Eine digitale Forschungsplattform für das Gesamtwerk Georg Wilhelm Friedrich Hegels, basierend auf den Gesammelten Werken (GW).
Digitale Hegel-Texte gibt es längst — aber sie folgen älteren Werkausgaben, modernisieren stillschweigend die Orthographie oder verlieren Hegels Hervorhebungen. Was fehlte, ist eine frei zugängliche Ausgabe nach dem Text der Gesammelten Werke (GW), der maßgeblichen historisch-kritischen Edition: originalgetreue Schreibung, ausgezeichneter Sperrsatz, zeilengenau nach den GW-Seiten zitierbar. Diese Lücke schließt die Digitale Hegel-Edition — allein mit Hegels gemeinfreiem Text, ohne den geschützten Apparat der Herausgeber.
Der Unterschied zeigt sich im Kleinen. Hegel lässt setzen Seyn, nicht Sein; Verhältniß, nicht Verhältnis. Wo er ein Wort hervorhebt, tut er es durch Sperrung — und diese Sperrung ist kein Schmuck, sondern Argument: sie zeigt an, welches Wort im Satz die Last trägt. Ausgaben, die sie in Kursive übersetzen oder ganz fallen lassen, nehmen dem Leser genau das. In dieser Edition sind es 44 694 gesperrte Stellen, jede einzeln erfasst und im Leser umschaltbar zwischen Kursive und Sperrsatz wie im Druck.
Die Gesammelten Werke (GW) sind die maßgebliche historisch-kritische Ausgabe, herausgegeben seit 1968 von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften in Verbindung mit dem Felix Meiner Verlag. Ihre Druckseiten enthalten Marginalien, Zeilennummerierungen, Fußnotenapparate und typographische Konventionen des 19. Jahrhunderts.
Standard-OCR produziert aus diesen Vorlagen verstümmelten Text — verdrehte Wortreihenfolgen, unleserliche Artefakte. Die Digitale Hegel-Edition begegnet dem mit einem mehrstufigen Verfahren, das den Text seitenweise erfasst und anschließend prüft.
Hegels Primärtext (gest. 1831) ist seit 1902 gemeinfrei. Der historisch-kritische Apparat der GW-Herausgeber — Einleitungen, Fußnoten, textkritische Anmerkungen — bleibt urheberrechtlich geschützt (§ 70 UrhG). Diese Edition veröffentlicht daher ausschließlich Hegels eigenen Text, ohne den Apparat.
Erfasst wird der Text seitenweise, mit Absätzen, Überschriften, Hervorhebungen und Originalrechtschreibung. Das Ergebnis ist ein zitierfähiger, durchsuchbarer Text mit GW-Seitenkorrespondenzen.
Die Edition ist offen zugänglich und wird laufend erweitert. Der Text wird aus den Druckseiten gewonnen und KI-gestützt verfeinert; Schreibung, Hervorhebungen und Gliederung des Originals bleiben dabei erhalten.
Die Genauigkeit wird gemessen, nicht behauptet: rund 99,98 % der Wörter, geprüft an Stichproben und damit über der Schwelle, die die DFG-Praxisregeln für „praktisch fehlerfreien“ Text ansetzen. Der Sperrsatz wird zusätzlich geometrisch nachgemessen — ein Skript prüft im Scan den Buchstabenabstand jedes ausgezeichneten Wortes.
Vollständige Fehlerfreiheit ist damit nicht zugesichert und lässt sich auch nicht beweisen, nur enger eingrenzen. Verfahren, Zahlen und Grenzen stehen ausführlich in den Editionsrichtlinien.
Diese Edition nimmt ausschließlich GW-Bände auf, deren Ersterscheinen bei Felix Meiner mehr als 25 Jahre zurückliegt — erst dann erlischt der Leistungsschutz der editorischen Textgestalt nach § 70 UrhG vollständig (Details zur Rechtsstrategie). Band für Band kommt so automatisch frei, sobald die Frist abläuft — unabhängig davon, wann diese Edition ihn tatsächlich aufnimmt. Auf Basis der Erscheinungsjahre der Felix-Meiner-Ausgabe ergibt sich diese Reihenfolge für die noch gesperrten Bände:
Dieselbe Edition als eigenständige App für macOS — signiert und von Apple notarisiert, direkter Download ohne App Store. Einmal geöffnet, läuft sie vollständig offline.
Version 0.76 · 14,4 MB
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