Editionsrichtlinien
Was diese Edition enthält, wie sie entstanden ist, wie genau sie gemessen wurde — und wo die Messung selbst an ihre Grenze kommt. Alle Zahlen dieser Seite sind aus dem Bestand gerechnet, nicht von Hand gepflegt.
1. Quelle
Grundlage ist der Text der Gesammelten Werke (GW), der maßgeblichen historisch-kritischen Ausgabe, herausgegeben seit 1968 von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Erfasst wird ausschließlich Hegels eigener Text in seiner ursprünglichen Schreibung — nicht der Apparat der Herausgeber.
2. Der Bestand in Zahlen
Achtzehn Bände, 6 637 Seiten, 2 149 728 Wörter. Dazu 1 630 Fußnoten Hegels und 3 994 Überschriften.
| Band | Seiten | Wörter | je Seite | gesperrt | Dichte | Fußn. | Übschr. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| GW 1 | 397 | 133 514 | 336 | 746 | 0,56 % | 242 | 59 |
| GW 3 | 232 | 38 704 | 167 | 365 | 0,94 % | 42 | 38 |
| GW 4 | 499 | 209 320 | 419 | 5 275 | 2,52 % | 26 | 78 |
| GW 5 | 475 | 134 253 | 283 | 1 568 | 1,17 % | 40 | 91 |
| GW 6 | 329 | 67 307 | 205 | 4 278 | 6,36 % | 95 | 68 |
| GW 7 | 347 | 128 495 | 370 | 1 200 | 0,93 % | 63 | 58 |
| GW 8 | 305 | 89 558 | 294 | 6 283 | 7,02 % | 686 | 72 |
| GW 9 | 434 | 180 162 | 415 | 11 284 | 6,26 % | 1 | 100 |
| GW 11 | 391 | 155 701 | 398 | 9 166 | 5,89 % | 5 | 210 |
| GW 12 | 301 | 114 306 | 380 | 8 148 | 7,13 % | 32 | 180 |
| GW 13 | 231 | 66 378 | 287 | 5 229 | 7,88 % | 1 | 606 |
| GW 15 | 266 | 85 823 | 323 | 2 363 | 2,75 % | 7 | 142 |
| GW 16 | 430 | 143 232 | 333 | 3 692 | 2,58 % | 15 | 136 |
| GW 17 | 328 | 89 200 | 272 | 6 654 | 7,46 % | 209 | 98 |
| GW 18 | 325 | 98 783 | 304 | 3 323 | 3,36 % | 89 | 63 |
| GW 19 | 419 | 135 435 | 323 | 9 105 | 6,72 % | 29 | 887 |
| GW 20 | 556 | 149 882 | 270 | 9 708 | 6,48 % | 31 | 889 |
| GW 21 | 372 | 129 675 | 349 | 6 671 | 5,14 % | 17 | 219 |
| Summe | 6 637 | 2 149 728 | 324 | 95 058 | 4,42 % | 1 630 | 3 994 |
Auf 5 459 der 6 637 Seiten (82 %) steht im Druck ein Apparat der Herausgeber. Er ist nicht erfasst; dass er dort steht, ist im Bestand vermerkt.
3. Der Sperrsatz — und was seine Verteilung zeigt
Hegel hebt durch Sperrung hervor, nicht durch Kursive. Im ganzen Bestand sind es 95 058 gesperrte Stellen, jede einzeln erfasst. Gemittelt trifft das 4,42 % aller Wörter.
Der Mittelwert verdeckt das Interessante. Die Dichte schwankt zwischen 0,56 % (GW 1) und 7,88 % (GW 13) — um den Faktor 14.1.
Das ist kein Erfassungsartefakt, sondern ein Befund. Die untere Gruppe besteht aus Entwürfen und Nachlassmaterial, die obere aus den durchgearbeiteten Drucken. Wer einen Text mehrfach überarbeitet, entscheidet öfter, welches Wort die Last trägt — und setzt es gesperrt. Die Sperrsatzdichte ist damit ein grobes Maß für den Grad der Ausarbeitung.
4. Erfassungsverfahren
Der Text wird seitenweise aus dem Scan der Druckseite erfasst, geführt von festen Regeln für Schreibung, Hervorhebungen und Gliederung. Ein gesonderter OCR-Zwischenschritt findet nicht statt. Druckfehler der Vorlage bleiben stehen und werden nicht gebessert.
5. Wie gemessen wird — die Rechnung im einzelnen
5.1 Das Modell
Aus jedem Band werden Seiten zufällig gezogen, mit festgehaltenem Startwert, und Zeile für Zeile gegen den Druck gelesen. Jedes Wort ist damit ein Versuch mit zwei Ausgängen — richtig oder falsch —, und die Zahl der Fehler k unter n Wörtern folgt einer Binomialverteilung mit unbekannter Fehlerrate p:
P(k | n, p) = C(n, k) · pk · (1−p)n−k
Gesucht ist nicht k, sondern p — und zwar nicht als Zahl, sondern als Bereich. Die Annahme, die dahintersteckt, ist die Unabhängigkeit der Versuche. Sie gilt hier nur näherungsweise; Abschnitt 5.6 rechnet vor, was das kostet.
5.2 Warum der Punktschätzer allein nichts sagt
Aus 2 Abweichungen auf 2 990 Wörtern (GW 5) folgt der Punktschätzer
p̂ = k / n = 2 / 2 990 = 0,000669 → 99,933 % richtig
Nur: bei derselben Textgüte hätten es auch einer oder fünf sein können. Der Punktschätzer verschweigt, wie weit er danebenliegen darf. Er ist eine Beobachtung, keine Auskunft über den Band.
5.3 Warum die Normalnäherung hier versagt
Das übliche Wald-Intervall lautet
p̂ ± z · √( p̂ (1−p̂) / n )
und setzt voraus, dass n·p und n·(1−p) beide hinreichend gross sind — als Faustregel mindestens fünf. Bei Fehlerraten um 10−4 ist das nie erfüllt. Zwei Folgen zeigen es unmittelbar:
- Bei k = 0 wird die Wurzel null, das Intervall schrumpft auf den Punkt [0, 0] — die Rechnung behauptete 100 % ohne jede Unsicherheit, aus null Beobachtungen.
- Bei kleinem k reicht die obere Grenze über 100 % hinaus, also über den Bereich, in dem eine Wahrscheinlichkeit überhaupt liegen kann.
5.4 Das exakte Intervall (Clopper-Pearson)
Clopper-Pearson dreht die Frage um: gesucht sind die beiden Werte von p, bei denen das Beobachtete gerade noch nicht überrascht. Die untere Grenze ist das kleinste p, unter dem k oder mehr Fehler noch mit α/2 Wahrscheinlichkeit auftreten; die obere das grösste p, unter dem k oder weniger noch mit α/2 auftreten. Über den Zusammenhang von Binomial- und Beta-Verteilung lässt sich das geschlossen schreiben:
punten = B(α/2; k, n−k+1) poben = B(1−α/2; k+1, n−k)
wobei B das Quantil der Beta-Verteilung ist. Durchgerechnet für k = 2, n = 2 990, α = 0,05:
p ∈ [0,000081; 0,002414] → 99,759 % bis 99,992 %
Das Intervall ist unsymmetrisch, und das gehört so: nach unten ist mehr Platz als nach oben. Es ist ausserdem bewusst konservativ — die tatsächliche Überdeckung liegt wegen der Ganzzahligkeit von k etwas über den versprochenen 95 %. Für eine Güteangabe ist das die richtige Richtung: lieber zu vorsichtig als zu günstig.
5.5 Der Fall ohne Fehler — die Dreierregel
Mehrere Bände zeigen in der Stichprobe null Fehler. Das heisst nicht „fehlerfrei", sondern nur: die Fehlerrate ist klein genug, dass diese Stichprobe sie verfehlen konnte. Wie klein, folgt aus einer Zeile. Die Wahrscheinlichkeit, bei Rate p in n Versuchen keinen Fehler zu sehen, ist (1−p)n. Sie soll höchstens α betragen:
(1−p)n ≤ α ⟺ p ≥ 1 − α1/n ≈ 3/n (für α = 0,05)
Die Näherung stammt aus ln(0,05) ≈ −3. Für GW 19 mit n = 12 774 Wörtern heisst das: eine Fehlerrate bis 3/12 774 = 0,000235 — also bis zu drei Fehlern auf zehntausend Wörtern — ist mit einem Nullbefund noch verträglich. Bei 85 755 Zeichen sinkt dieselbe Schranke auf 3,5 auf hunderttausend.
Der Unterschied zur Tabelle oben ist Absicht: dort steht das zweiseitige Clopper-Pearson-Intervall (α/2 nach oben), hier die einseitige Schranke. Beide sind richtig, sie beantworten verschiedene Fragen.
5.6 Was die Wortzahl verschweigt: Klumpung
Hier liegt die grösste Schwäche aller Zahlen dieser Seite, und sie steht selten in solchen Berichten. Gezogen werden Seiten, gezählt werden Wörter. Das Binomialmodell aus 5.1 unterstellt, dass jedes Wort unabhängig gezogen wurde — tatsächlich kommen die Wörter in Klumpen von je rund dreihundert, und Fehler häufen sich innerhalb eines Klumpens: wer eine Zeile verliest, verliest oft auch die nächste, und wer eine Satzkonvention missversteht, wendet sie auf der ganzen Seite falsch an.
Der Befund von GW 19 zeigt es unmittelbar: von vier Sperrsatzfehlern stehen drei auf derselben Seite. Ein Intervall, das sie als vier unabhängige Ereignisse behandelt, fällt zu eng aus.
Sauber schätzbar ist aus einer Seitenstichprobe darum zunächst eine Grösse auf Seitenebene. In GW 19 tragen 3 der 40 gezogenen Seiten mindestens einen Befund:
3 / 40 → Anteil fehlerfreier Seiten 92,5 %, 95-%-Intervall 79,6 % bis 98,4 %
Über alle Bände zusammen tragen 12 von 316 gezogenen Seiten mindestens einen Befund. Auf Seitenebene gerechnet sind das 96.2 % fehlerfreie Seiten mit einem 95-%-Intervall von 93.5 bis 98.0 % — eine ganz andere Grössenordnung der Unsicherheit als die vier Nachkommastellen der Zeichentabelle.
Das ist erheblich breiter als das Wortintervall — und es ist die Grösse, die die Stichprobe wirklich misst. Die Wortquoten der Abschnitte 6 sind darum als untere Schranke der Unsicherheit zu lesen: der wahre Vertrauensbereich ist mindestens so breit, eher breiter. Wer ihn eng haben will, muss nicht mehr Wörter je Seite lesen, sondern mehr Seiten.
5.7 Beanstandung ist nicht Fehler
Die maschinelle Sperrsatzmessung (Abschnitt 6) meldet Beanstandungen. Wieviel davon Fehler sind, ist eine bedingte Wahrscheinlichkeit:
P(Fehler | Meldung) = P(Meldung | Fehler) · P(Fehler) / [ P(Meldung | Fehler) · P(Fehler) + P(Meldung | richtig) · P(richtig) ]
Der Nenner wird vom zweiten Summanden beherrscht: P(Fehler) ist klein, P(richtig) nahe eins. Schon eine Fehlalarmquote von wenigen Prozent erzeugt dann mehr falsche als echte Meldungen. Genau das wird beobachtet — in GW 16 waren beim Nachzählen rund neun von zehn Meldungen Fehlalarme, und in GW 19 steht die Maschine bei 94,5 %, das am Bild entschiedene Urteil bei 99,5 %.
Daraus folgt keine Korrektur der Zahlen, sondern eine Regel für ihre Lesart: die maschinelle Quote ist eine Untergrenze der Güte, nie ein Schätzer für sie.
5.8 Was nicht als Fehler zählt — und warum
Drei Erscheinungen treten in der Prüfung regelmässig auf und werden nicht in die Fehlerquote gerechnet. Sie stehen hier, weil eine Zahl ohne ihre Abgrenzung nichts wert ist.
Der Blattwechselbalken. Das Zeichen |
markiert den Seitenumbruch des Erstdrucks. Die jüngeren Bände führen
ihn, die älteren — GW 4 bis 9 — an keiner einzigen Stelle. Das ist
eine bandweite Entscheidung über den Umfang der Erfassung, kein
Verlesen. Würde man ihn mitzählen, stünden die älteren Bände
systematisch schlechter da, ohne dass ein einziges Wort falsch wäre.
Marken auf Kapitälchen- und Versalsatz. Nach der Konvention dieser Edition trägt Kapitälchensatz keine Sperrsatzmarke. Der Druck sperrt solche Zeilen aber mitunter tatsächlich weiter — die Marke gibt ihn dann richtig wieder und verstösst zugleich gegen die Hausregel. Gefunden in GW 1, 3, 6, 7 und 19. Solange die Konvention nicht entschieden ist, misst eine Zahl, die solche Fälle als Fehler führt, nicht die Sorgfalt der Erfassung, sondern eine offene Regel.
Druckfehler der Vorlage. Steht im Druck erfoderte oder tranquilllité mit drei l, dann ist genau das im Bestand richtig. Die Edition bessert nicht.
5.9 Was aus den Befunden wurde
Am 27.08.2026 sind die bestätigten Einzelbefunde berichtigt worden — nicht als Sammelkorrektur, sondern jede Stelle einzeln, mit Nachweis, dass die Ersetzung genau einmal greift:
- GW 1, S. 159: Gebäude → Gebaüde.
GW 1, S. 305: Halbgeviert → Geviertstrich im Nathan-Zitat. - GW 4, S. 225: Marke von unter genommen — das Wort steht eng, seine Nachbarn gesperrt.
- GW 8, S. 275: fehlender Punkt in Hegels Randnote.
- GW 9, S. 284: Marke für in ergänzt.
- GW 18, S. 42: falsche Trennstelle — im Fliesstext stand dadurch einfachchen statt einfachen.
- GW 19, S. 258: Marke für Fits ergänzt.
GW 19, S. 423: z.B. → z. B. - GW 20, S. 288: Marke von zu- genommen.
- GW 12: 220 Geviertstriche auf 27 Seiten (siehe oben).
Am 06.09.2026 folgten die 235 Sperrsatzbefunde der Neubewertung
(Abschnitt 5.10): 130 Marken gesetzt, 74 getilgt, dazu 31 aus der
Rückrufprobe — jede Stelle über ihre Druckzeile adressiert, mit
Nachweis, dass die Ersetzung genau einmal greift, und anschliessend
gegen die Spiegelprüfung von pruefe_gemeinsam.py gehalten.
Die meisten betreffen kurze Wörter in gesperrten Wortgruppen
(zur, des, und), am häufigsten in GW 20,
GW 17, GW 9 und GW 8.
Ein Fehlgriff dabei gehört mit hierher: die Korrektur in GW 4 traf beim ersten Anlauf alle dreizehn Vorkommen von unter im Band statt des einen auf Seite 225. Sie wurde zurückgenommen und seitengenau wiederholt; zwölf Marken stehen unverändert. Eine Korrektur ohne Ortsangabe ist keine Korrektur.
5.10 Warum sich zwei Bände nicht vergleichen lassen
Zwei überlappende Intervalle heissen nicht „kein Unterschied", und zwei getrennte heissen nicht ohne weiteres „Unterschied gesichert". Wer zwei Bände vergleichen will, muss den Unterschied selbst prüfen — bei diesen Fallzahlen mit dem exakten Test von Fisher, nicht durch Augenschein an zwei Balken.
Für die maschinellen Quoten verbietet sich der Vergleich ohnehin, und zwar aus einem sachlichen Grund: wie scharf die Messung trennt, hängt am Satz des Bandes — an Schriftschnitt, Normalabstand und Zeilendichte. Sie misst dann den Band, nicht die Erfassung. Wie teuer dieser Fehlschluss ist, zeigt der Abschnitt „Eine zurückgezogene Zahl".
6. Gemessene Genauigkeit
Wortgenauigkeit
| Band | Seiten | Wörter | Abweichungen | Genauigkeit | 95-%-Intervall |
|---|---|---|---|---|---|
| GW 1 | 20 | 7 194 | 2 | 99.972 % | 99.900 – 99.997 |
| GW 3 | 20 | 2 699 | 0 | 100.000 % | 99.863 – 100.000 |
| GW 4 | 20 | 8 725 | 0 | 100.000 % | 99.958 – 100.000 |
| GW 5 | 20 | 5 161 | 0 | 100.000 % | 99.929 – 100.000 |
| GW 6 | 20 | 3 620 | 0 | 100.000 % | 99.898 – 100.000 |
| GW 7 | 20 | 7 022 | 0 | 100.000 % | 99.947 – 100.000 |
| GW 8 | 20 | 5 665 | 1 | 99.982 % | 99.902 – 100.000 |
| GW 9 | 20 | 8 483 | 0 | 100.000 % | 99.957 – 100.000 |
| GW 11 | 20 | 7 922 | 0 | 100.000 % | 99.953 – 100.000 |
| GW 12 | 20 | 7 210 | 15 | 99.792 % | 99.657 – 99.884 |
| GW 13 | 20 | 5 728 | 0 | 100.000 % | 99.936 – 100.000 |
| GW 15 | 20 | 7 166 | 0 | 100.000 % | 99.949 – 100.000 |
| GW 16 | 25 | 9 897 | 1 | 99.990 % | 99.944 – 100.000 |
| GW 17 | 25 | 6 585 | 0 | 100.000 % | 99.944 – 100.000 |
| GW 18 | 20 | 5 967 | 1 | 99.983 % | 99.907 – 100.000 |
| GW 19 | 40 | 12 774 | 2 | 99.984 % | 99.943 – 99.998 |
| GW 20 | 20 | 5 288 | 0 | 100.000 % | 99.930 – 100.000 |
| GW 21 | 16 | 5 646 | 0 | 100.000 % | 99.935 – 100.000 |
Seit dem 27.08.2026 ist jeder der 18 Bände gemessen. Gelesen wurden 386 zufällig gezogene Seiten, jede vollständig Zeile für Zeile gegen den Druck.
Zeichengenauigkeit
Die DFG-Praxisregeln nennen für „praktisch fehlerfreien“ Text eine Schwelle von 99,97 % — gemessen an Zeichen, nicht an Wörtern. Ein Wort der Vorlage hat im Mittel gut vier Zeichen; ein Wortfehler schlägt daher nicht als ein Zeichenfehler zu Buche.
Seit dem 27.08.2026 ist die Zeichenquote für alle achtzehn Bände gezählt, nicht mehr aus der Wortquote umgerechnet. Wer ohnehin Zeile für Zeile gegen den Druck vergleicht, zählt Zeichen ohne Mehraufwand mit. Der Nenner ist der Zeichenbestand der gezogenen Seiten, aus den Erfassungsdateien nachgerechnet. Gelesen wurden 815 203 Zeichen auf 386 zufällig gezogenen Seiten.
| Band | Zeichen | Abweichungen | Zeichengenauigkeit | 95-%-Intervall | Herkunft |
|---|---|---|---|---|---|
| GW 1 | 46 253 | 3 | 99,9935 % | 99.9810 – 99.9987 | gezählt |
| GW 3 | 18 081 | 0 | 100,0000 % | 99.9796 – 100.0000 | gezählt |
| GW 4 | 58 229 | 0 | 100,0000 % | 99.9937 – 100.0000 | gezählt |
| GW 5 | 34 789 | 0 | 100,0000 % | 99.9894 – 100.0000 | gezählt |
| GW 6 | 24 279 | 0 | 100,0000 % | 99.9848 – 100.0000 | gezählt |
| GW 7 | 45 994 | 0 | 100,0000 % | 99.9920 – 100.0000 | gezählt |
| GW 8 | 37 069 | 1 | 99,9973 % | 99.9850 – 99.9999 | gezählt |
| GW 9 | 54 819 | 0 | 100,0000 % | 99.9933 – 100.0000 | gezählt |
| GW 11 | 52 408 | 0 | 100,0000 % | 99.9930 – 100.0000 | gezählt |
| GW 12 | 48 853 | 21 | 99,9570 % | 99.9343 – 99.9734 | gezählt |
| GW 13 | 38 902 | 0 | 100,0000 % | 99.9905 – 100.0000 | gezählt |
| GW 15 | 48 967 | 0 | 100,0000 % | 99.9925 – 100.0000 | gezählt |
| GW 16 | 65 743 | 2 | 99,9970 % | 99.9890 – 99.9996 | gezählt |
| GW 17 | 41 567 | 0 | 100,0000 % | 99.9911 – 100.0000 | gezählt |
| GW 18 | 39 638 | 2 | 99,9950 % | 99.9818 – 99.9994 | gezählt |
| GW 19 | 85 755 | 1 | 99,9988 % | 99.9935 – 100.0000 | gezählt |
| GW 20 | 35 696 | 0 | 100,0000 % | 99.9897 – 100.0000 | gezählt |
| GW 21 | 38 161 | 0 | 100,0000 % | 99.9903 – 100.0000 | gezählt |
Sechzehn der achtzehn Bände liegen mit ihrer unteren Intervallgrenze über der DFG-Schwelle von 99,97 %. Zwei nicht:
- GW 12 steht bei 99,957 %, und sein
Intervall reicht nicht an die Schwelle heran. Die Ursache ist
eine einzige: Hegels Schlussformeln (E—A—B) setzt
der Druck mit Geviertstrichen, der Bestand hatte Halbgevierte.
Nachgemessen an den Zeichenkästchen der Seiten 98, 103, 108, 309
und 312: der Formelstrich misst 35 bis 40 px, der
Gedankenstrich derselben Seiten 18 bis 22 px — das Doppelte.
Behoben am 27.08.2026, bandweit: 220 Striche auf 27 Seiten, danach kein Halbgeviert zwischen Versalien mehr im Band. Die Zahl in der Tabelle bleibt trotzdem stehen. Sie beschreibt den Stand, an dem gemessen wurde, und eine Editionsrichtlinie, die ihre eigenen Messungen rückwirkend schönt, ist keine. Der heutige Stand des Bandes ist besser als die Zahl — auf den gezogenen Seiten bleibt nach der Berichtigung kein Befund. - GW 1 und einige andere reichen mit ihrer unteren Grenze knapp nicht über die Schwelle — dort liegt es nicht an der Textgüte, sondern an der Stichprobengrösse. Wer die Schwelle auch als untere Grenze belegen will, muss mehr Seiten lesen; siehe Abschnitt 5.6.
Sperrsatz
Für Hervorhebungen gibt die DFG keine Schwelle vor. Sie lassen sich dafür geometrisch prüfen: ein Skript misst im Scan den Buchstabenabstand jedes ausgezeichneten Wortes und vergleicht ihn mit seinen Nachbarn in derselben Zeile.
Diese Messung läuft über den ganzen Band, meldet aber Beanstandungen, keine Fehler. Ein grosser Teil davon sind Fehlalarme: enge Buchstabenpaare wie ei oder kt drücken den Mittelwert langer Wörter unter die Seitenschwelle, und die Meldung „zuviel“ trifft dann ein Wort, das im Druck sehr wohl gesperrt steht. In GW 16 waren beim Nachzählen rund neun von zehn Meldungen solche Fehlalarme. Die Spalte „richtig“ ist darum eine Untergrenze der Güte, nicht die Güte selbst — der wahre Wert liegt darüber, nicht darunter.
| Band | geprüft | im Band | beanstandet | mindestens richtig | 95-%-Intervall |
|---|---|---|---|---|---|
| GW 1 | 478 | 746 | 17 | 96.444 % | 94.367 – 97.915 |
| GW 3 | 318 | 365 | 21 | 93.396 % | 90.082 – 95.866 |
| GW 4 | 4 503 | 5 275 | 445 | 90.118 % | 89.209 – 90.974 |
| GW 5 | 1 240 | 1 568 | 69 | 94.435 % | 93.010 – 95.645 |
| GW 6 | 3 964 | 4 278 | 111 | 97.200 % | 96.638 – 97.691 |
| GW 7 | 957 | 1 200 | 64 | 93.312 % | 91.540 – 94.812 |
| GW 8 | 4 996 | 6 283 | 410 | 91.793 % | 90.998 – 92.540 |
| GW 9 | 10 752 | 11 284 | 332 | 96.912 % | 96.568 – 97.231 |
| GW 11 | 8 533 | 9 166 | 715 | 91.621 % | 91.013 – 92.200 |
| GW 12 | 7 949 | 8 148 | 253 | 96.817 % | 96.407 – 97.192 |
| GW 13 | 5 146 | 5 229 | 223 | 95.667 % | 95.074 – 96.207 |
| GW 15 | 3 930 | 2 363 | 203 | 94.835 % | 94.096 – 95.506 |
| GW 16 | 5 903 | 3 692 | 469 | 92.055 % | 91.336 – 92.732 |
| GW 17 | 9 481 | 6 654 | 201 | 97.880 % | 97.570 – 98.160 |
| GW 18 | 4 514 | 3 323 | 112 | 97.519 % | 97.022 – 97.953 |
| GW 19 | 8 917 | 9 105 | 490 | 94.505 % | 94.012 – 94.969 |
| GW 20 | 9 253 | 9 708 | 536 | 94.207 % | 93.712 – 94.675 |
| GW 21 | 2 302 | 6 671 | 143 | 93.788 % | 92.723 – 94.740 |
Am Bild entschieden
Was die Untergrenze wert ist, zeigt das Gegenstück: eine Rückrufprobe vom 06.09.2026. Je Band wurden zehn Seiten zufällig gezogen (Seed 20260906) und von einem Prüfer, der den Bestand nicht sah, vollständig auf Sperrsatz gelesen; jede Abweichung zwischen seiner Liste und den Marken des Bestands wurde danach einzeln am Zoom-Ausschnitt entschieden. Anders als die Messung des Werkzeugs findet diese Probe auch, was das Werkzeug gar nicht meldet. Bezugsgrösse ist die Zahl der markierten Wörter auf den gezogenen Seiten.
| Band | Seiten | markierte Wörter | bestätigte Fehler | richtig | 95-%-Intervall |
|---|---|---|---|---|---|
| GW 1 | 10 | 11 | 0 | 100.000 % | 71.509 – 100.000 |
| GW 3 | 10 | 20 | 1 | 95.000 % | 75.127 – 99.873 |
| GW 4 | 10 | 188 | 1 | 99.468 % | 97.072 – 99.987 |
| GW 5 | 10 | 79 | 0 | 100.000 % | 95.438 – 100.000 |
| GW 6 | 10 | 118 | 3 | 97.458 % | 92.750 – 99.473 |
| GW 7 | 10 | 72 | 1 | 98.611 % | 92.503 – 99.965 |
| GW 8 | 10 | 183 | 3 | 98.361 % | 95.284 – 99.661 |
| GW 9 | 10 | 255 | 0 | 100.000 % | 98.564 – 100.000 |
| GW 11 | 10 | 323 | 1 | 99.690 % | 98.287 – 99.992 |
| GW 12 | 10 | 286 | 3 | 98.951 % | 96.965 – 99.783 |
| GW 13 | 10 | 259 | 3 | 98.842 % | 96.652 – 99.760 |
| GW 15 | 10 | 140 | 1 | 99.286 % | 96.085 – 99.982 |
| GW 16 | 10 | 88 | 1 | 98.864 % | 93.831 – 99.971 |
| GW 17 | 328 | 10 022 | 66 | 99.341 % | 99.163 – 99.490 |
| GW 18 | 10 | 154 | 0 | 100.000 % | 97.633 – 100.000 |
| GW 19 | 10 | 222 | 0 | 100.000 % | 98.352 – 100.000 |
| GW 20 | 10 | 167 | 1 | 99.401 % | 96.709 – 99.985 |
| GW 21 | 10 | 214 | 2 | 99.065 % | 96.665 – 99.887 |
Der Abstand ist erheblich. GW 15 steht maschinell bei 94,8 %, in der Rückrufprobe bei 99,3 %; GW 19 maschinell bei 94,5 %, in der Probe bei 100,0 %. Beide Zahlen sind richtig — sie messen Verschiedenes.
Die Neubewertung vom 06.09.2026
Bis zum 06.09.2026 stammten die Zahlen dieser Tabelle aus einer kleineren Probe vom 27.08.2026, die nur die Meldungen des Werkzeugs auf den gezogenen Seiten am Bild entschied. Sie konnte darum nichts über Fehler sagen, die das Werkzeug übersieht. Die Neubewertung hat beides getan: jede der 4 159 Meldungen des Werkzeugs (Stufen A und B über alle achtzehn Bände) wurde einzeln am Zoom-Ausschnitt entschieden, und dazu kam die oben beschriebene Rückrufprobe auf 180 Seiten mit 3 106 markierten Wörtern.
Das Ergebnis der Vollprüfung: von 4 159 Meldungen waren 2 756 Fehlalarme, 187 betrafen Überschriften (die nach Konvention keine Marken tragen), 41 blieben auch bei fünffacher Vergrösserung unentscheidbar, und 204 waren Fehler des Bestands — 130 fehlende und 74 überzählige Marken. Die Rückrufprobe fand auf ihren 180 Seiten 31 weitere Fehler, die das Werkzeug nicht gemeldet hatte. Alle 235 sind seitengenau berichtigt, in der Lesefassung wie in der zeilengetreuen Fassung. Rund 900 Meldungen aus GW 15 bis 18 erwiesen sich als Lesefehler des Werkzeugs selbst: es hatte Marken, die sich über mehrere Wörter oder einen Zeilenwechsel erstrecken, nicht als Marken erkannt. Dieser Fehler steckte auch im Prüfwerkzeug der Edition und ist behoben.
Nicht berichtigt wurden 24 gesperrte Wörter in fremdsprachigen Zitaten, die die GW in Halbfett setzen (GW 16 und 20): der Bestand lässt diese Passagen nach Konvention ganz ohne Marken, und ein einzelnes Wort darin zu markieren wäre inkonsequenter als keines. Sechs weitere Befunde des Prüfers hielten einer zweiten Ansicht nicht stand und blieben stehen.
GW 17 ganz gelesen
Die Neubewertung hat gezeigt, wo die verbliebenen Fehler sitzen: auf den gezogenen Seiten fand die maschinelle Messung nur etwa jeden zehnten von ihnen. Weitere Messläufe bringen deshalb wenig; nur vollständiges Lesen findet den Rest. Am 07./08.09.2026 ist darum GW 17 vollständig gelesen worden — alle 318 Textseiten, Wort für Wort, von Prüfern, die den Bestand nicht kannten. Der Band trug die höchste geschätzte Restfehlerdichte aller achtzehn.
Aus 9 912 genannten gegen 9 688 markierte Wörter ergaben sich 947 Abweichungen; jede wurde einzeln am Zoom-Ausschnitt entschieden. 810 waren Fehlalarme, 7 blieben unentscheidbar, 54 waren Fehler des Bestands. Zusammen mit den Befunden der Verdachtsprüfung sind in GW 17 96 Marken berichtigt worden. Die Zahl in der Tabelle oben ist für diesen Band darum keine Stichprobe, sondern eine Vollzählung: 66 Fehler auf 10 022 markierten Wörtern.
Ein Nebenertrag: die beiden Urteilsrunden widersprachen sich bei elf Wörtern. Dort gilt die zweite, weil ihre Prüfer den Buchstabenabstand gemessen haben, statt ihn zu schätzen — bei Wörtern wie und, an oder ist irrt das Auge auch bei fünffacher Vergrösserung.
Wie der Abstand zustande kommt, zeigte schon die Stichprobe zu GW 19 vom 27.08.2026 im einzelnen. Die maschinelle Messung meldete auf den gezogenen Seiten reihenweise Marken als überzählig, die am Zoom-Ausschnitt eindeutig gesperrt sind: Wörter mit 4 bis 6 px Binnenabstand bei einer Seitenschwelle von 6 px, dazu eine Verschiebung, bei der Kants gesperrt und metaphysischen eng gesetzt ist. Ein Grund liess sich benennen: die Schwelle wird am Grad des Fliesstextes gebildet und passt nicht für den kleineren Fussnotensatz. Von den vier bestätigten Befunden des Bandes sind drei dieselbe offene Frage — Marken auf Kapitälchensatz, der nach Konvention keine trägt.
Eine Einschränkung, die man kennen muss: die bestätigten Fälle wurden anschliessend berichtigt. Die gezogenen Seiten sind heute also sauberer, als die Stichprobe sie zeigt. Die Quote schätzt darum nicht den heutigen Zustand der geprüften Seiten, sondern den des ungeprüften Rests des Bandes — und genau dafür ist sie gedacht.
Eine zurückgezogene Zahl
An dieser Stelle stand bis zum 27.08.2026 der stolzeste Satz dieser Seite: GW 12 sei mit 98,9 % gemessen, GW 21 mit 99,96 %, die Intervalle überschnitten sich nicht — und daraus folge, dass Prüfen während der Erfassung wirksamer sei als Prüfen danach.
Der Satz ist zurückgezogen. Als die Messung am 27.08.2026 erstmals über alle achtzehn Bände lief, ergaben dieselben beiden Bände andere Werte: GW 12 253 Beanstandungen auf 7 949 statt 92 auf 8 161, GW 21 143 auf 2 302 statt 2 auf 5 400. Der Grund ist kein Fehler in den alten Zahlen, sondern ihr Alter: am 26.08. kamen dem Messwerkzeug die Probe auf teilweise gesperrte Wörter, die Probe auf zusammenhängende Sperr-Läufe, die Erkennung im Bild verschmolzener Wörter und die Behebung eines Beschnittfehlers hinzu. Jede davon findet zusätzlich. Zwei Zahlen aus verschiedenen Werkzeugfassungen zu vergleichen, misst das Werkzeug und nicht den Text.
Mit einer Fassung gemessen kehrt sich die Reihenfolge sogar um: GW 12 steht bei 96,8 %, GW 21 bei 93,8 %. Auch das belegt nichts über die Erfassung, denn wie scharf die Messung trennt, hängt am Satz des Bandes — an Schriftschnitt, Normalabstand und Zeilendichte. Die Zahlen dieser Tabelle sind zwischen Bänden nicht vergleichbar. Vergleichbar sind allein die am Bild entschiedenen Stichproben; für sie fehlen bislang fünfzehn der achtzehn Bände.
7. Bekannte Grenzen
Alles bisher Gemessene ist maschinell. Die Doppelerfassung vergleicht zwei maschinelle Lesungen miteinander, die geometrische Sperrsatzprüfung ein Skript mit einer maschinellen Auszeichnung. Ein doppelblinder menschlicher Abgleich — zwei Personen, die dieselben Seiten unabhängig gegen den Druck kollationieren, ohne die Lesung der jeweils anderen zu kennen — steht aus. Erst er könnte die Näherungsrate bestätigen oder widerlegen; bis dahin sind alle Zahlen dieser Seite maschinelle Selbstauskunft.
- Zwei Lesungen teilen sich Schwächen. Die Doppelerfassung findet, was zwei unabhängige Durchgänge verschieden machen. Was beide gleich falsch machen, findet sie nicht. Zahlen aus Doppelerfassung sind darum Obergrenzen der Güte, keine neutralen Schätzer.
- Die Stichprobe zieht das Häufige. Zufällig gewählte Seiten sind überwiegend laufende Prosa; Verzeichnisse, Tabellen und Formelsatz sind unterbesetzt — gerade dort ist die Fehlerquote höher.
- Gemessen werden Wörter, nicht Zonen. Zwei Lesungen desselben Ausschnitts fragen nie, ob der Ausschnitt richtig gewählt war. Ob eine Zeile zum Lesetext oder zum Apparat gehört, prüft diese Messung nicht.
- Die geometrische Sperrsatzmessung hat blinde Flecken: Wörter unter vier Buchstaben sind nicht sicher messbar, anhängende Satzzeichen verfälschen das Maß, und bei mehreren gesperrten Wörtern hintereinander wird mitunter eine Binnenlücke statt der Wortgrenze gewählt.
8. Zitierweise
Maßgeblich ist die Zählung der Gesammelten Werke: Band, Seite, Zeile. Die Zeile steht hoch — ein Punkt dazwischen liest sich wie ein Dezimaltrennzeichen.
GW 21, 3514
Für eine Stelle über mehrere Zeilen oder Seiten:
GW 21, 3514–19 · GW 12, 327–334
Der Leser setzt diese Angabe beim Kopieren selbst an den Text, wenn im Zahnrad Mit Quellenangabe eingeschaltet ist.
Eintrag für das Literaturverzeichnis
Ins Literaturverzeichnis gehört die zitierte Ausgabe, und das sind die Gesammelten Werke:
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Gesammelte Werke. Hrsg. von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Hamburg: Meiner 1968 ff.
Diese Edition muss dort nicht erscheinen. Sie gibt keinen eigenen Text und keine eigene Zählung: Band, Seite und Zeile sind die der Gesammelten Werke, und eine Angabe wie GW 21, 3514 führt im Druck an dieselbe Stelle. Wer den benutzten Zugang dennoch nachweisen möchte, kann sie formlos anfügen; nötig ist es nicht.