mensch Besitz. – Es ist dieser Widerspruch daß<lb n="10"/>das unmittelbare den Inhalt ausmacht, das Subject, dessen Prädicat das Recht seyn<lb n="11"/>soll. – Weil es von den andern anerkannt ist, ist es mein Eigenthum; aber was an<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>erkennen die andern? das was ich habe, in dessen Besitz ich bin. Der Inhalt geht<lb n="13"/>also von meinem Besitze aus. Kann ich nun haben, was und soviel ich will? Ich<lb n="14"/>kann es nicht einem dritten nehmen, um des Anerkennens willen, denn was er hat,<lb n="15"/>ist ja anerkannt. – Aber indem ich es unmittelbar, d. h. als ein solches, das keinem<lb n="16"/>angehört, in Besitz nehme, schliesse ich ihn <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> aus, und so kommt wieder<lb n="17"/>bey der Besitznahme die Frage nach dem Anerkennen hervor; ich nehme das was<lb n="18"/>sein Besitz werden könnte. – Es <hi rendition="#g">könnte</hi> nur aber erst sein Besitz werden, der<lb n="19"/>meinige aber ist es <hi rendition="#g">wirklich</hi>, seine Möglichkeit steht meiner Wirklichkeit nach;<lb n="20"/>er hat mich, der ich <hi rendition="#g">wirklich</hi> bin, anzuerkennen. Aber was besitze ich denn? –<lb n="21"/>a) meinen Körper, b) das Ding, das ich schon im Mund, oder in der Hand habe –<ptr type="anker" target="#fn-219-3"/></p>
<note xml:id="fn-219-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>herauswarts oder Bestimmung des <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> <hi rendition="#g">Seyns</hi></note>
<note xml:id="fn-219-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Widerspruch des <hi rendition="#g">Habens</hi> und des <hi rendition="#g">Fürsichseyns</hi> – Im Haben bin ich<lb n="24"/><hi rendition="#g">unmittelbar</hi> seyend – jenes als <hi rendition="#g">unmittelbares</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi>, diß als <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyend</hi>, unmit<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>telbarer Widerspruch – <hi rendition="#g">meine</hi> Sache insofern sie <hi rendition="#g">meine</hi> ist, nicht insofern sie Sache ist, Unter<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>scheidung</note>
<note xml:id="fn-219-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>Gegenständlichkeit; Freye Abtrennung des <hi rendition="#g">Mein</hi> (in den Besitz, der Liebe<lb n="28"/>freyer Gegenstand;) <hi rendition="#g">Wesen</hi> Ding, <hi rendition="#g">Form</hi> die meine.</note>
<pb n="217" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=220" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>aber nicht nur dieses, sondern was ich schon mit der Begierde mit dem Blicke<lb n="2"/>bezeichnete, schon wollte, schon darnach griff, – Kinder behaupten ein Recht,<lb n="3"/>weil sie es <hi rendition="#g">zuerst</hi> gesehen, gewollt haben; und Grosse werden, ob sie wohl nichts<lb n="4"/>mehr machen können, durch Zuvorkommen eines andern ärgerlich – Ausser dem<lb n="5"/>unmittelbaren Ergriffenhaben aber ist das seyende Ding, als mein Besitz kund<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>gethan durch ein <hi rendition="#g">Zeichen</hi>, z. B. die Bearbeitung selbst – was als <hi rendition="#g">mein</hi> bezeichnet<lb n="7"/>ist, hat der andre nicht zu verletzen – Die Bezeichnung aber ebenso zufällig – ein<lb n="8"/>eingeschlossenes Erdreich – wo nur die Umschliessung, eine Furche darum gezogen<lb n="9"/>ist<ref type="anker" target="#fn-220-1">¹</ref> – ist bezeichnet als mein, und wieder nicht – Das Zeichen hat eine unbegränzte<lb n="10"/>Ausdehnung<ref type="anker" target="#fn-220-2">²</ref> – Pfahl auf einer Insel eingeschlagen, bedeutet,<ref type="anker" target="#fn-220-3">³</ref> daß ich Besitz will<lb n="11"/>von ihr genommen haben – ebenso in der Bearbeitung kann ich Form nicht von<lb n="12"/>einem metallnen Becher trennen; aber wo hebt bey einem bearbeiteten Aker,<lb n="13"/>Baum, die Form [an] und wo hört sie auf – das innre jeder Erdscholle ist unberührt<lb n="14"/>gelassen<ref type="anker" target="#fn-220-4">⁴</ref> – oder wenigstens bewegt, so das untre – und viel nicht – u.s.f.</p>
<p><lb n="15"/>Das <hi rendition="#g">sinnliche</hi> unmittelbare, worauf das Allgemeine angewandt ist, entspricht<lb n="16"/>diesem nicht; – nicht von ihm umgeben – schlecht unendliche Theilung.</p>
<p><lb n="17"/>Es ist nicht <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> allgemein, immer ein Widerspruch in Ansehung dieses<lb n="18"/>Inhalts – Angemessenheit zum Bedürfnisse einer Familie eines Einzelnen, wi<choice><orig>e</orig><reg/></choice>der<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>spricht dem reinen <hi rendition="#g">Selbst</hi>, der Gleichheit, die gerade dem Rechte zu Grunde<lb n="20"/>liegt. – Nichts <hi rendition="#g">ansich</hi> hierüber zu bestimmen, sondern der Einzelnheit angehörig,<lb n="21"/>ist es die Seite die <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Zufalle</hi> anheimgestellt ist; – es ist keine Vernunft darin,<lb n="22"/>sondern diese erst so hineinzubringen, daß nichts durch unmittelbares Nehmen</p>
<note xml:id="fn-220-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Erweiterung des gegenständlichen Ich, – durch seine <hi rendition="#g">Bedeutung</hi><ref type="anker" target="#fn-220-s1">∗</ref></note>
<note xml:id="fn-220-s1" type="darunter" n="∗"><lb n="24"/><seg type="marke">∗ </seg>Waffe, Masse</note>
<note xml:id="fn-220-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Form</hi>; <hi rendition="#g">Aushöhlen</hi> eines geformten – das <hi rendition="#g">Ding</hi> als <hi rendition="#g">Ding</hi> gehört mir,<lb n="26"/>mein Willen schließt es in sein Selbst ein</note>
<note xml:id="fn-220-3" type="rand" n="³"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>Erster Besitz Zufall, <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">es</hi> Seite der Zufälligkeit, diese eben ist aufzuheben –</note>
<note xml:id="fn-220-4" type="rand" n="⁴"><lb n="28"/><seg type="marke">⁴ </seg>Steinmasse an einigen Seiten bearbeitet, da wo nicht, kann ich ihn aushöhlen<lb n="29"/>– Baum nicht gepflanzt von ihm – Thier</note>
<pb n="218" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=221" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>einem angehört, sondern durch <hi rendition="#g">Vertrag</hi>, d. h. eben diß unmittelbare Besitz<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>nehmen nicht stattfindet, daß nicht <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ausgeschlossen wird, sondern anerkannt.<lb n="3"/>Das Ausschliessen <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist vielmehr das nicht rechtliche, was nicht statt finden<lb n="4"/>soll, denn der ausgeschlossne ist darin nicht als wirkliches Bewußtseyn vorhanden,<lb n="5"/>noch ich verhalte mich dabey gegen ein solches.</p>
<p><lb n="6"/>Das Anerkennen ist also das Erste, was werden muß. Oder die Individuen sind<lb n="7"/>die <hi rendition="#g">Liebe</hi>, diß Anerkannt<hi rendition="#g">seyn</hi>, ohne Gegensatz des Willens, worin jedes der ganze<lb n="8"/>Schluß wäre, worin sie nur als Charaktere nicht als freye Willen eintreten. Ein sol<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>ches hat zu werden. Es hat für sie zu werden, was sie an sich sind. – Ihr Seyn für<lb n="10"/>einander ist der Anfang dazu. –</p>
<p><lb n="11"/>Sie<ref type="anker" target="#fn-221-1">¹</ref> sind also α) ein solches Individuum, das ausgeschlossen hat aus seinem Be<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>sitze, und das andre für sich gewordne, das ausgeschlossne. Sie sind so selbst un<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>mittelbare füreinander. Der <hi rendition="#g">Schluß</hi> ist daß jedes sein <hi rendition="#g">Wesen</hi> nicht im andern<lb n="14"/>weiß, wie der Charakter, sondern sein Wesen in sich selbst, oder er ist <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>,<lb n="15"/>der eine aber als ausgeschlossener aus dem Seyn, der andere als ausschliessender.<lb n="16"/>Sie sind so entgegengesetzt und füreinander, daß das eine vielmehr sich als Wesen,<lb n="17"/>als <hi rendition="#g">Seyn</hi> von dem andern negirt findet; wenn er aber nicht für den Ersten ist, so<lb n="18"/>ist er dagegen fürsich.</p>
<p><lb n="19"/>Die Bewegung fängt also hier nicht mit dem positiven an, sich im andern zu<lb n="20"/>wissen, und dadurch das selbstnegiren des Andern anzuschauen; sondern im Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>theil sich nicht in ihm zu wissen, und vielmehr <hi rendition="#g">sein</hi> des Andern fürsichseyn im<lb n="22"/>Andern zu sehen. Der Schluß fängt also mit der Selbstständigkeit des Fürsichseyns<lb n="23"/>der Extreme an, oder damit es für das andre ist, daß sie selbstständig sind.<lb n="24"/>Und zwar zuerst von der einen Seite, der des ausgeschlossnen, denn er ist <hi rendition="#g">für</hi></p>
<note xml:id="fn-221-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>Seine Substanz, sein Bestehen ist Ding, das dieses Ganze <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> besitzt,<lb n="26"/>– in der Bedeutung <hi rendition="#g">dieses</hi> <hi rendition="#g">einzelnen</hi> <hi rendition="#g">Ganzen</hi>, er <hi rendition="#g">hat</hi> nur erst, noch nicht Eigenthum</note>
<pb n="219" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=222" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyend</hi>, weil er für den andern nicht ist, weil er vom Seyn durch den andern<lb n="2"/>ausgeschlossen wird; der andre aber, – die Familie, – ist ruhig unbefangen für sich.<lb n="3"/>Der ausgeschlossne verletzt den Besitz des Andern, er setzt sein ausgeschlossenes<lb n="4"/>Für sich seyn darein, sein <hi rendition="#g">Mein</hi>; er verdirbt etwas daran, – vernichten, wie das der<lb n="5"/>Begierde, um sein Selbstgefühl sich zu geben, aber nicht sein leeres Selbstgefühl,<lb n="6"/>sondern sein Selbst in einem Andern selbst setzend, in das Wissen, eines Andern; –<lb n="7"/>die Thätigkeit geht nicht auf das negative, das Ding, sondern das sich Wissen des<lb n="8"/>Andern. Es wird dadurch ein Unterschied in das <hi rendition="#g">Wissen</hi> des Andern gesetzt,<lb n="9"/>der nur in das Daseyn des <hi rendition="#g">Andern</hi> einen setzte. Er wird dadurch ebenso aufgeregt,<lb n="10"/>er ist <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> getrennt, und sein Ausschliessen aus dem Seyn ist in ein Ausschliessen<lb n="11"/>des Wissens umgeschlagen; er kommt zum Bewußtseyn, daß er ganz etwas andres<lb n="12"/>that, als er <hi rendition="#g">meynte</hi>; sein <hi rendition="#g">Meynen</hi> war das reine Beziehen seines Seyns auf sich<lb n="13"/>selbst, sein unbefangnes für sich seyn. – So erregt stehen beyde gegeneinander, –<lb n="14"/>und zwar der zweyte als Beleidiger, der erste als der Beleidigte; denn dieser <hi rendition="#g">meynte</hi><lb n="15"/>nicht <hi rendition="#g">jenen</hi> in seiner Besitznehmung – dieser aber beleidigte, er meynte ihn, was<lb n="16"/>er vernichtete war nicht die eigne Form des Dings, sondern die Form der Arbeit<lb n="17"/>oder das Thun des Andern. Daß also der ausgeschlossne sich wiederherstellte, bringt<lb n="18"/>nicht die Gleichheit beyder, sondern vielmehr eine neue Ungleichheit; – Gleichheit<lb n="19"/>daß <hi rendition="#g">beyde</hi> nun in dem Dinge sich setzten; aber die höhere Ungleichheit des<lb n="20"/>Setzens des einen in das Fürsichseyn des andern; – der erstere setzte sich in das<lb n="21"/>herrenlose Ding, der andre in das besessene. –</p>
<p><lb n="22"/>Diese Ungleichheit ist aufzuheben; sie muß aber schon an sich aufgehoben seyn,<lb n="23"/>und das Thun beyder ist nur, daß diß für beyde wird. Das Aufheben des Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>schliessens ist schon geschehen, beyde sind <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>. Beyde sind ein Wissen,<lb n="25"/>sind sich Gegenstand, jeder ist seiner im Andern bewußt, zwar als ein aufgehobenes,<lb n="26"/>aber ebenso steht die Positivität auf der Seite eines Jeden, jeder <hi rendition="#g">will</hi> dem andern<lb n="27"/>gelten; es ist jedem <hi rendition="#g">Zweck</hi> im andern <hi rendition="#g">sich</hi> anzuschauen;<ptr type="anker" target="#fn-222-1"/> jeder ist der Schluß,</p>
<note xml:id="fn-222-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">jeder</hi> ist <hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">sich</hi></note>
<pb n="220" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=223" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>dessen ein Extrem ausser ihm ist (aufgehoben im andern) und jeder ist in sich – aber<lb n="2"/>beyde Ich, das in mir, und das aufgehobne im Andern sind dasselbe. Ich bin mir<lb n="3"/><hi rendition="#g">Inhalt</hi> als Zweck d. h. ich bin mir positiv – <hi rendition="#g">mein</hi> Ich soll ebenso positiv seyn; –<lb n="4"/>oder meine Positivität ist nur erst in mich eingeschlossen, nur erst <hi rendition="#g">mein</hi> <hi rendition="#g">Zweck</hi>.<lb n="5"/>Die Ungleichheit hat also α) die Form, daß der eine nur das Seyn des andern auf<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>hob, der andere aber das Für sichseyn des Ersten β) in jedem, daß <hi rendition="#g">jeder</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">ausser</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">weiß</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> eine hat sein Daseyn verloren, nemlich <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Beleidigte</hi>;<lb n="8"/>der <hi rendition="#g">andre</hi> <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">wieder</hi> <hi rendition="#g">gegeben</hi>, <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Herstel</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">lung</hi> <hi rendition="#g">geschah</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">Kosten</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">andern</hi>, ist bedingt dadurch, es ist nicht ein<lb n="10"/>unmittelbarer, freyer Erwerb. Ihre Rollen sind also umgetauscht, der Beleidiger<lb n="11"/>ist für sich zufrieden, (nicht <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, denn sein Ansichseyn ist bedingt) der zweyte<lb n="12"/>ist itzt der gereitzte, der gespannte, ein Fremdes für sich seyn hat sich in das seinige<lb n="13"/>gesetzt; er geht darauf, nicht mehr sein Daseyn herzustellen, sondern sein Wissen<lb n="14"/>von sich, d. h. <hi rendition="#g">anerkannt</hi> zu werden. Es<ptr type="anker" target="#fn-223-1"/> soll das <hi rendition="#g">wirkliche</hi> <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> <hi rendition="#g">als</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">solches</hi> <hi rendition="#g">gesetzt</hi> werden, nicht als Form des Dings, denn diese hatte nicht blei<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>bendes, noch durch die Sprache; denn das <hi rendition="#g">Wissen</hi> ist wirklich; – es ist Willen,<lb n="17"/>das <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> als solches; seine Wirklichkeit hat die Bedeutung von dem<lb n="18"/>andern anerkanntzuseyn, ihm als absolut zu gelten. – Daß es aber als absolutes<lb n="19"/>gelte, muß es sich selbst [als] absolutes, als Willen darstellen, d. h. als ein solches<lb n="20"/>dem nicht mehr sein Daseyn, das es als Besitz hatte, gilt, sondern <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">ge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">wußtes</hi> <hi rendition="#g">Für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>; dessen Seyn die reine Bedeutung des Wissens von sich<lb n="22"/>hat, und so zur Existenz kommt. Solches Darstellen aber ist das durch sich voll<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>brachte Aufheben des Daseyns,<ptr type="anker" target="#fn-223-2"/> das ihm angehört, durch sich selbst, Richtung des</p>
<note xml:id="fn-223-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Jeder <hi rendition="#g">weiß</hi> sich für sich – denn der eine hat das Fremde <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi> auf<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>gehoben; der andre aber schaut sein Für sich seyn aufgehoben; – er schaut es als aufgehoben<lb n="26"/>an – er ist <hi rendition="#g">wissen</hi> –</note>
<note xml:id="fn-223-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>α) Besitz; β) Verschwinden dieses Für sich seyns der Form, des Besitzes γ) ver<pc force="weak">-</pc><lb n="28" break="no"/>schwinden seines eignen unmittelbaren Daseyns</note>
<pb n="221" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=224" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">DER GEIST NACH SEINEM BEGRIFFE</fw>
<p><lb n="1"/>Willens auf sich selbst, auf das Extrem seiner Einzelnheit; (der Charakter ist nur<lb n="2"/>gerichtet auf sich als allgemeines) – Ihm als Bewußtseyn erscheint diß, daß es auf<lb n="3"/>den <hi rendition="#g">Tod</hi> eines andern geht, es geht aber auf seinen eignen, Selbstmord, – indem<lb n="4"/>es sich der <hi rendition="#g">Gefahr</hi> aussetzt.</p>
<p><lb n="5"/>Es<ptr type="anker" target="#fn-224-1"/> schaut also sein aufgehobnes aüsserliches Daseyn an; diß Daseyn ist sein<lb n="6"/>eigenstes; es verwandelt das aufgehobenseyn jenes Fremden in das seines eigensten<lb n="7"/>Fürsichseyns; weil es Vernunft ist. – Das Widerherstellen ist die Aufnahme sei<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>nes Daseyns in die Abstraction des Wissens. – Die <hi rendition="#g">List</hi>, ist das Wissen das <hi rendition="#g">in</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">sichseyn</hi>, Wissen von sich, – wie der Willen nur Trieb; im Triebe haben die<lb n="10"/>Extreme die Form der Gleichgültigkeit, <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Seyns</hi>, er ist noch nicht ein <hi rendition="#g">Wissen</hi>;<lb n="11"/>der wissende Willen ist zu erfüllen α) als der Liebe, mit dem Wissen der unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>baren Einheit der beyden Extreme, ihrer als selbstloser; β) mit dem Anerkennen,<lb n="13"/>mit ihnen als freyem Selbst; jenes ist die Erfüllung des allgemeinen Extrems, – diß<lb n="14"/>des einzelnen; d. h. das machen desselben zum ganzen Schlusse, dieser Schluß hat<lb n="15"/>die Extreme in der Form des Fürsichseyns in ihm. Jenes Erkennen wird aner<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>kennen. – Es sind sich als <hi rendition="#g">fürsichseyn</hi> wissende, – so sind sie getrennt – Die Be<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>wegung ist der Kampf auf Leben und Tod. Aus diesem geht jedes [so] hervor, daß<lb n="18"/>es das andre als reines Selbst gesehen – und es ist ein <hi rendition="#g">Wissen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Willens</hi>; und<lb n="19"/>daß der Willen eines jeden wissender ist, d. h. in sich vollkommen in seine reine<lb n="20"/>Einheit reflectirter. Triebloser Willen; die Bestimmtheit in sich eingehüllt – das<lb n="21"/>Seyn nicht als ein Fremdes zu wissen.</p>
<p><lb n="22"/>Dieser wissende Willen ist nun <hi rendition="#g">allgemeiner</hi>. Er ist das <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi>;</p>
<note xml:id="fn-224-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Gewalt, Herrschafft und Dienen</note>
<pb n="222" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=225" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>sich entgegengesetzt in der Form der Allgemeinheit,<ptr type="anker" target="#fn-225-1"/> ist er das Seyn, Wirklichkeit<lb n="2"/>überhaupt, – und der Einzelne, das Subject ist die <hi rendition="#g">Person</hi>. Der Willen des Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>zelnen ist der allgemeine, und der Allgemeine ist [der] einzelne – Sittlichkeit über<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>haupt, unmittelbar aber Recht.<ptr type="anker" target="#fn-225-2"/></p>
</div>
<div>
<head><lb n="5"/>II.</head>
<head><lb n="6"/>WIRKLICHER GEIST.<ptr type="anker" target="#fn-225-3"/></head>
<p><lb n="7"/>Weder als Intelligenz ist der Geist wirklich, noch als Willen – sondern <hi rendition="#g">als</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Willen</hi>, der <hi rendition="#g">Intelligenz</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, d. h. in der Intelligenz sind die Einheit zweyer<lb n="9"/>Allgemeinheiten; <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinen</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">vollständige</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">Selbst</hi>; – sie sind ein Wissen von ihrem <hi rendition="#g">Seyn</hi>, und ihr seyn ist diß geistige, der</p>
<note xml:id="fn-225-1" type="rand" n="¹"><lb n="11"/><seg type="marke">¹ </seg>Wie<ptr type="anker" target="#fn-225-s1"/> die Stuffen der Intelligenz und des Willens sich entsprechen.<lb n="12"/>a) Sprache, Nahme <seg type="leerraum">   </seg>α) Liebe hat Daseyn<lb n="13"/>b Verstand <seg type="leerraum">   </seg>β) Urtheil, Ganzes –<lb n="14"/>Urtheil <seg type="leerraum">   </seg>Bewegung des Schlusses<lb n="15"/>und Vernunft<lb n="16"/>Bewegung <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Sprache</hi></note>
<note xml:id="fn-225-s1" type="ueber" n="∗"><lb n="17"/><seg type="marke">∗ </seg>Einbildungskrafft <seg type="leerraum">   </seg>freyer Willen überhaupt<lb n="18"/>Erinnerung <seg type="leerraum">   </seg>Werkzeug<lb n="19"/>Zeichen, <seg type="leerraum">   </seg>List.</note>
<note xml:id="fn-225-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>Beschränkung der Freyheit d. h. der Willkühr der Freyheit im Einzelnen,<lb n="21"/>Zufälligen.</note>
<note xml:id="fn-225-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>a) <hi rendition="#g">Intelligenz</hi>, besondre Vorstellung, Bild überhaupt – <hi rendition="#g">seyendes</hi> Fremdes<lb n="23"/>leeres Mein – <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> ist <hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">erfüllt</hi> <hi rendition="#g">mit</hi> <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-225-s2"/><lb n="24"/>b. <hi rendition="#g">Willen</hi> Liebe das <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> anerkanntseyn; das Recht, diß allgemeine abstracte<lb n="25"/>Anerkanntseyn.</note>
<note xml:id="fn-225-s2" type="rand" n="∗"><lb n="26"/><seg type="marke">∗ </seg>ein vollständiges Mein ist erfüllt mit dem ganzen Willen.</note>
<pb n="223" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=226" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>allgemeine Willen. In diesem Elemente hat sich nun das vorhergehende darzu<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>stellen, in ihm hat sich, wie in dem Willen die abstracte Intelligenz [sich] aufgehoben<lb n="3"/>hat, – oder ihre Gegenstände sich durch sich selbst erfüllten, – so hier der abstracte<lb n="4"/>Willen aufzuheben, oder als aufgehobner zu erzeugen in dem Elemente des all<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gemeinen anerkanntseyns, dieser geistigen Wirklichkeit. Der Besitz verwandelt sich<lb n="6"/>dadurch in das Recht, so wie die Arbeit vorher in allgemeine; was Familiengut<lb n="7"/>war, worin die Ehgenossen sich wußten,<ref type="anker" target="#fn-226-1">¹</ref> wird allgemeines Werk und Genuß<lb n="8"/>aller; – und der Unterschied der Individuen wird ein Wissen vom Guten und<lb n="9"/>Bösen;<ref type="anker" target="#fn-226-2">²</ref> – <hi rendition="#g">persönliches</hi> Recht und Unrecht.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="10"/>[a. ANERKANNTSEYN.]</head>
<head><lb n="11"/>a. [UNMITTELBARES ANERKANNTSEYN.]</head>
<p><lb n="12"/>Das<ref type="anker" target="#fn-226-3">³</ref> <hi rendition="#g">anerkanntseyn</hi> ist <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Wirklichkeit, und in ihrem Elemente<lb n="13"/>die Person, zuerst als <hi rendition="#g">fürsichseyn</hi> überhaupt; sie ist geniessend und arbeitend. –<lb n="14"/>Erst hier <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Begierde</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Recht</hi> <hi rendition="#g">aufzutreten</hi>; denn sie ist <hi rendition="#g">wirklich</hi>,<lb n="15"/>d. h. sie <hi rendition="#g">selbst</hi> hat <hi rendition="#g">allgemeines</hi>, <hi rendition="#g">geistiges</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi>. Arbeit Aller und für Alle,<lb n="16"/>und Genuß – Genuß Aller; jeder dient dem andern, und leistet Hülfe – oder das<lb n="17"/>Individuum hat hier erst als <hi rendition="#g">einzelnes</hi> Daseyn. Vorher ist es nur abstractes, oder<lb n="18"/>unwahres. – Der Geist kann wohl in eine Abstraction sich setzen, sich analysiren,<lb n="19"/>und einer Existenz geben – wie das Thier nicht, – wo das Selbst, das in ein System</p>
<note xml:id="fn-226-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>(<hi rendition="#g">Erlaubte</hi> und Unerlaubtes) kommt erst in dem andern.</note>
<note xml:id="fn-226-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>(Gutes und Böses)</note>
<note xml:id="fn-226-3" type="rand" n="³"><lb n="22"/><seg type="marke">³ </seg>abstractes <hi rendition="#g">Seyn</hi> und <hi rendition="#g">Bewegung</hi></note>
<pb n="224" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=227" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>sich legt, zur Krankheit wird; aber es hat nur augenblickliche verschwindende<lb n="2"/>Existenz. Hier <hi rendition="#g">ist</hi> die Begierde. Dem Ich, als <hi rendition="#g">abstractem</hi> <hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> steht<lb n="3"/><hi rendition="#g">ebenso</hi> <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">unorganische</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">seyend</hi> gegenüber; es verhält sich<lb n="4"/>negativ dagegen, und hebt [als] Einheit beyder diß auf; aber so daß er es zuerst<lb n="5"/>formirt, es als sein Selbst, die eigne Form anschaut, sich selbst also ebenso verzehrt.<ptr type="anker" target="#fn-227-1"/><lb n="6"/><hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, der Umfang der natürlichen Bedürfnisse, ist im Elemente des Seyns<lb n="7"/>überhaupt eine <hi rendition="#g">Menge</hi> von Bedürfnissen; die Dinge die zu ihrer Befriedigung<lb n="8"/>dienen, <hi rendition="#g">werden</hi> <hi rendition="#g">verarbeitet</hi>; <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">innre</hi> <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi>, als<lb n="9"/>aüssre, als FORM gesetzt. Diß Verarbeiten aber ist selbst ein Vielfaches; es ist das<lb n="10"/>sich <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Dinge</hi> <hi rendition="#g">machen</hi> des <hi rendition="#g">Bewußtseyns</hi>. Aber im Elemente der Allgemein<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>heit ist es so, daß es ein abstractes Arbeiten wird. – Die Bedürfnisse sind viele. Diese<lb n="12"/>Vielheit in Ich aufnehmen, arbeiten, ist die <hi rendition="#g">Abstraction</hi> der <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> Bil<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>der; aber ein sich bewegendes Bilden. Das <hi rendition="#g">fürsichseyende</hi> Ich <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">abstractes</hi>; es<lb n="14"/>ist aber arbeitend; sein Arbeiten ist ein ebenso abstractes. – Das Bedürfniß überhaupt<lb n="15"/>wird <hi rendition="#g">analysirt</hi> in seine viele Seiten; das <hi rendition="#g">abstracte</hi> in seiner Bewegung ist das<lb n="16"/>Fürsichseyn, das Thun, arbeiten. – Weil nur für das <hi rendition="#g">Bedürfniß</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">abstractes</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">Fürsichseyn</hi> <hi rendition="#g">gearbeitet</hi> <hi rendition="#g">wird</hi>, <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">auch</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">abstract</hi> <hi rendition="#g">gearbeitet</hi>,<lb n="18"/>diß ist der Begriff, die Wahrheit der Begierde, die hier existirt.<ptr type="anker" target="#fn-227-2"/> Jeder einzelne,</p>
<note xml:id="fn-227-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>α) unmittelbares Ich der Arbeit<lb n="20"/>α) unmittelbare Bewegung des Thuns, das nicht ins <hi rendition="#g">Wissen</hi> aufgenommen ist; den<lb n="21"/>Charakter der Abstraction hat seine Arbeit. Arbeitet nicht als <hi rendition="#g">Einzelner</hi>, concreter – Totalität<lb n="22"/>der Bedürfnisse</note>
<note xml:id="fn-227-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Wie sein Begriff ist, so sein Arbeiten; Befriedigung aller der Bedürfnisse des<lb n="24"/>Einzelnen ist nicht wie er sich zum Gegenstande in seinem Daseyn wird, das von ihm hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>gebracht ist. <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> Arbeit <hi rendition="#g">Theilung</hi> der Arbeit, – Ersparniß – 10 können so viel<lb n="26"/>Stecknadeln machen, als 100;</note>
<pb n="225" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=228" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>weil er hier einzelner ist, also arbeitet für Ein Bedürfniß; der Inhalt seiner Arbeit<lb n="2"/>geht über <hi rendition="#g">sein</hi> Bedürfniß hinaus, er arbeitet für die Bedürfnisse Vieler, – und so<lb n="3"/>jeder. Jeder befriedigt also die Bedürfnisse Vieler, und die Befriedigung seiner vielen<lb n="4"/>besondern Bedürfnisse ist die Arbeit vieler anderer. – Da <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi> diese<lb n="5"/>abstracte ist, so verhält er sich als abstractes Ich, oder nach der Weise der Dingheit; –<lb n="6"/>nicht als umfassender inhaltreicher, umsichtiger <hi rendition="#g">Geist</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">einen</hi> <hi rendition="#g">grossen</hi> Um<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>fang <hi rendition="#g">beherrscht</hi>, und über ihn Meister ist – es hat keine <hi rendition="#g">concrete</hi> Arbeit, son<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>dern seine Krafft besteht im Analysiren, in der Abstraction, – in der Zerlegung<lb n="9"/>des Concreten in viele abstracte Seiten. – Sein Arbeiten selbst wird ganz <hi rendition="#g">mecha</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">nisch</hi>, oder gehört einer vielfachen Bestimmtheit an, aber je abstracter sie wird,<lb n="11"/>desto mehr ist er nur die abstracte Thätigkeit, und dadurch ist er im Stande sich aus<lb n="12"/>der Arbeit heraus zu ziehen, und an die Stelle seiner Thätigkeit die der aüssern Natur<lb n="13"/>zu substituiren – er braucht blosse Bewegung, und diese findet er in der aüssern<lb n="14"/>Natur; oder die reine Bewegung ist eben das Verhältniß der abstracten Formen<lb n="15"/>des Raums und der Zeit; – die abstracte aüssre Thätigkeit. – <hi rendition="#g">Maschine</hi>.</p>
<p><lb n="16"/>Zwischen diesen vielerley abstracten bearbeiteten muß nun eine <hi rendition="#g">Bewegung</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">stattfinden</hi>, wodurch sie wieder zum <hi rendition="#g">concreten</hi> Bedürfnisse werden, d. h.<lb n="18"/>zum Bedürfnisse eines Einzelnen, diß wieder [im] Subjecte, das viele dergleichen<lb n="19"/>in sich enthält. Das Urtheil, das sie analysirte,<ptr type="anker" target="#fn-228-1"/> stellte sie sich als <hi rendition="#g">bestimmte</hi> Ab<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>stractionen gegenüber;<ptr type="anker" target="#fn-228-2"/> – ihre Allgemeinheit zu der es hinaufsteigt, ist die <hi rendition="#g">Gleich</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi> derselben, oder der <hi rendition="#g">Werth</hi>. In diesem sind sie dasselbe; dieser Werth selbst<lb n="22"/>als Ding ist das <hi rendition="#g">Geld</hi>. – Die Rükkehr zur Concretion, dem Besitz, ist der <hi rendition="#g">Tausch</hi>. –</p>
<note xml:id="fn-228-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Bestimmtheit</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, Zurükgehen <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi></note>
<note xml:id="fn-228-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>Er hat es selbst gemacht zu einem <hi rendition="#g">Seyn</hi> für das Bedürfniß Andrer, wie im<lb n="25"/><hi rendition="#g">Familienbesitz</hi>, er im Gegentheil damit <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">hielt</hi>. Grund ist, weil sein einfaches<lb n="26"/><hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">allgemeines</hi> ist; sein Besitz hat Bedeutung für andre zu seyn.</note>
<pb n="226" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=229" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Das <hi rendition="#g">abstracte</hi> Ding stellt im Tausche dar,<ref type="anker" target="#fn-229-1">¹</ref> was es ist, nemlich diese Verän<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>derung zu seyn, an der Dingheit in Ich zurükzugehen, und zwar so, daß <hi rendition="#g">seine</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">Dingheit</hi> <hi rendition="#g">darin</hi> <hi rendition="#g">bestand</hi>, der <hi rendition="#g">Besitz</hi> <hi rendition="#g">eines</hi> <hi rendition="#g">andern</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>. Jedes gibt<lb n="4"/>selbst seinen Besitz, hebt sein Daseyn auf, und so, daß es darin anerkannt ist, der<lb n="5"/>andre es mit <hi rendition="#g">Einwilligung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Erstern</hi> erhält; sie sind anerkannt; jeder <hi rendition="#g">er</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">hält</hi> von dem andern den Besitz des andern, so daß er nur insofern bekommt,<lb n="7"/>insofern der andre selbst, diß negative seiner selbst [ist] – oder als Eigenthum durch<lb n="8"/><hi rendition="#g">Vermittlung</hi>. – Es ist jeder das negirende seines Seyns, seiner Habe, und diese<lb n="9"/>ist <hi rendition="#g">vermittelt</hi> durch das Negiren des anderen; nur weil der Andre seine Sache<lb n="10"/>losschlägt, thue ich es – und diese <hi rendition="#g">Gleichheit</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Dinge</hi>, als sein Innres, ist<lb n="11"/>sein WERTH, der vollkommen meine Einstimmung und die Meynung<ref type="anker" target="#fn-229-2">²</ref> des Andern<lb n="12"/>hat, – das <hi rendition="#g">positive</hi> <hi rendition="#g">Mein</hi>, und ebenso das <hi rendition="#g">Sein</hi>; <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">meines</hi> <hi rendition="#g">und</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">seines</hi> <hi rendition="#g">Willens</hi>; und mein [Willen] gilt als wirklicher, daseyender, das <hi rendition="#g">An</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">erkanntseyn</hi> ist das Daseyn; dadurch gilt mein Willen, besitze ich, der Besitz<lb n="15"/>ist in <hi rendition="#g">Eigenthum</hi> verwandelt. Im Besitze hat das Seyn die ungeistige Bedeutung<lb n="16"/><hi rendition="#g">meines</hi> Habens als dieses einzelnen; hier aber das <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> – das <hi rendition="#g">Seyn</hi><lb n="17"/>des Besitzes, daß das <hi rendition="#g">Ding</hi> ist und ich bin, und jenes als <hi rendition="#g">im</hi> Selbst befaßtes – Hier</p>
<note xml:id="fn-229-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>b) in seiner abstracten <hi rendition="#g">Arbeit</hi> schaut er die Allgemeinheit seiner selbst an,<lb n="19"/>seiner Form, oder daß es <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">anderes</hi> ist; – er will also diß setzen – andern mittheilen. Oder<lb n="20"/>diese Andern sollen selbst <hi rendition="#g">darin</hi> <hi rendition="#g">angeschaut</hi> werden. Zweyte Bewegung, welche die<lb n="21"/>Momente der ersten entwickelt enthält – ich Thun gegen ein <hi rendition="#g">andres</hi> <hi rendition="#g">Ich</hi>, und zwar als<lb n="22"/>anerkannt von ihm; – als ein solches, das sich auf meinen Besitz bezieht aber den es nur <hi rendition="#g">mit</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">meinem</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> haben will, so wie ich mich auf den seinigen nur mit seinem Willen – die<lb n="24"/><hi rendition="#g">Gleichheit</hi> beyder als ANERKANNTER – WERTH, Bedeutung des Dinges</note>
<note xml:id="fn-229-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Das Ding hat die Bedeutung der <hi rendition="#g">Beziehung</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">andre</hi>, Seyn für andres,<lb n="26"/>Daseyn ist <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> d. h. es ist der <hi rendition="#g">besondre</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> jedes Einzelnen darin, und<lb n="27"/>Gleichheit desselben – Einheit absolut Verschiedner – und so daß für jeden der Willen des<lb n="28"/>andren ist</note>
<pb n="227" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=230" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>[ist] das Seyn allgemeines Selbst, und Haben ist vermitteln durch den Andern oder<lb n="2"/>ist allgemein – Das allgemeine ist der <hi rendition="#g">Werth</hi>; die Bewegung als sinnliche ist der<lb n="3"/>Tausch – dieselbe Allgemeinheit ist Vermittlung als wissende Bewegung – <hi rendition="#g">Eigen</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">thum</hi>, also ein unmittelbares <hi rendition="#g">Haben</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">vermittelt</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">An</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">erkanntseyn</hi> – oder sein Daseyn ist,<ptr type="anker" target="#fn-230-1"/> ist das geistige Wesen. – Hier ist die Zu<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>fälligkeit <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Besitzergreiffens</hi> <hi rendition="#g">aufgehoben</hi>; <hi rendition="#g">ich</hi> <hi rendition="#g">habe</hi> <hi rendition="#g">Alles</hi> <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi>,<lb n="7"/>und durch <hi rendition="#g">Tausch</hi>, im anerkanntseyn. (Ich bin ebenso ein <hi rendition="#g">allgemeiner</hi> nicht<lb n="8"/>diese <hi rendition="#g">einzelne</hi> Person, sondern zugleich <hi rendition="#g">Familie</hi>; – oder das Eigenthum ist α) die<lb n="9"/>Bewegung des Dinges im Tausch. <hi rendition="#g">Erbschafft</hi> nachher ist der Wechsel der Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>viduen, Familie ist das bleibende, diß kommt hier noch nicht vor)<ptr type="anker" target="#fn-230-2"/> <hi rendition="#g">Quelle</hi>,<lb n="11"/>Ursprung des Eigenthums ist hier diese der Arbeit, meines <hi rendition="#g">Thuns</hi> selbst, un<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>mittelbares Selbst, – und anerkanntseyn; <hi rendition="#g">Grund</hi>; <hi rendition="#g">Ich</hi> bin die <hi rendition="#g">Ursache</hi>; ebenso<lb n="13"/>weil ich <hi rendition="#g">gewollt</hi> habe, <hi rendition="#g">Zwek</hi> im Tausche – Ursache, Grund das allgemeine<lb n="14"/>– Ich habe <hi rendition="#g">gewollt</hi> im Tausche, – mein Ding als Werth gesetzt, d. h. <hi rendition="#g">innerliche</hi><lb n="15"/>Bewegung, innerliches Thun – <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">Arbeit</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">versenkte</hi> –<lb n="16"/><hi rendition="#g">dieselbe</hi> <hi rendition="#g">Entaüsserung</hi>. α) ich mache mich <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> zum Dinge, Form<lb n="17"/>die <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist, in der Arbeit β) dieses meines Daseyns entaüssre ich mich ebenso,<lb n="18"/>mache es zu <hi rendition="#g">einem</hi> <hi rendition="#g">mir</hi> <hi rendition="#g">Fremden</hi>, und <hi rendition="#g">erhalte</hi> mich darin; eben darin schaue<lb n="19"/>ich mein <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> an; <hi rendition="#g">Seyn</hi> als wissendes, – dort mein <hi rendition="#g">unmittelbares</hi><lb n="20"/><hi rendition="#g">Ich</hi>; hier mein <hi rendition="#g">fürmichseyn</hi>, meine Person.</p>
<p><lb n="21"/>Ich schaue hier also mein <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> als Daseyn an, und mein Willen ist<lb n="22"/>diß Gelten.</p>
<note xml:id="fn-230-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>α) <hi rendition="#g">Bilden</hi><lb n="24"/>β) <hi rendition="#g">Erinnerung</hi>, <hi rendition="#g">Werth</hi></note>
<note xml:id="fn-230-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Ich</hi> bin die <hi rendition="#g">Zufälligkeit</hi> des Besitzes meiner Geschiklichkeit, Neigung,<lb n="26"/>Talent – <hi rendition="#g">bessere</hi> <hi rendition="#g">näher</hi> <hi rendition="#g">gerükte</hi> <hi rendition="#g">Zufälligkeit</hi>. <hi rendition="#g">Ich</hi> selbst absolut nothwendig</note>
<pb n="228" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=231" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>b. VERTRAG.</head>
<p><lb n="2"/>Diß <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> im Tausche, das Gegenstand geworden, oder <hi rendition="#g">mein</hi><lb n="3"/>Willen ist <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, wie der des andern. Die <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi> des anerkannt<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>seyns ist auseinander gegangen. Mein <hi rendition="#g">Willen</hi> ist vorgestellt als <hi rendition="#g">geltender</hi> nicht<lb n="5"/>nur mir, sondern dem andern, und er ist soviel als Daseyn selbst. – Der Werth ist<lb n="6"/><hi rendition="#g">meine</hi> <hi rendition="#g">Meynung</hi> von der Sache, diese meine Meynung und Willen hat dem<lb n="7"/>andern gegolten, (vermittelt durch seine Meynung und Willen) ich habe etwas<lb n="8"/><hi rendition="#g">geleistet</hi>, ich habe mich dessen <hi rendition="#g">entaüssert</hi>, <hi rendition="#g">Negative</hi> ist <hi rendition="#g">positiv</hi>, diese<lb n="9"/>Entaüsserung ist ein <hi rendition="#g">Erwerben</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-231-1"/> Meine Meynung – des Werths <hi rendition="#g">galt</hi> dem Andern,<lb n="10"/>und mein Wollen seiner SACHE. Sie schauen sich an, als solche deren Meynung<lb n="11"/>und Willen Wirklichkeit hat. Es ist ein Bewußtseyn, eine Unterscheidung des<lb n="12"/>Begriffes des Anerkanntseyns, <hi rendition="#g">Willen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">einzelnen</hi> ist <hi rendition="#g">gemeinsamer</hi> <hi rendition="#g">Wil</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/><hi rendition="#g">len</hi>, Satz oder Urtheil – und sein Willen ist seine Wirklichkeit<ptr type="anker" target="#fn-231-2"/> als Entaüsserung<lb n="14"/>seiner, die mein Willen ist. Dieses <hi rendition="#g">Wissen</hi> ist im VERTRAG ausgesprochen. – Es<lb n="15"/>ist dasselbe was Tausch – aber ideeller Tausch<ptr type="anker" target="#fn-231-3"/> – α) ich gebe nichts hin, ich ent<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>aüssere nichts, leiste nicht – als mein <hi rendition="#g">Wort</hi>, <hi rendition="#g">Sprache</hi>, ich wolle mich entaüssern, –<lb n="17"/>β der andre ebenso – diß mein Entaüssern ist ebenso <hi rendition="#g">sein</hi> Willen, er ist damit zu<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>frieden, daß ich ihm diß überlasse, γ) es ist auch sein Entaüssern, es ist gemeinsamer</p>
<note xml:id="fn-231-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>über was kann ich <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> <hi rendition="#g">contrahiren</hi> – über meine Person,<lb n="20"/>über mein einzelnes <hi rendition="#g">unbestimmtes</hi> <hi rendition="#g">Dienen</hi> – (Sitte tritt hier ein – an sich unbestimmbar<lb n="21"/>die Einzelnheit) – nicht über das ganze meiner Person – lebenslang unabänderlich – und nicht<lb n="22"/>[über] Familie und Kinder, davon nachher –</note>
<note xml:id="fn-231-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Sinn</hi> des <hi rendition="#g">Eigenthum</hi> ist, daß mein Willen und Meynungen <hi rendition="#g">Daseyn</hi> hat</note>
<note xml:id="fn-231-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg>Anbieten, <hi rendition="#g">Gebot</hi>,</note>
<pb n="229" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=232" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>Willen, meine Entaüsserung ist vermittelt durch die seinige, nur darum will ich mich<lb n="2"/>entaüssern, weil auch <hi rendition="#g">er</hi> seinerseits sich entaüssern will; und weil seine Negation<lb n="3"/>meine Position wird. Es ist ein <hi rendition="#g">Tausch</hi> des Erklärens, nicht mehr der Sachen – aber<lb n="4"/>er gilt soviel, als die Sache selbst. Beiden gilt der Willen des andern, als solcher. –<lb n="5"/>Willen ist in <hi rendition="#g">seinen</hi> <hi rendition="#g">Begriff</hi> zurükgegangen.</p>
<p><lb n="6"/>Hier aber [tritt] diese Trennung ein, die ebensosehr in das Gegentheil um<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>schlagen kann; das in sich gehen. Der Willen hat als solcher Gültigkeit, – er ist<lb n="8"/><hi rendition="#g">befreyt</hi> von der Wirklichkeit, eben darin, ist das Gegentheil – Einzelner und<lb n="9"/>gemeinsamer Willen trennen sich; – jener als negativer des <hi rendition="#g">allgemeinen</hi>, <hi rendition="#g">Ver</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">brechen</hi> nur insofern als ich anerkannt bin, mein Willen für allgemeinen für<lb n="11"/>Willen an sich gilt; – nicht Beleidigung Verletzung vor dem Anerkennen. Oder<lb n="12"/>der gemeinsame Willen hat im Vertrage nur positive Bedeutung für den meinigen,<lb n="13"/>wie dieser für jenen, sie stimmen überein. – Aber sie <hi rendition="#g">können</hi> auch nicht über<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>einstimmen; ich kann den Vertrag einseitig brechen; denn mein einzelner Willen<lb n="15"/><hi rendition="#g">gilt</hi> als solcher; nicht nur insofern er gemeinsamer ist, sondern der gemeinsame<lb n="16"/>Willen ist ja selbst nur, insofern mein einzelner gilt; – es ist beydes gleich wesent<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>lich, mein einzelner so sehr wesentlich [als] die Gleichheit; mein einzelner ist Ur<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>sache – und der einzelne und Allgemeine erscheinen hier so auseinandertretend;<lb n="19"/>daß mein Willen <hi rendition="#g">gilt</hi>, insofern er nur Willen ist, insofern ich noch nicht geleistet<lb n="20"/>habe. Aber das Leisten ist das Daseyn, oder ist der seyende allgemeine Willen. –<lb n="21"/>Es tritt also auseinander in der Vorstellung [der Willen] als allgemein geltender<lb n="22"/>Willen, und der im Daseyn; jener gilt für diesen; und doch ist er nicht dasselbe.</p>
<p><lb n="23"/>Die Unterschiedenheit wirklich setzend, so <hi rendition="#g">breche</hi> <hi rendition="#g">ich</hi> <hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">Vertrag</hi>; der<lb n="24"/>andre anerkannte <hi rendition="#g">meinen</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">daseyenden</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi>; – er war mit ihm zu<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>frieden; das nicht daseyn, nicht geleistet haben <hi rendition="#g">sollte</hi> zwar aufgehoben werden,<lb n="26"/>ein <hi rendition="#g">Sollen</hi>, aber er anerkannte das Sollen als Sollen; – gerade darin daß der<lb n="27"/>Willen als solcher gilt, liegt die Gleichgültigkeit gegen das Daseyn und die Zeit. –<ptr type="anker" target="#fn-232-1"/></p>
<note xml:id="fn-232-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>Widerspruch des <hi rendition="#g">Sollen</hi>, <hi rendition="#g">vorgestellten</hi> <hi rendition="#g">Daseyns</hi></note>
<pb n="230" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=233" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Diß ist Ein Sinn, aber der umgekehrte ist die Wesentlichkeit des Daseyns, als eines<lb n="2"/>solchen, und zwar gegen die Wesentlichkeit des Willens als eines solchen, gegen<lb n="3"/>den einzelnen Willen, das <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, das die Bedeutung des gemeinsamen Willens<lb n="4"/>hat, gegen die <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> des Willens, und dieser ist vielmehr gegen jenen zu<lb n="5"/>behaupten.<ptr type="anker" target="#fn-233-1"/> Diese Behauptung ist das Aufheben jenes Daseyns, <hi rendition="#g">Zwang</hi>, der<lb n="6"/>andre muß leisten, sein Willen ob er schon Willen ist, wird nicht respectirt, weil<lb n="7"/>er sich selbst als gemeinsamen entgegengesetzt ist. – Mein einzelner Willen ist<lb n="8"/>wesentlich aber zugleich nur Moment; – und darin daß ich ihn als gemeinsamen<lb n="9"/>gesetzt, darin habe ich [mich] als gemeinsamer [Willen] gesetzt; mein <hi rendition="#g">Wort</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">muß</hi> <hi rendition="#g">gelten</hi>; nicht aus moralischen Gründen, daß ich mir innerlich gleich bleiben,<lb n="11"/>meine Gesinnung, Überzeugung und so fort nicht ändern <hi rendition="#g">solle</hi>, sondern ich kann<lb n="12"/>diß ändern; aber mein Willen <hi rendition="#g">ist</hi> nur als anerkannter da, ich widerspreche nicht<lb n="13"/>nur mir, sondern dem daß mein Willen anerkannt ist; man kann sich nicht auf<lb n="14"/>mein Wort verlassen, d. h. mein Willen ist bloß <hi rendition="#g">mein</hi>, blosse Meynung. Die<lb n="15"/>Person, das reine für sichseyn wird also nicht als einzelner vom gemeinsamen sich<lb n="16"/>abtrennender Willen respectirt, sondern nur als gemeinsamer, – ich werde ge<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>zwungen, Person zu seyn.</p>
<p><lb n="18"/>Der<ptr type="anker" target="#fn-233-2"/> Vertrag enthält α) den <hi rendition="#g">bestimmten</hi>, <hi rendition="#g">besondern</hi> Willen als einen all<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>gemeinen β) daher ist sein Inhalt, das Ding, welches die Mitte der Beziehung ist,<lb n="20"/>ein besonderes Ding, ein besonderes Daseyn, von dem ich abstrahiren kann; – mein<lb n="21"/>zufälliger Willen betrifft zufälliges, wie im Tausche, das <hi rendition="#g">seyende</hi>, das der Mitte<lb n="22"/>angehört, ist ein besonderes, und ich trete als besonderer Willen gegen den andern</p>
<note xml:id="fn-233-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">weil</hi> <hi rendition="#g">er</hi> selbst sich als einen <hi rendition="#g">solchen</hi> setzte, dem sein <hi rendition="#g">wirkliches</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi><lb n="24"/><hi rendition="#g">gleichgültig</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>; hält ihn dazu an –</note>
<note xml:id="fn-233-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Aber diß Anhalten ist einseitig – Widerspruch des Eigenthums; Ich bin<lb n="26"/><hi rendition="#g">Person</hi> das <hi rendition="#g">Daseyn</hi> ist mir gleichgültig – und ich lege meine <hi rendition="#g">Persönlichkeit</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">mein</hi><lb n="27"/><hi rendition="#g">Daseyn</hi></note>
<pb n="231" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=234" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>besondern auf, nicht als <hi rendition="#g">Person</hi> gegen Person, ich will weder an diese, noch ist<lb n="2"/>diese der allgemeine Willen als solcher, das auftretende, sondern er ist verborgen<lb n="3"/>unter dem bestimmten Dinge; der allgemeine Willen als gemeinsamer, und er als<lb n="4"/>mein reiner Willen oder Person ist vorgestellt im besondern. – Und mein reiner<lb n="5"/>Willen als solcher ist in der Sprache, meiner Erklärung; – er hat sich darin zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>genommen aus dem unmittelbaren Daseyn des Tausches aber er ist nur Bedeutung<lb n="7"/>des besondern Leistens; und der gemeinsame Willen nur Auflösung nicht der Per<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>son als solcher, sondern derselben als besondern Daseyns, der Zwang geht nicht<lb n="9"/>auf die Person, sondern nur auf ihre Bestimmtheit, ihr Daseyn.</p>
<p><lb n="10"/>Aber<ptr type="anker" target="#fn-234-1"/> dem Begriffe nach ist das Daseyn aufgelöst in der Person, und im all<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gemeinen Willen; oder es <hi rendition="#g">ist</hi> nur als reine Person, und als rein allgemeiner Willen,<lb n="12"/>als reine Negativität; diß ist die Krafft des Vertrags; wie ich im Leisten, meinen<lb n="13"/>Willen in ein Daseyn, d. h. Besonderheit legte, aber diß nur konnte als Person,<lb n="14"/>d. h. weil der Willen als Seyn überhaupt gilt, so wurde ich auch gezwungen als<lb n="15"/>Person, denn in dieser Negation meines Daseyns war auch mein <hi rendition="#g">Seyn</hi> <hi rendition="#g">überhaupt</hi><lb n="16"/>negirt, denn beydes ist unzertrennlich; – ich bin in mich reflectirt. – Eben im<lb n="17"/><hi rendition="#g">Zwange</hi> kommt diß zur Gegenwart; – nicht diese Besonderheit wird gezwungen,<lb n="18"/>sondern <hi rendition="#g">Ich</hi>. Es ist also der Begriff <hi rendition="#g">gesetzt</hi>, <hi rendition="#g">aufgestellt</hi>, daß der allgemeine<lb n="19"/>Willen das <hi rendition="#g">einzelne</hi> Ich in sich absorbirt, – als <hi rendition="#g">seyendes</hi> gegen ihn, – das ganze<lb n="20"/>einzelne, und daß ich für mich, anerkannt bin, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Person</hi>; nicht nur <hi rendition="#g">meine</hi><lb n="21"/><hi rendition="#g">Habe</hi> und Eigenthum, ist hier gesetzt sondern meine <hi rendition="#g">Person</hi>, oder diß insofern<lb n="22"/>in meinem Daseyn mein <hi rendition="#g">Ganzes</hi> liegt, Ehre und Leben.</p>
<note xml:id="fn-234-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg>Ich halte mich nicht an das, was der andre <hi rendition="#g">meynt</hi>, daß ich leisten sollte,<lb n="24"/>sondern an das, was <hi rendition="#g">ist</hi>; diß gilt</note>
<pb n="232" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=235" type="body" subtype="apparat"/>
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</div>
<div>
<head><lb n="1"/>C.</head>
<head><lb n="2"/>VERBRECHEN UND STRAFFE.<ptr type="anker" target="#fn-235-1"/></head>
<p><lb n="3"/>(<hi rendition="#g">Über</hi> <hi rendition="#g">meine</hi> <hi rendition="#g">Ehre</hi> und Leben findet kein Vertrag statt) – der Vertrag ist auf<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gehoben, seinem Begriffe nach, nicht [als] ein einzelner.<ptr type="anker" target="#fn-235-2"/> – Der Vertrag setzte meinen<lb n="5"/>Willen in eine abtrennbare Besonderheit; – ich habe diese weggegeben, wie im<lb n="6"/>Tausche, und was geworden ist, ist das Daseyn meiner als reiner Person, und so<lb n="7"/>trete ich itzt auf, als ein nach meinem reinen Willen anerkanntes – das Daseyn, ist<lb n="8"/>im Vertrag zurükgetreten zu einer blossen Folge; aber, im Vertrage als solchem,<lb n="9"/>ist die Sache abgemacht. – Hier scheint die nothwendige Bewegung aufgehoben<lb n="10"/>zu seyn,<ptr type="anker" target="#fn-235-3"/> die Verletzung meiner Ehre und Lebens [erscheint] als etwas Zufälliges. –<lb n="11"/>Aber diese Verletzung ist nothwendig – <hi rendition="#g">Ich</hi> bin gezwungen worden; – nicht nur<lb n="12"/>meinem Daseyn nach, sondern eben meinem Ich nach, als in mich reflectirtes in<lb n="13"/>meinem Daseyn. – Das Anerkennen meiner Person im Vertrag läßt eben <hi rendition="#g">mich</hi><lb n="14"/>als daseyend gelten; mein Wort schon für die Leistung; d. h. Ich, mein blosser<lb n="15"/>Willen, ist nicht getrennt von meinem Daseyn, beyde gleich – eben diesem wider<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>spricht der Zwang und die Gewalt, denn in meinem Daseyn verletzt er <hi rendition="#g">mich</hi>.</p>
<note xml:id="fn-235-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>Vertrag geht über <hi rendition="#g">Eigenthum</hi>, <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, nicht Person; denn er ist diese<lb n="18"/><hi rendition="#g">Vermittlung</hi>, die sich im <hi rendition="#g">Dinge</hi>, im <hi rendition="#g">Daseyn</hi> anschaut (wie in der Familie <hi rendition="#g">Gut</hi>, nicht<lb n="19"/>Kind <hi rendition="#g">Werkzeug</hi> im Willen, noch nicht)</note>
<note xml:id="fn-235-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>Im <hi rendition="#g">Vertrag</hi> hat mein <hi rendition="#g">Wort</hi> die BEDEUTUNG der Sache; aber [als]<lb n="21"/>Vertrag über Person wäre es mein <hi rendition="#g">Wort</hi>, mein <hi rendition="#g">unmittelbares</hi> reines <hi rendition="#g">Seyn</hi> selbst, das<lb n="22"/>ich einsetzte, es gibt hier nichts bindendes – d. h. das bestimmte Daseyn ist persönlicher Dienst</note>
<note xml:id="fn-235-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>Ich habe den Vertrag gehalten, <hi rendition="#g">Mann</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">Wort</hi>, d. h. der als ideelle reine<lb n="24"/>Person, als <hi rendition="#g">Ansich</hi> als <hi rendition="#g">Seyn</hi> gilt – Unverlezbarkeit der reinen Person – des Lebens, oder<lb n="25"/>meines Willens, als freyen Willen, reine Einstimmung, der sich noch nicht an ein Daseyn<lb n="26"/>gebunden hat.</note>
<pb n="233" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=236" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Ich bin beleidigt, wie in der Bewegung des Anerkennens; der andre hat meinen<lb n="2"/>Besitz verletzt, – nicht wie in dieser unmittelbar nur meine Form, sondern meinen<lb n="3"/>anerkannten Willen als solchen, den er anerkannte, daß er im Daseyn sey, mit ihm<lb n="4"/>unzertrennlich verbunden. – Ich halte mich für verletzt, und zwar als Person, dem<lb n="5"/>Begriffe nach – Hin und hergehen von dem Daseyn als einem aüsserlichen und<lb n="6"/>einem solchen worein mein Ich gelegt ist, oder das innres ist. – Der Widerspruch<lb n="7"/>tritt an mir als Ungleichheit meines ersten und zweyten Wortes hervor, aber er ist<lb n="8"/>derselbe als Ich als allgemeines und als besonderes; – oder indem der andre ein<lb n="9"/><hi rendition="#g">bestimmtes</hi> Geschäfte mit mir abmachte, nahm er meinen reinen Willen als das<lb n="10"/>sich <hi rendition="#g">ungleiche</hi>, als das allgemeine, das ein <hi rendition="#g">bestimmtes</hi> Daseyn hat.</p>
<p><lb n="11"/>– Gegen den Zwang stelle ich also mein Für michseyn her; nicht wie in der<lb n="12"/>Bewegung des Anerkennens mein überhaupt verletztes Ich, sondern mein verletztes<lb n="13"/>anerkanntes Ich; – ich will ihm zeigen, daß er mich doch nicht soll zwingen können,<lb n="14"/>d. h. daß mein an die bestimmte Leistung gebundnes Ich, und der Zwang den ich<lb n="15"/>darin erlitten, eine Verletzung meines reinen Ich war; – ich finde <hi rendition="#g">meine</hi> <hi rendition="#g">Ehre</hi><lb n="16"/>gekränkt, nur meinen Willen nach der Seite dieses bestimmten Daseyns aufgehoben,<lb n="17"/>aber dadurch meinen gedachten, reinen Willen. Ich trete als Person gegen die Person<lb n="18"/>eines andern auf, ich hebe sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> als allgemeines auf, die Sicherheit seiner Per<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>son; – ich zeige ihm, daß er in diesem <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, Bestimmtheit mich als <hi rendition="#g">all</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/><hi rendition="#g">gemeines</hi> verletzt, also ungleich sich betrug, da es nur um die bestimmte Sache<lb n="21"/>zu thun war, ich stehe also zurük gegen ihn; in <hi rendition="#g">seiner</hi> Leistung gegen mich ist<lb n="22"/>nicht sein Willen verletzt worden, sondern er hat seinen Willen gehabt, und sich<lb n="23"/>nur eines bestimmten Daseyns entaüssert. – Sein Zwang aber ist eine Entaüsserung<lb n="24"/>meines Willens. Ich hebe diese Ungleichheit auf, ihn als Willen, wie er mich – Ich<lb n="25"/>räche mich an ihm, nicht wie im Naturzustande, bloß <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">selbstbewußter</hi><lb n="26"/><hi rendition="#g">Thätigkeit</hi>, für sich, sondern als an einem Willen, d. h. hier der zugleich In-</p>
<pb n="234" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=237" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>telligenz [ist], sich selbst denkt, sich als allgemeines weiß –<ptr type="anker" target="#fn-237-1"/> ein allgemeines Wissen,<lb n="2"/>das auch mein Wissen ist, oder als an einem anerkannten. Im Zwange stellte er den<lb n="3"/>gemeinsamen Willen zum seyenden her, und hob meinen einzelnen Willen, den<lb n="4"/>ich nur anerkenne auf; <hi rendition="#g">mein</hi> Willen als solcher ist <hi rendition="#g">mir</hi> dem allgemeinen gleich;<lb n="5"/>und da er verletzt ist, sein Daseyn ihm genommen, so stelle ich dasselbe her – so<lb n="6"/>daß ich des andern Seyn [aufhebe], der den seinigen, der mir der ich nicht leistete<lb n="7"/>entgegen ist, als den allgemeinen setzte. Ich begehe damit das Verbrechen. Gewalt<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>thätigkeit, Raub Diebstahl Injurie u.s.f. – Die Verbalinjurie hebt ihn auf als<ptr type="anker" target="#fn-237-2"/> ein<lb n="9"/>allgemeines; ich sage nicht, er hat mir diß oder jenes schlechte gethan, sondern <hi rendition="#g">er</hi><lb n="10"/><hi rendition="#g">ist</hi> dieses; das Schimpfwort setzt ihn im allgemeinen als ein aufgehobnes – Urtheil<lb n="11"/>setzt den Baum als <hi rendition="#g">grün</hi>, er <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">grün</hi>, d. h. er [ist] nicht Subject sondern allgemein;<lb n="12"/>so das Schimpfwort macht sein Ganzes zu einem an sich nichtigen. – Oder Real<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>injurie hebt ihn als Willen auf; – es sey daß ich ihn bestehle raube; – dort sein<lb n="14"/>bewußtloses Daseyn angreiffe, und das Sein, seinen Willen überhaupt nicht achte,<lb n="15"/>sondern dagegen thue; – hier offen seinem daseyenden, sich aussprechenden Willen<lb n="16"/>entgegen handle; jenes niederträchtiger, diß verletzender – offner Mord endlich,<ptr type="anker" target="#fn-237-3"/><lb n="17"/>(nicht durch Hinterlist) [ist] überhaupt am wenigsten niederträchtig, aber die gröste<lb n="18"/>Verletzung. – Denn Niederträchtigkeit ist das Verhalten zu einem andern als nicht<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>seyend, oder das [die] Form der Innerlichkeit behält, daß meine That nicht ans Licht</p>
<note xml:id="fn-237-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>ein solches wird verletzt, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">gemeinsamer</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">mich</hi><lb n="21"/><hi rendition="#g">selbst</hi> gesetzt war.</note>
<note xml:id="fn-237-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg>culpa, dolus</note>
<note xml:id="fn-237-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>Diebstahl [verletzt] nicht den <hi rendition="#g">wissenden</hi> Willen, – heimlich aber die Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>lezung grösser, denn er ist im wissenden Willen in seiner Vollständigkeit – ich greiffe im<lb n="25"/>Raube, seine Intelligenz, nur als <hi rendition="#g">Daseyn</hi> an; – nicht sein reines <hi rendition="#g">Seyn</hi> – Leben; – absolute<lb n="26"/>Macht über ein <hi rendition="#g">Leben</hi> Meister, diß unendliche</note>
<pb n="235" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=238" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>tritt, nicht nach was sie in Wahrheit IST, gefaßt werden kann, sondern listig in<lb n="2"/>sich reflectirt bleibt. – Die innre Quelle des Verbrechens ist der Zwang des Rechts, –<lb n="3"/>Noth und so fort – sind aüsserliche Ursachen, die dem thierischen Bedürfnisse<lb n="4"/>gehören, aber das Verbrechen als solches geht gegen die Person als solche, und<lb n="5"/><hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Wissen</hi> von ihm, denn der Verbrecher ist Intelligenz, seine innre Recht<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>fertigung ist diß der Zwang, das wiederherstellen seines einzelnen Willens zur<lb n="7"/><hi rendition="#g">Macht</hi>, zum Gelten, zum Anerkanntseyn; er will <hi rendition="#g">Etwas</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>, (wie Herostrat)<lb n="8"/>nicht gerade berühmt, sondern daß er <hi rendition="#g">seinen</hi> Willen zum Troz dem allgemeinen<lb n="9"/>Willen ausgeführt hat. – Das vollzogne Verbrechen ist der Willen, der sich als<lb n="10"/>einzelnen für sichseyenden weiß, zum <hi rendition="#g">Daseyn</hi> gekommen; der Macht des andern<lb n="11"/>sich als <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> wissenden Willens [zum Troz]. Aber diß Verbrechen ist die<lb n="12"/>Belebung, die Bethätigung – Erregung zur Thätigkeit, des allgemeinen Willens.<lb n="13"/>Der allgemeine Willen ist thätig; die anerkannte Thätigkeit ist <hi rendition="#g">allgemeine</hi>,<lb n="14"/>nicht einzelne, d. h. sie ist ein Aufheben des einzelnen. <hi rendition="#g">Straffe</hi> ist dieses Um<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>schlagen; sie ist Wiedergeltung als des allgemeinen Willen; ihr <hi rendition="#g">Wesen</hi> beruht<lb n="16"/>nicht auf einem Vertrage, noch Abschrecken der Andern, noch Besserung des<lb n="17"/>Verbrechers, – sondern ihr <hi rendition="#g">Wesen</hi> Begriff ist, dieser Übergang, Verkehrung; des<lb n="18"/>verletzten allgemeinen Anerkanntseyns; sie ist <hi rendition="#g">Rache</hi> aber als Gerechtigkeit, d. h.<lb n="19"/>das Anerkanntseyn, das <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist, und (aüsserlich) verletzt, wiederherzustellen.<lb n="20"/>Dem Verbrecher geschieht das Gleiche was er gethan hat, insofern er sich als Macht<lb n="21"/>gegen einen constituirt hatte, ein andres, das Allgemeine als <hi rendition="#g">seine</hi> Macht – und<lb n="22"/>zwar das Allgemeine als solches – nicht der Einzelne, wie in der Rache; die Rache<lb n="23"/>kann gerecht seyn, aber hier ist es die Gerechtigkeit. – α) der Verletzte ist <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="24"/>anerkannt, alles geht im Elemente des Anerkanntseyns, des Rechtes vor; – dolus,<lb n="25"/>das Verbrechen hat diese Bedeutung, daß der Verletzer den Verletzten vorher an<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>erkannte (Dieb am meisten) daß der Verbrecher wußte was er that – nicht <hi rendition="#g">be</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/><hi rendition="#g">stimmt</hi> den Umfang u.s.f. [, sondern] die Bestimmtheit überhaupt, daß es ver<pc force="weak">-</pc><lb n="28" break="no"/>boten – oder eben darin diß, daß er eine Person verletzte, ein solches, das an sich</p>
<pb n="236" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=239" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>anerkannt ist, daß er im Elemente des Anerkanntseyns lebt, daß das Seyende die<lb n="2"/>Bedeutung hievon hatte.<ptr type="anker" target="#fn-239-1"/> β) dadurch geschieht, daß der Verletzte nicht an seiner<lb n="3"/><hi rendition="#g">Ehre</hi> litt, des bestohlnen, gemordeten Ehre ist nicht gekränkt – denn er ist <hi rendition="#g">an</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">sich</hi> anerkannt; oder sein Anerkanntseyn <hi rendition="#g">ist</hi> – nicht wie im Naturzustande die<lb n="5"/>Ehre durch die Verletzung des Besitzes angegriffen wurde, d. h. ein Anerkanntseyn<lb n="6"/>das nur noch in Gedanken ist – die Verbalinjurie verletzt die Ehre, aber nicht absolut,<lb n="7"/>der injuriirte ist nicht rechtlos – an sich ist der <hi rendition="#g">ehrlose</hi> auch <hi rendition="#g">rechtlos</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-239-2"/></p>
<p><lb n="8"/>Durch diese Bewegung hat sich das Anerkanntseyn realisirt vorgestellt α) das<lb n="9"/>bestimmte Daseyn, und den besondern Willen in sich zu enthalten; in dem aufgeben<lb n="10"/>seiner selbst, in seiner Aüsserung <hi rendition="#g">sich</hi> zu erhalten, seinen Willen zu behalten β)<lb n="11"/>diesen Willen als solchen, als den einzelnen als das seyende [im] Vertrag; Zurük<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gehen in die Einzelnheit, Verbrechen als ob dieser als solcher es wäre, Verbrechen<lb n="13"/>Verlust der Einzelnheit des <hi rendition="#g">Seyns</hi> durch den allgemeinen Willen; der versöhnte<lb n="14"/>allgemeine Willen, der absolut als solcher <hi rendition="#g">gilt</hi>, <hi rendition="#g">Abschröcken</hi> vom Verbrechen.<lb n="15"/>Anschauen des Gesetzes als die absolute Macht – nicht die des Einzelnen.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="16"/>b. DAS GEWALT HABENDE GESETZ.<ptr type="anker" target="#fn-239-3"/></head>
<p><lb n="17"/>Es ist die <hi rendition="#g">Substanz</hi> der <hi rendition="#g">Person</hi>, und hat diese Momente an ihm, daß sie<lb n="18"/>α) die <hi rendition="#g">Vermittlung</hi> der Person nach ihrem <hi rendition="#g">unmittelbaren</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi> mit ihr</p>
<note xml:id="fn-239-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Der sich verletzt glaubende greifft den andern bey seinem <hi rendition="#g">Leben</hi> an, als dem<lb n="20"/><hi rendition="#g">Seyn</hi>, das unmittelbar mit seinem Fürsichseyn Eins ist – <hi rendition="#g">quantitatives</hi> Verhältniß</note>
<note xml:id="fn-239-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>In dem Tode die absolute Macht, der <hi rendition="#g">Herr</hi> des <hi rendition="#g">Einzelnen</hi> – oder der ge<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>meinsame Willen ist zum reinen <hi rendition="#g">Seyn</hi> geworden.</note>
<note xml:id="fn-239-3" type="rand" n="³" next="#fn-239-3.t2"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg>Das Gesetz ist von dem <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> so verschieden, daß es das Selbst</note>
<pb n="237" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=240" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>selbst ist; die Substanz ihrer Existenz – die ganz auf der Gemeinschafft mit den<lb n="2"/>andern beruht,<ptr type="anker" target="#fn-240-1"/> also die absolute Nothwendigkeit derselben; das Ganze ist zugleich<lb n="3"/>nur diese allgemeine Subsistenz;<ptr type="anker" target="#fn-240-2"/> die einzelne ist in ihr aufgehoben, oder es wird<lb n="4"/>nur für Alle, nicht den einzelnen als solchen gesorgt, dieser vielmehr dem All<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>gemeinen aufgeopfert. β) der einzelne gilt als Eigenthum besitzend, das allgemeine<lb n="6"/>ist die <hi rendition="#g">Substanz</hi> des Vertrags, oder eben dieses Daseyn, dieses Gelten des gemein<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>samen Willens. Er ist <hi rendition="#g">Person</hi>, Sicherheit derselben, – Gerechtigkeit, die Macht,<lb n="8"/>die ihn als reines Seyn enthält,<ptr type="anker" target="#fn-240-3"/> die Macht seines Lebens wie über sein Leben, wie<lb n="9"/>über die Erhaltung seines subsistirenden Daseyns. γ) Seine Existenz in ihr ist itzt<lb n="10"/>das <hi rendition="#g">Werden</hi> an ihm selbst zum Allgemeinen, die Bildung. Oder dieses Krafft</p>
<note xml:id="fn-239-3.t2" type="rand" n="³" prev="#fn-239-3"><lb n="11"/>des Einzelnen in sich schließt α) nach seinem Daseyn β und nach seinem Wissen – intelligentes<lb n="12"/>Anerkanntseyn – α) Substanz β) daß er diß Allgemeine als solches weiß, und sich selbst darin<lb n="13"/>weiß. – Diese Momente kommen an jedem einzelnen Acte vor, α) daß jeder in der allgemeinen<lb n="14"/>Substanz besteht, daß er es weiß – daß sein Besonderes Seyn unmittelbar allgemeines ist – Es<lb n="15"/><hi rendition="#g">ist</hi>, und ist Gegenstand, als Wesen, und als nicht Fremdes, sondern worin jeder sich selbst<lb n="16"/>weiß.<lb n="17" type="absatz"/>Bewegung dieses intelligenten Gemeinwesen ist seine Erfüllung, als Gewalthabende Macht –</note>
<note xml:id="fn-240-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>in seinem <hi rendition="#g">Andersseyn</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>; gemeinsamen Willen – und zwar<lb n="19"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, als <hi rendition="#g">reine</hi> Abstraction (Tod) oder reines <hi rendition="#g">Wissen</hi>.</note>
<note xml:id="fn-240-2" type="rand" n="²"><lb n="20"/><seg type="marke">² </seg>Unterschied, wo der gemeinsame Willen erst durch Einwilligung und bestimm<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>te Erklärung zu Stande kommen muß, – (Ehe, und Vertrag) und wo er unmittelbar <hi rendition="#g">Gelten</hi><lb n="22"/>ist (Erbschafft) <hi rendition="#g">Seyn</hi>. Gesetz α) blosses Erhalten, Existenz des zu Stande gekommnen gemein<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>samen Willens; β) wo kein <hi rendition="#g">Willen</hi> ist, Aufnahme des Begriffs [als] <hi rendition="#g">Ansich</hi> – Verwand<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>schafftsgrade, <hi rendition="#g">Inhalt</hi> des Gesetzes; γ) das Gesetz ist das daseyende <hi rendition="#g">Ansich</hi>, tritt an die Stelle<lb n="25"/>der lebendigen ein, Vormundschafft; behauptet das Recht des Einzelnen als solchen.</note>
<note xml:id="fn-240-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>Gesetz des Willens als solchen, und des Daseyns</note>
<pb n="238" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=241" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>habende Gesetz hat die zwey Seiten, das Einzelne darin bestehend, und das <hi rendition="#g">Wer</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">den</hi> desselben, jenes Bestehen ist aber überhaupt die Bewegung an ihm selbst.</p>
<p><lb n="3"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-241-1"/> Krafft des Gesetzes ist <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, oder die Substanz, sie ist <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">den</hi><lb n="4"/>Einzelnen, Gegenstand der sein Wesen, sein Ansich ist, und er selbst ist ihr Leben;<lb n="5"/>er wird α) an <hi rendition="#g">ihm</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> das allgemeine, das <hi rendition="#g">todte</hi>, stumpfe Bewußtseyn β ge<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>bildetes Bewußtseyn, das sich in seiner reinen Abstraction selbst erhält.</p>
<p><lb n="7"/>a) Das Gesetz [als] das Bestehen seines <hi rendition="#g">unmittelbaren</hi> <hi rendition="#g">Daseyns</hi>. α) Er ist<lb n="8"/>unmittelbar als <hi rendition="#g">natürliches</hi> Ganzes in ihm, er ist als Familie; er gilt als diß natür<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>liche Ganze nicht als Person, diß hat erst zu werden – Er ist α) unmittelbares An<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>erkanntseyn, er ist durch Liebe verbundnes; diese Verbindung ist eine Totalität<lb n="11"/>vieler Beziehungen; die natürliche Zeugung, gemeinsames Zusammenleben, Sorg<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>falt, Erwerb, Erziehung – die Verbindung ist diß Ganze; das einzelne ist in diesem<lb n="13"/>Ganzen absorbirt – Als dieses Ganze ist es für das Gesetz, für das Allgemeine – so<lb n="14"/>ist es <hi rendition="#g">Ehe</hi>; nicht dieser oder jener Zweck, sondern als das Allgemeine; diese totale<lb n="15"/>Bewegung in sich, anerkanntseyn Liebe, anschauen in Sorgfalt, Thun, Arbeit, und<lb n="16"/>Zurükgehen im Kinde, der Zeugung, aber eben darin Auflösung, Eingreiffen ins</p>
<note xml:id="fn-241-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Inhalt</hi> und Bewegung des Gesetzes. Das Gesetz ist so unmittelbar, sein Inhalt<lb n="18"/>ebenso unmittelbar, es ist noch nicht Sitte, nicht lebendig; sondern abstract, als Gesetz ist es<lb n="19"/>das Existiren des <hi rendition="#g">gemeinsamen</hi> <hi rendition="#g">Willens</hi> verschiedner über eine einzelne Sache; sie treten<lb n="20"/>da für das Gesetz [ein], wo sie zu einem gemeinsamen Willen gekommen, über ein <hi rendition="#g">bestimm</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">tes</hi> Verhältniß, und dieses erklären, die Freyheit hebt sich dadurch auf, den Contract zu halten<lb n="22"/>oder nicht – insofern der einzelne reine Person Leben ist, Willen als solcher, ist er unmittelbar<lb n="23"/>Gegenstand des Gesetzes. – Das durch Gesetz unbestimmte ist erlaubt, d. h. das unbestimmbare<lb n="24"/>durch es als Abstraction; – <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">verboten</hi> kann vom Gesetz als solchem werden, <hi rendition="#g">geboten</hi><lb n="25"/>nicht, weil der <hi rendition="#g">einzelne</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> hier der Anfänger ist, ein gemeinsamer Willen durch sich<lb n="26"/>selbst erst zu stande kommen muß – das Einzelne ist das wirkliche gegen seine Abstraction</note>
<pb n="239" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=242" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>Ganze. Diß in sich beschlossne Ganze ist nicht Verbindung durch einen Contract,<lb n="2"/>über ihr Eigenthum contrahiren sie wohl beyde; aber nicht über ihren Leib – bar<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>barische Vorstellung Kants, sich die Geschlechtstheile zum Gebrauch überlassen zu<lb n="4"/>wollen, und so auch den ganzen Körper gleichsam als Zugabe; – durch Soldaten<lb n="5"/>könnten sie so zusammengezwungen werden. – a) daß nicht zu nahe Verwandte sich<lb n="6"/>heurathen ist das positive Gesetz über die Ehe; – dem Begriff der Liebe entgegen<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gesetzt. Selbstständige natürlich freye, nicht im unmittelbaren Anerkanntseyn<lb n="8"/>gesetzte sollen sich finden; Verwandte sind dasselbe Blut, dasselbe anerkanntseyn. –<lb n="9"/>Auch in diesem Grad der Verwandschafft fängt schon die Unbestimmtheit an,<lb n="10"/>noch mehr aber in Ansehung der übrigen Seiten. b) Einwilligung beyder Personen.<lb n="11"/>Für das Gesetz ist die Ehe insofern beyde Personen sind, <hi rendition="#g">Willen</hi>; die Einwilligung<lb n="12"/>beyder Theile, – ob sie sich verheurathen wollen, ob sie diß Ganze, was <hi rendition="#g">Ehe</hi> heißt,<lb n="13"/>so im Allgemeinen, <hi rendition="#g">wollen</hi>, – nicht im einzelnen, wie im Contracte; – und da<lb n="14"/>jedes zugleich nicht als Einzelnes, sondern als Mitglied der Familie gilt, ob die<lb n="15"/>Familie beyder <hi rendition="#g">einwilligt</hi>. – Die Ehe [ist] eben diese <hi rendition="#g">Vermischung</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Per</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">sönlichkeit</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Unpersönlichkeit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Natürlichen</hi> – diß das göttliche –<lb n="17"/>als natürliches, das geistig in dieser Natürlichkeit ist, nicht nur den Willen bestimmt;<lb n="18"/>daher [ist sie] <hi rendition="#g">religiöse</hi> <hi rendition="#g">Handlung</hi>; aber um des Willens willen, eine bürger<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>liche, die vor das Gesetz gehört; – es tritt beydes zusammen, wie auch in der Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>willigung die Personen und die Familien. – Das Gesetz ist als der reine Willen, die<lb n="21"/>Freyheit von der <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi>; sowohl der Personen, ihres natürlichen Charak<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>ters,<ptr type="anker" target="#fn-242-1"/> – als der besondern Momente, worein die Ehe sich analysirt. – Diese freye<lb n="23"/>Lebendigkeit und das reine Gesetz sind im Wechselspiel miteinander; das reine<lb n="24"/>Wollen, ist das Resultat der lebendigen Bewegung, und diese hat jene Abstraction,<lb n="25"/>reines Denken zu ihrem Seyn – und bloß von Seiten des reinen Wollens – des Er-</p>
<note xml:id="fn-242-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Gesetz <hi rendition="#g">ist</hi> keine <hi rendition="#g">Nöthigung</hi> <hi rendition="#g">zur</hi> <hi rendition="#g">Ehe</hi></note>
<pb n="240" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=243" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>klärens zu wollen tritt das Gesetz ein; es ist das was die mehrern Seiten der Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>vidualität nach gar nicht umfaßt hat, noch gar nicht lebendiger Geist ist – daher<lb n="3"/>dieses empirische Widerspiel. Nach <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">leeren</hi> <hi rendition="#g">Gesetze</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> die Ehe unauflöslich<lb n="4"/>weil sie ihren <hi rendition="#g">Willen</hi> erklärt haben;<ref type="anker" target="#fn-243-1">¹</ref> – aber diß [ist] vollkommen einseitig – das<lb n="5"/><hi rendition="#g">Gesetz</hi> erfüllt muß auf die von ihm <hi rendition="#g">freye</hi> <hi rendition="#g">Lebendigkeit</hi> Rüksicht nehmen;<lb n="6"/>Zurükgehen aus der gemeinsamen Einheit – der Personen in sich (Ehbruch, bös<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>liche Verlassung, incompatibilité d’humeur) – Bestimmungen die den Inhalt be<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>treffen. – Ob der Zweck der Ehe positiv erfüllt wird, geht das Gesetz nichts an; es<lb n="9"/>ist eine Ehe gestifftet, – <hi rendition="#g">Möglichkeit</hi> der Ehe, nicht zu grosser Unterschied des<lb n="10"/>Alters, – (Möglichkeit sich zu ernähren) – Gesetze bleiben bey diesem Inhalte un<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>bestimmt. <hi rendition="#g">Trennung</hi> der Ehe, dazu gehört der positive Willen eines sich scheiden<lb n="12"/>wollenden.</p>
<p><lb n="13"/>Vor dem Gesetz, oder <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist die Ehe nicht geschlossen durch Ehversprechen,<lb n="14"/>noch durch den Beischlaff, sondern durch den <hi rendition="#g">erklärten</hi> Willen, das Aussprechen,<lb n="15"/>diß <hi rendition="#g">gilt</hi>; – ebenso <hi rendition="#g">ansich</hi> nicht gebrochen durch den Ehbruch, durch bösliche<lb n="16"/>Verlassung, Unverträglichkeit, schlechte Wirtschafft, sondern ob beyde diß dafür<lb n="17"/><hi rendition="#g">ansehen</hi> und es <hi rendition="#g">wollen</hi> – Aber die Frage ist, ob wie sie es ansehen, [es] auch<lb n="18"/><hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> so ist; – und umgekehrt, ob was an sich ist, die Partheien auch so <hi rendition="#g">ansehen</hi><lb n="19"/>wollen; ihr erster Willen der Ehe ist verändert, aber ebenso gut kann auch ihr<lb n="20"/>zweyter Willen sich verändern. Das steife Gesetz könnte bey jenem ersten Willen<lb n="21"/>beharren, und die Ehe für unauflöslich erklären, oder auch das <hi rendition="#g">natürliche</hi>, das<lb n="22"/><hi rendition="#g">Ansich</hi> betrachten, und sie auflösen. – Das natürliche, Unmöglichkeit der Ehe,<lb n="23"/>wegen zu ungleichem Alter, – Auflösung wegen Ehbruch, positive Verletzung, die</p>
<note xml:id="fn-243-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>abstracte Gesetz kommt in Conflict mit der <hi rendition="#g">Lebendigkeit</hi>, [es ist] der leere<lb n="25"/>reine Willen – es muß seine Abstraction erkennen; und nachgeben gegen den erfüllten Willen;<lb n="26"/>– das Gesetz ist noch diese <hi rendition="#g">unlebendige</hi> Allgemeinheit.</note>
<pb n="241" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=244" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>Ansich mit Willen ist (nicht leeres Ansich, Unfruchtbarkeit)<ref type="anker" target="#fn-244-1">¹</ref> ist das bestimmteste,<lb n="2"/>d. h. die Form der Allgemeinheit aber keine Bestimmung; die Gesetzgebung muß<lb n="3"/>sehen wie sie zurecht kommt; – diese oder jene Bestimmung festsetzen, – Bestim<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>mung, Seyn wegen anderer lebendiger Zwecke; – Soldatenstand, Entvölkerung,<lb n="5"/>– Charaktere der Stände u.s.f. –</p>
<p><lb n="6"/>β) der einzelne ist nach seinem Wollen in der Ehe betrachtet; – aber als <hi rendition="#g">leben</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/><hi rendition="#g">diger</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">eins</hi> <hi rendition="#g">mit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Familie</hi>, er <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">natürlichen</hi> <hi rendition="#g">Einsamkeit</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">entsagt</hi>; – <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> hat die <hi rendition="#g">Familie</hi> <hi rendition="#g">Eigenthum</hi>, es ist Eigenthum nicht<lb n="9"/>des einzelnen, sondern derselben, es ist <hi rendition="#g">Familiengut</hi>, – stirbt ein Glied, so fällt<lb n="10"/>nur diß Accidenz hinweg, und die Familie bleibt, – daher <hi rendition="#g">Erbschafft</hi>, – nicht der<lb n="11"/>nächste beste hat es in Besitz zu nehmen, es tritt nicht der Naturstand ein – Grund<lb n="12"/>des <hi rendition="#g">Erbens</hi>. – Aber der Einzelne [ist] ebenso reine Person, es ist sein Eigenthum –<lb n="13"/>und er ist als solcher allgemein; er stirbt nicht; es ist <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">erklärter</hi> Willen, der<lb n="14"/>über sein Eigenthum gilt; nicht ob er lebendig oder todt ist; – so wie ein Vertrag<lb n="15"/>nicht aufhört, durch den Tod des einen Contrahenten, wenn der Willen erfüllt<lb n="16"/>werden kann ohne sein Leben; – Todte können sich nicht heurathen, ebenso wenig<lb n="17"/>als ein Lebendiger mit einem himmlischen Braütigam; – aber daß einer das Eigen<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>thum des andern bekommt, dazu bedarf es des Lebens des empfangenden nicht. –<lb n="19"/>Aber diese Disposition des Einzelnen über sein Vermögen widerspricht der Erb<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>schafft. – Diß kann auf keine absolute Weise vermittelt werden, sondern eins ist<lb n="21"/>durch das andre auf eine bestimmte Weise zu beschränken – bizarre Einfälle in<lb n="22"/>Testamenten (Thellussons) – Zufälligkeit, es ist eben zu sehen, wie man auf eine billige<lb n="23"/>Weise zurecht kommt; – es muß hier und da ab und zu gegeben werden; die Härte</p>
<note xml:id="fn-244-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Die Ehe als das allgemeine in Schutznehmen gegen die Zufälligkeit, und andre<lb n="25"/>Verhältnisse</note>
<pb n="242" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=245" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>des Gesetzes ist so sehr als möglich zu handhaben, wenn es nicht zu arg wird; – der<lb n="2"/>Willen ist am meisten zu respectiren.</p>
<p><lb n="3"/>γ) das Gesetz der Kinder als solcher ist ebenso unbestimmt, Vermischung des<lb n="4"/>eignen und noch fremden Willen; daher Verträge von nicht mündigen vor dem<lb n="5"/>Gesetze nicht gültig; das bestimmte ist α) ihre Mündigkeit, die in Ansehung der<lb n="6"/>Zeit ebenso unbestimmter ist β) die Vormundschafft, die Familie tritt zunächst ein;<ptr type="anker" target="#fn-245-1"/><lb n="7"/>aber die Aufsicht des Gesetzes ergäntzt ihre Unvollständigkeit, als reiner Willen<lb n="8"/>der unmittelbaren Eltern.<ptr type="anker" target="#fn-245-2"/></p>
<p><lb n="9"/>b. Diß Gesetz des unmittelbaren Daseyns des Einzelnen ist als Gesetz ihr Willen,<lb n="10"/>oder es erhält diesen als solchen – im Verschwinden des zufälligen Seyns – Tod der<lb n="11"/>Eltern, wird es positiv, es tritt als das Daseyn auf, da sie es vorher waren; – <hi rendition="#g">Staat</hi>.<lb n="12"/>Es ist das wirkliche <hi rendition="#g">Gelten</hi> des Eigenthums, Element des wirklichen Daseyns,<lb n="13"/>durch das Wollen aller. Das Gesetz beschützt die Familie, läßt sie in ihrem Seyn,<lb n="14"/>aber es ist wie die Familie die Substanz und Nothwendigkeit des Einzelnen; es ist<lb n="15"/>die bewußtlose Vormundschafft über den Einzelnen, dessen Familie gestorben, das<lb n="16"/>heißt insofern er als Einzelner auftritt. – Es ist die Substanz und Nothwendigkeit –<lb n="17"/>harte Seite, in der es auftritt.</p>
<p><lb n="18"/>α) ist es das allgemeine Recht, Eigenthum überhaupt, schützt jeden bey seinem<lb n="19"/>unmittelbaren Besitz, Erbschafft und Tausch. Aber diß ist nur formales Recht, das<lb n="20"/>in Ansehung [des Inhalts] ganz frey bleibt. – (Zufälligkeit des Erbens) – Das Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>viduum tritt als erwerbend durch Arbeit auf; hier ist sein Gesetz bloß, daß ihm<lb n="22"/>gehört, was er bearbeitet, und was er eintauscht. Aber das Allgemeine ist zugleich<lb n="23"/>seine Nothwendigkeit, die ihn bey seiner Rechtsfreyheit aufopfert.</p>
<note xml:id="fn-245-1" type="rand" n="¹"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Gesetz tritt hier positiv ein; – ebenso in Ansehung der Erziehung –</note>
<note xml:id="fn-245-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Die Erziehung, Anstalten des Staats, Zufälligkeit; der Familienwillen ist zu<lb n="26"/>respectiren; Gesetz.</note>
<pb n="243" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=246" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Das Allgemeine ist α) reine Nothwendigkeit am einzelnen Arbeitenden; – er<lb n="2"/>hat seine bewußtlose Existenz in dem Allgemeinen, die Gesellschafft ist seine Natur,<lb n="3"/>von deren elementarischer blinder Bewegung er abhängt, die ihn geistig und phy<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>sisch erhält oder aufhebt. Er ist da durch unmittelbaren Besitz, [oder] <hi rendition="#g">Erbschafft</hi>,<lb n="5"/>vollkommner Zufall. – Er arbeitet eine abstracte Arbeit, er gewinnt der Natur um<lb n="6"/>so viel ab; aber diß verkehrt sich nur in eine andre Form des Zufalls α) er kann<lb n="7"/>mehr verarbeiten; aber diß vermindert den Werth seiner Arbeit, er tritt damit<lb n="8"/>nicht aus dem allgemeinen Verhältnisse heraus. β) die Bedürfnisse werden dadurch<lb n="9"/>vervielfältigt – jedes einzelne ist in mehrere abgetheilt; der Geschmack ist ver<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>feinert; er macht mehr Unterschiede; eine Zubereitung ist gefodert, die das zu<lb n="11"/>brauchende Ding dem leichten Gebrauche immer näher bringe, und daß für alle<lb n="12"/>Seiten seines Misverhältnisses gesorgt werde (Kork, Korkzieher, Lichtputze) er<lb n="13"/>wird <hi rendition="#g">gebildet</hi> als natürlich geniessendes γ) aber ebenso durch die Abstraction der<lb n="14"/>Arbeit <hi rendition="#g">mechanischer</hi>, abgestumpfter, geistloser. – Das Geistige, diß erfüllte<lb n="15"/>selbstbewußte Leben wird ein leeres Thun, die Krafft des Selbsts besteht in dem<lb n="16"/>reichen Umfassen, diese geht verloren. – Er kann einige Arbeit als Maschine frey<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>lassen, um so formaler wird sein eignes Thun. – Sein stumpfes Arbeiten beschränkt<lb n="18"/>ihn auf einen Punkt; – und die Arbeit ist um so vollkommner, je einseitiger sie ist –<lb n="19"/>Aber diese Vielheit erzeugt die <hi rendition="#g">Mode</hi>, die Veränderlichkeit die Freyheit im<lb n="20"/>Gebrauche der Formen; – diese Dinge, Schnitt der Kleidung, Art des Ameublements<lb n="21"/>sind nicht beständiges – ihre Veränderung ist wesentlich und vernünftig – viel<lb n="22"/>vernünftiger, als bey einer Mode bleiben, in solchen einzelnen Formen etwas festes<lb n="23"/>behaupten wollen – das Schöne ist keiner Mode unterworfen – aber hier findet<lb n="24"/>keine freye Schönheit statt, sondern eine reitzende, d. h. die Zierrath eines Andern</p>
<pb n="244" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=247" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>ist, und sich auf anderes bezieht – Trieb, Begierde erregen will, also Zufälligkeit an<lb n="2"/>ihr hat – Ebenso unablässig ist das Ringen nach Vereinfachung der Arbeit, Erfindung<lb n="3"/>andrer Maschinen u.s.f. – Die Geschicklichkeit des einzelnen ist die Möglichkeit<lb n="4"/>der Erhaltung seiner Existenz. – Diese ist der völligen Verwicklung des Zufalls des<lb n="5"/>Ganzen unterworfen – Es werden also eine Menge zu den ganz abstumpfenden<lb n="6"/>ungesunden und unsichern und die Geschiklichkeit beschränkenden Fabrik- Manu<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>facturarbeiten – Bergwerken u.s.f. verdammt, – und Zweige der Industrie, die<lb n="8"/>eine grosse Klasse Menschen erhielten, versiegen auf einmal wegen der Mode – oder<lb n="9"/>Wohlfeilerwerden durch Erfindungen in andern Ländern, u.s.f. und diese ganze<lb n="10"/>Menge ist der Armuth, die sich nicht helfen kann, preisgegeben. – Der Gegensatz<lb n="11"/>grossen Reichthums und grosser Armuth tritt [auf] – die Armuth, der es unmöglich<lb n="12"/>wird, etwas vor sich zu bringen; – der Reichthum wie jede Masse macht sich zur<lb n="13"/>Krafft, – Anhaüffung des Reichthums theils durch Zufall, – theils durch die All<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gemeinheit durch die Vertheilung – ein Anziehender Punkt einer Art, der [seinen]<lb n="15"/>Blik über das Allgemeine weitere wirft, sammelt um sich her – wie eine grosse<lb n="16"/>Masse die kleinern an sich zieht; – wer da hat, dem wird gegeben. – Der Erwerb<lb n="17"/><hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">vielseitiges</hi> System, das nach allen Seiten einbringt, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">kleineres</hi><lb n="18"/>Geschäffte <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">benutzen</hi> kann; – oder die höchste Abstraction der <hi rendition="#g">Arbeit</hi><lb n="19"/><hi rendition="#g">greifft</hi> <hi rendition="#g">durch</hi> desto mehr einzelne <hi rendition="#g">Arten</hi> <hi rendition="#g">durch</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> erhält einen um so<lb n="20"/><hi rendition="#g">weitern</hi> <hi rendition="#g">Umfang</hi>. – Diese Ungleichheit des Reichthums und der Armuth, – diese<lb n="21"/>Noth und Nothwendigkeit wird die höchste Zerrissenheit des Willens, – innre<lb n="22"/>Empörung und Haß – Diese Nothwendigkeit, welche die vollkommne Zufälligkeit<lb n="23"/>des einzelnen Daseyns ist, ist aber ebenso die <hi rendition="#g">erhaltende</hi> <hi rendition="#g">Substanz</hi> desselben;<lb n="24"/>– die Staatsgewalt tritt ein, und muß sorgen, daß jede Sphäre erhalten werde, ins<lb n="25"/>Mittel treten; Auswege, neue Canäle des Verkauffs in andern Ländern aufsuchen<lb n="26"/>– u.s.f. – die eine erschweren, insofern sie zu sehr zum Nachtheil der andern über<pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/>greifft – <hi rendition="#g">Freyheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gewerbes</hi>, das Eingreiffen muß so unscheinbar als mög<pc force="weak">-</pc><lb n="28" break="no"/>lich seyn; denn es ist das Feld der Willkühr – Schein der Gewalt muß vermieden</p>
<pb n="245" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=248" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>werden; – und nicht retten wollen, was nicht zu retten ist, sondern die leidenden<lb n="2"/>Klassen anders beschäfftigen – sie ist die allgemeine Übersicht; – der einzelne ist<lb n="3"/>nur ins einzelne vergraben – Das Gewerbe wird freylich verlassen von selbst, – aber<lb n="4"/>mit Aufopferung dieser Generation, und Vermehrung der Armuth. – <hi rendition="#g">Armen</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">taxen</hi> und Anstalten.</p>
<p><lb n="6"/>Aber die Substanz ist nicht nur diß ordnende Gesetz als die einzelnen erhaltende<lb n="7"/>Macht – sondern sie ist selbst erwerbend – ein allgemeines Gut, ein Gut des Gan<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>zen; – Abgaben; – α) directe Abgaben vom festen Besitz β) indirecte – jene nach<lb n="9"/>dem physiokratischen System allein; allein die rohen Materialien sind zwar der<lb n="10"/>abstracte Grund – aber selbst ein bestimmtes einzelnes – das zu sehr gedrükt er<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>scheint; – es wird verlassen; – dieser Zweig fehlt im Ganzen, und dann werden die<lb n="12"/>Einnahmen vermindert. – Das Abgabesystem muß sich allenthalben einnisten – un<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>scheinbar vorkommen, wenig von Allem aber überall – ist es unverhältnißmässig<lb n="14"/>auf einer Branche, so wird sie verlassen, weniger Wein getrunken, wenn schwere<lb n="15"/>Auflagen, für alles ist eine Art von Surrogat zu finden, oder Entbehrung – Aber<lb n="16"/>diese Nothwendigkeit kehrt sich ebenso gegen sich selbst – die Kosten der Per<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>ception werden um so beträchtlicher – die Gène, der Mismuth immer grösser, da<lb n="18"/>in Allem der Genuß gestört und mit Weitlaüffigkeiten verbunden ist. – Der Staats<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>reichthum muß sich so wenig als möglich auf Domänen gründen, sondern Auf<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>lagen; jene sind Privatbesitz, und zufällig, der Verschleuderung ausgesetzt, weil<lb n="21"/>keiner nichts zu verlieren scheint, sondern gewinnt oder Hoffnung zu gewinnen hat,<lb n="22"/>Auflagen fühlt jeder, und will sie gut verwendet wissen.</p>
<p><lb n="23"/>b) Diese elementarische Nothwendigkeit Zufälligkeit des einzelnen geht in die<lb n="24"/>richterliche Gewalt über; der <hi rendition="#g">einzelne</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">zufällig</hi> <hi rendition="#g">seinem</hi> <hi rendition="#g">wirklichen</hi><lb n="25"/><hi rendition="#g">Besitz</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Geschiklichkeit</hi>, <hi rendition="#g">Verstand</hi> nach,<ref type="anker" target="#fn-248-1">¹</ref> aber als <hi rendition="#g">allgemeiner</hi><lb n="26"/><hi rendition="#g">wesentlich</hi>, α) als Eigenthum überhaupt besitzend, d. h. <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">abstracte</hi> <hi rendition="#g">Recht</hi></p>
<note xml:id="fn-248-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>daß der <hi rendition="#g">Vertrag</hi> gehalten werde</note>
<pb n="246" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=249" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>– Der Staat<ptr type="anker" target="#fn-249-1"/> ist das Daseyn die <hi rendition="#g">Macht</hi> des Rechts; das Halten <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Vertrags</hi><lb n="2"/>(und des Bleibens <hi rendition="#g">bey</hi> <hi rendition="#g">seinem</hi> <hi rendition="#g">ruhigen</hi> Eigenthume;) die <hi rendition="#g">daseyende</hi> <hi rendition="#g">Ein</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/><hi rendition="#g">heit</hi> des Worts, des ideellen <hi rendition="#g">Daseyns</hi> und der <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>, so wie die <hi rendition="#g">un</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/><hi rendition="#g">mittelbare</hi> Einheit des <hi rendition="#g">Besitzes</hi> und des <hi rendition="#g">Rechts</hi>, das Eigenthum als allgemeine<lb n="5"/>Substanz, – das Bleiben; das anerkanntseyn als <hi rendition="#g">geltendes</hi>. Gelten ist die Ver<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>mittlung des unmittelbaren, die ebenso unmittelbar geworden.</p>
<p><lb n="7"/>– Hier ist die Substanz ebenso wie sie das unmittelbare Bestehen ist, so das all<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gemeine Gesetz, und das Festhalten dieser Abstraction gegen den Einzelnen, seine<lb n="9"/>gewußte und gewollte, Nothwendigkeit gegen ihn, und die versuchte Ausgleichung<lb n="10"/>dieser leeren Nothwendigkeit und seines Daseyns.</p>
<p><lb n="11"/>αα) sie ist das Bestehen, der Schutz des unmittelbaren Eigenthums, der all<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gemeine Willen und ihre Krafft, die Krafft aller Einzelnen, ββ) <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Schutz</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Vertrags</hi>, <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">erklärten</hi> <hi rendition="#g">gemeinsamen</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi>; <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Band</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Wor</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/><hi rendition="#g">tes</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Leistung</hi> – und wenn <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">geleistet</hi> <hi rendition="#g">wird</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi><lb n="15"/>und <hi rendition="#g">Herstellung</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Leistens</hi>. Richterliche <hi rendition="#g">Gewalt</hi>. – Sie hält darauf, daß<lb n="16"/>der Vertrag erfüllt werde, was für sie ist, ist der <hi rendition="#g">gemeinsame</hi> Willen; dieser<lb n="17"/>gilt als das Wesen – Die Zweydeutigkeit des <hi rendition="#g">Sollens</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-249-2"/> die im Vertrage seinem<lb n="18"/>Begriffe nach liegt, ist verschwunden; in ihm ist gesetzt als geltend der von der<lb n="19"/>Unmittelbarkeit des Leistens abgetrennte Willen; <hi rendition="#g">er</hi> ist <hi rendition="#g">da</hi>, der andre ist damit<lb n="20"/>zufrieden – Aber diß Daseyn ist nur das Daseyn des besondern – unmittelbares<lb n="21"/>nicht vermitteltes – im Augenblike der Übereinkunft<ptr type="anker" target="#fn-249-3"/> ist es <hi rendition="#g">so</hi> <hi rendition="#g">vorhanden</hi>,</p>
<note xml:id="fn-249-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>der Einzelne hat sein gemeyntes Recht nur am Allgemeinen</note>
<note xml:id="fn-249-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Gebot</hi> ist <hi rendition="#g">Gesetz</hi> – <hi rendition="#g">reines</hi> <hi rendition="#g">Ich</hi>, <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Abstraction</hi> im <hi rendition="#g">Gesetz</hi> – durch<lb n="24"/>straffende Gewalt</note>
<note xml:id="fn-249-3" type="rand" n="³"><lb n="25"/><seg type="marke">³ </seg>der Einzelne hat sich seines <hi rendition="#g">gemeynten</hi> Rechts entaüssert – <hi rendition="#g">Gebot</hi>, ist<lb n="26"/>Gesetz, das Gewalt hat.</note>
<pb n="247" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=250" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>aber eben diß unvermittelte Vorhandenseyn gilt nicht mehr – sondern ein vor<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>handenseyn das als gemeinsamer Willen ist, – oder das ebenso ein vermitteltes ist –<lb n="3"/>die BEDEUTUNG <hi rendition="#g">gilt</hi>, der andre anerkannte mich wohl als noch nicht leistenden,<lb n="4"/>aber in der Bedeutung des <hi rendition="#g">gemeinsamen</hi> <hi rendition="#g">Willens</hi> – Diese Bedeutung gilt im<lb n="5"/><hi rendition="#g">Gesetze</hi> – die Bedeutung ist das innre – <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Person</hi>, das Gesetz <hi rendition="#g">ist</hi> diese<lb n="6"/>Bedeutung – In der Todesstraffe hat sich alle Zweyheit der <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> und<lb n="7"/>des Daseyns aufgehoben; ich bin da, wie ich <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">mir</hi> selbst bin, nach der Bedeutung,<lb n="8"/>nicht die ich besonders hineinlege, sondern nach der Bedeutung <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">gemein</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/><hi rendition="#g">samen</hi> <hi rendition="#g">Willens</hi>. –<ptr type="anker" target="#fn-250-1"/> Das Gesetz <hi rendition="#g">zwingt</hi> daher, d. h. hier, es führt gegen meine<lb n="10"/>besondre Bedeutung, die gemeinsame aus, gegen mein <hi rendition="#g">Daseyn</hi> mein Ansich,<lb n="11"/>oder gegen mein besonderes Selbst, mein <hi rendition="#g">allgemeines</hi>. (– Durch diesen Zwang<lb n="12"/>ist meine Ehre nicht mehr verletzt (Bildung) denn <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Zwang</hi> enthält nicht<lb n="13"/>meine Unterwerfung; das Verschwinden meines Selbsts, gegen ein anderes Selbst,<lb n="14"/>sondern <hi rendition="#g">meiner</hi> <hi rendition="#g">gegen</hi> <hi rendition="#g">mich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, <hi rendition="#g">meiner</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Besondern</hi>, <hi rendition="#g">gegen</hi> mich<lb n="15"/><hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinen</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> zwar diesen nicht als <hi rendition="#g">Macht</hi>, sondern als Macht<lb n="16"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gesetzes</hi>, das ich anerkenne; d. h. <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">negative</hi> Bedeutung meiner hat<lb n="17"/>ebensosehr <hi rendition="#g">positive</hi>; ich bin ebenso darin erhalten – Es kommt mir ebenso zu<ptr type="anker" target="#fn-250-2"/><lb n="18"/>gute – ich<ptr type="anker" target="#fn-250-3"/> bin nicht nur in <hi rendition="#g">meinem</hi> <hi rendition="#g">Gedanken</hi> erhalten, – Ehre – sondern<lb n="19"/>auch in meinem Seyn.)</p>
<p><lb n="20"/>Allein die Zufälligkeit kommt auf andre Weise hier herein – sie war im Begriff<lb n="21"/>Zufälligkeit des Leistens. Hier αα) die Bestimmung des abstracten Gesetzes seinem</p>
<note xml:id="fn-250-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>über das einzelne keinen absoluten <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> – sondern gemeinsamen<lb n="23"/>Willen</note>
<note xml:id="fn-250-2" type="rand" n="²"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>Bildung, sich im Allgemeinen anzuschauen. Menschen müssen zuerst wie<lb n="25"/>Thiere gezwungen werden.</note>
<note xml:id="fn-250-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg>Weil ich <hi rendition="#g">positive</hi> <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> habe, behalte ich nicht meine <hi rendition="#g">Meynung</hi><lb n="27"/>gegen diß Gesetz; – nichts für mich</note>
<pb n="248" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=251" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Inhalte nach, – überhaupt vielfach – in den mannichfaltigen Bestimmungen des<lb n="2"/>einzelnen – je einfacher die Gesetze, desto unbestimmter, je bestimmter, desto<lb n="3"/>mannichfaltiger, desto weiter die Unterscheidungen getrieben; und der concrete<lb n="4"/>einzelne Fall wird dadurch um so mehr zerlegt, und bezieht sich auf [um] so mehrere<lb n="5"/>Gesetze; – da das Allgemeine hier unmittelbar aufs Besondere angewendet ist, so<lb n="6"/>daß das letztere bestehen soll; so entsteht die schlechte Unendlichkeit; – und eine<lb n="7"/>vollkommne Gesetzgebung nach ihrer Vollständigkeit ist dasselbe Beginnen, wie<lb n="8"/>z. B. alle Farben angeben zu wollen. – Fortdauerndes Gesetzgeben. bb. Je grösser<lb n="9"/>diese Mannichfaltigkeit wird, desto zufälliger wird das Wissen von ihnen; die<lb n="10"/>Bürger sollen die Gesetze kennen, wenn sie sie auch nicht begreiffen, d. h. nicht<lb n="11"/>ihr Selbst darin wissen – aber geschweige daß die Bürger sie wüßten, wird es um so<lb n="12"/>schwerer, daß die Richter sie wissen, und wenn auch diß, sie in jedem Falle präsent<lb n="13"/>haben; – keine Sammlungen von Gesetzen, eine Menge widersprechender, da man<lb n="14"/>nicht weiß, was schon geboten oder verboten ist. cc) noch grösser wird die Zu<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>fälligkeit in Ansehung des Scharfsinns des Richters – die Gesetze geschikt auf den<lb n="16"/>vorliegenden Fall anzuwenden, <hi rendition="#g">Gegenwart</hi> des Geistes.</p>
<p><lb n="17"/>Die <hi rendition="#g">Rechtspflege</hi> und <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Proceßgang</hi> ist dann <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Ausführung</hi> <hi rendition="#g">des</hi><lb n="18"/><hi rendition="#g">Rechts</hi> – sie ist der <hi rendition="#g">gehörige</hi> <hi rendition="#g">Schutz</hi> der Ausführung des Rechts beyder Par<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>theyen,<ptr type="anker" target="#fn-251-1"/> ihnen ihre Vertheidigungsmittel zu erhalten – Der <hi rendition="#g">Proceßgang</hi> ist noch<lb n="20"/>wesentlicher fast als die Gesetze selbst. Hier tritt derselbe Gegensatz ein – <hi rendition="#g">Proceß</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">kosten</hi> grösser, unmöglicher für den, der die Bewahrung des Rechts am meisten<lb n="22"/>nöthig hat, die Kosten aufzutreiben – Je vortrefflicher, desto länger, kurz nach allen<lb n="23"/>Seiten ein grosses Übel – Schadenersatz nicht vollkommen zufällig – Zeit. <hi rendition="#g">Das</hi><lb n="24"/><hi rendition="#g">Gesetz</hi> <hi rendition="#g">muß</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Strenge</hi> <hi rendition="#g">nachgeben</hi>; α) <hi rendition="#g">Vergleiche</hi> statt des<lb n="25"/>strengen<ptr type="anker" target="#fn-251-2"/> Rechts befördern, Vergleichscommissionen, mit denen die Juristen sehr</p>
<note xml:id="fn-251-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Ausführung des Rechts beyder Partheyen vor dem Gerichte.</note>
<note xml:id="fn-251-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Zeit</hi> – <hi rendition="#g">Wechsel</hi>, Ruin der ganzen Einzelnen – <hi rendition="#g">Teleskop</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">eine</hi><lb n="28"/><hi rendition="#g">gewisse</hi> <hi rendition="#g">Zeit</hi>; chirurgisches Instrument Arzney</note>
<pb n="249" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=252" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>unzufrieden sind; <hi rendition="#g">Straffe</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">Proceßsüchtige</hi> <hi rendition="#g">Partheyen</hi> und <hi rendition="#g">rabulistische</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">Rechtsbeistände</hi> – die Vermehrung der Gerichtskosten selbst, und besonders<lb n="3"/>bey höhern Instanzen u.s.f. das Recht erschweren,<ptr type="anker" target="#fn-252-1"/> und die Leute nöthigen, zu<lb n="4"/>sehen, wie sie zu Rechte kommen; – aber ebenso dafür sorgen, daß wer Lust hat<lb n="5"/>sich der ganzen Länge und Breite der Ausführung überlassen kann. – Es ist der<lb n="6"/>Betrug in solchen zeitlichen bestimmten concreten sinnlichen Dingen und Verhält<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>nissen als solchen eine absolute Bestimmung finden zu wollen.</p>
<p><lb n="8"/>c.<ptr type="anker" target="#fn-252-2"/> die <hi rendition="#g">peinliche</hi> Rechtspflege ist die Gewalt des Gesetzes über das Leben des<lb n="9"/>Einzelnen; das Gesetz ist seine absolute Macht selbst über sein Leben; denn es ist<lb n="10"/>sein Wesen, als rein allgemeiner Willen, d. h. als Verschwinden seiner als eines<lb n="11"/>besondern Seyns, Lebens; – das Gesetz ist ebenso die Befreyung vom Verbrechen<lb n="12"/>und die <hi rendition="#g">Begnadigung</hi>; es ist ebenso über das Böse Meister, als das reine Leben;<lb n="13"/>die That ist für es als ob sie nicht geschehen wäre, das daseyende hat als solches keine<lb n="14"/>Wahrheit für sie.</p>
<p><lb n="15"/>Diese<ptr type="anker" target="#fn-252-3"/> Macht über alles <hi rendition="#g">Daseyn</hi>, Eigenthum und Leben, und eben so den Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>danken, das <hi rendition="#g">Recht</hi> und das Gute und Böse ist das Gemeinwesen, das lebendige</p>
<note xml:id="fn-252-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Abhelfen</hi> des Übels ist wieder selbst ein Übel</note>
<note xml:id="fn-252-2" type="rand" n="²"><lb n="18"/><seg type="marke">² </seg>Der einzelne ist rechtliche Person – und die richterliche Gewalt Bewegung<lb n="19"/>der <hi rendition="#g">Entaüssrung</hi> seines Rechts, <hi rendition="#g">seines</hi> <hi rendition="#g">gedachten</hi> <hi rendition="#g">Wesens</hi> in Beziehung auf sein<lb n="20"/>Daseyn, gilt er als seinen <hi rendition="#g">Willen</hi> in seinem Daseyn habend, – und sein <hi rendition="#g">ruhiger</hi> besondrer<lb n="21"/>Willen wird respectirt. – Aber indem er sein <hi rendition="#g">Meynen</hi> <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">Recht</hi> aufgegeben an<lb n="22"/>das Allgemeine so GILT er als <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Person</hi>, und insofern er als reine Person, als reiner<lb n="23"/>Willen sich vom allgemeinen abtrennt, als das Böse; – in dem bürgerlichen Streite nicht als<lb n="24"/>reiner Willen sondern <hi rendition="#g">gemeyntes</hi> Recht gegen das Allgemeine; so daß diß gelten soll;<lb n="25"/>– oder Recht gegen Besonderheit des Andern, Betrug, dolus umgeht seinen Willen, aber<lb n="26"/>richtet sich an sein Wissen –</note>
<note xml:id="fn-252-3" type="rand" n="³" next="#fn-252-3.t2"><lb n="27"/><seg type="marke">³ </seg>Dadurch daß der einzelne sein <hi rendition="#g">gemeyntes</hi> Recht aufgegeben, stellt er sich<lb n="28"/>dar, als <hi rendition="#g">reines</hi> Anerkanntseyn; er gilt als solcher – wie vorhin sein Willen im gemeinsamen</note>
<pb n="250" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=253" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Volk. – Das Gesetz ist Lebendig, vollkommnes, lebendiges selbstbewußtes Leben;<lb n="2"/>als der allgemeine Willen, der <hi rendition="#g">Substanz</hi> aller Wirklichkeit ist, Wissen von sich</p>
<note xml:id="fn-252-3.t2" type="rand" n="³" prev="#fn-252-3"><lb n="3"/>Willen über bestimmte Dinge – so gilt itzt sein reiner Willen als solcher – Dieses reine Aner<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>kanntseyn hat unmittelbar an ihm selbst die beyden Seiten, reines Anerkanntseyn, und reines<lb n="5"/>Seyn zu seyn –<lb n="6" type="absatz"/>a) α) als reines Anerkanntseyn, als Willen ist er der Gewalt entgegengesetzt – dem fremden<lb n="7"/>Willen, der <hi rendition="#g">nicht</hi> gemeinsam ist – er ist geschützt gegen Gewalt über sein Eigenthum und<lb n="8"/>Thun, und sein Leben überhaupt – sein Leben ist <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> sein reiner Willen. – β) er ist als<lb n="9"/>reiner Willen, die Abstraction des reinen Seyns – oder er ist nicht mehr ein <hi rendition="#g">Meynen</hi> von<lb n="10"/>seinem Rechte – d. h. er ist <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">da</hi> durch sein Meynen – diß ist er nicht mehr – er ist ein<lb n="11"/>lebloses – D. h. das Gesetz hat vollkommne Macht über sein Leben – er, <hi rendition="#g">sein</hi> Leben, steht<lb n="12"/>gegenüber dem Allgemeinen, worin er reine Abstraction ist – und diß ist sein von ihm<lb n="13"/>anerkanntes Wesen. – Er hat auf sein Leben gegen das Allgemeine Verzicht gethan – es ist<lb n="14"/>wie Richter über sein <hi rendition="#g">gemeyntes</hi> Recht, so über sein reines Seyn. – Diß ist die absolute<lb n="15"/>Macht über das Leben – der einzelne weiß sich <hi rendition="#g">positiv</hi> darin<lb n="16" type="absatz"/>b) der Einzelne aber gegenübertretend, als absolute Macht für sich selbst – ist er für sich<lb n="17"/>absoluter unendlicher Willen; – und absolute Macht – d. h. das Aufhebende, eines andern<lb n="18"/><hi rendition="#g">absoluten</hi> – diß andre kann er aufheben – weil es <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist; quantitativ – bestimmbar durch<lb n="19"/>andres – unwissend – er faßt es bey diesem an, und hat dadurch das andre unter sich gebracht –<lb n="20"/><hi rendition="#g">Mord</hi>; – Verbrechen – er ist das <hi rendition="#g">Böse</hi>∗<ptr type="anker" target="#fn-253-s1"/> –<lb n="21" type="absatz"/>c) Das Gesetz ist die <hi rendition="#g">wirkliche</hi> <hi rendition="#g">Straffe</hi>, diese Substanz, welche die Umkehrung des<lb n="22"/>Begriffs ist, – daß er sich selbst umgebracht hat – das andre ist ihm <hi rendition="#g">gleich</hi> also sich selbst<lb n="23"/>– nicht ein Fremdes – Straffe als Straffe – nicht als Rache – Es ist gegen das <hi rendition="#g">Böse</hi> gekehrt<lb n="24"/>als Böses – dolus, nicht <hi rendition="#g">Schuld</hi> <hi rendition="#g">überhaupt</hi> – Befriedigung des Begriffes, und beruhigtes<lb n="25"/>Gesetz. Gesetz führt das <hi rendition="#g">Recht</hi> aus.<lb n="26" type="absatz"/>Aber diß reine Recht ist ebenso der Zufälligkeit ausgesetzt, – oder als reines Recht ist es die<lb n="27"/><hi rendition="#g">Abstraction</hi> die nicht auf sich selbst absolut halten kann – α) es hat den Willen als solchen zu<lb n="28"/>beschützen, und die Verletzung, Gewalt des Andern auf ihn selbst zurükschlagen zu machen;</note>
<note xml:id="fn-253-s1" type="rand" n="∗" next="#fn-253-s1.t2"><lb n="29"/><seg type="marke">∗ </seg>– nur gegen den WILLEN Gewalt, oder <hi rendition="#g">List</hi>,</note>
<pb n="251" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=254" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">WIRKLICHER GEIST</fw>
<p><lb n="1"/>als allgemeiner Macht alles Lebendigen und aller Bestimmung des Begriffs – alles<lb n="2"/>Wesens. – Es ist α) der <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">Reichthum</hi> und die allgemeine Noth-</p>
<note xml:id="fn-253-s1.t2" type="rand" n="∗" prev="#fn-253-s1" next="#fn-253-s1.t3"><lb n="3"/><hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">einzelnen</hi> wo <hi rendition="#g">Gewalt</hi> und <hi rendition="#g">Nichtgewalt</hi> angeht ist schwer zu sagen; schon<lb n="4"/>im eigentlichen Vertrage kann sie anfangen. – Das Wollen <hi rendition="#g">ist</hi> bestimmtes Wollen – es hat,<lb n="5"/><hi rendition="#g">Zweck</hi>, ist ihm <hi rendition="#g">Gegenstand</hi>, also Verhältniß des <hi rendition="#g">Wissens</hi>; dadurch greifft es in das Anders<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>seyn ein, in quantitatives in Zufälliges – der Gegenstand seines Wissens kann ihm verändert<lb n="7"/>werden, verborgen, Zusammenhang des Zwecks und seines Thuns, Mittels ist [eine Frage<lb n="8"/>der] Beurtheilung – er kann seinen Zweck auf eine Weise erreicht glauben gemacht werden,<lb n="9"/>wodurch er ihn zerstört – es ist ihm keine eigentliche <hi rendition="#g">Gewalt</hi> geschehen – er hat sich mit<lb n="10"/>Wissen und Willen im Vertrag enorm lädirt, und – das Gesetz, dem nur der erklärte gemein<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>same Willen gilt, hat hier den eigentlichen Zweck in Schutz zu nehmen; die innre Bedeutung<lb n="12"/>gegen eine enorme Laesion; – den besondern Willen gegen <hi rendition="#g">gemeinsamen</hi> Willen, der<lb n="13"/>wesentlich erklärt ist – Hier ist unbestimmt auszumitteln, wo eigentlich die Betrügerey als<lb n="14"/>Gewalt anfängt, die zu bestraffen ist β) Diebstahl, Raub, – sind eben solche Vermischungen;<lb n="15"/>sie betreffen besondres Daseyn, <hi rendition="#g">verletzen</hi> dort den Willen, ohne Wissen – hier den Willen<lb n="16"/>und Wissen – aber sie verletzen hier nicht den <hi rendition="#g">absoluten</hi> Willen sondern über α) <hi rendition="#g">bestimm</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">tes</hi> d. h. β) ihn in einem besondern Daseyn – nicht als reines <hi rendition="#g">Seyn</hi>, nicht als Leben; und die<lb n="18"/>Rükwirkung kann daher auch nicht die absolute nicht der Tod seyn – [sie geht nur] an seine<lb n="19"/><hi rendition="#g">Freyheit</hi>, Prügel besondres Seyn – Aber die öffentliche Sicherheit wird zu sehr compromit<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>tirt, d. h. es wird der reine Willen auch darin verletzt – <hi rendition="#g">Dieb</hi>, <hi rendition="#g">Raüber</hi> verlezt im Willen<lb n="21"/><hi rendition="#g">den</hi> <hi rendition="#g">reinen</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> – zwar in einem besondren Daseyn – aber der Willen ist nur als<lb n="22"/>reiner Willen; – es kann auch die Todesstraffe zuerkannt werden; – (Aber zufällige <hi rendition="#g">Um</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/><hi rendition="#g">stände</hi>) – <hi rendition="#g">Grade</hi> des Verbrechens ungefähre vielerley Bestimmung – γ) Eigentlichen<lb n="24"/>Mord – erst wesentlich das Böse <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Imputation</hi> – nicht <hi rendition="#g">zufällige</hi> <hi rendition="#g">Tödtung</hi> – aber</note>
<pb n="252" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=255" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>wendigkeit, die als solche gewußt wird, die mit Wissen dafür erkannt, diesem Bösen<lb n="2"/>geopfert wird; und läßt Allen überhaupt auch ihre Existenz dadurch zu Theil<lb n="3"/>werden; um sie benutzen zu können; – verurtheilt eine Menge zur Rohheit, zur<lb n="4"/>Abstumpfung in der Arbeit, – und Armuth, um Reichthum andre sammeln zu<lb n="5"/>lassen, und um ihnen diesen abnehmen zu können; die Ungleichheit des Reich<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>thums macht daß es gegönnt wird, wenn grosse Abgaben gegeben werden, ver<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>mindert den Neid, und wendet die Furcht vor der Noth und der Beraubung ab. –<lb n="8"/>Aristokraten, die keine Abgaben bezahlen, stehen in der grösten Gefahr mit Gewalt<lb n="9"/>ihn zu verlieren, weil er keine Versöhnung hat in der Aufopferung – StaatsMacht<lb n="10"/>des Daseyns und Bestehen lassen, Nothwendigkeit und gewähren lassen den Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>zelnen, der es durch seine Versöhnung erkauft. – Die Regierung verschleudert ihren<lb n="12"/>Reichthum <hi rendition="#g">spart</hi> <hi rendition="#g">nicht</hi>.</p>
<p><lb n="13"/>β) Im Rechte wird sie angeschaut als das <hi rendition="#g">gedachte</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi>, erwirbt sich<lb n="14"/>Achtung – Sie überlässt ebenso die einzelnen dem Betrug zu ihrem Rechte zu ge<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>langen, und gibt sie dieser Verwirrung ihrer Meynung, sich als Personen, – Bürger,</p>
<note xml:id="fn-253-s1.t3" type="rand" n="∗" prev="#fn-253-s1.t2"><lb n="16"/>auch dort – die Absicht – schwer auszumitteln – zurükflieht aus dem einfachen <hi rendition="#g">Daseyn</hi> des<lb n="17"/>Thuns in <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Nacht</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Innern</hi> – <hi rendition="#g">Geständniß</hi> des Verbrechers ist erforderlich – um<lb n="18"/>des Mistrauens des Schlusses aus den Umständen auf das <hi rendition="#g">Innre</hi>, diß Innre muß sich selbst aus<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>sprechen – ist frey von allen Umständen – <hi rendition="#g">Eigensinn</hi> gegen diese Aussprache – nicht zu über<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>winden, soll das Gesetz wissen δ) Das <hi rendition="#g">Böse</hi> ist das an sich nichtige – das <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Wissen</hi> von<lb n="21"/>sich selbst – diese Finsterniß des <hi rendition="#g">Menschen</hi> in sich selbst – eben dadurch der absolute Willen –<lb n="22"/>nicht Fremdes dem Gesetze; es als sich selbst erkennen, es verzeihen – oder als That – unge<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>schehen machen, denn eben diese einzelne That ist ein Tropfen, der das Allgemeine nicht<lb n="24"/>berührt, absorbirt ist – <hi rendition="#g">Geist</hi>, und behandelt den Menschen als Geist, ein Todtschlag was<lb n="25"/>macht es dem Ganzen? und wieder darin Ungeschehenes.</note>
<pb n="253" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=256" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>zu wissen, als abstract allgemeine, – die <hi rendition="#g">achtungs</hi>werth seyen [anheim]; – <hi rendition="#g">Ach</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">tung</hi> erhält das abstract allgemeine; – sie hat dabey die Güte, ihr Recht durch<lb n="3"/>Vergleich und Billigkeit zu corrigiren – Ist ebenso Meister über das Eine als das<lb n="4"/>Andre – abstracte Allgemeinheit, oder am Daseyn. γ) Endlich ist sie die Macht<lb n="5"/>über Leben und Tod das Furchtbare des Einzelnen – aber ist über das reine Böse<lb n="6"/>Meister, sie ist der göttliche Geist – der das <hi rendition="#g">absolut</hi> <hi rendition="#g">andre</hi>, das Böse, das im<lb n="7"/>Gedanken als solchem schlechthin andre als sich selbst weiß.</p>
<p><lb n="8"/>Diß sind ihre <hi rendition="#g">Gewalten</hi>, oder abstracten Momente, sie hat noch kein Daseyn,<lb n="9"/>worin diese in sich selbst reflectirt sind.</p>
<p><lb n="10"/>Die<ptr type="anker" target="#fn-256-1"/> peinliche Gerichtsbarkeit gründet sich darauf, daß α) das Allgemeine die<lb n="11"/><hi rendition="#g">Substanz</hi> des Einzelnen ist β) die gewußte und gewollte Substanz, wer sein Recht<lb n="12"/>aufgegeben, hat eben als abstractes allgemeines sich entaüssert, – d. h. α) positiv<lb n="13"/>er gilt als Lebendiges und reiner Willen gegen Gewalt, und wird geschützt β) er<lb n="14"/>hat sich als Lebendiges und Willen in die Gewalt des Staats gegeben; durch die<lb n="15"/>Entaüsserung des gemeynten Rechts bin ich reine Person,<ptr type="anker" target="#fn-256-2"/> bin aber nur als solche<lb n="16"/>als Gesetz, – mein Daseyn ist das Gesetz, – d. h. ich hänge ganz davon ab. –</p>
</div>
<div>
<head><lb n="17"/>III. CONSTITUTION.</head>
<p><lb n="18"/>Der Staat als Reichthum ist das Aufgehobenseyn sowohl des vereinzelnten Da<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>seyns, – als des Ansichs im Daseyn, und als des reinen <hi rendition="#g">Ansichseyns</hi> der Person –<lb n="20"/>der Mensch hat sein Daseyn, Seyn und Denken allein im Gesetze. – Das Gesetz</p>
<note xml:id="fn-256-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">Rache</hi> ist gerecht</note>
<note xml:id="fn-256-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg>das <hi rendition="#g">daseyende</hi> <hi rendition="#g">Böse</hi> ABSICHT, (culpa dolus –)</note>
<pb n="254" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=257" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>weiß sich als die absolute Gewalt, die ebenso der Reichthum ist, als [sie] den all<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>gemeinen aufopfert, ebenso das Recht beschützt, als Billigkeit und Vergleich,<lb n="3"/>ebenso das Leben beschützt, und am Leben strafft, wie das Böse verzeiht, und das<lb n="4"/>verwirkte Leben schenkt – So ist dieser Geist die absolute <hi rendition="#g">Macht</hi> überall welche<lb n="5"/>in sich selbst lebt, und sich nun die Anschauung seiner selbst als dieses geben [muß],<lb n="6"/>oder <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> zum <hi rendition="#g">Zwecke</hi> macht. Als Gewalt ist es nur der Einzelne der<lb n="7"/>Zweck – oder das abstracte des Einzelnen; seine Selbsterhaltung aber ist die <hi rendition="#g">Or</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/><hi rendition="#g">ganisation</hi> seines Lebens, der Geist eines Volks, der sich selbst beabsichtigt. – Sein<lb n="9"/>Begriff, Allgemeinheit in der vollkommnen Freyheit und Selbstständigkeit der<lb n="10"/>Einzelnen –</p>
<p><lb n="11"/>Der Geist ist die <hi rendition="#g">Natur</hi> der Individuen, ihre unmittelbare Substanz, und deren<lb n="12"/>Bewegung und Nothwendigkeit; er ist ebenso ihr im Daseyn <hi rendition="#g">persönliches</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi>, wie ihr reines Bewußtseyn ihr Leben, ihre Wirklichkeit. <hi rendition="#g">Sie</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">wissen</hi> den allgemeinen <hi rendition="#g">Willen</hi> α) <hi rendition="#g">als</hi> ihren besondren und so, daß er ihr ent<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>aüsserter besonderer ist, und ebenso ihn als ihr gegenständliches Wesen, ihre reine<lb n="16"/>Macht, die <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ihr Wesen ist; wie in <hi rendition="#g">ihrem</hi> <hi rendition="#g">Wissen</hi>. An der Bewegung der<lb n="17"/>Gewalten ist dreyerley zu unterscheiden α) diese selbst, als geworden durch die<lb n="18"/>Entaüsserung β) als Wissen der Einzelnen, und γ [als] allgemeines Wissen. α) Das<lb n="19"/>Werden der Gewalten ist die Entaüssrung; aber nicht der Nothwendigkeit, sondern<lb n="20"/>die Gewalt des Allgemeinen wird als Wesen <hi rendition="#g">gewußt</hi>;<ptr type="anker" target="#fn-257-1"/> um dieses Wissen willen<lb n="21"/>entaüssert sich jeder seiner selbst;<ptr type="anker" target="#fn-257-2"/> nicht als gegen einen Herrn, sondern gegen sie</p>
<note xml:id="fn-257-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>Von Seiten des Einzelnen Bewegung dieser Gewalten – <hi rendition="#g">Wegen</hi> der <hi rendition="#g">Noth</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/><hi rendition="#g">wendigkeit</hi></note>
<note xml:id="fn-257-2" type="rand" n="²" next="#fn-257-2.t2"><lb n="24"/><seg type="marke">² </seg>Diß die <hi rendition="#g">Bildung</hi> <hi rendition="#g">überhaupt</hi> <hi rendition="#g">Entaüsserung</hi> <hi rendition="#g">seines</hi> <hi rendition="#g">unmittelbaren</hi></note>
<pb n="255" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=258" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>in der Form seines reinen Wissens d. h. seiner als eines Entaüsserten, oder seiner<lb n="2"/>als Allgemeinen. Die allgemeine <hi rendition="#g">Form</hi> ist diß Werden des einzelnen zum All<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>gemeinen, und Werden des Allgemeinen; – aber es ist nicht eine blinde Noth<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>wendigkeit, sondern durchs Wissen vermittelte; oder jeder ist sich selbst Zweck<lb n="5"/>dabey, d. h. der Zweck ist schon das bewegende; – es ist unmittelbar jeder einzelne<lb n="6"/>sich die Ursache, sein Interesse <hi rendition="#g">treibt</hi> ihn, aber ebenso ist das Allgemeine ihm das<lb n="7"/>gültige, die Mitte, welche ihn zusammenschließt mit seinem besondern und seiner<lb n="8"/>Wirklichkeit.</p>
<p><lb n="9"/>Daß ich mein <hi rendition="#g">positives</hi> Selbst in dem gemeinsamen Willen habe, ist das An<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>erkanntseyn als Intelligenz, als von mir gewußtes, daß er durch mich gesetzt ist;<lb n="11"/>– daß ich es <hi rendition="#g">negativ</hi> darin habe, als meine Macht, als das Allgemeine, das das<lb n="12"/>negative meiner ist, durch Anschauen seiner <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi>, <hi rendition="#g">oder</hi> durch <hi rendition="#g">die</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">Entaüsserung</hi>. – Das Allgemeine seinerseits stellt sich so dar, das <hi rendition="#g">letztere</hi> <hi rendition="#g">meine</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi> zu seyn, das erstere <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">aufzuopfern</hi>, und mich<lb n="15"/>zu dem meinen kommen zu lassen; hierin erhalte ich das Bewußtseyn als <hi rendition="#g">meiner</hi></p>
<note xml:id="fn-257-2.t2" type="rand" n="²" prev="#fn-257-2"><lb n="16"/><hi rendition="#g">Selbsts</hi> – α) Arbeiten überhaupt, <hi rendition="#g">Abgaben</hi>, β <hi rendition="#g">Meynen</hi> <hi rendition="#g">Abstraction</hi> seiner Concretio<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>nen von sich als dem allgemeinen – Roheit, übelnehmen γ) sich als reines Selbst als aufgehoben<lb n="18"/>wissen.<lb n="19" type="absatz"/>α) Entaüsserung seines <hi rendition="#g">besondern</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi> – er setzt das Selbst auf <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Seite</hi> <hi rendition="#g">des</hi><lb n="20"/><hi rendition="#g">Allgemeinen</hi>, das Allgemeine ist das <hi rendition="#g">Buch</hi>, todter Buchstabe – sein Leben, Willen ist das<lb n="21"/>Selbst der Individuen – Sie sind seine <hi rendition="#g">Gewalt</hi>, sie helfen ihm alle, es kann auf den aüssern<lb n="22"/>Beystand Aller zählen.<lb n="23" type="absatz"/>β) Eben so gehört ihr <hi rendition="#g">reines</hi> <hi rendition="#g">Wissen</hi> ihm an; sie wissen es als ihr <hi rendition="#g">Wesen</hi> – (als ihre<lb n="24"/>Natur <hi rendition="#g">ihre</hi> <hi rendition="#g">Sitte</hi>,) – <hi rendition="#g">Macht</hi>, reine Wesen;<lb n="25" type="absatz"/>γ) ihr besondres Selbst, sie werden erhalten und <hi rendition="#g">Güte</hi> –<lb n="26" type="absatz"/>Das Allgemeine</note>
<pb n="256" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=259" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">selbst</hi>. – Das <hi rendition="#g">Recht</hi> war der <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Begriff des Geistes – die Gewalt,<lb n="2"/>die <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi> seiner Bewegung, das <hi rendition="#g">Entaüssern</hi>, anders werden. (Das<lb n="3"/>Allgemeine, indem es mein Leben beschützt, und es Macht über mein Leben ist,<lb n="4"/>ist es diese <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Einheit – des reinen Willens, und des Daseyns,<ref type="anker" target="#fn-259-1">¹</ref> – des<lb n="5"/>reinen Bewußtseyns und meiner selbst. Zu ihm mich als dieser unmittelbaren Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>heit verhaltend habe ich <hi rendition="#g">Vertrauen</hi> zu ihm –<ref type="anker" target="#fn-259-2">²</ref> zu ihm nur als meinem negativen<lb n="7"/>Wesen, <hi rendition="#g">Furcht</hi>, zu ihm, das unmittelbar <hi rendition="#g">mein</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> ist, – nicht nur mit ihm<lb n="8"/>übereinstimmt, sondern indem es mein wirkliches Selbst ist, ich <hi rendition="#g">bin</hi> <hi rendition="#g">Regent</hi>. – Es<lb n="9"/>ist <hi rendition="#g">Herr</hi>,<ref type="anker" target="#fn-259-3">³</ref> <hi rendition="#g">öffentliche</hi> <hi rendition="#g">Gewalt</hi>, und <hi rendition="#g">Regent</hi>, nach diesen drey Seiten gegen<lb n="10"/>mich –)</p>
<p><lb n="11"/>– Es ist Volk, Menge der Individuen überhaupt, daseyendes Ganzes, die all<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gemeine Gewalt; es ist von unüberwindlicher Stärke gegen den Einzelnen, <hi rendition="#g">und</hi><lb n="13"/><hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi> und <hi rendition="#g">niederdrückende</hi> Macht, und die Stärke, <hi rendition="#g">die</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">jeder</hi> nach <hi rendition="#g">seinem</hi> <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> hat, ist die des Volkes.<ref type="anker" target="#fn-259-4">⁴</ref> Aber diese Stärke<lb n="15"/>ist<ref type="anker" target="#fn-259-5">⁵</ref> wirksam nur insoweit sie <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi> <hi rendition="#g">verbunden</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>,<ref type="anker" target="#fn-259-6">⁶</ref> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi>;<lb n="16"/>– der allgemeine Willen ist der Willen <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Aller</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Jeder</hi>, aber als Willen<lb n="17"/>ist er schlechthin nur dieses Selbst, – das Thun des Allgemeinen ist <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Eins</hi>; der</p>
<note xml:id="fn-259-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Rükkehr in sich selbst – in der <hi rendition="#g">Begnadigung</hi>; alles Wirkliche <hi rendition="#g">That</hi> –<lb n="19"/>BÖSE <hi rendition="#g">innerliche</hi> <hi rendition="#g">wirkliche</hi> – ist <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">wirkliche</hi>, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> – <hi rendition="#g">daseyende</hi>,<lb n="20"/><hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Gewißheit</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi></note>
<note xml:id="fn-259-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>reine Nacht <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Fürsichseyns</hi> absolutes <hi rendition="#g">Wissen</hi>, das <hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">allem</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi><lb n="22"/>ganz <hi rendition="#g">frey</hi> ist</note>
<note xml:id="fn-259-3" type="rand" n="³"><lb n="23"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">reale</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi> unmittelbares <hi rendition="#g">Andersseyn</hi> allgemeine Macht</note>
<note xml:id="fn-259-4" type="rand" n="⁴"><lb n="24"/><seg type="marke">⁴ </seg>Begriff der <hi rendition="#g">Constitution</hi> – ihr <hi rendition="#g">allgemeines</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi></note>
<note xml:id="fn-259-5" type="rand" n="⁵"><lb n="25"/><seg type="marke">⁵ </seg>α) sein Wissen von sich als <hi rendition="#g">Gegenstande</hi> als <hi rendition="#g">fremder</hi> <hi rendition="#g">Macht–Einzelner</hi></note>
<note xml:id="fn-259-6" type="rand" n="⁶"><lb n="26"/><seg type="marke">⁶ </seg><hi rendition="#g">Freyheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Geistes</hi> von <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> <hi rendition="#g">überhaupt</hi> – und die<lb n="27"/>höhere Freyheit von dem <hi rendition="#g">bestimmten</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi></note>
<pb n="257" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=260" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>allgemeine Willen hat sich in dieses Eins zusammen zu nehmen. – Er hat <hi rendition="#g">sich</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">zuerst</hi> aus <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Einzelnen</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">constituiren</hi> als allgemeiner, so<lb n="3"/>daß jener das Princip und Element scheint, aber umgekehrt ist er <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Erste</hi> und<lb n="4"/>das <hi rendition="#g">Wesen</hi>, und die einzelnen haben sich durch <hi rendition="#g">Negation</hi> ihrer, Entaüsserung<lb n="5"/>und Bildung,<ptr type="anker" target="#fn-260-1"/> zum allgemeinen zu machen, er ist früher als sie, <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi><lb n="6"/><hi rendition="#g">da</hi> für sie, <hi rendition="#g">sie</hi> sind gar nicht <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> derselbe. – Man stellt sich das Con<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>stituiren des allgemeinen Willens so vor, daß <hi rendition="#g">alle</hi> <hi rendition="#g">Bürger</hi> <hi rendition="#g">zusammentreten</hi>,<ptr type="anker" target="#fn-260-2"/><lb n="8"/>sich berathschlagen, ihre Stimmen geben, und so <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Mehrheit</hi> den <hi rendition="#g">allgemeinen</hi><lb n="9"/><hi rendition="#g">Willen</hi> <hi rendition="#g">mache</hi> – Auf diese Weise ist eben das gesetzt, was gesagt wurde, daß der<lb n="10"/>einzelne [sich] durch Negation, durch sich <hi rendition="#g">Aufgeben</hi>, dazu machen müsse. – Das<lb n="11"/>Gemeinwesen, der Staatsverein, bestehe auf einem ursprünglichen Vertrag, zu dem<lb n="12"/>jeder <hi rendition="#g">stillschweigend</hi> seine <hi rendition="#g">Einwilligung</hi> gegeben zu haben, präsumirt<lb n="13"/>werde, – eigentlich aber ausdrüklich – und <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">bestimmt</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">jeder</hi> <hi rendition="#g">folgenden</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">Handlung</hi> des Gemeinwesens – Und diß sey das Princip des <hi rendition="#g">wahren</hi>, <hi rendition="#g">des</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">freyen</hi> <hi rendition="#g">Staats</hi>. – Es wird die Menge <hi rendition="#g">wirklicher</hi> so vorgestellt, als das Gemein<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>wesen constituirend, – es sey von Anfang, daß dieses noch nicht da ist, oder etwa<lb n="17"/>daß eine Revolution die bisherige Constitution aufgelöst hat. Hier treten sie als<lb n="18"/><hi rendition="#g">wirkliche</hi> <hi rendition="#g">einzelne</hi> <hi rendition="#g">auf</hi>, die jeder seinen positiven Willen im allgemeinen<lb n="19"/>wissen will; aber ihre positive Einzelnheit, weil sie noch keine entaüsserte ist, oder<lb n="20"/>die Negativität nicht an ihr selbst hat, ist sie eine Zufälligkeit für das Allgemeine,<lb n="21"/>und diß ein wirkliches andres als sie; es ist keine Nothwendigkeit, daß alle dasselbe<lb n="22"/>wollen, keine Verbindlichkeit, daß die Minderheit sich der Mehrheit unterwerfe,<lb n="23"/>sondern jeder hat das Recht, – denn er ist als einzelner positiver Willen gesetzt,<lb n="24"/>anerkannt, – wegzulauffen; und über etwas andres mit Andern zu übereinkommen.<lb n="25"/>– Aber es ist zugleich vorausgesetzt daß sie an sich allgemeiner Willen seyen; diß</p>
<note xml:id="fn-260-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Aristoteles – das Ganze ist der Natur [nach] eher als die Theile</note>
<note xml:id="fn-260-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Es ist <hi rendition="#g">vorausgesetzt</hi> was werden soll, – um der <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> willen<lb n="28"/>vereinigen sie sich – <hi rendition="#g">Zweck</hi> – Sie wollten dieselbe weil sie an sich ist.<lb n="29" type="absatz"/><hi rendition="#g">Schluß</hi> wie im Begriffe des <hi rendition="#g">Willens</hi></note>
<pb n="258" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=261" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Ansich</hi> ist ein anderes als ihr wirklicher, und sie haben ihren noch nicht entaüssert,<lb n="2"/>anerkennen den allgemeinen nicht, sondern es gilt nur ihre Einzelnheit in ihm<ref type="anker" target="#fn-261-1">¹</ref> –<lb n="3"/>Aber er ist <hi rendition="#g">Ansich</hi>, er ist da, er ist <hi rendition="#g">ihr</hi> Ansich; d. h. er ist ihre aüssre <hi rendition="#g">Gewalt</hi>,<lb n="4"/>welche sie zwingt. – So sind alle Staaten gestiftet worden, durch die erhabne Gewalt<lb n="5"/>grosser Menschen – nicht physische Stärke, denn viele sind physisch stärker, als<lb n="6"/>Einer; aber der grosse Mensch hat etwas in seinen Zügen, das die andern ihren<lb n="7"/>Herrn nennen mögen; sie gehorchen ihm wider Willen, wider ihren Willen ist<lb n="8"/>sein Willen ihr Willen – ihr <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> reiner Willen, ist sein Willen – aber<lb n="9"/>ihr bewußter Willen ist andres; der grosse Mensch hat jenen auf seiner Seite, und sie<lb n="10"/><hi rendition="#g">müssen</hi>, ob sie schon nicht wollen – Diß ist das voraus des grossen Menschen, den<lb n="11"/>absoluten Willen zu wissen, auszusprechen, es sammeln sich alle um sein Panier,<lb n="12"/>er ist ihr Gott. – So stifftete Theseus den Staat Athens, so in der französischen Revo<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>lution erhielt eine fürchterliche Gewalt den Staat, das Ganze überhaupt.<ref type="anker" target="#fn-261-2">²</ref> Diese<lb n="14"/>Gewalt ist nicht Despotismus, <hi rendition="#g">sondern</hi> <hi rendition="#g">Tyranney</hi>, reine entsetzliche Herr<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>schafft, aber sie ist <hi rendition="#g">nothwendig</hi> und <hi rendition="#g">gerecht</hi>, <hi rendition="#g">insofern</hi> <hi rendition="#g">sie</hi> den Staat als dieses<lb n="16"/><hi rendition="#g">wirkliche</hi> <hi rendition="#g">Individuum</hi> <hi rendition="#g">constituirt</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">erhält</hi> – Dieser Staat ist der ein<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>fache absolute Geist, der seiner selbst gewiß ist, und dem nicht bestimmtes gilt,<lb n="18"/>als er selbst, – keine Begriffe von gut und schlecht, schändlich und niederträchtig,<lb n="19"/>Arglist und Betrug; er ist über alles dieses erhaben, – denn das Böse ist in ihm mit<lb n="20"/>sich selbst versöhnt – In diesem grossen Sinne ist Machiavellis Fürst geschrieben,<lb n="21"/>daß in der Constituirung des Staats überhaupt, das was Meuchelmord, Hinterlist,<lb n="22"/>Grausamkeit u.s.f. heißt, keine Bedeutung des Bösen hat, sondern des mit sich selbst<lb n="23"/>versöhnten. – Man hat seine Schrifft, sogar für Ironie genommen – aber welch tiefes<lb n="24"/>Gefühl des Elendes seines Vaterlandes, welche Begeistrung des Patriotismus seinen<lb n="25"/>kalten besonnenen Lehren zu Grunde liegt, – spricht er in der Vorrede und im</p>
<note xml:id="fn-261-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>zuerst <hi rendition="#g">ungebildet</hi> – Moment der Unmittelbarkeit überhaupt –</note>
<note xml:id="fn-261-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Nach Solon Pisistratus hat die Gesetze jenes den Bürgern zu eigen gemacht.</note>
<pb n="259" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=262" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>Schlusse aus – sein Vaterland von Fremden zu Boden getreten, verheert, ohne<lb n="2"/>Selbstständigkeit, jeder Edelmann, Anführer, [jede] Stadt<ptr type="anker" target="#fn-262-1"/> behauptete sich als<lb n="3"/>souverän; das einzige Mittel den Staat zu stiften, diese Souveränetäten zu vertilgen,<lb n="4"/>und zwar, da sie eben als unmittelbare Einzelne für souverän gelten wollen, ist gegen<lb n="5"/>die Rohheit nur der Tod der Anführer das Mittel, und der Schrecken des Todes für<lb n="6"/>die übrigen – Die Deutschen haben solche Lehren am meisten verabscheut, und<lb n="7"/><hi rendition="#g">Machiavelism</hi> drükt das Böseste aus, weil sie eben an derselben Krankheit dar<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>niederliegen, und an ihr gestorben sind. – Gleichgültigkeit der Unterthanen gegen<lb n="9"/>ihre Fürsten aber, und dieser dagegen, Fürsten zu seyn, d. h. als Fürsten sich zu<lb n="10"/>betragen, – macht jene Tyranney überflüssig – denn der Eigensinn der Fürsten ist<lb n="11"/>dadurch kraftlos geworden.</p>
<p><lb n="12"/>So ist das Allgemeine gegen die Einzelnen als solche, die ihren unmittelbaren<lb n="13"/><hi rendition="#g">positiven</hi> <hi rendition="#g">Willen</hi> <hi rendition="#g">absolut</hi> behauptet wissen wollen, Herr, Tyrann, reine<lb n="14"/>Gewalt, – denn es ist ein Fremdes für sie, und die Staatsmacht, die weiß, was sie ist,<lb n="15"/>muß den Muth haben, in jedem Nothfalle, wo die Existenz des Ganzen compro<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>mittirt ist, vollkommen tyrannisch zu verfahren – Durch die Tyranney ist die<lb n="17"/>unmittelbare Entaüsserung des wirklichen Einzelnen Willens erfolgt;<ptr type="anker" target="#fn-262-2"/> diese [ist]<lb n="18"/>Bildung zum <hi rendition="#g">Gehorsam</hi>. – Durch diese Bildung zum Gehorsam – das Allgemeine<lb n="19"/>vielmehr als die wirklichen Willen zu wissen – ist die Tyranney überflüssig gewor<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>den, und die Herrschafft des Gesetzes eingetreten – Die Gewalt, die der Tyrann<lb n="21"/>ausübt, ist die Gewalt des Gesetzes, <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>; durch den <hi rendition="#g">Gehorsam</hi> ist selbst es</p>
<note xml:id="fn-262-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>Ausführung des nordischen Eigensinns der Teutschen, weil sie keinen Tyrannen<lb n="23"/>ertragen konnten sind sie als <hi rendition="#g">Volk</hi> verschwunden; – waren nur <hi rendition="#g">Nation</hi> – Princip der absolu<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>ten Einzelnheit in die Welt gebracht – das <hi rendition="#g">Daseyn</hi> des Gedankens im Süden der christlichen<lb n="25"/>Religion –</note>
<note xml:id="fn-262-2" type="rand" n="²"><lb n="26"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Aufgehobne</hi> <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">Diese</hi></note>
<pb n="260" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=263" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>nicht mehr <hi rendition="#g">fremde</hi> Gewalt, sondern der gewußte allgemeine Willen<ref type="anker" target="#fn-263-1">¹</ref> – die<lb n="2"/>Tyranney wird gestürzt von den Völkern, weil sie abscheulich, niederträchtig sey<lb n="3"/>und so fort, – in der That aber nur darum, weil sie überflüssig ist, – <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Andenken</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Tyrannen</hi> <hi rendition="#g">wird</hi> <hi rendition="#g">verabscheut</hi>; – er ist eben darin auch dieser seiner selbst<lb n="5"/>gewisse Geist, der als der Gott nur in sich und für sich handelt, und nur auf Undank<lb n="6"/>seines Volkes gefaßt ist – Wäre er aber weise, – so würde er seine Tyranney so wie<lb n="7"/>sie überflüssig ist, selbst ablegen, – so aber ist seine Göttlichkeit nur die Göttlichkeit<lb n="8"/>des Thiers, die blinde Nothwendigkeit, die eben [als] das Böse verabscheut zu<lb n="9"/>werden verdient – Robespierre ging so damit um –, seine Krafft hat ihn verlassen,<lb n="10"/>weil die <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi> <hi rendition="#g">ihn</hi> <hi rendition="#g">verlassen</hi>, – und so wurde er mit Gewalt<lb n="11"/>gestürtzt – Das nothwendige geschieht – aber jeder Theil der Nothwendigkeit pflegt<lb n="12"/>nur Einzelnen zugetheilt zu werden<ref type="anker" target="#fn-263-2">²</ref> – der Eine ist der Ankläger und Vertheidiger,<lb n="13"/>der andre Richter, der dritte Henker, aber alle sind nothwendig.</p>
<p><lb n="14"/>– <hi rendition="#g">Die</hi><ref type="anker" target="#fn-263-3">³</ref> <hi rendition="#g">Herrschafft</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Gesetzes</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> nun nicht diß Gesetzgeben, als ob<lb n="15"/>keine da wären, sondern <hi rendition="#g">sie</hi> <hi rendition="#g">sind</hi> <hi rendition="#g">da</hi> –, und das Verhältniß ist die Bewegung der<lb n="16"/>zum Gehorsam gebildeten gegen das Gemeinwesen; zum Grunde liegt diß da<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>seyende Wesen. – Das zweyte ist das <hi rendition="#g">Vertrauen</hi>, das eintritt, d. h. daß der Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>zelne sein <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">ebenso</hi> <hi rendition="#g">darin</hi> <hi rendition="#g">weiß</hi>, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi>; – sich darin <hi rendition="#g">erhalten</hi><lb n="19"/>FINDET,<ref type="anker" target="#fn-263-4">⁴</ref> zwar diß nicht begreifft und einsieht, wie er darin erhalten werde, durch<lb n="20"/>welchen Zusammenhang und Veranstaltung. Das Allgemeine hat so unmittelbar</p>
<note xml:id="fn-263-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg>sie machen es sich zu eigen – Schmeicheley erwirbt das, dem sie schmeicheln –<lb n="22"/>Wegwerfung ist Bemächtigung dessen, wogegen man sich wegwirft</note>
<note xml:id="fn-263-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Furcht ist im Gehorsam verschwunden</note>
<note xml:id="fn-263-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg>als <hi rendition="#g">ansich</hi> <hi rendition="#g">seyende</hi>, die ewigen Gesetze der Götter – ob sie Solon gegeben –<lb n="25"/>sie sind <hi rendition="#g">ansich</hi>; Wesen des Denkens und Seyns – keine <hi rendition="#g">Selbstgegebne</hi> Gesetze – haben nicht<lb n="26"/>mehr die <hi rendition="#g">Gestalt</hi> des einzelnen Willens sondern des eignen</note>
<note xml:id="fn-263-4" type="rand" n="⁴"><lb n="27"/><seg type="marke">⁴ </seg>Form der unmittelbaren Einheit</note>
<pb n="261" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=264" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>negative und positive Bedeutung zugleich – jene durch die Tyranney diese in der<lb n="2"/>Erhaltung des Einzelnen, oder [durch] die Entaüsserung des Allgemeinen.</p>
<p><lb n="3"/>Diese<ptr type="anker" target="#fn-264-1"/> Einheit <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinen</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> nun auf die<lb n="4"/>gedoppelte Weise da – Extreme <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Allgemeinen</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi><lb n="5"/>ist, <hi rendition="#g">Regierung</hi> – ist nicht ein Abstractum – des Staats –, <hi rendition="#g">Individualität</hi>,<lb n="6"/>welche das <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> als solches zum Zwecke hat – und das andre Extrem der<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>selben, welche das Einzelne zum Zweck hat – Beyde Individualitäten als dieselben,<lb n="8"/>– derselbe sorgt für sich und seine Familie, arbeitet, schließt Verträge, u.s.f. und<lb n="9"/>ebenso arbeitet er auch für das Allgemeine, hat dieses <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Zwecke</hi> – <hi rendition="#g">nach</hi><lb n="10"/>jener Seite heißt <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">bourgeois</hi>, nach <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">citoyen</hi>.<ptr type="anker" target="#fn-264-2"/> – <hi rendition="#g">Dem</hi> <hi rendition="#g">allgemeinen</hi><lb n="11"/>Willen wird als der Mehrheit von Allen gehorcht, und <hi rendition="#g">constituirt</hi> <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">das</hi><lb n="12"/><hi rendition="#g">bestimmte</hi> <hi rendition="#g">Aussprechen</hi> und <hi rendition="#g">Stimmen</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Einzelnen</hi>; auch diejenigen,<lb n="13"/>welche nicht der Meynung der Majorität sind, gehorchen; – wenn schon die Maß<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>regel oder das Gesetz wider ihre Überzeugung ist. – Es steht ihnen offen, zu <hi rendition="#g">pro</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">testiren</hi>, d. h. ihre Überzeugung zu verwahren,<ptr type="anker" target="#fn-264-3"/> daß sie zwar mit ihrem Gehorsam<lb n="16"/>aber nicht mit ihrer Überzeugung dabey sind, bestimmt zu erklären; was besonders<lb n="17"/>Sache der Deutschen ist, diese Zähigkeit an der Überzeugung zu hängen, diesen<lb n="18"/>Eigensinn des abstracten Wollens, des leeren Rechts, ohne die Sache ohne den Besitz.<lb n="19"/>– In dieser <hi rendition="#g">Demokratie</hi> ist der Willen des einzelnen noch zufällig α) als Meynung<lb n="20"/>überhaupt – er muß auf sie gegen die Majorität Verzicht thun, – β) als wirklicher<lb n="21"/>Willen – als Selbst, oder Thun ist der Willen selbst einzeln, und ihm muß sich jeder<lb n="22"/>unterwerfen; die Ausführung setzt das willenlose wirkliche Gehorchen, jeder ent<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>sagt seiner Meynung über die Ausführung γ) die Beschlüsse, Gesetze gehen hier nur<lb n="24"/>auf besondre Umstände – die Einsicht des Zusammenhangs derselben mit dem<lb n="25"/>Allgemeinen ist die Einsicht aller, aber wegen ihrer Besonderheit selbst zufällig.</p>
<note xml:id="fn-264-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Lebendige Einheit – <hi rendition="#g">alte</hi> <hi rendition="#g">Sittlichkeit</hi></note>
<note xml:id="fn-264-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>Spieß- und Reichsbürger, einer so sehr formaler Spießbürger als der andre</note>
<note xml:id="fn-264-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">abgeschmackt</hi></note>
<pb n="262" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=265" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Die WAHL der <hi rendition="#g">Beamten</hi>, <hi rendition="#g">Heerführer</hi>, steht der Gemeine zu, sie ist <hi rendition="#g">ein</hi> <hi rendition="#g">Zu</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">trauen</hi> zu ihnen, das aber erst durch den Erfolg gerechtfertigt wird; – die Um<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>stände sind immer verschieden – Diß ist die schöne glükliche Freyheit der Griechen,<lb n="4"/>die so sehr beneidet worden und wird<ref type="anker" target="#fn-265-1">¹</ref> – Das Volk ist zugleich aufgelöst in Bürger,<lb n="5"/>und es ist zugleich das Eine Individuum, die Regierung – es steht nur in Wechsel<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>wirkung mit sich; – die Entaüsserung der Einzelnheit des Willens ist unmittelbare<lb n="7"/>Erhaltung desselben. – Aber es ist eine höhere Abstraction nothwendig, ein grösserer<lb n="8"/>Gegensatz und Bildung, ein <hi rendition="#g">tieferer</hi> Geist. Es ist das Reich der Sittlichkeit – jeder<lb n="9"/>ist <hi rendition="#g">Sitte</hi>, unmittelbar eins mit dem Allgemeinen; – es findet kein Protestiren hier<lb n="10"/>statt; jeder weiß sich <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> als allgemeines; d. h. er thut auf seine Besonder<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>heit Verzicht, ohne sie als solche, als <hi rendition="#g">dieses</hi> Selbst, als das Wesen zu wissen. – Die<lb n="12"/>höhere Entzweyung ist also, daß jeder vollkommen <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">zurükgeht</hi>, sein<lb n="13"/><hi rendition="#g">Selbst</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">solches</hi>,<ref type="anker" target="#fn-265-2">²</ref> <hi rendition="#g">als</hi> das Wesen weiß, zu diesem Eigensinne kommt, vom<lb n="14"/>daseyenden Allgemeinen abgetrennt, doch absolut zu seyn – <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">seinem</hi> <hi rendition="#g">Wissen</hi><lb n="15"/><hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Absolutes</hi> <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">besitzen</hi>; – er läßt als Einzelner das Allgemeine<lb n="16"/>frey, er hat vollkommne Selbstständigkeit in sich, – er gibt seine <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi><lb n="17"/>auf, gilt sich nur in seinem <hi rendition="#g">Wissen</hi>.<ref type="anker" target="#fn-265-3">³</ref> b) <hi rendition="#g">Das</hi> <hi rendition="#g">freye</hi> <hi rendition="#g">Allgemeine</hi> ist der Punkt<lb n="18"/>der Individualität, diese so frey von dem Wissen aller, ist eine nicht durch sie con<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>stituirte, – als Extrem der Regirung also eine unmittelbare, eine <hi rendition="#g">natürliche</hi>, es</p>
<note xml:id="fn-265-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>derselbe <hi rendition="#g">Willen</hi> ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Einzelne</hi>, und derselbe <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Allgemeine</hi></note>
<note xml:id="fn-265-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>sein Selbst nicht im Gesetze, Sitte; oder Wesen das <hi rendition="#g">Gesetz</hi>, – das <hi rendition="#g">böse</hi>; – die<lb n="22"/>in sich gegangne, und ebendadurch vollkommen entaüsserte – das sein Daseyn preisgegeben<lb n="23"/>– eine Andre Welt – als die seinige, weiß – In der Wirklichkeit kommt nur diese Entaüsserung<lb n="24"/>selbst überhaupt zum Vorschein. – Dieser absoluten Allgemeinheit steht die Unmittelbarkeit<lb n="25"/>des Seyns ebenso gegenüber.</note>
<note xml:id="fn-265-3" type="rand" n="³"><lb n="26"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">öffentliche</hi> <hi rendition="#g">Meynung</hi> – einer ist so vernünftig als sein Staat es ist</note>
<pb n="263" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=266" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>ist der <hi rendition="#g">erbliche</hi> <hi rendition="#g">Monarch</hi>, er ist der feste <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Knoten des Ganzen. –<lb n="2"/>Das geistige Band ist die <hi rendition="#g">öffentliche</hi> Meynung; – diß das wahre legislative Korps,<lb n="3"/>Nationalversammlung – (<hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">Bildung</hi>) – <hi rendition="#g">unnütze</hi> <hi rendition="#g">Künsteleyen</hi><lb n="4"/>Collegien Gesetze zu verbessern – Erklärung des allgemeinen Willens – er lebt<lb n="5"/>in der Execution aller Befehle – die Regierungsbeamte gehören diesem Geiste an<lb n="6"/>– Es wird itzt anders regiert – und gelebt in Staaten, deren Constitution noch die<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>selbe ist – und diese ändert sich nach und nach mit der Zeit – die Regierung muß<lb n="8"/>nicht auf die Seite des Vergangnen treten und es hartnäckig beschützen – Aber<lb n="9"/>gleichsam der letzte seyn, der überzeugt ist; und ändert – wirkliches <hi rendition="#g">Thun</hi> wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>licher Willen – durch Wahl der Beamten – jede Sphäre Stadt Zunft [vertreten] in<lb n="11"/>der Verwaltung ihrer besondren Angelegenheiten – Volk ist schlecht, wenn es die<lb n="12"/>Regierung ist – und so schlecht als unvernünftig. Das Ganze aber ist die Mitte, der<lb n="13"/>freye Geist, der sich frey von diesen vollkommen befestigten Extremen selbst<lb n="14"/>trägt, das Ganze [aber ist] unabhängig von dem Wissen der Einzelnen, sowie von<lb n="15"/>der Beschaffenheit des Regenten – <hi rendition="#g">leere</hi> <hi rendition="#g">Knoten</hi>.</p>
<p><lb n="16"/>Diß ist das <hi rendition="#g">höhere</hi> <hi rendition="#g">Princip</hi> der <hi rendition="#g">neuern</hi> <hi rendition="#g">Zeit</hi>, das die <hi rendition="#g">Alten</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Plato</hi><lb n="17"/>nicht <hi rendition="#g">kannte</hi>, – in der alten Zeit, war das <hi rendition="#g">schöne</hi> öffentliche Leben die Sitte<lb n="18"/>aller, – Schönheit unmittelbare Einheit des Allgemeinen und einzelnen, ein Kunst<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>werk, worin kein Theil sich absondert vom Ganzen, sondern diese genialische Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>heit des sich wissenden Selbsts und seiner Darstellung [ist;] aber das sich selbst<lb n="21"/>absolut Wissen der Einzelnheit, dieses absolute Insichseyn, war nicht vorhanden<lb n="22"/>– Die Platonische Republik – ist wie der Lacedämonische Staat – diß Verschwinden<lb n="23"/>der sich selbst wissenden Individualität.<ref type="anker" target="#fn-266-1">¹</ref> – Durch diß Princip ist die aüssre wirkliche</p>
<note xml:id="fn-266-1" type="rand" n="¹" next="#fn-266-1.t2"><lb n="24"/><seg type="marke">¹ </seg>Plato hat nicht ein Ideal aufgestellt, sondern den Staat seiner Zeit in seinem<lb n="25"/>Innern gefaßt – aber dieser Staat ist vergangen – nicht die platonische Republik ist nicht aus<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>führbar – weil er des Princips der absoluten Einzelnheit entbehrte – Das wirkliche sieht freylich</note>
<pb n="264" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=267" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Freyheit der Individuen in ihrem unmittelbaren Daseyn verloren; aber ihre innre<lb n="2"/>– die Freyheit des Gedankens erhalten – der Geist ist gereinigt von dem unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>baren Daseyn, er ist in sein reines Element des <hi rendition="#g">Wissens</hi> getreten, und gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>gültig gegen die daseyende Einzelnheit; er fängt hier an, als Wissen <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>;<lb n="5"/>oder es ist seine formale Existenz als [die des] sich Selbstwissens; – er ist diß nordische<lb n="6"/>Wesen, das in sich ist, aber sein Daseyn im Selbst aller hat.</p>
<p><lb n="7"/>Nach diesem Principe ist α) die Vielheit der Individuen, Volksmenge gegenüber<lb n="8"/>deren Einen Individuum, dem Monarchen – jene sind die Vielheit, Bewegung,<lb n="9"/>Flüssigkeit; – dieses ist das unmittelbare, <hi rendition="#g">natürliche</hi> – diß allein ist das <hi rendition="#g">natür</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">liche</hi>, d. h. hieher <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">geflüchtet</hi>; – es ist der letzte <hi rendition="#g">Rest</hi><lb n="11"/><hi rendition="#g">derselben</hi>, <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">positiv</hi> – die Familie des Fürsten ist die einzige positive – die<lb n="12"/>andern sind zu verlassende<ref type="anker" target="#fn-267-1">¹</ref> – das andre <hi rendition="#g">Individuum</hi> <hi rendition="#g">gilt</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">entaüssertes</hi>,<lb n="13"/>gebildetes, als das <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">was</hi> <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">gemacht</hi> <hi rendition="#g">hat</hi>, – das ganze, Gemeinwesen<lb n="14"/>ist so wenig an das Eine als andre gebunden – es ist der sich selbst tragende unzer<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>störbare Körper, – der Fürst mag beschaffen seyn wie er will, die Bürger, wie sie<lb n="16"/>wollen, – das Gemeinwesen ist in sich geschlossen und sich erhaltend.<ref type="anker" target="#fn-267-2">²</ref> β) ebenso</p>
<note xml:id="fn-266-1.t2" type="rand" n="¹" prev="#fn-266-1"><lb n="17"/>aüsserlich nicht so [aus], als das Ideal – weil der Beobachter sich an das unmittelbare hält – an<lb n="18"/>das Nothwendige – Ausschweifung, Untergang, Liederlichkeit Lasterhafftigkeit der Einzelnen<lb n="19"/>muß ertragen werden können – der Staat ist die <hi rendition="#g">List</hi></note>
<note xml:id="fn-267-1" type="rand" n="¹"><lb n="20"/><seg type="marke">¹ </seg>diß allein dazu <hi rendition="#g">geboren</hi>, <hi rendition="#g">unmittelbarer</hi> Willen – oder grosse <hi rendition="#g">Individua</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/><hi rendition="#g">lität</hi> – Energie des Wollens <hi rendition="#g">absoluter</hi> <hi rendition="#g">Entschluß</hi>, <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, eines Willens – Wir <hi rendition="#g">befeh</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/><hi rendition="#g">len</hi>.</note>
<note xml:id="fn-267-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>Nicht die <hi rendition="#g">Künstlichkeit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">gesezgebenden</hi> u.s.f. Gewalt – <hi rendition="#g">Selbst</hi><lb n="24"/>ist das höchste – <hi rendition="#g">freyes</hi> <hi rendition="#g">Preisgeben</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gewalten</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Nothwendigkeit</hi><lb n="25" type="absatz"/>List, die einzelnen machen zu lassen, sorgt <hi rendition="#g">jeder</hi> <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> fließt ins Allgemeine – höheres<lb n="26"/>insichreflectirtseyn des Geistes. <hi rendition="#g">Garantie</hi> gegen die Willkühr; allgemeine Constitution der<lb n="27"/><hi rendition="#g">Stände</hi> – nicht Landstände; allgemeine Vernunft die <hi rendition="#g">Vernunft</hi> des Volks – so gescheut<lb n="28"/>als die Einrichtungen sind –<ref type="anker" target="#fn-267-s1">∗</ref></note>
<note xml:id="fn-267-s1" type="rand" n="∗"><lb n="29"/><seg type="marke">∗ </seg>Flüssigkeit alles Einzelnen</note>
<pb n="265" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=268" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>frey als jeder Einzelne in seinem Wissen, in seiner Gesinnung und so verschieden<lb n="2"/>sie ist – ebenso frey sind die Gewalten, die einzelnen Seiten des Ganzen, abstracte<lb n="3"/>Momente – die Arbeit, Fabrication, – Rechtszustand und Verwaltung und Militär,<lb n="4"/>jedes bildet sich vollkommen nach seinem einseitigen Princip aus,<ref type="anker" target="#fn-268-1">¹</ref> – das organische<lb n="5"/>Ganze hat vollkommne Eingeweide, die sich in ihrer Abstraction ausbilden, – es<lb n="6"/>ist nicht jeder einzelne, Fabricant, Bauer, Handwerker, Soldat, Richter u.s.f. – son<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>dern diß theilt sich – jeder gehört einer Abstraction an – und er ist sich Ganzes in<lb n="8"/>seinem Denken.</p>
<p><lb n="9"/>(Es ist nun dreyerley zu entwickeln, erstlich die Glieder des Ganzen, die aüssere<lb n="10"/>feste Organisation und ihre Eingeweide, die Gewalten wie sie an ihnen sind<ref type="anker" target="#fn-268-2">²</ref> –<lb n="11"/>β) die <hi rendition="#g">Gesinnung</hi> eines jeden Standes, sein Selbstbewußtseyn – sein <hi rendition="#g">Seyn</hi> als<lb n="12"/>in sich rein wissendes – unmittelbares Losreissen von dem Daseyn – Wissen des<lb n="13"/>Geistes von seinem Gliede, als solchem – und <hi rendition="#g">Erhebung</hi> darüber – jenes Sittlich<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>keit – diß Moralität – drittens Religion; – das Erste ist die frey entlassene geistige<lb n="15"/>Natur – das andre ist das <hi rendition="#g">Wissen</hi> ihrer von sich selbst, – als von dem Wissen, das<lb n="16"/>dritte der sich als absoluter Geist wissende Geist, – die Religion.)</p>
<note xml:id="fn-268-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Organisation</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Geistes</hi>; α) <hi rendition="#g">Pflicht</hi> – b) Moralität; jeder von<lb n="18"/>seinem Stand über sich erheben. α) Natur – oder <hi rendition="#g">Stand</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> β) allgemeine<lb n="19"/>Stand Zweck das Allgemeine, <hi rendition="#g">Geschäfftsmann</hi>, – Gelehrter <hi rendition="#g">Soldat</hi> und <hi rendition="#g">Regierung</hi><lb n="20"/>γ) Religion Philosophie Seyender Geist</note>
<note xml:id="fn-268-2" type="rand" n="²"><lb n="21"/><seg type="marke">² </seg>Der Stand und der Geist eines Standes; dieser bestimmte Geist ist es eigentlich<lb n="22"/>der sich fortbildet, vom rohen Vertrauen und Arbeit an, bis zum Wissen des absoluten Geistes<lb n="23"/>von sich selbst. – Er ist zuerst das <hi rendition="#g">Leben</hi> eines Volkes überhaupt, von diesem hat er sich zu<lb n="24"/>befreyen –<lb n="25" type="absatz"/>α) sein Bewußtseyn ist im Besondern, drey erste Stände – β sein Gegenstand wird das all<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>gemeine im Geschäfftsstand,</note>
<pb n="266" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=269" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>DIE STÄNDE; ODER DIE NATUR DES SICH IN SICH<lb n="2"/>SELBSTGLIEDERNDEN GEISTES.</head>
<p><lb n="3"/>Der<ptr type="anker" target="#fn-269-1"/> alle Wirklichkeit und Wesenheit als sich selbst wissende Geist schaut sich<lb n="4"/>an, ist sich <hi rendition="#g">Gegenstand</hi>, oder er ist sich daseyender Organismus.<ptr type="anker" target="#fn-269-2"/> Er bildet sein<lb n="5"/>Bewußtseyn – er ist nur erst wahrer Geist; an sich; in jedem Stande hat er eine<lb n="6"/>bestimmte Arbeit, Wissen von seinem Daseyn und Thun in demselben, – und einen<lb n="7"/>besondern Begriff, Wissen von der Wesenheit. Beydes hat sich theils zu trennen,<lb n="8"/>theils zu vereinigen; – das Vertrauen ist das Erste, die Entzweyung desselben in die<lb n="9"/>Abstraction des Rechts ist das zweyte; – das absolute Mistrauen ist das dritte; (oder<lb n="10"/>das absolute Gelten des Dings – des Gelds – des Representanten, des Allgemeinen)<lb n="11"/>– Damit [tritt] der Gegenstand ein, der an sich der allgemeine ist, der Staat ist<lb n="12"/>Zweck – Wissen von der Pflicht; Moralität – aber diß allgemeine in seinen beson<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>dern Zweigen, Geschäfftsstand. – Dann das Allgemeine als Allgemeines, der Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lehrte, – endlich der Soldatenstand – das negirte wirkliche Einzelne, Gefahr des<lb n="15"/>Todes – dem Gelehrten ist die Eitelkeit seines Selbsts das wichtigste. – Absolute<lb n="16"/><hi rendition="#g">Individualität</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Volks</hi>.</p>
<note xml:id="fn-269-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>I. die untern Stände, oder die im Besondern ihren Gegenstand und ihr Bewußt<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>seyn haben.</note>
<note xml:id="fn-269-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>Das Bewußtseyn ist sein Stoff, woraus er sich sein Daseyn macht</note>
<pb n="267" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=270" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>I) DIE NIEDERN STÄNDE UND GESINNUNGEN.</head>
<p><lb n="2"/>a) der Stand des unmittelbaren Vertrauens und der rohen concreten Arbeit,<lb n="3"/><hi rendition="#g">Bauernstand</hi>. – Das absolute Vertrauen ist der Grund und das Element des Staa<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>tes; – es tritt aber in dem gebildeten Staate zurük zu einem <hi rendition="#g">Stande</hi> – zu dem ele<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mentarischen Ausgangspunkte – und allgemeinen Elemente, das in Allen bleibt<lb n="6"/>– aber die ihrer bewußtere Form annimmt. – Der Bauernstand ist also diß Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>vidualitätslose Vertrauen, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Individualität</hi> in dem <hi rendition="#g">bewußtlosen</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Individuum</hi>, in der Erde hat.<ref type="anker" target="#fn-270-1">¹</ref> Als Arbeiten ist er nicht der Arbeiter der abstracten<lb n="9"/>Form, sondern sorgt so ungefähr für das meiste, Ganze seiner Bedürfnisse, ebenso<lb n="10"/>ist sein Werk nur im Innern mit seinem Thun verbunden – der Zusammenhang<lb n="11"/>seines Zwecks und der Verwirklichung ist das bewußtlose die Natur – er akert,<lb n="12"/>sät, aber es ist Gott, der das Gedeihen gibt – die Jahrszeiten, und das Vertrauen,<lb n="13"/>daß von sich selbst das werde, was er in den Boden gelegt – die Thätigkeit ist das<lb n="14"/>unterirdische – Steuern und Abgaben bezahlt er, weil es eben<hi rendition="#g">so</hi> IST – diese Äker,<lb n="15"/>Haüser, sind von allen Zeiten so belegt – <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">so</hi>, weiter nichts – alte Rechte –<lb n="16"/>und wenn neues ihm aufgelegt wird, so versteht er es nicht warum, sondern sieht<lb n="17"/>es als eine individuelle Herrschafft an, daß die vornehmen Herrn viel brauchen,<lb n="18"/>– daß im Allgemeinen der Staat dessen wohl bedarf – aber unmittelbar sieht er diß<lb n="19"/>nicht ein, sondern [nur, daß] eben Geld von ihm gezogen wird, die Geschäfts<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>männer auch leben müssen, und der vornehme Herr, der Fürst, eben der vornehme<lb n="21"/>Herr, der Fürst ist – So läßt er sich das Recht auch mehr wie einen Befehl auflegen,<lb n="22"/>und verlangt nur, nicht daß er die Sache einsehe, sondern daß nur mit ihm gesprochen<lb n="23"/>werde, daß ihm gesagt werde, was er thun [solle], und [wozu er] commandirt<lb n="24"/>sey, – eine derbe Anregung, daß er merkt, es sey hier eine Gewalt vorhanden, in</p>
<note xml:id="fn-270-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>es arbeitet nur die Möglichkeit</note>
<pb n="268" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=271" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>dieser Form muß beygefügt seyn; – er seinerseits bringt dann seinen Bauernverstand<lb n="2"/>auch zu Tage, zeigt, daß er so dumm nicht sey, spricht etwas ins Gelag, so eine<lb n="3"/>Maxime, und gegen die Gewalt, daß man ihn anzufahren brauche, er thue es<lb n="4"/>schon; und indem er so das Recht seines Verstands und seines Willens verwahrt,<lb n="5"/>so gehorcht er – Es ist das formelle des Sprechens und Einsehens – Dieser Formalis<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>mus des Wissens geht in das abstracte Wissen, so wie das concrete Arbeiten in das<lb n="7"/>abstracte über.</p>
<p><lb n="8"/>Die concrete Arbeit ist die elementarische, [das] substantielle Erhalten, der rohe<lb n="9"/>Grund des Ganzen, wie das Vertrauen; – der Stand macht im Kriege die rohe<lb n="10"/>Masse aus; – ein rohes blindes Thier, das in seiner Dumpfheit mit sich zufrieden,<lb n="11"/>wenn ihm sein Recht nicht wiederfährt, sich nur in seine Einzelnheit reflectirt, und<lb n="12"/>tükisch wird, – und wenn es losschlägt, als ein blindes tolles Element tobt, wie eine<lb n="13"/>Wassersfluth, die nur zerstört,<ref type="anker" target="#fn-271-1">¹</ref> höchstens allgemeinen befruchtenden Schlamm ab<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>setzt, aber sich verläufft, ohne ein Werk zu Stande gebracht zu haben.</p>
<p><lb n="15"/>b) diese Substantialität geht über in die Abstraction der Arbeit und des Wissens<lb n="16"/>vom Allgemeinen, – Stand des <hi rendition="#g">Gewerbes</hi> und des <hi rendition="#g">Rechts</hi> – Des <hi rendition="#g">Bürger</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>standes Arbeit ist die abstracte, des einzelnen Handwerks; – seine <hi rendition="#g">Gesinnung</hi><lb n="18"/>die <hi rendition="#g">Rechtschaffenheit</hi> – Er hat die Arbeit der Natur genommen und das For<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>miren aus der Bewußtlosigkeit herausgehoben; – das Selbst ist über die Erde her<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>ausgetreten; die Form, das Selbst des Werks, ist das Selbst des Menschen – das<lb n="21"/>natürliche ist gestorben – es kommt nur als blosse Fähigkeit für einen Gebrauch<lb n="22"/>und Arbeit in Betracht.</p>
<p><lb n="23"/>Das Vertrauen ist ein näheres, bestimmteres im Bewußtseyn; der Bürgerstand<lb n="24"/>sieht auf den Nahrungsstand seiner Stadt; auf die Zahl der Genossen seiner Arbeit;<lb n="25"/>– seine Thätigkeit und Geschiklichkeit ist die Zufälligkeit, die aus der Zufälligkeit<lb n="26"/>der Natur in ihn zurükgekehrt ist, und ihm zukommt. – Er weiß sich bestimmt als</p>
<note xml:id="fn-271-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>Lehensystem, Freyheit vom Boden, – diese thierische Freyheit, die über das<lb n="28"/>Pflanzenleben hinausgeht.</note>
<pb n="269" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=272" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>Eigenthümer, und nicht nur weil er besitzt, sondern weil es sein Recht ist, behauptet<lb n="2"/>er es; er weiß sich als anerkannter in seiner Besonderheit, und drükt dieser allent<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>halben den Stempel auf; – er genießt nicht so wie der Bauer in seiner Rohheit, sein<lb n="4"/>Glas Bier oder Wein, um sich zu seiner allgemeinen Dumpfheit zu erheben, theils<lb n="5"/>in ihr eine Bewegung seines Geschwätzes und Verstandes zu geben, sondern sich<lb n="6"/>damit zu zeigen, wie mit seinem Roke, und dem Putze seiner Frau und Kinder,<lb n="7"/>daß er so gut ist, wie ein anderer, und es so weit gebracht hat – er genießt darin sich<lb n="8"/>selbst, seinen Werth und Rechtschaffenheit, diß hat er sich erarbeitet und vor sich<lb n="9"/>gebracht – Nicht den Genuß des Vergnügens genießt er, sondern, daß er diesen<lb n="10"/>Genuß hat, die Einbildung von sich selbst.</p>
<p><lb n="11"/>c) diese Einbildung seines Werths, seines allgemeinen Selbsts in die Besonderheit<lb n="12"/>wird zur unmittelbaren Einheit, indem das Gelten und Haben gleichbedeutend<lb n="13"/>wird, – die Einbildung verschwindet, seinen Stand auszufüllen, seine Besonderheit<lb n="14"/>in diese Allgemeinheit erhoben zu haben; – es ist [nicht] der Stand als solcher, der<lb n="15"/>mehr gilt, sondern die Realität der Habe, als solche – die Abstraction des Rechts<lb n="16"/>und Standes ist erfüllt, und gilt nur so sehr sie erfüllt ist. – <hi rendition="#g">Kaufmannsstand</hi>.<lb n="17"/>Die Arbeit des Kaufmanns ist der reine Tausch, weder natürliches, noch künstliches<lb n="18"/>Produciren und Formiren – der Tausch ist die Bewegung, das geistige, die Mitte,<lb n="19"/>das vom Gebrauch und Bedürfnisse so wie von dem Arbeiten, der Unmittelbarkeit<lb n="20"/>befreyte; diese Bewegung – die reine, ist hier Gegenstand, und Thun – der Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>stand selbst ist entzweyt in den besondern, Handelsartikel, und das abstracte, das<lb n="22"/><hi rendition="#g">Geld</hi><ptr type="anker" target="#fn-272-1"/> – eine grosse Erfindung – das Ding des Bedürfnisses zu einem bloß <hi rendition="#g">vor</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/><hi rendition="#g">gestellten</hi>, ungenießbaren geworden; – der Gegenstand ist also hier ein solches,<lb n="24"/>das rein nur nach seiner <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> gilt, nicht mehr ansich, d. h. für das Bedürf<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>niß – es ist ein schlechthin <hi rendition="#g">Inneres</hi>. Die Gesinnung des Kaufmannstandes ist also<lb n="26"/>dieser Verstand der Einheit des <hi rendition="#g">Wesens</hi> und des <hi rendition="#g">Dings</hi> – so reell ist einer, als er<lb n="27"/>Geld hat; – die Einbildung ist verschwunden – die Bedeutung hat unmittelbares</p>
<note xml:id="fn-272-1" type="rand" n="¹"><lb n="28"/><seg type="marke">¹ </seg>alle Bedürfnisse sind in diß Eine zusammengefaßt</note>
<pb n="270" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=273" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>Daseyn – das <hi rendition="#g">Wesen</hi> der Sache ist die Sache selbst – Der <hi rendition="#g">Werth</hi> ist klingende<lb n="2"/>Müntze. – Es ist das formale Princip der Vernunft vorhanden. (Aber diß Geld,<lb n="3"/>das die <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> aller Bedürfnisse hat, ist selbst nur ein <hi rendition="#g">unmittelbares</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">Ding</hi>,) – es ist die Abstraction von aller Besonderheit, Charakter u.s.f. Geschik<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>lichkeit des Einzelnen; die Gesinnung ist diese Härte des Geistes, worin der Beson<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>dere ganz entaüssert nicht mehr gilt, – strictes <hi rendition="#g">Recht</hi>, der Wechsel muß honorirt<lb n="7"/>werden, es mag zu Grunde gehen, was will – Familie – Wohlstand, Leben u.s.f. –<lb n="8"/>gänzliche Unbarmherzigkeit – Fabriken Manufakturen gründen gerade auf das<lb n="9"/>Elend einer Klasse ihr Bestehen – Der Geist ist sich also in seiner Abstraction Gegen<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>stand geworden – als das <hi rendition="#g">Selbstlose</hi> Innre. Aber diß Innre ist das Ichselbst – und<lb n="11"/>diß Ich ist sein Daseyn selbst – die Gestalt des Innren ist nicht das todte Ding –<lb n="12"/><hi rendition="#g">Geld</hi>, sondern ebenfalls <hi rendition="#g">Ich</hi> – Oder<ref type="anker" target="#fn-273-1">¹</ref> dem Geist ist der Staat überhaupt Gegenstand<lb n="13"/>seines Thuns und Bemühung, und Zweck.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="14"/>II. DER STAND DER ALLGEMEINHEIT</head>
<p><lb n="15"/>α) Der öffentliche Stand ist unmittelbar diß Eingreiffen des <hi rendition="#g">allgemeinen</hi> in<lb n="16"/>Alles Einzelne, oder die Blutgefässe und Nerven, die sich durch alles hindurch-</p>
<note xml:id="fn-273-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg>α) Vertrauen und Concretion der Bauern; – der Geist als <hi rendition="#g">dieser</hi> hebt sich<lb n="18"/>auf in die abstracte Allgemeinheit den Gegensatz des Rechts, oder das Gelten des Allgemeinen –<lb n="19"/>β Kaufmann stellt die Einbildung wieder her – formalen Begriff der Einheit des Selbsts, und<lb n="20"/>der Realität, naiver unmittelbarer Einheit – <hi rendition="#g">Ich</hi> = <hi rendition="#g">Ding</hi> – ihre Bedeutung das concrete</note>
<pb n="271" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=274" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>schlingen, es beleben, erhalten, und ins allgemeine zurükbringen – Er ist die <hi rendition="#g">Noth</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">wendigkeit</hi>, und das Leben des Ergiessens des Besondern ins Allgemeine; die<lb n="3"/>Verwaltung und Werden des öffentlichen Reichthums, wie die Ausübung des<lb n="4"/>Rechts, und dann die <hi rendition="#g">Policey</hi>. – Die Krafft der Regierung besteht darin,<ptr type="anker" target="#fn-274-1"/> daß<lb n="5"/>jedes System als ob es allein wäre, frey sich und unabhängig seinem Begriffe nach<lb n="6"/>ausbildet, – und <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Weisheit</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Regierung</hi>, jedes zugleich nach dem Stande<lb n="7"/>zu modificiren, d. h. von der Strenge des abstracten Begriffes nachzulassen für ihr<lb n="8"/>lebendiges Eingeweide – wie die Adern und Nerven den verschiedenen Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>geweiden nachgeben, und sich nach ihnen richten und bilden – Die steiffe abstracte<lb n="10"/>Anordnung der Gewalten für alle Stände auf dieselbe Weise macht das Harte einer<lb n="11"/>Regierung aus. – Ist aber diß abstracte, ohne sich aufzugeben, modificirt, so entsteht<lb n="12"/>dadurch die Zufriedenheit der Stände mit ihrer Regierung – Abgaben beym Bauern<lb n="13"/>gröber, Steuern und Zehenten etwas, das ohne grosse Formalität ist; – er muß<lb n="14"/>nicht den weitlaüffigen Formalitäten ausgesetzt werden, die bey Zöllen der Kauf<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>mannsgütern vorkommen. Die indirekten Auflagen müssen vorzüglich auf den<lb n="16"/>Bürger und Kaufmannsstand mit ihrer ganzen Schwere lasten – Der Bauer wird<lb n="17"/>durch Formalitäten – selbst zwar aufmerksamer und gebildeter – aber es muß seiner<lb n="18"/>Dumpfheit nachgegeben werden – Ebenso in Ansehung des Gerichtlichen – es muß<lb n="19"/>für den Bauernstand die leichtere, gröbere Justiz – für den Bürger die rechtliche<lb n="20"/>ausführliche, daß ihm ja sein Recht nach allen Seiten geschieht – für den Kaufmann<lb n="21"/>die harte strickte des Wechselrechts vorhanden seyn – Ehgesetze geändert nach dem<lb n="22"/>Charakter der Stände – BauernVolk – auch Bürger vertragen sich leichter wieder, –<lb n="23"/>prügeln sich und werden wieder gute Freunde – Aber der tiefere Sinn, das bösre<lb n="24"/>der höhern Stände geht in sich, kann nicht vergessen noch sich versöhnen – Auch<lb n="25"/>in Ansehung des <hi rendition="#g">peinlichen</hi> [Rechts] kann Unterschied, Modificationen in An-</p>
<note xml:id="fn-274-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg>Substanz worin alle Momente fortwuchern</note>
<pb n="272" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=275" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>sehung der Straffe statt finden – die formale steiffe Gleichheit ist eben das [, was]<lb n="2"/>den Charakter nicht schont, – dasselbe verletzt in dem einen <hi rendition="#g">Stande</hi> tiefer, oder<lb n="3"/><hi rendition="#g">Herstellung</hi> unwiderbringlich, was im andern nicht schändend ist. – Die Straffe<lb n="4"/>ist die Versöhnung des Gesetzes mit sich selbst – wenn sie nicht Todesstraffe ist,<ptr type="anker" target="#fn-275-1"/><lb n="5"/>muß sie nicht den Menschen bürgerlich tödten; wer seine Straffe ausgestanden,<lb n="6"/>dem kann kein Vorwurf mehr gemacht werden über sein Verbrechen – er ist in<lb n="7"/>seinen Stand reintegrirt – es gibt nicht absolut schändendes – Verletzung des Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>fühls, daß er nicht mehr wiederkehren kann – aus seinem Stande, Charakter aus<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>gestossen ist; es muß ihm in seiner Straffe noch sein Stand erhalten werden (höhere<lb n="10"/>Stände auf die Festung, statt ins Zuchthaus unter die andern Verbrecher anderer<lb n="11"/>Stände)</p>
<p><lb n="12"/>Wie besondre Rechtspflege, so besondre Wissenschafft, – Religion – dahin sind<lb n="13"/>unsre Staaten noch nicht gekommen –</p>
<p><lb n="14"/>(Die<ptr type="anker" target="#fn-275-2"/> <hi rendition="#g">Policey</hi> kommt hier hinzu, – von Politia, das öffentliche Leben und Re<pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/>gieren, Handeln des Ganzen selbst – itzt herabgesetzt zum Handeln des Ganzen auf<lb n="16"/>die öffentliche Sicherheit jeder Art – Aufsicht auf Gewerbe – gegen Betrug – das<lb n="17"/>allgemeine Vertrauen realisirt – Vertrauen beym Umtausch der Waaren – Es sorgt je<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>der nur fürsich, nicht für das allgemeine, das ruhige Ausüben seines Eigenthums<pc force="weak">-</pc><lb n="19" break="no"/>rechts und freye Disposition über sein Eigenthum ist der mögliche Schaden für an<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>dre – Beschränkung hievon, Verhütung von Schaden – auch davon, daß bloß nach<lb n="21"/>Vertrauen verfahren wird – Policey [wacht] über Dienstboten, daß ein Contract</p>
<note xml:id="fn-275-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Duell</hi><ptr type="anker" target="#fn-275-s1"/> bey dem Soldatenstande erlaubt; weil er nicht ein bürgerlicher ist –<lb n="23"/>nicht den Zweck des Erwerbs hat – Stand der Ehre; des im reinen. ANERKANNTSEYN<lb n="24"/>der MEYNUNG leben – nicht des <hi rendition="#g">Eigenthums</hi> und Rechts</note>
<note xml:id="fn-275-s1" type="ueber" n="∗"><lb n="25"/><seg type="marke">∗ </seg>Selbstrache, Naturzustand; Ehre seiner Waffen ebenso wie für den Staat, so<lb n="26"/>für sich selbst – <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Feldprediger</hi> darf sich dagegen muksen</note>
<note xml:id="fn-275-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>freye Disposition über sein Eigenthum,</note>
<pb n="273" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=276" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>gemacht werden [muß] – Zünfte bestimmen Rechte der Meister über Lehrlinge<lb n="2"/>und Gesellen – so über Arbeitslohn und dergleichen)</p>
<p><lb n="3"/>Der öffentliche Stand arbeitet für den Staat, der Geist hat sich zum allgemeinen<lb n="4"/>Gegenstande erhoben – <hi rendition="#g">Geschäftsmann</hi>; aber seine Arbeit ist selbst sehr getheilt,<lb n="5"/>abstract, – Maschinenarbeit;<ref type="anker" target="#fn-276-1">¹</ref> es ist wohl unmittelbar für das Allgemeine – aber<lb n="6"/>nach einer beschränkten und zugleich feststehenden Seite, bey der er nicht ändern<lb n="7"/>kann. – <hi rendition="#g">Seine</hi> <hi rendition="#g">Gesinnung</hi> ist, daß er seine <hi rendition="#g">Pflicht</hi> <hi rendition="#g">erfüllt</hi>; er erhebt das be<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>stimmte allgemeine, zum Wissen des Allgemeinen; er sieht in seinem bestimmten<lb n="9"/>Thun das <hi rendition="#g">Absolute</hi>, <hi rendition="#g">Moralische</hi> Gesinnung – der Geist hat sich über den Charak<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>ter erhoben – er thut ein Allgemeines.</p>
<p><lb n="11"/>b) der eigentliche Geschäfftsmann ist zum theil auch zugleich <hi rendition="#g">Gelehrter</hi>; – er<lb n="12"/>weiß, seine Pflicht zu erfüllen – dieses Wissen ist leer, allgemein, – oder in der<lb n="13"/>besondern Pflicht gilt nur das Allgemeine – Diß<ref type="anker" target="#fn-276-2">²</ref> reine Wissen ist zu erfüllen, hat sich<lb n="14"/>einen Inhalt an sich selbst zu geben – einen freyen Inhalt, der ein interesseloser<lb n="15"/>Gegenstand zugleich ist – oder worin Ich – mein Denken ebenso habe wie die<lb n="16"/>Pflicht ist – aber so daß diß mein Denken zugleich frey von mir ist – diß<ref type="anker" target="#fn-276-3">³</ref> ist <hi rendition="#g">die</hi></p>
<note xml:id="fn-276-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> haben; – jeder [stimmt] dieser<lb n="18"/>Moralität nach überein, obenein, daß er thut, was seinem Stande angehört –</note>
<note xml:id="fn-276-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>leeres Denken seiner – als Pflicht</note>
<note xml:id="fn-276-3" type="rand" n="³" next="#fn-276-3.t2"><lb n="20"/><seg type="marke">³ </seg>gebildete <hi rendition="#g">öffentliche</hi> <hi rendition="#g">Meynung</hi>, Schatz der Maximen, des Bewußtseyns<lb n="21"/>– Begriffe des Rechts – und Unrechts – Einsicht – gegen diese öffentliche Meynung kann man<lb n="22"/>nicht – Von ihr gehen alle Veränderungen aus, und sie <hi rendition="#g">selbst</hi> ist nur der <hi rendition="#g">bewußte</hi> Mangel<lb n="23"/>des <hi rendition="#g">fortschreitenden</hi> Geistes; was der Geist sich zu eigen gemacht – das ist als <hi rendition="#g">Gewalt</hi><lb n="24"/>überflüssig. Wenn die Überzeugung nachgelassen – die innre Nothwendigkeit, so kann keine<lb n="25"/>Gewalt sie zurükhalten – aber Weisheit der Regierung zu wissen, was eigentlich der Geist<lb n="26"/>nicht mehr will – Seine Sprache formell <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi> – So französische Revolution –</note>
<pb n="274" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=277" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Wissenschafft</hi> überhaupt – Der Geist hat hier irgendein Object, das er ohne die<lb n="2"/>Beziehung auf die Begierde und Bedürfniß behandelt – es ist die Intelligenz,<ref type="anker" target="#fn-277-1">¹</ref> die<lb n="3"/>sich selbst weiß – der Gegenstand ist der <hi rendition="#g">Begriff</hi> irgend eines bestimmten Dinges<lb n="4"/>– von seiner sinnlichen Beschaffenheit aufsteigend zu seinem Wesen. – Aber es ist<lb n="5"/>ein fremd erscheinender Gegenstand; ein Thun, welches den <hi rendition="#g">Gedanken</hi> als solchen<lb n="6"/>behandelt – <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> als Intelligenz entaüssert, nicht als absolutes <hi rendition="#g">wirkliches</hi><lb n="7"/><hi rendition="#g">Selbst</hi>;<ref type="anker" target="#fn-277-2">²</ref> – der Begriff wird sich nicht zum Gegenstande. Er erhebt sein <hi rendition="#g">Denken</hi><lb n="8"/>in die Allgemeinheit, tilgt die <hi rendition="#g">Willkühr</hi> desselben, was an sich und nothwen<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>dig ist.</p>
<p><lb n="10"/>Diß fehlende Moment wird in dem <hi rendition="#g">Soldatenstand</hi> ersetzt, – oder das Ganze<lb n="11"/>ist Individualität. – Seine Geschäfftigkeit für das daseyende Ganze,<ref type="anker" target="#fn-277-3">³</ref> sein Denken<lb n="12"/>desselben geht in das Selbst zurück – das Ganze ist Individuum, Volk, das gegen<lb n="13"/>andre gekehrt ist; die Wiederherstellung des gleichgültigen Standes der Individuen<lb n="14"/>gegeneinander, <hi rendition="#g">Naturzustand</hi>; hier erst ist er <hi rendition="#g">real</hi>. – Das Verhältniß ist theils<lb n="15"/>ruhiges Bestehen der unabhängigen Individuen von einander, Souveränität; – theils<lb n="16"/>Verbindung durch <hi rendition="#g">Verträge</hi>; aber die Verträge haben nicht die <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi><lb n="17"/>des wirklichen Vertrags; nicht eine <hi rendition="#g">daseyende</hi> Macht derselben, sondern das<lb n="18"/>Volksindividuum ist eben das Allgemeine als daseyende Macht – Sie müssen daher</p>
<note xml:id="fn-276-3.t2" type="rand" n="³" prev="#fn-276-3"><lb n="19"/>Abschaffung der PRIVILEGIRTEN <hi rendition="#g">Stände</hi> – diß vollbracht – Abschaffung der Ungleichheit<lb n="20"/>des Standes, <hi rendition="#g">leeres</hi> <hi rendition="#g">Gerede</hi> –</note>
<note xml:id="fn-277-1" type="rand" n="¹"><lb n="21"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">erfülltes</hi> Denken –</note>
<note xml:id="fn-277-2" type="rand" n="²"><lb n="22"/><seg type="marke">² </seg>Krieg, die Regierung <hi rendition="#g">nach</hi> <hi rendition="#g">innen</hi>, einzelnes Volk – Kunst Religion, <hi rendition="#g">die</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">Philosophie</hi></note>
<note xml:id="fn-277-3" type="rand" n="³"><lb n="24"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">Stand</hi> der <hi rendition="#g">Ehre</hi>, Anerkanntseyn der Meynung</note>
<pb n="275" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=278" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>nicht nach der Weise bürgerlicher <hi rendition="#g">Verträge</hi> betrachtet werden; – sie haben keine<lb n="2"/>Verbindlichkeit, sowie ein Theil sie aufhebt – Es ist dieser ewige Betrug,<ref type="anker" target="#fn-278-1">¹</ref> Tractaten<lb n="3"/>zu schliessen, sich zu verpflichten, und diese Verpflichtung wieder verschwinden<lb n="4"/>zu lassen. – Ein allgemeiner Völkerverein zum ewigen Frieden,<ref type="anker" target="#fn-278-2">²</ref> wäre die Herrschafft<lb n="5"/>Eines Volks, oder es wäre nur ein Volk – ihre Individualität vertilgt – Universal<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>monarchie. – <hi rendition="#g">Moralität</hi> hat nichts zu thun in diesem Verhältnisse; denn sie ist das<lb n="7"/>unerfüllte, individualitätslose Wissen der Pflicht als solcher – Unsicherheit, Un<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>gewißheit – aber die Sicherheit in der absoluten Gewißheit seiner selbst.</p>
<p><lb n="9"/>Soldatenstand und Krieg sind α) die wirkliche Aufopferung des Selbsts, – die<lb n="10"/>Gefahr des Todes für den einzelnen; das anschauen seiner abstracten unmittelbaren,<lb n="11"/>Negativität, wie er ebenso sein unmittelbar positives Selbst ist; das <hi rendition="#g">Verbrechen</hi><lb n="12"/>ist nothwendiges Moment in dem Begriffe des Rechts und Gewalthabenden Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>setzes; – daß jeder als dieser einzelne sich selbst als absolute Macht macht – als<lb n="14"/>absolut frey sich schaut, – für sich und reell gegen ein andres als die allgemeine<lb n="15"/>Negativität; – im Kriege ist es ihm gewährt – es ist Verbrechen <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">All</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">gemeine</hi>; der Zweck die Erhaltung des Ganzen – gegen den Feind, der auf die<lb n="17"/>Zerstörung desselben geht – Diese Entaüsserung muß eben diese abstracte Form<lb n="18"/>haben, individualitätslos seyn, der Tod kalt empfangen und gegeben werden, nicht<lb n="19"/>durch die statarische Schlacht, wo der einzelne den Gegner in das Aug faßt, und<lb n="20"/>in unmittelbarem Hasse denselben tödtet – sondern der Tod leer gegeben und<lb n="21"/>empfangen wird.<ref type="anker" target="#fn-278-3">³</ref></p>
<note xml:id="fn-278-1" type="rand" n="¹"><lb n="22"/><seg type="marke">¹ </seg>für die <hi rendition="#g">Kunst</hi> arbeiten und einander <hi rendition="#g">lieben</hi>; <hi rendition="#g">Normalvolk</hi> Juden – <hi rendition="#g">Wasser</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">werden</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">Sümpfen</hi>∗<ptr type="anker" target="#fn-278-s1"/></note>
<note xml:id="fn-278-s1" type="rand" n="∗"><lb n="24"/><seg type="marke">∗ </seg>leere Traümerey Ewiger Friede, goldnes Zeitalter</note>
<note xml:id="fn-278-2" type="rand" n="²"><lb n="25"/><seg type="marke">² </seg>Krieg<lb n="26" type="absatz"/>α) Macht gegen die Wirklichkeit der Systeme<lb n="27" type="absatz"/>β) Weisheit der Regierung – Verletzung der <hi rendition="#g">Principien</hi></note>
<note xml:id="fn-278-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">unpersönlich</hi> aus dem Pulverdampf –</note>
<pb n="276" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=279" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>In<ptr type="anker" target="#fn-279-1"/> dieser Individualität, als absolutem Selbst und Negativität der Einzelnen ist<lb n="2"/>die Regierung, die Spitze des Ganzen vollendet; – α) als Krieg ist sie sich selbst,<lb n="3"/>als <hi rendition="#g">bestehend</hi> die Organisation ihrer Stände erschütternd, – und die durch alles<lb n="4"/>hindurchgreiffenden Systeme des <hi rendition="#g">Rechts</hi>, der persönlichen Sicherheit und Eigen<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>thums, – es <hi rendition="#g">kommt</hi> darin zur Anschauung, daß sie in der Macht des Allgemeinen<lb n="6"/>verschwinden<ptr type="anker" target="#fn-279-2"/> – was im Begriffe ihr Übergang in einander ist, ist hier vorhanden;<lb n="7"/>– die Zerrüttung derselben, die Unterjochung und Zwang unter die reine Macht –<lb n="8"/>Hier ist Arbeiten und Etwas vor sich bringen, Recht des Eigenthums und Sicherheit<lb n="9"/>der Person, nicht diß absolute Bestehen, sondern vielmehr ihre Beschädigung, die<lb n="10"/>Einwurzelung des Einzelnen in sein Daseyn, diß Auseinanderfallen des Ganzen in<lb n="11"/>Atome tilgt sich hier; – der Einzelne hat seine absolute Freyheit und eben diß ist<lb n="12"/>die Krafft der Regierung.<ptr type="anker" target="#fn-279-3"/> – Dieser unmittelbare reine Willen, ist ebenso selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>bewußter Willen; die <hi rendition="#g">Regierung</hi> ist diß Wollen ist das abstract allgemeine des<lb n="14"/>Rechts u.s.f. sie ist der Entschluß, das einzelne Wollen. – <hi rendition="#g">Weisheit</hi> der Regierung<lb n="15"/>– erstlich – diese abstracten Momente<ptr type="anker" target="#fn-279-4"/> den Ständen überhaupt anzupassen – und<lb n="16"/>in einzelnen Fällen Ausnahmen vom Gesetze zu machen. – Die Ausführung über<pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/>haupt ist nicht diß todte Thun,<ptr type="anker" target="#fn-279-5"/> – sondern die Vereinzelung des Allgemeinen ist</p>
<note xml:id="fn-279-1" type="rand" n="¹"><lb n="18"/><seg type="marke">¹ </seg>Regierung der seiner selbst gewisse <hi rendition="#g">Geist</hi> der <hi rendition="#g">Natur</hi></note>
<note xml:id="fn-279-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Policey</hi></note>
<note xml:id="fn-279-3" type="rand" n="³"><lb n="20"/><seg type="marke">³ </seg><hi rendition="#g">List</hi> der <hi rendition="#g">Regierung</hi>, den <hi rendition="#g">Eigennutz</hi><ptr type="anker" target="#fn-279-s1"/> der andern machen zu lassen Recht,<lb n="21"/>Verstand des Kaufmanns weiß worauf es in der Realität [ankommt – ] in ihren <hi rendition="#g">Nutzen</hi><lb n="22"/>verwenden, so stellen, daß sie in sie zurükgeht</note>
<note xml:id="fn-279-s1" type="rand" n="∗"><lb n="23"/><seg type="marke">∗ </seg>α) <hi rendition="#g">Rohheit</hi> β) <hi rendition="#g">Moralität</hi> γ) die Wissenschafften und Wahrheit, dem mensch<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>lichen Geschlechte heilsamen <hi rendition="#g">Wahrheiten</hi> <hi rendition="#g">ausspinnen</hi> –</note>
<note xml:id="fn-279-4" type="rand" n="⁴"><lb n="25"/><seg type="marke">⁴ </seg>Wasser, die nicht vom Winde bewegt, zu Sümpfen werden –</note>
<note xml:id="fn-279-5" type="rand" n="⁵"><lb n="26"/><seg type="marke">⁵ </seg>List – in sich zurükgekehrtseyn – die Regierung diß beschäftigte Thun</note>
<pb n="277" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=280" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>eben es aufheben, und [im] einzelnen ihm entgegengesetzt handeln.<ref type="anker" target="#fn-280-1">¹</ref> Sie ist der seiner<lb n="2"/><hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">gewisse</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi>, der frey vom Geist das rechte thut, unmittelbar handelt –<ref type="anker" target="#fn-280-2">²</ref></p>
<p><lb n="3"/>Der<ref type="anker" target="#fn-280-3">³</ref> Geist ist so die erfüllte Freyheit. – <hi rendition="#g">Stand</hi>, <hi rendition="#g">bestimmter</hi> <hi rendition="#g">Charakter</hi> als<lb n="4"/>Realität, und durch sie hindurchgreiffendes abstractes System des Bestehens der<lb n="5"/>Einzelnen – Zweige der Gewalten – aber ebenso die Freyheit von dem Bestehenden,<lb n="6"/>als solchem, und der seiner unmittelbar bewußte Geist.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="7"/>C.</head>
<head><lb n="8"/>KUNST, RELIGION UND WISSENSCHAFFT.</head>
<p><lb n="9"/>Der absolut freye Geist,<ref type="anker" target="#fn-280-4">⁴</ref> der seine Bestimmungen in sich zurükgenommen,<lb n="10"/>bringt nun eine andre Welt hervor; eine Welt, welche die <hi rendition="#g">Gestalt</hi> seiner selbst<lb n="11"/>hat; wo sein Werk vollendet in sich ist, und er zur Anschauung <hi rendition="#g">seiner</hi> als <hi rendition="#g">seiner</hi><lb n="12"/>gelangt – Als Intelligenz hat das seyende, die Gestalt eines Andern – als Willen,</p>
<note xml:id="fn-280-1" type="rand" n="¹"><lb n="13"/><seg type="marke">¹ </seg>Geist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Regierung</hi><ref type="anker" target="#fn-280-s1">∗</ref> als <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Gesinnung</note>
<note xml:id="fn-280-s1" type="rand" n="∗"><lb n="14"/><seg type="marke">∗ </seg>seiner selbst gewisse in seiner Einfachheit zu geben und zu nehmen</note>
<note xml:id="fn-280-2" type="rand" n="²"><lb n="15"/><seg type="marke">² </seg>der seiner gewisse Geist zur Ruhe der Allgemeinheit in sich gekommen</note>
<note xml:id="fn-280-3" type="rand" n="³"><lb n="16"/><seg type="marke">³ </seg>γ) <hi rendition="#g">Sittlichkeit</hi> der seiner selbst gewisse Geist – Selbstgewißheit – der das<lb n="17"/><hi rendition="#g">Herz</hi> zum Grab seines Herzens gemacht – alle Freuden und Leiden seines Herzens – alle<lb n="18"/>Sünden und Verbrechen sich selbst verziehen – und gethan als ob nichts geschehen – seine<lb n="19"/>Pflicht ohne weitres nur seine Einbildung – auf <hi rendition="#g">Stand</hi>, auf das was er <hi rendition="#g">ausgestanden</hi>, was<lb n="20"/>er gethan – <hi rendition="#g">vollkommne</hi> <hi rendition="#g">Bildung</hi> <hi rendition="#g">Gefahren</hi> des <hi rendition="#g">Todes</hi>, Arbeiten u.s.f. <hi rendition="#g">vergessen</hi>,<lb n="21"/>Ruhe in der unmittelbaren <hi rendition="#g">Gegenwart</hi> – nicht bornirte moralische Begriffe</note>
<note xml:id="fn-280-4" type="rand" n="⁴"><lb n="22"/><seg type="marke">⁴ </seg><hi rendition="#g">Geist</hi> als <hi rendition="#g">Natur</hi> seine <hi rendition="#g">eigne</hi> Natur <hi rendition="#g">ruhige</hi> Gleichmüthigkeit, – <hi rendition="#g">zur</hi><lb n="23"/><hi rendition="#g">Anschauung</hi></note>
<pb n="278" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=281" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>seiner selbst – <hi rendition="#g">Anerkanntseyn</hi> ist das geistige Element; aber noch unbestimmt<lb n="2"/>in sich, und daher erfüllt mit mannichfachem Inhalte – das Gewalthabende Gesetz<lb n="3"/>ist die Bewegung dieses Inhalt – oder das allgemeine sich anschauend als Vermitt<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>lung – die Constitution ist seine Erzeugung des <hi rendition="#g">Inhalts</hi> aus sich selbst, er con<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>stituirt <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi>, aber in der Form des Gegenstandes, – er macht <hi rendition="#g">sich</hi> zum<lb n="6"/>Inhalte, und als Regierung ist er der seiner selbst gewisse Geist, der es weiß, daß<lb n="7"/>diß <hi rendition="#g">sein</hi> Inhalt ist, er die Macht darüber; <hi rendition="#g">geistiger</hi> <hi rendition="#g">Inhalt</hi>. Er hat also itzt diesen<lb n="8"/>Inhalt als solchen sich selbstwissenden zu erzeugen –</p>
<p><lb n="9"/>So ist er <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> die <hi rendition="#g">Kunst</hi>. Das unendliche Wissen, das unmittelbar<lb n="10"/>lebendig, seine eigne Erfüllung ist, das alle Bedürftigkeit der Natur und der aüssern<lb n="11"/>Nothwendigkeit, der Entzweyung des Wissens von sich, und seiner Wahrheit – in<lb n="12"/>sich zurükgenommen – Sie ist unmittelbar die <hi rendition="#g">Form</hi>, der der Inhalt gleichgül<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>tig ist, und die sich in jedem herumwerfen könnte – jedes als Unendliches zur<lb n="14"/>Anschauung bringen kann; sein <hi rendition="#g">innres</hi> Leben, – oder seinen Geist hervortreten<lb n="15"/>läßt – es als Geist zum Gegenstande macht – Sie schwankt zwischen der Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/>stalt und dem reinen Ich derselben – und so zwischen plastischer und musicalischer<lb n="17"/>Kunst – die letztere ist das reine Hören worin die Gestaltung nur das verschwindende<lb n="18"/>Tönen zum Daseyn [bringt], und die Melodie der Bewegung unter der Harmonie,<lb n="19"/>dem in sich selbst zurükgekehrten Dreyklang sich bewegt – sie ist gestaltlose Be<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>wegung – der Tanz dieser Bewegung selbst ist die anschauungslose, – der Zeit<lb n="21"/>angehörige – Darstellung – Das andre Extrem die Plastik ist die ruhende Darstellung<lb n="22"/>des Göttlichen – Zwischen beyde fällt die Mahlerey, – das plastische, welche die<lb n="23"/><hi rendition="#g">Farbe</hi> in sich, das selbstische in der Form der Empfindung an sich nimmt – die<lb n="24"/><hi rendition="#g">Poësie</hi>, das plastische als Vorstellung der Gestalt in das musicalische, dessen Tönen<lb n="25"/>zur Sprache erweitert – einen Inhalt in sich hat.</p>
<p><lb n="26"/>Die absolute Kunst ist die, deren Inhalt der Form gleich ist, – es kann alles in<lb n="27"/>die Kunst erhoben werden – aber diese Erhebung ist eine fremde Einbildung, es<lb n="28"/>muß als <hi rendition="#g">seyender</hi> Inhalt – der prosaischen Anschauung nach, selbst der Form<lb n="29"/>gleich seyn – diß ist der Geist selbst – <hi rendition="#g">Natur</hi>poësie daher die schlechteste – Land-</p>
<pb n="279" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=282" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>schaftliche u.s.f. weil ihre Belebung, der Gestalt in der sie unmittelbar ist, wider<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>spricht – moderne Formalismus der Kunst – Poësie aller Dinge; Sehnen aller, – nicht<lb n="3"/>eine aüssre Gewalt – die Dinge sind so <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>, in der göttlichen Anschauung –<lb n="4"/>aber dieses <hi rendition="#g">Ansich</hi> ist das abstracte, das ihrem Daseyn ungleich ist – Diese rein<lb n="5"/>intellectuelle Schönheit – diese Musik der Dinge – hat das homerisch plastische zu<lb n="6"/>seinem Gegensatze – jenes unsinnlich diß sinnliche Anschauung – hier nicht die<lb n="7"/>Form des Symbols, der Bedeutung, es wird nur leise, fern daran angeschlagen; – hier<lb n="8"/>soll die <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> selbst hervortreten – aber die Gestalt ist verloren. Die Kunst<lb n="9"/>ist in diesem Widerspruche mit sich selbst – wenn sie selbstständig ist, zur Allegorie<lb n="10"/>ausgedehnt werden zu müssen, und dann ist sie als Individualität verschwunden,<lb n="11"/>und die Bedeutung herabgesetzt in die Individualität so ist jene nicht ausgedrückt.</p>
<p><lb n="12"/>Die Kunst erzeugt die Welt als geistige und für die <hi rendition="#g">Anschauung</hi> – sie ist der<lb n="13"/>indische Bacchus, der nicht der klare sich wissende Geist ist, sondern der <hi rendition="#g">begeisterte</hi><lb n="14"/><hi rendition="#g">Geist</hi> – der sich in Empfindung und Bild einhüllende, worunter das Furchtbare<lb n="15"/>verborgen ist. – Sein Element ist die Anschauung – aber sie ist die <hi rendition="#g">Unmittelbar</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="16" break="no"/><hi rendition="#g">keit</hi>, welche nicht vermittelt ist – dem Geiste ist diß Element daher unangemessen.<lb n="17"/>Die Kunst kann daher ihren Gestalten nur einen beschränkten Geist geben; – die<lb n="18"/>Schönheit ist Form, sie ist die Taüschung der absoluten Lebendigkeit, die sich selbst<lb n="19"/>genügt, und in sich geschlossen und vollendet sey. – Diß Medium der Endlichkeit;<lb n="20"/>die Anschauung kann nicht das Unendliche fassen; es ist nur <hi rendition="#g">gemeynte</hi> Un<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>endlichkeit. Dieser Gott als Bildsaüle, diese Welt des Gesanges, welche den Him<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>mel und die Erde, die allgemeinen Wesen in mythischer individueller Form, und die<lb n="23"/>einzelnen Wesen, das Selbstbewußtseyn umschließt; – es ist <hi rendition="#g">gemeynte</hi> nicht <hi rendition="#g">wahre</hi><lb n="24"/>Vorstellung, – es ist nicht die Nothwendigkeit, – nicht die Gestalt des <hi rendition="#g">Denkens</hi><lb n="25"/>darin; – die Schönheit ist vielmehr der Schleyer, der die Wahrheit bedekt, als die<lb n="26"/>Darstellung derselben. – Oder als <hi rendition="#g">Form</hi> der Lebendigkeit, – [ihr] entspricht der<lb n="27"/>Inhalt nicht, er ist beschränkt; der Künstler fodert daher haüffig, daß das Verhältniß</p>
<pb n="280" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=283" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>zur Kunst nur Verhältniß zur Form sey, und von dem Inhalt zu abstrahiren sey;<lb n="2"/>– aber diesen Inhalt lassen sich die Menschen nicht nehmen – Sie verlangen Wesen<lb n="3"/>– nicht blosse Form – Der Kenner ist dieser Betrachter der reinen Poësie, und des<lb n="4"/>Verstandes des Künstlers, [ob] die Motive, das Detail, das durchs Ganze bestimmt<lb n="5"/>ist, und es hervorhebt – verständig gewählt, die Parthieen gut auseinandergehalten<lb n="6"/>seyen u.s.f.</p>
<p><lb n="7"/>Die Kunst ist in ihrer Wahrheit vielmehr RELIGION. Erhebung der Kunstwelt<lb n="8"/>in die Einheit des absoluten Geistes; – in jener gewinnt jedes <hi rendition="#g">Einzelne</hi> durch die<lb n="9"/>Schönheit freyes eignes Leben – aber die Wahrheit der einzelnen Geister ist, Moment<lb n="10"/>in der Bewegung des Ganzen zu seyn – <hi rendition="#g">Wissen</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">absoluten</hi> Geistes von sich<lb n="11"/>als absolutem <hi rendition="#g">Geiste</hi>; er selbst ist der <hi rendition="#g">Inhalt</hi> der <hi rendition="#g">Kunst</hi>, die nur die Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>production seiner, als in sich reflectirten selbstbewußten Lebens überhaupt ist –</p>
<p><lb n="13"/>In der Kunst ist α) dieses einzelne Selbst <hi rendition="#g">Eins</hi> nur ein besondres, der Künstler;<lb n="14"/>– der Genuß der andern ist das Selbstlose, allgemeine Anschauung der Schönheit<lb n="15"/>β) die Bestimmtheit ist einzelner Inhalt – daher seine Unmittelbarkeit als Daseyn<lb n="16"/>– wie des Selbsts getrennt von der <hi rendition="#g">Schönheit</hi> – der Einheit der Individualität<lb n="17"/>und der Allgemeinheit, oder des Selbsts und seines allgemeinen Daseyns. – In der<lb n="18"/>Religion aber wird der Geist sich Gegenstand, als absolut allgemeines, oder als<lb n="19"/>Wesen aller Natur [, des] Seyns und Thuns, und in <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi> des unmittelbaren<lb n="20"/>Selbsts – das Selbst ist allgemeines Wissen, und die Rükkehr dadurch in sich – Die<lb n="21"/>absolute Religion ist diß Wissen – <hi rendition="#g">daß</hi> <hi rendition="#g">Gott</hi> die <hi rendition="#g">Tiefe</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">ge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/><hi rendition="#g">wissen</hi> <hi rendition="#g">Geistes</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, – dadurch ist er das Selbst aller – Es ist das <hi rendition="#g">Wesen</hi> das reine<lb n="23"/>Denken, – <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">Abstraction</hi> <hi rendition="#g">entaüssert</hi>, <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">er</hi> <hi rendition="#g">wirkliches</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi>;<lb n="24"/>er ist ein <hi rendition="#g">Mensch</hi>, der <hi rendition="#g">gemeines</hi> <hi rendition="#g">raümliches</hi> <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">zeitliches</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi><lb n="25"/>hat – <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> <hi rendition="#g">einzelne</hi> sind <hi rendition="#g">alle</hi> <hi rendition="#g">Einzelnen</hi> – <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">göttliche</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="26"/><hi rendition="#g">nicht</hi> eine <hi rendition="#g">andre</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">menschliche</hi> – alle <hi rendition="#g">andern</hi> <hi rendition="#g">Religionen</hi> sind <hi rendition="#g">un</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="27" break="no"/><hi rendition="#g">vollkommen</hi>; – entweder nur Wesen – das furchtbare der Naturmacht, worin<lb n="28"/>das Selbst nur nichtig ist – oder die schöne Religion, – die mythische – ein Spiel,</p>
<pb n="281" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=284" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>das des Wesens nicht würdig, ohne <hi rendition="#g">Gründlichkeit</hi> und <hi rendition="#g">Tiefe</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, <hi rendition="#g">wo</hi> <hi rendition="#g">das</hi><lb n="2"/><hi rendition="#g">Tiefe</hi> das <hi rendition="#g">unbekannte</hi> <hi rendition="#g">Schiksal</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>. <hi rendition="#g">Die</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Religion</hi> <hi rendition="#g">aber</hi> <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="3"/><hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Tiefe</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">Tage</hi> <hi rendition="#g">herausgetreten</hi> – diß Tiefe ist das Ich – es ist der<lb n="4"/>Begriff, die absolute reine Macht.</p>
<p><lb n="5"/>(In ihr ist also der Geist mit seiner Welt versöhnt – der Geist als daseyender ist<lb n="6"/>seine Organisation und Werden durch die Stände, bestimmter Charakter, und<lb n="7"/>bestimmte <hi rendition="#g">Pflicht</hi>; jedes Selbst hat einen eingeschränkten Zweck, und ebenso<lb n="8"/>beschränktes Thun, – das Wissen von sich als Wesen – in dem Rechte und der<lb n="9"/>Pflicht – ist als reines Wesen und reines Wissen leer, – als erfülltes, eine beschränkte<lb n="10"/>Mannichfaltigkeit – und die unmittelbare Wirklichkeit ein ebenso einzelnes. – Die<lb n="11"/>Moralität ist die Erhebung über den Stand, in ihrem Thun, sich selbst und das Thun<lb n="12"/>ihres Standes weiter zu bringen; – fürs Allgemeine etwas zu thun –)</p>
<p><lb n="13"/>Aber die <hi rendition="#g">Regierung</hi> steht über allen – der Geist, der sich als allgemeines Wesen,<lb n="14"/>und allgemeine Wirklichkeit weiß; – das absolute Selbst – in der Religion erhebt<lb n="15"/>jeder sich zu dieser Anschauung seiner als [eines] allgemeinen Selbst – Seine Natur,<lb n="16"/><hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Stand</hi>, <hi rendition="#g">versinkt</hi> wie ein Traumbild, <hi rendition="#g">wie</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">ferne</hi> <hi rendition="#g">am</hi> <hi rendition="#g">Saume</hi> <hi rendition="#g">des</hi><lb n="17"/><hi rendition="#g">Horizonts</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">Duftwölkchen</hi> <hi rendition="#g">erscheinende</hi> <hi rendition="#g">Insel</hi> – er ist dem Fürsten<lb n="18"/>gleich – es ist das Wissen seiner als des Geistes – er gilt Gott soviel als jeder anderer.<lb n="19"/>Es ist die Entaüsserung seiner ganzen Sphäre, seiner ganzen daseyenden Welt, – nicht<lb n="20"/>jene Entaüsserung, welche nur Form, <hi rendition="#g">Bildung</hi>, und deren Inhalt wieder das<lb n="21"/>sinnliche Daseyn ist – sondern <hi rendition="#g">allgemeine</hi> der ganzen Wirklichkeit, diese Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>aüsserung gibt sie sich selbst als Vollkommnes wieder –</p>
<p><lb n="23"/>Beyde Reiche der Wirklichkeit und des Himmels kommen aber so noch aus<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>einander zu liegen – Jenseits dieser Welt ist der Geist nur mit sich versöhnt, nicht<lb n="25"/>in seiner <hi rendition="#g">Gegenwart</hi> – Ist er in ihr befriedigt, so ist er nicht der sich über sein<lb n="26"/>Daseyn erhebende Geist; er ist in diesem zu erschüttern, und er wird durch den<lb n="27"/>Krieg und die Noth darin erschüttert und <hi rendition="#g">flüchtet</hi> aus <hi rendition="#g">dem</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">den</hi></p>
<pb n="282" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=285" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">Gedanken</hi>, aber es ist <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Sehnsucht</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Himmels</hi>, <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">eine</hi> <hi rendition="#g">Sehn</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/><hi rendition="#g">sucht</hi> <hi rendition="#g">ebenso</hi> nach der <hi rendition="#g">Erde</hi>; <hi rendition="#g">jenes</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">pis</hi> <hi rendition="#g">aller</hi>. – <hi rendition="#g">Er</hi> <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">befriedigt</hi><lb n="3"/>durch die Religion, das Vertrauen, daß die Weltbegebenheiten und die Natur mit<lb n="4"/>dem Geiste versöhnt sind, und keine Mishelligkeit, keine unversöhnte, unselbstische<lb n="5"/>Nothwendigkeit darin herrscht –</p>
<p><lb n="6"/>Die Religion aber ist der vorgestellte Geist, das Selbst das sein reines Bewußtseyn<lb n="7"/>und sein wirkliches nicht zusammen bringt, dem der Inhalt von jenem in diesem<lb n="8"/>als ein anderes gegenübertritt. –</p>
<p><lb n="9"/>Der<ptr type="anker" target="#fn-285-1"/> Gedanke – Innre Idee – der absoluten Religion ist diese speculative Idee,<lb n="10"/>daß das Selbst, das Wirkliche, Denken ist; – Wesen und Seyn dasselbe, – diß so<lb n="11"/>gesetzt, daß <hi rendition="#g">Gott</hi>, <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">jenseitige</hi> <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi>, <hi rendition="#g">Mensch</hi> <hi rendition="#g">geworden</hi><lb n="12"/>– dieser <hi rendition="#g">wirkliche</hi>, – aber ebenso diese Wirklichkeit sich aufgehoben eine ver<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>gangne geworden, und dieser Gott, der Wirklichkeit und aufgehobne, d. h. all<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>gemeine Wirklichkeit [ist], der Geist der Gemeine ist – <hi rendition="#g">Daß</hi><ptr type="anker" target="#fn-285-2"/> <hi rendition="#g">Gott</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi> <hi rendition="#g">ist</hi><lb n="15"/>– <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Inhalt</hi> <hi rendition="#g">dieser</hi> Religion und der Gegenstand dieses Bewußtseyns –<lb n="16"/>α) des reinen Bewußtseyns α) ewige Wesen, Sohn, und Geist, hier alle dasselbe<lb n="17"/>Wesen; nicht der Unterschied, die Gleichgültigkeit des unmittelbaren Seyns gesetzt<lb n="18"/>diß<ptr type="anker" target="#fn-285-3"/> β) Gott, das Wesen des reinen Bewußtseyns wird sich ein anderes, das Welt</p>
<note xml:id="fn-285-1" type="rand" n="¹"><lb n="19"/><seg type="marke">¹ </seg>Die<ptr type="anker" target="#fn-285-s1"/> Religion <hi rendition="#g">Vorstellen</hi> <hi rendition="#g">der</hi> Einheit des <hi rendition="#g">Wissens</hi> und der <hi rendition="#g">Wahrheit</hi> –<lb n="20"/>oder als Geist [, der] absolutes <hi rendition="#g">Wesen</hi> nicht todtes Wesen sondern diß Leben in sich selbst<lb n="21"/>ist – als Lebendigen Gott –</note>
<note xml:id="fn-285-s1" type="rand" n="∗"><lb n="22"/><seg type="marke">∗ </seg>dasselbe als Volksgeist nur Unmittelbarkeit</note>
<note xml:id="fn-285-2" type="rand" n="²"><lb n="23"/><seg type="marke">² </seg>α WAHRE Religion – insofern das absolute Wesen der Geist ist β <hi rendition="#g">offenbare</hi><lb n="24"/>Religion ohne Geheimniß – denn Gott ist das Selbst – Gott ist Mensch.</note>
<note xml:id="fn-285-3" type="rand" n="³" next="#fn-285-3.t2"><lb n="25"/><seg type="marke">³ </seg>β) Philosophie Natur, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">geht</hi>; böse wird∗<ptr type="anker" target="#fn-286-s1"/> – aber umgekehrt<lb n="26"/>ist diß in sich seyn, der Verlust des Positiven, <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>; Gott nimmt die Gestalt des <hi rendition="#g">Selbsts</hi> <hi rendition="#g">an</hi>;</note>
<pb n="283" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=286" type="body" subtype="apparat"/>
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<p><lb n="1"/>ist – aber diß <hi rendition="#g">Daseyn</hi> ist Begriff – <hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>, Bös, und die Natur, das<lb n="2"/>Unmittelbare muß als bös vorgestellt werden, jeder zur Einsicht seiner bösen<lb n="3"/>Natur kommen – d. h. daß die Natur in den Begriff umschlägt das <hi rendition="#g">böse</hi>, <hi rendition="#g">für</hi><lb n="4"/><hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">seyn</hi>, gegen das <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> seyende Wesen, aber umgekehrt ebenso das <hi rendition="#g">an</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/><hi rendition="#g">sichseyende</hi> Wesen [ist]; d. h. GOTT TRITT IN der Natur auf – <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">wirk</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/><hi rendition="#g">liches</hi>; alles Jenseits ist entflohen – Daß nun dieser Gegensatz selbst nichtig ist – das<lb n="7"/>Böse, die fürsichseyende Wirklichkeit nicht an sich ist, sondern allgemein ist – diß<lb n="8"/>stellt sich eben dar an der Aufopferung des göttlichen Menschen – α) die Aufopferung<lb n="9"/>der Göttlichkeit, d. h. des abstracten jenseitigen Wesens ist schon geschehen in<lb n="10"/>seinem Wirklichwerden β) das Aufheben der Wirklichkeit das Werden ihrer All<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gemeinheit<ref type="anker" target="#fn-286-1">¹</ref> – allgemeiner Geist – diß aber eine Vorstellung für das Bewußtseyn;<lb n="12"/>– ebenso γ) die Allgemeinheit des Selbsts an ihr selbst – d. h. die Gemeine muß auf<lb n="13"/>ihr Fürsichseyn und unmittelbare Natur Verzicht thun – oder eben sie als das Böse<lb n="14"/>ansehen, und diese Ansicht des Bösen hebt sich auf, durch die Ergreiffung jener<lb n="15"/>Vorstellung. – Darstellung im <hi rendition="#g">Kultus</hi>;<ref type="anker" target="#fn-286-2">²</ref> worin jenes Selbst sich das Bewußtseyn<lb n="16"/>der Einheit mit dem Wesen gibt. – <hi rendition="#g">Andacht</hi> sich selbst in ihm weiß; Kultus.</p>
<p><lb n="17"/>Dieser<ref type="anker" target="#fn-286-3">³</ref> allgemeine Geist, oder der Geist der Gemeine, ist der <hi rendition="#g">Staat</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Kirche</hi>,</p>
<note xml:id="fn-285-3.t2" type="rand" n="³" prev="#fn-285-3"><lb n="18"/>diß was <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist, vorausgesetzte stellt sich in seinem Daseyn<ref type="anker" target="#fn-286-s2">∗∗</ref> dar – eben daß das Göttliche<lb n="19"/>sich <hi rendition="#g">aufopfert</hi> – jenes <hi rendition="#g">abstracte</hi> <hi rendition="#g">Wesen</hi>; es ist nicht der Mensch, der stirbt – sondern<lb n="20"/>das <hi rendition="#g">göttliche</hi> eben dadurch wird es Mensch –</note>
<note xml:id="fn-286-s1" type="ueber" n="∗"><lb n="21"/><seg type="marke">∗ </seg>Begriff die reine <hi rendition="#g">Negativität</hi></note>
<note xml:id="fn-286-s2" type="ueber" n="∗∗"><lb n="22"/><seg type="marke">∗∗ </seg>Entaüssrung Bildung – abstracten Wesens</note>
<note xml:id="fn-286-1" type="rand" n="¹"><lb n="23"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">unmittelbares</hi> Selbst – <hi rendition="#g">Versöhnte</hi> Natur – Einbildung des göttlichen<lb n="24"/>in alles natürliche – Bevölkerung mit Heiligen, Heiligengeschichte – Erscheinungen – überall<lb n="25"/><hi rendition="#g">unmittelbare</hi> <hi rendition="#g">Gegenwart</hi> (neue Erde natürliche Sonne ausgelöscht) – <hi rendition="#g">Schmerz</hi> der<lb n="26"/>Religion – <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Gefühl</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Entaüsserung</hi> –</note>
<note xml:id="fn-286-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg>genießt den Leib und Blut, der sich täglich in seiner Gemeine <hi rendition="#g">aufopfert</hi>,<lb n="28"/>und wird zu diesem einzelnen <hi rendition="#g">Selbst</hi>.</note>
<note xml:id="fn-286-3" type="rand" n="³"><lb n="29"/><seg type="marke">³ </seg>Synthetische Verbindung des Staats und der Kirche</note>
<pb n="284" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=287" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>– <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">daseyende</hi> wirkliche Geist, sich zum Gegenstande als Geist geworden – aber<lb n="2"/>als Vorstellung und Glauben – Es <hi rendition="#g">ist</hi> der Geist der Gemeine – aber in ihrer Vor<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>stellung flieht er jenseits ihres Selbsts, weit weg von ihr – jenes unmittelbare Wissen<lb n="4"/>und diß Andersseyn, ist nicht vereint – Alles<ref type="anker" target="#fn-287-1">¹</ref> hat die Form der Vorstellung, des<lb n="5"/>Jenseits – ohne Begriff – ohne Nothwendigkeit, – Geschehen – Zufall – Zwar das<lb n="6"/>Wort ewiger Rathschluß und Willen Gottes<ref type="anker" target="#fn-287-2">²</ref> – aber nur gesagt nicht eingesehen<lb n="7"/>– nicht Begriff, nicht Selbst.</p>
<p><lb n="8"/>Die Kirche hat ihren Gegensatz am Staate, d. h. an dem <hi rendition="#g">daseyenden</hi> Geiste;<lb n="9"/>sie ist <hi rendition="#g">er</hi> erhoben in den Gedanken, der Mensch lebt in zwey Welten<ref type="anker" target="#fn-287-3">³</ref> – in der<lb n="10"/>einen hat er <hi rendition="#g">seine</hi> <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi>, <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">verschwindet</hi>, seine Natürlichkeit,<lb n="11"/>seine Aufopferung, seine Vergänglichkeit – in der andern seine absolute Erhaltung<lb n="12"/>– weiß sich als absolutes <hi rendition="#g">Wesen</hi> – Er erstirbt der Wirklichkeit mit Wissen und<lb n="13"/>Willen, um das Ewige zu erwerben – <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">unwirkliche</hi>, <hi rendition="#g">Leben</hi> im <hi rendition="#g">Gedanken</hi><lb n="14"/>– <hi rendition="#g">allgemeines</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi> – <hi rendition="#g">Aber</hi> <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">Ewige</hi> <hi rendition="#g">hat</hi> <hi rendition="#g">sein</hi> <hi rendition="#g">Daseyn</hi> <hi rendition="#g">im</hi> <hi rendition="#g">Volkgeist</hi> –<lb n="15"/>es ist <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi>, <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">eben</hi> <hi rendition="#g">nur</hi> <hi rendition="#g">Geist</hi> – <hi rendition="#g">durch</hi> <hi rendition="#g">diese</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi> – der Form<lb n="16"/>noch entgegengesetzt, dem Wesen nach dasselbe [ist] – Diß weiß <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Regierung</hi>,<lb n="17"/>weiß <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Volksgeist</hi>, daß er der wirkliche Geist ist, der sich selbst und den<lb n="18"/>Gedanken von sich enthält. – Der <hi rendition="#g">Fanatismus</hi> der Kirche ist – <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">Ewige</hi>, <hi rendition="#g">das</hi><lb n="19"/><hi rendition="#g">Himmelreich</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">solches</hi> <hi rendition="#g">auf</hi> <hi rendition="#g">Erden</hi> <hi rendition="#g">einführen</hi> <hi rendition="#g">zu</hi> <hi rendition="#g">wollen</hi>, d. h. <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Wirk</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/><hi rendition="#g">lichkeit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Staates</hi> <hi rendition="#g">entgegen</hi> – Feuer im <hi rendition="#g">Wasser</hi>, zu <hi rendition="#g">erhalten</hi> – eben<lb n="21"/><hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Wirklichkeit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Himmelreichs</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Staat</hi> – Versöhnung im Den<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>ken, der Wesen beyder miteinander durch die Kirche – Sind sie unversöhnt – so<lb n="23"/>ist der Staat und die Kirche unvollkommen. – Der Staat ist der Geist der Wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="24" break="no"/>lichkeit, was in ihm sich zeigt, muß ihm gemäß seyn; er hat das Gewissen nicht zu<lb n="25"/>respectiren, – diß ist das innre, ob es als Handlung, oder Princip der Handlung</p>
<note xml:id="fn-287-1" type="rand" n="¹"><lb n="26"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Ansich</hi> ist ferne – <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Versöhnung</hi> in ihrem <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist längst geschehen</note>
<note xml:id="fn-287-2" type="rand" n="²"><lb n="27"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Schmerz</hi> nicht das Denken – nicht allgemein</note>
<note xml:id="fn-287-3" type="rand" n="³"><lb n="28"/><seg type="marke">³ </seg>er ist <hi rendition="#g">versichert</hi> <hi rendition="#g">seiner</hi> <hi rendition="#g">Versöhnung</hi> – in der Andacht <hi rendition="#g">Genuß</hi> nicht<lb n="29"/>gegenwärtig</note>
<pb n="285" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=288" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/>gültig sey muß sich aus ihr selbst zeigen – Die Kirche ist der sich selbst als allgemein<lb n="2"/>wissende Geist – die innre, <hi rendition="#g">absolute</hi> <hi rendition="#g">Sicherheit</hi> des Staats; der einzelne gilt als<lb n="3"/>Einzelner – alles aüsserliche ist an sich unsicher und unstät;<ref type="anker" target="#fn-288-1">¹</ref> in ihm seine voll<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>kommne Garantie; was der Mensch aus Religion thut, thut er aus seinem Selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>denken,<ref type="anker" target="#fn-288-2">²</ref> insofern es nicht ein Einsehen ist – der allgemeine, in aller verschiednen<lb n="6"/>Mannichfaltigkeit des Einzelnen nicht verlassende Gedanken, diß ist Pflicht – oder<lb n="7"/>darein muß ich mich ergeben; <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, ist gerechtfertigt im absoluten Wesen – Mo<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>ralität im absoluten Wesen, insofern es <hi rendition="#g">mein</hi> <hi rendition="#g">Wissen</hi> ist – dort absolutes Wesen<lb n="9"/>überhaupt.</p>
<p><lb n="10"/>Die Religion als solche ist des Daseyns, der unmittelbaren Wirklichkeit bedürf<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>tig – sie [ist] das <hi rendition="#g">allgemeine</hi>;<ref type="anker" target="#fn-288-3">³</ref> daher unter der Herrschafft des Staats, – und wird<lb n="12"/>von ihm gebraucht, dient ihm – gebraucht – denn sie ist das Wirklichkeitlose, das<lb n="13"/>an dem wirklichen Geiste sein <hi rendition="#g">Selbst</hi> hat, also als aufgehobnes ist. – Umgekehrt<lb n="14"/>ist sie wieder das Denken, das sich über seine Wirklichkeit erhebt; dieser innre<lb n="15"/>Eigensinn, der sein Daseyn Preis gibt, und für seinen Gedanken zu sterben bereit<lb n="16"/>ist, – [ist] das unbezwingbare, das für den Gedanken stirbt, – dem der reine <hi rendition="#g">Ge</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="17" break="no"/><hi rendition="#g">danke</hi> Alles ist, sein innres Denken als solches oder die <hi rendition="#g">Bedeutung</hi> des Thuns<lb n="18"/>[hat], das sonst als ein zufälliges erscheint – So hoch erhoben worden ist das Denken<lb n="19"/>als solches – um des Glaubens willen freudig in den Tod gegangen – Der Staat aber<lb n="20"/>der sich der Kirche unterwirft, ist entweder dem Fanatismus preisgegeben, und ver<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>loren, oder aber [es] wäre das Pfaffenregiment eingeführt, welches nicht die Ent<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>aüsserung des Thuns und Daseyns und bestimmten Gedankens, sondern des Willens<lb n="23"/>als eines solchen und zwar im Daseyn als solchem fodert, und zwar nicht gegen das<lb n="24"/>Allgemeine, Anerkanntseyn – sondern gegen einen Einzelnen Willen, als solchen.</p>
<p><lb n="25"/>Der Religion entflieht der Himmel im wirklichen Bewußtseyn – der Mensch<lb n="26"/>fällt auf die Erde herab – und findet nur in der Einbildung, in ihr das religiöse –</p>
<note xml:id="fn-288-1" type="rand" n="¹"><lb n="27"/><seg type="marke">¹ </seg>Sie bearbeiten nur einzelnes; sie gelten nicht absolut –</note>
<note xml:id="fn-288-2" type="rand" n="²"><lb n="28"/><seg type="marke">² </seg><hi rendition="#g">Gott</hi> ist <hi rendition="#g">überall</hi> – ist reines Denken, wenn insgeheim der Mensch mit sich<lb n="29"/>selbst ist – ist eben seine Einsamkeit sein Denken bey ihm</note>
<note xml:id="fn-288-3" type="rand" n="³"><lb n="30"/><seg type="marke">³ </seg>besondrer Stand, bestimmter Charakter.</note>
<pb n="286" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=289" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">PHILOSOPHIE DES GEISTES</fw>
<p><lb n="1"/>Oder diß Selbstlose der Religion ist an ihr selber so, daß sie der sich nur vorstellende<lb n="2"/>Geist ist – d. h. daß seine Momente für ihn die Form der <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi><lb n="3"/>und des <hi rendition="#g">Geschehens</hi> haben; – daß sie nicht begriffen nicht eingesehen sind. –<lb n="4"/>Der Inhalt der Religion ist wohl <hi rendition="#g">wahr</hi>; aber diß <hi rendition="#g">Wahrseyn</hi> ist eine Versicherung<lb n="5"/>– ohne Einsicht –</p>
<p><lb n="6"/>Diese <hi rendition="#g">Einsicht</hi> ist die Philosophie, absolute <hi rendition="#g">Wissenschafft</hi> – derselbe Inhalt<lb n="7"/>als der der Religion – aber Form des <hi rendition="#g">Begriffs</hi> – α) speculative Philosophie ab<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>solutes <hi rendition="#g">Seyn</hi>, das sich andres, (<hi rendition="#g">Verhältniß</hi> wird) Leben und Erkennen – und<lb n="9"/>wissendes Wissen, Geist, Wissen des Geistes von sich – β) Naturphilosophie – Aus<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>sprechen der Idee in den Gestalten des unmittelbaren Seyns – Sie ist das in sich<lb n="11"/>gehen, <hi rendition="#g">böse</hi>, werden zum Geiste; dem als <hi rendition="#g">Begriff</hi> <hi rendition="#g">existirenden</hi> Begriffe;<lb n="12"/>diese reine Intelligenz ist aber ebenso das entgegengesetzte das Allgemeine, und<lb n="13"/>zwar das sich aufopfert, und dadurch zum wirklichen wird – und allgemeine Wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lichkeit, das Volk ist, die hergestellte Natur, das versöhnte Wesen, an dem jeder<lb n="15"/>sich durch eigne Entaüsserung und Aufopferung sein Fürsichseyn nimmt. –</p>
<p><lb n="16"/>In der Philosophie ist es <hi rendition="#g">Ich</hi> als solches, welches Wissen des absoluten Geistes<lb n="17"/>ist, im Begriffe in sich selbst, als <hi rendition="#g">diesem</hi>, das allgemeines ist. – Es [ist] hier nicht eine<lb n="18"/><hi rendition="#g">andre</hi> Natur, nicht die <hi rendition="#g">ungegenwärtige</hi> Einheit, nicht eine Versöhnung, deren<lb n="19"/>Genuß und Daseyn jenseits und zukünftig ist, sondern <hi rendition="#g">hier</hi> – <hi rendition="#g">hier</hi> ERKENNT<lb n="20"/>Ich das Absolute; es erkennt – es <hi rendition="#g">begreifft</hi> – es ist kein anderes – <hi rendition="#g">Unmittelbar</hi>,<lb n="21"/>es ist <hi rendition="#g">dieses</hi> Selbst. – Ich ist diese untrennbare Verknüpfung des Einzelnen und<lb n="22"/>Allgemeinen – und der Einzelnheit als Allgemeiner aller Natur – und des All<pc force="weak">-</pc><lb n="23" break="no"/>gemeinen, aller <hi rendition="#g">Wesenheit</hi>, alles <hi rendition="#g">Denkens</hi>. Die <hi rendition="#g">Unmittelbarkeit</hi> des Geistes<lb n="24"/>ist der Volksgeist – oder er als <hi rendition="#g">seyender</hi> absoluter Geist – Die Religion der den<pc force="weak">-</pc><lb n="25" break="no"/>kende Geist, der sich aber <hi rendition="#g">nicht</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> denkt; nicht sich selbst – daher nicht die<lb n="26"/>Gleichheit mit sich selbst – nicht die Unmittelbarkeit. Diß Wissen der Philosophie<lb n="27"/>ist die wiederhergestellte Unmittelbarkeit; – sie selbst ist die Form der Vermittlung,<lb n="28"/><hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">Begriffes</hi>; als Unmittelbarkeit ist der sich wissende Geist überhaupt – und<lb n="29"/>er ist <hi rendition="#g">Bewußtseyn</hi>, <hi rendition="#g">unmittelbares</hi> sinnliches Bewußtseyn – das sich unter<lb n="30"/>der Form des Seyenden ein Andres ist – das Entzweyte in <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Natur</hi> – <hi rendition="#g">und</hi> <hi rendition="#g">Wissen</hi></p>
<pb n="287" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=290" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">CONSTITUTION</fw>
<p><lb n="1"/><hi rendition="#g">von</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> – Er ist sein <hi rendition="#g">ruhendes</hi> Kunstwerk – das <hi rendition="#g">seyende</hi> <hi rendition="#g">Universum</hi>, und<lb n="2"/>die <hi rendition="#g">Weltgeschichte</hi>. – Die Philosophie entaüssert sich ihrer selbst – kommt bey<lb n="3"/>ihrem Anfange, dem unmittelbaren Bewußtseyn an – das eben das entzweyte ist –<lb n="4"/>Sie ist so Mensch überhaupt – und wie der Punkt des Menschen ist – ist die Welt –<lb n="5"/>und wie sie ist, ist er – Ein Schlag erschafft sie beyde – Was ist vor dieser Zeit ge<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>wesen – das andre der <hi rendition="#g">Zeit</hi> – nicht eine andre <hi rendition="#g">Zeit</hi>, sondern die Ewigkeit, der<lb n="7"/>Gedanke der Zeit – darin ist die Frage aufgehoben; denn diese meynt eine <hi rendition="#g">andre</hi><lb n="8"/><hi rendition="#g">Zeit</hi>; – aber so ist die Ewigkeit selbst in der Zeit, sie ist ein Vorher der Zeit – also<lb n="9"/>selbst Vergangenheit – es ist <hi rendition="#g">gewesen</hi>; absolut gewesen, es <hi rendition="#g">ist</hi> nicht – Die <hi rendition="#g">Zeit</hi><lb n="10"/>ist der reine Begriff – das angeschaute leere <hi rendition="#g">Selbst</hi> in seiner Bewegung, wie der<lb n="11"/>Raum in seiner Ruhe – Vorher eh die erfüllte Zeit ist, ist die Zeit gar nicht – Ihre<lb n="12"/>Erfüllung ist das wirkliche aus der leeren Zeit in sich zurükgekehrte – sein An<pc force="weak">-</pc><lb n="13" break="no"/>schauen seiner selbst ist die Zeit – das ungegenständliche – Wenn wir aber sagen,<lb n="14"/><hi rendition="#g">vor</hi> der Welt – Zeit ohne Erfüllung – der Gedanke der Zeit, eben das denkende,<lb n="15"/>das in sich reflectirte. – Es ist nothwendig, hinauszugehen über diese Zeit, jede Periode<lb n="16"/>– aber in den Gedanken der Zeit; – jenes [ist die] schlechte Unendlichkeit, die das<lb n="17"/>nie erreicht – wohinaus sie geht.</p>
<p><lb n="18"/>Diese Entzweyung ist das <hi rendition="#g">ewige</hi> Erschaffen, d. h. das Erschaffen des <hi rendition="#g">Begriffes</hi><lb n="19"/>des Geistes – diese sich und ihr Gegentheil selbst tragende Substanz des Begriffes. –<lb n="20"/>Das Universum, so unmittelbar frey vom Geiste – aber muß zu ihm zurükkehren<lb n="21"/>– oder vielmehr sein ist das <hi rendition="#g">Thun</hi>, diese Bewegung – er hat sich die Einheit her<pc force="weak">-</pc><lb n="22" break="no"/>zustellen – ebenso in Form der Unmittelbarkeit, er ist die <hi rendition="#g">Weltgeschichte</hi>.<ref type="anker" target="#fn-290-1">¹</ref><lb n="23"/>In ihr hebt sich diß auf, daß nur <hi rendition="#g">ansich</hi> die Natur und Geist ein <hi rendition="#g">Wesen</hi> ist – der<lb n="24"/>Geist wird zum Wissen derselben.</p>
<note xml:id="fn-290-1" type="rand" n="¹"><lb n="25"/><seg type="marke">¹ </seg>der Mensch wird nicht Meister über die Natur, bis er es über sich selbst ge<pc force="weak">-</pc><lb n="26" break="no"/>worden ist – Sie ist Werden <hi rendition="#g">zum</hi> <hi rendition="#g">Geiste</hi> <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi>; – daß diß Ansich <hi rendition="#g">daseye</hi>, muß der<lb n="27"/>Geist sich selbst begreiffen –</note>
<pb n="289" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=292" type="body"/>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>BEILAGEN</head>
<pb n="291" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=295" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">EIN BLATT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
<head><lb n="1"/>EIN BLATT ZUR NATURPHILOSOPHIE</head>
<p><lb n="2"/><hi rendition="#g">Der</hi> <hi rendition="#g">Organismus</hi> ist <hi rendition="#g">Einheit</hi> <hi rendition="#g">des</hi> <hi rendition="#g">innern</hi> und <hi rendition="#g">Aüssern</hi>, so daß α) der<lb n="3"/>innre, der <hi rendition="#g">Proceß</hi>, <hi rendition="#g">Gestalten</hi> ist, und die Gestalt ein aufgehobnes Seyn, – sie<lb n="4"/>ist ein <hi rendition="#g">aufgehobnes</hi> <hi rendition="#g">Seyn</hi>, sie bleibt im Selbst eingeschlossen – Oder dieses<lb n="5"/><hi rendition="#g">Aüssere</hi>, andre, das Product, ist in das hervorbringende zurükgekehrt – das organische<lb n="6"/>Eins bringt sich selbst hervor; es ist nicht wie bey der Pflanze ein Anderes Indi<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>viduum – Es ist (in sich <hi rendition="#g">zurükkehrender</hi>) <hi rendition="#g">Kraislauf</hi> und zwar nicht nur so,<lb n="8"/>daß das <hi rendition="#g">Andersseyn</hi> des Selbsts Eingeweide, sondern Glieder sind – Sein anders<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>seyn ist freye <hi rendition="#g">seyende</hi> Gestalt. Das Selbst als Einheit seines Bluts, reinen Processes –<lb n="10"/>und seiner Gestalt, weil diese in jener Flüssigkeit vollkommen aufgehoben ist; hat<lb n="11"/>das <hi rendition="#g">Seyn</hi> an ihm als ein <hi rendition="#g">aufgehobnes</hi>, als Sein, als die reine Abstraction – Hie<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>durch ist er Selbstgefühl – Der innre Organismus greifft über den aüssern über;<lb n="13"/>er ist das <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Thun</hi> – unmittelbare einfache Einheit. Er ist die höhere <hi rendition="#g">Ruhe</hi> –<lb n="14"/>die der <hi rendition="#g">Gestalt</hi> ist die Ruhe, die entgegengesetzt ist dem Processe – er ist die Ruhe als<lb n="15"/>Einheit beyder – er ist das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> beyder – der Grund – der unruhige Begriff,<lb n="16"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> <hi rendition="#g">gleich</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>.</p>
<p><lb n="17"/>Hiedurch ist der Organismus in die reine Idealität erhoben die vollkommen<lb n="18"/>durchsichtige <hi rendition="#g">Allgemeinheit</hi>; er IST Raum und <hi rendition="#g">Zeit</hi> – nicht raümlich oder<lb n="19"/>zeitlich, so daß diese reines Prädicat wären, eines Subject, sondern er ist diese An<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>schauung; er schaut etwas an, das <hi rendition="#g">raümlich</hi> und zeitlich ist, d. h. das von ihm<lb n="21"/>unterschieden, <hi rendition="#g">anderes</hi>, und es unmittelbar nicht ist.</p>
<pb n="292" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=296" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
<p><lb n="1"/>Er ist <hi rendition="#g">an</hi> und <hi rendition="#g">für</hi> sich – das <hi rendition="#g">ansich</hi>seyn hat unmittelbar die Bedeutung des<lb n="2"/><hi rendition="#g">Fürsich</hi>seyns – das <hi rendition="#g">Seyn</hi> ist <hi rendition="#g">Mein</hi>. <hi rendition="#g">Raum</hi> und <hi rendition="#g">Zeit</hi> als Subject</p>
<space/>
<p><lb n="3"/>Selbstgefühl, Raum und Zeit – Raum das Bestehen, das sich an sich selbst verlaüfft,<lb n="4"/>und in der Zeit in sich zurükkehrt, das negative des Bestehens; nicht das Ding<lb n="5"/><hi rendition="#g">in</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> allein; sondern in das Subject – oder das Subject in sich; das Ding vergeht<lb n="6"/>ihm, es <hi rendition="#g">wendet</hi> sich weg davon; <hi rendition="#g">es</hi> <hi rendition="#g">ist</hi> die <hi rendition="#g">Zeit</hi>. Diß gemeine, das Wegwenden,<lb n="7"/>ist seine Krafft.</p>
<p><lb n="8"/>Die Bewegung des Anschauens ist das <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Element des Sinnes – Die<lb n="9"/>Rükkehr der Zeit, die <hi rendition="#g">Bewegung</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">solche</hi> diß Element als Ganzes. Der<lb n="10"/>Organismus ist selbst die Zeit, das <hi rendition="#g">sich</hi> <hi rendition="#g">selbst</hi> bewegende; er zieht sich in seine<lb n="11"/>einfache Zeit zurück, setzt sich als aufgehobnen <hi rendition="#g">Raum</hi> <hi rendition="#g">Bestehen</hi> – und bewegt<lb n="12"/><hi rendition="#g">sich</hi>. Es ist die <hi rendition="#g">einfache</hi> <hi rendition="#g">Zeit</hi> als Subject, das unbewegbare – oder vielmehr die<lb n="13"/>einfache Einheit der Zeit und des Raums; – es ist die <hi rendition="#g">Macht</hi>, das <hi rendition="#g">Subject</hi> der<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>selben, nicht sie sind seine Macht – es existirt als die <hi rendition="#g">Nacht</hi>, die reine Individualität,<lb n="15"/><hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Erde</hi>, worein sie zurükgegangen sind; – oder es ist die einfache Bewegung –<lb n="16"/>gleichförmige Bewegung – es fällt auch, als blosse Schwere; so gehört es der Schwere<lb n="17"/>an, und ist beschleunigte Bewegung – aber als freywillige Bewegung ist es gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="18" break="no"/>förmige; weil der Willen, <hi rendition="#g">Selbst</hi>, Subject einfaches, Einheit <hi rendition="#g">Insichseyn</hi> [ist],<lb n="19"/>worin beyde einander gleich sind, und in der Bewegung, Unterscheidung <hi rendition="#g">gleich</hi><lb n="20"/>bleiben. – Die Dauer existirt hier als solche. Es ist das sich selbst bewegende – Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="21" break="no"/>ject, die einfache Einheit des Thuns, und das Thun selbst, und was von ihm bewegt<lb n="22"/>wird, ist es selbst; denn eben <hi rendition="#g">es</hi> ist <hi rendition="#g">diß</hi> <hi rendition="#g">ruhige</hi>, Möglichkeit der Bewegung;<lb n="23"/>es ist Raum und ist sich aufgehobner Raum als Zeit – es als <hi rendition="#g">ruhende</hi> <hi rendition="#g">Gestalt</hi>,<lb n="24"/>gilt sich nur als ideelles als Raum, denn es ist sich <hi rendition="#g">aufgehobne</hi> Gestalt.</p>
<p><lb n="25"/>Es ist als <hi rendition="#g">Blut</hi> unmittelbar die Bewegung – aber als reines Subject ist es die<lb n="26"/>Bewegung seiner als [eines] <hi rendition="#g">seyenden</hi>, <hi rendition="#g">ruhenden</hi>; in Verschiedenheit von</p>
<pb n="293" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=297" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">EIN BLATT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Anderem; eine aüsserliche Bewegung; sie ist eben darin ebenso Idealität des Andern;<lb n="2"/>– es ist sich selbst aufgehobner Raum; – und unmittelbar darin das andre, das ver<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>schwindet.</p>
<p><lb n="4"/>Diß Subject seyn ist das Element des Sinnes; – Raum und Zeit noch <hi rendition="#g">leer</hi> als die<lb n="5"/>Bewegung. – Nerven der <hi rendition="#g">willkührlichen</hi> <hi rendition="#g">Bewegung</hi></p>
<pb n="294" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=298" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
</div>
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<head><lb n="1"/>GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR<lb n="2"/>NATURPHILOSOPHIE</head>
<p><lb n="3"/>der Bestimmungen dieser Einheit, oder der <hi rendition="#g">physischen</hi> <hi rendition="#g">Elemente</hi> der Sub<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>stanz und daher der Proceß derselben. Sie ist das neutrale Wasser, das ebenso<lb n="5"/>schlechthin in sich gespannt, sich in die chemischen Elemente entzweyt, welche<lb n="6"/>in dieser Substanz, selbst das Werden zum Ganzen sind, α) nach einer Seite ein<lb n="7"/>Werden des Wassers zum Krystallisationswasser des festen Krystalls, Werden<lb n="8"/>der Erde zum Monde β) des Wassers zu der in sich gespannten selbstständigen<lb n="9"/>Lufft, Werden der Erde zum Kometen; jener <hi rendition="#g">für</hi> sich werdend wird er zu dem<lb n="10"/>sich verzehrenden Vulkan, dieser zum Fürsichseyn fortgegangen ist der ver<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>schwindende Blitz; dieses Aufheben der beyden Seiten in ihrer Realisation ist die<lb n="12"/>in sich reflectirte, physische Erde.</p>
<pb n="295" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=299" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>III.</head>
<head><lb n="2"/>PHYSIK.</head>
<p><lb n="3"/>Das physische als diese in der Substanz gesetzte Einheit des mechanischen und<lb n="4"/>chemischen Moments<ptr type="anker" target="#fn-299-1"/> ist die Einheit, die in Momente entzweyt ist welche nach<lb n="5"/>dem erstern die vollkommne Selbstständigkeit des Ganzen und freye gleichgül<pc force="weak">-</pc><lb n="6" break="no"/>tige Gestalt haben, und nach dem zweyten ebenso schlechthin nur im Verhältnisse<lb n="7"/>d. h. in die einfache Einheit des Ganzen aufgelöst sind. Zunächst<ptr type="anker" target="#fn-299-2"/> als <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">ein</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/><hi rendition="#g">fache</hi>, das den Proceß des Ganzen in sich zurükgenommen, ist es das <hi rendition="#g">einfache</hi><lb n="9"/>sichselbstgleiche Licht, welches<ptr type="anker" target="#fn-299-3"/> den ganzen Proceß oder die absolute Negativität<lb n="10"/>eben so <hi rendition="#g">einfach</hi> an ihm gesetzt hat; – diese <hi rendition="#g">einfache</hi> Negativität des Lichts<lb n="11"/>ist die <hi rendition="#g">Finsterniß</hi>, und das Licht als Einheit seiner selbst und seines Negativen<lb n="12"/>ist die <hi rendition="#g">Farbe</hi>. Sie stellt sich als die Gräntze des sich nach dem Finstern beugenden<lb n="13"/>und mit ihm als qualitativem sich einigenden Lichtes dar, unmittelbar als <hi rendition="#g">gelbe</hi><lb n="14"/>Farbe, welche durch das <hi rendition="#g">Blau</hi>, als der gleichgültigen Verbindung, worin das<lb n="15"/>Licht über die Finsterniß nur als über einen Grund hingezogen ist, in die Totalität</p>
<note xml:id="fn-299-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>ist die <hi rendition="#g">Wirkliche</hi> Natur,</note>
<note xml:id="fn-299-2" type="rand" n="²"><lb n="17"/><seg type="marke">² </seg>I. die Farbe</note>
<note xml:id="fn-299-3" type="rand" n="³"><lb n="18"/><seg type="marke">³ </seg>II.</note>
<pb n="296" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=300" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
<p><lb n="1"/>des <hi rendition="#g">Roth</hi> übergeht, worin das Licht die Finsterniß aufgelöst, und einerseits sie<lb n="2"/>zur Wärme gemacht, zur Wärme und irrdisches Feuer, andrerseits zur physischen<lb n="3"/>bestimmten<ptr type="anker" target="#fn-300-1"/> Gestalt geworden ist.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="4"/>I. MECHANIK DES FEUERS ODER GESTALTUNG DES<lb n="5"/>PHYSISCHEN KÖRPERS</head>
<p><lb n="6"/>α) der physische Körper hat zuerst die Farbe unaufgelöst in unmittelbarer<lb n="7"/>irrdischer Einheit an ihm, als Glanz, und den Proceß ebenso <hi rendition="#g">unmittelbar</hi> for<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>mal oder als einen blossen Farbenwechsel und Gestaltverändrung an ihm, als<lb n="9"/>Feuer[, er] ist das <hi rendition="#g">Metall</hi>. –</p>
<p><lb n="10"/>β) der Feuerproceß ist auf diese Weise an den Körper selbst getreten – dieses<lb n="11"/>ist der brennbare Körper und er erhält als zum andern Gliede des Processes die<lb n="12"/>Lufft, das unmittelbar erloschne Feuer</p>
<p><lb n="13"/>γ) die Rükkehr aus diesem Verhältniß hat den erloschnen Proceß wie den wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>lichen an ihm, ist die Neutralität beyder und hat das Wasser zum Elemente; es<lb n="15"/>ist das Salz, worin die beyden Seiten physische Körperlichkeit haben.</p>
<p><lb n="16"/>δ) Diese Einheit der gleichen Realität beyder ist endlich das Eins, oder der</p>
<note xml:id="fn-300-1" type="rand" n="¹"><lb n="17"/><seg type="marke">¹ </seg><hi rendition="#g">Erdgeist</hi></note>
<pb n="297" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=301" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>Proceß als <hi rendition="#g">irrdisches</hi> Subject, das Erdigte, das die Weisen der Existenz des<lb n="2"/>Processes gänzlich in sich getödtet hat, zugleich aber als abstraktes Subject bezogen<lb n="3"/>auf andres ist, und nun die Formen des Processes als Totalität oder so an sich dar<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>stellt, daß es darin in sich reflectirt ist.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="5"/>II. CHEMISMUS DES PHYSISCHEN KÖRPERS</head>
<p><lb n="6"/>Indem der <hi rendition="#g">Begriff</hi> der <hi rendition="#g">Gestalt</hi> in die Wirklichkeit oder der elementarische<lb n="7"/>Proceß an den physischen Körper selbst getreten ist; so hat der Gegensatz nicht<lb n="8"/>mehr einen physischen Körper und ein physisches Element zu seinen Seiten, son<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>dern zweye physische Körper und das Element nur als das Moment der Allgemein<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>heit α) der unmittelbare wirkliche Proceß des physischen Körpers ist der heraus<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>geschlagne Funken; aber er ist die Wirklichkeit des physischen Körpers selbst<lb n="12"/>und hat solche zu seinen Momenten; er ist wirklicher Feuerproceß der die Lufft<lb n="13"/>zu seinem Elemente hat; er bringt nur das was <hi rendition="#g">an</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> ist zur Wirklichkeit; und<lb n="14"/>darin entzweyt er ebensowohl die einfache Gediegenheit in differente physische<lb n="15"/>Körper als er diese Differenz aufhebt, und sie in gleichgültige entzweyt. β. indem</p>
<pb n="298" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=302" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
<p><lb n="1"/>das Feuer sich so verwirklicht hat, ist es in die Neutralität erloschen, und hat<lb n="2"/>das Wasser zum Elemente; die Momente des Processes sind gleichgültige, die<lb n="3"/>aber ebenso different oder gespannt gegeneinander sind. Die <hi rendition="#g">ansich</hi>seynde<lb n="4"/>Beziehung der gespannten Momente, als die ursprüngliche Wahlverwandtschafft<lb n="5"/>kommt zur Wirklichkeit, aber eben so sehr nur als aufgehobne d. h. durch das<lb n="6"/>Ganze des Processes bestimmte und durch die Einheit entzweyte Producte. γ)<lb n="7"/>nach dem Begriffe ist das neutrale, das in den Proceß eingegangen, aus der Ein<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>heit desselben, selbst einfach hervorgegangen, so daß diß Product in seiner in sich<lb n="9"/>reflectirten Bestimmtheit seine Beziehung auf das entgegengesetzte hat, und hie<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>durch den galvanischen Proceß gesetzt, dessen Seiten ihren Gegensatz in die gleich<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>gültige und unauflösliche Einfachheit oder das Princip der Gestalt zurükgenommen<lb n="12"/>zugleich gespannt gegen einander sind und den physischen Körper zu ihrer Mitte<lb n="13"/>und Element haben, so daß der Proceß in seiner wirklichen Totalität oder der<lb n="14"/>Proceß und der Körper nun in der gleichen Einheit gesetzt sind –</p>
<pb n="299" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=303" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>III</head>
<head><lb n="2"/>ORGANISMUS</head>
<p><lb n="3"/>Das Organische ist das nach seinem Begriffe daseyende Physische, oder die<lb n="4"/>individuelle Natur.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="5"/>A. MINERALOGISCHER ORGANISMUS</head>
<p><lb n="6"/>Zuerst allgemeines Individuum ist es die lebendige Erde überhaupt, welche als<lb n="7"/>Atmosphäre ihr sich befruchtendes Leben und die Erzeugung ihres allgemeinen<lb n="8"/>oder gleichgültigen Daseyns ist; als Meer aber ist sie diese aufgelöste oder neutrale<lb n="9"/>Gestalt, welche sich in das Selbst zusammennimmt; und so ist sie die feste Erde;<lb n="10"/>der Ausgangspunkt ihrer Bildung ist der Kern des Granits, welcher seine Momente<lb n="11"/>in die Einfachheit zusammennehmend einerseits in die thonigte und [die] Basal<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>tische Formation, als dem thonigten und [der] brennlichen Formation angehörend,</p>
<pb n="300" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=304" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
<p><lb n="1"/>auf der andern [Seite] in die Neutralität des Kalches übergeht; und theils diese<lb n="2"/>Bildungen innerhalb ihrer in die Abstraction der physischen Körper aufschließt,<lb n="3"/>theils ausserhalb derselben die ausgeschiednen gestaltlosen Momente neben ein<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>ander lagert.</p>
</div>
<div>
<head><lb n="5"/>B.</head>
<head><lb n="6"/>VEGETABILISCHER ORGANISMUS.</head>
<head><lb n="7"/>a) BEGRIFF DES ORGANISCHEN PROCESSES</head>
<p><lb n="8"/>Die organische Gestalt geht ebenso wesentlich in sich zurück, ist wirkliches<lb n="9"/>Selbst so daß das gleichgültige Gestalten ebenso unmittelbar an ihr Proceß [ist];<lb n="10"/>das Organische ist der Verlauff, die Bewegung folgender Processe α) <hi rendition="#g">Proceß</hi><lb n="11"/>der <hi rendition="#g">Einzelnheit</hi> – als das in sich reflectirte Selbst ist es das Eins welches an sich<lb n="12"/>die Gattung ist, als Selbst setzt es das Allgemeine sich als das Andre des Selbsts<lb n="13"/>gegenüber; diß ist hiemit das nicht in sich reflectirte allgemeine, die unmittelbare</p>
<pb n="301" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=305" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>oder unorganische Natur; das organische verhält sich gegen es als seine Macht,<lb n="2"/>welche mit ihm dem Wesen nach Eins, als das Negative aber zugleich über das<pc force="weak">-</pc><lb n="3" break="no"/>selbe und seine Selbstständigkeit übergreifft, und es sich unmittelbar assimilirt.<lb n="4"/>β) Proceß des Individuums – Das organische hat nunmehr den Gegensatz des<lb n="5"/>abstract Allgemeinen und der Gattung an ihm selbst und ist der gegen seine<lb n="6"/>allgemeine Natur gerichtete Proceß, worin es aus sich zehrt, und sich besondert<lb n="7"/>und gestaltet. Diese Individualisirung ist das Aufheben seiner als der einfachen<lb n="8"/>Gattung, und die Entzweyung in zwey selbstständige entgegengesetzte Individuen,<lb n="9"/>deren Einheit die Gattung ist – γ) das Geschlechtsverhältniß – <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gat</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/><hi rendition="#g">tung</hi> – Der Proceß, worin dieser Gegensatz sich aufhebt, stellt die unmittelbare<lb n="11"/>geschlechtslose Einfachheit des organischen her, das sich daher in sich selbst, und<lb n="12"/>in ein Gegentheil entzweyt, welches das abstract Allgemeine ist; der Proceß ist<lb n="13"/>hiedurch in seinen Anfang zurükgekehrt.</p>
<pb n="302" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=306" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>b) DER ERSTE ORGANISCHE PROCESS;<lb n="2"/>DER VEGETABILISCHE ORGANISMUS</head>
<p><lb n="3"/>α) Proceß der Einzelnheit – Der allgemeine vegetabilische Organismus ent<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>zweyt sich in die unorganische Natur, welche unter der Herrschafft des Selbsts<lb n="5"/>gesetzt ist, in die physischen Elemente Licht, Luft, Wasser und Erde – und in das<lb n="6"/>organische Eins; die innre Krafft des organischen Eins ist als die Erde, [das] selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>thätige einfache Selbst aber als Licht vorhanden, und Lufft und Wasser sind die<lb n="8"/>Momente die das Spiel des Processes ausmachen, und das Verhältniß desselben<lb n="9"/>zu den Elementen ist das <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> oder zu ihnen als zu nicht aüsserlichen</p>
<p><lb n="10"/>β) Proceß des Individuums. α) Die drey abstracten Momente seiner Gestalt sind<lb n="11"/>die <hi rendition="#g">Holzfaser</hi>, als das abstracte Wesen der Pflanzen – ββ) die <hi rendition="#g">Wasserzellen</hi><ptr type="anker" target="#fn-306-1"/>,<lb n="12"/>und drittens die <hi rendition="#g">Luftschlaüche</hi><ptr type="anker" target="#fn-306-2"/>. α) die <hi rendition="#g">Wurzel</hi> ist als der einfache innerlich<lb n="13"/>bleibende Ursprung, β [Übergehen] in das sich zum Stamme aufschliessende<lb n="14"/>Bestehen, der von der Haut umschlossen [ist.] Daseyn der drey Momente in Rinde,<lb n="15"/>Holzfaser und <hi rendition="#g">Mark</hi> – deren Verschiedenheit sich in die Unruhe des Processes</p>
<note xml:id="fn-306-1" type="rand" n="¹"><lb n="16"/><seg type="marke">¹ </seg>β) <hi rendition="#g">Proceß</hi> <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">Gestaltung</hi><lb n="17"/>oder <hi rendition="#g">Wasserproceß</hi>. In der Erde entzweyt in ein Verhältniß zu seiner Innerlichkeit und<lb n="18"/>zu seinem Daseyn gestaltet die Wassereinsaugung die Wurzel</note>
<note xml:id="fn-306-2" type="rand" n="²"><lb n="19"/><seg type="marke">² </seg>ββ Wasserzelle das Moment des gleichgültigen Bestehens oder [der] Neu<pc force="weak">-</pc><lb n="20" break="no"/>tralität γγ <hi rendition="#g">Luftschlaüche</hi>, Moment des sich bewegenden Selbsts</note>
<pb n="303" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=307" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>im <hi rendition="#g">Blatte</hi> zusammennimmt, welches die Neutralität des Wassers überhaupt<lb n="2"/>überwindet, und es in das todte Bestehen des Holzes und in die höhere Totalität<lb n="3"/>des Gattungsprocesses entzweyt –</p>
<p><lb n="4"/>γ) <hi rendition="#g">Proceß</hi> der <hi rendition="#g">Gattung</hi>. Das Individuum, das sich durch seinen Proceß und<lb n="5"/>Gestaltungen hervorgebracht, ist α) als das unmittelbare Ganze, die <hi rendition="#g">Knospe</hi>,<lb n="6"/>β) <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Blume</hi> das zugleich in seine <hi rendition="#g">entgegengesetzten</hi> Momente als ent<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>gegengesetzte entfaltete Ganze, welche Geschlechtstheile oder Eingeweide der<lb n="8"/>Verdauung sind; sein Reflectirtseyn in sich in seinem Seyn für andres drükt seine<lb n="9"/>Farbe und Geruch aus und γ) die <hi rendition="#g">Frucht</hi>, worin die Gattung die beyden Mo<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>mente als vollkommne aber gegeneinander gleichgültige Ganze, nemlich die<lb n="11"/>unorganische Natur, wie sie durch die Pflanze verdaut und durch sie selbst hervor<pc force="weak">-</pc><lb n="12" break="no"/>gebracht und schmakhafft ist, und den Saamen als das organische Eins, und die<lb n="13"/>Rükkehr in ihren Anfang, die gährende sie in aüsserliche Elemente auflösende<lb n="14"/>Wärme, und die sie zu ihrer Krafft zurükbringende Schwere, erzeugt hat.</p>
<pb n="304" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=308" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
</div>
<div>
<head><lb n="1"/>C. ANIMALISCHER ORGANISMUS</head>
<p><lb n="2"/>Dem Wesen nach ist das Resultat des vegetabilischen Organismus die Einheit<lb n="3"/>zweyer organischer Selbst oder das in sich reflectirte Lebendige; diß ist der indi<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>viduelle Organismus oder der animalische Organismus. α) der einzelne Organis<pc force="weak">-</pc><lb n="5" break="no"/>mus. Unmittelbar ist sein Innres noch nicht verwirklicht und als unorganische<lb n="6"/>Natur in den entwickelten Momenten der Einzelnheit für ihn α) als allgemeines<lb n="7"/>physisches Element, zu dem es sich unmittelbar oder als vegetabilischer Organismus<lb n="8"/>verhält; und ist an ihm selbst als Sensibilität bestimmt, β) als das negative seiner<lb n="9"/>selbst, gegen welches er sich als freye Bewegung verhält; an ihm selbst ist er da<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>durch als Irritabilität bestimmt; und γ) als Einzelnheit, gegen welches er sich als<lb n="11"/>die mechanische Macht erweist; an ihm selbst ist er dadurch als reproductiv oder<lb n="12"/>als wirkliche organische Individualität bestimmt.</p>
<p><lb n="13"/>b) der individuelle Organismus; ist α) aüsserer Organismus oder das unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="14" break="no"/>bare Seyn desselben als seiner Gestalt überhaupt, die in Innre zurükgeht – αα) die<lb n="15"/>animalische Gallerte, die sich durch die umschliessende Haut absondert, hat ihre<lb n="16"/><hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Sensibilität oder blosses Seyn am Knochen, der seine Differenz<lb n="17"/>durch die knospende Bildung zum Ganzen an ihm ausdrückt; die Irritabilität</p>
<pb n="305" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=309" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>oder <hi rendition="#g">Differenz</hi> an dem Muskel und seinen Gegensatz in Strek und Beuge<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>muskel ββ diese allgemeine Absondrung sich in sich zurüknehmend schlägt die Haut<lb n="3"/>nach innen, und bildet den Verdauungskanal. Diese Verdauung ist theils<lb n="4"/>gegen das Einzelne als solches gerichtet, theils ist sie die vermittelte Bewegung;<lb n="5"/>welche sich in ihre unterschiednen Thätigkeiten theilt, sich nach diesen gegen<lb n="6"/>das Unorganische verhält, und es vollkommen in sich verzehrt. Der Organismus<lb n="7"/>ist hiedurch <hi rendition="#g">für</hi> <hi rendition="#g">sich</hi> geworden und ist b) <hi rendition="#g">innrer</hi>; der absolute in sich selbst<lb n="8"/>gegründete Proceß, dessen bestehende Glieder dem Selbst angehörige Theile<lb n="9"/>[sind] oder [dessen] Theile, und dessen Momente selbst Processe sind. Er ist der<lb n="10"/>Krais des <hi rendition="#g">Bluts</hi>, das durch die arterielle Seite, welche selbst der Kraislauff der<lb n="11"/>Lunge ist – und die venöse, welche selbst der Kreislauff des Pfortadersystems ist,<lb n="12"/>dort als der Proceß der reinen Selbstbelebung, hier als der Proceß der entwickelten<lb n="13"/>Erzeugung seiner verzehrenden Krafft, in sich verlaüfft. c) Beziehung des aüssern<lb n="14"/>Organismus auf den innern besteht darin daß der innre, als der Begriff sich aus<lb n="15"/>sich selbst ausschließt, theils sich als seine unorganische Natur aus sich ausscheidet</p>
<pb n="306" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=310" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
<p><lb n="1"/>theils sich zum aüssern Organismus gestaltet und dessen allgemeine Belebung ist,<lb n="2"/>so wie dieser wieder ebenso von jenem aufgezehrt wird, und in ihn zurükgeht.</p>
<p><lb n="3"/>c) der <hi rendition="#g">Organismus</hi> als allgemeines an ihm selbst ist Sinn, Begierde und Ge<pc force="weak">-</pc><lb n="4" break="no"/>schlecht α) die unmittelbare Einheit des aüssern und innern Organismus; daß sein<lb n="5"/>Proceß Gestalten, und die Gestalt der Proceß ist, <hi rendition="#g">ist</hi> <hi rendition="#g">als</hi> <hi rendition="#g">einfaches</hi> <hi rendition="#g">Ganzes</hi><lb n="6"/>zuerst Zeit und Raum und Bewegung überhaupt, und nach seinem einzelnen Da<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>seyn ist [er] reflectirtseyn, Seyn in sich, oder sein an und für sich seyn [ist,] daß<lb n="8"/>das Seyende unmittelbar die Bedeutung des Seinen hat. Diß <hi rendition="#g">allgemeine</hi> Seyn<lb n="9"/>ist das Nervensystem überhaupt welches theils selbst Moment der Gestalt, theils<lb n="10"/>des innern Organismus ist, aber in den Sinnesnerven und dem Gehirne das re<pc force="weak">-</pc><lb n="11" break="no"/>flectirtseyn im Andersseyn frey darstellt. β) als das einfache reflectirtseyn in [sich]<lb n="12"/>selbst ist das Organische Raum und Zeit, als Subject. Diß <hi rendition="#g">reine</hi> <hi rendition="#g">Anschauen</hi><lb n="13"/>ist das Element des Sinnes, worin es in der unmittelbaren Beziehung auf Andres,<lb n="14"/>ebenso schlechthin gleichgültig gegen dasselbe ist. α) der Sinn der <hi rendition="#g">unmittel</hi><pc force="weak">-</pc><lb n="15" break="no"/><hi rendition="#g">baren</hi> <hi rendition="#g">Berührung</hi> beyder und <hi rendition="#g">der</hi> <hi rendition="#g">einfachen</hi> <hi rendition="#g">Gegenständlichkeit</hi> woran</p>
<pb n="307" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=311" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">GLIEDERUNGSFRAGMENT ZUR NATURPHILOSOPHIE</fw>
<p><lb n="1"/>der Unterschied noch äusserlich ist; ist der Sinn der Gestalt überhaupt sowohl<lb n="2"/>ihrer als seyender, wie ihrer als aufgehobner der Figur, Schwere und Wärme;<lb n="3"/>das <hi rendition="#g">Gefühl</hi> β) der Sinn des in <hi rendition="#g">sich</hi> selbst zur Neutralität aus einandertretens<lb n="4"/>[ist] <hi rendition="#g">Geschmack</hi> γ) als des Gegenstandes einfachen Unterschieds an sich selbst,<lb n="5"/>oder der reinen noch nicht in sich reflectirten Individualität überhaupt, <hi rendition="#g">Geruch</hi><lb n="6"/>δ) des Gegenstands, als in sich reflectirter Individualität, oder daseyender Wirk<pc force="weak">-</pc><lb n="7" break="no"/>lichkeit, Gesicht – ε) Sinn des Gegenstands der in seiner Wirklichkeit unmittel<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>bar als aufgehobner oder allgemeiner <hi rendition="#g">da</hi> <hi rendition="#g">ist</hi>, Gehör. Diese Sinne haben in ihren<lb n="9"/>Organen ihr unmittelbares wirkliches Daseyn, im Nerv das ihnen gegenüber<pc force="weak">-</pc><lb n="10" break="no"/>tretende bestimmte in sich reflectirtseyn, im Gehirne aber ihr <hi rendition="#g">allgemeines</hi><lb n="11"/>einfaches in sich reflectirtseyn, im Sinne ist das <hi rendition="#g">Seine</hi> (gegenständliche Selbst)<lb n="12"/>erfüllt; es als reiner Raum ist sich Gegenstand.</p>
<p><lb n="13"/>c) <hi rendition="#g">die</hi> <hi rendition="#g">Begierde</hi>. Der in sich selbst zurükgegangne Sinn ist der Verlust der<lb n="14"/>Gegenständlichkeit, und die Beziehung des Selbsts auf das Selbst als nichterfülltes;<lb n="15"/>das Gefühl des Mangels – es ist Begierde, setzt den Mangel als ein anderes selbst-</p>
<pb n="308" facs="GW%2008%20Jenear%20Schriften%20III.pdf#page=312" type="body" subtype="apparat"/>
<fw type="header" place="top">BEILAGEN</fw>
<p><lb n="1"/>ständiges ausser ihm, von dem es die Gewißheit hat, daß es kein an sich selbst<pc force="weak">-</pc><lb n="2" break="no"/>ständiges ist. Der begehrende Organismus steht unter der Herrschafft des innern,<lb n="3"/>der die Gestalt zu Waffen organisirt und sein reflectirtseyn in sich in den Gehirnen<lb n="4"/>des Unterleibs hat.</p>
<p><lb n="5"/>d) Die befriedigte Begierde; [sie] ist das erfüllte gegenständliche Selbst, die<lb n="6"/>Gattung als Individualität, welche sich selbst in einem vollkommen, gleichen<lb n="7"/>Selbstständigseyn fühlt, welche hierin abstracte Ganze werden, hiedurch einer<pc force="weak">-</pc><lb n="8" break="no"/>seits der einfache Begriff des in seinen Anfang zurükgekehrten Ganzen, andrer<pc force="weak">-</pc><lb n="9" break="no"/>seits der Tod der Individualität ist; diese als einzelnes Selbst, welches die Einheit<lb n="10"/>ihrer als zweyer vollständiger Individualitäten geworden, ist im Gefühle dieses<lb n="11"/>Widerspruchs, oder in der <hi rendition="#g">Krankheit</hi>, worin sie sich innerhalb ihres Selbsts<lb n="12"/>als ein Fremdes, das hiedurch ein Bestimmtes oder nur ein Theil ihrer ist, als Ganzes<lb n="13"/>gegenübertritt, <hi rendition="#g">Tod</hi> ist die Seite der Entzweyung der Gattung in die unmittelbare<lb n="14"/>Einheit des Seyns und die vollkommne Befreiung der Momente; sein <hi rendition="#g">Begriff</hi><lb n="15"/>aber [ist] <hi rendition="#g">das</hi> <hi rendition="#g">allgemeine</hi> <hi rendition="#g">Selbst</hi>, <hi rendition="#g">welches</hi> als <hi rendition="#g">allgemeines</hi> <hi rendition="#g">existirt</hi>.</p>
</div>
</body>
</text>
</TEI>
