Urheberrecht und Werknutzung
Diese Seite legt die urheberrechtliche Grundlage der Digitalen Hegel-Edition dar und begründet, auf welcher Rechtsgrundlage die hier veröffentlichten Texte bereitgestellt werden.
Abgrenzung
Die Digitale Hegel-Edition ist ein unabhängiges, nichtkommerzielles Projekt. Sie ist kein Angebot des Felix Meiner Verlags oder der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste und steht mit beiden in keiner Verbindung. „Gesammelte Werke" (GW) wird hier allein zur Bezeichnung der Textgrundlage genannt; wiedergegeben wird ausschließlich Hegels gemeinfreier Text, ohne den geschützten Apparat der Herausgeber.
1. Hegels Werke: gemeinfrei
Georg Wilhelm Friedrich Hegel starb am 14. November 1831. Gemäß § 64 UrhG erlischt das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Hegels Texte sind daher gemeinfrei (public domain); nach der heutigen Frist wäre der Schutz Ende 1901 abgelaufen, frei waren sie schon im 19. Jahrhundert.
2. Das editorische Problem: GW-Text ≠ Hegel-Original
Die in den Gesammelten Werken (GW) abgedruckten Texte sind keine bloße Reproduktion gemeinfreier Handschriften oder Erstdrucke. Sie enthalten eigene wissenschaftliche Leistungen der Herausgeber: Variantenwahl bei mehreren Überlieferungen, Emendation offensichtlicher Druckfehler, Normalisierungsentscheidungen sowie eine kritisch gesichtete Textgestalt. Ob eine solche Textgestalt über den Leistungsschutz hinaus als persönliche geistige Schöpfung im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG geschützt ist, hängt vom Einzelfall ab. Nach der hier vertretenen Auffassung erreichen methodisch gebundene Editionsentscheidungen diese Schwelle in der Regel nicht; gerade für sie hat der Gesetzgeber mit § 70 UrhG einen eigenständigen, befristeten Leistungsschutz geschaffen. Einleitungen, Anmerkungen und Kommentare der Herausgeber sind dagegen regelmäßig selbst Sprachwerke; sie werden darum nie übernommen.
Unabhängig davon genießen wissenschaftliche Ausgaben nach § 70 UrhG einen eigenen Leistungsschutz von 25 Jahren ab Erscheinen (§ 70 Abs. 3 UrhG), gerechnet bis zum Ende des Kalenderjahres (§ 69 UrhG). Dieser Schutz gilt auch für die editorische Textgestalt selbst — nicht nur für den Apparat. Wer also den GW-Text eines vor weniger als 25 Jahren erschienenen Bandes ohne Erlaubnis weitergibt, riskiert eine Schutzrechtsverletzung, selbst wenn er Fußnoten und Apparat weglässt.
3. Welche Bände aufgenommen werden: nur solche mit abgelaufenem Schutz nach § 70 UrhG
Um den Leistungsschutz nach § 70 UrhG und etwaige Urheberrechte der Herausgeber nach § 2 UrhG zu achten, veröffentlicht diese Ausgabe ausschließlich GW-Bände, deren Ersterscheinen mehr als 25 Jahre zurückliegt. Mit Ablauf dieser Frist erlischt der § 70-Schutz vollständig; die editorische Textgestalt wird gemeinfrei.
Maßgeblich ist dabei das Jahr der Erstpublikation des jeweiligen GW-Bandes durch Felix Meiner Verlag. Jüngere Bände werden erst aufgenommen, wenn die 25-Jahres-Frist abgelaufen ist.
Nach Ablauf der Frist ist die Textgestalt nach der hier vertretenen Auffassung (Abschnitt 2) frei. Einleitungen, Apparat und Anmerkungen der Herausgeber bleiben in jedem Fall außen vor.
Nicht enthalten sind in jedem Fall:
- Editorische Einleitungen und Vorbemerkungen der GW-Herausgeber
- Der kritische Apparat (Lesarten, Varianten, Textnachweise, Konjekturen)
- Erläuternde Fußnoten und Kommentare der Herausgeber
- Faksimiles der Druckseiten
Die angezeigten Seitenangaben folgen der GW-Zählung und dienen der wissenschaftlichen Verortbarkeit. Die Sigle (z. B. GW 12) ist eine bibliographische Konvention — keine Übernahme geschützter Bestandteile der GW.
4. Maschinelle Texterfassung
Die Ausgabe entsteht in einem mehrstufigen, maschinellen Verfahren: Der Text wird unmittelbar aus dem Scan jeder Druckseite gewonnen, geführt von festen Regeln für Schreibung, Hervorhebungen und Gliederung. Ein gesonderter OCR-Zwischenschritt findet nicht statt. Erfasst, gespeichert und wiedergegeben wird ausschließlich der gemeinfreie Primärtext Hegels in seiner ursprünglichen Schreibung.
Der historisch-kritische Apparat der Herausgeber — Lesarten, editorische Anmerkungen, Kommentare — ist nicht Gegenstand der Erfassung. Er wird nicht übernommen, nicht gespeichert und ist in den Daten dieser Ausgabe nicht enthalten.
Urheberrechtliche Einordnung
Nach hiesiger Auffassung stellt das Verfahren keine Bearbeitung im Sinne von § 23 UrhG dar: Sein Ergebnis ist die getreue Wiedergabe eines gemeinfreien Textes, ohne inhaltliche Veränderung, Modernisierung oder Ergänzung. Dass die Digitalisierung maschinell erfolgt, ändert daran nichts — maßgeblich ist das Ergebnis, die getreue Wiedergabe, nicht das eingesetzte Werkzeug.
Für die Erfassung werden die Druckseiten als Bilddateien verarbeitet. Diese Arbeitskopien werden weder veröffentlicht noch weitergegeben; in die Daten dieser Ausgabe gelangt ausschließlich Hegels gemeinfreier Text.
Die vorstehenden Ausführungen geben die Rechtsauffassung des Betreibers wieder und stellen keine Rechtsberatung dar. Rechteinhaber, die Bedenken hinsichtlich einzelner Inhalte haben, werden gebeten, sich über die im Impressum genannten Kontaktdaten zu melden; beanstandete Inhalte werden unverzüglich geprüft und erforderlichenfalls entfernt.
5. Rechtliche Grundlagen im Überblick
6. Zitierempfehlung
Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich das Zitat nach der gedruckten GW-Ausgabe, auf die die Seitenangaben dieser Ausgabe verweisen:
G. W. F. Hegel: Gesammelte Werke, in Verbindung mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft hrsg. von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, Hamburg: Felix Meiner 1968 ff.
Die GW-Bandnummer und Seitenzahl sind der Sigle dieser Ausgabe zu entnehmen (Beispiel: GW 12, S. 36 = Band 12, Seite 36 der Druckausgabe).
7. Nachnutzung der Daten: CC BY 4.0
Die Ausgabe ist eine statische Website; ihre Daten liegen offen und sind
maschinenlesbar abrufbar, als TEI-XML je Band (assets/tei/GW01.xml
bis assets/tei/GW21.xml). Das ist gewollt.
Damit klar ist, was erlaubt ist, gilt Folgendes.
Hegels Text
Gemeinfrei, wie oben unter 1. dargelegt. Es werden keine Rechte daran beansprucht. Eine Digitalisierung begründet kein neues Urheberrecht am gemeinfreien Werk.
Die eigenen Beiträge
Was eigene Arbeit ist — die Auswahl der aufgenommenen Seiten, ihre Anordnung, die Auszeichnung des Sperrsatzes, die Zeilenzählung, die Inhaltsverzeichnisse und der Suchindex — steht unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0).
Nutzung, Weitergabe und Bearbeitung sind frei, auch gewerblich, in jedem Format und Umfang. Die einzige Bedingung ist die Namensnennung:
Giuliano Infantino, Digitale Hegel-Edition, hegeledition.com, CC BY 4.0
Ein bestimmter Ort der Nennung ist nicht vorgeschrieben — sie gehört dorthin, wo Quellen üblicherweise genannt werden. Soweit an diesen Beiträgen ein Schutz besteht — in Betracht kommt vor allem der Schutz des Datenbankherstellers nach den §§ 87a ff. UrhG —, wird er unter dieser Lizenz freigegeben. Ein Recht an Hegels Text folgt daraus nicht.
Nicht enthalten
Der historisch-kritische Apparat der Herausgeber der Gesammelten Werke ist geschützt und nicht Teil dieser Ausgabe. Er wird nicht übernommen, nicht gekürzt und nicht paraphrasiert.
Ohne Gewähr
Die Daten werden bereitgestellt, wie sie sind. Eine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Eignung für einen bestimmten Zweck wird nicht übernommen. Die gemessene Wortgenauigkeit der geprüften Bände liegt zwischen 99,93 % und 99,99 % — das heißt zugleich, dass Fehler enthalten sind.
8. Kontakt und Hinweise
Bei urheberrechtlichen Fragen, Hinweisen oder Beanstandungen wenden Sie sich bitte an:
giulianoinfantino[at]icloud.com
Sollte trotz sorgfältiger Prüfung Material enthalten sein, das urheberrechtlich geschützt ist, bitten wir um unverzügliche Mitteilung. Berechtigte Inhalte werden umgehend entfernt.